Ausgabe 
28.2.1901 Zweites Blatt
 
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Mombaß, 26. Febr. Die Somali-Expedition ist .rach einwöchentlichem Marsch, auf dem sie 114 Meilen zurück­legte, beim Errichten des Lagers von den Aufständischen über fallen worden. Es gelang, den Feind zurückzuwerfen, der 150 Mann verlor. Die Engländer hatten 17 Tote und mehrere Verwundete. Die Kolonne kehrte nach Tasmadu zurück.

Aus Stadt und §and.

Gießen, den 26. Februar 1901.

P. Realgymnasium. Heute morgen fand die Prüfung der Abiturienten durch die Prüfungskommission unter Vorsitz des Oberschulrat Weihrich statt. Bon den 16 Oberprimanern erhielt n das mündliche Examen geschenkt: Becker, Geng- Migel, Hemzerling, Hoffmann, Koch, Kotz, Mette, Panse und Vogt. Die übrigen bestanden sämtlich daS Examen.

Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Fürstlich Asenburg Büdtngkn'schen Oberförster Karl Kalkhof im Tier garten bei Büdingen daS Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen.

P. Widerstand. Der Taglöhner Z., der vor einiger Zeit erst eine längere Freiheitsstrafe wegen Widerstand rc verbüßte, bedrohte einen hiesigen Wirt am Neuenweg mit Erstechen. Er wurde aus dem Lokal verwiesen. Auf der Straße verursachte er großen Lärm und leistete den Anord­nungen eines Schutzmanns keine Folge. Der Beamte sah fich zur Feststellung des Namens des Ruhestörers gezwungen, fand aber heftigen Widerstand. Z. wurde deshalb arretiert. Auf dem Wege zur Wache widersetzte er sich thätlich, nur mit Mühe konnte er ins Arrestlokal gebracht werden. Er wird sich vor Gericht zu verantworten haben. Heute morgen fand der wachthabende Schutzmann den Arrestanten mit .zerrissenen Kleider vor, die dieser in [feiner Wut selbst zerrissen hatte.

WS. Stammheim, 26. Febr. Der Musiker Schwing chat sich erhängt. Er war schon längere Zeit geistesgestört.

WS. Altenstadt, 26. Febr. Unsere Molkerei-Ge­nossenschaft, e. G. rn. u. H., hat im letzten Jahre mit «großem Vorteil gewirtschaftet. Der Gewinn betrug näm- >lich bei einer Verarbeitung von 1 711 869 y3 Kg. Vollmilch 16 472 Mk. 8 Pfg. Die Molkerei hat gegenwärtig 314 Mitglieder.

WS. Berstadt, 26. Febr. Da die gesetzlich vorgeschriebene Mehrheit bet hiesigen Grundbesitzer, denen mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche gehört, die Feldbereinigung beantragt haben, so wird diese demnächst hier durchgefühn werden.

§ Lauterbach, 26. Febr. Born Kreisamt ist ein Aus- schreiben an die Großh. Bürgermeistereien ergangen, danach Nochmals die strenge Beobachtung des § 5 II. c. der Ge­schäftsordnung für die Lotteriekollektion zur Pflicht gemacht wirb, nämlich daß Polizeidiener, Flurschützen, Nachtwächter, Rechner ufro. überhaupt alle öffentliche Beamte Lose zum Wiederverkauf nicht, verkaufen dürfen, andernfalls die gesetz liche Strafe eintreten wird.

** Lauterbach, 26. Febr. Der Bahnhof Lauterbach, Der seit Bestehen der Preußisch-Hessischen Betriebs-Gemein- sjchaft zur Eisenbahnbetriebs-Inspektion Gießen I gehörte, wird in nächster Zeit der König!. Betriebsinspektion Fulda I ijugeteilt, deren Leiter Bau- und Regierungsrat Dr. Henning ift. Auch die am 1. Oktober voraussichtlich zu eröffnende Strecke Lauterbach-Grebenhain wird in der Betriebsinspek- ition Fulda übernommen werden.

WS. Büdingen, 26. Febr. Die Frage der Kanali- fierung, bezw. Entwässerung unserer Stadt ist ihrer Ver­wirklichung abermals einen Schritt nähergerückt, indem Regierungsbaumeister Schmick in Frankfurt beauftragt wurde, rin vollständiges Projekt zur Kanalisierung mit Anlage eines Klärbeckens nebst Detailplänen auszuarbeiten.

Darmstadt, 26. Febr. Wie die ,N. Heff. Bolksbl." er­fahren, werden der Großherzog und die Großherzogin Don Hessen mit ihrer Tochter nächsten Sonntag aus Peters­burg hierher zurückkehren. Sie beabsichtigen, sich gegen Ende März nach Nizza zu begeben, um der verwittweten Herzogin Marie von Sachsen - Koburg - Gotha, die fich zurzeit au ihrer dortigen Besitzung aufhält, einen längeren Besuch ab zustatten.

Darmstadt, 26. Febr. Aus St. Petersburg wird gemeldet: Der Großherzog empfing u. a. den Oberstall, meister Generalleutnant v. Grünewald, den Admira Arsenieff und den Prinzen Hermann zu Stolberg Werningerode, Sekretär bei der deutschen Botschaft, in Audienz. Der Großherzog und die Großherzogin nebst Prinzessin Elisabeth gedenken am 28. d. Mts. von St. Petersburg abzureisen und am Sonntag, 3. März, hier wieder einzutreffen.

fc. Offenbach, 26. Febr. Eine unheilbare Krankheit hat den 59 Jahre alten Dütenmacher Georg Koch von hier zum Selbstmord getrieben. Er hat sich heute nacht erhängt.

fc. Erbach, 26. Febr. Der Beigeordnete Kredel lehnte ftie Kandidatur für den hiesigen Landtagswahlkreis ab. Das Kreistags- und Gemeinderatsmitglied Lang aus Michel- ftabt wird als Kandidat empfohlen.

-k- Mainz, 26. Febr. Die hiesige demokratische Partei hat sich dem Ausruf und der Petition des Wahl- »ereins der freisinnigen Volkspartei und des Vereins Waldek in Königsberg gegen die Brotverteuer- »n g vollständig angeschlossen, und fordert die Bewohner Sier Stadl Mainz in einem öffentlichen Aufruf auf, durch zahlreiche Unterschriften gegen die projektierte Verteuerung Des Brotes energisch Verwahrung einzulegen. Eine all­gemeine Revision der hessischen Bauordnung wird von einer Hängst hier stattgehabten Delegiertenversammlung des hessi- Mchen Städtetags beschlossen und demnächst soll in Darm- Wadt eine Versammlung stattfinden, der die Revisions- «nträge zur Prüfung unterbreitet werden sollen.

fc. Mainz, 26. Febr. Eine Vorversammlung der Dele­gierten des hessischen StädtetageS beschloß, eine Revision Ser Allgemeinen hessischen Bauordnung zu be­antragen.

Mainz, 26. Febr. Auf einer hier abgehaltenen Vor- oerfammlnng von Delegierten des hessischen Städte, tage« wurde beschlossen, eine Revision der allgemeinen hessischen Bauordnung vorzuschlagen ES soll zunächst dne Versammlung in Darmstadt stattfinden, iu der die dem Städtetag vorzulegenden AdänderungS. Vorschläge beraten werden. Auch daS Mainzer Baustatut soll in verschiedenen Punkten eine Abänderung erfahren. Die Buren-Ber ammlung in betStadthalle- hatte auch in materieller Beziehung ein glänzendes Ergebnis. Für den Burenfonds gingen 1500 Mk ein.

Frankfurt a. M., 26. Febr. Ein aufregender Bor- all versetzte heute die Bewohner der östlichen Vorstadt in Schrecken. Der etwa 40 Jahre alte Fahrbursche Joses Gab hatte versucht, seine Frau im Bette lurch Schnitte mit >em Rasiermesser und durch Schläge mit einem Bier Hammer zu töten und hatte sich bann selbst bte Gurgel »urchschnitten. Die beiden Kinder, die bei der Mutter im Bette lagen und alles mit ansahen, schrieen verzweifelt um Hilfe, bis Straßenpassanten eindrangen und beide Ehe leute in ihrem Blute schwimmend vorfanden. Die Frau hat anscheinend nur wenig beträchtliche Verletzungen erlitten, sic war nur durch die Schläge betäubt. Der Mann ist schwer verletzt, war aber noch bei Besinnung, als er ins Spital geschafft wurde. Eifersucht soll der Beweggrund zu der That sein.

Cronberg, 26. Febr. Der Kaiser hat bei seiner heu­tigen Fahrt von Homburg nach FriedrichShof einem alten Straßenarbeiter, den er während seines Aufenthaltes täglich gesehen hat, eine unverhoffte Freude bereitet. Er schenkte ihm 50 Mk. in neuen Gold- und Silbermünzen.

* Kleine Mitteilungen au» Hefieu und den Nachbarstaaten. In Eberstadt (Starkenburg) geriet ein zweijähigeS Bübchen an ein Glas mit Flüssigkeit und nahm in der Annahme, es sei Zuckerwasser, den ganzen Inhalt, der leider aus Chloro form öl bestand, zu sich. Sofortiges Eingreifen des Arztes hatte den glücklichen Erfolg, daß Aussicht vorhanden ist, bad Leben des Kleinen zu erhalten. In Hanau würbe in einer öffentlichen Versammlung eine Resolution gegen die Lebensmittelverteuerung und für Handelsverträge einstimmig angenommen. In der Versammlung wurde speziell von einem Redner auf die Schädigung hingewiesen, welche die Hanauer Gold- und Silberwaren-Jndustrie beim Scheitern der Handels Verträge zu erwart n bat._____________________________________

Universitäts-Nachrichten.

Die Jenaer Universitätsprofefsoren haben in einer Denkschrift an die Erhalterstaaten der Hochschule die Aufhebung der Steuer- freiheit gefordert. Diese Denkschrift behandelt die Notwendigkeit der Re­form der Profefforengehälter, die in Jena bekanntlich sehr bescheiden sind und dringend der Aufbesserung bedürfen. Im Zulammenhang mit der Besoldungsreform wurde auch die Beseitigung der Steuerfreiheit gefordert. Die Steuerfreiheit wird von den Professoren seit langer Zeit als lästiges Privileg empfunden, und schon vor einer Reihe von Jahren hat sich der Senat der Universität wiederholt in Eingaben an die beteiligten Regierungen für die Aufhebung ausgesprochen. In letzter Zeit hat sich auch die Aus- sicht eröffnet, daß die Aufhebung bald erfolgen wird, da Verhandlungen, die die Stadt Jena führt, em befriedigendes Ergebnis erwarten laffen.

In Halle ist der UniversitätSprofeffor Albert Wuest, Dozent für landwirtschaftliche Maschinenkunde, gestorben. Die Privatdozenten Dr. Hampe in Bonn und Dr. Spahn in Berlin sind zu a.-o. Pro fefforen in der philosophischen Fakultät der Universität zu Bonn ernannt worden. Beide verrreten das Fach der geschichtlichen Hilfswtffenschaft bezw. der Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit. An der Universität Göttingen hat sich Dr. H. Titze als Privatdozent für römisches und deutsches bürgerliches Recht habilitiert. Die diesjährige allgemeine Versammlung derDeutschen Meteorologischen Gesell­schaft" wird auf Beschluß des Gesamtvorstandes am 1., 2. und 3. April in Stuttgart abgehalten werden.

Mteratur, Wissenschaft und Kunst.

Max Dreyers SchauspielDer Sieger" hatte bei seiner Erstaufführung in Berlin nach den ersten drei Akten lebhaften Erfolg. Der Schluß ließ kalt. Die humoristischen Episoden sind wertvoller als der eigentliche Konflikt. Die Ehe eines Künstlerpaares fällt auseinander, weil sie die sieghafte und ehrlichere Natur von beiden ist.

Dem Charakterdarsteller der Vereinigten Theater in Frankfurt am Main Karl Hermann ist in Anerkennung seiner Verdienste als dra­matischer Lehrer (am Hochschen Konservatorium) vom Kaiser der Pro­fessorentitel verliehen worden. Dies dürfte wohl der einzige Fall sein, daß in Preußen ein aktiver Schauspieler diese Ausz°ichnuna erhält

Gerichtssaal.

Sch. Darmstadt, 26. Febr. Die Strafkammer I verbandelte beute gegen den schon vielmals, darunter neunmal wegen Betrugs, bestraften 59jährtgen Dietrich Fischer auS Elpenrod, einen trotz feines Alters unverbrfferlichen Landstreicher, der die Abwechslung liebt, obwohl seine Frau und Familie in Gießen ansässig ist. Er kam im Januar d. I. zu einem Wirt an der Johanneskirche, gab an, daß er pensionierter Förster sei, Verwandte besuche rc., und machte in ca. 14 Tagen eine Zeche von 27 Mk. Sein Eindruck bei den Wirts- leuten war sehr gut, doch als e8 schließlich ans Bezahlen ging, war er verschwunden. Originell waren die Angaben über den Grund seines langen Aufenthaltes in dem Gasthaus, indem er unter der Heiterkeil der Richter und Zuschauer erklärte, daß an dem Tage, als er hin­kam, ein Schwein, so groß wie ein großer Esel, geLlachtct worden sei. Man habe ihn gut behandelt, sodaß eS ihm sehr gefallen habe. Einen Verstcherungstnspeklor, besten Namen er vorher erforscht hatte, suchte er durch allerlei Schwindeleien auf frühere Bekanntschaft zu imponieren, allerdings vergeblich, und bei einer Witwe bezog er sich auf seine an­gebliche Bekanntschaft feit der Einquartierung im Jahre 1870. Hier s«ßte ihn aber die auf seine Spur geleitete Schutzmannschaft. Der Gerichtshof ging über ben Antrag des Vertreters der Staatsanwalt schäft, der 2 Jahre beanttagt hatte hinaus und d er urteilte ihn zu 3 Jahren Zuchthaus.

Könitz, 26. Febr. Wegen Beleidigung des Schlächtermeisters Adolf Levy zu Könitz hatte sich am Samstag Frau Martha Roß, die im Maßlof- Prozeß wegen wissentlichen Meineids in zwei Fällen zu 2 einhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten. Frau Roß hatte am 21. Mai v. I. zu mehreren Personen, als Adol Levy an ihnen vorüberging, gesagt:Da geht der Mörder". Tie Angeklagte bestritt nicht,'die Aeußerung gethan zu haben, behauptete aber in der Verhandlung, Adolf Levy hätte sich ihr gegenüber selbst bezichtigt. Frau Roß wurde zu 20 Mark Geldbuße oder vier Tagen Haft verurteilt. Frau Roß, die sich durch die ihr von den Levyschen Eheleuten augefügte BezeichnungLügnerin" be­leidigt fühlte, und die Widerklage erhoben hatte, wurde mit dieser kostenvflichtig abgewiesen.

Arbeiterbewegung.

fc. Frankfurt <u ®L, 26 Feor. Du h esi^en Schuhmacher- aetellen treten tn eine Lohndeweaung «in. Sie verlang n einen MinimaiarbettSlohn von 1824 Mk p o Woche und ertrart«v »ob öer ZwavqSinnung der Schudmacher Annahme ihrer öebtngungea bfl zum 20. März, widrigenfalls mit einem ÄuSsiard g brobt wild.

Eisenbahn Zeitung.

fc. Darmstadt, 26 Febr. Durch Erlaß des preußischen Eis«' bahnministers sind iämtticye pnutzttch-heffische (Sihnbabnb iecitore* erneut angewiesen worden der Dnekiton der Technischen Hochschule dahier von den photogropht'chen Aufnahmen bedeutender Bauwerke, sowie von den autographt.rten Zeichnungen und Umschlägen g>Sherer und inter«ssanter B-uautzsührungen je ein Cxerpar unentgeltlich zu überweisen. DaS Rektoiat der Technischen Hochschule war ooistelli- geworden, weil ihm in den letzten Jahren nur wenige Zeichnung« auS b'tn Gebiet deS Esten''abnwefen« zugeaangen warm.

Handel und Uerbehr. Volkswirtschaft.

fo. Frankfurt a. M, 26. Febr. Der Aufsichttrat der Frank­furter Bank beschloß, der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 9'/» Proz. wie im Vorjahre vorzuschlagen. Die Frank« urter Hypothekenbank verteilt eine Dividende von 9 Proz. gegen 8'/, Proz. im Vorjahre. Die Adler-Fahrradwerke (vorm. Hemrich Kleyer) dahier verzeichnen für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Netto­gewinn von 411602 Mk. gegen 709843 Mk. im Vorjahre. DerAusstchtS- rat schlägt der am 20. März stattfindenden Generalversammlung eine Dividende von 10 Proz. (gegen 16 Proz. im Vorjahre) vor.

Der Reichsbaukdiokont wurde von 5 auf 4« r Prozent er­mäßigt.

Berlin, 26. Febr. Die heutige Subskriptton auf die unverloS- baren 4prozentigen Zentralpfandbriefe vom Jahre 1901 derPreuß. Bodenkredit Aktiengesellschaft" hat einen großen Erfolg gehabt. Die aufgelegten 15 Millionen Mark sind erheblich überzeichnet worden.

Essen a. d. R., 26. Febr. Der Landrat des Kreises Esten, Roetger, wird demnächst den Staatsdienst verlosten, um im Laufe des Sommers in das Direktorium der Firma Krupp einzutreten. Sicherem Vernehmen nach ist der Eintritt Roetgers darauf zurückzuführen, daß der Geh Finanzrat Jenke den Wunsch zu erkennen gegeben hat, in absehbarer Zeit von der anstrengenden Thättgkeit in der Firma ganz zurückzutreten.

Leipzig, 26. Febr. Der Aufsichtsrat derAllgem. Deutschen Kreditanstalt" beschloß auf Antrag der Ditektton, der auf dm 20. März einzuberufenden Generalversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr die Verteilung einer Dividende von 9 Proz. vorzuschlagen. Die au8 der Verbindung mit der Leipziger Wollkämmerei notwendig gewordene Zu­weisung ä Fonds perdu und sonst noch ei forderliche Rückstellung ist dem für außerordentliche Verluste bestimmten, schon seit Jahren geführten Del- crebete Conto entnommen worden, welchem aus dem Jahreserträgms für 1900 900000 Mk. erneut zugeschrieben wurden.

München, 26. Febr. Die Bayerische Notenbank setzte ben Wechselbiskont auf 41/» Proz., ben Lombarbzinssuß auf 5'/, Proz. fest.

Märkte.

fc. Srnnkfnrt a. M., 26 Febr. (Heu- unb Strohm-rrt.) Ängef.hren: 16 Wagen mit Heu, 4 mit St.oh. Heu Mk. 4.50 bl8 UM. 4 80, Stroh' (Roggenstroh) Mk. 2 80 bis Mk> 3.20. Alles per 50 Kilo.___________________________

Verträgt Aaöy immer die Mitch?

Ein Wort an Mütter und Wöchnerinnen.

Zuweilen vertragen Säuglinge unb Kinder die Milch nicht, weil sie im Magen zu schnell gerinnt. Mondamin dagegen besitzt den kostbaren Vorzug dies zu verhindern. Man koche nur einige Minuten eine Obertasse Milch mit einem Theelöffel Mondamin gut durch. In größeren Mengen ist Mondamin mit Milch gekocht eine gesunde, leicht verdauliche Speise für die Kleinen, allerdings erst nach dem Zahnen. «14

ZSrown & H'olsons

IWU okdahin

_________ist zu haben in Paketen ä 60, 30 und 15 Pfg.__________

Seit einiger Zett wird eine sinnige Neuheit «uf d m Gebtrte deS Schmuckes, btffen Ursprung eine amerikanische Erfindung ist, überall in Deutschland in ben Handel gebracht. Es sind dies Miniatur- Sem i-Emaillebilder, die nach jeder beliebigen Photographie tm zartesten Kolorit hergestellt werden, und durch ihre Raffung als Brachen, Medaillon», Armbänder, Nadeln rc. besonderen Reiz haben. Dieser Schmuck, der sich als Geschenk und Andenkm, da er in allen Preis­lagen xu haben ist, vorzugsweise eignet, ist im Schaufenster der Finna Aua. S^wab P>ckstraß' 4, a»«aest-llt.

Neueste Meldungen.

8. Darmstadt, 27. Febr. (Org.-Tel. des ^Gieß. Anz.") Die Zweite Kammer der Stände wurde heute morgen IOV4 Uhr durch den Präsidenten Haas eröffnet. ES trat alsdann das Haus nach der Vereidignvg des neuen Kammer. mitgliedeS, Oberbürgermeister Morneweg, und nach der Hebet» Weisung einiger Gegenstände an die Ausschüsse, in die Be­ratung der Regierungsvorlage betreffs des Gesetzes über die Gemeinde-Usrnlagen ein. Die Debatte dauert noch fort.

Berlin, 27. Febr., 1 Uhr 20 Min. (Tel.-Meld, de» Gieß. Anz."- Der Kaiser traf heute morgen 7 Uhr 20 Min. hier ein.

Shanghai, 27. Febr., 1 Uhr 25 Min. (Tel.-Meld. b. Gieß. Anz.") Wie aus Peking gemeldet wird, hat Graf Waldersee die Einstellung aller Strafexpedi­tionen angeordnet. ______

Berlin, 27. Febr. Tas Kriegsgericht des 15. Armee- korps wandelte die 12jährige Zuchthausstrafe des Oberleutnants Rueger in eine 4jährige Fest­ungshaft um. Tie Ausstoßung Ruegers aus dem Heere wurde zurückgenommen.

Fran kfürt a. M., 27. Febr. Gestern abend wurde im hiesigen Hauptbahnhof beim Aufspringen auf den im Fahren begriffenen Hamburger Zug ein Weißbinder auS Oberursel tätlich verletzt. Beide Beine wurden ihm vom Oberschenkel abgefahren. Nach Einlieferung ins städtische Krankenhaus ist der Bedauernswerte gestorben.

Bremen, 27. Febr. Ter Möbelhändler Schwartz aus Witten erschoßseineBraut und dann s i ch s e l b st.

Elberfeld, 27. Febr. Auf einem Teiche brachen gestern nachmittag vier Knaben ein. Zwei ertranken.

Karlsruhe, 27. Febr. Wie dasBad.'Nachr. Bu­reau" aus bester Quelle erfährt, soll die Bahnsteig­sperre demnächst auf den Hauptstrecken der großen b a- dischen Staatseisenbahnen zur Einführung ge­langen. Heute nachmittag hat sich der verheiratete Lo­komotivführer Wendelin Wester mann von hier am Bahnübergang bei Gottesau vom Zug 64 vermutlich in selbstmörderischer Absicht über fahren lasten.