und 56 Pferden beigegeben werden. Die nötigen Neubauten für je eine solche Abteilung in jeder Jager-Garnison sollen zwar zunächst nur pvovisorisch aufgeführt werden. Trotzdem dürften schon erhebliche Aufwendungen erforderlich werden, da den fraglichen Garnisonen, soweit sie bisher nur Fußtruppen umfaßten, auch eine passende Räumlichkeit zur Ausbildung berittener Mannschaften fehlt.
— Der Reichstags- und Landtagsabg. für den ersten schleswig-holsteinischen Wahlkreis Johannsen (Däne) ist heute früh in Flensburg im Alter von 61 Jahren plötzlich gestorben.
— Die erste Lesung der Ausschüsse des Bundesrats über das Zolltarifgesetz nebst dem Zolltarif wird voraussichtlich morgen ihr Ende erreichen. Die zweite Lesung ist, wie die „Kreuzztg." vernimmt, auf nächsten Donnerstag festgesetzt, an welchem Tage die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steucrwesen und für Handel und Industrie zusammentreten sollen, um zugleich die auf das Zolltarifgesetz bezüglichen Eingaben zu berücksichtigen.
— Wie man berichtet, darf nunmehr als feststehend angesehen werden, daß der Zolltarifgesetzentwurf und der Zolltarif nebst Begründung dem Reichstage alsbald nach seinem Zusammentritt zugehen werden. — Im Reichsamte des Innern gehen inzwischen die Gesetzentwürfe betreffend Aenderungen des Krankenversicherungsgesetzes und betreffend die gewerbliche Beschäftigung schulpflichtiger Kinder der Vollendung entgegen, jedoch wird cs von dem Verlauf der Zolltarifverhandlungen abhängen, ob die beiden sozialpolitischen Gesetze dem Reichstage in der beginnenden Session schon vorgelegt werden.
— Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge findet in den nächsten Tagen zwischen dem Staatssekretär des Reichsschatzamts und den beteiligten Ressortchefs eine Konferenz statt zur Beratung der Frage, wie einer Erhöhung der Matrikularbeiträae für das nächste Jahr möglichst vorgebeugt werden könne.
— Der Abreißkalender des Deutschen Flotten- v er eins, herausgegeben von dessen Kanzleiamt, enthält unter dem 5. Oktober folgenden Ausspruch:
„Die Agrarzölle belasten mit Petroleum-, Reis-, Gewürze-, Salz-, Tabak-, Zucker- und Branntweinsteuern und Zöllen die unteren Einkommenklassen mehr als die oberen".
— Der Reichsanzeiger macht bekannt, daß unter Aufhebung der Bekanntmachung vom 31. Juli 1900 in Preußen an der Börse in Berlin für Weizen, Hafer, Mais und Roggenmehl Preise für Zeitgeschäfte und an der Börse in M a g d e b u r g für Rohzucker (1 Produkt), sowie an der Börse in Köln für Rüböl T^rminpreise notiert werden.
— In den Bezügen der preußischen Oberlehrer gegenüber den Diensteinkommen anderer vergleichbarer Beamtenklassen besteht insofern ein Unterschied zu Ungunsten der ersteren, als bei diesen das Höchstgehalt erst nach 24 Dienstjahren erreicht wird, während dies sonst bereits nach 21 Dienstjahren in Kraft tritt. Es ist dies mit Recht als eine Unbilligkeit gegenüber dem Lehrerstande aufgefaßt worden, und auch das preußische Abgeordnetenhaus hat dies anerkannt, indem es in seiner letzten Tagung bei dem Etat der Unterrichtsverwaltung die Regierung ersuchte, durch eine neue Bemessung der Alterszulagen die Erreichung des Höchstgehaltes nach 21 jähriger dienstlicher Thätigkeit zu sichern. Ueber diese Punkte sind die Ressortminister seit Längerem in Verhandlungen eingetreten. Wie nun nach Erkundigungen an „bestunterrichj:eter Stelle" uritgeteilt wird, sind die Konferenzen der mit der Abwickelung der Angelegenheit betrauten Referenten noch nicht abgeschbissen. Es steht aber zu hoffen, daß ein den Wünschen der preußischen Oberlehrer entsprechendes Ergebnis gezeitigt und daß eine dementsprechende Vorlage dann im Januar 1902 das Abgeordnetenhaus beschäftigen wird.
Metz, 25. Okt. Der Einführung des Bischofs Benz- ter, die am Montag stattfindet, wohnt im Auftrage des Kaisers der Statthalter Fürst Hohenlohe-Langenburg bei. Der Bischof Korum von Trier nimmt die Weche vor, Bischof Fritzen von Straßburg und Wechbischof Schsrod aus Trier assistieren.
Ausland.
W i e n, 25. Okt. Die zwischen dem Ministerpräsidenten Körber und verschiedenen Parteien wegen der parlamen- -tarischen Schwierigkeiten gepflogene Konferenz führte zu einer vollständigen Einigung. Die meisten Drrng- lichkeitsanträge wurden zurückgestellt.
— Das Abgeordnetenhaus nahm nach kurzer Debatte die Dringlichkeitsanträge E l d e r s und Cerny betr. die allgemeine Alters- und Jnvaliditätsversicherung an und trat hierauf in die erste Lesung des Budgets ein.
— Angeblich soll Ministerpräsident Körber auf Berufung des Kaisers nach Budapest gereist sein. — Die und sich gegen ein solches Geschenk ernstlich verwahrt. Aber wir können uns absolut nicht denken, daß Baron v. d. Heydt und der Elberfelder Oberbürgermeister die Frivolität besitzen sollten, wirkliche „Anstößigkeiten" öffentlich auszustellen.
In Darmstadt entrüsteten sich gewisse Kreise auch recht sehr über die Kolossalstguren vor dem Künstlerarbeitshause, und man erzählt sich, daß dort in einer Nacht an der mänrckichen Figur ähnliches geschehen sei, wie an der Elberfelder Brunnenfigur. Doch eine berufene Künsllerhand soll dort das gethan haben, was in Elberfeld der Pöbel that. Das ist denn doch ein recht erheblicher Unterschied! Wenn ein Künstler an seinem eignen Werke eine Korrektur vornimmt, die ihm nötig scheint, so wird kein Verständiger ein Wor darüber verlieren. Die Elberfelder Verstümmelung aber ist ein Vandalismus, der gar nicht scharf genug getadelt werden kann. Hätte man den Schöpfer des Werke? aufmerksam gemacht auf diese oder jene auffällige Aeußerlichkcit, und zwar in würdiger Ruhe nut sittlichem Ernst, er hätte zweifellos sein Werk sich nochmals gründlich betrachtet und, wo er den Gesetzen der Kunst, der Proportion rc. wirklich widersprochen hat, das der Aenderung Bedürftige selber geändert. Das Vorgehen der Elberfelder Bevölkerung aber ist weitaus ungeziemender, als das naturalistischste Kunstwerk jemals sein kann. Der Rückgriff auf die Antike von Seiten des genannten Elberfelder Geistlichen ist nicht gerade sehr geschickt. Man werfe doch nur einmal einen flüchtigen Blick in eine Sammlung antiker Bildwerke, man betrachte die Gipsabgüsse in archäologischen Museen, und man wird sich überzeugen, daß zu jenen glücklichen Zeiten, als Homer der geistige Führer der Kulturvölker war, die Kunst sich ebenso wenig scheute, die Natur getreu nachzuahmen, wie heute. D. Red. d. G. A.)
„Deutschnationale Korresp." berichtet dazu, Körber habe auf der Fahrt das Entlassungsgesuch des gesamten Ministeriums mitgenommen, um, falls heute die Debatte über das Budget nicht begonnen hätte, das Gesuch dem Kaiser morgen zu überreichen. Um einhalb 5 Uhr telegraphierte der Präsident Graf Vetter an Körber nach Budapest, daß das Haus die erste Lesung des Budgets begonnen habe. Diese Depesche würde Körber abends bei einer Ankunft in Budapest vorfindcn. Von christlichsozialer Seite wird gemeldet: Körber sprach mit mehreren Abgeordneten über die bedauerliche Häufung der Schwierigkeiten. Plötzlich stampfte er mit dem Fuße und rief tief erregt: „Ich mache das nicht länger mit, und werde Majestät die Entscheidung unterbreiten".
Rom, 25. Okt. Trotz des bestimmten Widerspruches offiziöser römischer Blätter ist in den letzten Tagen abermals bad Gerücht verbreitet worden, König Viktor Emanuel werde noch in diesem Jahre einen Besuch in Petersburg abstatten. Wie der Petersburger Korrespondent der „Berll N. N." heute telegraphiert, ist ein Besuch des italieni- chen Königspaares am Zarenhofe für dieses Jahr nie. in Frage gekommen. Das bezügliche Gerücht sei von denselben interessierten Kreisen verbreitet worden, die aus den An- chluß J-taliens an Rußland und Frankreich auch in der Vresse hinarbeiten.
Petersburg, 25. Okt. Aus Teheran wird berichtet, daß die beiden heftigsten Gegner des Großveziers, )ie zwei Brüder des Schahs, die eine regierungs- eindliche Agitation geleitet haben, verhaftet und nach Ardebil verbannt wurden. Der Schwager des Schahs, )er wegen Teilnahme an der Agitation enthauptet werden ollte, wurde, als schon das Schaffot stand, begnadigt. Auch ein Günstling des Schahs, Hawame cd Dauleh, der geköpft werden sollte, wurde vom Schaffot ins Gefängnis zurückgebracht, wo, wie verlautet, er später gefoltert wurde und starb. In Teheran herrscht in persischen Kreisen die Ansicht, daß diese Agitation von England unterstützt werde.
New-York, 25. Okt. Der Mörder Czokgosz, der am Dienstag mittelst Elektrizität hingerichtet wird, nahm die Mitteilung über den Zeitpunkt der Hinrichtung schweigend und anscheinend gleichmütig entgegen. Es werden nur 26 auf Namen lautende Karten für Zuschauer ausgegeben.
Shanghai, 25. Okt. Die Hungersnot nimmt zu. Glaubwürdigen Nachrichten zufolge, die Generalkonsul Warren erhalten hat, sind in Kiangfu 300 000 P er so n en, in Nyanhwei 600 000 Personen dem Verhungern nahe. In Kiangsi soll die Lage noch schlimmer sein. Der llnter- tützungsfonds ist unbedeutend. Die Fremden steuerten 1500 Pfund Sterl., die Chinesen 7500 Pfund Sterl. bei. Ein gemeinsamer, aus den Konsuln und chinesischen Beamten zusammengesetzter Ausschuß überwacht die Geldver- teilung.
Vom Bureukriege.
Nach einem Telegramm aus Hamburg wurden jetzt, nachdem große Kartoffelankäufe der englischen Regierung in Schlesien gemeldet waren, auf dem Dampfer „Duisburg" 25 000 Kisten Kartoffeln seetüchtig verpackt und nach Kapstadt verladen.
Dem „Berl. Tagebl," wird aus London depeschiert: Der B u l l e r s k a n d a l, der natürlick der Opposition eine erwünschte Gelegenheit bietet, gegen Die Feigheit und Inkonsequenz des Kabinetts loszuziehen, ergreift immer weitere Kreise. Auch im Regierungslager wird das Verhalten Lord Roberts und Brvdricks gegen Buller als unenglisch und illoyal gebrandmarkt. Man weist aus Admiral Beresford hin, der unbestraft in seinem bekannten Brief über bestehende Mängel in der Flotte eine viel größere Indiskretion begehen konnte.
Zwei Vorstandsmitglieder des holländischen Hafenarbeiter-Verbandes sind hier zur Unterhandlung über die Boykottierung der englischen Handelsschiffe eingetroffen.
Der Petersburger Korrespondent der „Times" erfährt, daß der Versuch des in Petersburg weilenden Burendelegierten van der Hoeven, die russische Regierung zur Ergreifung der Initiative zu veranlassen, um den südafrikanischen Konflikt vor das Haager Schiedsgericht zu rringen, gescheitert sei.
Aus Stadt ruck Sand.
Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.
Gießen, 26. Oktober 1901.
•* Hauptversammlung des Kreiszuchtvereins. Gestern fand im Cafe Ebel die Hauptversammlung des Kreiszuchtvereins (Vogelsberger Vieh) unter Vorsitz des Regierungsrats Böckmann statt. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Jahresbericht für 1900/01; daraus geht hervor, daß die Zahl der Ortszuchtvereine um einen: Watzeenborn- Steinberg vermehrt wurde, es sind jetzt 9 vorhanden mi zusammen 343 Mitgliedern. In 1900 ist das 2. Herdbuch erschienen, das eine bedeutende Zunahme des Bestandes an angekörten Tieren ausweist. Die Jungviehweiden im Tiergarten und in Wernings sind aus dem Vereinsbezirk wenig beschickt worden. An Tummelplätzen sind vorhanden diejenigen in Lauter und Grünberg, von denen aber nur jener in Betrieb ist; Allendorf hat die Errichtung eines solchen beantragt. Die 3 Bullenstationen sind aufgehoben worden, weil sie sich nicht als notwendig erwiesen. Es wurden beschickt die Bezirkstierschau in Schotten, die Verbandsschau in Marburg und die Landesausstellung in Darmstadt, auf denen Vereinsmitglieder mit Sammlungen und Einzeltieren schöne Preise erzielten. — Eine Ortsschau fand in Steinbach und je eine Stallschau in Homberg, Stockhausen und Weickartshain statt. Die Zucht ist vorwärts gekommen und verspricht weitere Entwickelung. — Es schließt sich rege Diskussion an. Es wird von mehreren Seiten betont, daß Tummelplätze von größter Wichtigkeit sind, aber es an Mitteln für eine Person fehle, die die Tiere auf den Platz und zurück bringt. Es sollen vom Verein Unterstützungen gegeben werden. — Die Rechnung wurde genehmigt. Darauf wurden der Vorstand, Ausschuß und der Rechner für die nächsten drei Jahre gewählt; ferner eine Aenderung bezw. Ergänzung der §§ 8, 11 und 22 der Satzungen beschlossen. Danach wird u. A. in Zukunft der Ausschuß aus den Vorsitzenden der Ortszuchtvereine bestehen. Die Bewilligung von 100 Mk. für Zuschuß zu einer Schau wird genehmigt. In 1902/03 sollen stattfinden eine Ortsschau in Heuchelheim für die Vereine Heuchelheim und Allendorf, und eine Stallschau für den in Gründung begriffenen Zuchtverein Beltershain—Göbelnrod —
Queckborn. Es wird hervorgehoben, daß im jetzigen Stadium der Zuchtvereinsbestrebungen die kleinen örtlichen Schauen von großer Wichtigkeit sind, um die Viehzüchter anzuregen.
* * Konzert. Das am morgigen Sonntag von unserer Regimentskapelle in der Südanlage veranstaltete Promenaden- Konzert hat folgendes Programm: 1. Ouvertüre zur Operette „Frau Luna" von Linke; 2. Allerseelen, Lied von Lassen; 3. Estudiantina, Walzer von Waldteufel; 4. Transcription über das Koschat'sche Lied „Verlassen bin i" von Reindel.
* * Knnstoercin. Wie uns mitgcteUt wird, konnte die Gemälde-Ausstellung im Thurmhaus am Brand infolge der langen Dauer der Walter Crane-Ausstellung in Darmstadt nicht zu dem vorgesehenen Termin eröffnet werden. Für die vmmende Woche aber sind zwei größere Sendungen Gemälde angemeldet worden. Die Ausstellung dürfte somit in aller Kürze eröffnet werden.
* * Au8 dem Theaterbureau. Mit einer seiner besten Rollen, als „Kean" in Dumas-Bernays beliebtem Lustspiel „Kean" oder „Genie und Leidenschaft", beschließt Herr Carl Schönfeld morgen (Sonntag) sein diesjähriges Gastspiel im hiesigen Stadttheater. Sonntag nachmittags 4 Uhr gelangt der Schwank „Die Dame von Maxim" nochmals zur Aufführung.
* * Hauswirtschaftlicher Unterricht. Aus: Leserkreisen werden wir aus folgende Notiz der Allgem. deutschen Lehrerzeitung ausmerksam gemacht: In Gens ist am 14. September eine Haushaltungsschute eröffnet worden, zu der bereits 380 Schülerinnen angemeldet find. Der hauswirtschaftliche Unterricht wird auch, in der Schweiz immer mehr als eine Notwendigkeit für die der Volksschule entlassenen Mädchen anerkannt.
** Silberhochzeit. Schneidermeister Georg Koch, Seltersweg, begeht morgen mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit.
4- Kleinlinden, 25. Okt. Bei der heutigen Gemeinde« rat sw ahl wurden wiedergewählt die seitherigen Gemeinderäte Philipp Hahn und Kaspar Weller; und neu gewählt wurden Maurermeister Heinrich Bernhard und Landwirt Johann Theis.
e. Bad-Nauheim, 25. Okt- Mit dem Umbau des hiesigen Bahnhofes ist begonnen worden. Bei den Aenderungen soll auch die große Treppe, die durch das Innere des Hauses bis zum Bahnsteig führt, entfernt und an anderer Stelle angebracht werden. Dre Treppe ist bei großem Gedränge und trübem Wetter geradezu lebensge^ sährlich. Es sind auch schon öfters Menschen dort gestürzt. — Der Gemeinderat hat an die Koni gl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. eine Eingabe gerichtet, mit der Bitte, die ttrka 3500 Waggons mit Rohprodukten, die alljährlich aus ber Nordseite ein- und ausgeladen werden, in Zukunft auf die Nord- und Südseite zu verteilen, wie dies früher der Fall war. Von der Südseite ist die An- und Abfahrt viel einfacher, während auf der Nordseite das nahe Villenviertel durch das Rangieren der Waggons re. ernpsindliche Störungen erleidet. Der Umbau der baufälligen söge- nannten „Donnerbrücke", der Hauptbrücke Nauheims, die die obere Stadt mit dem Villen- und Bahnhofsviertel und den Badehäusern rc. verbindet, in eine massive Brücke, dürfte noch bis Februar währen. Der große Verkehr gehl jetzt über die alte, schmale Steinbrücke, was zu vielen Stör/ ungen Anlaß giebt. — Der Staat läßt z. Z. ein großes Inhalatorium und vier Bassins für B ade< wasser bauen sowie im Kurhaus Aenocrungen vornehmen. Auch die Privatbauthütigkeit ist wieder recht rege, trotzdem die Kur nicht besser war wie im vorigen Jahre. — Das Hotel „KaiserHof" wird durch Um- und Anbau Den größert. In der Parkstraße ist das Haus „Hartmann", in dem einst Bismarck logierte, abgerissen worden, um einem Neubau Platz zu machen. — Der große städtische Kanal durch die Hauptstraße ist vollendet. Hingegen macht der Neubau des Schuch aus es Schwierigkeiten. Dort sind mehrere Decken her ab gestürzt; das Gericht untersucht die Angelegenheit.
F riedberg, 25. Okt. Bei der am 23. ds. Mts. stattgehabten Ziehung der Friedberger Pferdelotterie sielen auf folgende Nummern die ersten vierzehn (lebenden) Gewinne! Nr. 6626, 10564, 6148, 9319, 8301, 11388, 2517, 4536, 3748, 7588, 4418, 11459, 4780, 761.
* * b. Mainz, 25. Okt. Eine sich zur Zeit hier aufhaltendt Wiesbadener Familie, die in Wiesbaden eine Villa besitzt, wurde gestern durch die amtliche Mitteilung recht unangenehm überrascht, daß in ihrer Villa in Wiesbaden ein Einbruch verübt worden sei. Die Einbrecher hatten, da sie ganz ungestört „arbeiten" konnten, leichte Arbeit. Das gesamte Silberzeug, die Wäschegegenstände re. haben die Einbrecher entwendet und wahrscheinlich in Säcken hinweggeschleppt, auch 600 Mk. an baarem Gelde, das die Spitzbuben in einem Schreibpult vorfanden. Den in dem Speisezimmer Vorgefundenen Champagner haben sie in der Villa selbst getrunken.
• * Offeubach, 25. Okt. Die St adtveror dneien- Wahl wird, wie nun endgiltig bestimmt ist, am 6. November ftattfinben. Wahlberechtigt sind nach der Wählerliste, die an die Wähler gedruckt und kostenftei abgegeben wurde, 7771 Personen, 1200 mehr als 1898. Es wird in 12 Abteilungen gewählt. Die „Bürgerpartei" hat ihren Wahlzettel, der 11 Nationalliberale und 4 Zentrumsleute enthält, gestern veröffentlicht. Die Sozialdemokratie will sich nur um 10 von den 15 erledigten Sitzen bewerben.
• * o. Marburg, 25. Okt. Die Ursache der Explosion im Universitätsgebäude, von der wir bereits berichteten, war die Entzündung von verflüchtigtem Hydratkarbid, das zur Verbesserung des Leuchtgases in die Leitung eingeführt wird. Der Schaden beziffert sich auf ungefähr All. 10000. Für gestern Abend waren die Vorlesungen im Universüäts- gebäude abgesagt. Heute können sie wieder ftattfinben.
R. Frankfurt a. M., 24. Okt. Zum Besten bet Kinde r- gärten nnb Kleinkinderschulen haben sich die ersten Kreise der Stadt zur Veranstaltung eines Wohlthätig- keits festes vereinigt. Als. Festraum dient das Gesellschafts- Haus des Zoologischen Gartens. Zur Eröffnung erschien heute mittag Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, nahm unter Führung der Leiter des Festes, Generalkonsul Krebs- Pfaff und Direktor Drory, alles in Augenschein und äußerte sich ebenso befriedigt, wie die Besucher. Für diese wurden die Räume um 3 Uhr geöffnet. Die mannigfachsten lieber* raschungen erwarten die Besucher. Da ist ein Weltmarkt eingerichtet, der in mehrere. Abteilungen zerfällt. Eine andere


