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Lief das Großherzogtum Hessen erstreckt, zum Generalkonsulat erhoben worden ist, ist der Vorstand dieser Konsularbehörde Baron v. Bellissen-Bösnac, in seiner neuen AmtSeigen- shaft anerkannt und im Großherzogtum zugelassen worden.
• Die mitteldeutsche Vorturuervereiaigung, der 22 größere wittelrheinische Vorturnerschaften angehören, hält ihr 8 Vor- larnerturnen am 13. Oktober in der neuen Turnhalle b't Turngemeinde Darmstadt ab. Da dabei fast ausschließlich die Elitemannschaften der betreffenden Vereine tdätig find und namentlich Wert auf schwierige, sonst seltener geturnte UebungSgruppen gelegt wird, ist den Besuchern der Veranstaltung eine schöne und dabei kostenlose Gelegenheit geboten, hervorragende turnerische Leifiuugen zu sehen, und sich von der Allseitigkeit des deutschen Turnens zu überzeugen. Vertreten werden u. a. die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Offenbach, Hanau, Worms und Gießen sein.
- k- Mainz, 25. Aug. Nach noch unbestätigten Mitteilungen aus Darmstadt soll der Großherzog am 14. Sep> lewber zur Eröffnung der BlumenauSftellung hier ein- treffen und die folgenden acht Tage im hiesigen Palais Wohnung nehmen, um den auf dem großen Saude stattfindenden Manöveru täglich beizuwohnen.
- k- Mainz, 25. Aug. Auf dem dieser Tage hier statt- gehabten 7. VerbandStag des Mittelrheiuischev VäckerverbandeS, der von über 300 Mitgliedern besucht vcar, wurde beschloffeu, den Reichskanzler zu ersuchen, die Abänderung der Bäckereiordnung vom 4. März 1896 zu beschleunigen. Die Nachtarbeit im Bäckereigewerbe abzuschaffev, wurde aus pekuniären und technischen Gründen für unauS- sbhrbar erklärt. Die Einrichtung von JnuungSkaffen wurde dringend empfohlen. Wetter will der Verband bei den Kühlenbefitzern gegen die das Bäckereigewerbe schädigende Abgabe von Brot seitens der Mühlen an Wtederverkäufer vorstellig werden. Als Ort für den nächsten VerbandStag romtbe Homburg v. d. H. gewählt.
Worms, 24. Aug. Die Handelskammer hielt gestern eine Sitzung ab, in der zu Punkt 2 der Tagesordnung Vizepräsident Koelsch über die zu dem neuen Zolltarifgesetz entwarf eiugegaugenen Wünsche und Darlegungen aus den Kreisen der Lederindustrie, der Mühlenindustrie, deS Getride Hendels, der Bierbrauereibranche, der Kouservenindustrie, der Textil- und der Maschineubrauche, sowie der Farbenindustrie bnuchtete. Die Kommission hat von den eingegangenen Zuschriften genaue Einsicht genommen und schlägt der Handelskammer vor, diese mit dem Begleitberichte der Großh. Regie m ag im Original vorzulegen. Ferner sollen nochmals alle Interessenten, besonders auch im Landbezirk, aufgefordert to-rben, — durch amtliche Bekanntmachung — bis längstens beet 28. August 1901 ihre Wünsche zu den sie betreffenden Zolltarifpofitionen bei dem Sekretariate der Handelskammer schriftlich einzureichen. Die Handelskammer beschloß dem- gamäß.
fo Biedenkopf, 25. Aug. Dieser Tage weilte die StaatS- or waltschaft auS Marburg hier, um die Untersuchung gtflcn den oder die Brandstifter cinzuleiten. Der durch octt Brand verursachte Schaden wird aus über 50,000 Mk. geschätzt, der durch mehrere Versicherungs-Gesellschaften zu decken ist.
Bingerbrück, 22- Aug. In dem benachbarten SarmS- heim stieß man bei den Fundamentierungsarbeiten eines KnchenbaueS auf ein Gräberf.eld. In einem gut erhaltenen Steinsarge fand man bei dem Skelett verschiedene Ucncn, eine Lanze und kleinere Eiseostücke. Mehrere andere Ssefäße, welche man in der Nähe fand, wurden beim Graben ans Unachtsamkeit zerstört.
— Meine Mitteilungen aus Hessen und den «achbarstaate». Dur Dachdeckergehilfe Johannes Hahn auS Arheilgen, dvr am Donnerstag nachmittag an dem Neubau der Arttllerie- kasserne in Darmstadt vom vierten Stockwerk in den Keller Drzte, ist Freitag nachmittag gegen 6 Uhr im städtischen Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. — Das Gerücht don der Verhaftung des Postdirektors Flemming aus Hmsum in Marburg bestätigt sich nicht. Nicht der lang- gessuchte Flemming, sondern ein Postbeamter aus Gladenbach wurde wegen Unterschlagung verhaftet. Auch die andere Nachricht, daß er als Radfahrer in der Gegend von Kassel anfgetaucht und verhaftet worden sei, bestätigt sich nicht. Dar Gendarm verhaftete, irrtümlich den Musikdirektor Graf atus Bautzen. Letzterer wurde später, da er sich legitimieren forme, freigelassen. — In Höchst hat sich der seltene Fall ereignet, daß ein Urgroßvater noch einmal Vater wurde. Sin 74 Jahre alter Einwohner wurde nämlich von seiner jungen Frau mit einem Mädchen beschenkt. — Der Gerichts- affefsor Dormann ist als Amtsrichter am Amtsgericht Wetzlar angestellt worden. — Die Strecke Homburg-Friedberg wurde am 24. d. MtS. mit 5 der schwersten v-Zug- ffiagen befahren, um zu prüfen, ob die neugebaute Bahn mch mit schnellfahrenden Zügen und größerer Belastung be- tcteben werden kann, Dre Direktions-Mitglieder Frank- surt a. M. begleiteten die Züge. — Die „Sunday-TimeS" erfährt, König Eduard beabsichtige, in Deutschland ein Monument zum Andenken der Kaiserin Friedrich zu stiften. Man erwartet, daS Monument werde seinen Platz in Frankfurt i. M. finden.
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♦ Nürnberg, 24. August. Heute Nachmittag wurde in einem Gasthof ein Herr und eine Dame tobt auf« jtfiunben. Die Untersuchung ergab, Haß sie sich vergiftet hatten. ES wurde festgestellt, daß der Mann der Oberarzt der Re serve und Nervenarzt Dr. Schlick auS Koburg'und die Frau venmutlich eine Frau Anna Frommann von dort ist.
• Hamburg, 24.August. Der Alsterdampfer „Alfred" follibiette bei der Rabenstraße mit einem dort lavierenden Segelboot. Von den fünf Insassen des Seglers wurden vier gerettet, der 20jährige Arbeiter Schrenk ertrank.
♦ Madrid, 24. August. In den Provinzen Burgos anfc Saragossa verursachten wiederholte Unwetter großen schaden. Die Eisenbahnzüge erleiden bedeutende Verspätungen. Zn» Jilocafluß ertrank eine Person.
• New-York, 24. August. In Jersey City hat ein heutiger Orkan Kirchen, Theater und Wohnhäuser umgeweht. Siede Menschen wurden hierbei getötet und verletzt.
* Herein gefallen. Aus einem von Schriftstellern und Schauspielern viel besuchten Berliner „Cafe" erzähl;, ein Journal folgende Geschichte: Ein mit dem „chronftck>en Talles" behafteter Held der Bretter — um feinen ohnehin geschwächten Kredit nicht nod) mehr zu gefährden, wollen mir ihn „A" nennen, — wurde von einem begüterten Freunde aufgefordert, eine Karambolage-Partie um 50 Mk. zu spielen. Ta Y seinem Gegner weit überlegen, ging er strahlend auf den Vorschlag ein. Leicht gewinnt er die erste, zweite und auch eine dritte 'Partie; die letzte wurde sogar auf 100 Mk. erhöht. Glückselig steckt er die beiden blauen Scheine in die Tasche. Ter Verlierer scheint über den Verlust nicht erbittert; er lacht und scherzt mit zwei Bekannten, die ihn während des Spiels verschiedentlich Ijänfelten. I, der für einige Augenblicke von seiner Frau abgerufen ward, kehrte fröhlicher Laune zurück. Man beschließt, in einem nahegelegenen „Pilsener Restaurant" einige Gläser auf das Wohl des Verlierers zu leeren und P erklärt sich bereit, "bic Zeche zu zahlen. Tie Gesellschaft ( verläßt durch einen Seitenausgang den Billardsaal, und i auf dem Flur tritt Herrn Z ein Mann entgegen, der bereits i längere Zeit die Gesellschaft durch eine Glasthür während des Spiels beobachtet hat. Er giebt sich als Gerichtsvoll- । zieher zu erkennen, der auf Grund einer seit Jahren ausgeklagten Forderung von 300 Mk. P pfänden will. Lächelnd beobachten der Verlierer und seine beiden Freunde das Gesicht des Menschendarstellers. „Schade, jetzt wird aus der Kneiperei nichts!" ruft der eine. „Tas nenne ich Pech!" spricht lächelnd der zweite. Sonderbarerweise erklärt aber der Schuldner, nicht zahlen zu können. „Mein gesamtes Vermögen besteht aus 4.30 Mk.", sagte der Mime- Ter Verlierer der 200 Mk. ruft dem Gerichtsvollzieher zu, „er solle sich nicht abspeisen lassen" und ironisch sagte er: „Lieber P, Sie nehmen es mir nicht übel, daß ich mir mit Ihnen einen kleinen Scherz gemacht; ich Hube nämlich die Forderung für ein Butterbrot erstanden; Sie sollten sich ein paar Augenblicke an den 200 Mk. erfreuen. Jetzt rücken Sie sie nur wieder heraus! Ein guter Witz, nicht wahr? Machen Sie doch nicht ein zu dummes GesiM!" Alles lacht, auch der „Tupierte" ftimmt fröhlich ein. „Ein guter Witz!" sagt er. „Aber Sie dürfen sich nicht wundern, wenn Sie die 200 Mk. nie wieder sehen. Tie habe ich vorhin meiner Fran gegeben, eine dringende Schuld zu erledigen — sie bezahlt soeben meine alte Schneiderrechnung — der Kerl pumpt mir sonst nichts mehr! Run machen Sie aber nicht ein zu dummes Gesicht!"
*Einiges aus derAhnentafel desKaisers. Bei dem Tode der Königin von England" ist auf die verwandtschaftlichen Beziehungen des preußischen zum englischen Königshause hingewiesen und dabei auch festgestellt worden, daß unser Kaiser ein direkter Nachkomme der Maria Stuart ist. Königin Viktoria, die Großmutter des Kaisers, war die Enkelin Georgs III., dieser ein Enkel Georgs II., dieser ein Enkel von Sophie von Bayern, der Gemahlin des Knrfiirsten Emst August von Hannover, Sophie aber war eine Enkelin Jakobs I. von England, des Sohnes der Maria Stuart- Neben Maria Stuart ist, wie die „Straßb- Post^" schreibt, unter den Vorfahren unseres Kaisers noch mancher Name zu nennen, bei dem man einen Zusammenhang mit dem preußischen Königshause vermutet- Verfolgen wir die Ahnentafel des Kaisers von Maria Stuart an weiter aufwärts, so finden wir als Mutter der Maria Stuart Margarete, die Gattin Jakobs V. von Schottland, Schwester Heinrichs VIII. von England, Tochter Heinrickjs VII. Teren Mutter war Elisabeth, Tochter Eduards IV., welcher ein Urur-Enkel Eduards III., Königs von England und Frankreich, war. Eduard III. aber, ein Sohn Eduards II., war durch seine Mutter Isabella ein Enkel Philipps IV. von Frankreich, der ein direkter Nachkomme des Königs 5)ugo Capet war. Tiefer also, und 'somit auch unter an denn König Ludwig IX.,- der Heilige, sind gleichfalls Vorfahren unseres Kaisers. Ferner läßt sich der Stammbaum des Kaisers auch zurückführen auf Karl den Großen, und zwar auf mehrfache Art. Friederike, die Gemahlin König Friedrich Wilhelms II. von Preußen, war eine Tochter Ludwigs IX. von Hessen-Darmstadt, dieser ein Nachkomme Philipps I., des Groißjmütigen, von Hessen. Ter Vorfahr Philipps I. war Heinrich I. das Kind, ein Sohn Heinrichs II. von Brabant und seiner Gemahlin Sophie von Thüringen. Tie Landgrafen von Thüringen führen sich über Ludwig 1>en Bärtigen, welcher als Sohn Karls von Niederlothringen aufgeführt wird, auf Karl den Großen zurück. (Karl von Niederlothringen war ein Sohn Ludwigs IV. von Frankreich, des Urenkels Karls II., des Kahlen, welcher seinerseits Enkel Karls des Großen war.) Tie Abstammung der Landgrafen von Thüringen ist aber nicht unbestritten. Es führt jedoch von Heinrich II. von Brabant gleichfalls eine Linie zu Karl dem Großen: Heinrich II., Heinrich I., Gottfried III., Gottfried II-, Gottfried der Bärtige, Heinrich II. von Lothringen, Lambert II.. der ein Sohn Gerberga's, der Tochter des oben 'genannten K^rl von Niederlothringen, war. Auch von dem vorher erwähnten König Eduard II. von England führt eine Linie über Eduard I., Heinrich III., Johann ohne Land, Heinrich. I., den Urenkel Wilhelms des Eroberers, auf Karl den Großen. Tenn Wilhelm der Eroberer, ein Sohn Roberts von der Normandie, war der Nachkomme Rollos, Herzogs von der Normandie, und feiner Gattin Gisela, Enkelin Karls II., des Kahlen. Ter mehrfach erwähnte Ludwig IV. von Frankreich war vermählt mit Gerberga, Tochter Heinrichs I. von Deutschland, der also auch zu den Vorfahren des Kaisers zu.zählen ist. Heinrichs I. Gattin Mathilde, die Mutter der Gerberga, war eine Tochter des Grafen Theodorich, eines Nachkommen von Widukind, dem großen Gegner des großen Karl. Bei weiteren Betrachtungen würden sich den geschichtlich so weit anseinanderstehenden Namen: Karl, Widukind, Hugo Capet, Ludwig der Heilige, noch manche andere nicht minder interessante hinzufügen lassen. Es sei nur noch darauf hin gewiesen, daß auch Peter der Große und die Kaiserin Katharina I., Elisabeth und Katharina II. Don Rußland, als Vorfahren der deutschen Kaiserin Augusta, zu den Vorfahren Kaiser Wilhelms II. gehören.
* Heitere- von der Kleinbahn. Im badischen Museum sinden wir folgende hübsche Schilderung eines Zwischenfalles auf der Kleinbahn:
Ort der Handlung: Bahnhof Meckesheim.
Der Zug von Heidelberg fährt ein.
1. Schaffner: „Meckeffe".
2. Schaffner: .Meckeffe".
3. Schaffner: Meckeffe-.
1. Schaffner: „Wer nach Heilbronn zu will, fitze bleiwe."
2. Schaffner: „Nach Aglasterhause—Neckeretz, aus- steige."
3. Schaffner: „Zwei Minute Aufenthalt.* * (Alles stürzt in die Restauration.)
1. Schaffner: „Ei'steige!"
2. Schaffner: „IS Alles do?"
3. Schaffner: „Fertig!"
Gepäckträger: „Obacht gewwe!*
Zugführer: „Abfahre!*
Die Fraa: „Halt! Nemmt wich noch mit."
Zugführer: ^Halt! Die Fraa kann noch mit.*
1. Schaffner: „Kumme Se. — Fertig!*
Zugführer: „Abfahre!"
Die Fraa: „Halt! Halt! Halt! Mei Dichle!" Paffagiere im Chor: „Halt! Dere Fraa ihr Dichle!* Zugführer: „Halt! Was iS denn mit seller Fraa hrem Dichle!"
Die Fraa: „Mei Dichle! Mei Dichle!^
Allgemeiner Chor der Passagiere und Schaffner: „Seller Fraa ihr Dichle! Seller Fraa ihr Dichle! Seller Fraa ihr Dichle!*
Stationsvorsteher: „Himmel Sakr'ment! Was iS denn mit seller Fraa ihrem Dichle?*
Zugführer: „Wo iS sellerer Fraa ihr Dichle?*
1. Schaffner: „Wo hawwe Se denn Ihr Dichle!*
Chor der Passagiere: „Fraa! Wo hat 'se denn Ihr Dichle?"
Die Fraa: „In de Reschdauratiou licht'S hiunercm Ofe!
Ach, mei nei'S, mei schens Dichle! (heult!)
Chor der Paffagiere: „Seller Fraa ihr Dichle licht hinnerm Ofe."
2. Schaffner: „In de Reschdauration licht'S hinnerm Ofe."
* Zugführer: „Das Dichle muß noch in der Restauration liegen."
Stationsvorsteher: „Gepäckträger! Seh'n Se mol nach, ob seller Fraa ihr Dichle in der Restauration hinter dem Ofen liegt."
Gepäckträger: „Do licht'S ja!"
Die Fraa (fieht es): „Ec ho1:S! Mei Dichle! Mei lieb'S Dichle!"
Allgemeiner Chor: „Er hot'S! Er hot'S! Er hot'S!
Seller Fraa ihr Dichle!"
Zugführer, Schaffner und Paffagiere: „Da hawe Se ihr Dichle!"
Die Fraa: „Ach, mei Dichle, mei Dichle!"
1. Schaffner: „Fertig!"
Zugführer: „Abfahre!"
Kandel nud Verkehr. Volkswirtschaft.
— Aktien «esellschaft für feuer und säurefeste Produkte zu Vallendar. Wirges (Westerwald), 25.August. Die hiesigen Werke sind nur noch teilweise in Betrieb. Seit dem Krach wurden über 1400 Arbeiter entlasten, und die noch beschäftigten Arbeiter rechnen mit der Möglichkeit, daß auch sie chre Thätigkeit bald einstellen müssen. Die Fabrikation feuerfester Steine usw. ist vorläufig fast ganz ausgegeben; in der Glashütte dagegen wird in derselben Weise wie stüher weitergearbeitet.
Leipzig, 24. August. Die heute veröffentlichte Geschäftsübersicht der „Allgem. Deutschen Kreditanstalt* vom 30. Juli ergiebt einen Gewinn von 2 937704 Mk. einschl. eines Vortrages aus dem Jahre 1900 von 167 306 Mk. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurde infolge der höheren Zinssätze bei einem Vortrag »von .479554 Mk. ein Gewinn von 3793230 Mk. ausgewiesen. Der Nettogewinn des Jahres 1900 betrug abzüglich des Vortrages aus dem Jahre 1899 5611993 Mk., sodaß der diesjährige Semestralgewinn abzüglich des Vortrages mit 2770398 Mk. beinahe die Hälfte deS Jahresgewinnes für das Jahr 1900 ausmacht. Außer Betracht gelasten ist ein eventueller Verlust an dem von der Kreditanstalt bereits früher mitgeteilten, durch eine Solidar- garantie gegen die Stadt Leipzig aus einem Anleihegeschäft entstandenen Engagement bei der „Leipziger Bank" von 1340000 Mk. Wenn ein solcher Verlust am Ende des Geschäftsjahres annähernd zu beziffern ist, dürfte, wie die Mitteilung der Kreditanstalt besagt, dessen Entnahme aus dem Reservefonds-Konto 2 zu erwägen sein. Im lausenden Semester floffen der Kreditanstalt zahlreiche neue Verbindungen zu, die dem erhöhten Aktienkapital eine reichliche Verzinsung versprechen.
Märkte.
FC. 9Fta»tfttri <u 9R., 26. Aug. (Telegr. Orig.-Bericht des „G. A."). Amtliche Notierungen der heutigen Biehmarktpreise. Zum Verkauf standen 417 Ochsen, darunter 114 aus Oesterreich, 69 Bullen, darunter 0 aus Oesterreich, 868 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 277 Kälber, 220 Schafe und Hämmel, 1211 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen«, 12 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 69—70 Mk., 2. Qual. 65—66 Mk., 3. Qual. 61—63 Mk.; Bullen 1. Qual.' 54-56 Mk., 2. Qual. 50—53 Mk.; Kühe 1. Qual. 60—62Mk., 2. Qual. 56—57Mk., 3.Qual. 42—453RL, 4.Qual. 32—34 Mk., 5. Qual. 3ft—32 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qual. 47—49 Pfg., Lebendgewicht 46—48 Pfg., 2.»Qual. 69—71 Pfg, Lebendgewicht 40—41 Pfg., 3. Qual. Schlachtgewicht 57—68 Pfg.; Schafe l.Qual. Schla. 62—64Pfg., 2.Qual. 57—59Pfg.; Schweine l.Qual. 66 Pfg., Lebendgewicht 53 Pfg., 2. Qual. 65 Pfg„ Lebendgewicht 51 Pfg., 3. Qual. 58—60 Pfg, Lebendgewicht 00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh mittelmäßig, bei Kleinvieh gut. Martt geräumt. Ueberstand unbedeutend.
fc. Frankfurt <u M., 26. Aug. (Ortg.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierung der heutigen Fruchtm arktpreise. Weizen Mk. 16 50-16.75, Kurbesstscher Mk. 17.25-00.00, La Mal« Mk. 17.25-17.50, Kansa, Mk. 00.00 bis Mk. 00.00, Roggen (diesiger) Mk. 14 00, Gerste (Welterauer) Mk. 16.50-00, Kleie !DU 00 00 bi« Mk. 00 00, £>efer Mk. 14 75—15 50, MaiS Mk. 12.25-12.50, Weizen-. mebl 00 Mk. 25.00 bis Mk. 25 50, 2 Qual. Mk. 23 00 bis Mk. 23.60, 3 Qual. Mk. 21—21.50, Roggenmebl 0 Mk. 22 00—23.00, 1. Qual. Mk. 20.75-21 50, Weizen kleie Mk. 9.00. Roggenklete Mk. 9.75-10.00, MaiSkeime Mk. 9.50 bis Mk. 10.00. Alles p-r 100 Kg. ab hier. — Die Preise für Weizen, Roggen und Gerste beziehen sich auf die neu« Ernte.
Zandwirtschast.
Budapest, 24. August. Der Saatenstandsbericht des Ackerbau-Ministeriums vom 20. Aaaust stellt eine Befferung des Standes der Maispflanze fest. Die Niederschläge des Monats August haben die Pflanze auch dort gebessert, wo die Dürre des Monats Juli die Erntehoffnungen herabgemindert hatte. Die Rübensaaten stehen überwiegend gut.
Kpülplan btt vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus. Dienstag den 27. August*): „Der fliegende Holländer*. Mittwoch den 28. August: „Mamsell Angot". Donners« tag den 29. August: „Benvenuto Eellint". Freitag den 30. August: „Der Bettelstudevt". SamStag den 31. August: „HanS Helling*. Sonntag den 1. September: „Der Troubadour". Montag dm 2. September: „Undine".
Schauspielhaus. DimStag dm 27. Augusts): „Der Biberpelz". Mittwoch den 28. August: Zu Goethe'S Geburtstag: „Clavtgo". Donnerstag dm 29. August, abends halb 7 Uhr: „FlachSmann als Erzieher". Frellag den 30. August: „Die Ehre". Samstag dm 31. August: „HauS Rosenhagen". Sonntag dm 1. September: „HavS Rosenhagen". Montag dm 2. September: „Herbst". Vorher: „Tartüffe".!
*) Anfang, wenn nicht enberß bemerkt, um 7 Uhr.


