Ausgabe 
27.8.1901 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Vermischtes.

Berlin, 25. Aug. Die Voruntersuchung gegen Max Opitz ist eröffnet worden. Unmittelbar nach den erflm Vernehmungen hat sein Verteidiger, Rechtsanwalt ®r. Rosenfeld, bei dem Untersuchungsgericht den Antrag Mellt, den Angeschuldigten auf seine geistige Zurechnung« s'Weit hin beobachten zu laffen. Zar Begründung dieses S-lraigeS ist von Seiten der Verteidigung ein umfangreiches Material, das bis auf die erste Jugend des Opitz zurück- Wiftt, beigebracht worden. Es wird darin auf das Gut- etytm der beiden letzten Hausärzte des Opitz, des Dr. Samter md SauitätSrats Dr. Formet Bezug genommen. Weiterhin - «irb eine Reihe von Eigentümlichkeiten angeführt, die im Hst seiner Verwandten und Bekannten die Meinung haben

Probe der hiesigen Wehren durch den KreiSfeuerwehr- Inspektor Hieronymus statt. Darauf inspizierten die beiden Herren die Wehren im Nachbarorte Nieder-Weisel. An beiden Plätzen sielen die Leistungen zur Zufriedenheit derAufsichtsbehörde aus. Der VereinFrohsinn- veranstaltete heute im HotelHessischer Hof- sein Sommerfest. Die Feier wurde mit einem Gartenkonzert eröffnet, das die Kapelle der Mar­burger Jäger ausführte; den Schluß bildete ein Ball.

8. Darmstadt, 23. Aug. Die Neuherstelluugen und Um Änderungen in den Räumlichkeit n der Zweiten Kammes i er Stände wurde am Mittwoch vom Großherzog be­sichtigt und fanden im allgemeinen besten Zustimmung. Der Landesherr äußerle auch eine Anzahl von seinen Jn- tensionen mehr zusagenden Wünschen. Die Arbeiten schreiten rüstig vorwärts, dürften aber immerhin noch mindestens drei Monate in Anspruch nehmen, sodaß eine Einberufung der Kammer kaum vor Ende November zu erwarten sein dürfte. Die hölzernen Hinteren Seitenaufgänge zu der Kanzlei und den Gallerten find durch feuersichere Betontreppen ersetzt und die Kanzleiräume neu hergerichtet worden. Die bisherigen Äsche und Stühle im großen Sitzungssaale find vollständig herausgenommen und werden durch eine vollständig neue Sitzordnung ersetzt werden, die entgegen der bisherigen kreis förmigen Anordnung die Plätze der Abgeordneten, ähnlich wie in der württembergischen Kammer, in einem die südliche Hälfte des Saales einnehmenden Halbkreise amphitheatralisch erhöht enthält, während die andere Saalhälfte durch die ebenfalls erhöhten Sitze des PräfidiumS und die zu dessen beiden Seiten angebrachten Regierungstische ausgefüllt wird. Stenographentisch und Rednertribüne find in der Mitte vor dem Präsidium vorgesehen. Auch die bisher ungünstig ge­legene Journalistentribüne soll einen anderen Platz bekommen; hoffentlich werden damit die bisherigen Mißstände, durch die rnuu einzelne Redner oft gar nicht und viele schlecht ver- flamd, beseitigt. Zurzeit ist man mit dem Anstrich deS Saales beschäftigt, der vollständig in Weiß mit Goldverzierung ge halten wird; an der Decke sollen eine Anzahl hübsch um dar Oberlicht gruppierte Wappen angebracht werden. An der nach der Nordseite gelegenen Wand, an der sich auch das Piäfidium befindet, sollen einige Oelgemälde in Lebensgröße, o. a. de» Großherzogs und anderer Fürstlichkeiten, Platz finden.

Mainz, 25. Aug, In der gestrigen Kommissions- Eilt.ung wurde bi? Bladsche Stiftung zur Verteilung gerächt. Es stauben 2975.30 Mk. zur Verfügung. Tiefe Cr mme ist von der Kommission in drei gleiche Teile von je >91.75 Mt gekeilt worden. Sie gelangt in den einzelnen Äl'üeilungen zur Verteilung und zwar an die Gruppe der Künstler, an die der technischen oder wissenschaftlichen Stu- d r ten und an die der Gewerbetreibenden oder Handwerker.

der ersten Gruppe soll das Minimum der Verteilungs- surmie 500 Mk., in der zweiten 300 Mk. und in der dritten 15' Mk. betragen. Tie erste soll an zwei, die zweite an dreii und die dritte an fünf Bewerber zur Verteilung ge- lar.qen. Tas Vladsche Stiftungskapital wird nach vollstün- digier Regelung in künftigen Jahren 240 bis 250 000 Mk. lctragen, so dast später jedes Jahr 7600 Mk. Zinsen zur Aei teilung gelangen. Ein polizeiliches Rundschreiben löcirnt die Gasthofbesitzer vor einem Schwindler, der folgen­den Tric anwendet. Ter elegant austretende Betrüger log; crt sich mit seiner angeblichen Frau ein und verläßt iiül. einiger Zeit das Hotel. Bald darauf wird der Ober- tellmer an das Telephon gerufen, der Fremde wünscht ihn zu sprechen und telephoniert:Herr Ober, ich habe )ik meine Frau einen Brillantring gekauft, sollte der Ju- rov liier den Ning schicken und ichjbin snoch iniM angekommcn, tar:n legen Sie gefälligst das Geld dafür vor, lassen Sie oben' meine Frau nichts merken, ich will sie überraschen." Aaliü darauf erscheint thatsächlich ein Knabe mit einem löslichen, in welchem sich ein Brillantring befinden soll, und der Oberkellner legt die geforderten 60, 70 oder 80 Mk. filr den Fremden vor. Ter Fremde erscheint natürlich nicht meine im Hotel uyd der Kellner ist geprellt. Tas, KäsMen enthält einen gewöhnlichen Messingring.

Büttelborn, 22. Aug. Schon wieder wurde hier ein inlereffanter Grabfund gemacht und zwar auf demselben Hivndstück, dem im vergangenen Jahre mehrere intereffante Skellettbeigaben, die man sachverständigerseits als der Mero- mgerzeit angehörend bestimmt hatte, entnommen und dem tzro'ßh. Museum einverleibt wurden. Der heutige Fund irstcht in einem von Südwesten nach Nordosten orientierten Skellett mit vier Gefäßen als Beigaben. Zwei dieser Ge- hße sind tadellos erhalten; das eine stand in dem anderen. Das« größere besitzt eine Höhe von 12 cm, einen oberen Lui chmeffer von 12 cm, eine Bauchweite von 17 cm und Mm Bodendurchmeffer von 8 cm. Das kleinere Gefäß ist 6 cm hoch, oben 5 cm und unten 6 cm weit. Die Saud)* etitie beträgt 9 cm. Beide Gefäße sind von schwarzer gacBbe und bilden an der weitesten Stelle nach außen eine fiharfe Kante. Vom Halse aus bis zur Kante befinden sich >«iiifaiche Verzierungen. Das dritte Gefäß hat 10 cm Höhe, 10 cm Hals-, 11,5 cm Bauch- und 6 cm Bodenweite. Diese Ktit Gefäße sind ohne Henkel und befanden sich zur rechten Hile, das vierte Gefäß stand zwischen den Füßen des itzliletts, ist aus gewöhnlichem Ton gebrannt und mit Ohr »iisehen. Oben hat es 4 cm, unten 3 cm Durchmesser. Sie Bauchweite beträgt 7 cm und die Höhe 10 cm. Be- MikenSwert ist eine bei dem Grabe befindliche stark mit 1:1)1 enreften durchsetzte Schicht. DaS Skelett lag nur 50 cm mier der Erdoberfläche. Die alte Begräbnisstätte befindet sp dicht bei den Resten der auf der Winkclfeite festgeftellten Wmerkolonie.

an

ziSt rH-nbm *

*

1

* Ä*.

e lä6t ein ' Qn iht

;nbenige? e

Hit'ÄSft M'nber. ^cflh°n

, Statt Anblick das WG Menfteube, toA ^fahrer uti °° oben bis mit] ^sounerhürteW W emen ösfenüi^ Lolllhumr. Hin

heibt unS: humoristischen Eismick enden Nebenbahnen ui! t BmbamV Bujnba e »®°0* d.l .Wein jel Ejechiel Sap. J8u.j|

Mt» des Deutschki tn, Hollandnb tb btmttH, daß btt bem die Fahrt von wird, zu den ntutstu hat ünt tztösi IllseuthalU in hvllut inlayn unb svistp ten ©emcUbegfe lein genommen, li. 28. bS. MlS. aibti l-LeremS Berlin Da bit Sonderst b, jo kann bit fc hcn der Teisnehm

sch

Iponbeni ?

anbt"- ft

viSsische m r

Ity m Mt« tt etwa am 3.061k t. Diese letzte P- arten. Snsang Sv auch die Portchch Truppen auf. W die Besatzung rr. bet Marine in C nach unseren Sihs atzen ftankiert ipetbr er reger Beteilig«! inbträttu statt. Br ion ihrem Dahlnt Lind n. 12, «W » Stimmen, achmittag sand im! ine Bestchtiguug

rationale Großes b wenn nicht R' den wir alle E rben. . ; umgrenzt unb fl . ,en Jahrhunbut^ Nannhaftege^ bet Verzicht a'- erücht aus nat>^ is zugleich ge* bU

^raut von Mes|i-

em Kiele,, r, dem gehört b,e

Zimmer mit Kost soll sich auf

für ein möblierte

sechs Tollar

besser eingerichteten

die Woche belaufen.

4266

Wagener & Schilling

Oberkaafangen

tragen. Diese Einlagen sind nach allen

Seiten biegsam, unzerbrechlich und rostfrei.

D. R. P. 76 912 von

Litterarische Neuerscheinungen.

Heigl, Ferd., Der hl. Alfons o Ltguori, GraßmannS Broschüre und seine Gegner. 2 Teufend. (74 S.) Berlin, Hugo Bermühler. 1 Mk.

Man verlange ausdrücklich nur EorsetS oder Mieder mit Stempel r Wagener &. Schillingeche Hercules-Spiral-Einlagen, oder Herculee-Splralen D. B. P. 7691«

Ueberall zu haben.w

3immer werden zwei- oder dreimal soviel kosten. Tev Preis der Logis wird sich zwischen 11001500 Dollars be- wegen. »

aufkommen laffen, daß Opitz geistig nicht nomal ist, daß er anGrößenwahnfinn- litt. Im übrigen wird das gegen Opitz eingeleitele Strafverfahren eine Reihe von Zivilprozeffen zur Folge haben. Opitz hatte im Auftrage einer hochstehendkn Persönlichkeit die Vorarbeiten zur Errichtung einer g oßen .Zementfabrik in Gravenstein begonnen. Hierbei hatte er einen Verlust von über 100 000 Mark, bereit Zahlung er jetzt im Klagewege durch seinen Verteidiger geltend machen läßt. Frau Opitz wohnt zurzeit noch in Dem Palais in der Wilhelmstraße, doch sieht es jetzt dort sehr öde auS; die wertvolleren Sachen sind zum Teil fortgeschafft, zum Teil von den Gläubigern des Mannes gepfändet und mit Siegeln belegt. Die Frau steht gänzlich mittellos da und lebt im Kampfe mit den G äubigern um ihr eingebrachtes Gut. Sie hat noch bis kurze Zeit vor der Verhaftung ihres Mannes keine Ahnung von besten betrügerischen Manipulationen ge habt. Ein Strafverfahren wegen Begünstigung oder Mit- thälerschaft ist gegen sie nicht eingeleitet worden. Noch bis zuletzt hatte sie in dem Glauben gelebt, daß sich in dem Bermögensbestaud des Mannes nichts geändert habe. Erst, als Opitz anfing, ein Stück feiner Kleidung nach dem andern aus dem Hause fortzuschaffen und zu versetzen, um wenigstens die dringendsten Schulden zu begleichen, erhielt sie Kenntnis von dem Schicksal ihres Gatten.

* Was Kriege kosten. Aus einer Statistik über den Preis der gropen Kriege entnehmen wir folgende Zahlen über die Kriege der letzten Zeit: Ter amerikanische Se­zessionskrieg zwischen den Nord- und den Südstaaten kostete den Nordstaaten 22 eine halbe Milliarde und den Süd- paalen 11 Milliarden. Auf beiden Seiten fielen ungefähr 800 000 Menschen in den Schlachten. Ter Krimkrieg ver­schlang die Summe von 10 Milliarden und forderte 750 000 Opfer. Der Feldzug Preußens und Oesterreichs gegen Dänemark 1864 kostete 8000 Soldaten und 175 Millionen. Ter Krieg Preußens gegen Oesterreich 1866 kostete 45 000 Menschen und eine Milliarde 600 Millionen, während der deutsch-französische Krieg 1870/71 215 000 Menschen und 15 Milliaroen kostete. Ter russisch-türkische Krieg belastete die Staaten mit einer Ausgabe von 5 Milliarden 600 Millionen, und 250 000 Soldaten fielen. Am teuersten dürfte sich der neueste Krieg Englands gegen Transvaal gestalten. Bis jetzt beziffert sich die Summe, welche in diesen unglück­lichen Krieg gesteckt ist, auf 4 Milliarden. Tabei ist diese Summe noch ungenau, da man die Geldaufwendungen der Buren nur ganz annähernd kennt. Ebenso ist die Zahl der gefallenen Soldaten 40 000 nur schätzungs­weise eine richtige zu nennen.

* Ein Aufsehen erregendes Tuell in Pe­tersburg. Tie PetersburgerLebewelt" hat einen der ihrigen verloren, den Fürsten Wittgenstein, einen glänzen­den Offizier der Gojrde, der aber noch mehr in der wenig vor­nehmen Welt der Tingeltangel glänzte, deren Sterne aller Größen er mit einem wahren Feuereifer anbetete. Und einer dieserWandelsterne", der mit dem Fürsten in einem Vergnügungszuge einen Ausflug nach einem Vororte von Petersburg machte, war mit die Ursache des Duells, das ihm sein junges Leben kostete und das durch folgenden Vorfall veranlaßt wurde: Tie sehr gewöhnliche Tingel­tangeldame saß in ein'm Wagen des Zuges mit einer ihrer Bühnenkolleginnen einem Unbekannten gegenüber, den die beiden Tämlein ein wenigaufzogen", indem sie mehr oder minder humoristische Vermutungen über seine Natio­nalität zum Ausdruck brachten. Ter unbekannte Herr ver­lor bei den frechen Scherzen schließlich die Geduld und sagte, sich von seinem Platze erhebend:Meine Damen, ich will Ihnen über meine Nationalität Auskunft geben, da Ihnen das viel Sorge zu machen scheint: ich bin Russe, aber woher sind Sie eigentlich?"Wir sind Pa­riserinnen", erwiderte die eine der Schau spielerinneu. ,,^o!" bemerkte der Herr,dis glaubt Ihnen fein Mensch, denn die Pariserinnen haben die Gewohnheit, höflich zu fein, während Sie das Gegenteil davon sind." Bei diesen Worten eilten die Tarnen wütend hinaus und riefen einen Offizier, der ihnen für diesen Tag als Ritter diente, und der auf der Plattform des Wagens stand. Tiefer Offizier, der Fürst Wittgenstein, ein naher Verwandter des ver­storbenen Fürsten Hohenlohe, nahm Partei für die Schöne; es kam zuerst zu einem Wort-, dann zu einem Karten­wechsel und einem Duell, in dem der Fürst von einer Kugel in der Unterleibsgegend tötlich getroffen wurde, tvährend sein Gegner, ein Kaufmann, nur einen durch­schossenen Oberrod zu beklagen hatte. Tie Sache hat in der Petersburger Gesellschaft die größte Aufregung her­vorgerufen.

* Kaiserlicher Tank. Ter Kaiser hat in Aner­kennung der im Februar 1900 der in Seenot befindlichen Besatzung des in Rostock beheimatet gewesenen Schrauben­dampfersMathilde Joost" erwiesenen Hilfe dem Führer des englischen FischereidampfersBengal", Kapitän T. Mc. tue Eue aus Fleewood bei Liverpool, eine goldene Uhr mit dem Namenszuge und Bildnis des Kaisers, dem Steuer­mann des genannten Tampfers, James Brophy aus Hulk, unb dem Matrosen Joseph Norgale zu Hüll Geldgeschenke von 10 Lstrl. bezw. 5 Lstrl. zugehen lassen.

* Ein Studentin neu heim in Amerika. Die neueste Entwickelung des Studentinnenlebens in anderen Ländern und in gleicher Weise des Lebens der Hörerinnen an den deutschen Universitäten geht dahin, besondere Heime, in denen Pie Studentinnen z>usammen Lohnen, als wünschens- und erstrebenswert anzusehen. Es ist deshalb wohl von allgemeinem Interesse, einiges über ein großes Studen­tinnenheim zu hören, das soeben seiner Vollendung ent­gegengeht. Tas Gebäude des Studentinnenheims der Uni­versität Columbia ist zehn Stockwerke hoch und meilenweit schon den Hudson hinauf sichtbar. Columbia hat lange ein derartiges Wohnhaus gebraucht, und der erste Versuch der Behörden nach dieser Richtung hin wird sicher von Erfolg begleitet sein. Tos Haus ist vorzüglich eingerichtet und enthält Platz für ungefähr tausend Studentinnen allein in den einzelnen Schlafzimmern, während andere die Logis bewohnen werden, die unter demselben Tache sind. Tas ganze Gebäude ist durch Höfe in vier Flügel eingeteilt, welche nach amerikanischen Poeten die Lowell, Emerson, Longfellow und Whittier-Halle genannt sind. Tie beiden ersten werden die Logis enthalten, in den beiden letzteren sollen die Schlafzimmer Unterkunft finden. Zu ebener Erde erschließt sich zuerst eine schöne Eintrittshalle. An jeder Seite derselben befindet sich ein Vestibüle mit hoher Kuppel. Auf der einen Seite betritt man dann weiter einen Salon, in dem die Bewohnerinnen ihre Verwandten und Be­kannten empfangen können, auf der anderen Seite ist das Wohnzimmer, wo sich die Studentinnen zusammenfinden können, und das einen gemütlichen Anstirich haben soll. Ganz für sich auf der andern Seite des Korridors liegt die Bibliothek. In jedem der oberen Stockwerke befinden

Spott.

Homburg, 23. Aug. Die gestrigen Spiele des inte rnatlonalen Lawn-Tennis-Tourn iers waren von dem König von England be­sucht. Er erschien bereits am Bormittag, um am Nachmittag nochmals wiederzukehren in Begleitung des Großherzogs unb 6er @ros< Herzogin von Hessen und des Pttnzen Albert von Schleswig-Holstem. Mit dem Fortgänge der Spiele werden die verslbiedenen Matches infolge des Ausscheidens der größeren Zahl der minder gewandten Bewerber stündlich intereffanter. ,

sich hundert einzelne Zimmer, von denen einige zu kleinew Logis abzutrennen sind, so txiß Wohn und Schlaszimmcr gegeben werden können, wenn zwei Studentinnen zusammen wohnen wollen. Tie Ecken des Stockwerks enthalten größere Logis von 67 Zimmern, die für Familien gedacht sind, deren Kinder Bewohnerinnen des Studentinnenheims sind. Im obersten Stockwerl findet man das Restaurant, von dem aus man eine prachtvolle Aussicht genießt. Tie Kosten des Aufenthalts werden so mäßig wie möglich berechnet. Ter

Gerichtssaal.

Marburg, 22. August. Ein interessanter Beleidigungkprozeß wurde heute vor dem Schössengericht verhandelt. Zwischen dem Pio- "mantschen Philologie Koschwitz und dem ihm früher ®e.roeInen Lektor der englischen Sprache an hiesiger Uni­versität William Ti Iley, gebürtig aus Sidney, herrschte ein scharfer Gegensatz in der Auffasiung sprachw.ssenschaftltcher Fragen, der nach ^«H^^berufuog des ProfesiorS Passy auS Paris sich steigerte. Pasiy und Koschw.tz waren nämlich ebenfalls Gegner. Till.y stand auf Seite Passys. Im vorigen Jahre nun, als der jltzige Lehrer an der Kadettenschule in Namur, Dr. phtl. Charle« Doutrepont, als Lektor der französischen Sprache hierher berufen wurde, versuchte ihn Koschwitz, alS Direktor des philologischen SemtnarS, unter ver» steckten Drohungen, von der Teilnahme an den Ferienkursen, speziell aber von Lektor Till.y, abzuhaltrn, wobei er in Bezug auf diesen die Worte gebrauchte:Dieser freche Mensch! Er glaubt sich fest, aber ich werde ihn springen lassen. Man wird zwischen ihm und mir zu wählen habm." In mündlichen Aeuherungen und schriftlichen Ein­gaben bet der philosophischen Fakultät hatte Koschwitz noch gesagt, Tillty habe bet der Aufnahme tnS philologische Seminar Schüler der Reformschulen begünstigt, in den Vorlesungen deutsch feindliche Aeutzer- ungen vor englischen Studenten fallen lassen, sowie di« Anwerbung sür die Association phonßtiqae in geschäftsmäßiger Weise betrieben. Ttlley traf bald darnach den hierher berufenen Lektor der französischen Sprache, Laclotte, den er von Koschwitz beeinflußt glaubte. Laclotte gegenüber nannte Ttlley Prof. Koschwitz, unter einem fremden zusammenfaflendenAusdruck, einen Lügner, unehrenhaften Menschen und einen Bösewicht re. Bor dem Schiedsrichter soll dann nachher noch Kosch­witz den Ttlleyfrech" gennant haben. Der Kampf spielte sogar nach England hinüber, indem in London eineBierzeit" ettchien, in der Prof. Koschwitz mitgenommen wurde. Dieser hinwiederum hatte nach England berichtet, er habe Tilley die Teilnahme an den von ihm veranstalteten Vorlesungen wegen deffen üblen Verhaltens gekündigt. ES war wegen dieser Vorgänge zu gegenseitigen Beleidigungsklagen zwischen Koschwitz und Tilley gekommen, die bamtt endeten, daß jeder in eine Geldstrafe von 5v Mk. verurteilt wurde.

Leipzig, 24. Aug. Der Rechtsanwalt Dr. Breit, der den Stu­denten Oettinger im Duell erschoß, ist heute gegen Kaution au8 der Haft entlassen worden.

Jeder Familienvater sollte darauf sehen, daß seine Frau und Töchter im Jntereffe ihrer Gesundheit nur Mieder oder Corseta mit > Hercnles-Spiral-Federn sM

zandunttschast.

Berlin, 24. Aug. DerRetchSanzeiger" veröffentlicht den. Saatenstand des Deutschen Reiches Mitte August. Winter- weizen 3,5, Sommerweizen 2,8, Winterroggen 2,9. Sommerroggen 2,7, Sommerge»ste 2,6, Hafer 2,9, Kartoffeln 2,5, Klee 3,2, Luzerne 3,0 und Wiesen 2,9. Hierbei bedeutet 2 gut und 3 mittel. Hierzu wird bemettt: Ende Juli stellten sich vielfach Gewitterregen ein, im Nord- westen deS Reiches, in Oldenburg und Hamburg nur geringe. In Preußen hielten die Niederschläge sich aus normaler Höhe. Erheblicher waren sie in Mittel« und Süddeutschland, wo sie sich mehrfach zu Wolkenbrüchm steigerten, Ueberschwemmungen verursachten und stellen­weise di« Ernte erschwerten und verzögerten. Abgesehen von diesen nur unbedeutende Verluste verursachenden WUterungSerschetnungen war daS Erntewetter größtenteils gut, sodaß die Halmfrüchte und Heu gut unter Dach gebracht werden konnten. Hagelwetter traten fast in allen TeUen deS Reiches auf, beschränkten sich aber jedesmal auf kleine Gebiete und richteten nur streckenweise Schaden an. Die Wcizenernte wurde in Süddeutschland teilweise durch anhaltendes Regmwctter ver­zögert. Korn hat sich stellenweise durch Auswachsen qualitativ ver­schlechtert. Die SommerungSernte ist bis auf den spät gesäten Sommer­weizen und Hafer beendet. Den verhältnismäßig höchsten Ertrag verspricht Gerste, weniger Sommerroggen, der vielfach notretf geworden ist, noch weniger Hafer, der einersettü durch Trockenheit stark litt, andererseits sich vielfach nach heftigem Gewitterregen gelagert hat. Kartoffeln erholten sich infolge der Regenfälle recht gut und zeigen im allgemeinen keinen schlechten Stand. In Mittel- und Süddeutfchland sind die Aussichten fast durchgehends gut, ^wofern nicht eine länger anhaltende feuchte Witterung eintritt und Kartoffelfäule, die sich ver« einzelt in Baden und Wütttemberg>bemettbar macht, bewirkt. Klee überstand in ganz Norddeutschland den Winter schlecht, dazu kam die anhaltende Dürre, sodaß der Stand jetzt fast durchgehends gering ist und in vitten Gegenden der zweite Schnitt ganz ausfällt. Teilweise müßen schon die Wtntervorräte verfüttert werden. Luzerne liefert durchschnittlich nur mittelmäßige Erträge. Hochgelegene Wiesen haben trotz der Niederschläge sich nicht mehr recht erholen können, dieselben zeigen eine braunrote, ausgebrannte Farbe. Grummet fällt größten­teils auS. Niedrige Wiese» dagegen stehen bester und lasten einen, wenn auch geringen zweiten Schnitt erhoffen.

Kandel und UerKehr. Uolkswittschast.

Markte.

Gründers, 24. Aug. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.66 Mk. bis 00.00 Mk., Korn 14.50 Mk. bi« 00.00 Mk., Gerste 14.00 Mk. bis 00.00 Mk., Hafer 13.66 Mk. bi« 14 Mk., Erbsen 20.00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk , Wicken 00.00 Mk., Samen 27 00 bis 0000 Mk.. Kartoffeln 0 00 Mk.