Ausgabe 
27.6.1901 Zweites Blatt
 
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Donnerstag 27. Juni 1901

151. Jahrgang

148

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sind Uebrigens macht auch das Verhalten De Wets nicht den Eindruck, als ob.,ihn der Verlust des Laders bei Reih

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vv au. VC., systematisch durchgeführten Streiszugen IN der Provinz Tschili erhalten hat, auch nicht die wertvollen In­strumente, die vom Pekinger Observatorium und in der letzten Woche von Taku nach Deutschland verschisst!worden sind. Tie Franzosen verlangen im ganzen 11460 000 Pfund

zu nehmen, dem Gelingen nicht ferm war, und nachher ist er Elliot nicht etwa ausgewichen, sondern ist ihm gefolgt, vielleicht in der Hoffnung, Gelegenheit, zu einem gluck- versprechenden Handstreiche aus dem Marsche Zu finden, lind hat die Bahnlinie in der Nähe von Kroonstad, durch Elliot iid)t behindert. überschritten um d>- nordwestlichen S3(lllbctt so ein aJlttUtl, oem

Städten der Mandschurei erbeutet hat und aua> man wn ungeheuer wertvollen Inhalt ,des . Arsenals von Tien stn, der ganz nach Port Arthur überführt wurde^De u N ch-

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detaillierten Bericht de Wets für den Präsidenten K r ü ger ein. De Lov, der de Wets Lager Ende Mai verliest, erklärt, die Lage der Buren sei fortgesetzt äußerst günstig. Bon einem bevorstehenden Besuch/ des Präsidenten Kruger in Berlin und einem Empfang desselben durch Kaiser Wil- chelm ist in London nichts bekannt. Auch die Gerüchte, die in diesen Tagen durch die Presse gingen, und den Auf enthalt der Königin Wilhelmina von .Holland am Berliner 5)ofe mit Abmachungen in diesem Sinne in Verbindung brachten, beruhen lediglich auf Erfindung.

In Marseille ist der Burenkommandant Vanlier von Turban kommend, mit einem Auftrage für Dr. Leyds em getroffen. Vanlier erklärt den dem General Bo t h a unter­stellten Plan, den Kampf e i n z u st e l l e n , für durchaus unbegründet. In den letzten Tagesbefehlen Bothas seien als unerläßliche Bedingungen für einen Frie­de ns ab schlnß besonders angeführt worden: Anerkenn- !uwq der Unabhängigkeit der beiden Republiken und völlige Amnestie für die Kapholländer, welche zu Gunsten der Buren zu den Waffen griffen. Auch Vanlier halt die I Vage augenblicklich, was die Buren betreffe, für sehr yi»

Im b englischen Unterhaus erklärte Brodrick daß nach den neuesten Meldungen in der Kapkolonie 1000-2000

Ausland.

Paris, 25. Juni. Ter Heeresausschuß des SenatÄ hat heute die zweijährige M i l i t ä r d i e n st z e i t iw Prinzip angenommen. ... , J

Pamplona, 25. Juni. Während einer Prozession kai es heute hier zu ernsten Ruhestörungen. Ein Soldat Hal beim Vorüberziehen der Prozession die Kopfbedeckung mflt abgenommen und es kam zu einem heftigen Zusammenswtz zwischen Soldaten und Zivilpersonen, bei dem drei Per

Mann gegen England unter oen Missen srunoen, unu uuR der wöchentliche Kriegsaufwand sich aus etwa 1250 000 Lstr. beziffere. ________________

Chinas

Mitteilungen des preußischen Kriegsministeriums über die Fahrt der Truppentransportschiffe: Reichspostdampfer ISiantburg" ist am 24. Juni in Colombo angekommen und am 25. Juni weitergegangen. ReichspostdampferSachsen unter Transportführer Oberstleutnant Wyneken ist mit 12 Offizieren und 296 Mann der 9. Kompagnien 1., 2. und 5. Ostasiatischen Infanterie-Regiments auf der Heimreise nach Bremerhaven am 23. Juni in Foochow angekommen

Engländer und Bure«.

Ter Kriegsberichterstatter der Times hat sich, schon! wieder einmal seine hellgrüne Optimistenbrille aufgesetzt.! Er berichtet unter dem 20. ds., daß das Ergebnis der plan-I mäßigen Durchsuchung des ganzen Oranjefreistaates sehr zufriedenstellend sei. Man habe über 400 Gefangen^ gemacht, und jetzt zeige es sich, daß die Bürger es vorzögen, sich freiwillig zu stellen. Tas wolle gerade im Oranjefreistaate sehr viel sagen, weil dessen Bezirke so ost gesäubert wor­den seien, daß jetzt nur noch die halsstarrigsten Buren unter Waffen sein könnten. Tas erste erfolgreicheTreiben" sei um Petrusberg als Zentrum gemacht worden.Zehn Abteilungen unter der Oberleitung des Generals Bruce- Hamilton bildeten einen nach Norden geöffneten Halb-^ kreis mit dem linken Flügel an der Linie Kimberley-Oranje­fluß und mit dem rechten Flügel an der Linie Bloemfon- tein-Norvals Pont. Tiefe Abteilungen gingen dann im Halbkreis nach Norden vor, in der Absicht, die Buren in die Arme der südafrikanischen Schutztruppe zu treiben, die eine Verteidigungsstellung eingenommen hatte. Nördlich des Modderflusses wirkte General Charles Knox nutzem Obersten Pitcher aus dem rechten und dem Obersten Thor- ueycroft auf dem linken Flügel zusammen. Man nahm

A v. 80 Mk. moniums an.

gewonnen, daß, worauf anfänglich einzelne aunai ige Thatumstände hinwiesen, von einer gegen den Kaiser gerichteten, verbrecherischen That nicht die Rede sein kann. Ter Kaiser ist an jenem Abend das Opfer einer Verkettung von Umständen geworden, die in dieser Ar«, sich selten zusammenfinden werden." Die Medizinal- behörde beschloß nach derWeser Ztg." auf Antrag de4 Staatsanwalts zwangsweise die Unterbringung Weiland- in der hiesigen Irrenanstalt. o. .

TieNordd. Allg. Ztg." druckte eine» Artikel der Rat. Ztg." ab, der^ ausführt: An keiner der in Betracht kommenden amtlichen Stellen, wird man sich^derCm- sicht verschließen können, daß der Schutz des Zeutsch- tu ms gegen den Polonismus in deii rstmarken wesentlich abhängt davon, daß es gelingt, die deutsche Sprache in den gemischt-sprachigen Ostprovinzen gegen eine Beeinträchtigung sicher zu stellen. Demi die Nationalität

englischen Unterhause teilte Cranborne mit, vor einiger Zeit habe die Regierung die. Mitteilung erhalten, daß die Franzosen in Shanghai KasernenMeubauten für die Truppen ausführten. Es sei der Versuch gemackst wor­den gewisse ausgleichende Handelsvorteile m China zu erlangen als Entschädigung für die Gewährung des fünf- prozentigen Tarifs. Ter englische Gesandte unterstützte vor­läufig dieses Ansinnen.________ ____

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'Nachrichten aus Taijüanfu zufolge befindet sich Tung- fuhsiang dem Vernehmen nach auf dem Marsche dorthin, der Gouverneur von Schansi suche um fremde Hilfe nach.

In einer Tepesche des französischen Generals Voyron wird gemeldet, daß am 22. Juni das TransportschiftVin- long" mit einem Bataillon Zuaven und emer Abteilung Kolonial-Jnfanterie nach Toulon abgefahren ist

Aus Shanghai meldet Reuter: Prinz Chun, das Haupt der nach Deutschland gehenden Sondergesandtfchaft wird

nach Peking auf dem Wege über Tientsin zurückkehren und von Tientsin aus die Eisenbahn benutzen.

Von der "koreanischen Grenze, wo Unruhen ausgebrochen, sind in Tschifu Flüchtlinge eingetroffen, die berichten, daß drei russische und zwei englische Kriegsschiffe vor der Yalu- mündung feiern au§ P^ing gemeldet: Alle Mächte haben ihre Entschädigungs-Ansprüche angegeben und die Liste wird in kurzem den Chinesen übergeben werden. Tie Liste enthält aber keineswegs eine genaue >Aufstellung der China auferlegten Entschädigungen. Ruß- iland bringt z. B. nicht in Abzug, was es in den reichen

als selbstverständlich voraus. Wir halten es deshalb sur ausgeschlossen, daß man ernstlich daran denken konnte, für die höhere Beamtenschaft in den Ostmarken die Aus­bildung im Gebrauch der polnischen Sprrnhe fei cs obli­gatorisch oder "fakultativ ins Auge zu fassen- ^.er Reichs­kanzler steht in der Polenfrage auf dem Boden der na­tionalen Wünsche. Die Förderung des Deutschen in ge­mischt - sprachigen Landesteilen erscheint uns für den deutschen Staatsmann nicht als eine Sache des guten Willens oder der Zwistigkeit. Sie ist eine Pflicht gegen das deutsche Volkstum und wird, je heftiger das Polentum im preußischen Osten nach fremden Mustern eineSprachen-- rage" zu schaffen bemüht ist, mehr und mehr zur gebiete^ ischen Notwendigkeit. Ein von oben verordneter Gebrauch der poluischeii Sprache durch das höhere Beamtentum mußte von beiden Teilen, den Deutschen und Polen, als ein Zu­geständnis der Staatsgewalt an die Bestrebungen der Polen aufgefaßt werden. Wir erwarten, daß man es dahin nicht kommen läßt. ... ~ ... .

Ter Notstandstarif für Futterstoffe und Streu mittel, von dessen Vergünstigungen die Futter- Händler ausgeschlossen sind, hat zu einem Rechts gut­achten aus der Feder des ordentlichen Professors der Rechte in Jena, Tr. Eduard Rosenthal, geführt, in dem die Rechtswidrigkeit dieses Ausschlusses der Händler nachgewiesen ist. Wie dasB. T." erfahrt, har

Deutsches Reich.

Berlin, 25. Juni. Aus Kiel wird gemeldet. Ter Kaiser verweilte gestern abend bis um Mitternacht bei dem Festesftn des kaiserlichen Yachtklubs und begab sich teute mit dem Großherzog von Sachsen und dem Herzog Friedrich Ferdinand von Schleswig - Holstein auf der Iduna" zur Teilnahme an der großen Segelregatta Kiel- Eckernförde. Um 11 Uhr vormittags folgte die Kaiserin auf derHohenzollern", die alsdann um 11 Uhr nach Eckernförde in See ging. Reichskanzler Gras v. -8ulow traf heute abend in Kiel ein und begab fich sofort mittels Torpedoboots in die Bucht voii Eckernförde an Bord der Hohenzollern". ..

- TerNat. Ztg." zufolge gilt fetzt die Ernennung des Tirektors im Reichsamt des Innern, Dr. v. W o d tD e, üim Präsidenten des neuen Reichsamtes für privates Ver- ! sicheruugswesen als sicher. Mrektor Tr. v. Wddtkc war bekanntlich der eigentliche Urheber der unrühmlichen 12 000 Mark-Affaire im Herbst vorigen Jahres. -riete Ernennung bedeutet kein Avancement. T. Red.)

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Brand entkam nach Nyrdwesten. Der nächste Erfolg war 3vLk der ndrdöstlichen Abteilung des Generals Elliot zul verzeichnen. Tieser General, der mit den Brigaden Broad- wood, Te Lisle und Bethune von Osten her auf Reitz mar­schierte, detachierte die sechste berittene Infanterie unter Major Sladen, um das Transvaal- und das Heilbron-Lager anzugreifen, die bei Graspan, einige Meilen von Reitz entfernt, aufgefunden worden waren. Es wurde ein er­folgreicher Morgenangriff ausgeführt, der die Engländer in den Besitz eines Lagers setzte mit 71 Wagen, einigen Familien und 100 000 Patronen. Eine Abteilung berittener Leute, die näher herankamen, wurde anfangs für die Haupt-| obteiluiig unter Te Lisle gehalten, es stellte sich aber heraus, daß es Te Wet mit 400 Mann war. Das Gros kam aber bald darauf vom Wilgeflusse an, und so wurde 6er Versuch der Buren, das Lager wiederzuerobern, ver­eitelt. Ungefähr 40 Buren wurden gefangen genommen, und weitere 15 wurden von den Eiigländern beerdigt, dieser Kampf fand am 6. Juni statt". Angesichts dieses mageren Erfolges ist die Hoffnungsfreudigkeit des Berichterstatters wahrlich nicht am Platze. Tenn da die Organisatoren hprt Widerstandes Te Wet, Kolbe und Brand sich der

Ter erste Strafsenat des Reichsgerichts hat gestern in nichtöffentlicher Sitzung die Eröffnung des. Hauptverfahrens gegen den Arbeiter Weiland aus Bre­men abgelehnt, und Weiland außer Verfolgung ge­setzt. TicNordd. Allg. Ztg." bemerkt dazu:Der. Be- chluß beruht auf einem gleicylautenden Anträge des Ober­reichsanwalts. Tas Strafverfahren gegen Weiland Hk da­mit ent>qiltig eingestellt. Es haben al)o sowohl die An­klagebehörde als auch der Gerichtsl>of die Ueberzeugung

die Handelskammer in Magdeburg sich inzwischen auch. an. den .Handelsminister Möller gewandt, damit er veran­lasse, daß diese Benachteiligung des Soandelsstandes auf­höre. Ter Handelsminister hat darauf folgende Antwort gegeben

Auf die Vorstellung vom 5. d. M. erwidere ich der Soandelskammer, daß aus Anlaß der von Ihnen und von zahlreichen anderen Stellen vorgetragenen Be,ck>wer- deii über den Notstandstarif für Futter- °unb Streumittet von hier aus Verhandlungen mit den beteiligten Vei> Wallungen eingeleitet, aber noch nicht zum Abschluß gebracht sind. ' Eine Mitteilung über den Stand der Verhandlungen kann nicht gemacht werden."

Wegen besonderer Tüchtigkeit im Nachtdienste wurde, wie derTägl. Rundsch." aus Aachen geschrieben: wird, der Füsilier R. vom dortigen Infanterie-Regi­ment 9Zr. 40 vom Regimentskommandeur zum Gefreiten befördert. R. befand sich auf dem Elsenborner Truppen- Uebungsplatz auf Posten und mußte gegen einen Mann vom 65. Infanterie-Regiment in Köln einschreiten, der während der Tunkelheit alsZapfenstreicher" einen Palki- sadenzaun zu überklettern versuchte. Ta der Mann a»T An­ruf davon nicht abließ, machte R. seiner ^nitruttwn gemäß von der Schußwaffe Gebrauch und traf den Ungehor­samen in den linken Fuß. Nun sprang der Soldat herab, zog sein Seitengewehr und wollte sich aus den Posten stürzen. Tieser sah sich lebensgesahrlich bedroh^ er rief ,Halt!" und feuerte, als fein Gebot fruchtlos blieb, nochmals.' Ter Schuß ging dem andern durch che Lunge, so daß augenblicklich der Tod eintrat, ^etzt wurde jener Posten wegen besonderer Tüchtigkeit im Tienst zum Ge- freiten befördert. Ter Erschossene hatte nur noch bis zum. derbst zu dienen. (Dieser Vorfall erinnert bedenklich an die seinerzeit von der Oefjentlichkeit scharf verurteilte Auszeichnung des Gefreiten Lück, der als Posten einen Zivilisten getötet hatte.)

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Heber den Kampf bei Reitz hegen noch Eitere Mit I teitungen vor, aus denen hervorgeht, daß die Engländer den Wagenzug überrumpelten. Tie B u r en flohen, als he aber scchen, daß die Zahl der Engländer nur gering Imt lehrten "te äurüd und griffen mit großer Verve an Da He an Zahl iiberlegen waren, gelang es ihnen, nach verzweifeltem Kampfe die Wagen N) i e^er zu n e h m en. inzwischen war aber Oberst Telisle mit Verstärkungen ein- netroffen und das Gefecht begann mit größter Heftigkeit

neuem Tie Buren lagen unter ihren Wagen und! schossen unablässig äwiMen den Nadern hindurch, wahreiid ein Teil ihrer Kameraden schleunigst die von den Eng Ländern weiter entfernt stehenden Wagen bespannte und fortschaffte Die Engländer sprangen nunmehr zwischen ffip unb Deichsel vor die Wagen und machten nach Möglichkeit von dem Bajonett Gebrauch. Geschossen wurd^ G L ... ri. Entfernung. Ter Burenkommandant ^- e- ITren S feto" "m@efec6t teil,, neben ihm wurde

getötet und fein Nachbar aus der andern Sette em -our geroicIörf rld) Kampf in eine Reihe ÄÄX auf, in deren Verlaufs

Camembert und Delikatp« v;.. Jen, Mixed pickles etc. etc.

Ferner:

losel- und Dessertweine sowie

iche Kolonialwaren

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General-Anzeiger

Baren gefochten. Tie Engländer

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^Jren^e faulen genommen und wegen seiner Haltung ®ml$awarlament bei .der Abstimmung über dao «efetz ausgepeitscht worden. Seme Farm rst ver-

r °jiad? einer Amsterdamer Meldung traf de Wets Adju­tant General von L o v am Dienstag in Brussel nut entern