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Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische KMdwirt, Glätter für hessische Ualkskunde.
Zweites Blatt
Sonntag den 27» Januar
1901
Gießen e r Anzeiger
General-Anzeiger
Aints- und Airzeigeblatt suv den Ttvers Gieren
find in
seinen
Zum englischen Thronwechsel
So oft sie kommt, soll sie willkommen sein.
Pfl.
181. Jahrgang
Beischel, Hähndlen und sonstigen landwirtschaftlichen Eigen- tümlichkeiten keinen Bescheid weiß, so komisch, daß man kaum aus dem Lachen herauskam. Herr Ramsey er als Zählkellner hat uns nicht gefallen. Sein Spiel hatte keine Natürlichkeit bis auf die Liebesszene, die er allzu stark zu seinen Gunsten ausnutzte. Frl. v. Gordon geriet dadurch sichtlich in eine unangenehme Lage. Wenn man auch schließlich von einem Ganymed nicht besonderes Taktgefühl verlangen kann, etwas mehr Zurückhaltung hätte ihm ooch
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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
Fernsprecher Nr. 51.
Bon den Herren hatte Direktor Helm die Hauptrolle !*Mr dre er auch gut zu Ende führte. Der derbe, biedere Msecke, Lampenfabrikant aus Berlin, der mit den Worten: ,« Jejend ohne Berliner, hab'n Sie det schon jesehen? Det Rkbl's ja jarnich!" die Bühne betritt, und abgesehen von
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Zchulstrahe Nr. 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme M
Montags.
Die Gießener Mamitienv kälter werden dem Anzeiger Im Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter fiir Hess. Bolkrkunde" wSchtl. 4 mal beigelegt.
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Amtlicher Feil.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom 19. bis 26. Januar l. IS. hiesiger Stadt und deren Gemarkung
gefunden worden:
1 Zwicker, verloren worden:
1 Portemonnai mit Inhalt.
Der Empfangsberechtigte des Zwickers beliebe Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen.
Gießen, den 26. Januar 1901.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler.
Giessen
ahuhvfstratzeSr. mru- u. Kvabe». llsKattuvgsgkschLft.
lüfte Anteil nehmen. Balfour beantragte, das Haus solle seinem Beileid Ausdruck geben. Die Trauer werde noch gesteigert durch das allgemein sich geltend machende Gefühl, daß eine große Epoche zu Ende gegangen sei. Im Laufe oer Regierungszeit der Königin habe der Einfluß der Krone nicht abgenommen, sondern zugenommen. Bezüglich des Königs fügte noch Balfour hinzu, würde es wie Hohu klingen, wollte er diesen beglückwünschen. Denn im ganzen Königreiche gebe es keinen Menschen, der von größerer Trauer erfüllt sei. Dennoch müßte der König beglückwünscht werden, weil er, der Pflicht gehorchend, die große Last der Verantwortung übernommen habe und von dem ernsten Willen erfüllt sei, diese Pflichten bis an sein Lebensende zu erfüllen. Balfour bringt dann die Adresse ein. In der von ihm eingebrachten Adresse versichert das Haus den
Hießener Stadttsieater.
Im weiße« Mßk.
Lustspiel in 3 Aufzügen von Blumenthal und Kadelburg.
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Wer kennt nicht die fidelen Herren Blumenthal und Swelburg, jene Firma zur Fabrikation der Gesundheit zuträglichen Lachpillen? Wie viele Stücke, aus ihrem Kom- Wjnie-Geschäft hervorgegangen, haben nicht einen Sieges- touf über Deutschlands Bühnen genommen! „Im weißen «oßl" ist ein „Lustspiel" im äußeren Sinne des Wortes.
hat sich ja wieder gestern abend bewiesen. Die schöne, seflhee Josepha eine Wirtin, wie sie sich Herr Blumenthal erträumt haben mag, mußte das ganze anwesende Pnbli- ■im entzücken. Frl. Thea von Gordon vom Residenz- Aheater in Berlin war diese Wirtin. Sie spielte ihre »olle mit Sicherbeit und Anmut. Ihre üppige, prächtige Iißur, ihr reizendes Köpfchen, ihr herrliches blondes Haar,
Während der Verlesung der Proklamation des neuen Königs an den verschiedenen Stellen der Stadt London halten sich mehrfache Zwischenfälle zugetxagen. Es kam mehrfach zu großen Unordnungen. Der Zug der Herolde tvurde einige Male abgeschnitten und die Behörden hatten Kühe, die Ordnung wieder herzustellen.
Ueber die Entsendung eines deutschen Geschwaders nach England wird aus Kiel telegraphiert: Sämtliche in Dienst befindlichen deutschen Kriegsschiffe ollen nach England abgehen zur Teilnahme an einer großen, anläßlich der Beisetzung der Königin Viktoria statt- mbenben Flottenparade. Zum Befehlshaber dieses deut- >hen Geschwaders wurde vom Kaiser Prinz Heinrich aus- ersehen. Die Vorbereitungen zur Entsendung der. Flotte sind in vollem Gange. Die Küstenpanzer „Hagen" und „Odin" erhielten Ordre, alsbald von Danzig nach Kiel in dee zu gehen. Ferner kommen für die Reise nach, England in Betracht die Linienschiffe „Kaiser Wilhelm II.", „Kaiser Friedrich III.", „Baden", „Sachsen" und „Württemberg", sowie die großen Kreuzer „Freya" und „Viktoria Luise". Das gesamte Geschwader wird sich am 28. Januar vor Wilhelmshaven einfinden und von dort aus die Reise nach ßitgland antreten.
Im Unterhaus legte der erste Lord des Schatzes paTfour die Botschaft des Königs vor, worauf alle -Mitglieder des Hauses das Haupt entblößten. Der Sprecher verliest die Botschaft, worin es heißt, der König sei fest Lavon überzeugt, das Land werde an seinem schweren Ver-
Aus London wird vom 25. Januar gemeldet: Die Ankunft des Königs erregte nur wenig Aufsehen. Nur 200 Personen waren anwesend. — Heute vormittag feuerte das Kriegsschiff „Australia" einen Salut zu Ehren der Thronbesteigung des Königs- und zur selben Zeit wurde Kanonendonner von Portsmouth gehört. Das Feuer begann von Neuem um halb drei Uhr, als die kgl. Yacht mit dem König an Bord herannahte. Ehrenabteilungen von Matrosen und Leibgarden erwarteten den König am Dreieinigkeitsquai. Die Bevölkerung begrüßte denselben schweigend durch Abnehmen der Kopfbedeckung. Am Eingang vom Osbocne-Park begrüßte der deutsche Kaiser die königliche Gesellschaft. Der Kaiser war nur von einem Stallmeister begleitet.
toria und Lorenzo Marques stattgefunden haben. Bisher sind hier noch keine Nachrichten über das Gefecht bei Bal- moral eingetroffen. Die Zahl der Buren, die zwischen Pretoria und Belfast konzentriert sind, beläuft sich auf 10 000 Mann. Man glaubt, daß die Unthütigkeit der englischen Truppen durch die zahlreichen Krankheitsfälle, die im englischen Heere vorgekommen sind, verursacht ist.
Loudon, 25. Ion. Aus Kapstadt wird berichtet: Die Buren befinden sich in zwei Kolonnen in der Umgegend von Clahnwilliam. Man bemerkt die Absicht der Burenkommandos, die sich in dieser Gegend befinden, bis an die Küste vorzudringen und schließt daraus, daß sie Flibustier-Expeditionen auS Europa erwarten, die ihnen Waffen und Munition zu- König seiner liefen Änteilnahrne an der Trauer über das I Ni!" ^n. ^Infolgedessen haben die englischen Kanonen- Ableben der Königin und bringt dem Könige seine Glück ^ote und Kreuzer Befehl erhalten, die weftafrikamsche Küste wünsche zur Thronbesteigung dar, verspricht Ergebenheit I streng zu bewachen und das Landen jedes verdächtigen Fahr- und drückt die feste Ueberzeugung aus, daß der König zeugeS zu verhindern. — Weiter wird aus Kapstadt gemeldet, während seiner Regierung sich bemühen werde, die Gesetze daß Burengefangene, die sich in der Nähe der Küste auf des Königreichs aufrecht zu erhalten und für die Wohlfahrt I einem abgeschlossenen Lager befinden, nach Eintreffen der und Freiheit seiner Unterthanen einzutreten. Der Sprecher Meldung vom Tode der Königin Viktoria beschlossen haben, erklärt die Adresse für angenommen, wogegen sich kein ihre täglichen Spiele auf einige Zeit zum Zeichen der Trauer Widerspruch erhebt. Auf Antrag Balfours vertagt sich das einzustellen. Diese Haltung der Buren Hal in hiesigen eng-
Sm Oberhaus legte Salisbury die Botschaft des [i’$cn Kr-is-» einen guten Eindruck gemacht.
Königs vor wie im Unterhause und beantragte ferner diel w r . • . b _
Annahme einer ähnlichen Adresse wie im Unterhause. Salis-I „ < •
bury zollte den persönlichen Eigenschaften der Königin!^ Gorlin, 26. ^an. Aus New-York wird gemeldet: warme Anerkennung und betonte besonders die Bezieh-Burenfreunde erließen einen A p pell an König ungen der Königin zu ihren Ministern, die ihre große Edward, die südafrikanischen Republiken zu schonen.
Einsicht stets bewunderten und ihren Ansichten stets Rech- |_ . London, 26. Jan. Die tägliche Verlustliste .des nung tragen mußten. Die Adresse wurde einstimmig an- Kriegsamtes vom südafrikanischen Kriegsschauplätze umfaßt genommen. für gestern 12 Tote, 76 an Krankheiten und Verletzungeu
* * ! Gestorbene, 11 Verwundete, 4 Gefangene und einen Ver-
TeLegramme deS Giesteuer Anzeigers. I Brüssel, 26. Jan. Das Komitee zur Unterstützu ng Berlin, 26. Jan. Wie aus Kopenhagen depeschiertld er Bure n entsendet am 10. Februar eine Delegation nach wird, fand gestern im dortigen anglo-dänischen Klub eine Utrecht, um dem Präsidenten Krüger das Ehren-Album mit große Versammlung von Dänen, Engländern und Ameri- den zu Gunsten der Buren gesammelten Unterschriften zu kauern statt, die eine wanne Sympathie-Resolution überreichen, aus Anlaß des Todes der Königin Viktoria auf Vmschsgg ■■ 1 ■- 1 ■■■
des dänischen Reichstags-Abgeordneten Ködt und Befür-i (Tfritta
Wortung des englischen und amerikanischen Konsuls an- . . , .
nahmen. Die Resolution wird dem König Eduard über-I . Das internationale Kriegsgericht IN Pao- reicht werden Hn g f u bestand aus dem Brigadegeneral B a illoud als
Kiel, 26. Jan. Prinz Heinrich schisst sich am ^ibenten und als Mitgliedern dem englischen Gesandt- 27. ds. Mts. an Bord des Linienschiffes „Baden", das auf etretar Jam'eson, dem englischen Ober>tleutnant der Reise nach England als Flaggschiff dient, ein. Nach R«".seh- dem italienifchen Major Agliardi und dem Beendigung der Flottcnparade im Hafen von Spithead preußischen Major v. Brrxen-Hahn. Das Urteil lautetei gehen die „Baden" mit dem Prinzen Heinrich an Bord und Zur Todesjtrase durch Enthauptung werden verurteilt: der Kreuzer „Freya" sofort zur Vermählungsfeier nach 1) der Fangter Tmgyung, der weder Veranden hat, die Holland, während die übrigen Schiffe zu ihren Stationen Europäer und chrrst,chen Chine,en zu ichutzen, noch drc zurückkehren Niedermetzlung der Miftwnare, Eisenbahnbeamten und christ-
Washington, 26. Jan. Die Abordnung, die lich-ti-Chinesen ,u verhindern, 2) der^Tatarengouverncur die Vereinigten Staaten zum Leichenbegängnis der Königin Kuachen« der dre Boxerbewegung begünstigt und or- Viktoria abscnden werden, umfaßt bürgerliche Mitglieder Z°"^t hat; 3) der Re,teroberst Wangpschangkol, de, die und Vertreter der Armee und der Flotte. ■ Niedermetzlung des amerikanischen Missionars Bengler mit
. Q Frau und kleiner Tochter, die tu seinem Lager Zuflucht
Crnnlänbßr imh Durett gesucht hatten, zugelassen hat. Das Urteil wird an diesen
uno drei Verurteilten am Dienstag den 6. November, morgens
Loudon, 25. Jan. Aus Pretoria wird gemeldet, daß 10 Uhr, in Gegenwart von Vertretungen der Garnison Pao- bereits einige Zusammenstöße in der Gegend zwischen Pre- tingfu be iber Stelle vollstreckt, wo der englische und der amerikanische Missionar niedergemetzelt wurden. II. Der Nientai Schanschiakoi, dessen Schuld wegen geringerer Vollmacht nachsteht, der aber nicht minder an der Verantwortlichkeit für die Unthaten teilnimmt, wird seines Ranges für verlustig erklärt und seines Amtes entsetzt. Neben diesen durch ihre Befugnis Hauptschuldigen hohen Beamten war es aber auch Pflicht der Stadträte, die Bevölkerung Pao- tingfus zur Ruhe und Ordnung anzuhalten. Weiterhin ist die Gesamtheit der städtischen Bevölkerung straffällig, weil v„ o ..4, ..... .. -z v ।sie mit den Boxern sich an der Niedermetzlung beteiligt
?5par n °aI? /9 doch J)at Auf Grund dessen spricht das Kriegsgericht weiter
Balthyni charakterifterte den ^lgendes Urteil: Gegen die Stadträte wird eine aus deren mit Fleiß und Schick. Die Herren Lt e ä fdj er, ^ermöQen einzuziehende Geldstrafe von 100 000 Taels ver- HpU Reinhardt und Marlitz halfen hängt. Der erste Bürgermeister haftet persönlich für Ein-
C?rf\Tan$en ^Um Gelingen mit mehr oder weniger gutem [{eferung ber Strafe binnen Monatsfrist (bis uim 1. De- . I zember). Zur Strafe der Bevölkerung werden die Tempel,
'N Ihren untergeordneten Rotten 7^ denen Boxerversammlungen stattgefunden haben, die Sri Mila d et a Chapel le fehlte [5^ übeT Yen vier Stadtthoren und der Teil der Stadt- an -2 I mauce, in dessen Nähe die Missionare niedergemetzelt wur-
noch zu viel Deklamatorisches an ihr. Frl. Wohlbruck rerstört"
a5-^äUn9e"an^Ben-^)ti^f--^C E-^bnHerrn meIbet au§ Peking vom 23. Jan.: Im Beisein des Tne m ^rer Mühsamkeit recht ge- deutschen Gesandten machten heute Pioniere in der Ketteler- °Am Ende 'des "erstes Aktes ergoß sich Über den Bühnen- B"gest7rn1i^hu7de!;Ln
Stt”6enniin^^^ 'siebenen W fübIid’ 601,1 ^-sandtschastsgebäude zu säubern, wo eine
ertrugen bie
Wie wi-,h°-°n, beabsichtigt Frl. Thea von G o r d ° n wu^ach uns demnächst noch Mit einem weiteren Gastspiel zu erfreuen, chinesischen D^^^^ nm Einstellung jeder weiteren mili- So oft sie kommt, soll sie willkommen fein. Pfl. tärischen Expedition einheitlich dahin beantwortet, daß die ------ I Mächte ihre Maßnahmen davon abhängig machen werden.
"L »tju-L, teyenoes Zöpfchen, ihr herrliches blondes Haar,
das alles mußte hinreißen. Mit unbefangener Natürlichkeit S& Drolligkeit verstand sie zu unterhalten, Schnada- zu fingen.
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