Vermischtes.
♦ Posen, 24. Nov. Ter gestern 9 Uhr 29 Mm. von Glowno nach tPosen abfahrenoe gemischte Zug Nr. 450 stieß bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof mit einem aus der Richtung von Gnesen kommenden Güt er zu g zusammen. Mehrere Wagen beider Züge entgleisten, einige von ihnen wurden stark beschädigt bezw. zertrümmert. Ein Wagen 4. Klasse geriet dadurch, daß der darin befindliche Wagen umfiel, in Brand welcher sich auch noch zwei anderen Wagen mitteilte. Reisende sind nicht verletzt- Vorn Zugpersonal haben zwei Beamte ganz unerhebliche Kontusionen erlitten. Ter Per,onen- verlehr wird vorläufig durch Umsteigen auf der Unfallstelle aufrecht erhalten. Tie Aufräumungsarbeiten werden voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages soweit gefördert werden, daß der durchgehende Betrieb wieder ausgenommen werden kann. Glowno ist Station der Hauptbahn Posen-Thorn und der Nebenbahn Posen-Straltowo.
• Stuttgart, 23. Nov. In dem mit Stacheldraht ganz umgebenen Rondel bei der Hofwaschküche hinter dem Residenzschloß ist heute früh 7 Uhr die 22jährige Dienst- magd Babette Wirt mit durchschnittenem Halse tot aufgefunden worden. Neben der Leiche, welcher die Uhr und Geld geraubt war, lag em Herrenstock. Von dem Mörder hat man noch keine Spur.
* Rom, 24. Nov. Der Weihbischof von Straßburg Zorn von Bullach ist im hiesigen Hotel „Minerva" seines Bischofsringes und mehrerer Wertsachen beraubt worden. Die Polizei nahm den Dieb in der Person eines ebenfalls im Hotel wohnenden aus Aegypten zugereisten Italieners, bei dem sie den ganzen Raub unversehrt vorfand, fest.
* Rom, 24. Nov. Die Polizei verhaftete hier einen Mann, welcher sich Friedrich Müller nennt. Jedoch wurde festgestellt, daß er mit einem gewissen Friedrich Reichstein aus Gallenweiler (Baden) identisch ist, der im vergangenen August auf der Straße von Innsbruck nach Voralberg einen Mord begangen haben soll.
Mteratur, Wissenschaft und Kunst.
Paris, 24. Nov. Heute mittag fand auf dem Montmartre- Friedhof die Enthüllung des von dem dänischen Bildhauer Hanelyiie geschaffenen Heinedenkmals statt. Der Feier wohnten einige Anwerwandte Heines, mehrere hundert Mitglieder der deutschen und österreichischen Kolonie und eine Anzahl deutscher und französischer Schriftsteller bei.
— Die russische Telegraphen-Agentur meldet: In den letzten Tagen hat sich der Gesundheitszustand Tolstoi's verschlechtert.
Schulze, Tochter des verstorbenen Schuhmachers August Schulze zu Grüningcn. — Markusgemeinde. Ten 16. 9too. Damd Emge, Reisender zu Offenbach a. M., unb Auguste Katharine Kreiling, Tochter des Lokomotivführers i. P. Konrad Kreiling zu Gießen. Denselben. Adolf Heinrich Karl Schmall, Schlosser zu Gießen, und Minna Elisabethc Rahrgang, Tochter des Schneidermeisters Georg Nahrgang zu Gießen. — Militärgemcinde. Den 17. Viovembcr. Georg Länlelmc, Fußgendarm zu Gießen, und Katharine Magold, Tochter des verstorbenen Landwirts Valentin Magold zu Elpenrod.
Getaufte. Matthäusgemeindc. Ten 17, November. Dem am 11. Olk. vcrst. Rechtsanwalt August Wagner, Zwillingstöchter, Margarethe Katharine Franzisla und Viktoria Emma Wilhelmine, geboren den 12. Oktober. — Markusgemeinde. Ten 17. Nov. Dem Schlachihausdirekwr Arthur Liebe eine Tochter, Marie Klara Alma Ruth, geboren den 22. Juli. Denselben. Tem Lokomotivheizer Georg Leicht eine Tochter, Paula, geboren den 20. Oktober. Denselben. Tem Prokuristen Georg Karl Krenter eine Tochter, Martha Else, geboren den 1. 9iovember. Denselben. Tem Land- briefträger Ludwig Jung ein Sohn, Wilhelm Ludwig Karl, geboren den 28. Oktober. Tensclbcn. Dein Eiscnbahnschaffner Heinrich Höbet eine Tochter, Ernstine Henriette Katharine Ottilie Margarethe Wilhelmine, gcboreii den 18. Oktober. Denselben. Tem Schneider Johannes Brandau ein Sohn, Viktor Hugo, geboren den 20. Sept. — Lukasgemeinde. Ten 17. November. Tem Schlosser Max Hugo Nitzschc ein Sohn, Georg Wilhelm Adam, geboren den 4. Oktober. Ten 20. November. Dem Privaldozenten und Assistenzarzt Franz Volhard ein Sohn, Hans Wilhelm, geb. den 6. Juli. — Johannesgemeinde. Ten 17. November. Tem Glaser Wilhelm Kreß eine Tochter, Anna Karoline, geboren deu 22. Aug.
Beerdigte. Markusgemeinde. Ten 18. November. Katha- rine Naiimann, geb. Kretzschmar, Witwe, 35 Jahre alt. Den 20. November. Phüippine Metzger, geb. Walz, Ehefrau des Metzger- meisters Karl Metzger 69 Jahre all. starb den 18. Siovember. — Lukasgemeinde. Den 17.9lovemver. Ferdinand Parthier, Korbflechter, verheiratet, 48Jahre all, starb den 15. Nov. — Johannes- gemeinde. Ten 18. November. Johannette Lcinberger, Witwe des Hosgerichtsadvokaten Bonaventura Leinberger, 88 Jahre alt, starb den 16. 9iooember. Den 22. November. Anna Dcttweiler, geb. Montanus, Ehefrau des Oberschulrats Professor Dr. Dett- weiler zu Leipzig, 40 Jahre alt, starb den 19. November zu Leipzig.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Montag den 25. November, abends 8 Uhr, im Konfirmanden- saal der Johanneskirche Bibel st unde. Text Psalm 92.
Pfarrer Euler.
Schisssnachrichtcu.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz.
Breme n, 21. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer „era", Kapitän A. Koenemann, vom 9tord- deutschen Llovd in Bremen, ist gestern 9 1 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Gerichtssaal.
Wiesbaden, 24. Nov. In der Drogerie von Otto Siebert hat der dort beschäftigte Kommis Ludwig Wurm in zwei Fällen statt Weinstein Brechweinstein verabfolgt. Der Feuerwehrmann sowie die Familie Wallot, die von dem Gift genossen hatten, erkrankten nicht unbedenklich und wurden nur durch das rasche, von einem Arzt angeordnete Einnehmen von Gegengift vor größerem Schaden bewahrt. Die Strakammer verurteilte jetzt den Inhaber der Drogerie, Apotheker Dr. Siebert, der bei Verabreichung des Giftes gar nicht anwesend gewesen war, wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 300 Mk. Geldstrafe. Wurm wurde freigesprochen.
Stiel, 23. Nov. Das auf dem Linienschiff »Kaiser Barbarossa" ftattgehabte Oberkriegsgerrcht gegen Mannschaften des Kreuzers „Gazelle" mußte ausgesetzt werden, weil sich in der Ver- hanblung herausstellte, daß die Obermatrosen Genz und Peik, deren Verurteilung rechtskräftig geworden, am letzten Doge der gesetzlichen Beruiungsfrist vergebens versucht hatten, bei dem Gerichts- ossizier des Kreuzers „Hela", wo sie derzeit kommandiert sind, die Berufung zu Protokoll zu geben. Die Angelegenheit soll demnächst untersucht und dann eventuell gegen alle fünf Angeklagten in er- neuter Sitzung verhandelt werden.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
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Wetter
Sonnenschein sternh. Himmel Heller , bew. „ beb. Himmel bew. Hünmel
Höchste Temperatur am 22. bis 23. Nov. 4- 4,1° C.
Niedrigste „ „ 22. , 23. , — 1,4° C.
Höchste , , 23. , 24. , + 1,8° C.
Niedrigste „ „ 23. „ 24. „ — 4,6° C.
Neueste Meldungen.
Handel und Verkehr. Uslkswittschast.
Kassel, 23. Nov. Die Voruntersuchung gegen die fünf in Untersuchungshaft befindlichen Aufsichtsräte der Treber- trocknungsgesellschaft ist nunmehr abgeschlossen. Der Staatsanwalt arbeitet die Anklage aus; darauf wird die Beschlußkammer des Landgerichts entscheiden, ob vor der Strafkammer oder dem Schwurgericht verhandelt wird. Die Verhandlung wird jedoch erst zu curfang nächsten Jahres stattfinüen.
Koblenz, 23. Nov. Der frühere Direkter der Fabrik feuerfester und säurefester Produkte, L. O. B o e i n g, in Vallendar, ist gegen Stellung einer Kautton von 150000 Akk. und gegen Bürgschaft einiger Bürger von Vallendar aus der Untersuchungshaft in Neuwied entlassen worden.
Märkte.
ko. Frankfurt a. M., 24. November. (Telegr.Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen 388 Ochsen, darunter 127 aus Oesterreich, 32 Bullen, darunter 4 aus Oesterreich, 821 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 341 Kälber, 619 Schase und Hämmel, 1225 Schweine, 2 Ziege, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 68—70 Mk'. 2. Qual. 62—64 M., 3. Qual. 56—59 2)«.; Bullen 1. Qual. 55 bis 57 Mk., 2. Qual. 50—53 2Jlf.; Kühe 1. Qual. 59-61 Mk., 2. Qual. 56—58 Mk., 3. Qual. 42—45 Mk, 4. Qual. 32—34 Mk., 5. Qual. 30—32 NU. Kälber: 1. Qualität78—80 Pfg.,Lebendgewicht 46—48 Pf., 2. Qual. 69—71 Pfg., Lebendgewicht 41—43 Pfg., 3. Qual. Schlachtgewicht 56—58 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 56—58 Pfg., 2. Qual. 46—48 Pfg., 3. Qual. 40—44 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 54 Pfa., 2. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 53 Pfg., 3. Qual. 58 bis 60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh lchleppend, bei Kleinvieh gut; Markt gercunnt. Ueberstand gering.
ko. Frankfurt a. M., 24. Novbr. (Orig.-Telegr. des „Gießen' Anz.") Amtliche Notierungen der heuttgen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 16.50—00.00, Kurhessischer NU. 00.00-00.00, La Plata Mk. 17.25—00.00, Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) NU. 13.75—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.00—16.25, Kleie Mk. 16.25—17.25, Hafer NU. 14.71—15.25, Mais Mk. 00.00 bis Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 24.00—24^0, 2. Qualität Mk. 22.00 bis Mk. 22.50, 3. Qualität Mk. 20.00—20.50, öioggenmehl 0 NU. 21.50—22,00,1. Qualität NU. 20.25—20.50, Weizenkleie Mk. 8.50 bis Mk. 00.00, Roggenkleie Mk. 9.50—0.00, Maiskeime Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadtlheater.
Opernhaus.
Dienstag den 26. Nov. Abends 7 Uhr. „Die Regimentstochter". Hierauf. „Der Kurmärker und die Picarde."
Schauspielhaus.
Dienstag den 26. Nov. Abends 7 Uhr. „Die Hoffnung."
Auszug uus Skll Kirchenbüchern der Stadt Gieße».
Evangelische Gemeinde.
Getraute. Matthäusgemeinde. Den 20. Novbr. Karl , Dagobert Borst. Photograph zu Gießen, und Marie Christine
Origrualdrahtmel-mrgen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 23. YLov- Der Verlag des einzigen noch in Deutschland erscheinenden Arnachistenblattes „Neues Leben" teilt mit, daß das Blatt wegen Geldmangel sein Erscheinen von neuem einstellen müsse.
B e u t h e n, 25. Nov. In der Stadtverordneten-Sitzung wurde ein Schreiben des Magistrats von Berlin zur Kenntnis gebracht, wonach in Berlin ein allg em ein er deut - scherStädtetag statt finden soll, um gegendieZotl- erhöhungen Stellung zu nehmen. Hierzu wurden zwei Telegierte ernannt, darunter der Oberbürgermeister.
Karlsruhe, 25. Nov. Die Gattin des vor wenigen Jahren von Frankfurt nach Karlsruhe übergesiedelteu Malers Professor Thoma, i[t in Konstanz an den Folgen einer schweren Operation gestorben.
Tübingen, 25. Roo. Prof. Liebermeister, Vorstand der medinizischen Klinik, ist gestern gestorben.
London, 25. Nov- Aus Colesberg wird gemeldet: Gestern wurde der Feld-Koruet des Kommandos Lategan als Rebell erschossen.
London, 25. Nov. Ter Korrespondent eines Sheffielder Blattes, ein Freund Chamberlains, berichtet, letzterer habe im Laufe einer Unterhaltung geäußert, er sei amtsmüde und würde sich von der Politik zurückziehen, wenn er damit zur ehrenvollen Beilegung des südafrikanischen Krieges beitragen mürbe. (?!?)
Rotterdam, 25. Nov. Studenten drangen gestern abend in das Theater, wo sie großen Unfug anrichteten. Die verschiedensten Gegenstände wurden auf die Bühne geschleudert und mehrere Künstler verletzt. Es entstand eine Panik. Die Polizei mußte das Theater räumen. Die Studenten setzten alsdann auf der Straße die Demonstrationen fort.
Ni.zza, 25. Nov. In der gestrigen Gemeinderats- Sitzung kam es zu stürmischen ©§enen, wobei der Gemeinderat Orsini zum Revolver griff, und drei Gemeinderäte schwer verletzte.
Wien, 25. Nov. Ällten sich blutige Ausschreitungen in Alt-Serbien wiederholen, so würde die serbische Regierung von der Pforte die Entwaffnung der Albanesen verlangen, und, falls die Pforte nicht den Willen oder die Macht hätte, die Ruhe in jenen Gauen wieder herzustellen, so müßte Serbien mit einem Appell an die Signatar-Mächte des Berliner Vertrages herantreten, damit der Artikel 23 dsss Vertrages unter der Kontrolle der Mächte endlich durchgeführt würbe. — Gestern sand die Wahl der Gehilfen der Ausschüsse für die Krankenkassen der Wiener Kaufmannschaft unter stürmischen Straßenszenen und b luti'g en Prügeleien statt, weshalb die Wahlen nicht beendigt, unb bie gestrigen Stimmen-Abgaben annulliert wurden. Ehristlichsoziale unb Teutschnatiouale hatten sich gegen die Sozuildemokraten ver- ,einigt und gemeinsmvH Lauüidgteri ausgestellt Der
Wahlakt fand in der Volkshalle des Rathauses statt, das mit 500 Mann Polizeiwache zu Pferde und zu Fuß umgeben war. Im Restaurant Reichshallen, das zur Halste an die Deutsch-Nationalen, und zur Hälfte an bie Sozialdemokraten als Agitations-Lokal vermietet war, kam es zu einer blutigen Schlägerei. Sessel, Tisck)e, Gläser und Spre- gelscheiben wurden zertrümmert. Die Polizei räumte gewaltsam die Lokale unb hieb mit flachen Säbeln ein, als Widerslanb geleistet wurde. Die Exzesse setzten sich in den Straßen um das Rathaus bis zum Einbruch der Duntelhett fort. Biele Personen wurden verhaftet. .
Olmütz, 25. Nov. Eine tschechische Manifestation^ Versammlung beschloß eine Resolution, in welcher die Errichtung einer tschechischeullniversität als kulturelle Notwendigkeit bezeichnet wird, und die Angriffe der Deutschen auf das schärfste zurückgewiesen werden. Die Regierung wird ersucht, die tschechischen Fordermrgeu baldigst zu erfüllen.
Athen, 25. Nov. Der König hat Zaimis mtt der Kabinettsbildung beauftragt.
Johannesburg, 22. Nov. In den Kämpfen nut dem Kommando Buys bei Villiersdorf wurde der Kommandant der englischen Truppen getötet, 3 englische Offiziere wurden verwundet. Eine Abteilung der Mannschaften des Eisenbahn-Regiments wurde von den Buren gefangen. Auch andere britische Truppenteile hatten Verluste. Die Eisenbahntruppen waren von den Buren des Kommandos Buys umzingelt worden, welches vom Kommando Roß verstärkt worden war.
Kapstadt, 24. Nov. Das Schiff der deutschen Südpolarexpedition „Gauß" lief nach seiner Abfahrt von Hamburg die Hafen La Palmas und St. Vincent an unb untersuchte dann die Meerestiefen in westlicher Richtung, ohne die amerikanische Küste zu berühren. „Gauß" war während der ganze Reise mit Segeln gefahren. Die wissenschaftlichen Untersuchungen sind sehr befriedigend ausgefallen. Das Schiff wird nach zehntägigem Aufenthalt m Kapstadt nach den Kerguelen gehen.
RonnefeMtslhee
aÄ» «Mte wird allgemein gelobt und weiterempfohlen.
Proben der 4 Haupteorten Alk. 1.— „Franco“.
Cbce-lmport Ronntfelit. Frankfurt a. M.
Vorkehrungen
gegen to Einfrieren der SM-WnsserleilnM.
Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem (Sht frieren des Wassers in den Hauswasser leituugeu bei ciulretender Kälte vorzubeugeu, es erforb erlich ist, die Hauswasserleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Ties geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wasser- messer befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seit- lich desselben befindliche Entleerungshähnchen. nachdem ein passendes Gesäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Hausleitung sichende Wasser voll- ländig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder go- chlossen wird.
Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk des HauseS befindliche Zapsveutil der Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Teil des Wassers kann auch schon durch das Zapfventtl der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgehabter Entleerung sind die beiden Zapfventile, welche dem Eintritt der Luft und der Enlleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen.
Das Schließen des Hauptabsperrhahues erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vier- kanttgen Hahnzapfen und Drehung im Sinne eines Uhrzeigers bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffueu des Haupt- absperrhahnes geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt.
Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder vollständig geöffnet werden.
Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hof- räumen, Gärten usw. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu enUeeren und erteilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur • Auskunft, welcher die betreffende Leitung gefertigt hat. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Tages ans kürzere festgesetzte ^eit zn beschränken unö während der übrigen Tageszeit die yauswaffer- leitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Umerhaltung eures kleinen Herdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Klosett- ober sonstigen ungeheizten Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Oeschen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten.
Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Klosetts (wie in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstreuen von etwas Salz (Viehsalz) in das Schlußwasser des Syphons (Wasserabschlusses) gegen Aur- frieren der Schüsseln geschützt.
Die Waffermesser nebst dem nächstauschließenden Teil der Rohrleitung sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellersensler geschlossen zu hatten. — Die Herstellung aller Waffermesser, die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer.
Durch die ernp'ohlenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnehme^ die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Äorsichtöuurtz- regelu allen Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung.
Reparaturen und Auschauung von Hauswasserleitungen werden am schnelfften von denjenigen Jnstallationsgeschäften besorgt, welche die betr. Hauswasserleitungen s. Zt. ausgeführt haben.
Gießen, den 6. November 1901.
Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.
Otto Bergum 7309
Ein falscher Glaube. İ«n vielfach, daß eine Toiletteseife desto billiger sei, je weniger sie im Einkauf kostet. Falscher Glaube! Die billigen Füllseifen sind die teuersten, denn sie verwaschen sich rasch. Nehmen wir an, mit einer fettarmen Füllseise, die vielleicht uur 25 Pfg. kostet, wascht man sich 50mal, mit Doe- ring's fettreicher Eulen-Seife die überall 40 Pfg im Einlaufe kostet, aber lOOmal, welche Seise ist nun die billigste? Unftreitig Toerma's berühmte Eulen-Seife und dabei hat der Käufer die Gewißheit, daß er mit Doering's Eulen-Seife die bewte von allen existirenüen Toiletteseifen erworben hat. Giebt es danach ein Besinnen?


