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26/11/1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 278 Zweites Blatt. 151. Jahrgang.

Dienstag 36. November 1901

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Die Siebener Familien- dlätter werden dem An­zeiger im Wechsel mit demHess. Landwirt" ind denBlättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei­gelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w '*7

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen

Annahme von Anzeige» xu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. biß vornnttags 10 Uhr. ANe Anzeigen-Vermitt- lungsstellcn des In-und Auslandes neh>ncn An­zeigen entgegen.

Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Unioersitäts - Druckerei (Pietsch Erben).

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witiko; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

nachmittags 3 Uhr stattfindet.

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Nonnenrod. Verlosung.

Röthges.

Münster. Verlosung.

Oberbessingen.

Steinberg-Watzenborn. Hausen. Verlosung. Lechgestern.

Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag

Dezember

Gießen, 25. November 1901.

Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhesi. Obstbauvereins. Dr. Heinrichs.

KeKanntmachung.

Betreffend Vorträge über Obstbau.

Der Obstbautechniker des Obechess. Obstbauvereins Herr I. H. Wiesner aus Friedberg beabsichtigt, die nachbenannten Orte des Kreises Gießen zu besuchen um daselbst Vorträge über Obstbau zu halten, und an Obstbäumen praktische Unter­weisungen zu erteilen.

Die Vorträge beginnen an Wochentagen abends 8 Uhr, Lie praktischen Unterweisungen stets am andern Tage, vor­mittags 9 Uhr, mit Ausnahme Samstags, wofür dieselbe

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Bürgermeistern und Obmännern gehen noch 'besondere Mitteilungen zu. Zahlreiche Beteiligung ist er­wünscht.

UMische Tagesschau.

Die Begründung des Zolltarifs.

D-er erste allgemeine Teil der Begründung des Zoll­tarifs ist den Mitgliedern des Reichstages zugegangen. Er legt dar: Der am 31. Dezember 1903 eintretend^ Zeitpunkt der Kündbarkeit der Handelsverträge gab Veranlassung, die geltende Zolltarif gesetzgebung zu prüfen, und führte zu der Ueberzeugung, baß der deutsche Zolltarif in vielen Punkten der Neugestaltung bedarf. Die Begründung wirft einen Rückblick auf den im Jahre 1879 eingetretenen, von volkswirtschaftlichen und finanzpolitischen Erwägungen ver­anlaßten Umschwung der Tarifpolitik, gedenkt ferner der großen Tragweite Der von 1891 bis 1894 abgeschlossenen Handelsverträge, legt die diotwendigkeit dar, das bisherige Tarifchema durch ein völlig neues zu ersetzen- welches hinter den auslcürdischen an Feinheit der Gliederung nicht zurückstehe und den Zusammenhang der Interessen der an der deutschen Gütererzeugung beteiligten Kreise möglichst berücksichtige. Gegen die Ausdehnung der Anwendung der Wertzölle sprachen schwerwiegende Bedenken, sowohl prin­zipieller als zolltechnischer Natur. Die beigefügten Ueber- sichten ergäben, von dem empfindlichen Rückschläge der aller­neuesten Zeit abgesehen, ein Gesamtbild erfreulichen Auf­schwungs der wirtschaftlichen Entwickelung. Der Friede förderte Gewerbe und Handel, unter dein Zollschutze erstarkte die Industrie. Der Fortschritt umfaßte das Gebiet der Eisen­bahnen, der Wasserstraßen, die Kapitalanlage im Auslande, die Daseinsbedingungen der Volksmassen. Demgegenüber biete die Handelsbilanz, welche im Jahre 1900 einen Ein­fuhrüberschuß von 1290 Millionen aufwies, keinen Anlaß zu Besorgnis, lieber 800 Millionen entfallen auf im Jn- lande nicht erzeugbare Rohstoffe und Genußmittel. Auf den Einfuhrüberschuß kommen die Forderungsrechte aus dem Auslande zur Aufrechnung. Äe Begründung fährt fort: Zu dem Emporblühen des Gewerbes und Handels trug wesentlich die Politik der Tarifverträge bei. Die In­dustrie zog Nutzen aus der Stetigkeit der vertragsmäßig fest- aeleyten Zollsätze. Allerdings war der Vorteil durch Ab­schwächung des Zollschutzes wichtiger Erwerbszweige erkauft. Diese Entwickelung verschob die Verteilung der erwerbs- thätigen Bevölkerung zu Ungunsten der Landwirtschaft, na­mentlich infolge der Steigerung der industriellen Baarlöhne. Die hierdurch notwendig gewordene Erhöhung der land­wirtschaftlichen Löhne führte eine schwer erträgliche Steiger­ung der Betriebskosten des Ackerbaues herbei. Gleichzeitig ging der Gelderlös für die Mengeneinheit der Getreidever­mehrung zurück. Die Erntemenge fand eine Schranke in dem Mangel an Arbeitskräften und Betriebskapital, obwohl der deutscheGetreidebau inBezug auf technischeLeistungsfähig- keit dem Auslande ebenbürtig ist. Es darf gehofft werden, daß die Industrie die gegenwärtige Krise in nicht allzu ferner Zeit überwinden werde, dagegen werden die Gefahren zunehmender Weltverkehrsentwicklung für unsere Landwirt­schaft in den nächsten Jahren noch nicht verschwinden. Um unheilvollen Folgen, die die eingetretene Verschiebung nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiete für den Gesamtteil haben würde, vorzubeugen, darf die Durchführung wirksamer Gegenmaßregeln nicht unterlassen werden. Ter vorliegende Entwurf erblickt demgemäß eines der wesentlichsten Ziele darin, die Lage der einheimischen Landwirtschaft günstiger .in gestalten, indem durch einen höheren Zollschutz die mit der Entwickelung des Weltverkehrs und der Weltmarktpreise entstandenen Nachteile abgeschwächt und derart ausgeglichen werden, daß der Erlös besser den Herstellungskosten ange­paßt wird. Wird auch auf die völlige Entbehrlichkeit der Getreideeinfuhr nicht zu rechnen sein, so ist doch die dauernde eigene Erzeugung des Hauptteiles des Nahrunas- mittelbedarfs in hohem Grade erwünscht. Allerdings wird die Abhängigkeit der Inlandspreise von den Weltmarkt­preisen fortbestehen. Der Zolltarif soll auch keinem Pro­duktionszweige die dauernde Erzielung bestimmter Verkaufs­preise gewährleisten und kann auch mit den Herstellungs­kosten nicht zusammenhängende Schwierigkeiten des Acker- . baues nicht berücksichtigen.

Iom südafrikanischen Kriegsschauplätze liegen neue Meldungen über englische Kriegsgerichts- urte-ile vor. Zwei in Johannesburg beheimatete Burghers, Merneck und Meyer, die, nachdem sie sich ergeben hatten, in ein Flüchtlingslager gebracht worden waren, wurden wegen des Versuches, andere Burghers, die sich ebenfalls ergeben hatten, zu überreden, ihren Neutralitätseid zu brechen, und sich wieder zu ihrem Kommando zu begeben, vor ein Kriegsgericht gestellt. Sie wurden für überführt erachtet; Werneck wurde zum Tode verurteilt und erschossen, Meyer wurde zu lebenslänglicher Strafarbeit verurteilt.

Aus Bloemfontein meldet das Reutersche Bureau: Man hat den Anfang mit der Durchführung des Regier­ungsplanes gemacht, ehemalige Soldaten und andere in der Oranje-Kolonie anzusiedeln. Verschiedene frühere Veomen haben sich auf den Weg gemacht, um von Re­gierungsfarmen im Distrikt von Thabanchu Besitz zu er­greifen. In der vergangener! Woche sind 80 Mann des Ackermann scheu Kommandos gefangen genommen worden; nur Ackermann selbst ifh mit wenigen Begleitern entkommen.

Einern Telegramm aus Pretoria zufolge, nahmen Ein­geborene an dein jüngsten Gefecht in Ost^Griqualand teil, .in dem Kapitän Elliot, als er die Buren zurück trieb, fiel. Die Buren flüchteten in die Berge. Die Angeborenen hatten sich zu ihrer Selbstverteidigung bewaffnet, da sie einen Ueberfall fürchteten, weil die Burenkommandos seit einiger Zeit den reichen Eingeborenen-Bezirk von Ost- Griqualand bedrohten. Als Elliot die Buren angriff, ver­banden sich die Eingeborenen mit den Engländern und leisteten ihnen wesentliche Hilfe.

Das englische Kriegsamt hat dasAnerbieten" der kanadischen Regierung, 600 weitere berittene Mannschaften für Südafrika zur Verfügung zu stellen, angenommen.

Zwei neue Reden hervorragender englischer Persönlich­keiten sind nicht ohne Bedeutung. Der Herzog von Devonshire setzt sich intrüstet aufs hohe Pferd. In einer Rede, die er zu Eastbourne hielt, nahm er Bezug auf die Forderung, daß für ganz Südafrika, sobald als es irgend möglich sei, eine freie und liberale Selbstregier­ung gewährt werden solle, und sagte, es sei die Sache der Engländer als der Sieger und nicht die der Buren, zu be­stimmen, wann dieser Augenblick eingetreten sei. As­quith hielt in Oldham eine Rede, in welcher er forderte, daß Balfour in Bezug auf die Politik der Regierung sich, was die Zukunft Südafrikas anlange, in Ausdrücken von nicht mißzuverstehender Klarheit und im Tone nicht in Zweifel zu ziehender Autorität aussprechen solle.

In der niederländischen Kammer erklärte der Minister des Aeußern, van der Lynden, die Regierung müsse den Haager Vertrag betr. den Schiedsgerichts Hof achten, der dem Verwaltungsrat desselben verbiete, zu Gunsten des Antrages der Buren einzutreten. Was die Verhandlungen mit Ärgland betr. die Entschädigung der aus Südafrika vertriebenen Holländer anlange, seien dieselben nicht völlig abgeschlossen. Die englische Regierung sei dabei, in der Frage der südafrikanischen Bahn, die nicht konfisziert wor­den sei, Beschlüsse zu fassen. Die holländische Regierung unterhandle mit der britischen Regierung, um die Interessen der niederländischen Aktionäre zu schützen. Die Mitglie­der der Ambulanz vom niederländisch en) Roten Kreuz seien in Südafrika gefangen genommen worden, weil in ihren Wagen mehrere an Burenfühvev gerichtete Briefe aufgefunden wurden. Es sei mehrfach von der niederländischen Regierung die Freilassunig der Mitglieder der Ambulanz verlangt worden, die englische Regierung habe aber stets erllärt, sie könne dem nicht zustimmen. (Echt englisch!)

Der französische Freimaurer-Orden Eosmos hat eine Protest-Resolution gegen die südafrikanischen Konzentra­tionslager angenommen.

Dom Krieg in Kentral-KmeriKa.

Die neuesten, vom Kriegsschauplatz in Zentral-Amerika eingetroffenen Nachrichten besagen, daß die von den Vene- eoelanern unterstützten liberalen Aufständischen in Kolom- bien die Städte Panama und Colon genommen haben. Beide bilden die Endpunkte des im Bau befindlichen Pana­makanals, und vor beiden liegen amerikanische Kriegs­schiffe, das KanonenbootMachias" im Norden vor Colon und das PanzerschiffJova" im Süden vor Panama. Nicht ohne Einfluß auf die Situation ist die Thatsache, daß nach einem vor kurzem in dem RegierungsorganGa­zeta de Panama" veröffentlichten Gerichtsbeschluß das in Panama befindliche Gebäude der Panama-Kanal-Gesell­schaft mit Beschlag belegt wurde, um die Zahlung von 30 000 Dollars zu erzwingen, die die Kanalaesellschaft einem Bürger der Vereinigten Staaten schuldet. Wenn die Summe nicht in kurzer Zeit bezahlt wird, wird das Gebäude auf Anordnung des Gerichts verkauft werden. In der Zwischen­zeit hat die Gesellschaft monatlich 1000 Dollars Zinsen Zu zahlen. Der Kapitän des vor Panama liegenden ameri­kanischen KriegsschiffesJova" hat Befehl erhalten, Mann­schaften zu landem wenn es sich für die Aufrechterhaltung des Verkehrs notwendig erweisen sollte; eine kurze Zeit ist der Verkehr auf dem Isthmus vor Panama bereits unterbrochen gewesen.

Was Colon anbetrifft, so hatten die Liberalen (Insur­genten) am 19. November die Stadt angegriffen, und nur wenig Widerstand gefunden. Nach einem Straßenkcrmpfe, der ungefähr 90 Aiinuten dauerte, wurde die Stadt ge­nommen. Der Präfekt und 12 Mann sind gefallen, 30 wurden verwundet. Das vor Colon liegende amerikanische KanonenbootMachias" hat 10u . ann gelandet, und die Eisenbähnstatiön besetzt. Der Kvnmiandant des Kanonen­

bootes meldet, die Landung der 100 Matrosen sei auf Ersuchen der Behörden selbst erfolgt.

Bekanntlich ist vor einiger Zeit nach dem Zusammen» bruch der französischen ein- neue Panamakanal Gesellschaft gebildet, die den Weiterbau des Kanals in Angriff ge­nommen und bis auf Den heutigen Tag durchgeführt hat. Man hat zu dem Zweck einen neuen Plan ausge­arbeitet, nach dem der Kanal erheblich billiger, als ur­sprünglich geplant, ausgesührt werden kann.

Dor im Bau begriffene Kanal beginnt bei Colon am Atlantischen Ozean, und geht in vielfackzen Windungen aber in im allgemeinen südöstlicher Richtung bis Panama am Großen oder Stillen Ozean. Die Länge des Kanals beträgt 99,9 Kilometer. Auf der ganzen Strecke hat man zur Aufstellung der teuren Maschinen, die 400 Mill. Mark gekostet haben, große Holzschuppen errichtet. Der Kanal selbst ist etwa auf ein Viertel seiner Gesamtlänge, nämlich 22,5 Kilometer, von Colon aus, fertig gestellt.- Es war dies auch die am leichtesten herzustellende Strecke. Arn schwierigsten wird der Kanalbau sich dort gestalten, wo der Kanal die Culebra-Gebirgskette (ein Teil der Kordilleren) durchschneiden muß. Die Höhe derselben beträgt an der betreffenden Stelle, welche gleichzeitig die Wasserscheide auf der Landenge von Panama darstellt, 185 Meter. Auf jeder Seite dieses Gebirges bis Colon bezw. Panama hin wird der Kanal fünf Schleusen erhalten. Seine Breite wird an der Oberfläche 50 Meter und an der Sohle 23 Meter) betragen. Seine Tiefe soll so bemessen werden, daß auch die größten überseeischen Dampfer passieren tonnen. Zur Zeit sind über 3000 Arbeiter beim Bau beschäftigt, die zum weitaus größten Teil aus Jamaika bezogen werden, Um für den Kanal in feinem mittleren Teile auch in der trockenen Jahreszeit stets genügend Wasser zu haben, will man einen Damm quer durch den oberen Lauf des Chagresflusses ziehen, durch den das Wasser aufgestaut wird, und einen See bilden soll, der dann während der trockenen Jahreszeit dem Kanal das erforderliche Wasser-^ quantum zuführen wird.

Deutsches Deich.

Berlin, 24. Nov. Im Lustgarten fand gestern in Gegenwart des Kaisers und des Erzherzogs Fer­dinand Karl von Oesterreich die Verteidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Charlottenburg und Spandau statt. Nach der Vereidigung hielt der Kai s er eine An spräche an die Truppen. Er betonte, daß die Re­kruten nach Ablegung des Fahneneides neue ernste Pflichten gegen ihn, ihren König, übernommen hätten. Diese Pflich­ten seien ganz anderer Art, als sie bisher gehabt haben. Die unter Anrufung Gottes angetobte Treue verpflichte sie zum unbedingten Gehorsam und Aur vollsten Hingabe an König und Vaterland. Sie sollten den Thron schützen, wenn Unbotmäßigkeit den­selben bedrohe.

Der Kaiser und die Kaiserin sind um 11 Uhr abends ab gereift. Die Majestäten fuhren bis Neumünster zusammen, von wo die Kaiserin sich nach Plön begab, während der Kaiser nach Kiel weiterfuhr.

Erzherzog Ferdinand Karl von Oesterreich ist gestern abend nach Wien zurückgekehrt. Bor der Abreise besuchte er das Offiziertorps des Kaiser-Franz-Grenadier- Regiments in seinem Kasino. Ter Kaiser hat dem Erz­herzog den Schwarzen Adlerorden verliehen.

Der Reichskanzler Gras v. Bülow gab gestern zu Ehren des Kolvnialrats eine Abendgesellschaft.

Im Kolonialrat erklärte gestern der Kolonial­direktor, im Etat des ostasrikanischen Schutzgebietes sei zwar keine Position für den Bahnbau enthalten; des­halb dürfe aber nicht auf eine Aenderung in der Stellung der Regierung in dieser Sache geschlossen werden. Es sei dringend zu wünschen, daß der Reichstag in zweiter und dritter Lesung den Gesetzentwurf wegen Baues der Eisen­bahn Tar-es-Salaam-Mrogoro nut den in der Budget- kommission vorgeschlagenen Aend'erungen annel)me._ Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg befürwortete folgende Resolution:Der Kolonialrat bestätigt in entschiedener Weise die früheren Resolutionen zu Gunsten einer raschen Inangriffnahme der Bahn Tar-es-Salaam-Mrogoro, sowie zu Gunsten einer zielbewußten Eisenbahnpolitik im ost- afrikanischen Schutzgebiet". Die Resolution wurde einstim­mig angenommen.

Ter Ausschuß des Verbandes Deutscher Ar» b e i t s n a ch w e i s e ist nach eingehenden Berichten und Erörterungen über die Arbeitslosen frage zu folgen­den Ergebnissen gelangt: Der Ausschuß erachtet es für notwendig, den Versuchen zur Uebertreibung und zur Verschleierung bezüglich des Umfanges der zur Zeit in Deutschland herrschenden Arbeitslosigkeit in gleichem Maße entgegen zu treten. Daß eine über den gewöhnlichen winterlichen Umfang hinausgehende Arbeitslosigkeit be­steht, ist unbestreitbar, daß sie aber den Charakter eines Notstandes angenommen habe, findet in den vor- liegenden Berichten keine Begründung; die Arbeits­losigkeit ist vielmehr über die verschiedenen Teile des deutschen Reiches ungleich verteilt. Ein wesentlicher Teil arbeitslos gewordener ist anscheinend von solchen Erwerbs­zweigen ausgenommen, zu denen bisher ein Zudrang von Arbeitskräften nicht stattfand. Die gegenwärtige ge­spannte Lage des Arbeitsmarktes zwingt, mit der Möglich- teit zu rechnen, daß insbesondere bei einem strengen Winter ein dtotstand infolge großer Arbeitslosigkeit ein­tritt. Staat und Gemeinde müssen, insoweit dies nicht bereits geschehen ist, diese Möglichkeit ins Auge fassen. Insbesondere wird eine beschleunigte Inangriffnahme be­reits beschlossener Arbeiten, Bewilligung von Mitteln für