Ausgabe 
26.10.1901 Zweites Blatt
 
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Bis dahin würden sich bereiten können. In M

k

118

Rosen

3 Uhr.

Tendenz: fester.

den Mannschaften des brasiliani- wegen Geldstreitigkeiten mit dem Der brasilianische Konsul lies

25.50

25.40

84.40

SO/. Portugiesen . 3J/o Mexikaner 4Vg5/ö Chinesen .

Havre, 25. Okt. Unter schen DampfersTryna" brach Kapitän eine Meuterei aus. neun Matrosen verhaften.

p lo t t entdeckt Brüder Brüder

Reichsanleihe do.

Konsole do . .

Hessen

. 100.50 . 89.30 . 100.55 . 89.45 . 98.10

. 99.30

. 195.20

. 171.20

. 118.00

. 118.50

. 130.40

. 133.70

. 155.50 . 181.00 . 152.20 . 155.40

Familien.

Buffalo, 25. Okt. Das Defizit der pauameri. anischeu Ausstellung, die am 2. November geschlossen

Wöhlerschule, Ziehen, ist zum Oberstudiendirektor beim Kom­mando des Kadettenkorps ernannt worden. Ein Wein- wirt in Mainz begegnete auf der Ludwigstraße einem schweren, mit Waren, Kisten und Kasten beladenen Rollwagen. In dem Augenblick, als der Wirt an dem Wagen vorüber­gehen wollte, lößte sich eine schwere Kiste von dem Wagen ab und stürzte ihm auf den Kops. Blutend brach der Mann zusammen und mußte in einem Wagen nach Hause gebracht werden. Die Verletzung des Verunglückten ist schwer. In der am Montag m Kassel abgehaltenen Sitzung der Aerztekammer der Provinz Hessen-Nassau wurde u. a. eine an die rheinische, sächsische usiv. sich anlehnende Standcs- ordnung für die Aerzte der Provinz Hessen-Nassau angenom­men, sowie der Gründung einer ärztlichen Unterstützungskasse in der Provinz Hessen-Naffau zugestimmt.

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Gotthar ibahn . . . Laurabütte . . . . Bochum . . . . . Harpener . . . .

Reise angestrengt.

Montceau-les Mines, 25. Okt. Eotte erklärte, er glaube nicht an einen Generalstreik vor dem 1. November. Er versicherte, die Zahl der entlassenen Arbeiter sei bedeutend übertrieben worden. Es seien in Wirklichkeit nur 400 Arbeiter entlassen worden.

Nancy, 24. Okt. In einer Versammlung Les Syndikats der Schuhmachergesellen wurde der General- Aus st and in sämtlichen Fabriken Nancys beschlossen.

Wien, 25. Okt. Der Besuch des Großfürsten Michael Nikolajewitsch steht bevor. Man nimmt an, daß er mit einer wichtigen Mission betraut sei. Wahrscheinlich handle es sich um eine Verständigung über die Balkan-» frage sowie um eine Vereinbarung betreffend der ge­meinsamen Abwehr der Bedrohung der russischen und öster­reichischen Wirtschafts-Interessen durch den deutschen Zolltarif.

A l g i e r, 24. Okt. In Milianah kam es zu einem blutü gen Z u s a m m e n st o ß zwischen Militär und Eingeborenen, wobei ein Soldat und zwei Eingeborene getötet wurden.

New-York, 24. Okt. Ein von Eouncil Bluffs nach Kansas Eity gehender Zug ist bei Extina (Iowa) ent­gleist. 36 Personen wurden verletzt, 11 davon, wie man fürchtet, tätlich.

New-York, 25. Okt. Ein neuer Einfall Uribes, der 2000 Mann befehligt, wird gemeldet. Die philippinische Junta in Hongkong proklamierte den General Malvar als Nachfolger Aguinaldos.

3'/r°/o 3% W/c 3°,o 3*/2%

'ne Marryr, ver sich nn Besitze emcs vollständigen BerzeüyrttM aller Anarchisten Barcelonas befand.

Lissabon, 25. Okt. (nn neues Rek rutierun gS- gefetz ist veröffentlicht worden. Ter Dienst ist obligatorisch und eine Stellvertretung nur unter Brüdern gestattet. Vom Dienst sind frei gewe.hte Priester und die übrigen Stützen armer

Kirchliche Kachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 27. Oktober. 21. nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadttirche.

Vormittags 97, Uhr: Professor D. Drews.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein.

Nachmittags 27, Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein,

kranzandacht mit Segen.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde.

Samstag, den 26. Oktober 1901.

Vorabend: 500 Uhr. Morgens 9 Uhr. Nachmittags: Schrifterklärung. Sabbathausgang: 600 Uhr.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. M., 25. Oktober.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.

Sabbathfeier am 26. Oktober 1901.

Freitag abend 4". Samstag vormittag 880. Nachmittag 330.

Sabbathausgang 600.

Wochengottesdienst: morgens 700 Uhr, abends 480 Uhr.

Arbeiterbewegung.

Paris, 24. Okt. Tie Hauptmilglieder des Komitös der Propaganda erklären, den Beschluß der Delegirten in St.-Elicnne habe sie sehr überrascht. Tie Vertagung des Aussiandcs werde den Aithängern des Komites das Gelingen der Bewegung sichern. " ' ' die verschiedenen Arbeiterverbände vor-

Vv.v..v.. ........... Jir Montceau-les-Mines hat das Dekret des Präfekten betreffend die Abgabe von Kriegswaffen keinen besonderen Eindruck gemacht, weil viele Waffen verborgen worden sind. Von Paris aus werden täglich chiffrierte Telegramme an Gar- nüonen abgesandl, um Truppen sür pie Kohlenbecken zu inobiliffereu.

50j. Italien. Rente

4 /o Griech. Monopo.l-Anl, 42.10

Samstag den 26. Oktober.

Nachmittags um 47, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag den 27. Oktober. 22. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste hell. Messe;

vor itnb in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.

um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; daraus Rosenkranz-Andacht mit Segen.

An den Werktagen ist täglich des Abends um 6V2 Uhr:

Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.

Nächsten Sonntag den 3. November findet im Abendgottes­dienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Mackus- gemeiirde gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Pfarrer Dr. Grein wohnt jetzt Aliccstraße 12 Part.

Nächsten Montag den 28. Oktober, abends 8 Uhr, Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend und zwar im 0 b e r e n Kon- irmandensaal der Matthäusgemeinde, im unteren der Marcus- genreinde, zu welch beiden auch die Neukonfirmierten einge­laden werden. ,

Donnerstag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, Bibelstunde. Jac. ff. Pfarrer Dr. Grein.

In der Johanneskirche.

Vormittags 97, Uhr: Oberkonsistorialrat Waas.

Vormütags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde.

Psarrer Euler.

wird, wird 4 Millionen Dollars betragen.

New-Yort, 25. Okt. Tie Jubelfeier der YaleA- Universität nahm einen programmäßigen Verlauf. Roose­velt, sür deffcn persönliche Sicherheit umfassende Sicherheits« maßregeln getroffen waren, unterließ das bisher übliche Hände- chütteln bei dem öffentlichen Empfange.

Berlin, 25. Okt. Am Abschieds-Diner des bis- herigen chinesisck)>cn Gesandten in Berlin nahmen u. o. teil die Minister Schönstedt, Studt, v. Goßler und Möller, einer Graf Eulenburg. Ter Gesandte brachte in chinesi- cher Sprache ein Hoch auf Kaiser Wilhelm aus, das von dem Dolmetscher Dr. Kreie übersetzt wurde.

Kiel, 25. Okt. Während des Aufenthaltes des Schul- chiffesStein" vor Madeira erkrankten während der Ab­haltung von Schwimmübungen mehrere Schiffsjungen. Drei von ihnen können die Fahrt nach Mittel-Amerika nucht mitmachen und sind mit einem Handelsdampser zur Heil­ung nach Kiel zurückgekehrt.

Hamburg, 25. Okt. Der DampferEtna" der Rhe-, derei Joost ist in Fehrmarnsund infolge einer plötzlichen Boe gesunken. Die Mannschaft ist gerettet.

L o n d o n, 25. Okt. DieTimes" melden aus Shang­hai: Ein amtliches Telegramm aus Autschang besagt, der Kaiser beantwortete den kräftigen Einspruch der Vizetönige Tschangtschitung und der anderen Vizekönige des Südens gegen den .M and s chureiv e rtr a g mit der Frage, welche Mittel die Vizekönige zum Wider stände gegen Rußland anzuwenden Vorschlägen, und welche Aussicht auf Unterstützung seitens Englands und Japans!

London, 25. Okt. Der unionistische Abg. Winston. Churchill, Sohn des Lord Churchill und gewesener Kriegsberichterstatter der Morning Post in Transvaal, hielt anläßlich einer unionistischxn Kundgebung in Leicester eine Rede, worin er die militärische Lage in Südafrika irr düsteren Farben schilderte, und behauptete, dieselbe sei nicht weniger gefährlich als sie im Jahre 1899 gewesen ist. Die Regierung sollte unverzüglich Vorkehrungen treften für einen neuen Feldzug mit frischen Truppen und entschlossenem Feldzugsplan, damit der Krieg, wenn nicht früher, so doch wenigstens im nächsten Frühjahr ein Ende fände.

London, 25. Okt. Der König empfing gestern den General Hildy ard in Audienz, der sich in seiner neuen Stellung als stellvertretender Kommandant von Aldershot meldete.

London, 25. Okt. Den Blättern zufolge hat das Za­renpaar die Einladung König Eduards, nach England zu kommen, angenommen. Die Reise soll im nächsten Sommer oder Herbst stattsinden.Morning Leader" berichtet aus Brüssel, Dr. Leyds habe auf Befehl des Präsidenten Krüger eine P r o t e st n o t e an die Mächte gesandt, betreffend die Behandlung der Buren-, frauen und Kinder in den Konzentrations^ lagern.

des Schahs und der Großvezir sein. Die beiden seien verhaftet und ins Gefängnis abgeführt, der Großvezir zum Tode verurteilt worden. Die Passa­giere des Dampfers Senegal, die infolge des Aus­bruches der P e st verhindert waren, chre Palästinareise fortzusetzen, und während acht Tagen in Quarantäne ge­halten wurden, haben gegen die Schiffahrts-Gesellschaft einen Pr ozeß auf Rückerstattung des Fahr-, Preises im Betrage von 1800 Francs sür die abgebrochene:

Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Am Sonntag, den 3. November, Beichte und heiliges Abend­mahl sür die Lukas- und Johannesgemeindc im Abendgottesdienst. Anmeldung vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten.

Montag, 28. Oktober, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche, Psalm 1. Pfarrer Euler.

Am Sonntag, den 3. November feiern wir das R e for­ma t i o n s f e st. An diesem Sonntag wird eine Kollekte erhoben für die G u st a v - A d o l s s - S t i f t u n g.

Katholische Gemeinde.

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Tie in dem gestrigen EingesandtGießener Bräun­te i n b e r g w e r k e" ausgestellten Behauptungen sind im Wesent­lichen unzutreffend. Man will eine öffentliche Polemik, zu der das Eingesandt heraussordcre, vermeiden und sür jetzt nur der Angabe mit alter Entschiedenheit widersprechen, daß je­mals von dem Bevollmächtigten des Hrn. Fernie eine unehren­hafte Handlung verlangt worden sei. Tie Austlärung wird irt der Generalversammlung erfolgen.

Auf die verschiedenen Anfragen erwidern wir, daß nunmehr die Sammlung sür freiwillige Gaben zur Anschaffung des Werkes K n i g g e ' sUmgang m i t M e n s ch e n" geschloffen und das Werk,' mit entsprechender Widmung versehen und-zur recht fleißigen Benutzung empfohlen, gestern dem Reichstags- und Landtags­abgeordneten Köhler gesandt worden ist. Hoffentlich verfchlt es nicht seine Wickung.

Die von unserem Reichstags-Abgeordneten als geistig beschränkt bezeichneten Handwerker von Stadt und Land.

Gerichtssaal.

e. Gieße», 22. Okt. G e w e r b e g e r i ch t. Ten Vorsitz führt Beigeordneter Wolff. Als Beisitzer fungieren Kommerzien­rat E m m e l i u s unb Schreiner Heinrich M ä n n ch c. Es stehen fünf Klagen zur Verhandlung. Der Taglöhner Friedrich Wiese von hier klagt gegen den Fuhrunternehmer Karl Jug Hardt H. von hier auf Zahlung von 33 Alk. rückständigen Lohnes. Der Be­klagte wendet ein, daß Kläger gerade 4 Wochen bei ihm in Arbeit gestanden habe und daß er ihm dafür24Mk. schulde, denn erzähle feinen Knechten neben Kost und Logis im Winter per Woche 6 Ntk. Er habe an den Kläger bereits 3,90 Alk. gezahlt und verlange 20 Mk. Entschädigung, weil Kläger, anstatt in der Sandgrube zu sein und die Abfuhr des Sandes zu überwachen, sich in ein Wirtshaus ge­setzt habe, so daß mehrere Wagen Sand von Fremden ohne Be­zahlung abgefahren worden seien. Kläger behauptet, 6 Wochen bei dem Beklagten in Arbeit gestanden zu haben und bestreitet das weitere Vorbringen des Beklagten. Das Gericht erläßt Beweis­beschluß. Es sollen drei Zeugen vernommen werden. In der Sache des Kellners Franz S i b e r, z. Z. in Frankfurt a. M., gegen den Restaurateur Gustav S k a l i z k y von hier, über die bereits berichtet wurde, wurde die als Zeugin benannte Buffetdame ver­nommen. Diese sagt aus, daß Siber öfters zu spät zur Aufnahme seiner Dienstverrichtungen erschienen sei, so am Tage seiner Ent­lassung erst 5 Minuten vor 11 Uhr anstatt um 9 spätestens 9'/, Uhr. Siber habe sich bei seinem Erscheinen nicht entschuldigt, es sei ihm auch von dem Beklagten früher schon Vorhalt wegen des Zuspät­kommens gemacht worden. Das Gericht hat unter diesen Umständen die Klage kostenpflichtig abgewiesen. Die Klage des Backstein­machers Konrad Heß in Krosdorf gegen den Bauunternehmer Scheppelmann von hier kommt heute zum zweitenmal zur Verhandlung. Einen Teil der Ansprüche läßt der Kläger fallen, einen Teil erkennt der Beklagte an und wegen eines Postens so­wie wegen der Behauptung oes Klägers, er sei ohne Einhaltung der Kündigungsfrist entlassen worden, muß Beweis erhoben werden. Der Schneidergeselle Ludwig Grünewald von Alten-Buseck verlangt von dem Damenschneider Anton Brezina von hier 24 Mk. rückständigen Lohn. Der Beklagte wendet ein, daß ihn Kläger durch Lieferung schlechter Arbeit sehr geschädigt habe. Es kommt schließlich ein Vergleich zu stände, wonach Beklagter an Kläger zur Beseitigung von dessen Ansprüchen h Mk. bezahlt. Als letzte Sache soll die Klage des Bauführers Adolf Klees von Kirchhofen gegen die Firma Birkenstock u. Schneider hier zur Verhanolung kommen. Es wird rückständiger Lohn und die Ausstellung eines ordnungsmäßigen Zeugnisses verlangt. Für die beklagte Firma ist niemand erschienen. Kläger will nochmals ver­suchen, sich mit der Firma in Güte zu verständigen. Ein Antrag wurde deshalb nicht gestellt.

Ein betrogenes Gymnasium. Das Landgericht Tilsit hat dm 13. August neben zwei gleichaltrigen Mitangeklagten den 18 Jahre alten Bautechniker Max Schulz wegen schwerer Ur­kundenfälschung und Betruges zu einem Jahre zehn Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Ein früherer Schullamerad des Schulz, Luna, brauchte Geld. Schulz riet ihm, die Gymnasialkasse zu prellen, was leicht zu machen sei, da der Rendant der Kasse, Professor H., ein sehr kurzsichtiger Mann sei und jede Rechnung bezahle, auf der er die Zahlungsanweisung des Direktors sehe. Beide Burschen stellten nun mehrere Rechnungen über Lieferung vcn Holz usw. an das Gymnasium aus, und Schulz, der die Unterschrift des Direktors kannte, setzte dessen Richtigkeits­vermerk darunter. In der Dämmerzell gingen sie dann zu Pro­fessor X., der ihnen die Beträge auszahlte. Auf diese Weise ist das Gymnasium um 10,400 M k. geschädigt worden. Beihilfe hierzu hat der ebenfalls verurteilte dritte Angeklagte Horch ge­leistet. ein vierter, D o n a t, ist wegen Hehlerei verürteilt worden. Schulz hat Revision eingelegt und behauptete, es seien von den 17 Fallen zwei zu Unrecht als besondere Strafthaten angesehen worden; da die beiden Quittungen an einem Tage ausgestellt seien, könne auch nur eine Handlung angenommen werden. Trotzdem der Reichsanwalt die Revision befürwortete, erkannte das Reichs­gericht am Dienstag auf Verwerfung des Rechtsmittels.

Montceau les Mines, 25. Okt. Bisher sind etwa 100 Gewehre abgeliesert worden. Morgen wird mit Haussuchungen begonnen. Es herrscht vollständige Ruhe.

Caracas, 25. Okt. (Reuter.) Der Zwischenfall bei der An­wesenheit des deutschen KreuzersVineta" ist durch die deutsche Gesandtschaft befriedigend geregelt worden. Tie Befürchtungen hinsichtlich der Verhandlungen find geschwunden.

Rom, 25. Okt. In einem heftigen Artikel, betiteltder Skandal des Prof. Spahn", behauptet die vatikanische Voce della verita" zu wiffen, daß der Bischof von Straß­burg allen an der dortigen Univerfität eingeschriebenen Semi­naristen und katholischen Studenten verboten habe, die Vorlesungen des Prof. Spahn zu besuchen, indem er ferne zuerst gegebene Erlaubnis zurückzog, da fich dieUmstände geändert" hätten. (Die veränderten Umstände werden offenbar darin gefunden, daß Spahn vor drei Jahren Annäherung au den früheren Jesuiten Grafen Hoensbroich gesucht und ge­funden hat)

Barcelona, 25. Oktbr. Tie Polizei verhaftete den aus Turin hierher gekommenen italienischen Anarchisten

Ucneste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Weimar, 25. Okt. Gegen 22 teilweise angesehene Frauen ist die Anklage wegen Verbrechens gegen das kei­mende Leben erhoben worden. Die Verhandlung wird vom 14. bis 16. November vor dem Schwurgericht in Rudolstadt stattsinden.

P a r i s, 25. Okt. Wie verlautet ist die Regierung nun- mehr entschlossen, sich Genugthuung seitens der tür­kischen Regierung zu verschaffen, deren Verschleppungs-Po­litik die Geduld der französischen Regierung schon lange auf die Probe gestellt hat. Die französische Regierung hat nach Toulon den Befehl gegeben, alte Vorbereitungen zur Abfahrt einer Schiffs-Divison in kürzester Zeit zu treffen. Aus Teheran wird gemeldet: Ein Kom- gegen das Leben des Schahs sei angeblich worden. Die Hauptschuldigen sollen die beiden

UnlverstMs-Nachrichten.

Halle, 24. Okt. Die Begräbnisfeierlichkeit für den Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Maximilian M a e r ck e r begann gestern Nachmittag. Nachdem der ChoralBefiel du deine Wege" verklungen war, hielt Pastor Meinhof die Ansprache und sprach den Segen über dem Sarge, dem der Gesang des ChorsSelic sind des Himmels Erben" folgte. Am Grabe segnete Pastor Meinho den Sarg ein, und sprach das Vaterunser. Geheimrat Volbard feierte die universelle Bedeutung des Gelehrten und sein thallräf- tiges Wicken zur Hebung der Landwirtschaft. Nach ihm sprach Landesökonnmierat v. Mendel-Steinfels, Dr. Schneidewind, der Leiter der agrckultur-chemischen Versuchsstation, zollte dem großen Manne, dem großen Charakter, dem unermüdlichen Arbeiter, der selbst aus dem Kraickenbette noch mehr gearbeitet habe als mancher Gesunde, Worte warmer Verehrung und aufrichtiger Dankbarkeit, und Professor Wagner von der Versuchsstation D a r m st a d t, widmete dem Kollegen, der ein leuchtendes Beispiel sei für alle, feierliche Abschiedsworte.

Gegen das Mcdizinstudium der Frauen haben sich an 0er Königsberger Universität die drei ordentlichen Pro­fessoren der Anatomie, Chemie und Physik erklärt. Sie haben ihre Vorlesungen den weiblichen Studierenden verschlossen und den sftauen damit überhaupt ein ordnungsgemäßes Studium in der Medizin an der dortigen Alma mater unmöglich gemacht.

Als Ersatz für Pros. Dr. Albert in Halle, der, wie schon mitgeteilt, den an ihn ergangenen Ruf als ordentlicher Pro­fessor der Landwirtschaft an die Universität 05 i e g e n angenommen hat, ist der ordentliche Pros. Dr. Max Fischer in L e i p z i g ausersehen.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

8§ Gießen, 24. Oktober. Bei dem Markte am 22. und 23. Oktober waren aufgetrieben 1110 Stuck Rindvieh und 1290 Schweine. Der nächste Markt findet am 26. und 27. November statt, an letzterem Tage auch Krämermarkt.

M.-6tladbach, 24. Okt. Die Einweihung der höheren Fach­schule für Baumwollindustrie findet am 7. November statt. Die Minister Möller und v. Rheinbaben sagten ihr Er­scheinen bei der Feier zu.

Berlin, 24. Okt. Der weitere Airsschug des Handelsvertrags­oereins wählte Bergrat G o t h e i n einstimmig als stellvertretenden Vorsitzenden an Stelle des Geheimraths Herz.

Oedenburg, 24. Okt. Der Untersuchungsrichter verhängte Über den Fabrikanten August Friedrich, Vizepräsident der fal- liten Bank, Untersuchungshaft. Heute wurde festgestellt, daß der ehemalige Direktor der Oedenburger Bau- und Boden­kreditbank, Alfred S ch l a d e r e r, dreihundert Stück Prioritäten der Eisenburger Elektrizitätswecke im Nominalbetrag von 600 000 Kronen fäls ch te und bei hiesigen Firmen lombardierte.