Der JahreSüberschutz hat 243379 Mk.
St. 0—0
2 et 13—14 Enteneier 1 St 7—8 d, Gänse-
MLrkte.
Marktberichts Auf dem heutigen per Pfd. M 1.10—1.20, Hühnereier per
«ietzen, 25. Jult
Wochenmarkt kosteten: Butter
Kitteratur, Wissenschaft und Kunst.
Darmstadt, 23. Juli. Thomas Koschat mit seinem Quintett hat am Montag abend vor einem zahlreichen Publikum im .Saalbaugarten konzertiert. Das Publikum brachte den Liedervorträgen ungeschwächtes Interesse entgegen, und erbat sich von den wackeren Sängern mehrfache Zugaben. Dem persönlichen Interesse an dem Träger des berühmten Namens gab besonders der werbliche Teil der Zuhörer dadurch Ausdruck, daß er den alten Herrn in den Pausen um Autogramme bestürmte, die er mit großer Geduld und Liebenswürdigkeit zu hunderten niederschrieb.
Im Berliner Zentral-Theater beging am Sonntag „Die Geisha" das Jubiläum der 700. Vorstellung.
Bayreuth, 24. Juli. Auf Veranlassung der Frau Wagne/r waren an alle noch lebenden Künstler und Künstlerinnen, die an den Festspielen im Jahre 1876 beteiligt waren, Einladungen ergangen. Die meisten folgten den Einladungen, und kamen hierher. Heute mittag fand ein Jubiläumsbankett statt, woran u. a. Albert Niemann, Eugen Gura und Frau Materna sowie sieben Orchester Mitglieder mit Hans Richter an der Spitze teilnahmen. Bei dem Festessen, wozu auch zahlreiche andere Sängerinnen und Sänger erschienen waren, hielten Siegfried Wagner und Häns Richter Ansprachen.
auf 17 277 549 Mk, der letztere also im Durchschnitt nur auf 58°/0 de« Kaufpreises gestellt hat.
betragen.
Ite
eiet per St. 11—12 Käse 1 St. 5—8 Käsematte 2 St 5—8 Erbsen per Liter 22 4, Linsen per Liter 84 4, Tauben per Paar * 0.75-0.90, Hühner per St. JM, 1.00—1.50, Hahnen per Stück * 0.80—1.40, Guten per St. M 2.00—2.20, Gänse per Pfd. M 0.00 bis 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—76 , Kuh» und Rindfleisch per Pfund
60—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 64—80 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 84 Kalbfleisch per Pfd, 60—66 L, Hammelfleisch per Pfd 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 6,00—9.00 JfC, Weißkraut per St. 00—00 , Zwiebeln per Etr. A 8.00—8.50, Milch per Liter 18 .
Kirschen per Pfd. 15 —20 Pfg.
Zaun der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags.
)( Grü n ber g, 24. Juli. Heute fand hier der sogenannte Jakobimarkt statt, welcher insofern vom Wetter begünstigt war, als der Regen den Landbewohnern den Besuch des Marktes ermöglichte. Mit Schweinen, namentlich Ferkeln, war der Markt sehr stark befahren. Die- Preise hielten sich auf der gleichen Höhe, wie auf dem letzten Markte. Das Pgaig 6 bW 8 Wochen alte Ferkel kostete durchschnittlich 48 bis 55 Mark; ältere wurden zu 60 bis 80 Mark, je nach der Qualität, verkauft.
() Ulrich st ein, 24. Juli. Unser dreitägige „Jakobimarkt", einer der berühmtesten Märkte Oberhessens, wurde vorgestern, gestern und heute abgehalten. Der Bullen- und Rindviehmarkt war am ersten Tage sehr gut befahren, und erinnerte in seinem Marktgedränge lebhaft an die früheren Glanzzeiten unseres Jakobimarktes'. Trotz der durch den Futter- und Heuausfall gedrückten Preise herrschte ein flotter Handel, und ein lebhaftes Geschäft, so daß das meiste Angebot auch Absatz sand. Obwohl die Preise für das Rindvieh nolchf üiedrig waren, war doch ein kleines Anzeichen bemerkbar, was wohl der Eintritt nasser Witterung verursachte. Begehrt war insonderheit das -Schlachtvieh, das besonders von Handelsleuten für Gießener Märkte ausgebraucht ivurde. Am billigsten stand das zur Mast 'bestimmte Jungvieh, von dem Stücke zu 70, 80 bis 100 Mark leicht zu kaufen waren. Auch auf dem gestrigen zweiten Viehmarkttage war die Auffahrt mit Rindvieh noch gut, es herrschten die gleichen Preisverhältnisse wie am vorigen Tage. Auffallend viele Ziegen tvaren gestern zum Angebot gebracht worden. Der gestrige Schweinemarkt zeigte eine solch starke Auffahrt, daß von einem „Ueberfahren" geredet wurde. Dessenungeachtet entfaltete sich ein reger Handel bei recht hohen Preisen. Diese betrugen für die Ferkel zweiter Güte 40 bis 50 Mk., erster Güte 50—60 und 60—70 Mark. Billiger ivaren die Einle'geschweine, deren Preise eigentlich in keinem rechten Verhältnisse zu den Ferkelpreisen standen. Dem heutigen dritten Markttage, der dem Krämer- und Vergnügungsmarkte gehört, that das Regenwetter vielen 2lbbruch.
Krefeld, 24. Juli. Seit heute nachmittag finden mit dem Bankhause von Be ck e r at h -H ei l m a n fl dahier wegen Uebernahme der Firma durch ein größeres Bank- Institut Verhandlungen statt, die jedenfalls zu einem befriedigenden Ergebnis führen werden. Die Firma von Beckerath-Heilmann ist an dem Terlindenschen , Krach mit 1 292000 Mark beteiligt. Wie von maßgebender Stelle versichert wird, ist Grund zur Beunruhigung der Gläubiger absolut nicht vorhanden.
Die Versicherung gegen Einbruch-Diebstahl hat während der letzten Jahre in allen Teilen Deutschlands eine außerordentlich günstige Aufnahme gefunden. Die Gesellschaften versichern Mobiliar und Waren, Wertgegenstände und Bargeld gegen jeden Diebstahl, welcher mittelst Einbruchs oder Einsteigens, oder mittelst falscher Schlüssel, oder durch nächtliches Einschleichen zur Ausführung gelangt. Nach den Angaben des Statistischen Jahrbuches für das Deutsche Reich sind im Jahre 1898 in Deutschland 97 201 Personen wegen Diebstahl verurteilt worden. Es entfallen also auf 100 000 strafmündige Personen innerhalb eines Jahres 256 Bestrafungen wegen Diebstahls. Die Zweckmäßigkeit des Abschlusses einer Versicherung gegen die sich hieraus ergebenden Schädigungen des Eigentums scheint hiernach erwiesen zu sein. Wie sehr dieser neue Versiclwrungszweig beliebt geworden ist, er- giebt sich aus der Thatsache, daß bei der bekannten Aachener und Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft, welche die Versicherung gegen Einbruch-Diebstahl seit einigen Jahren eingeführt hat, bereits mehr als 20000 Personen solche Versicherungen abgesckLossen haben. Die Prämien der Ein- bruch-Diebstahl-Versich^rung sind niedriger als diejenigen der Feuerversicherung. ( • ..4
Preußische «enten-Berfichernrrg-Anftolt in Berlin. Nack dem Rechenschaftsbericht für 1900 hat die Anstalt zur Zeit an Rente jährlich 5 444 478 Mk. zu zahlen. Auherdem bestehen bei ihr noch Verstcherungen über ausgeschobene Renten im JahreSbetrage von 747100 Mk. und Kapitalverficherungen im Betrage von 4 031 440 Mk. Sie ist die bedeutendste Rentenanstalt Deutschlands. Ihre Deckungsfonds für Verstcherungen beziffern fich auf 89 688 658 Mk., ihr Spar- kaffenfondS auf 12637 006 Mk. und ihre Sicherheitsfonds tut 6572 712 Mk. Von ihrem Vermögen find angelegt 7149 427 Mk. in müudelfichern Wertpapieren und StaatSschuldbuchsorderungen, 6 614 285 Mk. in Darlehen an Kommunalverbände und 92529144 Mk. in Hypotheken. Als BeleihungSgrenze bei Hypotheken gelten 60 Prozent des Gruudstückwertes und wie diese Grenze innegehaltm wird, läßt der Umstand erkennm, daß fich der Kaufpreis der beltehenen Grundstücke in 198 Besitzwechselfällen, die während der letzten fünf Jahre vorgekommen sind, auf 29 744 799 Mk., der Betrag der Hypotheken
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LarcdwE rlWetheWer- m Schluß stand er Gräfin Mar- >urg gegen den ir Verhandlung, kläger öffentlich Veise mit ihren Das Schöfsen- >en Angeklagten :nnte wegen Be-, m 200 Mk., dev rtnis hatte der entigen Sitzung n Vergleich des ihre ^riMtfiage des Verfahrens icht wegen Che- Mn fei, fowie üs anrüchig be- iert, auf Grund ausgenommen zu
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UmoersiMs-Uachrichten.
— Der Ordinarius für klassische Philologie an der Universität München Wilhelm v. Christ begeht am 2. August seinen 70. Geburts-- tag. — Aus Braunschweig schreibt man: Die hiesige Technische Hoch, schule verlieh den Titel „Dr. Jng." dem Assistenten am Laboratorium für analytische und technische Chemie Johann Maier. Es ist dies die erste derartige Promotion an unserer Technischen Hochschule; bisher wurde der Titel nur einmal honoris causa verliehen. — Bor kurzem starb Frau Dr. Rachel Sloyd, Profeffor der Chemie an der Universität Nebraska bei Lincoln, Mitglied dec Deutschen Chemischen Gesellschaft.
Arrmischtrr.
* Koblenz, 24. Juli. Zwischen Höhr und Hillscheid wurde gestern abend ein lOjähriges Mädchen ermordet aufgefunden. Eine der That verdächtige Person wurde verhaftet. Eine weitere Untersuchung ist im Gange.
* Magdeburg, 22. Juli. Ein Soldat des hiesigen 26. Infanterie-Regiments versuchte am Montag unter eigenartigen Umständen seinem Leben ein Ende zu machen. Nachdem er sich mit einem dolchartigen Messer vier Stiche in die Brust beigebracht, stürzte er sich aus einem Fernster des zweiten Stockes auf den Hof der Kaserne hinab, von wo er in schwerverletztem Zustande in das Lazarett befördert wurde. lieber die Beweggründe, die den Unglücklichen zu seiner verzweifelten Thal getrieben, herrscht völliges Dunkel.
P l a u e n, 24. Juli. Infolge wolkenbruchartiger Regengüsse im Elstergebiet ist Hochwasser eingetreten. Die unteren Stadtteile von Plauen sind überschwemmt, der Verkehr wird durch Wagen vermittelt, und die Feuerwehr ist mit Rettungsarbeiten besHästigt. Gegen Mittag hat der Regen nachgelassen. Unglücksfälle sind nicht vorgekommen.
*Zu den Thaten des geisteskranken Barons von Stietencrou auf Oberweiler schreibt die „Straßb. Bürgerztg.": Auch über die Verwaltungsbehörde und die Sicherheitsorgane, denen das exzentrische, gewaltthätige und gemeingefährliche Wesen des Barons bekannt war, ergeht sich die sonst ruhige Bevölkerung in schweren Vorwürfen, daß man diesen Mann, der anläßlich der geringfügigsten Ursachen Mitbürger mit Erschießen bedrohte, und der auch thatsächlich vor einigen Jahren auf einen Arbeiter schoß, als dieser am Hellen Tage sich einige Zwetschgen unter einem Baume auflas, nicht früher unschädlich, machte. Auch hat er vor etwa drei Jahren eine in gesegneten Umständen befindliche Frau, die es wagte, über sein Eigentum zu gehen, „verhaftet" und drei Tage ohne Speise und Trank in seinem Eiskeller interniert. Durch die polizeilichen' Nachforschungen nach dem Verbleib dieser Frau wurde sie aus ihrem Kerker befreit. Wegen Freiheitsberaubung vor ein Kriegsgericht gestellt — Stietencron ist Rittmeister a. D. der 11. Ulanen — wurde er als unzurechnungsfähig auf einige Monate einer Irrenanstalt überwiesen. Tie eigene Frau, eine reiche, vornehme und beliebte Dame, geborene Schweizerin, hatte ebenfalls unter der Gewalt- thätigkeit ihres Mannes viel zu leiden. Sie mußte mehrfach Arreststrafen bei Wasser und Brot im Eiskeller verbüßen. Den Amtsrichter, der sich auf die telephonische Mitteilung Stietencrons an die Kreisdirektion, daß er einen Italiener aus „Notwehr" erschossen habe, sofort zur Aufnahme des Thatbestandes an Ort und Stelle begeben hat, habe der Baron barsch mit der Erklärung abgewiesen, daß er Offizier sei, und als solcher nur dem Militärgericht Rede stehe. Drei Kriegsgerichtsräte aus Straßburg haben nun am Sonntag vormittag der Obduktion der Leiche des Erschossenen auf dem Rathause in Niederweiler beigewohnt und den Thatbeftand ausgenommen. Wie erzählt wird, sei vorerst von einer Verhaftung Abstand genommen worden, weil Stietencron durch ein Attest dargethan habe, daß er nicht transportfähig sei. Er habe eine Verletzung am rechten Arme, den er in der Schlinge trage, durch die er seine Notwehr nachweisen will. Inzwischen ist Baron von Stie- tencron verhaftet worden. Wie die Verletzung entstanden ist, sei bis jetzt ein Rätsel, da kein Arbeiter dem Baron, etwas zuleide gethan, dieselben vielmehr, als ihr Kamerad durch zwei Schüsse hingestreckt war, alle schleunigst die Flucht ergriffen hätten. Der Vorfall selbst sott sich wie folgt, zugetragen haben: Der Ort Niederweiler baut eine Wasserleitung, deren Leitungsrohr auf eine kurze Strecke in das Eigentum Stietencrons zu liegen kommt. St. hatte ftüher hierzu sein Einverständnis erklärt, und sich ausgebeten, ihn von dem Beginn der Arbeit in Kenntnis zu setzen. Der Bürgermeister von Niederweiler begab sich am Donnerstag ins Schloß und teilte in Abwesenheit des Barons dessen Gemahlin mit, daß anderen Tages mit den Arbeiten begonnen würde. Diese nahm die Meldung mit dem Bemerken entgegen, es sei gut, sie würde es dem Baron sagen. Als anderen Tags etwa 8 bis 10 italienische Arbeiter die Arbeit beginnen wollten, forderte sie Stieten- cron auf, sofort sein Eigentum zu verlassen. Die Italiener verstanden aber den Baron nicht, und machten sich auftragsgemäß an ihre Arbeit. Daraufhin erschien er und sein Sohn — ein beurlaubter Militärkadett — jeder mit einer geladenen Flinte bewaffnet. Der Vater legte an und schoß dem Italiener Fossi mit einer Schrotladung auf eine Entfernung von 25 Schritt unter den linken Arm, wodurch eine leichte Verletzung durch einige Schrotkörner verursacht wurde. Mit einem unmittelbar folgenden zweiten Schuß und zwar einem Kugelschuß, wurde Fossi quer durchbohrt, und der Getroffene stürzte tot nieder. Die Auftegung in der Bevölkerung ist ungeheuer.
* Eine Hochzeit zu Haag in alter Zeit. Bor nicht langer Zeit füllten ganze Spalten der Tagespresse und nicht minder der Zeitschriften die Berichte über die Hochzeit der jugendlichen Königin Wilhelmina der Niederlande. Vielleicht dürfte es nicht ohne Interesse sein, die Zeremonie bei der Hochzeit einer ihrer Vorgängerinnen in alter Zeit hier wiederzugeben. Am 25. Juli 1401, also genau vor 500 Jahren, wurde „die Tochter von Holland", Jakobäa von Bayern, geboren, die letzte Wittelsbacheckin auf Hollands Thron, von der die Herrschaft auf Burgund überging. Ihre Hochzeit mit dem Herzog Johann von Brabant schildert Franz v. Löher in seinem auf Veranlassung Königs Max II. von Bayern herausgegebenen Werke: „Jakobäa von Bayern und ihre Zeit" folgendermaßen: Am 10. März 1418 füllte sich in der Abenddämmerung der Rittersaal zu Haag mit glänzenden Reihen von Baronen, Rittern und Ratsherren aus Brabant, Hennegau, Holland und Seeland. Als alle versammelt waren, erschienen die Verlobten im Geleite der Herzogin-Witwe Margaretha von Burgund, des Herzogs von Berg, des Bischofs von Tournay, des Grafen von Reifferscheid! und anderer Prinzen. Der Kanonikus Wyardi von Mons trat vor und fragte in französischer Sprache den Bräutigam: „Willst Du, Johann von Brabant, die gegenwärtige Jakobäa von Bayern zur ehelichen Bettgenossin nehmen d und der Herzog antwortete: „Ja, ich will!" Dieselbe Frage und Antwort geschah seitens der Braut, darauf steckte der Herzog ihr seinen Ring an. Dann bestiegen sie ein Lager, das bereitet stand, und eine
Decke wurde über sie gezogen und nachdem sie sich unter ihr einen Kuß gegeoen, wurde die Decke wieder weggenommen. Tamil ivar Johann von Brabant ehelicher Vogt über Jakobäas Person, Lande und Güter geworden. Nach der Abendtafel wurde das junge Paar feierlich zur ehelichen Kammer geleitet und am andern Morgen überreichte der Gemahl in Gegenwart der Verwandten seiner Bettgenosfin die Morgengabe. Acht Tage lang dauerten die Turniere, Gelage und Abendtänze. Es waren Festlichkeiten von königlicher Pracht. Dann begannen die Neuvermählten die Rundreise durch dtordholland, damit in allen Städten und auf den Plätzen, wo es sonst Brauch war, der eheliche Vogt der Fürstin die Huldigung empfange. An Jakobäa erinnern heute noch in Holland kleine Kännchen aus hellgrauem Thon, „Kouw Jakobas Kannetzes" genannt, welche man nach fröhlicher Sitte zuerst leerte und dann rückwärts über den Kopf warf.
* Wr en, 24. Juli. In einer Kabine des Dianabades haben sich gestern zwei bildhübsche junge Mädchen, eine ^ntoristiu und eine Telephonistin, wegen unglücklicher Liebe zu einem und demselben Manne vergiftet.
Arbeiterbewegung.
Paris, 24. Juli. Aus Bastia (Corfica) wird gemeldet: Der Ausstand der Bahnangestellten ist beendigt. Die Züge werden von heute ab wieder regelmäßig verkehren.
PittSbrrrg, 24. Juli. Es verlautet, der juristische Beirat der „American Sheet Steel Company" habe fich an die Bundesgerichte gewandt um Erlaß einer Verfügung, die es den Ausständigen verbietet, sich in die Angelegenheiten der Nichtunionisten zu mischen. Dies dürfte der erste Schritt zur alleinigen Beschäftigung von Ntchtunionisten in mehreren Betrieben sein.
Imtimrirtfdjaft.
Berlin, 24. 3uni. Saatenstand im Deutschen Reiche Milte Juli: Nr. 2 gut, Nr. 3 mittel (durchschnittlich), Nr. 4 gering, Winterweizen 3,5 (15/6. 1901 3 5, 1-/7. 1900 2,4), Sommeiweizen 2,8 (2,8; 2,4), Winterspelz 2.6 (2,8; 2,2), Wtnterroggen 2,9 (2,9; 2,9), Sommerroggen 2,7 (2,7; 2,4), Sommergerste 2,6 (2,7; 2,3), Hafer 2,9, (2.6; 2,3), Kartoffeln 2,5 (2,4; 2,3), Klee 3,5 (3,3; 3,1), Luzerne 3,2 (3,0; 2,6), Wiesenheu 3,0 (2,8; 2,6). Die EmteauSstchten verschlechterten sich fast durchgängig. Vielfach ist da8 Futter schon knapp; eS wird Futtermangel befü chtet. Wesentlich günstiger wird die Lage in Bayern beurteilt, wo Ende Juni und Anfang Juli reichliche Niederschläge fielen, die in den meisten Gegenden dm früher« Schaden wieder gut machten. In Südbayern ist der Saatenstand sogar sehr günstig.
Sprechsaat
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt oie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, dm 25. Juli.
Die Stephanstraße ist im Laufe der letzten Zeit Nachts der Tummelplatz jugendliichen Unwesens geworden. Bevorzugt wird die Ecke Stephan- straße—Bismarckstraße, die den Herren anscheinend einen besonderen Anziehungspunkt bietet. Singmd und lärmend ziehen dieselben auf und nieder und stören sämtliche Anwohner in ihrer Nachtruhe. Wird diese Gegend nicht von den Patrouillen der Nachwache berührt, weil ein derartiger Unfug ungestört so lange vor sich gehen kann? Hoffentlich genügt dieser Fingerzeig, um Remedur herbeizuführen._________________X X
Familien Nachrichten.
Gestorben r Gr. LandgerichtSrat August Bergsträßer. — Apo theker Fritz Scriba in Darmstadt. — Heinrich Wellhöser in Frankfurt
Verlobter Hanna Simon mit Robert Hom, Lübeck-Mainz.
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. | 29. Woche. Vom 14. bis 20. Juli 1901.
Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (ind. 1600 Mann Militär) SterblichkeitSziffer: 22,08, nach Abzug der Ortsfremden 6,02%».
Kinder
Anm. Die in Klammem gesetzten Ziffern gebm an, wie oid der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießm gebrachte Kranke kommen.
SS starben an:
Zusammen: Erwachsene:
im
vom
1. Lebensjahr: 2.-
-15. Iah«
Tuberkulose
3 (3)
2 (2)
—
1 CD
KrebS
1 (1)
1 (1)
——
Herzfehler
1 (1)
1 (1)
—
—
Peritonitis
1 (1)
1 CD
—
—
Magenkatarrh
2
2
—
—
Altersschwäche
1 (1>
1 (1)
—
—
Lebensschwäche
1 (1)
1 (1)
—
Krämpfen
1
—
1
—
Summa: 11 (8)
8 (6)
2 (1)
1 (1)
Neueste Meldungen.
Berlin, 25. Juli. StaatSmiuister a. D. Bosse ist schwer erkrankt.
Danzig, 25. Juli. In Zoppot ertrank der 18jährige Sohn deS Bäckermeisters Rumpelthin.
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Wetter
Juli
Juli
8
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740,2
741,1
742,1
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88
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Heller Himmel Sonnenschein Bew. Himmel
+ 16,3
+ 16,4
+ 22,0
Still
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8.
4- 24.60 C.
4- 13.90 C.
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Höchste Temperatur am 23.-24.
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25.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt, den 25 Juli.
81/| % Boiohsanleihe . .10100 8 0/0 do . . 90 35 Bi/, i/o Konsole . . . . 10100 SC/e do ... 90 50
8V»% Hesse» . « . 98 90
5'Vo Italien. Bents . . . 97.10 40/0 Grieoh. Mcnop.-Anl, 42.50 8 ’Vo Portugiesen . . , 25.75 8 0/0 Mexikaner ... 26.20
Kreditaktien..... 198 90
Dißkonto-Kommandit . . 174,20
Darmstädter Bank . . . 125 90
Dresdener Bank .... 129 40
Berliner Handelsgec. . .135 10
Oeeterr. Staatshalt . . 136 30
Gotthardbahn .... 152.40
Laur&hütte ..... 181 80
Bochum......165.90
41/1 •/□ Chinesen .
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