Ausgabe 
26.4.1901 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

torfer, betreffend die Aufhebung des § 64 des Straf­gesetzes (Beleidigung von Mitgliedern des Kaiserlichen Hauses) zur Verhandlung. Perners- torfer führte aus: In Erzherzog Franz Ferdi­nand verkörpere sich der Klerikal Ismus. Deswegen sei es nötig, daß man dagegen ankämpfe. Nun werde man aber in diesem Kampfe durch das Verbot jeder Kritik an der Person des Erzherzogs gehindert. Man müsse gleiche Waffen haben. Redner schildert den Aufschwung, den das geistige Leben in Deutschland gewonnen hat, wogegen in O e st e r r e i ch im letzten Jahrzehnt alles geistige Leben durch den Einfluß der Klerikalismus unterdrückt worden sei. Redner nennt Anzengruber und Hamer- l i n g als die einzigen Dichter, die in der letzten Zeit in Oesterreich erstanden sind. Tie Christlich-Sozialen rufen: Sie haben Grillparzer vergessen." Ter Deutsche Berger sagt:Was Grillparzer über den Klerikalismus ge­schrieben:, sollten Sie sich hinter die Ohren schreiben." Durch diese Worte entsteht zwischen Christlich-Sozialen und Alldeutschen, die um die Bänke der Christlich-Sozialen grup­piert find, ein Wortwechsel. (Großer Lärm, der sich steigert.) Der Präsident versucht vergeblich, die Ruhe her­zustellen. Es kommt zu Thä t l i chke i t e n. Ter Präsident unterbricht die Sitzung und verläßt den Saal. Der Lärm dauert fort, bis nach einiger Zeit Ruhe eintritt. Nach ein­viertelstündiger Unterbrechung eröffnet der Präsident die Sitzung wieder. Pernerstorfer setzt seine Rede fort und schildert die Gefahren des Klerikalismus. Malik ruft Lueger zu:Lachen Sie nur. Sie verlachen die eigene Schande!" Die Christlich-Sozialen verlangen unter stür­mischen Zurufen die Erteilung eines Ordnungsrufes an Malik: sie klopfe nunterlautemSchreienaufdie Pultdeckel, sodaß Pernerstorfer seine Ausführungen unterbrechen muß. Ter Präsident erklärt, er habe den Zu­ruf Maliks nicht gehört, er werde sich das stenographische Protokoll vorlegen lassen. Stürmische Rufe seitens der Christlich-Sozialen:Ordnungsruf für Malik!" Sie klopfen auf die Pultdeckel, bis der Präsident erklärt, er ersehe aus dem Protokoll den Zwischenruf Maliks und erteile ihm einen Ordnungsruf. Stein ruft:Ich wiederhole den­selben Zwischenruf gegenüber Lueger". Der Präsident ruft ihn zur Ordnung. Stein ruft:Ich wiederhole ihn noch einmal." Endlich tritt Ruhe ein, worauf Pernerstorfer seine Ausführungen beendet. Ministerpräsident v. Kör­ber erklärt, daß die Regierung den Antrag Pernerstorfer entschieden ablehnen muß. Ter Antrag Pernerstorfer wird darauf abgelehnt. Am Schluß der Sitzung beschwert sich der Alldeutsche Berger über die Beschimpfungen seitens der Christlich^Sozialen und droht mit dem Faust- recht. Ter Präsident erwidert, er habe stets Beschimpf­ungen gerügt und werde solche stets rügen. Berger solle jedoch nicht provozieren. Im Einlaufe der Sitzung befand sich ein Antrag Schönerer, betreffend die g e s e tz l i ch e F e st- legung des Deutschen als Staatssprache, ein Antrag Stein, der die Regierung auffordert, eine Prüfung der Lehrsätze der Jesuiten durchzuführen und eine Gesetzes­vorlage vorzubereiten, durch die den Jesuiten der Aufenthalt in Oesterreich verboten wird, und ferner eine Interpellation Menger namens der deutschfort­schrittlichen Partei wegen Uebernahme des P r o t e k t o r a t s des katholischen Schulvereins durch den Erz- Herzog Franz Ferdinand.

Petersburg, 24. April. Zar Nikolaus II. wird mit seiner Familie etwa einen Monat lang in Zarskoje- Selo bleiben und dann nach Peterhof übersiedeln. Zur Zeit der großen Manöver, gegen Ende Juli, wird das Zaren­paar Krasnoje-Selo zu seinem Aufenthalt nehmen und später in Polen Jagden beiwohnen. Wie verlautet, wird der Zar und die Zarin etwa gegen den Herb ft eine Reise nach Dar nrst a d t unternehmen und daselbst einen Monat verweilen.

Peking, 24. April. General Bohron trifft Vorbereit­ung für die eventuelle Räumung der Punkte, die besetzt worden waren, um den regulären chinesischen Truppen Widerstand zu leisten; der Rückzug der Letzteren wird demnächst erwartet.

Aus Stadt und Land.

Sieben, 25. April 1901.

** Exzellenz von Liudequist ist gestern nachmittag mit seinem Adjutanten wieder nach Frankfurt abgereist; die Kompagniebefichtigungen durch den Generalleutnant v. Per bandt auf dem Trieb dauern noch fort. Der Generalstab deS 18. Armeekorps weilt noch hier zur Rekognoszierung eines geeigneten ManövergeländeS.

* Ernennungen. Der Großherzog hat den Land' richter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Karl Leb recht zum Landgerichtsrat bei diesem Gericht, den Amts­richter bei dem Amtsgericht Ortenberg Otto von Pfister zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starken­burg, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorsch Hermann Reuß zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen, den Gerichtsassessor Dr. Gustav Güngerich aus Bensheim zum Staatsanwalt am Landgericht der Pro­vinz Rheinhessen, den Gerichtsassessor Dr. Karl Pusch aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Orten­berg, den GerichtSassxssor Karl Trapp auS Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, den GerichtS- affeffor Ludwig Pfeiffer aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Schotten und den Gerichtsassessor Friedrich Gill er auS Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gernsheim ernannt.

** Bürgermeisterversammlung. Gestern fand rm Cafe Ebel hier eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gießen unter Vorsitz des Geheimrats v. Bechtold Zunächst erstattete Kreisamtmann Boeckmann ein ausführliches Referat über das neue Gesetz vom 17. Januar betreffeiid die Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forstwarte. Er hob hervor die Neuerungen des Gesetzes 1. Festlegung der Höl>e der Gehalte und 2. Einführung von Ruhegehalten und Hinterbliebenenverforgung, zeigte die Be­rechnung der Gehalte im einzelnen Fall und erörterte die Art der Aufbringung der Rrchegehalte und Äinterbliebeneu- gelder, entweder durch die gegründete Verbandskasse oder durch die einzelnen Gemeinden auf Grund Statuts. Bis jetzt haben zwei Gemeinden Statut beschlossen. Tie Ver­sammlung war überwiegend der Meinung, daß vom Erlaß eines Statuts vorläufig abznsehen und daß es wünschens­

wert sei, wenn der vorgesehene Staatszuschuß von 20000 Mark im vollen Betrag der Verbandskasse zufließe. Referent wies noch darauf hin, daß weder ein ungerechtfertigter Eingriff in die Selbstverwaltung der Gemeinden, noch eine übermäßige Belastung derselben vorliege; die Durch­führung des Gesetzes erfordere 69 000 Mark jährlich für alle Gemeinden, der Gemeindewald von zusammen 98000 Hektar liefere aber seit 10 Jahren durchschnittlich 92 000 Mk. Mehrerträge, zudem fallen die auf den Gemeindewald­ungen lastenden Staatsgrundsteuern im Gesamtbeträge von 74 000 Mk. infolge der Vermögenssteuer weg, sodaß die Gemeinden noch Vorteil hätten. Weiter referierte Bürger­meister Köhler-Langsdorf über die Revision der organ. Forstordnung von 1811 und der Instruktion vom 15. Juni 1880, die zurzeit begonnen wird, und forderte größeren Einfluß der Gemeindeverwaltung bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes durch die staatlichen Forstorgane und größeres Entgegenkommen der letzteren gegenüber den Wünschen der Gemeindevertretung. Regierungsrat Dr. Wagner hob darauf in seinem Referat über das Zwängs- erziehungsgesetz die durch das B.-G.-B. geschaffenen Neu­erungen hervor, und gab wertvolle Fingerzeige für die Durchführung der Bestimmungen. Er erörterte dann die Frage der Stempelpflicht von Wirtschaftskonzessionen und wies darauf hin, daß in einzelnen Fällen nur die Hälfte der Normalsätze zu entrichten sei; nämlich bei Wechsel des Wirtschaftslokals im Gemeindebezirk wesentlichen Ver­änderungen des seiterhigen Lokals oder wenn Witwe oder eheliche Nachkommen des seitherigen Inhabers den Be­trieb nach dessen Tod unmittelbar fortsetzen. Dr. Wagner erteilte dann eine eingehende Belehrung über die Be­deutung des § 30 und 34 des Unterstützungswohnsitzgesetzes und § 361, 10 Reichsstrafgesetzbuchs und empfahl bei jedem Unterstützungsfall eine sorgfältige Feststellung aller in Betracht kommenden Verhältnisse. Die Versammlung wünschte die Entwerfung eines dafür zu druckenden For­mulars, was zugesagt wurde. Bürgermeister Leun- Großen-Linden erörterte die Frage des Gebührenbezugs der Bürgermeister bei Bürgsch^inen für Holzbezug aus standesherrlichen oder fiskalischen Waldungen. Es wurde Einholung einer authentischen Auslegung der betr. Be­stimmungen beschlossen. Kreisamtmann Boeckmann be- richitete über die Bedeutung der sog. Familienstammbücher für Publikationen und Standesbeamte und empfahl warm die Einführung da, wo sie bisher noch nicht geschehen. Bürgermeister Köhler führt lebhaft Klage über die Schädigung der Gemeinden infolge des neuen Messungs­verfahrens nach Entrindung der Hokzstämme. Bürger­meister Heller unterstützt dies und bemerkt, die Händler hätten für entrindetes Holz keine höheren Preise gezahlt, als für anderes, die Gemeinde hingegen müsse den Holz­hauern Zuschlag zahlen. Bürgermeister Leun zeigte sodann an zahlreichen Beispielen, wie von Bürgermeistern Beur­kundungen und Bescheinigungen vollzogen wurden, die streng genommen, unrichtig seien, und wie die Behörden dies geradezu verlangten. Es wurde den Bürgermeistern- die größte Vorsicht empfohlen. Darauf wurde die Ver­sammlung vom Vorsitzenden geschlossen. Es folgte ein gemeinsames Mahl, das wie immer im Cafe Ebel, die Teilnehmer aufs beste befriedigte.

** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 30, ausgegeben am 23. April 1901, enthält: Bekanntmachung, Abänderungen der Postordnung vom 20. März 1900 betreffend. Dom 16. April 1901.

* Bergmännischer Verein. Samstagabend 6 Uhr wird im HotelGroßherzog von Hessen" eine neue Gesteins- bohrmaschine im Betrieb vorgeführt. Gäste sind will- kommen. (Dgl. Inserat in heutiger Nr.)

(!) Frecher Einbruch. Heute Nacht brachen Einbrecher in die Lokalitäten der Bieberthalbahn am Neustädter- thor ein. Sie versuchten den Geldschrank zu erbrechen. Als dieses nicht gelang, trafen sie Anstalten, den Geldschrank, in dem eine größere Summe Geldes war, mitzunehmen. Sie hatten ihn bereits von seinem Standort entfernt, sind aber offenbar gestört worden. Außer einer Kiste Kern­seife von 25 Kilo gez. B.S.T. 1823 ist den Dieben nichts in die Hände gefallen. Beschädigt wurde eine Thür durch Werkzeuge. Die Einbrecher waren offenbar nicht lokalkundig, sonst hätten sie sich auf leichtere Art Eingang verschaffen können.

(!) Diebstahl. In verflossener Nacht ist ein Dieb durch ein Fenster des unteren Stockwerks eines Hauses in der Goethestraße in ein Zimmer eingestiegen und hat eine Anzahl Schuhe und Kleidungsstücke entwendet.

-k- Weiugesetzvorlage. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, nimmt die hessische Regierung bezüglich der neuen Weingesetzvorlage die Stellung ein, daß sie gegen die vorgeschlagene Kontrolle und gegen die räumliche Begrenzung der Verbe.sserung des Mostes ist, da­gegen aber für vollständiges Verbot des Kunst meines und für eine zeitliche-Begrenzung derVer besserung eintritt. Der hessische BundeSratSbevollmäch tigte ist beauftragt, in diesem Sinne im Bundesrat zu votieren.

** Schulhygienischer Vortrag. In dem Sitz- ungssaalc des hiesigen Kreisamtsgebäudes hielt um Dienstag Medizinalrat Dr. Haberkorn vor den Lehrern der nächsten Umgebung Gießens einen schulhygienischen Vor­trag überBau und Einrichtung der Schulhäuser". Er führte aus, daß der Bauplatz eines Schulhauses hell, luftig, womöglich hoch und au einem ruhigen Ort liegen müsse.

Bei größeren Dörfern und Städten sei jedoch darauf zu achten, daß die Schüler nur einen Weg von 2, höchstens 4 Kilometer zurückzulegen hätten. Die Umgebung des Schul- Hauses müsse frei sein, damit an Licht und Luft kein Mangel herrsche. Der Boden müssegewachsener" sein, am besten Basalt- oder Lehmboden. Das beste Baumaterial seien die Backsteine. Tas Schulhaus soll so eingerichtet sein, daß der Schulsaal nach Süden, Südost oder Südwest, niemals aber nach Westen oder Norden liege. Um die meistens hölzernen Treppen einigermaßen widerstandsfähig gegen Feuer zu machen, empfehle es sich, die Treppen von unten mit Eementmörtel zu bewerfen, wie dies gegenwärtig in Frankfurt a. M. auf polizeiliche Anordnung geschieht. Zeichnungen, Skizzen und Baupläne erhellten den außer­ordentlich lehrreichen Vortrag. Hiernach wurden den Zu­hörern die wichtigsten Arten der Bakterien unter dem Mikro­skop gezeigt Interessant mar hierbei die Untersuchung des

Gießener Leitungswassers. Am Schlüsse sprachen die Zu­hörer allgemein den Wunsch aus, noch öfters solche Bor­träge über Schulhygiene zu hören.

** Ein Maikäferflugjahr haben wir in diesem Jahre zu erwarten. Maßnahmen zur Vertilgung der Käfer sind geboten. Auch Gespinnstmotten und Raupen sollen massenhaft auftreten. Es ist daher zu raten, sofort mit dem Reinigen der Bäume und Hecken zu beginnen.

4- Grimberg, 24. April. Der Vorschußvereiu Grüuberg, der etwa 1000 Mitglieder aus hiesiger Stadt und den umliegenden Ortschaften zählt, hatte im Jahre 1900, seinem 38. Geschäftsjahre, einen Gesamtumsatz von 6176 000 Mk. zu verzeichnen. Das Stammguthaben der Mitglieder beträgt 185 400 Mk., und der Reservefonds ist auf 28 334 Mk. angewachsen. Bon dem Reingewinn, der sich auf 12 928 Mk. beläuft, sollen auf Vorschlag des Vor­standes und AuffichtSrateS 5i/a Prozent Dividende au die Mitglieder ausgezahlt werden, dem Reservefonds 2400 Mk. und dem Spezial-Reservefonds 860 Mk. zufließen.

8. Grimberg, 24. April. Der Ausstellung des Vogels­berger Geflügel- und BogelzuchtvereinS, die am 17.19. Mai in Hamels Garten abgehalteu wird, kann man, den Vorbereitungen nach zu urteilen, ein gutes Ge­lingen zusprechen. Anmeldungen zur Ausstellung sollen schon zahlreich erfolgt sein. Zu Preisrichtern find Fachmänner ersten Ranges gewonnen. Außer den Geldpreisen kommen auch Ehrenpreise zur Verteilung. Sonntag, 19. Mai werden am Tage die Besucher durch Konzert und am Abend durch Brillant-Feuerwerk erfreut werden.

Schotte^, 24. April. Die Bahnstrecke Schotten Nidda führt bekanntlich durch die Orte Rainrod, Eichels­dorf, Oberschmitte« und Kohden. Der Verkehr ist dadurch auf der stark frequentierten Straße nicht nur beengt, sondern es ist auch manche Gefahr für Menschen und Vieh vorhanden. Wie verlautet, geht die Eisenbahn-Direktion nun mit dem Plane um, die Bahn, wenn möglich, aus den Orten herauszulegen. Zu diesem Zweck finden schon seit einiger Zeit Vermessungen statt.

Büdingen, 25. April. Die Frauen und Jungfrauen der Stadt haben der Prinzessin Thekla zu Isenburg ein Hochzeitsgeschenk gemacht. Heute flesen wir im »Büd. Allg. Anz." folgende Danksagung:

Das wunderschöne Hochzeitsgeschenk der Frauen und Jungfrauen von Badingen hat mich so sehr erfreut und möchte ich, da eS mir leider nicht mehr möglich ist, jeder einzelnen persönlich zu danken, auf diesem Wege allen gütigen Geberinnen aussprechen, welche große Freude fie mir damit bereitet haben. Ich danke Ihnen Allen von ganzem Herzen und bitte, mir ein fteundliches Andenken zu bewahren, wie auch ich mit größter Dankbarkeit und Liebe immer meiner Vaterstadt und ihrer lieben Bewohner gedenken werde.

Thekla Prinzessin zu Isenburg und Büdingen.

Sch. Darmstadt, 24. April. Wegen Wechsel­fälschungen in großem Umfange wurde gestern der Fuhr­mann G g. H i r s ch b e r g e r aus F ü r t h i. O. festgenommen und in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Er hat die Wechsel auf den Namen seines Backsteinliefe-- ranten gefälscht, in Umlauf gesetzt und auch wieder selbst auf der Post eingelöst. Anscheinend hat er noch Mit­schuldige. Auffallend war für die Einwohnerschaft schon lange, daß sich innerhalb kurzer Zeit H. sehr in die Höhe arbeitete und zuletzt sogar fünf Pferde besessen hatte. - H. ist 33 Jahre alt und verheiratet. Bis jetzt sollen ca. Mk. 20000 Fälschungen entdeckt sein, doch ist eine genaueUeber- sicht noch nicht zu machen. Der Abg. Köhler- Lanas- dorf hat an die Zweite Kammer einen Antrag betr. die Regelung der Gehalts-Einkommen und Alters­versorgung der Orts- und Poli^eidiener betr., einge- reicht, der verlangt: Regelnng der Gehalte der Orts-, Po­lizei- und Ortsgerichtsdiener entsprechend der Gehaltsregel­ung der staatlich bestätigten Forstwarte; Vereinigung der Pensions- und Hinterbliebenen-Versorgungskasse der Forst­warte mit einer zu gründenden Kasse für die genannften! Gemeindediener. - Der freiwillige Erziehungs­beirat für schulentlassene Waisen und sonstige einer Für­sorge bedürfende Kinder hielt heute unter dein Vorsitz von Fräulein Lilly Wolfskehl im Rathaussaale hier seine dritte Hauptversammlung ab, in der Rechnungsrat Hölzinger die Rechnungsablage und den Rechen­schaftsbericht des Geschäftsführers vortrug, aus dem die stetige Entwickelung des Vereins und die praktischen Re­sultate zu ersehen waren. Die Ersatzwahlen, sowie die be­antragte Eintragung des. Vereins in das Vereinöregister, sowie die damit zusammenhängende Satzungsänderung fanden keine Beanstandung.

Darmstadt, 24. April. Der Großherzog begab fich heute nachmittag zum Besuche der Prinzessin Ludwig von Battenberg nach Schloß Heiligenberg bei Jugenheim.

Offenbach, 23. April. Wir lesen im sozialdemokrati­schenOffenb. Abendblatt":Herr Hirschel, der Re­dakteur des hier erscheinenden antisemitischen Organs, hat in einer Versammlung zu Hungen nach derMitteld. Sonn­tagszeitung" die städtischen Arbeiter alsA b s ch a u m der Bevölkerung" bezeichnet und erklärt, sie lebten herrlich und in Freuden, was er aus Inseraten desOffenb. Abendbl.", in denen Wirte ihre Lokalitäten empfehlen,be­weisen" wollte. Herr Hirsche! wandte sich auch dagegen, daß man durch das neue Wahlgesetz demLumpen- z e u g", das nach Hessen zugezogen sei, das Wahlrecht geben wolle. Mit demLumpenzeug" meinte der antisemitische Volksfreund" die Arbeiter. Daß er selbst noch gar nicht so lange hier zugezogen ist, hat natürlich (einerlei Einfluß auf sein Urteil über dasLumpenzeug". Schließlich hat Herr Hirsche! auch noch behauptet, daß Offenbacher Fabrikanten die Sozialdemokratieunter­stützten". Als unser anwesender Genosse Vetters von Gießen von Herrn Hirschel verlangte, daß er Namen nennen sollte, schwieg derselbe. Wir fordern deshalb den Herrn Hirschel an dieser Stelle ebenfalls auf, uns die Namen der Fabrikanten zu nennen, welche die Sozialdemokratieunter­stützen". Thut er das auch jetzt noch nicht, so beweist er damit, daß er eine grobe Unwahrheit gesagt, eine Ver­dächtigung ausgesprochen und sich damit selbst ge­richtet hat."

-k- Mainz, 24. April. In Anbetracht des langen strengen Winters haben die hiesigen Sozialdemokraten be­schlossen, in diesem Jahre von einer größeren Maifeier abzusehen. Sie beschränken fich darauf, in einem kleine» Lokal eine Versammlung abzuhaltcn, und am Nachmittag einen Ausflug nach einem benachbarten Dorfe zu machen.

*ii«6 8 (i6t e«

Tag d 9*"JL 24.

äs-?- hdte Veranlassung-

von ooo brwnbaMreiben bem s°5 Ä

'^^Mendurg, 2 Frohnhausen br ; Lohnhäuser ui sorgten für Sr°^

- meine Ämtu Mao weilte der nett Traber, m ® J valrrMe Mit \ praä) sich in anerle Iefferen M den In! 15. 3Rc: d. Ji Reichsbankstelle in (teile mit Schnei ^öffnet werben. - beschlossen, eine Str die Zahl der Stadt ititfltn. Lon den f Kainz, Offenbach, L -ard ist nun auch ahritziu BootSunglüc qlkbtt des Verbau nahmen an der Tr erschoß stch in Os uni Der Lehrer f bitrgerschule.

Ihr m R

In btt heutigen Baumann zu ihm geh ur 8000 Mk. sreizumach -Ntnb aut, habe aber t P* Der Priiflben! linbniß abzulegen, und jit schwerste Serur/fi/un, rzt |U haben; er habe ! t wolle sie auch mchl wc

Näanroalt Rt, Schimmel und Lindem YnMicher Mehr Wtatoti W. Der

London, 2 Nch die Nachricht ül 2ladt Leith. Die m nordwestlicher M

Regierung beru £uaW*; sie ei

Negierung macht , Rom, 24. 9 r,um6 haben ein E ?! * Nonen rst o-ch in s

i-t. ^"Ulvarde «ass ichen soll10 ble Venenni

®!1

ZSZ!!

»vb^ ^lz 2,2 1 Am

rtzsK '«tiS;,