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26.3.1901 Zweites Blatt
 
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itenfotb unter 9h. 2$04 iet Angabe der Lagt >eiseS, sowie Beifügung ,e an die E^edllim !eS zu richten.

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b gelernte Dnschlosstt Mai zu besetzen, ngen nebst Lebenslaus, christen, SeiundheiiSbe- u. änqabe der Gehallt' id big jum 10. April ureichen. 2258 m 21. Mr-1901. n, Bürgermeister.

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Nr. 72 Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Dienstag 26. März 1901

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag«. Mr Gießener Lamllten- Hitler werden dem Än» Cer im Wechsel mit^Hefl. iwirt'* undBlätter Nk he- Volkskunde" wer» wel wSchentltch btigelegt.

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M« ee4atituge fftr bei. MenUn Zag etl^elatnben pnuMv M »*vm 10 Uhr H<»«KB*flen (»dtcften» thsM »etter

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W General-Anzeiger " MW

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.--E

Volttische Tagesschau.

Tie Antwort des Kaisers auf eine Ansprache des Präsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses von Kröcher haben wir bereits in unserer Sonnlagsnummer kurz erwähnt. Ihr Wortlaut liegt allerdings bisher nicht vor. Herr v. Kröcher sagte im Mgeordnetenhause, daß der Kaiser den Vorfall von Bremen als ein 8 pichen der Zeit bezeichnet habe. Diese Auffassung, als habe der Herrscher dem Zwischenfall eine politische Bedeutung bei­gemessen, steht im Widerspruch mit seiner Erklär- ung an die Bevölkerung zu Bremen, daß er diese That nicht der Gesamtheit zur Last lege. Nach derNational-Ztg." hat der Kaiser erklärt, daß die Acht­ung vor der Krone und Regierung mehr und mehr im Schwinden sei, um fortzufahren:

In dieser Hinsicht seien die Verhältnisse in den letzten Dezennien schlechter geworden. Der Respekt vor der Autorität fehle. Die Schuld daran läge an allen Klassen der Bevölkerung. Statt den allgemeinen Interessen des Volkes zu dienen, würden Sonderinteressen verfolgt. Die Kritik an Maßnahmen der Regierung und der Krone erfolge in der schroffsten und verletzend­sten Form. Hieraus erwachse die Unklarheit und Demoralisation in der Jugend. Die Volks­vertretung solle und könne hier bessernde Hand anlegen. Von der Schule beginnend müsse Wandel geschaffen wer­den."

scheint also, als. sei der Monarch verdrossen, eilt*5 mal über die Kritik, die seine auswärtige Politik, ins­besondere sein Verhalten gegenüber England und dem Präsidenten Krüger, findet, sodann über den Gang, den die Verhandlungen in der Kanal ko mmission nehmen. In erster Reihe kann sich Kaiser Wilhelm durch geräuschvolle Betrachtungen über seine Reise nach England, seine Ver­leihung des Schwarzen Adlerordens, an Lord Roberts, über­feine Ansprachen an König Eduard VII. und die englische Armee verletzt fühlen. Das hat auch die Note in der Nordd. Allg. Ztg." angedeutet. Es wäre begreiflich, wenn der Kaiser angesichts dieser Vorgänge meinte, die Autorität der Krone habe seit dem Tode des ersten Kaisers gelitten. Ist er selbst doch bei den Ereignissen, die sich auf dem Gebiet der auswärtigen Politik abgespielt haben, besonders hervorgetreten. Aber nicht minder natürlich wäre es, wenn er sich über die Behandlung der Kanalvorlage er­regte. Er selbst hat die nachdrücklichsten Reden zu Gunsten des später abgelehnten Mittellandkanals gehalten. Mit der That in Bremen haben diese Tinge nichts zu thun.

Auch dem Präsidium des Reichstages gegenüber hat sich der Kaiser beim Empfang in ähnlicher Weise ge­äußert; insbesondere beklagte er den Rückgan g der mon -- archischen Gesinnung. Von dem Anschlag Weilands sprach der Kaiser als von der That eines offenbar blöden Menschen, jedoch sei bisher noch nicht erwiesen, ob derselbe nicht mißbraucht worden sei. Die Leute, in deren Umgebung derselbe zuletztgesehen, seien verschwunden und bisher nicht auffindbar gewesen. Der Kaiser trug keinen Verband auf dem sck-arf unter dem Auge verlaufenden Wundstreifen, der in der Schließung begriffen, aber noch blutig infil­triert ist. '

Preußisches Abgeordnetenhaus.

(Sitzung vom 23. März 1901.)

P ösident v. Kröcher eröffnet die Sitzung mit einer Ansprache, tn der er u. e. folgendes sagte: Der Kaiser erklärt ich ka.on naturgemäß nicht wörtlich zitteren, sondern nur dem wesentlichen Sinne nach sich durch den Vorfall in Bremen besonders schmerzlich berührt zu fühlen, weil Se. Majestät die Ueberzeugung jetzt gewinne, daß seit dem Tode deS hochseltgen Kaisers Wilhelm die Achtung vor den Autoritäten im Volke ab genommen habe, und namentlich tn der Jugend. Und Sein« Majestät fügte dann etwa hinzu: Wir alle, alle Stände ohne Ausnahme dürften uns nicht von einer Mitschuld frei-- sprechen, daß wir nicht genug die uns zu Gebote steheuven Mittel benutzten, und Se. Majestät wiesen besonders auf die Presse hin, da­mit die Achtung vor der AutorUSt gewahrt bleibe. Ich bade das Zu­trauen zu dem Hause der Abgeordneten und zu alle» Parteien, daß und daS wünsche ich daß alle Parteien nach ihren Kräften dahin wirken möchten, daß die Achtung vor den Autoritäten wilder so gestärkt werden möge, wie eS nötig ist.

Abg. Richter (frs. Vp): Bisher ist eS weder im Abgeordneteo- hause, noch <m Reichstage jemals vorgekommen, daß Aeußrrungen, die Se. Majestät gethan bei, beim Empfang des Piästdiums ohne Gegen« wart des verantwortlichen Minister« dem Reichstag ober dem Landtag zur Kenntnis gebracht wurden. Nur dann, wenn ein Minister die Verantwortung übernimmt, haben solche Aeußerungen für uns Be­deutung und können einer Kritik unterzogen werden. Ich pro­testiere deshalb gegen diesen Versuch. (Bewegung: groß» Anruhe.) Nun hat der Präsident in seiner Ansprache nach dem Be­richt drs offiziellen Wolff'schrn Telegraphenbureau« den Krampfanfall deS Burschen in Bremen tn Verbindung gebracht mit den verbreche- rischm Abfichten von Hödel und Nobiling. Ich stelle fest, daß eine lolche Auffaffung des Vorfalles in Bremen hier im Hause bisher «irgend« hervorgetreten ist. (Große Unruhe, Beifall links)

Präsident o Kröcher: Ich habe nicht die Attentate von Hödel wnd Nobiling mit dem Attentat in Bremen verglichen, sondern ich Habe, was nach mckner Anstcht durch dm EmpfangSrag, den 22. März, geboten mar wenigstens habe ich eS für geboten gehalten (Beifall sechts), auch bei dieser Gelegenheit des hochseligen Kaisers Wilhelm L gedacht. (Beifall rechts) Und da lag wohl die Versuchung nicht fern, auch von den Attentaten zu sprechen da doch jedenfalls auch ein Angriff auf Seine Majestät stattgefunden hat. Ick habe keinen Ver* gleich zwischen ben Attentaten, die gegen Kaiser Wilhelm I. gerichtet rosten, und dem letzten Attentat gezogen. Ich habe ausdrücklich

ich h«be mir das wohl überlegt gesagt: Euere Majestät haben jetzt Sehnliches erfahren. Daß die Sache ähnlich ist, glaube ich, wird kaum bestritten merden. (Sehr richtig! rechts. Zuruf de» Abg Richter: Wird beft.iltm!) Da läßt fich höckstmS am Worte streiten Ich hab« mich nicht nur für berechtigt, sondern auch für oerpfl cht t gehalten, die Worte Seiner M»j<stät io, wie ich fie behielt, w'ed r zugeben. Außer mir war noch der Vizepräsident Herr Dr. Krause zugegen, den ich zu meiner Freude du: mir sehe; auch Herr Dr. Kiause wird anerkennen, daß ich bem Sinne nach richtig zitiert habe, um die Worte, die Se. Majestät gesprochen hat, dem Hause mttzuteilen. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Dr. Krause (Natl): AIS einziger Zeuge bei dem Empfang durch Se. Majestät muß ich davon Zeugnis ablegen, daß unser Prä- stdent in keiner Weise einen Vergleich zwischen den erwähnten Atten- laten und dem Vorfall tn Bremen gezogen hat. Das ist der unmittel­bare Eindruck der Rede des Prästdenten gewesen, wie auch nach der Wiedergabe tn der Preffe etn anderer Eindruck nicht gewonnen werden kann. (Beifall; Sehr richtig!) Die Parallele bestand lediglich tn der Verletzung der betdm Mona'chen Ader auch ein Urteil über die Fälle abzugeben, worauf fie zurückzuführen sind, ob der Thäter verantwortlich ist oder nicht, wie Abg. R cht<r «ngedeutet hat, ist unserem Präsidenten nicht eingefallen. (Hört! Hört! recht« ) Und ich halte mich für ver­pflichtet, hier davon Zeugnis abzulege«.

Abg. Fritzen-Borken (Etr.) schließt fich Namens seiner Fraktion den Worten des Abg. Dr. Krause an und spricht dem Präsidenten den Dank seiner Fraktion für die Rücksichtnahme aus, daß er dem Hause mttgetellt habe, was Se. Majestät gesagt.

Abg. Graf Limburg-Stirum (kons.) stellt fest, daß es fich bei der Aeußerung deS Kaisers nicht um einen Regterungsakt gehandelt habe, der verfaffungSgemäß der Gegenzeichnung seine« Ministers bedürfe.

Abg. Richter (fr. Vp.): Nach dem Bericht der Preffe mußte man annehmm, daß der Bremer Vorfall mit anderen Attentaten tn Verbindung gebracht war. ES handle stck hier gegenüber der Kund- zebllüg des Präfidmten nm sine thatsächliche Regierungshandlung. Solche Mitteilungen wurden sonst in Form einer Botschaft gemacht, er konstatiere, daß der jetzt gewählte Weg bisher weder im Landtag noch im Reichstag etngeschlagen fei. Er halte sich deshalb für ver­pflichtet, auf Grund der Traditionen d<S Parlament« gegen diese Neutrungen eoergisch Einspruch zu erheben.

DaS HruS geht zur Beratung de« Gesetzentwurfes betreffend Schaffung eine« Oberpräsidiums für Berlin, Eharlottendurg, Schöneberg und R xdorf über. Der Antrag dcs Abg. Graf Bern­storfs (freit) auf Verweisung der Vorlage an eine Kommission von 14 M'iali d«rn wirb angenommen.

Engländer und Buren.

Der südafrikanische Winter steht jetzt wieder vor der Thür und damit haben die britischen Soldaten wieder eine mehrmonatliche Periode schwerster Strapazen und Leiden vor sich, der sie jedenfalls nur mit größtem Wider- rwillen entgegengehen. Die Anzeichen von der total esn Erschöpfung und der weitgehenden Kriegs­müdigkeit fast sämtlicher auf dem Kriegsschauplätze vor­handenen englischen Truppen mehren sich mit jedem Tage, und selbst schwere Insubordinationen scheinen an der Tagesordnung zu sein. In dem Privat­briefe eines Offiziers, der seinen Verwandten in Irland von Pretoria aus schreibt, wird ausdrücklich darauf hin­gewiesen, daßdie Mannschaften nur zu oft mit Murren und widerspenstigen Worten ihrer Pflicht nachkommen und in vielen Fällen entweder den Gehorsam direkt verweigern oder gegebene Befehle einfach stillschweigend unausgeführt lassen." Derartige Aeußerungen und Folgen der Kriegs­müdigkeit können umsoweniger verwundern, als selbst in Pretroria die Verpflegung der Soldaten meistens mangelhaft und notdürftig ist, und ivenn Tommy Atkins nicht reichlich zu essen und $u trinken hat, dann übt er sein Handwerk nur sehr widerwillig aus. Wie gut da­gegen die Buren mit allem Kriegsmaterial versehen sind, zeigt folgende Mitteilung: Bei dem lieber - schreiten des Elands ließen die Buren 70 Pferde im Stich. Farmer aus der Umgegend geben die Gesamtverluste der Buren am 17. auf 40 an. Mn von den Buren gefangen, genommener und wieder freigelassener britischer Offizier teilt mit, daß KritzingersKommandoprächtigbe- ritten ist und daß alle Leute mit Lee-Metforts und Lee- Enfields beivafsnet und hinreichend mit Rkunition versehen sind. Jhre-gapze Ausrüstung, Waffen, Kleidung und Pferde, sei früher Eigentum der britischen Regierung und britischer Unterthanen gewesen. 2 4 Mann von dem Kvlonial-Verteidigungs-Korps ritten am Freitag bei Winter­berg arglos in eine Abteilung Buren hinein und wurden prompt gefangen genommen, nachdem zwei verwundet waren und die übrigen ihre Waffen niedergeworfen hatten. Unter Zurücklassung ihrer Waffen und Pferde und nach Ab­legung ihres Ehrenwortes, sich weiteren Kampfes zu ent­halten, wurden sie freigelassen.

T e w e t hat bei Senekal zwei Geschütze ausgegraben, und etwa 400 Buren haben einen Vorratszug etwas nördlich von Vlaklaagte z e r st ö r t und sind mit mehreren Wagen­ladungen erbeuteter Vorräte abgezogen.

Tas Kriegsglück ist also wieder auf Seite der Buren.

Im englischen Unterhaus erklärt Chamberlain, es sei kein pezieller Eimvand gegen irgendwelche Bedingungen Kit- cheners erhoben worden. Botha habe keine Gegen­vorschläge gemchht. Tie einzige Information, welche die Regierung, außer jener, welche bereits veröffentlicht wurde, besitze, sei in einem Privattelegramm Kitcheners enthalten, welches meldet, daß Botha scharf Stellung gegen Milner nahm.

Die portugiesische Regierung hat den Aerzten und Krankenpflegerinnen des niederländischen Vereins vom Roten Kreuz jede Unterstützung zugesagt, um ihre Thätigkeit unter den südafrikanischen Flüchtlingen fortzusetzen. Die wrtugiesischen Behörden sollen die Ambulanzen stellen. Tas Sanitätsmaterial und das Gepäck der Ambulanzen sollen

von jedem Zoll befreit sein und die portugiesische Gesellschaft vom Roten Kreuz ist, wie ihr Präsident erklärt hat, bereit, für jede Erleichterung zu sorgen. Zwei Aerzte und drei niederländische Pflegerinnen lverden die südafrikanischen* Flüchtlinge begleiten.

Telegramm dcs Wietzener Anzeigers.

Kapstadt, 24. März. Reuter Meldung. Ein heftiger Kampf fand am 22. März bei Haartebenfontein statt, wo­bei die Imperial light Loise und die Teomanry stark betei­ligt waren. Gestern und hellte find 12 Pest fälle vor gekommen. Unter den Erkrankten befinden fich vier Europäer.

China.

General-Feldmarschall Graf Waldersee meldet am 22. aus Peking:Zurückziehung der englisch-russischen Wachen in Tientsin hat heute früh in vereinbarter Weise stattgefunden. DeS Expeditionskorps Gesundheits­zustand ist vortrefflich."

DerKöln. Ztg." wird aus Peking vom 22. März ge­meldet: Heute traten die Gesandten Deutschlands, Englands, Frankreichs und Japans zu einem Ausschuß zusammen, um die Hilfsquellen Chinas zu prüfen und Mittel und Wege vorzuschlagen, wie die Kriegskosten bestritten und die Ansprüche von Privatpersonen befriedigt werden können. Die Entschädigung, die China höchstens zahlen kann, wirb auf 200 Millionen Dollar geschätzt. Die Bereinigten Staaten würden fich mit 25 Millionen begnügen und sogar bereit sein, ihre Forderungen noch herabzusetzen, wenn die andern Mächte einwilligtev, die ihrigen in demselben Ver­hältnis zu kürzen. Die Bereinigten Staaten wären sogar einverstanden, daß von China im ganzen nur 100 Millionen gefordert würden, halten fich aber für verpflichtet, für ihre Staatsangehörigen und die Republik selbst die Entschädigung in demselben Umfange ficherzustellen, wie die andern Mächte eS thun.

Weder das Staatsdepartement noch der chinefische Ge­sandte zu Washington haben Mitteilungen erhalten, daß China das Mandschurei-Abkommen abgelehnt habe. Es ist wahrscheinlich, daß die Vereinigten Staaten ihr letztes Wort gesprochen haben und nicht länger mehr Einspruch erheben werden; gleichwohl erkennt man an, daß die Verein. Staaten große kommerziellen Interessen in der Mandschurei haben, die nur darunter leiden können, wenn die Provinz thatsäch- lich tn russische Hände übergeht.

In Tientsin ist der deutsche Vizeadmiral v. Bende- mann eingetroffen und nach Peking weitergereist. Auch das russische KriegsschiffAbo" ist dort eingetroffen. Auf der Außenseite der Barre von Taku liegen folgende Kriegsschiffe: Die russischen SchiffeKornilow**,Dimiter Donshoi-, Gilgali" undBobr"; die französischen SchiffeRedoutable", Bengali^ und ein drittes; das deutsche KriegsschiffFürst Bismarck". Walliser Füsiliere und 100 Mann vom Hong« kong-Regiment sind dort eingetroffen. Am Montag fahren die Australier ab.

Telegram» deS Wietzener Anzeigers.

Tientsin, 24. März. (Reutermeldung.) ;14 Meilen östlich von Tientsin wurde der britische Missionar Stone« kouse von Räubern ermordet._____________________

Deutsches Reich.

Berlin, 24. März. Der Kaiser besuchte heute beir Gottesdienst in der alten Garnisonskirche und empfing mittags den Reichskanzler, den aus Peking eingetroffenerr Legationsrat v. Below und den österreichischen Botschafter Grafen Szoegyeny.

Der Kronprinz wird in Wien am 12. April ein» treffen, dort durch eine Reihe großer festlicher Veranstalt­ungen usw. gefeiert werden und sich dünn in Begleitung des Kaisers Franz Josef nach Budapest begeben. Tie Ver­mutung, daß es sich in Wien um die Verlobung deS Kronprinzen mit einer österreichischen Erzherzogin han­deln könne, wird mit nachdrücklichster Bestimmtheit füp irrig erklärt.

Im Sitzungssaale des Reichstags fand heute unter dem Vorsitze des Staatssekretärs Grafen v. Posadowsky die Generalversammlung des deutschen Zentral- ko mites für Lungenheilstätten statt. Es nahmen der Gesandte v. Lerchenfeldt, die Präsidenten Köhler und Gäbel u nd zahlreiche Gelehrte teil. Graf v. Posadowsky hielt die Eröffnungsrede. Oberstabsarzt Pannwitz erstattete den Jahresbericht, die Professoren Fränkel und Heubner-Berlin und Landrät Heydweiller-Lüdenscheid hielten Vorträge über die Bekämpfung der Tuberkulose. Ihre Majestät die Kaiserin wird heute nachmittag die Hauptvertreter der Heilstätten­bewegung empfangen.

Im preußischen Abgeordnetenhause bean­tragten die Konservativen, Freikonservativen und der größte Teil des Zentrums einen Gesetzentwurf betreffend die Be- örderung der inneren Kolonisation. Danach sollen 12 Mttt- verwandt werden zum Ankauf von Grunditücken und plan­mäßiger Errichtung mittlerer und kleinerer Stetten.