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26/01/1901 Zweites Blatt
 
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lehens zur Deckung außerordentlicher Bedürfnisse pro 1901/1902. Der Betrag verteilt sich: zur Verwendung für Gruuderwerb 26 600 Mk., für Straßenbauten 219 000 Mk., Erweiterung des Gas- und Wasserwerks 130 000 Mk., für die Erbauung deS Elektrizitätswerkes 735 000 Mk., für die FriedhofSanlage 189000 Mk.,für die Kanalisation 394000Mk., für die Erbauung eines neuen SchulhauseS 300 000 Mk. und für sonstige Zwecke 193 000 Mk. Im ganzen ist der Bedarf auf 2 426 000 Mk. bemessen. Der Rest in Höhe von 426 000 Mk., der nicht durch die Anleihe gedeckt ist, wird durch auf BermögenSrechnung in gleicher Höhe vorhandenen Kapital Deckung finden.

* Beileidskuudgebuug, Das Telegramm, das Bürger­meister Mecum in der Stadtverordneten-Versammlung am Donnerstag zur Kenntnis brachte, hat folgenden Wortlaut: Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog

Darmstadt.

Eure Königliche Hoheit bitte ,ch zu dem schweren Verluste, welcher das Großherzogllche Haus betroffen hat, den Ausdruck herzlichsten Bei­leids namens der Stadt Gießen und deren Vertretung in treuer Anhäng­lichkeit übermitteln zu dürfen.

Bürgermeister Mecum.

Das darauf eingegangene Antwort-Telegramm Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs, datiert Moskau lautet:

Herrn Bürgermeister Mecum

Gießen.

Ihnen, der Stadt und deren Vertretung herzlichsten Dank für freund­liche Teilnahme bei schwerem Verluste.

Ernst Ludwig.

* Aus der städtischen Verwaltung. Durch den Tod des Stadtverordneten Scheel sind neue Deputationswahlen nötig geworden. Es wurden gewählt: in die Finanzdeputation Stadtv. Loos, in die Marktdeputation Stadtv. Euler, in die Schuldeputation Stadtv. Loeber.

** Kreis-Gesundheitsamt. An Stelle des KreiSassistenz- arztes Dr. Tjaden in Gießen ist der Schularzt Dr. König er getreten.

lter schreibt unterm rvative und Zentrum »en Grafen Bülow gemeinsames rifrefom möglichst Hst gesteigerten Zoll- tarnach scheint auch chten zu teilen, vor erledigt, vorher der Sicherung höherer Ge­ll soll also Farbe be- igsrede im Abgeord-

t unliebsamer Ueber- amm ersah, nur von die Landwirtschaft ge* is Wortgesteigerten" ?n Zweifel zu bannen, \t &ilfe des Antrags. ii nid)t loder.Tu lztgund die n, daß es auf eine

-o- Gegen die Regelung der Geschäftszeit durch die Ver- waltungSbehörde, wie der Detailistenverein sie beantragt hat, haben dis gestern Abend 225 Ladeninhaber, die am Montag dieser Woche von der Versammlung in derBavaria" ge­faßte Resolution unterzeichnet. Die von der Bürgermeisterei amtlich festgestellte Zahl aller Ladeninhaber in unserer Stadt betrug 345, sodaß hiernach mehr wie die Hälfte sich für die Beibehaltung der vom Gesetz zugclassenen Geschäftszeit von 5 Uhr früh bis Abends 9 Uhr ausgesprochen hat.

* Die Gießener Friseur-Gehilfenschaft hielt gestern abend btt einer sehr zahlreichen Versammlung im VereinS-Lokal ihre Generalversammlung mit Vorstandswahl ab. Das Re­sultat war folgendes: Johann Serge erster Vorsitzender, Friedrich WurstiuS Schriftführer, Alexander M. Schambach Kassierer.

b. Holzheim, 24. Jan. Hier ist man mit dem Bau eines evangelischen Vereinshauses beschäftigt.

O Crainfeld, 24. Jan. Dem hiesigen Landwirt August Ruhl wurde in der vergangenen Nacht ein Schaf aus seinem Stall entwendet. Die Gendarmerie fand in Greben­hain das geschlachtete Schaf bei einem Schmied. Das Fleisch befand sich in einem Sack, Lunge, Leber nebst dem Kopfe fand man unter dem Betttuche versteckt, die Haut war auf dem Speicher aufgehängt. Der Thäter soll seine That ein« gestanden haben. Man hatte Spuren und Woll-Reste zwi­schen der Wohnung des Bestohlenen und der des Schmieds bemerkt.

Rudingshain bei Schotten, 24. Jan. In der Kürze wird schon zum dritten Male in unserem Dorfe die Wahl eines Ortsoberhauptes vorgenommen. Beim zweiten Auhlgange kurz vor Weihnachten wurde der Landwirt Deubel mit geringer Majorität gewählt. Da die Gegen­partei Reklamation bei der Behörde erhoben hat, und diese für begründet befunden worden, so steht uns eine dritte Aahlschlacht bevor.

Sch-. Darmstadt, 24. Jan. ImOrpheum" fand am Mittwochabend ein großer Fest-KommerS der Stu­dierenden der Technischen Hochschule zur Feier deS Ge­burtstages des Kaisers statt, der außerordentlich gut besucht war. Der Rektor Prof. Dr. Schering, das Professoren- Kollegium, zahlreiche Ehrengäste und ein hübscher Damenflor hatten sich eingefunden und gaben der glänzend verlaufenen Veranstaltung ein festliches Gepräge. Mit Geschick führte . Glanz (Rheno-Gaestf.) daS Präsidium; er begrüßte die Anwesenden, besonders die Ehrengäste und Damen, und hielt die Kaiserrede. Es wurde ein Huldigungstelegramm an 6e. Majestät abgesandt, stad. Jahn (Thuringia) gedachte lefl Großherzogs, stuä. Kuntze (wild) ehrte die Professoren, ks wurde ein Salamander auf diese gerieben, worauf Rektor M- Dr. Schering im Namen seiner Kollegen dankte und tim Salamander auf das Gedeihen der Techn. Hochschule iommandierte. stud. Luckas (wild) gedachte hierauf der Stabt Darmstadt und der Damen. Ein fideles Liederbuch, die ausgezeichneten Vorträge der Kapelle Hilge, sowie die cht burschikose Stimmung machten den Kommers sehr fidel.

Hochheim a. M., 24. Jan. Da, wo dicht am Main Mn Flörsheim hin die Eisenbahnlinie Wiesbaden-Frankfurt- vochheim Rebenberge durchschneidet, erhebt sich seit dem rl. Mai 1854 hoch am Uferrand des Flusses in Mitten tluljenbcr Weinstöcke ein im englisch gothischen Style auS- geführtes, 28 Fuß hohes Monument aus grauem Sand- piuii, auf dem auf der nach dem Main zugekehrten Haupt siomte das englische Wappen mit den bekannten Devisen: jlhony soit, qui mal y penae undDien et mon droit I1'*; Aufschrift darunter prangt:Ihre Majestät vl-itorla, Königin von Großbritannien und Jr- rc. hatte die Gnade, diesem Weinberge ihren hohen Smenr?U?erJc^cn* Der erhabenen Monarchin zu Ehren Mo als dankbare Erinnerung an eine so huldvolle Aus zeHuung, wurde dieser Denkstein errichtet von G. M. Pabst °mn Hochheim, 24. Mai 1854." Die Stelle, an der ^s.es Monument steht, führt heute den NamenViktoria- tng und hieß ehedemDechantenruhe", welche Bezeichnung

berg wird gtmelbti: traf heute nachmittag Friedrichs^ ein uni ick. Prinz und N heute bit Reise nach

in seiner heutigen a Reichstages über cage des Abgeordneten tttf

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sie dadurch erhielt, daß der Kurfürst Emmerich Joseph von Breidbach-BürreSheim bei seinen häufigen Spaziergängen nach dem zu dem Kurfürstentum Mainz gehörenden Hochheim aüf diesem herrlichen Stückchen Erde, das eine prachtvolle Aus­sicht auf das Rheinthal gewährt, oft Rast hielt. Nachdem das Kurfürstentum Mainz zu Grabe gegangen war, ver­ödete die früher vielbesuchteDechantenruhe", die schöne Baumanlage hierin wurde abgehauen und eine kahle Berg stelle entstand, auf der von dem Eigentümer, dem Inhaber der Wein- und Holzfirma G. M. Pabstmann, im Jahre 1844 mit vieler Mühe ein Weinberg angelegt wurde. Diese Mühe wurde durch ein herrliches Gewächs gekrönt, daS Eng­lands Herrscherin gelegentlich einer Reise durch Mainz kostete und das ihr derart mundete, daß sie dem durch das An­denken an den Kurfürsten Emmerich Joseph geweihten und von der Natur reich gesegneten Berge ihren Namen verlieh.

ko. Marburg, 24. Jan. Professor Th. Fischer von der hiesigen Universität ist zwecks einer wissenschaftlichen Forschungsreise, die er im Auftrage der Hamburger Geo­graphischen Gesellschaft unternimmt, nach Marokko abge­reist. Vergangene Nacht wurde hier ein »Handelsmann aus dem Kreise Biedenkopf überfallen und lebens­gefährlich verletzt. Die Thäter sind ermittelt. Der Bezirksausschuß zu Arnsberg hat die Vornahme von Vor arbeiten für die projektierte Bahnlinie Raumbrand BerleburgFrankenberg in den in Betracht kommenden Gemeinden des Wittgensteiner Kreises genehmigt.

ko. Frankfurt a. M., 24. Jan. In der Loge zur Einig­keit fand gestern auf Veranlassung des Rhein-Main- Verbandes der Gastwirte eine Versammlung statt, die sich mit der Frage der Haftpflicht beschäftigte. Herr Rei- nemer-Darmstadt erstattete daS Referat. Auf dem Wormser Verbandstage nämlich gab man dem Vorstände auf, dieser Frage näher zu treten und so zu prüfen, besonders, ob ein Abschluß mit einer Haftpflicht Versicherungsgesellschaft er­folgen, oder eine eigene Haftpflicht Versicherungskasse gegründet werden solle. Von neun Gesellschaften hatte sich der Vor­stand Material verschafft, die in ihren Prämien sowohl, wie in ihren Grundsätzen sehr verschieden sind. Infolgedessen lehnte die Versammlung es ab, mit Versicherungs-Gesell­schaften Verträge abzuschließen, und nahm den Antrag, den der Mainzer Verein eingebracht, an, nämlichGründung einer Haftpflichtversicherungskasse Deutscher Gastwirte". Eine Commission, bestehend aus Mitgliedern von Frankfurt, Darm­stadt, Mainz, Offenbach, Gießen, Friedberg und St. Johann, wurde sofort gewählt, die die erforderlichen Garantien er­mitteln, das Statut festsetzen und das Recht erhalten soll, sich aus den Verbänden zu kooptieren, die nicht durch Ver­träge mit Versicherungsgesellschaften verbunden sind.

Wiesbaden, 24. Jan. Gegen den 38 Jahre alten Stadtmissionar Hermann Jagdstein, der früher hier thätig, jetzt flüchtig ist, wurde die Untersuchungshaft wegen Sittlichkeitsverbrechens von der hiesigen StaatS- anwaltschgft verhängt._________________________________________

Kirchliche Statistik der evaugel. Landeskirche auö dem Jahre 1900.

Auf Grund der von den Pfarrämtern und Dekanaten gemachten Angaben veröffentlicht daS Großh. Oberkonftstortum im kirchlichen Verordnungsblatt die Ergebnisse der kirchlichen Statistik für 1899. Wir entnehmen derselben folgendes:

In der Superintendentur Darmstadt besuchten durchschnittlich 35021 Erwachsene und 21992 Kinder allsonntäglich den Gottesdienst oder 16 64 pCt. Erw. und 20.89 Kinder. Der Prozentsatz für die einzelnen Dekanate ist folgender:

Darmstadt 12.13 pEt. Erw., 1420 pCt. Kinder, Eberstadt 17.23 Erw., 25 98 pCt. Kinder, Erbach 16.96 Erw., 17 42 pCt. Kinder, Grotz-Gerau 1534 pEt. Erw., 3457 pCt. Kinder, Offen­bach 9.42 pEt. Erw., 15.92 pEt. Kinder, Steinheim 22.40 pCt. Erw., 24.85 pCt.Kinder, Grotz-Umstadt 29.90 pCt. Erw., 29.84 pCt. Kinder, Zwingenberg 23.86 pCt. Erw., 26 66 pCt. Kinder.

Zum Abendmahl gingen in der Supertntendentur Darm­stadt 115 085 Kommunikanten oder 54.68 pEt. der ev. Bevölkerung Hiervon entfallen auf das Dekanat Darmstadt 30.86 pEt., Eber­stadt 4937 pEt., Erbach 76.33 pCt., Groh-Gerau 45.93 pCt., Groß-Umstadt 83.04 pCt-, Offenbach 33.78 pCt., Stetnheim 80 55 pCt., Zwingenberg 80.58 pCt.

In der Superintendur «Sietzen besuchten allsonntäglich die Kirche 52 537 Erw., 26 494 Kinder oder 32.15 pCt. Erw., 32.42 pEt. Kinder. Dieselben verteilen sich auf die einzelnen Dekanate also: Sietzen 25.64 pCt. Erw., 22.13 pCt. Kinder, AlSfeld 35.33 pCt. Erw., 32.16 pCt. Kinder, Büdingen 34.43 pCt. Erw-, 34.14 pCt. Kinder, Friedberg 37.65 pCt. Erw., 26.88 pCt. Kinder, Grünberg 23.25 pCt. Erw., 33.47 pCt. Kinder, Hungen 52.32 pCt. Erw., 45,04 pCt. Kinder, Lauterbach 38.19 pCt. Erw., 31,75 pCt. Kinder. Nidda 27.92 pEt. Erw., 34.11 pCt. Kinder, Rodbeim 24.75 pEt. Erw., 40.59 pCt. Htnder, Schotten 35.73 pCt. Erw., 41.33 pCt. Kinder. v

Zum Abendmahl gingen 206 206 Personen oder 125.58 pCt. der ev. Bevölkerung und zwar im Dekanat «ietzen 112.56 pCt., Alsfeld 135 69 pCt-, Büdingen 89 13 pCt., Friedberg 81.43 pCt., Grünberg 157.49p£t., Hungen 17853pCt.,Lauterbach 141.16pCt, Nidda 142.43 pCt., Rodhelm 8264 pCt., Schotten 149.47 pEt. . ..^QLb,c Superintendur Mainz beträgt dir Zahl der allsonn- täglichen Ktrchenbesucher durchschnittlich 22 040 Erw. und 14 728 Kinder oder 22 98 pCr. Erw., 36.79 pEt Kinder. Hiervon entfallen auf das Dekanat Mainz 16.48 pCt. Erw, 2263 pEt. Kinder, Alzry 24.40 pCt. Erw., 33.76 pCt. Kinder, Oppenheim 33.32 pCt. Erw., 36.50 pCt. Kinder, Wöllstein 27.49 pEt. Erw., 34.54 pCt. Kinder, Worms 20.94 pCt. Erw., 24.80 Kinder.

Zum hl. Abendmahl gingen 70 854 Personen oder 73.53 pCt. der Ev. Im Dekanat Mainz waren es 60.25 pCt. Kommunikanten, Alzey 73.34 pCt., Oppenheim 107.98 pGt, Wöllstein 92 pCt., Worms 59.40 pCt.

Geboren wurden in der Superintendur Darmstadt 11 440 Kinder, darunter 751 unehelich. Getauft durch ev. Geistliche 10 572. Taufver- Weigerungen find vorgekommen int Dekanat Darmstadt 1 und im De­kanate Reinheim 1. Die übrigen Kinder sind teils ungetauft gestorben, teils, weil aus Mischehm stammend, vom kath. Geistlichen getauft worden.

Konfirmiert wurden 5745 Kinder aus rein ev. Ehen, 353 aus Misch­ehen, 172 unehelich geborene. Konfirmationsentziehungen sind keine vorgekommen. Ohne Geistlichen wurden beerdigt 960 Kinder unter 6 Jahren und 47 Verstorbene über 6 Jahre.

In der Superintendur Gietzen betrug die Zahl der Geburten 6863, darunter 332 unehelich. Durch ev. Geistliche wurden getauft 6764. Taufverweigerungen sind keine vorgekommen.

Konfirmiert wurden 4762 Kinder aus rein ev. Ehen, 96 aus Misch­ehen, 104 uneheliche Kinder. Eine Konfirmationsentziehung ist im De­kanat Gießen vorgekömmen.

Beerdigt ohne Geistlichen wurden 324 Kinder unter 6 Jahren, 16 Verstorbene über 6 Jahre.

In der Superintendur Mainz wurden im ganzen 6053 Kinder, darunter 386 unehelich geborene. Getauft von ev. Geistlichen wurden 5002. Eine Taufverweigerung ist im Dekanate Worms vorgekommen.

Konfirmiert wurden 2259 Kinder aus rein ev. Ehen, 498 aus Mischehen und 34 unehelich geborene.

Beerdigt ohne Geistlichen wurden 594 Kinder unter 6 Jahren, 10 Verstorbene über 6 Jahre. *

Die Zahl der Ehrschließungen in der Superintendur Darmstadt betrug 3381 und zwar rein ev. 2767 und 597 Mischehen. Von diesen wurden von ev. Geistllchen kirchlich eingesegnet 2683 rein ev. Ehen und

Kinder aus Mischehen wurden 1693 geboren und von diesen 928 ev. getauft.

In der Superintendur Gietzen betrug die Zahl der Ehe­schließungen 2154 und zwar 2072 rein ev. und 79 Mischehen. Von diesen wurden von ev. Geistlichen kirchlich eingesegnet 2069 rein ev. Ehen und 86 Mischehen.

Aus Mischehen wurden 249 Kinder geboren und hiervon 167 ev. getauft.

In der Superintendur Mainz fanden 1784 Eheschließungen statt, davon 1050 rein ev. 699 Mischehen. Von den 1050 rein ev. Ehen wurden von ev. Geistlichen 1025 kirchlich eingesegnet, von den Mischehen 320. Aus Mischehm waren 1996 Kinder geborene, hiervon wurden 982 ev. getauft.

Von 5889 rein ev. Ehen blieben 112 ohne kirchliche Trauung oder 1,9 pCt. Die meisten Ausfälle kommen auf die Dekanate Darmstadt, Offenbach und Mainz.

Von den gemischtm Ehen (zwischen Ev. und Kalh.) haben 49,t pCt. die ev. Trauung erhalten, nämlich 676 von 1375, oder 3,, pCt. mehr als im Jahre 1898. Der Rest von 699 umfaßt die, bei denen katholische Trauung statttand oder bei denen die kirchliche Trauung ganz unterblieb. Von 733 ev. Männem, die in gemischte Ehen traten, haben sich 399 dazu verstanden, die kath. Trauung anzunehmen oder auf die kirchliche Trauung verzichtet, darunter in Starkenburg 168 von 363, in Rheinhessen 204 von 397. Ihnen stehen von 643 ev Frauen, die in Mischehen traten 277 gegenüber die ev. getraut sind.

Von den Kindern aus Mischehen mit Katholiken haben 119 mehr als die Hälfte die ev. Taufe erhalten, nämlich 2077 von 3917 im ganzen, darunter 1314 von ev. Vätern (unter 2064 im ganzen), 763 von ev. Müttern (unter 1853 im ganzen) ; doch haben 689 ev. Männer ihre Kinder der kath. Kirche überlasten, wo nicht die Taufe ganz unterblieb.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 27. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanias. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Bormittags 9'/» Uhr: Pfarrer Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Vereinigter Militär- und Civilgotteödienst zur Feier deS Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers.

Pfarrer Dr. Grein.

Nachmittags 2f/a Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.

Pfarrer Schlosser.

Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Kraus.

Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und MarkuS- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Donnerstag den 31. Januar, abends 8 Uhr, Bibelfiurrde im Konfirmandensaal (Kirchstraße 9). Psalm 23. Pfarrer Schlosser.

In der Johanneskirche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohanneS- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler.

Beichte und heil. Abendmahl für die LukaSgemeinde. Anmeld­ungen bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten.

Montag den 28. Januar, abends 8 Ubr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Hebräerbrief Kap. 7. ChristuS der wahre Hohepriester. Pfarrer Dr. Naumann.

Dienstag den 29. Januar, nachmittags 51/2 Uhr, Ber­einigung der konfirmierten Mädchen der LukaSgemeinde im Schwesternhaus (Johannesstraße). Pfarrer Euler.

Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirch­lichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig spätestens eine Woche vor der Trauung bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen.

Katholische Gemeinde.

SamStag den 26. Januar.

Nachmittags um 4yt Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit im heil. Beichte.

Sonntag den 27. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanie. Vormittags von 6Vs Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe;

vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Die zweite heil. Meste. Militärgottesdienst mit Predigt und Te Deum zur Feier oes Geburtstage- Seiner Majestät deS Kaisers.

um 9/i Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2Va Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Gerichtssaal.

-o- Gießen, 25. Jan. (G e w e r b e g e r i ch t.) In der heutigen Sitzung, unter Vorsitz des Beigeordneten Wolff, wird wiederum in Sachen des Kutschers Jacob gegen den Droschkenbesitzer Junker wegen Lohnforderung verhundelt. Der Forderung Jacobs von 55 Mark stellt Junker eine Gegenforderung von 49 Mark gegenüber. Zur Feststellung der Richtigkeit dieser Gegenrechnung wurde eine ganze Anzahl Sachverständiger und Zeugen vernommen. Das Ergebnis war, daß die Forderung Junkers an den Kläger sich aus 19.90 Mark beläuft, während der Kläger 18.80 Mark in Anrechnung bringt. Wenn der Kläger 12.50 Mark Entschädigung im ganzen erhält, so will er sich zu­frieden geben. Vom Gericht wird die Klage abgewiesen; die Kosten fallen dem Kläger zur Last. In der Streitsache des Werkmeisters Friedrichsen wegen Gehaltssorderung von dem Fabrikanten Fi er verlangt der Kläger wegen angeblicher ungerechtfertigter Entlassung ein Gehalt von 209.80 Mark, während der Beklagte den Werkmeister wegen angeblicher unsittlicher Vorfälle entlassen hat. Der Kläger ist "von seiner Frau vertreten. Wegen Gefährdung der öffent­lichen Sittlichkeit wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Das Urteil lautet: Die Klage wird abgewiesen; die Kosten fallen dem Kläger zur Last.

** Gießen, 25. Jan. Schöffengericht. Eine exemplarische Strafe erhielt heute morgen der Student Kr. vom hiesigen Schöffengericht. Kr. hatte in einer Nacht die Glaskuppel zweier Laternen zerschlagen und wurde zu 150 Mk. Geldstrafe event. 3 Wochen Gefängnis verurtellt.

Posen, 24. Jan. Die Strafkammer verurteilte den Redakteur bet polnischen Wochenschrift .Praca", Wladislau8 Siemiontkowski, wegen Aufreizung zu Gewalthätigkeiten und Verächtlichmachung von Staats­einrichtungen, begangen durch einen ArtikelUnser Gefängnis", der Über den polnischen Privatunterricht handelte, zu 9 Monaten Gefängnis. Diese Strafe wurde in eine Zusatzstrafe von 6 Monaten Gefängnis umgewandelt.

Wleralur, Wissenschaft und Kunst.

Nach Meldungen aus Mailand ist im Befinden Verdis eine kleine Befferung eingetreten. Der greise Komponist ist wieder bei voller Besinnung und erkennt die Umstehenden. Man darf 1^0(9 Jtovoem keinen trügerischen Hoffnungen über den sehr bedenklichen Zustand hmgeben.