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1 Uchte bestceaen nn !’b “« tbtntmn st ^Debatte über bo« anfM,8e'9eoibn^ "ö#Mt m bet NLHe •jWartj, auf die •13 auf Giülid brr des n6 Wbtt des J’ M t,9 gehalten, sich » gehässiger Weise 'n °chm Jnsnat an, tlbe ben bkscheideusteu ar sei, habe man fit '/"er zu beschäftige,, f. Z. bie Aufnahme -'«gesandt» abgelehnt, luzeigkvsteüe unsere- Mndet. Die Red- ! selbst bemerle er, übet die Müglichtrit ' Nähe GiehenS gr- •u M Ttaatsvoran- !ahl der Platzes süi nach Einholung Lrzt- achlichen Etwägllngln ungen entbehrten der
Hieße« für die -reife «tcr'öaiß.
in, 22. Januar, vmmerzienrat Koch, , Jhring, Moll, .rmei, vchmalk, e der Sekretär Dr.
rren; Kommerzienrat 'ped unb Wal lad), jiebt ber Mrjtyenbe, g Der Kammer bar* aber vorigen Jahres rach den MM» mermWeder, Korn- mspeä und Stemecke, rmndieneugewähllcn , lvricht die vossnunz >eiten der Mitglieder mmer auch im nem
| einzigen Hebregisters für den ganzen Kammerbezirk an- | geordnet worden ist.
Ans dem Bericht über die Plenarversammlung des I deutschen Handels tags ist hervorzuheben, daß die | Kammer, gemäß einem Ende Dezember durch Zirkular ein- 1 geholten Beschluß, mit der Majorität des deutschen Han- I delstags gegen jede Erhöhung der Zölle auf Lebensmittel 1 gestimmt hat, und der Vorsitzende in gleicher Weise die V. Schwesterkammer Friedberg in deren Auftrag vertrat. In * der Frage der Errichtung "einer Reichshandelsstelle hat sich I die Kammer dem Kompromißantrag der Handelskammer zu I Düsseldorf, der eine Auskunftsstelle mit beschränkten Zielen I befürwortete, angeschlossen. Dieser Antrag wurde mit I großer Mehrheit angenommen.
2. Bei der hiesigen Bürgermeisterei ist von feiten der I hiesigen Ortskrankenkasse der Antrag eingebracht worden, J durch Ortsstatut auf Grund des § 2 des Krankenv er sicher- ungsgesetzes von 1892 Hausindustrielle dem Ber sicheren g s z w a n g zu unterwerfen, und zwar auch dann, wenn I sic die Roh- und Hilfsstoffe selbst beschaffen, und auch für I die Zeit, während sie vorübergehend für eigene. Rechnung | ai beiten. Ferner sollen auch Handlungsgehilfen und Lehrlinge mit unter 2000 Mark Jahresgehalt in die Zwangs-Versicherung einbezogen werden. Die Bürgermeisterei hat die qmnnier um eine Aeußerung über diesen Antrag ersucht, i Tie Kammer ist der Meinung, daß angesichts der in - Angriff genommenen Neugestaltung des Krankenversicher- ' ungsgesetzes, das leicht eine ganz andere Rechtslage schaffen ' kann, es augenblicklich unzweckmäßig ist, einen so tief einschneidenden und in mancher Hinsicht berechtigten Bedenken - begegnenden Antrag näher zu treten, und beschließt, vorläufig der Bürgermeisterei zu empfehlen, den Antrag zu- i riiazn stellen.
3. Bezüglich des neuerdings wieder öffentlich erörterten Projekts einer Halte st elle der Main-Weser- H a h n i m N o r d e n G i e ß e n s ist die Kammer der An- )if)t, daß die Errichtung einer solchen Stelle ein dringendes Verkehrs-Bedürfnis ist; sie beschließt demgemäß, gemeinsam mit der hiesigen Stadt Die Erreichung dieses Ziels ar-.ustreben. Zu diesem Zwecke wird sofort eine Kommission bestehend aus Kommerzienrat Heichelheim, Balser und Schmal! niedergesetzt.
4. Nachdem auf die anfangs d. M. ausgegebenen sß Inhres b e r i ch ts fr a g eb o g e n nur sehr wenige Ant- werten eingelaufen sind, beschließt die Kammer, sich auf diesem Wege nochmals an die rückständigen Firmen [mit der Bitte um Beantwortung der Fragebogen zu wenden. Gleichzeitig wird bestimmt, daß die Kammer-Jahresberichte im allgemeinen nur an diejenigen Firmen versandt werden sollen, die ihr Interesse an diese durch - Einsendung eines, wenn auch nur kurzen, Berichts über ihre Branche bezw. ihren Betrieb bekundet haben. Den . übrigen Firmen soll es überlassen bleiben, sich einen Bericht turf dem Kammerbureau abzuholen, so lange der nicht i>u zahlreich zu bemessende Vorrat reicht. Die anläßlich den Jahresberichts eingelaufenen zahlreichen Desiderien sollen seinerzeit in Sammelpetitionen den zuständigen Behänden unterbreitet werden.
5. Bezüglich der hiesigen Telephonverhältnisse werden allseitig lebhafte Klagen vorgebracht. Die , Kammer beschließt, nach Einholung weiteren Materials in der Angelegenheit an zuständiger Stelle vorstellig zu werden.
Die Eingabe der Kammer an die Königl. Eiseubahn- " bircftion Frankfurt a. M. betr. Einrichtung von Personen- k beförderung bei dem Güterzug 9247 Gelnhausen-Gießen (an bürßen 1,50 Nachm.) ist von letzterer abschlägig beschießen worden, da ein allgemeines und dringendes Verkehrsbedürfnis nicht anzuerkennen sei. Die Kammer kann sich ^hierbei nicht beruhigen, und wird in dieser Angelegenheit nochmals Schritte thun. —
und 2. Vorsitzende. nratSeichelhem, r wiedergelvahlt. tscheTroglnsttn « king.be gmchtt mitheilmrtteui seither regelnde W Ä»
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7. Unter den Eingängen befinden sich u. a.: eine Mit- ; leilung des Ausschusses der Düsseldorfer Ausstellung, nach ’ ber die Hess. Jindustriellen im allgemeinen zu dieser zwar nicht zuzulassen seien, dagegen über die Zulassung einzelner ■ türmen von Fall zu Fall entschieden werden soll; die beiden ersten Nummern des von der Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. neuerdings herausgegebenen „Tarif-Anzeigers"; das Protokoll der Sitzung des letzten Hess. Haube! skammertags; vertrauliche Mitteilungen über eine demnächst in Madrid ins Leben tretende Aktiengesellschaft bie sich mit der Einfuhr von landwirtschaftlichen und Berg- werksmaschinen, sowie von Kunstdünger befassen wird; ferner über Lieferungen nach Bulgarien; zweifelhafte Firmen in Madrid, Rustschuk und Braita, endlich ein Katalog spanischer Exporthäuser. Ueber diese Eingänge wird Jnter- ch'enten auf dem Bureau der Kammer näheres mitgeteilt.
Aus Stadt und And.
Gießen, den 25. Januar 1901.
*• Personaluachrichteu. Die Hilfsgerichtsschreiber am Landgericht der Provinz Rheinhessen Ruppel und am Land zericht der Provinz Oberhessen Rhode sind aus Anlaß ihrer Ernennung zu Militärgerichtsschreibern mit Wirkung vom 1. Januar ihres Dienstes entlassen worden.
** Gießener Zither-Klub. Am Sonntag gab der „Gießener Kither-Klub" in Dillenburg ein Konzert über das die „Ztg. für das Dillthal" schreibt:
«Wie wohl nicht anders zu erwarten war, übte das Konzert des kießener Zitherklubs unter Leitung des Dirigenten Herrn R. kiödiger eine starke Anziehung aus; der Blechersche Saal war bis auf ien letzten Platz besetzt. Die Leistungen der Spieler zeugten von guter kchulung und erfüllten die auf Grund einer früheren Notiz gehegten Er- tactungen in vollstem Maße. Sämtliche Nummern des Programms «mieten lebhaften Beifall, besonders stark applaudiert wurden die beiden )yl ophonsoli, welche wiederholt werden mußten. Wir wollen hoffen, daß ter Gießener Zitherklub sein in Aussicht gestelltes 2. Konzert richt allzulange hinausschiebt."
Ein Gruppenbild des „Zither-KlubS" ist indem kigarrengeschäft Lindenplatz ausgestellt.
A Gedern, 24. Jan. Gestern wurden durch den Land gerichtsrat Sandmann aus Gießen und durch zwei Mutige Rechtsanwälte die Quellen der hiesigen projektierten Wasserleitung in Augenschein genommen, da die hiesigen MLller mit der Gemeinde bezüglich dieser Quellen pro- Meren.
h. Burkhards, 23. Jan. Der hiesige Landwirt Jo Hs. ilirolph IV. wollte vor einigen Tagen Maschinenstroh von ie« Scheuergerüft in die Tenne werfen. Das Stroh, auf de« der Mann stand, rutschte und er stürzte in die Tenne. Met mehreren Rippenbrüchen konstatierte der Arzt wch Gehirnerschütterung.
Darmstadt, 24. Jan. Der Großherzog reiste gestern abend nach Moskau ab.
Sch- Darmstadt, 23. Jan. Die Großh. Handels kammer hat in Verbindung mit den Vorständen des Detai- tiften Vereins, des Gewerbevereins, des Handel-Vereins und des Verkehrsvereins auf Mittwoch den 30. Jan. d. I. eine Versammlung einberufen, auf deren Tagesordnung die Errichtung einer Handelshochschule in Darmstadt steht, und in welcher das Kammermitglied Fröhlig referieren wird.
O Kirchbracht (Kreis Gelnhausen), 24. Jan. In diesem Sommer, wahrscheinlich im Juli, feiert der hiesige Kriegerverein, dem auch Bewohner der Nachbardöcfer Illnhausen und Mauswinkel angehören, das Fest der Fahnenweihe.
•* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten Dieser Tage schoß ein Mainzer Jäger einen Hasen, der ein verwettertes schwarz-weiß-rotes Bändchen mit einem kleinen Schellchen und einem Messingzeichen am Halse trug. — Der Hopfenhändler Geng aus Bayern hat sich schlechter Vermögensverhältnisse wegen in Biedenkopf zu erschießen ver sucht. Er liegt schwer verletzt itt der Klinik zu Marburg.
Für den Judentag.
Berlin, 22. Jan.
Die Ablehnung des „Judentages" durch die offiziellen Vertreter des Judentums hat in den zionistischen und sonstigen Judentag-freundlichen Kreisen recht lebhafte Bewegung bervorgerufen und zu einer neuen Versammlung geführt. Die diese Forderung aufs neue mit stärkstem Nachdruck erhob. Etwa 600 Teilnehmer hatten gestern abend den Saal von Dräsels Lokal überfüllt. Den Vorsitz führte wieder Dr. niet). Jul. Katz. Dieser erklärte unter stürmischem Beifall, daß die Zionisten dafür sorgen werden, daß der Judentag nicht in Kommissionen und Subkommissionen verschwinde.
Der Referent Dr. G l o e i s k i bemerkte, daß die Ge- heimthuerei immer kurz vor dem Ende komme, was man schon an dem letzten, gänzlich hinter verschlossenen Thüren geführten Parteitage der Freisinnigen Volkspartei sehen könne. Darum wollen die Zionisten jmt dieser Geheimniskrämerei im Judentum aufräumen un*e§ sich zum Prinzip machen: Schreien- schreien! Die jüdischen Mäuler sind nicht bloß zum Treife (Essen) da. (Sehr gut!) Es mag sein, daß die Parteileitung der Freisinnigen Volkspartei nicht antisemitisch fühlt, aber den freisinnigen Wählern dürfe man schon keinen jüdischen Kandidaten mehr präsentieren. Das sei also instinktiver Antisemitismus. Bei den Sozialdemokraten habe vor einiger Zeit Calwer geanti- semitelt! (Zuruf: Leider!) Die Formel: „Los von dem Liberalismus" sei zu scharf. Es müsse richtiger heißen — was allerdings gegenwärtig zufällig dasselbe sei —: Los von der In denschutz trupp e ! (Beifall.) Das Wort Liberalismus sei stark mißbraucht worden. . „Liberalismus" hat die Juden der Taufe näher geführt. In seinem Namen ist unser Gebetbuch von ungeweihten Händen zerrissen worden, in seinem Namen werden unsere Kinder in den Schulen entjudet, in seinem Namen „Zion" aus unseren Gebeten gestrichen — alles im Namen des heiligen Liberalismus . . . Die gegenwärtige Parteientwicklung nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei für die Juden von außerordentlichem Vorteil. Nun gelte es auch, solche Abgeordnete durchzubringen, welche die Interessen der Juden richtig vertreten und sich auch freundlich mit der Regierung stellen. Demi diese Regierung hat doch ihre segnenden und schützenden Hände auch über uns Juden gestreckt (Ruf: Zur Sache), wenn auch die Finger manchmal recht gespreizt sind, daß noch immer sehr viel Regen und Sturm auf die Köpfe der armen Juden rutschen kann. (Beifall.) Die Außenwelt muß erfahren, daß das Judentum nicht blos aus Börsenrittern besteht. Dazu will der Zionismus helfen, dessen Gedanken in ihren Zielen man wirklich göttlich nennen könne. Der Redner beteuerte, daß der Zionismus nicht im Gegensatz zur deutschen Reichspolitik stehe. Die Zionisten seien warme deutsche Patrioten. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Er verlangt energisch einen Judentag, der zur Folge haben werde, daß die Reifen endgiltig abfallen und daß eine gewisse Ethisieruug im Judentum eintrete, daß die Juden bann nicht mehr so laut seien. Dann werden wir mit einer gewissen melancholischen Bescheidenheit unsere stolze Menschennatur offenbaren! (Stürmischer, anhaltender Beifall.)
.Die Diskussion war wiederum sehr lebhaft. Herr Sally Nathan verlangte statt eines Judentages eine größere Fürsorge für das städtische Proletariat. Redakteur Klausner sprach sich gegen die verlangten, allgemeinen, direkten Wahlen zum Judentage aus, die zur Zeit noch nicht möglich wären. Das Judentum müsse erst gehen und marschieren und Disziplin lernen, ehe es zur Parade antritt. Dr. Friedemann (mit stürmischem Beifall und Trampeln empfangen) verteidigte sehr energisch die Idee des Judentages. Die Judenemanzipation sei eine Lüge und die Juden wären bescheiden und dumm genug, sie zu glauben. Die Juden sollen wieder von männlichem Stolze erfüllt werden. Tie Idee des Judentages werde nicht verschwinden und wenn auch alle getauften Redakteure der Berliner Zeitungen dagegen schreiben! (Anh. Beifall.) Unser verehrter Freund und Gönner Stöcker (Stürmische Heiterkeit. Ruf: Sehr gut, sehr gut!), der hat mal gejagt: Es giebt nur eine wahre Mission, und das sist die „innerste Mission". Warum soll man nicht auch vom Feinde etwas lernen? Das Judentum sollte in der That diese innerste Mission auch mal an sich üben; auch auf moralischem Gebiete steht ihm da ein weites Feld offen. Es muß dahin kommen, daß wir uns nicht mehr fürchten und schämen, uns Jude zu nennen .... (Donnernder Beifall, Trampeln, laute Rufe.) Dr. Glociski stimmt dem zu. Eine Ethisieruug des Judentums sei die beste Bekämpfung des Antisemitismus. Wir wollen uns nicht mehr eindrängen, sondern bescheiden und still arbeiten an der großen jüdischen Kultur. Jetzt bringe ber Antisemitismus auch in bie Sozialdemokratie. Wenn auf dem Parteitage Fischer gesagt habe, man werde wohl nächstens im Interesse des Parteigeschäfts semitische Allüren ein- sühren, so genüge das gerade! — Herr Bube: Der Antisemitismus ist so stark, daß seit den Tagen von Kunitz selbst uns sonst freundliche Leute sagen: es könnte doch fein! — Redakteur Wohlberg greift das offizielle Judentum scharf an. Diese herrschende Richtung sei wie ein gewisses Reptil. Sie würge das Judentum, ja breche ihm sämtliche Knochen im Leibe entzwei, überziehe es mit
ihrem Schleim des Rationalismus (Zurufe: Au! Brr!) und! chlucke es endlich ganz und gar herunter. Dabei wird bie herrschenbe Richtung natürlich bick unb fett. (Große Heiterkeit entsteht hier, da ber Rebner selbst von gar beträchtlichem Umfang ist.) Lassen wir uns nicht ummobeln von Leuten, bie zufällig noch nicht getauft. — Ein junger Herr Golbschmibt erklärt sich entrüstet gegen den Judentag. (Großer Lärm entsteht bei seinen Ausführungen. P«an ruft wiederholt: „Lesen Sie auch bie „Staatsbürger-Zeitung" ?) — Rebakteur Klausner waubte sich ebenfalls gegen diejenigen jüdischen Leute, bie mit guten Lehren kommen und dabei schon über das Taufbecken gebeugt sind. Tie Zionisten haben ein Schweineglück, wenn ihnen ber Vorredner Nordan zum Vorwurf macht und Treitschke als Heiligen vorhält. — Znm Schluß weist noch der Sozialdemokrat Bär le in heftiger Weise bie Behauptung zurück, baß bie Sozialbemo fratie antisemitisch fei, beim es fei anzuerkennen, baß bie Suben zu ben Unterdrückten gehörten. Eine Schande fei es aber auch, daß selbst Juden in Moabit den Antisemiten Ubrich gewählt haben!
Schließlich wurde wieder eine Erklärung zu Gunsten be3 Judentages angenommen. Schluß 1 Uhr nachts.
Vermischtes.
* Jägerndorf, 24. Jan. Der Chef der hiesigen Tuchfirma Ignatz Liebel u. Bruder hat sich wegen Krankheit ersch offen.
* Budapest, 24. Jan. In der Station Gany der Linie Galanta-Zsolna fand infolge Nichtbeachtens der Signale ein Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge statt. Zwei Personen des Zugpersonals wurden gelobtet, eine Person verletzt.
• Petersburg, 24. Jan. Aus Astrachan wirb gemeldet: Der Gouverneur macht bekannt, baß neuerdings in drei weiteren kirgisischen Ansiedelungen unb in einer Ansiedelung an der Grenze von Samara pestverdächtige Erkrankungen vorgekommen seien. Alle infizierten Ortschaften sind von einem undurchdringlichen doppelten Cordon umschloffen, Die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle ist nach ben offiziellen Berichten noch nicht festgestellt, doch dürften die Privatmeldungen, die von Tausenden von Erkranl^- u n fi e n sprechen, übertrieben sein.
Universitäts Nachrichten.
— Der Orientalist Geheimrat Wilhelm Ahlwardt, Professor der orientalischen Sprachen an der Universität Greifswald, wird am 6. Februar sein bvjähriges Doktorjubiläum feiern. — In Berliner Juristenkreisen beschäftigt man sich lebhaft mit der Frage, wer als Nachfolger des verstorbenen Professor Eck an die Berliner Universität berufen werden soll. Es kommt eine Reihe von namhaften Rechtslehrern dabei in Betracht, insbesondere werden genannt Profesior Zitelmann in Bonn, die Professoren Mittris und Strohal in Leipzig und Professor Stammler in Halle. — Der a.-o. Profesior der Mathematik und Physik an der Wiener Hochschule für Bodenkultur Dr. Oskar Simony ist zum o. Profesior dieser Fächer an der genannten Hochschule ernannt worden.
Gerichtssaal.
Rom, 24. Jan. Der radikale Deputierte Cavalotti war in einem Duell mit dem reaktionären Abg. Maccola getötet worden. M. wurde nun vielfach angegriffen, daß er, ein robuster Mensch, seine körperliche Ueberlegenheit in dieser Weise gegen den alten Cavalotti ausgenützt hatte. Auch der „Avanti" hatte die That Maccolas scharf kritisiert. Dieser fühlte sich beleidigt und stellte Strafantrag; der Redakteur des „Avanti" wurde wegen Beleidigung der Duellmörders zu elf Monaten Gefängnis und zu 1000 Fr. Geldstrafe verurteilt.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Reichsbank. Am 1. Februar wird in Markneukirchen eine von der Reichsbankstelle in Plauen i. V. abhängige Reichsbank- Nebenstelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. — Wechsel auf Oberredwitz und Dörflas in Bayern, bie nach dem 31. Januar fällig sind, werden von der Reichs bank angekauft und sind an die Reichsbanknebenstelle in Marktredwitz zu girieren.
Gingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter biefer Rubrik stehenb^i Artikel übernimmt bie Rebaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
-n. Kollar, 23. Jan. 1901.
Der hiesige Kriegerverein feiert am 27. d. M. den Geburtstag deS Kaisers in altherkömmlicher Weise. Die Betelligung wird gewiß roiebet recht rege werben. Es finbet auch wieber ein Kaisereffen statt, natürlich nur für bie „besseren" Leute, wozu auch ab unb zu einer von ben „Nichtbesseren" eingelaben wirb. Ein schöner Brauch ist es allerbings, Kaisers Geburtstag in jeher Weise zu verherrlichen, unb es gibt in Lollar gewiß viele patriotische Bürger, bie sich auch gern an einem solchen „Festeffen beteiligen würben, nur müßte bie Einlabung in ortsüblicher Werse geschehen. Diejenigen, welche Ausnahme-Einlabungen ergehen lassen, sollten bebmken, baß sie bie anbeten Ortsbürger kränken. Besser also unterließe man Sonder-Einlabungen. Die Bürger von Lollar haben erst kürzlich bewiesen, baß hier ein gesunder Bürgersinn herrscht, eme Ernnchtung ttfer in ang-führter Weise zeitigt nur Verdruß unb Unzufriedenheit. Schon früher hat sich mancher über bicses sonderbare Borgehen gewundert.
Wöchentliche Uebrrficht der Todesfälle t« Gietzeu.
3. Woche. Vom 13. bis 19. Januar 1901. Einwohnerzahl: angenommen zu 25 560 (tncl. 1600 Mann Militär) SterblichkettSziffer: 16,28, nach Abzug der OrtLsremdm 10,17 o/qo*
Kinder
31 nm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben en, wie viec der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nacy Girtzen gebrachte Krank- kommen.
ES starben an: Zusamwm: Erwachsene:
im iebenSjahr: 2.-
vom
-15. Iahe:
l.L
Masern
1
—
—
1
DiphtheritiS
2 (2)
—
—
2 (2)
Lungentuberkulose
2
2
—
—
Bauchfelltuberkulose
2 (1)
1
—
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Lungenentzündung
1
—
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1
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Summa!: 9 (3)
4
1
4 (3)
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(»vod h ü*teu«h pm Uteri «Werke) eowie dl« andern Bttcner | BtftH gegen Teilzahlungen von monati. 3 M. an
gg - M» 9. Sperling, Buoklundlanf, Stuttgart VH.


