Ausgabe 
25.7.1901 Zweites Blatt
 
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inten totgeschlagen wurden. Namentlich die vor den Thoren Kassels liegenden Ortschaften Wolfanger und Ihringshausen haben furchtbar gelitten. Fast kein einziger Bewohner in WolfSanger und Ihringshausen ist verschont geblieben. Der Gesamtschaden wird für Ihringshausen von versicherungk- k rindigen Leuten auf 75100 000 Mk., für WolfSanger auf 150 000-200 000 Mk. geschätzt.

Frankfurt a. M, 22. Juli. Der dritte Bundestag deutscher Tanzlehrer wurde heute hier bei zahlreicher Beteiligung eröffnet. Das Programm des Bundestages, rund eine Woche umfassend, enthält auch einen Antrag auf Errichtung einer Hochschule für Tanzkunst.

» meine Mitteilungen uns Hessen und den Nachbarstaaten In Kastel ertrank am 22. Juli in dem dicht am Erben­heimer Wege laufenden Ochsenbrunnenbache, obwohl das Wasser noch keine 20 Zentimeter tief ist, ein junger Mensch von etwa 17 Jahren. Derselbe litt an Epilepsie und befand sich bei seinem Vater auf dem Felde, der ihn fortschickte, um etwas zu holen; dabei mußte er den Bach überschreiten. Er ward von epileptischen Krämpfen befallen, stürzte mit dem Gesichte in den Bach und ertrank. Der aus der Duell- affairc bekannte Leutnant Vogt vom 13. Husaren-Regiment wurde wegen Erkrankung aus dem Militärarresthaus in Mainz ins Lazarett gebracht. Ein seit zwei Jahren hier wohnender Rentner hat sich auf der Insel des Stau- weihers amRabengrund- in Wiesbaden mittelst eines Re­volvers erschossen. Das Motiv der That ist unbekannt. Der Mann lebte in den besten Vermögensverhältnissen. AuS ebenfalls unbekannten Gründen erhängte sich die Frau eines Tünchers von hier in ihrer Wohnung. Am 22. Juli Abends erschoß sich in der Jnfanteriekaserne in Wiesbaden ein Soldat. Bei der gegenwärtig vorgenommenen Reno­vierung der Gotthardskapelle in Mainz am Dom fanden die Maurer ein verschlossenes Kistchen, worin sie Dokumente oder Urkunden vermuteten. Nach genauerer Einsicht jedoch ergab sich, daß der Inhalt ein Band des seiner Zeit unter dem Sozialistengesetz verbotenen ZüricherSozialdemokrat" vom Jahre 1883 war. Der Verein für Vogel- und Geflügelzucht, der unter dem Protektorat des Großherzogs steht, hält am 7., 8. und 9. September eine allgemeine G e flügel-AuSstellung in Darmstadt ab. Ausführliche Programme und Anmeldebogen sind von Dr. Garth, Darm­stadt (Schlachihof), zu beziehen Zwei an der Felddienst- Übung in der Gegend von Butzbach beteiligte Husaren­offiziere machten am 21. Juli mit i&ccm Automobil eine Fahrt. Auf der Straße BrandoberndorfButzbach konnten sie bei der steilen Einfahrt in Espa am Eingang von Weiper­felden nicht rechtzeitig die Kurve nehmen. Das Gefährt stieß derButzb. Ztg." zufolge, mit solcher Wucht gegen ein Ge- bände, daß es schwere Beschädigungen erlitt und zur Weiter­fahrt nach Weiperfelden unbrauchbar war. Beide Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert, erlitten jedoch feinen nennenswerten Schaden. Die sozialdemokratische Partei in Mainz agitiert gegenwärtig für eine Massenpetition an den Reichstag, die sich gegen die beabsichtigte Erhöhung der Ge­treidezölle ausspricht. Dank der für das Heranreifen des Obstes überaus günstigen Witterung findet man in ver fchledenen Teilen der Provinz Rheinhessen bereits reife Zwetschen. Auch die Aprikosen haben sich ziemlich gut ent­wickelt und erzielen einen Preis von 3335 Mk. pro Zentner. Frühbirnen kosten pro Zentner 1215 Mk., Aepfel etwas mehr. Im Durchschnitt fällt die Obsternte nicht schlecht aus. Ein Tapezierer in Mainz hat ein in ein zweischläfriges Bett zu verwandelnden Sopha, und einem in ein Bett zu ver­wandelndes Divan konstruiert und für beide Erfindungen Patent angemeldet. Ferner hat er die Konstruktion eines Divans in die Gebrauchsmusterrolle eintragen lassen, der sich in zwei mit den Längskanten zusammenhängende Betten ver- wandeln läßt.

Vermischtes.

* Bochum, 23. Juli. Auf der ZechePräsident" stürzten zwei Bergleute in den Schacht und fanden ihren Tod.

* Frankfurt a. O., 23. Juli. Gestern nachmittag ging über Krebsjouche ein Gewitter nieder. Zwei im Felde arbeitende Frauen wurden vom Blitz getroffen. Die eine wurde sofort getötet, während die andere so schwer verletzt wurde, daß sie heute starb. Drei andere Frauen kamen mit dem bloßen Schrecken davon.

"Die Ermordung eines Unteroffiziers. In Sablon bei Metz wurde in der Nacht zum Montag ein Unteroffizier des 131. Infanterie-Regiments erstochen auf» gefunden. Der Stich war mit dem Seitengewehr des Unter­offiziers ausgeführt worden und hatte die Halsschlagader getroffen. Heber den Thäter hat man bestimmte Vermut­ungen, eine Verhaftung ist jedoch noch nicht erfolgt.

* Stockholm, 23. Juli. Auf dem vergangene Nacht in Gaedviggen eingetroffenen, mit Petroleum beladenen amerikanischen DreimasterLuise Adelaine" fand heute früh eine bedeutende Explosion statt. Das ganze Schiffs- Verdeck flog in die Luft. Das Fahrzeug brennt. Brennen­des Petroleum schwimmt auf dem Wasser. Die Explosion wurde durch eine Entzündung ausstrommender Gase heror- getufen. 12 Personen wurden getötet, gerettet 3 Personen.

* London, 23. Juli. Einer Depesche aus Suez zu- folge ist der österreichische DampferTeresa- dort ange­kommen und bringt die Meldung, daß er Sonntag nach­mittag mit dem DampferNumidia" der Anchor-Linie, der, wie früher gemeldet, bei der nördlichen Brüderinsel im Roten Meere aufgelaufen ist, gesprochen habe. Der Kapitän signalisierte, daß das Schiff finke, die Hälfte der Mann schäft ickon gelandet sei und daß er Beistand gfilebne.

Unioersttäts-Uachrichte«.

Privatdo-ent Dr. Heinrich Kionka von der Breslauer Universität hat einen Rus als Professor der Pharmakologie nach der Universität Jena erhalten.

Der Ministerial-Direktor Dr. Althofs, aus dem Kultusmini­sterium, traf Ende voriger Woche in Münster i. W. ein. Der Besuch Wgt mit der Frage der Errichtung einer juristischen Fakultät zusammen.

Arbeiterbewegung.

Bayreuth, 23. Juli. Infolge der Lohnbeweguna der Bäcker- z rsellen haben von 78 Meistern 10 die Forderungen der Gesellen be­

willigt; bei den übrigen sind die Gesellen ausständig. Die Meister helfen sich gegenseitig aus, auch wird Brod von aufwärts bezog-n.

WUkesbarre (Pennsylvanien), 23. Juli. Der Hchrrausstand ist in der gestern abend stattgehabten gemeinsamen Sitzung der Ausstands» leitung und des Vorstandes der vereinigten Grubenarbeiter offiziell für beendet erklärt worden.

Gerichtssaat.

Marburg, 22. Juli. Wegen Betrugs und Bei­hilfe dazu hatten sich vor der Strafkammer der Ritter­gutsbesitzer Klöpp aus Niederbe^sheim bei Homberg (R.- Bez. Kassel) und sein Schwager der Gutsbesitzer Heppe aus Niedermöllrich zu verantworten. Um in den Besitz eines Rittergutes, das von Bodenbender's Erben verkauft wurde, zu kommen, hatte Klöpp gewagte Hypothekenschieb­ungen vorgenommen» So hatte er, um die Kaufsumme von 310000 Mk. für das 745 Morgen große Gut voll zu machen, auf seine hoch taxierte Ziegelei bei Homberg für Bodenbenders Erben eine Hypothek von 50 000 Mk. ein­tragen lassen. Diese Ziegelei verkaufte er dann für 100 000 Mark an dieFirma" Epstein u. Co. in Berlin, eine Firma, die garnichts besaß. Ms dann die Ziegelei zum Zwangsverkauf kam, kaufte sie Klöpp für 20000 Mk. zurück. Mehr war sie nämlich nicht wert. Dadurch fielen Boden­benders Erben mit 30000 Mk. aus. Nun erwirkten diese einen sofort vollstreckbaren Arrest auf die Ziegeleikauf­summe .Tags darauf erschien dann der Schwager Heppe auf dem Gute, und schaffte alles, was nicht niet- und nagelfest war, fort unter dem Vorgeben, die Sachen habe ervertragsmäßig" gekauft. Er behauptete nämlich unter Zustimmung Klöpps, daß er an diesen eine Forderung von 10 000 Mark habe. Es besteht ^indessen der Verdacht, daß das alles nur Scheinmanöver waren. Klöpp wurde zu 5 Monaten, Heppe zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt.

Sport.

Homburg, 28. Juli. Gestern hat hier das Offiziers-Lawn- tennis-Tournier seinen Anfang genommen. Es beteiligten sich etwa 25 Offiziere daran. Besonderes Interesse bringt dem Tournier der Groß Herzog von Hessen entgegen. Das Präsidium hat Prinz Albert zu Schleswig-Holstein inne. Von den ausgesetzten Preisen find die vom Kaiser gestiftete prachtvolle Silberschale, sowie eine von der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen gestiftete Kanne als hervorragend zu erwähnen. Heute vormittag wohnten der Großherzog von Hessen und das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen den Wettspielen bet. Am Nachmittag störte der kurz nach 4 Uhr eintretende Gewitterregen und hinderte ein großes Fortschreiten der einzelnen Konkurrenzen. Beim Kampf um den Kaiserpreis siegte Bolongaro- Crevenna gegen Freiherrn ».König mit 61, 61 und kam dadurch in die dritte Runde, in welcher der geschickte Spieler mit Trapp um den Platz zum Entscheidungskampf streiten wird. Allg^iein sieht man in ihm bereits jetzt den endgilttgen Sieger. Im Doppelspiel ohne Vorgabe unterlag dagegen Bolongaro Crevenna mit Freiherrn v. König schon in der Vorrunde, wo sie von allerdings sehr gefährlichen Gegnern O. v. Müller und V. v. Müller mit 61, 61 leicht geschlagen wurden. In ber selben Konkurrenz fand noch ein interessanter Vierkampf zwischen Korte- garn und Broicher gegen von Heydwolff und Freiherrn von Grancy statt, welch' letztere mit 61, 36, 64 ehrenvoll unterlagen Am meisten gefördert wurde heute das Einzelspiel mit Vorgabe, t welchem O. v. Müller trotz einer Belastung von 30% gegen Broicher 4- 15% mit 62, 62 und V. v. Müller (schuldet 40) gegen la Valette + V« mit 63, 64 siegten. Ferner siegten ebenfalls in der Vorrunde Bolongaro Crevenna 8 gegen Wäljen + 15 mit 64, 62; Kortegarn + 6/e gegen Graf Brockdorff + 15 mit 60, 63 und Strton durch w. o. In erster Runde schlug sodann v. Heyd- wolff + 30«/e gegen Freiherrn v. Grancy + 15% mit 64, 61; Trapp +/« gegen Robertson +«/6 mit 66, 63; V v.t durch w. o. und Graf Dohna 4- 15% gegen Schlepps in interessantem, beißen Kampfe mit 75 9-7.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Darmstadt, 23. Juli. Der Au'isicytSrat dec Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft beschloß in seiner heutigen Sitzung für 1900/1901 die Verteilung einer Dividende von 61/, Prozent auf daß -rhöhte Grundkapital von durchschnittlich Mk. 17 100 000 vorzuschlagen gegen 7 Prozent aus Mk. 14 400 000 im Vorjahre. Der Rückgang oetz Erträgnisses soll hauptsächlich darauf zurückzuführen sein, daß die in Wiesbaden für den elektrischen Betrieb um« und neugebauten Bahnen erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres (im Winter 1900/1901), «lso zu einer ungünstigen Jahreszeit, in Betrieb gesetzt werden konnten. Infolge dessen habe der Betrieb eine Verzinsung der neu investierten Kapitalien nicht erbringen können.

C a s s e l, 23. Juli. Gestern würbe auf dem in der Park­straße belegenen Grundstück des flüchtigen Direktors der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung, Adolph Schmidt, ein Teil der zur Konkursmasse desselben gehörigen Sachen öffentlich versteigert. Es waren dieses 8 Pferde, 7 ele­gante Wagen, ein eleganter Schlitten und eine Anzahl Reit- und Fahrutensilien. Trotzdem eine große Anzahl Käufer erschienen waren, wurden doch nur mäßige Be­träge aus der Versteigerung, erlöst. Ein Gastwirt in Wabern erstand für 1400 Mk. ein Paar stattliche braune Chaisen­pferde; ferner erzielten em Fuchs 700 AW., ein offener Einspänner-Wagen, sog. Dogcart, 305 Mk., ein sechssitziger Naturwagen (Jagd- oder Pürschwagen) 700 Mk., ein vier­rädriger eleganter Kutschwagen (Coupee) 1070 Mk., ein hoch­eleganter Landauer-Kutschwagen 1350 Mk., ein Halbverdeck- Kutschwagen, sog. Viktoria, 1210 Mk., ein hocheleganter zweiräderiger Wagen 620 Mk., ein in Paris angefertigter Kavalier-Promenadenwagen, nur für Viererzug geeignet, 950 Mk., ein reich mit Pelz und Plüsch ausgestatteter Schlit­ten 470 Mk.

Noch ein Opfer des Leipziger Bankkrachs. Wie aus Jauer gemeldet wird, verübte in dem benach­barten Würgsdorf der Getreidekaufmann Stenzel, eine be­liebte und geachtete Persönlichkeit, Selbstmord durch Er­schießen. Auch hier sollen, wie so oft, bedeutende Verluste bei der Leipziger Bank ben Mann in ben Tod getrieben haben.

Insolvenz Wie die Zeitschrift «Schuh und Lcder" mit. teilt, ist über die Lederfabrik Emil Fetgenspan in Leipziq- Lindenau der Konkurs auSgebrochen. Die Unterbilanz dürfte zttka eine halbe Million Mark betragen, die Masse etwa 40 Prozent er­geben. Der Inhaber, dessen Fabrik musterhaft eingerichtet war, ist 'fett acht Tagen verschwunden; er hinterließ einen Zettel, daß er in oen Tod gehe. Fetgenspan ist Mitte der Vierziger und lebt in rinder« loser Ehe.

Gerhard Terlinden, Aktiengesellschaft in Oberhausen. Ueber dm Zusammenbruch dieses Unternehmens erfährt man, baß der sett 10 Tagen flüchtig gewordene Leiter Gerhard Terlindm sowohl die mit ihm arbeitmdm Banken als auch feinen eigenen Aufsichtsrat seit Jahrm in der unerhSrtestm Weise beschwindelt hat. Alle bisher für die Aktiengesellschaft ausgestellten Bilanzen find gefälscht. Die Ver­bindlichkeiten betrugen nach einer vorläufigen Feststellung 12 Millionen Mark, denen an Vermögenswerten etwa 6 Millionen Mark gegenüber» stehen. Terlindm scheint es fett Jahrm darauf angelegt zu haben, durch betrügerifche HandlungSwetfe Millionm betfdte zu schaffen, um dann zu verschwinden. Der verhaftete Prokurist KoSpatt hat die Fälschungm in ben Büchern und Bilanzen ohne weiteres eingestandm und angegeben, daß et von Terlinden hierzu veranlaßt worden sei. Der Zusammenbruch der Gesellschaft dürfte noch weitere ZahlungS- einsteUungm nach sich ziehm. In Bezug auf die bprozentigm Schuld- verschretbungm wird mit Rücksicht auf die Zahlungsstockung der Ge­sellschaft folgendes mitgeteilt: Die hypothekarisch gesicherte Anleihe ist im Dezember 1900 im Nennbeträge von 2 Millionm Mark zur AuS- gebe gelangt. Obwohl nun die Bank für Handel und Industrie und

die Bankfirmm Rob. Warschauer u. Eo., I Schultze u. Wolde und Ephraim Meyer u. Sohn, w.gen der hvpotbekartschen Eintragung der bpcozentigm Anlethe'nicht der Anficht sind, daß der hfcttnn irgend eine erhebliche Gefahr droht, so wünschen sie doch nicht, daß auch nur eine Beunruhigung der Inhaber der von ihnm erst vor kurzem au8- gegebenen Schuldverschreibungen infolge der strafbaren Höhlungen des GefellschasttvorftandeS Platz greife. Sie erk ären sich dcsbalb be­reit, von jedem Inhaber der von ihnen begebenen Schuldoelfch, eibungen die letzteren käuflich zum AuSgabekurS von 101 Pro,ent mit laufenden Zinsen vom l.Juli d. I. zurückzuerwerbm, wenn einer der genannten Firmen »ine dicSsallsige schriftliche E> klärung bis zum 15. August d. I. unter Beifügung der Schuldverschreibungen samt lausenden Zintzscheinm zugeht.

Rewhork, 23. Juli. Der Zuckertrust erhöhte sein Kapital um 15 Millionen Dollars behufs AuSdehung seiner Operationen nach Euba und Portorico. Der Trust strebt zweifellos in der nächsten Tagung be? Kongrefff« Zollf -ibeit für Rodmcker bieder H rkunft an.

Deramerika'nischeStahltr uft geht jetzt daran, seinen ganzen Besitz an Kohlen- und Cokswerken zu kon­solidieren, um auf diese Weise Ersparnisse im Betriebe wie in der Leitung zu erzielen, und zwar soll lautNew- Pork. Hdls.-Ztg." der sämtliche derartige Besitz des Trusts in die Frick Eoke Eo. übergeleitet werden. Die Trans­aktion würde einen Aufwand von 50000 000 Dollars in­volvieren und Transferierung des Besitzes von' 36 000 Ackern Koks- und Kohlenländereien, zu einem Preise von etwa 700 Dollars pro Acker an die Eoke Eo. zur Folge haben. Zu den absorbierenden Gesellschaften gehören: die von der American. Steel u. Wire Eompany konttollierte American Coke Eompany, welche 5000 Acker Nohlenbesitz hat, sowie die Puritan Eoke Eompany mit 1000 Ackern; ferner die von der Federal Steel Co. kontrollierte Eureka Fuel Eo. mit 7000 Acker in Fayette Cy. und die Southwest u. Eonnels- ville Coko Eo. mit 1200 Ackern nahe Mt. Pleasant; die gemeinsam von der Federal Steel Co. und der American Steel u. Wire Co. betriebene L>uron Water Eo.: die von der National Steel Co. kontrollierte Continental Eoke Co. mit 2000 Ackern nahe Uniontown sowie 7000 Acker Kohlen­ländereien, welche gemeinsam von der American Tin Plate Co. und der American Steel Hoop Co. betrieben werden. Die Leitung der reorganisierten Frick Coke Eo. verbleibt in Händen des Präsidenten der Gesellschaft, Thomas Lynch.

Krieskasten der Redaktion.

Et. hier. Selbstverständlich liegt in unserer gestrigen Notiz über die Hundesteuer ein Druckfehler vor, und Ihre Ansicht, daß statt im Ganzen" ,in Gießen" zu lesen sein dürfte, ist ganz richtig. Der schuldige Attentäter ist einer unserer Setzer. In Gießen rourben im Rechnungsjahr 1900/01 für 733 Hunde 7330 Mark Steuern gezahlt.

Neueste Meldungen.

Berlin, 24. Juli. Bei dem gestern nachmittag nieder­gegangenen schweren Gewitter wurde am Nollendorf-Plaß ein Kugelblitz beobachtet, der eine außerordentlich heftige Detonation mit rötlicher Lichterscheinung bewirkte.

Posen, 24. Juli. In Gomblowo bei Graetz schlug der Bslitz in einen Haufen Arbeiter. Zwei Frauen und ein Kind sind tot, vier Arbeiter betäubt.

Bayreuth, 23. Juli. Heute wurdeP a r s i f a l" ge­geben. Die Wirkung war von Akt zu Akt steigend. Die Aufführung wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Das Schlußbild mußte zweimal gezeigt werden.

Stockholm, 24. Juli. Bei der Explosion des amerikanischen DreimastersLuise Adelaide" sind 13 Per­sonen getötet, darunter befindet sich der Kapitän.

Lon do n, 23. Juli. (Reuter.) Nach einem Telegramm Kitcheners aus Pretoria wurde ein aus Kapstadt kommen­der Güterzug, bestehend aus Wagen mit Gerätschaften und Vorräten, am 20. Juli früh 8 Meilen nördlich von Beaufort-West von Scheepers Kommando angehalten undausgeplündert. Auf Seiten der Engländer wur­den drei Mann getötet und 18 verwundet. French be­richtet, Oberst Grabbe mit 300 Mann sei in den Bergen bei Cradock bei Tagesanbruch am 21. Juli von Kruitzinger angegriffen worden. Die Pferde der Engländer gingen durch. Cradbe mußte, sich auf Mortimer zurückziehen, nach­dem der Kampf den ganzen Tag gedauert hatte. Di« englischen Verluste sind gering.

Rom, 24. Juli. Die Zeitungen melden, daß in dem Schiedsgericht über den Aus st and derSchiffsmann- schäften in Genua die Rheder sich weigerten, zuzugeben, daß die Schiffsmannschaften in diesem Schiedsgericht durch Ligner vertreten würden, während der Vertreter der Signet darauf bestand, als solcher aufzutreten. Zanardelle habe seinen Spruch dahin abgegeben, daß man die Rheder nicht zwingen könne, sich damit einverstanden zu erklären, daß die Schiffsmannschaften im Schiedsgericht durch Signet ver­treten würden und daß, wenn die beidM^Parteien sich nicht über diese Frage einigen, man keinen^chiedsspruch fällen könne.

Konstantinopel, 24. Juli. Hier sind neuerdings drei Pest fälle vorgekommen, wovon einer tötlich ver­lief, außerdem wurden zwei pestverdächttge Fälle festge­stellt. Der Sanitätsrat ordnete die ärztliche Untersuchung und die Desinfektion gebrauchter Wäsche und Kleioer im Hafen von Konskanttnopel an. Die Herkünfte aus Kon­stantinopel wurden mit der Besttmmung nach anderen türkischen Häfen einer 48 stündigen, die Herkünfte aus Egypten einer 10 tägigen Quarantäne unterworfen.

Meteorologische Beobachtungen

der Stativ» Gietzeu^

23.

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Höchste Temperatur am

Niedrigste

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22.-23. Juli

Wetter

1 Bed. Himmel

1 Regen

1 Bed. Himmel

+ 23.60 c.

+ 15.00 C.

Telephonischer Kursbericht-

Fraakfnrt, den 24. Juli.

31/1 o/0 Belohßanleiho . . 101.00 8 c/o do . . 90.35 91/| 8/0 Konsole .... 100.80 3 0/e do .... 90.50 8V1 °/o Heeaea .... 99.00 5°/g Italien. Bente . . . 97.05 40/0 Griech. Mopop.-Anl. 42.90 8 0/0 Portugiesen . . . 25.75 8 0/0 Mexikaner «... 26.40 <Vi % Chinesen .... 80.70

Kreditaktien.....199.20

Dißkonto-Kommandit . . 173 90 Darmstädter Bank . , . 124.40

Dresdener Bank . . . . 129 70 Berliner Handelsgea. . .134 70 Oeeterr. Staats bahn . . 186.70 Gotthardbahn .... 152.40 Laurahütte..... 180 00

Bochum ...... 164.80 Harpen«......150.50

Tendenz ruhig.