Friedrich Simon, Christian Ullmann, Ludwig Wagner,
Ludwigsplatz zu einem Preiskorso mit Musik und um 21/l Uhr
— Der Kongreß der radikalen Partei nahm Beschlußanträge an, durch welche die Regierung aufgefordert wird, vor den im nächsten Jahre stattsindenden Wahlen die der Republik feindlich gesinnten sowie die klerikalen Beamten aus ihren Aemtern zu entfernen.
Rom, 22. Juni. Das Ministerium hat einen großen Sieg davongetragen. Nach einer siebenstündigen Sitzung wurde das Vertrauensvotum mit 262 gegen 177 Stimmen
denen graphischen Mn sie durch das zur Herstellung dienende Material in lehrreicher Weise veranschaulicht wird.
Die ffiroflnnng des (Suknbtrgmnftnms iu Main;.
K. Mainz, 23. Juni.
Saarburg statt.
** Rad -Rennen. Sonntagnachmittag veranstaltete die G. R. G. „Die Wanderer" ein großes Rad-Rennen für Amateur- und Berufsfahrer auf dem Sportplatz an der Hardt. Nachdem am Abend vorher die erschienenen Gäste im Vereinslokal „Royal" begrüßt worden waren, fand im selben Lokal am Sonntagmorgen ein solenner Frühschoppen statt. Am Nachmittag versammelten sich die Teilnehmer am
Aus Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist «Ur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. An»." gestattet.)
8. Personalnachrichten. (Tel.-Meld. d. G. A.) Gerichts assesior Dr. Schmitt wurde mit Wahrnehmung der Verrichtung eines Amtsrichters beim Amtsgericht Grünberg beauftragt, und die Gefangenwärterin beim Landeszuchthaus Marienschloß Johanna Renner zur Gefangenaufseherin in Mainz ernannt.
•• Personaluachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung des Großherzogs den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Lollar Heinrich Arnold, Friedrich Bi er au II., Konrad Erb, Franz Wilhelm Feller, Heinrich Frank III., Heinrich Fuchs, Friedrich Geißler III., Ludwig Geißler III., Ludwig Geißler IV., Philipp Geißler, Andreas Heuer, Kaspar Karber, Heinrich Keßler, Friedrich Klinkel, Johannes Kltnkel, Ludwig Klinke! IV., Franz Mankel, Karl Moos, Philipp Moos, Heinrich Pempfer, Christian Rain, Friedrich Riehm II., Heinrich Rohrbach IV., Balthaser Schön, Ludwig Schön III., Johannes Schupp, Gerhard Schwalb, Gerhard Schwalm, Friedrich Seipp, Ludwig Seipp VI.,
** Der Besuch des Dünsbergs, der seit der Entstehung des Aussichtsturmes beständig im Wachsen begriffen, veranlaßte die farbige Bezeichnung eines bequemen Aufstieges, wenn auch etwas weiter von der Station Biebers entfernt, ist derselbe doch allen denen, die sich nicht anstrengen wollen, sehr zu empfehlen. Man geht von der Station durch das Dorf Bieber bis nahe zur Obermühls wo sich die Wege zum Forsthaus Bieber und Tünsbarlsthal trennen, von hier entweder über das Forsthaus Bieber oder auf dem Wege rechts des Baches bis zu einer durch ein Schild bezeichneten Stelle (schwarze Punkte im weißen Feld), von der der Weg rechts zum Dünsberg, links auf meist chönem schattigen Waldwege nach Hohensolms abgcht. Ter Weg zum Dünsberg führt mäßig steigend durch schönen Hochwald am Kreuzbuchenplatz vorbei, fast bis zur Bergeshöhe, wo er auf die übrigen farbig bezeichneten Wege stößt und von welcher Stelle er sich auf dem Fahrwege fortsetzt, nur einige Minuten weiter ist bis zur Spitze als die übrigen teileren Aufstiege. Der Weg ist einesteils als Fortsetzung des seither üblichen direkten Weges von der Station Bieber vom Tünsberg nach Hohensolms, andernteils als bequemer Auf- und Abstieg in das Bieberthal gedacht.
** S t a d t t h e a t e r. Da die in Marburg beabsichtigten Vorstellungen des z. Z. bei uns weilenden Operettenensenr-
bles ausfallen müssen, kommen hier noch 3 Vorstellungen zu stände, und zwar wird Dienstag die Fledermaus, Operette in 3 Akten von Strauß, gegeben, und am Mittwoch geht Jones Melodiöse Operette „Die Geisha" in Szene. Dieses Werk, das in Berlin über 600 Mal, in Hamburg, Wien, Magdeburg, Bremen je über 100 Aufführungen erlebte, wird vom Regisseur Hans Coswitz in Szene gesetzt. ‘ Herr Coswitz, der den Theehäusbesitzer Wun-Hic bereits in Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Hannover und Essen spielte^ kubiert auch die Tänze und Gruppierungen ein. Die Solo- mrtien dieser Operette sind durchweg mit ersten Kräften besetzt, sodaß ein großer Erfolg nicht ausbleiben kann. Zum Verständnis der Handlung diene folgendes: In Japan giebt es Theehäuser, deren Besitzer größtenteils Chinesen ind. In diese Theehäuser geben selbst sehr angesehene Familien ihre Töchter, die fkfy dort im Gesang, Lautenspiel und sonstigen Künsten ausbilden. Jedes dieser Mädchen, das nun eine „Geisha" ist, erhält einen neuen Namen, so z. B. Blüte, Veilchen, goldene Harfe, Rose rc. und ihre Hauptaufgabe ist es, den Gästen ihre erworbenen Mnste zu zeigen, wofür ihnen klingender Lohn wird, der natürlich in die Tasche des Theehausbesitzers fließt. Wenn der Kontrakt einer Geisha, der gewöhnlich 3—4 Jahre währt, abgelaufen ist, heiratet sie manchmal auch einen Mann aus den hohen und höchsten Kreisen. So eine Theehausgeschächte ist der Text der Operette „Die Geisha". Die bedeutenden Kosten der Ausstattung ermöglichen nur wenig Direktoren dieses Werk zur Aufführung zu bringen. Uns Gießenern wird also kaunr je mehr die Gelegenheit gegeben werden, )iefe Operette kennen zu lernen.
♦* Ter Bericht des Finanzausschusses der ersten hessischen Kammer über die Erfolge der preußisch- hessischen E i s e n b a h n g e m e i n s ch a f t ist uns zuge-- gangen. Er ist so interessant als umfangreich und faßt einleitend die für Hessen aus der Gemeinschaft erwachsenen Vorteile folgendermaßen zusammen: „Es steht heute fest^ daß nur mit Hilfe der Eisenbahngemeinschaft die sozial-, lolitische Steuerreform durchgeführt, die Abhängigkeit des, Staates von einer Aktiengesellschaft beseitigt, die Verzinsung! der Eisenbahnschuld, die weitere Entwickelung des Voll- unb Nebenbahnwesens, die Förderung der Interessen der Eisenbahnbeamten und die glänzende Vermehrung dec Staatseinnahmen herbeigeführt werden konnten, politische und wirtschaftliche Ergebnisse, welche uns das freudige Bekenntnis abnötigen, daß dieser Staatsvertrag von den egensreichsten Folgen begleitet gewesen ist".
** T a s I o h a n n i s f e st. Es giebt kaum ein Fest der christlichen Kirche, an dem heitere Lebensfreude und Todes- gedanken sich so innig vermählen, wie das Fest, das dem Andenken des Vorläufers Christi, Johannes des Täufers,, geweiht ist. In manchen Gegenden, namentlich in den ächsischen Landen, wird es noch heute als ein Gedächtnis- tag der Verstorbenen gefeiert. Es ist das Fest der ausgehenden geistlichen Sonne Christi, der sich selbst das „Licht der Welt" nannte, das Fest des auf dem Höhe- )unkte seiner siegreichen Bahn angelangten Lickstes, das nun allmählich abnimmt und der Dunkelheit weichen muß. Das Mturleben ist auf dem Höhepunkte seiner Entwickelung angelangt, und in verschwenderischer Fülle breitet die gZatur die herrlichsten ihrer duftigen Gaben aus. Wenn die Höhe des Jahres erreicht ist, dann liegt kein Gedanken näher, als die des Niederganges. Ter Mensch fühlt mehr denn sonst, daß zwischen Leben und Tod, zwischen ihm, und seinen dahingeschiedenen Lieben ein unfühlbares, ein unzerreißbares Band innigster Zusammengehörigkeit be- teht: die Liebe, die nimmer aufhört, und zum Zeichen dafür bricht er die glühende Rose, das Sinnbild bewährter Liebestreue, und legt sie in stiller Wehmut auf den teuren Hügel nieder. Es ist das Fest des Lichtes und der Siebe, und als solches ist es auch das H a u p t f e st d e r L o g e n. Galt schon Johannes der Täufer von Alters her als Schützheiliger der Bauleute, so wies der Grundgedanke dec Maurerei, die freie Menschenliebe ungezwungen auf einen Tag hin, der wie kein anderer ein schönes Menscksentum im Sinne des Erlösers predigt. Als Fest des Lichtes aber ist es auch das Jahresfest der Buchdrucker. Tie Buch- druckcrkunst ist es, die das Licht der Welt verbreitet, in allen Schichten des Volkes erst durch das Biich der Bücher, dann durch das gedruckte Wort überhaupt der Aufklärung und dem Fortschritt auf allen Gebieten des menschlichen Lebens die Bahn frei macht. Wenn die he s s i sche n Mä d- chen erfahren möchten, welchem Stande ihr künktigerGatte angehört, so zupfen sie am Johannistage die meifcn Strahlenblüten der Johannisblume (Chrysanthemum leu canthemin) unter Hersagung verschiedener Stände aus. Terjenige Stand, der bei dem letzten Blättchen an die Reihe kommt, ist der des zukünftigen Ehegenossen. Und wenn sie ihren Geliebten im Traume sehen wollen, dann winden sie am Abend vor Johanni einen Kranz aus neunerlei Blumen und legen ihn unter das Kopfkissen — genau wie die schwedischen Mädchen.
-o Heuchelheim, 24. Juni. Heute vormittag fand man die Frau des Johs Schrnandt in ihrer Wohnung an einem Seile erhängt vor. Was sie zu dem Selbstmord getrieben hat, ist unbekannt.
♦e Wißmar, 23. Juni. Gestern nachmittag ereignete sich hier ein schwerer U n g l ü ck S f a l l. Der Schuster Ludwig Vogel war mit seinem 10jährigen Söhnchen fortgefahren, um Heu zu holen. Die den Wagen ziehenden Kühe wurden
In Anwesenheit des Staatsministers Rothe, der Spitzen der hiesigen Behörden, Vertreter verschiedener Buchdruckerverbände von hier und auswärts, sowie zahlreicher Vertreter des Truckgewerbes und der Presse fand heute vormittag in den Bibliotheksräumen des kurfürstlichen Schlosses hier die Eröffnung des im Anschluß an die letztjährige Gutenbergsfeier errichtete Gutenbergmuseum stat. Tie Feier wurde mit einem Liede des Sängerchors des Buchdruckergesangsquartetts „Gutenberg" oingeleitet, worauf Ober» värgermeister Dr. Gaßner die Eröffnung des Museums mit einer kurzen Ansprache verkündete, in der er auf die hohe Bedeutung des Gutenbergmuseums hinwies, den Förderern des Gedankens für das Museum seinen Dank aussprach und weitere Unterstützung für das Unternehmen erbat. Darauf trug der oben erwähnte Gesandverein ein weiteres Lied vor, nach dessen Ausklingen Oberbibliothekar Dr. Belke, dem das hauptsächlichste Verdienst um die Er-, - . - - . . • . . -
richtung des Museums zuzuschreiben ist, das Wort er- zog der stattliche Zug zum Sportplatz, wo bald darauf das griff,'um auf die kulturhistorische Bedeutung dieser neuesten Rennen begann und, abgesehen von einigen Stürzen mit Gründung der Stadt Mainz in längerer Ausführung hin- geringen Folgen, auf das Beste verlief. DaS Rennen be- znweisen und die Organisation, sowie der zu gründenden gann mit Prämienfahren für Berufsfahrer. In der 1. Runde Gutenberggesellschaft zu erläutern. Eingehend erörterte Dr. aeflte Willy Koch-Mainz als erster und Michael Herty-Klein- «clkc hierbei, baß bet Qmea_ bea (Suten6erflmufeiimä fe|Jal« »weiter. 2. Runde: Erich Moeder-Frankfurt, Drucke und sonstige Denkmäler im weitesten Umfang mög- Erich Moeder-Frankfurt. 4. Runde viS zur 0. Runde 1 ich st vollständig, in Originalen oder iu zuverlässigen Nach- siegte stets als erster: Karl Kaeser-Basel, während als zweiter bildungen, zu vereinigen und für die Allgemeinheit nutz- abwechselnd Moeder-Frankfurt und Rütt-DuiSburg durchs Ziel bar zu machen. Das Gutenbergmuseum habe als Erinner- liefen. Dann folgte Haupt fahr en für Amateure (erster ungsstätte an die Person des Erfinders vorwiegend ge- Vorlaus) 1. Wilhelm Goertz Gießen, 2. Heinrich Beck- schichtliche Bedeutung und in der Uebersicht über die Ent- F^nkfurt, 3. L. Klumpf-Darmstadt. (Zweiter Vorlauf.) Wickelung der Gutenbergischen Kunst seine nächste Aufgabe, i. Heinrich Struth-Mainz, 2. Adolf Gottron-Mainz, 3. Michael Dr. Belke gedachte bei seinen Ausführungen weiter, welcher I Schmidt.LudwichShafen. Beim Hauptfahrea für Berufsfahrer 8 e b e mimum ' 'n eb i I beten* ?t gefunden I ^ten im ersten Vorlauf: 1. Erich Moeder-Frankfurt,
zahlreiche Zuwendungen aus aller Herren Ländern bekundet 2- Michael Herty-Kleinsteinheim, 3. Walter Rütt-DuiSbnrg, habe. Besonderen Dank drückte Dr. Belke allen denen aus, beim zweiten Vorlauf: 1. Otto Mayer-Ludwigshafen, 2. An- die durch Zuwendungen behilflich waren, die Gründung I dreaS Graef-Frankfurt. Beim Entscheidungslauf zu Nr. 2 des Unternehmens zu fördern. Darnach fand ein gemein-1 (Hauptfahren für Amateure) siegten: 1. Heinrich Struthsamer Rundgang durch die Ausstellung statt, die trotz der Mainz, 2. Michael Schmidt-Ludwigshafen, 3. Adolf Gottron vollständig unzulänglichen Räume sehr übersichtlich ge- Mainz. Alsdann folgte als fünftes Rennen, der Hoffnuvgs- orbnet ist. Ter erste Ausstellungssaal ist zu einer Er- ^»f für Berufsfahrer, Sieger: Henry Mayer-Hannover, mnerungsstatte an Gutenbergs Person erngenchtet. Um eine ' ' . « '’ ’ < Amateure lleaten' 1 Willi)
große Büste Gutenbergs gruppiert sich an den Wänden Belm Meyrsttzer-Fayr^ rvmy
alles, was an künstlerischem, bildlichen und sonstigen Ma- Goertz'Gleßen, H^rich Struth-Mainz, 3. Lumpf. J
terial existiert. Der nächste eluSstellungsraum, das nach! Entschetdungslauf zu Nr. 6 (Hauptfahreu für Berufsfahrer) dem zweiten Stockwerk des Schlosses führende Treppenhaus, siegten: 1. Henry Mayer-Hannover, 2. Otto Mayer^LudwigS- vermittelt den Aufgang zur thpographischen Ausstellung Hasen, 3. Karl Kaeser-Basel. Zum Schluß fand ein Mann- im zweiten Stocke. Den Wandschmuck des TreppenaufgangesI schaftSfahren um die Ehrengabe der Stadt Gießen statt bilden die prächtigen Zeichnungen Sutters von dem Guten- (Wanderpreis), Sieger: „Germania".Gießen und „Radfahr- bergsfestzug, sowie zahlreiche aus das Fest Bezug habende h^in Wetzlar".
Photographien. Im zweiten Stock zeigt sich sodann die Kaufm'äuuifcher Verein. Am SamStag abend fand Entwickelung der Gutenbergischen Kunst von ihren ersten!. , d?«
Anfängen bis zur Neuzeit in großer Neichlsaltigkeit. Die daS erste dieSzährrge Konzert in denSamenanlagen des Vorstufen der Typographie, Stempeldruck, Zeugdruck, Holz I Vereins unter starker Beteiligung der ^^A^bder mtt ihren und Metallschnitt, cl>arakteristische. Handschsriften zur Ver I Damen statt. Beim Vortrag gediegener Musikstücke konnte anschauung des Unterschiedes von gedriickten Büchern.!man in den mit bunten Lampions prächtig geschmückten An- Früyere Druckpressen und Druckereieinrichtungen bis zur! lagen einige recht genußreiche Stunden verbringen. Der Schnellpresse in schönen Federzeichnungen. Es folgt weiter Konzertabend dürfte die Mitglieder wohl zu etwas regerem die Buchillustratwn und der Buchschnn.ck vom 15. Jahr Besuch der Lokalitäten des Vereins veranlassen.
hundert ab bis zur Neuzeit, eme: sehr^ reichhaltige, prach-! ** ein nnifln ist einem Herrn am Samstag zugestoßen.
Auswahl vereinigtei^Erzeugnisse d!r graphischen"kims!'in Bei einer^Wagentour
geschichtlicher Entwickelung bis zum Standpunkt des Jubi «wohl infolge eines Insektenstiches, plötzlich die Pferde und läumslahres 1000. Großes Interesse bietet noch, daß daS gingen durch. Die Deichsel zerbrach und der Jnsasie wurde technische Verfahren der Triicktunst sowohl wie der verschie-gleicht an der Hand verletzt.
Weise angefertigt worden.
** Militärkonzert. Wie aus dem Inseratenteile ersichtlich, findet am Dienstagabend in Steins Garten ein großes Konzert, ausgeführt von dem Trompeterkorps des Schleswig-Holsteinschen Ulanen-Regiments Nr. 15 aus
angenommen.
Budapest, 23. Juni. Ngron, der Führer der klerikalen Fraktion der UnabhängigkeitSpartei, wird beschuldigt, daß er eine Bankgründung mit Wahlkosten in Verbindung gebracht habe. Die Blätter stellen fest, eS beweise Frivolität und Mangel an Urteilskraft, daß Urgon sich in derlei niedrige Jntriguen eingelassen habe. DaS „Neue Pester Journal" schreibt, eS sei eine unverzeihliche politische Immoralität, mit fremdem (französischem) Gelde eine ungarische Partei zu organisieren. „Pesti Hirlap" weist darauf hin, daß nur Jntriguanteu und Abenteurer sich in den Versuch einlasien können, Ungarn gegen den Dreibund zu mobilisieren. „Buda- Pesti Naplo" hebt hervor, Ugrou habe sich in den Dienst des Kosmopolitismus gestellt, als er von Delcasft gefordert habe, er möge beim Vatikan darauf hinwirken, daß der Klerus bei den Wahlen zu Gunsten der Ugronpartei eintrete. Schließlich erklärt daS Blatt Ugron für politisch tot, und beklagt, daß Ugron das Gefühl der nationalen Würde gänzlich vergessen habe. Welche Meinung habe eS bei DelcassS erwecken müssen, daß ein ungarischer Politiker sich anheischig macht, - - - „ _ 4.=- -o
für Geld eine Agitation zu Gunsten einer anderen Richtung Friedrich Heibertshausen, Johannes Kutscher, Louis der auswärtigen Politik zu entfachen. ©ei£p, ®corg Zorn.
Konstantinopel, 22. Juni. Während der Sultan schlief, *’ Der Sultan von Djohor weckte am vergangenen Sams- eutstand im Harem in einem anstoßenden unbewohnten Zimmer tag in unserer Stadt und nahm in Steins Garten das eiu Feuer Die Feuerwehr löschte den Brand innerhalb Diner ein. Auch besuchte er das Jahrmarkt fest und einer halben Stunde. Die Ursache des Feuers ist unbekannt, machte in Begleitung seines zurzeit hier weilenden Ministers trotz der Untersuchung, die die Umgebung abhielt. Der Sultan Rahmann sehr erhebliche Einkäufe. Der exotische Fürst, der befindet sich in großer Angst. europäische Kleidung trug, knauserte nicht im geringsten,
Petersburg, 22. Juni. Die Kaiserin schlief in der sondern zahlte für die unbedeutendsten Dinge höchste Preise, vergangenen Nacht mit Unterbrechungen. Temperatur und für eine Flasche Wein 20 Mk., für eine Zigarre 5 Mk. rc. rc. Puls schwanken in normalen Grenzen. Der Appetit ist gut. Solche Gäste läßt man sich gefallen? - Djohor, oder tote Das Befinden der neugeborenen Großfürstin ist unverändert, die Engländer schreiben: Johore, ist em Malaienstaat im
Aden 22. Juni. Der Mullah stieß, nachdem er ans südlichsten Teil der malaiischen Halbinsel von der britischen das befestigte Lager des Kapitäns MacNeil bei Gebileh Besitzung Malaka bis zum Kap Romania. — Der Sultan hat mehrere erfolglose Angriffe gemacht hatte, auf seinem Rück- für einige Zeit Wohnung in Frankfurt a. M. genommen zuge am 4. Juni auf die Hauptmacht der Engländer. Diese I und hatte hier nur einen kurzen Besuch seinem Minister verfolgten ihn die ganze Nacht hindurch, wobei etwa hundert Rahmann abgestattet, der hier an der Gutenbergstraße wohnt. Mann von den «nhLngern de« Mullah und zwei Engländer •* Besthwechsel. Der Restaurateur und Spezereiwaren. fielen und fünf Engländer verwundet wurden. Der Mullah Händler Wilhelm Hammel, Grilnbergerstraße 27, verkaufte entging mit knapper Not der Gefangennahme. I fein Hau« für 50000 Mk. in die Firma Tragefer L Mäher,
--' Wallthorstraßc 5.
** T u r n e r i s ch e s. In Ergänzung unseres letzten Berichtes betr. bas Wettturnen auf bem Tünsberge, können wir noch mitteilen, baß der Extrazug ber Bieberthalbahn um 8 Uhr 30 Mim abgeht. Die Täpkome sinb von ber Firma Heinrich Ran in Wieseck in geschmackvoller, künstlerischer


