Dienstag Ä5. Juni 1901
181. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 146
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Brüssel, 22. Juni. Der König empfing heute den In- qenieur Empain, mit dem er Verhandlungen Pflog über ein Abkommen zwischen der Regierung des Kongostaats einerseits and Empain im Namen einer französisch-belgischen Gruppe andererseits zum Bau einer Eisenbahn von Stanley- Pool zum Tanganykasee mit Abzweigung nach Lado.
Paris, 22. Juni. Präsident Loubet empfing heute in feierlicher Audienz die Mitglieder der marokkanischen Gesandtschaft in Gegenwart der Minister Dclcasse und de Lanessan. Die Gesandtschaft überreichte ihr Beglaubigungsschreiben. Sodann begab sich Abdelkrim den Sliman zu der Gemahlin des Präsidenten, um dieselbe zu begrüßen.
— Der Senat beriet das BereinSgesetz. ES wurde der Abänderungsantrag angenommen, wonach sämtlichen Mitgliedern der aufgelösten Kongregationen, die teilte gesicherte Existenz haben, eine lebenslängliche Rente bewilligt wird; schließlich wurde daS ganze Gesetz mit 173 gegen 99 Stimmen
Thatsache allerlei Kombinationen geknüpft. Sogar von dem Rücktritt des Staatssekretärs Grafen Posadowsky und des Justizministers S ch ö n st e d t war die Rede. Die Post" hält es dem gegenüber für notwendig, auf Grund
Bon Grtunbigu'ngen an Mündiger S.-Nc ausdrücklich fest.
..... »Tod, Xe r ÄZÄhj wird derKaiser zustellen daß alle dies.^Kdmb'nat.onen. voU
Mvangsü im Oktober ..ach Peking zurnckkehren und zwar las md>m ke.ue Mudernn« .n der Li-mmens-tz
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Diskutier- und Leseklub) ist jetzt gegründet worden.
Friedrichs ruh, 23. Juni. Gelegentlich der von den Vertretern der deutschen Studentenschaft auf dem Hammelsberge vollzogenen Grundsteinlegung einer BiS- marcksäule ist folgendes Massentelegramm an den Vorsitzenden des Meetings der burenfreundlichen Engländer abgesandt worden: Herrn Labouchere, Herausgeber des „Trnth" in London. Gott segne die e h r l i ch e n Engländer, die für Gerechtigkeit und Wahrheit betreffs der
Dtr itrtD.
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Umilicher Feil.
Bekanntmachung,
Wegen Vornahme von Erdarbeiten wird der Neuenweg am 26. und 27., die Marktstraße und die Ncuftatt am 27., 28. und 29. d. MtS. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, 24. Juni 1901.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Buren eintreten! (rn. ...
Dresden, 22. Juni. Der König hat dem Minister des Inneren und der auswärtigen Angelegenheiten v Metz sch den Vorsitz im Gesamtministerium, sowie der den in Evangelicis beauftragten Ministern übertragen.
Stuttgart, 22. Juni. Tie Kammer behandelte ine Frage der A r b e i t er kam m ern. Die Sozialdemokraten beantragten die selbständige Einrichtung von vier Kammern, die Deutsche Partei, die Regierung möge im Bundesrat für die Erlassung eines Reichsgeseyes eintreten, das Zentrum die Schaffung gemischter Arbeitskammern. Alle Anträge wurden an eine Kommission verwiesen, -rer Minister des inneren erklärte ein selbständiges Vorgehen für ausgeschlossen Man werde die Arbeiterkammer nur als Reic^- sache erhalten oder nicht. Persönlich stimme er der Errichtung von Arbeiterkammern im Gegensätze zu Arbeits- Kammern zu.___
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nahestehenden hiesigen „N. Nachr.", daß Herbert Bismarck die Hand des Kaisers nicht ergriffen und nicht ge- kußt^habe^r anus ist vorgestern von Kiel gekommen, hat hier dem Reichskanzler Grafen v. Bulow einen länaeren Besuch gemacht und sich dann nach Kiel zum Kaiser zurückbegeben. Verschiedene Blätter hatten an die | angenommen.
China.
Abreise des Prinzen Tichun nach Deutschland soll Mitte Juli »or sich gehen. Seine Begleitung letzt
sich aus zwanzig Unterbeamten und fünfzig Dienern zu- zusammen. Viele gebildete Chinesen, die begierig sind, Europa kennen zu lernen, versuchen, Anstellungen in dem Gefolge der Mission zu erhalten und sind sogar bereit, untergeordnete Stellungen einzunehmen.
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Garten.
den 25. Juni:
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Nnnnbnie ein Boreriübrer und entging mit knapper Not nicht erschienen war, ist zur Ausführung getommen.
der Aufnahme in die von den Gesandten aufgestellte'Liste Pückler ^cke^der anchnglich im In-
Engländer und Buren. der zu Enthauptenden. Unter allen Umstanden - Konsestomalrat Tr. R°'ck^der^^ .0
Tie Gerüchte fiber die Wiederaufnahme der neue Regierung’JflJ bcn (Difidjeit perfeW werben sollte, ist für eine Stelle in dem neu zu
^-riedensverhandlungen erweisen sich mit immer!was man w ch f sch . begründenden Aufsichtsamt über die Privatvcrsicherungs
größerer Deutlichkeit als wohlgemästete Sommerenten zu vieren wagr „ ^ricf eines Gesellschaften in Aussicht genommen.
Die letzte dieser Enten hat das Londoner Abendblatt „Sun ! ’mia ef in a veröffentlicht Ter — Entgegen der Ansicht der kgl. Oberrechnungskammer,
uufsteigen lassen, indem es die erfundene Meldung ver- *1 .^etin9 veröffentlicht, ^r Zahnärzten für ihre amtliche Thätigkett als
L reitete, Botha und seine Unterführer seien zur Uebergabe Offizier am 26^ ^pril . Truppenteilen Sachverständigen nicht die vollen Gebühren der Aerzte
entschlossen. Im Gegenteil geht der Kampf unüeränbert b ? r nß n T e n ftur b mju zahlen sind, sondern vielmehr für eine Stimde Versäum
weiter. Von Vorgängen in Transvaal ist neuerdings 3" surd schon viele Kranke und Trope n Die n.st A,!^s nur 1.50 Mk., hat das BreslauerLandgericht entschieden,
verzeichnen, daß Eolenbrander mit seinen Kitcheners Figh- b a^r e^nach H s. g f p 'tt r ^aß jeder Mann daß den Zahnärzten dieselben Gebühren, wie den ckerzten ting Seouls seit Mai die «egend zwischen Pietersburg und ganz lhi^chcr Pr^tsatz im ^zar tt, drei zusiehen, da Zahnärzte gesetzlich als Aerzte gelten.
Prewria mit mehr oder weniger Erfolg zu säubern (W- tT »er $e$"elmnq tohmm au" - Der in der Normalaichungskommiss.on «usgear-
Er hat einige Gefangene und kampfesmude Buren nicht Pferde. Es s ) Radien diewir stellen müssen, beitete Gesetzentwurf einer neuen Maß- und-Gewichts
verhindert, nach Osten durchzubrechen. Darüber wird aus Wenn wir sa fönncu wir schon lange nicht mehr ordnung sieht auch den A i ch u n g s z w a n g f u r B i e r-
Pretoria gemeldet: „Tie Kommandanten Beyers und nach dazu bch, f beieüen und dt?zu hat sich süsser, sowie auch die Bestimmung der periodischen Maß-
Uys haben dem Vernehmen nach ihre Streitkräfte nördlick> alle Munitio g o wer'hier bleiben will, aichung vor. Es steht zu erwarten, daß der betr^ besetz- »Oll Pretoria .vereinigt. Kleine Burenabteilungen um- bk' uns auf s g er gemeldet trotz des e t h ö t) t e n entrourf dem Reichstag in seiner nächsten Arbeitsperwde
kreisen beständig die britischen Vorposten, fic üerbergen /n t i M s <n n u h n e l b imb trob ber e r b ö I) t e in öorgelegt 106^611 wird ..
am Tage, verlassen unter dem Schutze der Dunkelheit ihre K a p i tu l atm ® 0 e 1 fieht es auch -Ter Entwurf eines Zolltarif g es e tz e s nebst
Verstecke und suchen dann kleine Mengen Vieh wegzu- Zulage Beiden i .^^bn^sicki nur solche Leute Zolltarif ist nunmehr endlich dem Bund es rate ^u- nehmen." Beyers, von dem es jüngst fälschlich hieß, er habe mcht H fhäterer enHaHung^^ier eine geeignete gegangen. (Ta der Bundesrat. Zeit m di
eine Schlappe erlitten, hat sein Hauptquartier noch immer gemeldet die IP bcntei fann man es schließlich Sommerferien geht, so ist mit der fetzigen ^orleguiig nuyt in den unzugänglichen Waterbergen, von wo aus er seine Zwi^ ^ung findem Verdenken kann man i - «eh^ erreicht, als wenn sie im Werner erfa ßt luar^
Streifzüge unternimmt. Zwischen Pretoria und Mafekmg den LeutevAÄchauungen herausgekommen. Nur ist die Durchbrechung des ^eh^mnisses, mit dem ist die Stellung der Engländer offenbar noch immer wenig find mit g nz 9. , ’ r 'auct) fcin solches ge- Gras v. Bulow die Angelegenheit umgeben hat, .setzt wahr^
ciefestigt. So befindet sich anscheinend Zeerust wieder ün U^9e^ ^^^einli^^er, nachdem die Vorlage in soviel Kanäle geleitet
Zustande der Blokade, denn Lord Methuen mußte wieder ^nden sonberii nur eint Garvi s nlebe fchteafle Horden ist. Ein Blatt deutet bereits an, daß unter Verzicht einmal heranziehen 'und stand .am 12. 24 ter von MTentfd^Ä Uebri- auf den Doppeltarif für Roggen em Hochstzoll von 5 Mk.
foer Stadt entfernt. Er hatte einige kleine Scharmützel, A L-, ^^i dem Drange nach Hause bei Engländern, vorgesehen ist. D. Red.) -k o {- r /Oester-
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^ebn Tote vier Verwundete und 66 Gefangene. Mit den!wollen alle aus dem verwünschten China . mnr> ^atte sich nach Leipzig gewandt; die Polizn
Verwundeten wurde auch ein verwundeter Bur nach Cradock-------~ hatte jedoch davon Wind bekommen, und ließ Likier nach
Gebracht der erzählte, auf Seiten der Buren sei ein Mann ÄtllllÄltö dem Präsidium zitteren, um ihm zweifellos die Ausgefallen Aus äradock wird vom 21. Juni gemeldet, daß - weisungsordre mitzuteilen. Likier i fedoch vorher ab-
gm Tonnerstag früh eine Abteilung Midland Mounted- Berlin, 23. Ium. Aus Kiel wird gemeldet:- T?r Ein französischer Anarchist Abele m Makranstadr.
Ä?" „ter Lpitän Spandau gegen den Burenführer Stapellauf des großen Kreuzers „Prmz Adalbert hat in Z . Pbipzig erhielt die Weisung, fofort Deutschland zu ver- Matan ausaesaiM worden war, der Sonntag nacht west. Gegenwart des Kaisers siattgefunden. Tae Taufrede, Ein anarchischer Klub für Berlm N (der freie
SSVaÄÄ die Bahn bei Roodehoogte überschritt, die Prinz Heinrich hielt, lautet: ift i-kt aearnnbet worden.
^renalischeKo mm an da n t Spandan Lurde tötlich „Gleich diesem stolzen Bau, we eher heute vor uns Oer e » g i r 1 a) e m o m m u n | s^ht, und welcher aus kleinen Anfängen dem Beginn
seiner endlichen Vollendung entgegensieht, so auch ent stand die Kaiserliche Marine aus wahrhaft dürftigen Anfängen. Gleichsam prophetisch klingen uns die Worte eines Prinzen aus Königlich Preußischem Hause aus jener Qeit der Anfangsgründe der Marine entgegen, da er betonte' „Für ein wachsendes Volk kein Wohlstand ohne Ausbreitung, keine Ausbreitung, ohne überseeische PolitikJ keine überseeische Politik ohne Flotte." Im ^ahre i811j geboren, wurde diesem kühnen Manne 1854 das Kommando über die damalige preußische Marine anvertraut, , für welche er rastlos thätig war und es Nicht scheute, - sein Leben für ihre Entwickelung einzusetzen. Seme Liebe, seine Anhänglichkeit, seine Treue zum Beruf bleibt ewig unvergeßlich, und diesem Manne dankt die Marine unendlich viel. Zwei Schiffe trugen bereits den Namen dieses Mannes über die Meere, ein junger Sproß aus unserm kaiserlichen Hause, ivelcher jüngst der Manne I einverleibt worden, tragt denselben, und auch On sollst auf Befehl Deines kaiserlichen .Herrn diesen Namen tragen, i Aus den Händen der Großnichte dieses Mannes sollst Tu den Weiheakt der Taufe empfangen; so befahl es Dem Kriegsherr, dem zu danken für den neuen Beweis 1 einer I Huld wir alle rufen wollen: Seine Majestät unser auer- ' gnädigster Kriegsherr H»urra! Hurra! .Hurra!" -! — Der Kaiser ernannte anläßlich des Stapellaufs den
^^Ans^dem Oranjefreistaat hört man wieder etwas über D e W e t. „Daily Mail" läßt sich ans Johannesbura vom ■21 melden es sei festgestellt worden, daß Oe Wet sickj westlich von Kroonstad befinde. Tiefe Nachricht kann man ans »mderen Nachricksten dahin ergänzen, daß Te Wet sich wahrscheinlich mit Steijn in der Nahe von Panjs befindet De Wet ift also vermutlich nach seinem Zusammenstoß Mit Elliot bei Reitz am 12 so wenig erschüttert gewesen daß er vielmehr hinter diesem hergezogen ist und nördlich von! STwnftab ine Bahn überschritten hat. In diesem nord-> mestlickien Teile des Oranjestaates, der ganz flach und wüst ist aiebt es noch ein anderes Burenkorps unter Bad e n- ZyK daß bisher am Modderfluß operierte, sich jetzt al^r wie man aus der Aussage eines fahnensluchttgen Kommandanten namens Venter erfährt, aus Boshos zurückgezogen und nur einige zerstreute
gelassen hat. Eine, wie es schämt, großer angelte Unter- fmt Mrh seit dem 14. ds. m dem Gelände-Ab
schnitt Bloemfontein Brandford, ^/tfluß, Winburg und Tbabanchn abgespielt, um derentwillen wahrscheinlich auch Kitchener sein Hauptquartier nach Bloemfontein verlegt hat. Diese Unternehmung ist deswegen besonders interessant/ mirfi eine Abteilung der sogenannten Burg her Po
lice, also ihrer Sache abtt'ünnig gewordene Buren, unter
Hauptnivnn Malcottn baian hinter den Er-I -Oberwerftdirektör Kapitän zur See von Ahlefeld zum
^^^^^^^ückrusteben denn zu entscheidendem Kampfe admiral. - Ter Kaiser hat besohlen, daß der Kreuzer !^rtun!^en zuruckzust^eyen -^.^r die Übliche Beute gemacht. „Riobe" die „Hohenzollern" aus semerNordlandreisebe- ^^-s^nkolonie haben Oberst Munro und Bethunes gleitet. — Heute vormittag fand GottEdienst statt an Bord
der Kap ko s^tzinger , Myburgh und Eras- der „Iduna" zur Teilnahme an der Reg^ta
berittene ^nfantene »r r ^ ^ariffen und ihnen ein Ver- - Ter „Hamb. Korresp." ist zu der Erklärung e.mach-
mus bei Tarlastad amil ■ 99 H verwundeten und 50 tigt, daß die Gerüchte über ein Gespräch des Kaisers
lüft von 4 Toten, - L Beim Rückzug trafen die mit dem Generaldirektor B al l in bezüglich der Heber
erbeuteteii Pferden berg^ra^ Obersten Crabbe, der .mhme eines Mmisterporteseinlles unbegründet seim.
untt^ Geschützstuer nahm und sie gegen Ebenso seien Aeußerungen des Kaisers über die Religwn.- Mch sott sich mit Kritzinger ber fur^
äantK U^oXSe%iXn^Ä -ns S-tarsburg. sie Unterhalttmq. die ver Sa D - r bei de- Enthüllun^Ls Eine hochwichtige w 'eq Kreisen zirkuliert das Pismarc^Tenkmals mit dem ^uriten H e r b e r t-B i s -
LchttPLsS^Ü^T^S d°mnä^^°m^iscrftiarck,g-stil^ hat.^nstati-r-n^o d°r Famrlr- «rsmarck Vilbelm empfangen werden. Unterhandlungen eren bereitseirlgeleitet!" ^an wird die Nachricht nut größter Vorsicht anfzunchmen ljaben^^ ----


