Nr. 121 Erstes Blatt
151. Jahrgang
Samstag 25. Mai !!)vl
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Pommersche Hypothekeu-Aktieu-Bank.
Narb dem im vergangenen Derbste infolge der ©piel- Hagen-Affaire bereits mannigfache Bedenken gegen die Pommersche Hypvtheken-Aktienbank aufgetaucht waren, und der Kurs der Pfandbriefe von dem Institute nickst mehr zu halten gewesen war, da der Verkaufsandrang ganz enorm »var, so Sonnte es jetzt nicht überraschen, wenn durch dis
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Vn Postbrzug oierteitN* Mt. 2.00 ohnr VestcLgi».
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•«n den Kaiser sandte.
Dieser hatte sich unterdeß längst überzeugt, daß v. B. -ihm die Sttmmung des deutschen Volkes gegen ihn schonend And in zartester Weise und mit vorsichtigsten Worten bei- HebraM hatte, und die Sache viel schlimmer stand, als er «tznte. War schon des Kaisers Telegramm herzlich, so nun crft recht der Brief, den er gleich hierauf au v. B. schrieb. 3n den wärmsten Ausdrücken dankte er ihm für seine ‘ Neberzeugungstreue und sprach den
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Politische Tagesschau.
_ Der Reichseiseubahugedauke ist durch Württemberg unb Tachfen jetzt wieder zur Sprache gekommen. Bekanntlich be- abfichtigt Preußen jetzt, die sächsischen Eisenbahnen zu schlucken, Mtrd aber wohl dort ebenso wenig Glück haben, wie bei den Schwaben. Daß Preußen den RcichSeisenbahnen durch >uS abgeneigt, ist, zeigt eine Kundmachung, in der darauf hingewiesen wird, daß der Reichseisenbahngedanke im Jahre 1876 eine greifbare Gestalt gewonnen hatte, indem, wie behauptet wird, die preußische Negierung die gesetzliche Ermäch t'gung erbeten und erhalten hatte, die preußischen Staats» bahnen nebst allen Auffichts und sonstigen Rechten deS preußischen Staates gegenüber Pcivatbahnen dem Reiche an- zubieten. Der Reichseisenbahngedanke stieß aber, so wird nun gesagt, bei einem großen Teil der anderen Bundes üaaten auf so starken Widerspruch, daß daS Anerbieten Preußens, seine Eisenbahnen und seine Eisenbahnrechte an oaS Reich abzutreteu, keine praktische Folge gehabt hat. Mittlerweile haben sich infolge der Verstaatlichung der Privat bahnen und anderer Umstände die Verhältnisse wesentlich ge» ändert. Wenn Preußen heute den ReichSeisenbahngedauken verwirklichen wollte, was zweifellos nicht der Fall ist, zumal nach Begründung der preußisch-hessischen Eisenbahngemein, 'chaft, müßte mit ungeheuerlichen Summen gerechner werden. Die „93. P. N." stellen folgende Berechnung auf:
Preußen besitzt zurzeit aus seinen StaalSbahnm eine Reineinnahme, die nicht nur zur Verzinsung und Tilgung seiner Eisenbahn- schulden völlig auSreicht, sondern darüber hinaus noch 186 Millionen Mark zur Bestreitung deS allgemeinen Staatsaufwandes liefert. DaS Reich müßte daher, um Preußen schadlos zu halten, nicht nur die Verzinsung und Tilgung der prsrßischen Eisenbahnschuldm in Höhe von nahezu 7 Milliarden Mark übernehmen, fonbetn auch der vreußischen Staattkaffe eine Stinte gewähren, die dem Zinserträge von mindestens 6 Milliarden Zpiozrntiger ReichSkonsols gttichkäme.
Die „Berl. Pol. 3tN schließen ihre Ausführungen mit folgendem Satze, der den heutigen Standpunkt der preußi schen Staatsregierung zum Reichseisenbahngedanken unzweideutig kennzeichnet:
Aus dieser Sachdarstellung erhellt, daß die Lage der Dinge gegen« über 1876 eine vollständig andere geworden ist, und daß die Gründe, die damals Preußen bewogen haben, seinen Eisenbahnbefitz dem Reiche anzutragen, nach keiner Richtung hin mdjr bestehen.
Nach dem Flottengesetz vom 14. Juni 1890 ist die Zahl der Hochsee-Torpedoboote auf 80 festgesetzt. Die Verteilung der Boote ist so gedacht, daß jede Division fünf Boote, eine Flottille zwei Divisionen zählt und zwei Flottillen auf ein Geschwader kommen. Bei den zurzeit statlfindeudeu Hebungen ber 1. Torpedoboots-Division wird es sich darum handeln, Erfahrungen und Anhaltspunkte für ein Manövrieren im neuen Verbände zu sammeln und hieraus Feststellungen für die in Zukunft zu befolgenden taktischen Regeln abzuleiten. Die bisherigen Verbände bestanden bekanntlich aus sechs kleinen Torpedobooten und einem DivifiovSboot und besaßen auch eine geringere Geschwindigkeit. Die neuen Boote legen in ber Stunde 26 bis 27 Seemeilen zurück und haben bei einem Deplacement von 350 T. eine Besatzung von etwa 50 Mann. Ts find zwei getrennte Maschinen vorhanden und der Kohleuvorrat beläuft sich einschließlich der Zuladung auf Über 100 T., was eine außerordentlich große See- ausdauer verbürgt. Die Armierung besteht aus drei schwenkbaren Torpedoausstoßrohren auf dem Oberdeck, sowie drei 5 Ctm.-Schnellfeuer-Kanonen. Besondere Erwähnung verdient der Umstand, daß das TorpebodivifionSboot, das bisher als Führer- und Kommaudofahrzeug diente, in Wegfall kommt Das vorderste Boot nimmt den Divifiouschef auf und führt im Top sein Kommandozeichen, den Divifionsstander. Außer« dem ist jedem Kommandanten ein junger Offizier bei gegeben. Vordem war ersterer der einzige Offizier an Bord, ohne Untergebene zu besitzen, die auf eigene Verantwortung handeln durften. Seine Tag unb Nacht angestrengte Thätigkeit war eine Ueberbürdung, die ihn entschieden in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigen mußte. Man ist in den maßgebenden Kreisen sicher, daß der neue Torpebobootstyp glücklich gewählt ist und in Zukunft der herrschende bleiben wird, denn die im vorigen Sommer nach China gesandten Boote derselben Klaffe, die ihre Reise ausgezeichnet überstanden, haben sich vortrefflich bewährt.
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Zeit eine Stütze des Thrones bleibe. Unterschrieben mar der Brief: Ihr wohlgernogener Wilhelm, Rex.
„Jetzt glänzt aber wieder das Gesucht des „Alten vom Berge", nach seiner kurzen Erniedrigung ist er hoch erhöhet worden, und nun steht er gerechtfertigt da. — Wenn unser Kaiser doch mehr solcher aufrichtiger Bodel- schwinghs um sich hätte"
?• Mai 20ßo Q ' • 6,0' c.
Der Kaiser und Pastor v. Bodelschwingh.
Zu der bereits wiederholt erwähnten Nachricht, der Kaiser habe Pastor v. Bodelschwingh auf seinen freimütt- gen Brief über die burenfreundliche Stimmung in allen irreifen des deutschen Volkes sehr ungnädig geantwortet, wird eine ausführlich Wiedergabe des Geschehenen in einem nordamerikanisclsen Missionsblatte ber evangelischen Qt)n.obf der „Friedensbote" gegeben, die wir nach der ,^RHein. Wests. Zig." völlig unverändert in dem in diesen irreisen üblichen Ton hier folgen lassen. Dieser „Friedensbote" berichtet in Nr. 16 vom 13. April:
Nachstehendes hochinteressantes Schreiben, das uns bereitwillig von befreundeter Seite behufs Veröffentliclsung in unserem Blatte zugestellt wurde, trat am 14. März von Bielefeld aus die Reise nach Amerika an. Es lautet:
„Hier hat sich kürzlich eine ganz interessante Episode in der Stille abgespielt. Ihnen wird auch aus den Zeitungen beiamit sein, daß der deutsche Kaiser Lord Roberts in England gelegentlich den Schwarzen Adlerorden verlieh. Die Empörung darüber, daß unser höchster Orden frem Burenmörder zu teil wurde, wächst auch heute noch zusehends und treibt böse Blüten, da das gesamte Deutschland und die gesamte deutsche Presse auf Burenseite steht. Auch im Ravensbergischen wogt es wild.
v Bodelschwingh hatte gerade eine Eingabe an den Kaiser persönlich, zu machen, und unter dem Eindruck, den jeder Staatsbürger hat, daß unser Kaiser imrdjaus im Unklaren gehalten wird, über die Stimmung seines gesamten Volkes gegen ihn, legt v. B. ihm den Thatbestand ehrfürchtigst klar. Darauf wird v. B. sofort nach Berlin zum Kaiser befohlen, wohin er nun ganz vergnügt mit seiner Tochter Frieda dampft, in der guten Meinung, der Kaiser «olle mit ihm beratschlagen über die neu zu gründenden Arbeiterheime. Aber siehe, in Berlin wird er anstatt vom Kaiser von Herrn v. Lukanus empfangen, dem bekannten lleberbriiigcr der hauen Abschiedsbriefe. Der versichert ihm dann höflichst der allerhöchsten Ungnade Seiner Majestät über seine Mitteilungen. Majestät käme sich förmlich wie ein Märtyrer der Sache vor; es sei doch unmöglich, in seiner Lage jeden Grund seiner Handlungen gleich Ver Oesfentlichkeit preiszugeben, ob man denn durchaus fein Vertrauen mehr zu ihm hätte usw.
Ganz sttll und klein reifte v. B. wieder heim. Hier schrieb er von neuem an seinen lieben Kaiser, versicherte ihn seiner Ergebenheit und nahm die Gelegenheit wahr. Seiner Majestät iiodji einmal den wirklichen Standpunkt der Dinge darzulegen, sagte ihm auch daß, er, was nur in seinen Kräften stände, längst gethan und unverdrossen weiter thue, nämlich den Leuten immer vorzuführen, was für -einen treuen Mouarckven und welchen Hüter des Reiches und der ftirrfje wir hätten. Majestät möge ihm wirklich nicht ferner grollen usw. Einige Tage darauf feierten wir v. B. s 70. Geburtstag. Unter den ca. 300 Gratulationstelegrammen war ein sehr liebes von der Kaiserin und eines von drei Bogen vom Kaiser, welches auch der Versammlung im Assapheum vorgelesen wurde. Wärmer konnte Seine Majestät seine Anerkennung, Liebe und Verehrung nicht ausdrücken, als es darin geschah. Er schloß, mit einer innigen Bitte zu Gott, ihm seinen lieben v. B. noch lange als treuen Vater seiner Anstalten und geliebten, Diener seines Herrschers zu erhalten? Wilhelm II.
Am selbigen Tage geschah das fluchwürdige Attentat zu Bremen. Als es bekannt wurde, nämlid) am nächsten Tage, schrieb v. B. sofort an Seine Majestät, dankte für das Telegramm und sprach- neben dem tiefsten Schmerz über die^ Unthat unser aller Tank gegen Gott aus, der unseren Kaiser in der Gefahr erhalten.
Am nächsten Tage war die Ganversammlung der Ra vensberger in Herford; hier hielt unser „Posaunengeneral" Pastor Kuhlo) eine das Volk begeisternde Rede, die dann auch! alle anwesenden Ravensberger wieder Herumriß, und betonte besonders, daß die Unterthanen, weil nicht mit allen Fäden der Politik vertraut, die unseren Kaiser leiten müßten, ihm wie einem Vater trauen sollten. Es wurden dann verschiedene Resolutionen festgestellt, allerdings ganz für die Buren, aber dann auch unserem Rex Imperator von neuem Treue gelobt, jetzt und immer bar. Tann wurde das Programm für das nächste Bethelfest, das am Himmelfahrtstage abgehalten werden soll, ausgestellt. Einstimmig wurde beschlossen, Präsident Krüger zu dem einzuladen. Zu diesem Zwecke sollen die Hauptburenlieder eingeübt werden. Der Posaunengeneral mit seinen ♦000 Bläsern hat da wieder eine rechte Arbeit vor sich und wird wieder ganz in feinem Element fein. o. Bodelschwingh hatte natürlich auch das ©einige redlich beigetragen, die Begeisterung zu heben, lieber das 6kmze ward Protokoll ausgenommen, welches v. Bodelschwingh
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General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Verhaftung der beiden leitenden Direktoren das Mißtraue«: neue Nahrung fand. Der Kurs ging von 86 einhalb auf 80 zurück, da man wohl mit Recht annahm, daß die Verhaftung mit faulen Geschäften, welche die Bank resp. deren Direktoren seither machten, und zu verschleiern suchte«, zusammenhänge.
Von der Behörde ist aber bis heute der Grund ihres Einschreitens nicht bekanntgegeben worden; man ist also nur auf Mutmaßungen angewiesen, zumal die Verwaltung d e r B a n k entschieden bestreitet, daßdie Verhaftung mit den Geschäften der Bank irgend ettvas zu t h u n habe.
Auffallend ist aber, daß die Verhaftung erfolgte, nach- dem der Jahresbericht pro 1900 gerade zur Ausgabe gelangt toar, man wird also mit vollem Recht annehmen dürfen, daß gerade die Veröffentlichung der Bilanz den Grnnd zu in Einschreiten für den Staatsanwalt gegeben hat. Wir gehen auf diesen Rnhenschaftsbericlst näher ein.
Tie Pommersche Hypotheken-Aktienbank, seither Hofbank — trieb es seit Jahren gewissermaßen als Sport, mit ihren Bilanzziffern so zeitig an die Oeffentlich.keit zu treten, daß sie in der Regel bereits im Januar als erste der Banken ihren Interessenten damit aufwarten konnte. Um so mehr mußte es diesmal befremden, daß die Verwaltung mit der Fertigstellung des Berickstes nicht herauskam. Sie entschuldigte sich damit, daß sie angab, die Prüfung der staatlichen Kommission, die länger dauere, erst abwarten zu wollen.
Nun liegt der sehr umfangreiche Geschäftsbericht vor uns:
Es dürfte zuvor interessieren, welche Leute mit ber Leitung der Bank zu thun yaben:
Staatlich bestellte Treuhänder: Kgl. Bank bireftor Dr. Heßberger, Berlin; Justtzrat Dr. Sobernheim.
A u f s i ch t s r a t: Bankier Albert Schoppoch, Präsident, Berlin; Geheimer Hofrat a. D. Linde, Neustrelitz; Justizrat A. Munckel, Mitglied des Reichstages, Berlin; ©e. Durchlaucht Fürst zu Putbus, Putbus; Freiherr A. von. Solemacher-Antweiler, Königl. Kammerherr in Andernach; am Rhein
Vorstand: W. Schultz, Kgl. Kommerzienrat; Fr. Romeick, Direktoren (jetzt in Haft); C. Buddenberg, Rechtsanwalt, Hermann Taugen, Stellvertretende Direktoren.
Der Bericht der Direktion erwähnt, daß der Geschäftsgang bis zum Herbst 1900 recht günstig gewesen sei; als aber der Zusammenbruch der Spielhagen-Banken erfolgte, wandte sich auch das Mißtrauen gegen die PommersckZe Hypotheken-Aktien-Bank, die enorme Summen von Pfandbriefen aufnehmen mußte, an manchen Tagen sogar über eine Million, wodurch die verfügbaren, sehr erheblichen Barmittel aufgebraucht wurden, sodaß die Bank an die Veräußerung freigewordener Hypotheken Herangehen mußte, was nur mit sehr großen Opfern zu bewerkstelligen war. Dieses hat das Erträgnis derartig ungünstig beeinflußt, daß eine Dividende nicht erteilt werden kann.
Tas gegenwärtige Aktien-Kapital beträgt 15 Mill. Mk, und die Direktion ettvöhnt, daß die bisherigen Reserven von zusammen 6152 000 Mark in voller Höhe bestehen.
Ter Pfandbrief-Umlauf am 31. Dezember 1900 betrug) 181825 600 Mark, während die Deckungshypotheken mit 191461013 Mk. 49 Pf. dem Treuhände- in Verwahr gegeben waren.
Der ganze Bericht ist im höchsten Grade undurchsichtig und giebt nicht im geringsten genügenden Aufschluß über die Beziehungen der Pommerschen Hypotheken-Aktien-Banr zu ihren Schwesterinstituten, der Mecklenburg-Strelitzschen Hypothekenbank und der Jmmobilien-Verkehrsbank. Man hatte allgemein gerade hierfür eine eingehende Erklärung erwartet und sieht sich nunmehr durch ein paar Worte abgespeist. Ueberhaupt versucht die Direktion sich im Vornherein für ihre Geschäftsführung zu entschuldigen, und es macht dadurch den Eindruck, als ob sie ein schlechtes Gewissen habe; besonders in Bezug auf die Hypotheken-An- lagen. Sie giebt zu, daß sie 34 nicht erststellige erworben tzabe, die Summe derselben habe aber im Verhältnis zu den Gesamthypotheken ganz minimale Bedeutung.
Daß die Pommersche Hypotheken-Aktien-Bank bedeutenden Terrain-Spekulationen die Hand geboten hat, ist ohne allen Zweifel, und wir glauben, daß diese durch die Im- mobilien-Verkehrsbant ausgeführt worden sind, an der die Pommersche am meisten interessiert ist.
Es liegt unbedingt eine Verschleierung der Bilanz vor, und dieser Umstand wird auch der Grund zur Verhaftung, der beiden Tirektoren geworden sein. Hoffentlich giebt die Behörde recht bald diesbezüglichen Aufschluß.
Was nun die Pfandbriefe der Banken belangt, so glauben wir, daß der heutige Kursstand entschieden zu niedrig ist, und würden zu einem Festhalten des Besitzes raten.
Ter heutige Minderwert der Pfandbriefe nach dem Börsenkurse beträgt ca. 40 000 000 Mk. Hierzu kommerr Aktienkapital und Reserven mit ca. 21000 000'Mk., zusarnme«. 61 Millionen Mark, die erst verloren sein müßten, ehe bet dem jetzigen Kurse ber Pfandbriefe ein weiteres Risivo einzugehen wäre.
Im übrigen kommt die Bank allen ihren Verpflichtungen prompt nach; so hat sie in den letzten Tagen auf Verlangen allen Tepositengläubigern, die ihre Baarem- lagen zurückforderten, selbst solchen mit Kündigungssrist, ohne weiteres ihr Guthaben ausgezahlt. Das x\iiftitut hat
äesinnungs- und „ _ _
Wunsch aus, daß das Protokoll nebst Knhlos Rede ver- offentlijcfyt werden sollte, und schließlich den warmen .Mansch, daß ber treue Diener ihm noch lange, lange


