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Betrieb gesetzt. Die Herrichtung der Parkanlagen, die Dege, der Neubau der Usastcaße gehen ihrer Vollendung entgegen. Längs der Ballehäuser wird ein bequemer Asphaltweg geschaffen statt des früheren Basaltpflasters und gepflasterte Lebergänge nach BadehauS VI find angelegt.
PA. Offenbach, 23. April, vergangene Woche wurde durch die Baufirma Hch. Korb hier mit der Errichtung der Baulichkeiten für das im Juli stattfindende 25. Mittelrhein. Jubiläums-Kreisturnfest begonnen. Die große Festhalle emschließlich der inneren Ausschmückung wird ea. 50 000 Mk. kosten. Gleichzeitig wurde auch mit dem Bau einer Kantine begonnen, die in den nächsten Tagen in Betrieb genommen werden soll. Bon Seiten deS Empfangs-Ausschusses find au die verschiedenen Eisenbahnverwaltungeu Anfragen ergangen, zur Einlegung von Extrazügen direkt nach und von Offen« buch unter Umgehung des Frankfurter Hauptbahnhofs, wie auch um Fahrpreisermäßigung und Verlängerung der Giltig keitSdaucr der Rückfahrkarten.
fo. Frankfurt a. M., 23. April. Gestern tagte im »Hotel Bristol" eine Versammlung von Vertretern hessischer Land- und OrtSarmenverbände. Die Versammlung beschloß, bei dem Ministerium deS Innern die Einführung eines Tarifs für die Erstattung von Pflegekosten Hilfsbedürftiger, welche in hessischen Krankenhäusern, Armenhäusern »der Siechenhäusern untergebracht find, zu beantragen, und zwar soll auf Antrag des Medizinalrats Dr. Vogt in Butzbach der Satz von 1.40 Mk. in Vorschlag gebracht werden, einheitlich für Stadt und Land. Das Letztere befürwortete namentlich Kreisrat Dr. Göttelmann Heppenheim. Don 18 hessischen Kreisämtern haben sich 16 für Einführung eines solchen Tarifs ausgesprochen. Eine Sondervergütung für spezialärztliche Behandlung soll nur dann erfolgen, wenn sie nicht von den Anstaltsärzten vorgenommen wird. Der von dem Beigeordneten Wolff-Offeubach ausgearbeitete Entwurf für den Tarif wurde mit den erwähnten Zusätzen gutgeheißen. In Preußen beträgt der Armenpflegesatz 1 Mk.
•* Kleine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. Zu Ehren des Badearztes Geheimrats Dr. Marc, der sein 25jährigeS Jubiläum als Badearzt in Wildungen feierte, gründeten die dortigen städtischen Behörden und die Badeaktiengesellschaft eine „Doktor Marc Stiftung" für unbe- mittelte Kurgäste, wozu bereits 15 000 Mk. gezeichnet wurden. — In einem Weinberg der Wein- und Obstbauschule in Oppenheim wurden vermutlich in der Nacht von SamStag auf Sonntag oder von Sonntag auf Montag ungefähr 60 Rieslingstöcke abgeschnitten. Die Thäter sind noch nicht ermittelt. — Einem unsauberen Treiben ist man kürzlich in Bensheim auf die Spur gekommen. Der Gärtner H. ist wegen Sittlichkeitsvergehens nach § 175 St.-G.-B. in Untersuchungshaft genommen und zwei andere junge Männer sollen in gleicher Richtung schwer belastet sein. — Ein Gymnasial- «bitürient ans Gensingen kam als Schulverwalter nach Groß-Zimmern. — Bei dem Ausschachten der Straße von Aull nach Gückingen wurden allerlei intereffante Funde gemacht. So wurden alte Gewehre, Säbel und Knochenreste gefunden. Diese rühren sicherlich aus der Schlacht bei Diez a. d. Lahn her, die im Jahre 1797 stattfand. — Dem Kriegerverein Darmstadt hat der Kaiser eine prächtige Fahnenschleife verliehen.
Vermischtes.
* Berlin, 23. April. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ergab die Untersuchung des Linienschiffes «Kaiser Friedrich III.", daß die Beschädigungen nicht so umfangreich find, wie anfangs befürchtet wurde. Zwar hat der Hinterfieven einen Querriß, auch die Außen haut ist vielfach verbeult und leck, doch ist die innere wasserdichte Bodenbeplattung bis auf eine Stelle unverletzt. Das ganze Bausystem und die Lanzeinrichtung des Schiffes bewährte fich auf das Vorzüglichste. Alle größeren Abteilungen, ausgenommen der achtern Backbordheizraum blieben trocken. Die Entzündung des Theeröls war die Folge des Aufsteigens deS OelS durch ein EntlüftungSrohr, eß werden die Luftrohre künftig außerhalb der Heizräume hochgeführt werden. Die Keffel haben nirgends gelitten, nur im mittleren Steuerbordheizraum ist die Armatur der beiden Zylinderkeffel, sowie die Hilfsmaschine beschädigt. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schließt, die Reparaturkosten find noch nicht genau festzustellen, bleiben aber sehr erheblich hinter den Schätzungen zurück, die nach der Havarie von einigen Zeitungen aufgestellt worden find.
'München, 23. April. Der im Ausland lebende hiesige Schriftsteller Dr. med. Panizza, der vor Jahren wegen einer Broschüre steckbrieflich verfolgt wurde, die eine Kaiserbeleidigung enthalten haben soll, stellte sich den Behörden, um sein Vermögen vor der Beschlagnahme zu retten. Er wird vor dem Schwurgericht erscheinen.
Universitäts-Nachrichten.
— In München ist der seit längerer Zeit leidende Staatsrechts- lehrer v. Seidel gestorben. Max v. Seydel würbe 1846 zu Germersheim in der Rheinpfalz geboren. Nach Absolvierung seiner Rechtsstudi-n * München und Würzburg trat Seydel in den bayerischen Staatsdienst. Ä war als StaatSrechtslehrer eine Autorität, die wiederholt in staats- »mhtlichen Fragen beachtenswerte und auch ausschlaggebende Gutachten ab ^b und die besonders die staatsrechtliche Stellung Bayerns im Deutschen Mich gegenüber allerlei politischen Strömungen wissenschafUich verteidigte. Auch in der Ltppe'schen Thronfolgefrage gab Seydel s. Z. sein Rechts- z-iltachten ab. Die deutsche Rechtswissenschaft verliert in Max v Seydel einen ihrer hervorragendsten und scharffinnigsten Gelehrten und die Hni- »rrsttät München eine ihrer ersten wiffenschaillichen Zierden.
— Der 80jährige Senior der Unioerfität Heidelberg, Honorar- pwfcssor der Anglistik Dr. Ihne, stellt mit laufendem Sommersemester seine Dorlesungen ein. — Für den Fall, daß in Marburg ein Lektor d-er französischen Sprache für das Sommersemester nicht ernannt wird, ist b'tr Lektor an der Universität Gießen, M. Goetschy, bereit, öffentliche Hotlefungen über französische Literatur in Marburg zu halten. — Dr. E. Schellwien, Privatdozent in der philosophischen Fakultät der Universität Uönigsberg, wurde zum a-o. Proseffor ernannt. — Man schreibt aus Aürich: Der Profesior für Baumechanik und Technologie der Baumaterialien am eidgenössischen Polytechnikum und Borstand der db- z-mösfischen Materialprüsungsanstalt, Lubwig Tetmaier, hat einen Ruf « das Polytechnikum in Wien erhalten, dem er Folge leisten wird.
M den 24. April 1901. e von DreSdk» kounnevd t Gesoige und Dieuer- rn die hiesige Station, tes wurde das vorher . den Zug hinringeM. >rgen verbreitete fiif M i WrigeS Wtn an» Glücklicherweise hat sich wiese». ^«SchutzMM und tonnte ti den ach wieder zufihrrv.
Ich-18 btt FnchnW« chlosseuen Ortschaften ifi i Baffer hier, erschienen, imitiening der Anschlüsse n Zeilnttyntr unenlbech beten, aber noch nicht an Mett im verzeichn lauten der mit Gieht^ hßMr va otyWfo ie wir schon mehrfach be- mittag in Steins Garten r alle im SroßherzoM AoMvercks ei* . solche Feier :r Stadt ist der beson ere sammlvngsort iogramm, das an fü rllch heben wir besonders den M. W. Onckeu über Uuud die Darst^
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Leugnen gegenüber hwzunehmen.
Angeklagten Tesche jr xr wegen Herzfehlers Mit worden sei.
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System Prof Dr G Jaeger
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Pafentirt in allen Culfursfaaten.
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Kreuzplatz.
Neueste Meldungen.
(Telephon-Meldungen des »Gießener Anzeigers".)
W. Bonn, 24. April, 1 Uhr 45 Min. Der Kaiser und der Kronprinz trafen heute morgen lO^UHr auf dem Bahnhofe ein. Sie wnrden von Prinz und Prinzessin von Schaumburg.Lippe, dem Bürgermeister Spiritus und einigen höheren Beamten empfangen. Unter Hochrufen passierten sie die Straßen und fuhren nach dem Palais des Prinzen.
A. Hamburg, 24. April, 11 Uhr 20 Min. Hier droht ein neuer Streik der Hafenarbeiter wegen Lohndifferenzen auszubrecheu.
B. Pofen, 24. April, 10 Uhr 45 Min. Bei der Auflösnng einer polnischen Versammlung in Gösthn kam es
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Frankfurt, den 24. April.
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Tendenz
Kreditaktien . . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthard bahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . Harpen er . . . . befestigt.
do Konsole do Hessen
4- 21.90 e.
+ 4.0® C.
Wteratur, Wissenschaft und Kunst.
N. H. Gießener Kochbuch für de« bürgerliche« Haushalt. Das kürzlich im Verlag von Aug. Frees, Hofbuchhandlung in Gießen, erschienene Buch legt erfreulicher Weise ben Hauptwert auf guten, bürgerlichen Mittagstisch unb vermag burch bas Fortlaffen meist unbrauchbarer komplizierter Rezepte fich eingehenber mit bem alltäglichen zu beschäftigen: ein bebeutenber Vorzug vor anberen ähnlichen Erzeugniffen. Gleichzeitig bietet es auch noch in mancherlei anberen Dingen für bie Hausfrau sehr erwünschte Anleitung. So z. B. nur um etwas herauszugreifen, behanbelt es eingehend bie Zusammenstellung von größeren Gesellschaftseffen, bas Tisch- unb Tafelbecken bei verschiedenen Gelegenheiten, Zerlegen unb Anrichten, Servieren u. s. w. Außer biefen empfehlenswerten Eigenschaften ist noch hervorzuheben, baß bet Preis des Buches, Mk. 1,50 bei eleganter Ausstattung, so mäßig gestellt ist, baß es fich wohl schon bald in weiteren Kreisen Eingang verschaffen wirb.
5% Italien. Bente . .
4O/o Grieoh. Monop.-Anl.
3 o/o Portugiesen . .
8 0/0 Mexikaner . . .
4Vi % Chinesen . , .
frau, 1 Frau zum Wecketragen.
Lehrlinge» 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Kellner, 3 Schlaffer, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Metzger.
zu stürmischen Szenen. Die Gendarmerie mußte mit blanker Waffe um fich schlagen. Der Polizeikommiffar mußte fich vor der wütenden Menge flüchten.
M. Kopenhagen, 24. April, 11 Uhr 40 Min. In Hofkreisen wird behauptet, daß König Christian beabsichtige, wegen der kritischen innerpolitischen Lage binnen Kurzem abzndanken. (?)
Berlin, 24. April. Die „Berl. Pol. Nachr." bestätigen, daß die Teilung des Regierungsbezirke- Arnsberg durch Errichtung eines neuen Bezirkes in Dortmund in naher Aussicht steht.
Köln, 24. April. Auf der Wahner Haide wurden durch Explosion eines Geschosses zwei Personen getötet und drei schwer verletzt. Einzelheiten fehlen noch.
Halle, 24. April. Bei Wallwitz stürzte ein Bierwagen einen hohen Abhang hinunter. Der Wagenführer war sofort tot, die Pferde find schwer verletzt.
Holtenau, 24. April. Die Durchschleusung deS havarierten Panzers „Kaiser Friedrich III." gelang vorzüglich. Das Schiff geht langsam aber sicher den Kanal landeinwärts.
Karlsruhe, 24. April. Die „Südd. ReichS-Korr." schreibt, daß die süddeutschen Regierungen zu verstehen gaben, sie wünschten das Votum in der Tariffrage erst nach eingehendem Studium und kollegialischer Beratungen sowie nach Anhörung ihrer Landcssachverständigen zu erlaffen. Die Rücksicht auf die Kanalvorlage könne bei den süddeutschen Regierungen nicht mitsprechen.
Loudon, 24. April. Unterhaus. Der Handelsminister Balfour erklärte, das Auswärtige Amt erwäge die Frage der Subventionierung der DampffchifffahrtS-Gesellschaften zur Schaffung eines direkten Dampferverkehrs nach Sansibar. Die Regierung fei mit der Einsetzung einer Kommission einverstanden. Die Frage der SchiffahrtSprämien werde in Eng- layd mit großer Sorge betrachtet. — Die beantragte Unter- suchung des Systems der Schiffahrtsprämien in ftemden Ländern fand die Zustimmung des Hauses.
Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
fc. Frankfurt a. M., 23. AprU. Auf bem Frühjahrspferbemarkt waren am gestrigen Haupttage 1321 Pferbe angefahren. Außer m Reitpferben ging bas Geschäft sehr flott. In schweren Arbeitspferben würben Mk. 1000 bis 1600 per Stück angelegt. Leichte Arbeits- pferbe würben mit 300 bis 500 Mk. bezahlt, mittelschwere erzielten 600 bis 800 Mk.
fc. Ararrkftttt «49R., 23 April. (Heu- und Sisiohmarkt.) Angesahreo: 20 Wagen mtt Heu, 3 mit Stroh. Heu Mk. 4.40 bis Mk. 4.80, Stroh (Roggenstroh) Mk. 3 00 bis Mk. 3.40. Alle« per 50 Kilo.
Jede sorgsame «Utter soll auf ben Rat bes Arztes hören unb beim Waschen der Äinber bie ärztlich empfohlene Patent - Myrrholin - Seife anwenben. So schreibt z. B. ein bekannter Arzt: »Bei meinem Kindchen (z. Z. ‘/s Jahr alt) wegen oberflächlicher Hautschrunden rc. zu Waschungen in Gebrauch genommen, hat sich aroßartig be* währt". Die Patent-Myrrholin-Seife, welche überall, auch in ben Apotheken, erhältlich, ist bereits in vielen Familien unentbehrlich geworben.
. 218 30 . 188 80 . 184.50 . 149 00
. 164 20 2148.40
. 164.00 . 214 50 . 199.25 . 180.40
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen
Garteuftraße 2.
Angehot der Arbeitnehmer: 1 Glaser, 1 Küfer, 1 Schmied, . Schlosser, 1 Schreiner, 1 Fahrbursche, 1 HauSbursche, 1 Arbeiier, i Taglöhner, 1 Dienstmädchen.
Nachfrage der Arbeitgederr 1 Spengler, 1 Metzgergeselle, . Schlosser, 3 Schubmacher, 1 Schreiner, 1 Knecht, 3 HauSburschen, > Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Putzfrau, 1 Taglöhnerin, 1 Waich»
Arbeiterbewegung.
S Butzbach, 24. April. Der bei hiesigen.Maurern und Handlangern in voriger Woche dngetretene AuSstand ist wieder beigelegt; den Arbeitern wurde die oerlangie Kürzung der Arbeitszeit um eine Stunde bewilligt, auch der seitherige Tageslohn aus weiteres zugesichert.
Darmstadt, 24. April. Die hiesigen Schreinergehilfen wollen in den AuSstand treten. Anläßlich drffen fanden gestern abend, wie die „Darmst. 3<g.” meldet, im „Katsersaaf Verbandlungen zwischen Schrtinermeistern und Möbelsabrikanten und der Lohnkornmisfion der fflebilfen statt. Heute morgen 8 Uhr wurde eine Versammlung der Gehilfen und der Lohnkommission abgehalten, die über die gepflogenen gestrigen Verhandlungen beriet.
Genua, 23. Aprll. Der Ministerpräfibent Zanarbelli erklärte ben Ausständiaen, baß er ben Schiebssvruch übernehme
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Gerichtssaat.
— Der U«terhaltSa«spruch der verlassene« Ehefrau« Rach bem B. G. B. ist ber Unterhalt unter getrennt lebenden Ehegatten burch Entrichtung einer Gelbrente zu gewähren, solange einer von ihnen bie Herstellung bes ehelichen Lebens verweigern darf. In ber letzten Nummer ber „Dtschn. Juristenztg." wirb bies nun in bet Weise erörtert, baß, wenn ber Ehemann seine Frau ohne rechtmäßigen Grund verloffe ober aus bem Hause gestoßen hat, biese bet Vorhanbensein eines Scheibungs- grunbes bem nachträglichen Verlangen des Gatten zur Herstellung bet häuslichen Gemeinschaft nicht zu folgen braucht, fonbetn auch außerhalb bet ehelichen Gemeinschaft einen stanbesgemäßen Unterhalt verlangen bars. Es ist also schon wähtenb ber durch bie gerichtliche Scheibung bebingten Frist die Unterhaltsrente zu gewähren, da anbemfalls bie Frau oft Monate ber bittersten Rot unb ber Armenpflege anheimfallen würbe. Ist jeboch bie Trennung berart erfolgt, baß bei ber Rückkehr in bie eheliche Gemeinschaft bas Ehrgefühl ober Sittlichkeitsempfinden bet verlassenen Frau nicht zu leiben hätte, so muß biese, wenn ber Mann ihr persönlich unjroeibeutig zu erkennen gegeben hat, baß er sie wieder bei sich auf nehmen wolle, in bie häusliche Gemeinschaft zurückkehten. Weigert sie sich, so ist bet Unterhaltsanspruch außerhalb bes Hauses hinfällig. Eine ernstlich um Rückkehr ersuchte Gattin kann natürlich auch nicht mit ber bloßen Begrünbung, daß bie eheliche Gemeinschaft aufgelöst fei, einen Scheibungoantrag stellen und erhält so schon beswegen nicht ben interi- mistlschen Unterhalt.
Kunst und Wissenschaft.
— Bruno Mrucke -f. Aus Corklown ui Australien traf, wie wir bereits kurz mUiciltcn, die Mitteilung ein, daß Bruno Mencke auf der ziemlich großen Insel St. Mathias im Südsee-Jnselmeer (öst ltch von den AdmiralttL s Inseln und etwas nordwestlich von 9Uu 1 Hannover) von Eingeborenen ermordet worden ist. Mencke lüftete >m vorigen Jahre ein großes wissenschaftliches Unternehmen aus zur E« forschung der Tierwelt im Südsee-Jnselmeer. E< hatte vom Fü> ft n 1 von Mtzpeco für 300,000 Mk. beften Dampsjocht „Prinzessin Alice" er standen, die er auf einer Werft in Hamburg vollständig umt-amn ließ und zu Ehren feine- verstorbenen VaterS „Eberhardt" nannte. Mtt einem Stab wissenschaftlicher Mitarbeiter fuhr er mit dieser Jach< im Südseeinselmeer umher; die Reise war bisher vorzüglich verlausen, hatte auch schon reiche wissenschaslliche Ausbeute gebracht. S^att deS Kapitän- Doogdt aus Papenburg führte von Singapore au- ein anderer Kapitän daS Schiff, lieber ben Uebeifatt, bei dem Bruno Mencke fein Leden verlor, ist näheres noch nicht bekannt; man vermutet in Hannover, daß eS sich um einen Raudanfall handelt, da Mencke kurz vorher eine größere Bankanwttsung erhalten hatte. Dafür scheint der Umstand zu sprechen, daß gleichzeitig auch der Postoerwalter Caro auf St. Mathias ermorbit worden ist. Auch ein Matrose namenS Krebs ist getötet, wählend Dr. Heinrotb, ber bie Reise als Sch ffs- arzt mitmachte, verwunbet wurde. Die Einrichtung und Ausrüstung der Jacht soll von den Wilden vollständig zerstört worden unb auch sein Stevenrohr soll beschäbigt sein, boch geht ber Dampfer, wie eS in der auS Cooklown, Australien, eingetroffcnen Meldung heißt, übei Brisbane nach Matupi weiter. Der seemännische Leiter ter Reise, Kapitän Doogbt, wellt zurzeit in ber Heimat, um Erweiterungen bet Pläne ber Gesellschaft Mencke u. Co., bie bie Fahrt auSrüstete, an zubahnen. Kapitän Voogdt ist von bem Vertreter beS Bruno Mencke^ nach Hannover berufen worben; er soll bie Zurückfübrung deS Sch sie- übernehmen. DaS traurige Geschick bes jungen Forscher-, ber er« 24 Jahre alt war, wird allgemeine TeUnahme erwecken. Eine Schwester deS @rmoibeten ist mit Rittmeister Mackensen v. Ast- felb, beim Hessischen Leib-Dragoner-Regiment in Darm- ftabt, verheiratet.
Weimar, 23. April. Die heutige Generalversammlung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft wurde durch Dr. Oechelhäuser eröffnet. Großfürst Constantin wurde zum Ehrenmitglied ernannt Wrimar wurde als Ort der nächstjährigen Versammlung wiedergewählt. Intendant v. Poffart hielt den Festvortrag „Hebet die Art, Shakespeare am besten in Szene zu setzen". Nach dem gemeinsamen Festdiner wurde am Abend im Hottheater „Macbeths aufgefübrt^
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