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25.4.1901 Zweites Blatt
 
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A?z>. 96 Zweites Blatt.

151« Jahrgang.

Donnerstag 25 April 1901

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GietzenerAnzeiger t-* General-Anzeiger

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Adreffe für Depesch-n« Anzeiger GtetzeR.

Fernfprechanichluß Nr. X

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Amtlicher Heil.

Bekanntmachung.

Die Lrofdorferstraße von der Rodheimerstraße bis zum Gleibergerweg wird neu eingesteckt und etugewalzt und daher vom 25. bis einschließlich 30. I. MtS. für den Fuhrwerks verkehr gesperrt.

Gießen, den 24. April 1901.

Großherzogliche- Poli-eiamt Gieße»

Hechler.

Der Zolltarif.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt enter« 22. April:

Es kann jetzt als entschieden betrachtet werden, daß der Zolltarif in diese« Sommer nicht mehr an den Reichstag gelangt, sondern für die nächste Session, die voraussichtlich früher als sonst üblich beginnen würde, berechnet ist. Parlamentarische Führer sollen sich auf private Sondierungen dahin anSgeip ochen haben, daß dieser Modus vorzuziehen sei der Einbringung und Durchberatung des Zolltarifs nach Pfingsten, weil dann bereits die Mthrzahl der Abg ordneten an Erholungsreisen denkt. Debatten vor beschlußunfähigen Häusern würden der Bedeutung deS Gegenstandes ebenso wenig entsprechen wie eine eilfertige Erledigung. Auch wurde als wünschenswert bezeichnet, daß die Abgeordneten noch bis zum Spätherbst Gelegenheit hätten, sich mit den Wählern in Verbindung zu setzen über die Handelsvertragsfragen. Diese Auffassung, die wohl als die der Mehrheit des Reichstags gehen kann, konvertiert der Regiernng. Die größeren Bundes staaten wollen ausgiebige Zeit zur Verfügung haben zu sorgfältiger und eingehender Prüfung des Tarif Entwurfs. Eine sachliche Notwendigkeit, das Erscheinen desselben zu beschleuiiigen, liegt ja auch nicht vor. Daß die Landwirt- schäft gern Slarh it und Gewißheit darüber hätte, in welchem Umfange der Zollschutz auf ihre Erzeugnisse beabsichtigt ist, läßt sich verstehen; aber die Jndustiiellen müffen sich auch gedulden. Näheres Über die sie interessierenden Sätze zu erfahren. Bei den jetzigen Handelsverträgen ist der Regie­rung zum Vorwurf gemacht worden, die Prüfung hätte gründlicher sein sollen; die Intereffenten in den verschiedenen TrUen deS Reiches halten sich an ihre Regierung, wenn fi. sich nicht genügend berücksichtigt glauben. Man kann hübet wohl begreifen, daß die Regierungen der Bundesstaaten hin­reichende Zeit wünschen, bevor sie sich in einer Angelegenheit von so außerordentlicher Tragweite und Verantwortung schlüssig machen.

Die Lage in China.

Waldersee meldet vom 23. aus Peking: Bis Kal- gau vorgesandte Patrouillen fanden dort und in der Um­gegend keinerlei Truppenansammlungen. Li-Hung-Tschang teilt mit, daß die Truppen des Generals Liu von Huolu über Tsinghing nach Schansi zurückgingen. Mittwoch findet die Hinrichtung des Mörders des Hauptmanns Bartsch am Thatort statt. Die Generale Bailloud und Kettler erreichten ohne Kampf an ver­schiedenen Stellen die die Grenze nad), Schansi bildende große Mauer.

Li-Hung-Tschang, der abwechselnd tot oder schwer krank gesagte Ritter der gelben Reitjacke, spielt unter den chinesischen Würdenttägern nach wie vor die Hauptrolle. An seine Adresse richten sich Lob und Tadel des Hofes. Daß die Vertteter der Dtächte die chinesische Ruß noch immer nicht geknackt haben, ist vor allem ba»Verdienst" des Vizekönigs von Kanton, jetzt wird ihm in einem kaiserlichen Edikt eine Rüge erteilt, weil er die deutsche Expedition nach Schansi nicht verhindert habe. Nach der Auffassung des chinesischen Hofes hält also Li-Hung-Tschang gewisser­maßen Krieg und Frieden in seiner Hand. Die Entschließ­ungen der verbündeten Generale gelten der chinesischen Regierung nichts; nur was derallmächtige" Li-Hung- Tschang thut oder unterläßt, hat Wert für sie. Die Ge­sandten werden diese aussckstaggebende Bedeutung deschi­nesischen Bismarck"' keinen Augenblick außer Acht zu lassen haben, auch wenn er wieder einmal für so krank erklärt wird, daß sein Tod jeden Tag zu erwarten steht. Li-Hung-Tschang bleibt in jederMaske" und er ist stets maskiert der geistige Leiter der chinesischen Bewegung. Wenn es gelänge, ihn auf eine erlaubte Weise unschädlich zu machen, würde der endgilttge Abschlüst dieser unseligen Kampagne um ein beträchtliches Stück näher gerückt sein. Toch das Ende der Triumphe Li-Hun gTschangs scheint noch lange nicht gekommen.

In Berliner politischen Kreisen wird die Reise öeS französischen Ministers des Aeußern, Delcasse, nach Petersburg mit lebhafter Aufmerksamkeit verfolgt. Ist man auch nicht geneigt, dieser Reise eine übergroße politische "Zedeutnug beizumessen, da ein persönlicher Gedankenaus­tausch zwischen den leitenden russischen und französischen Staatsmännern keineswegs zu den Seltenheiten gehört, |e verhehlt man sich doch nicht, daß es der gegenwärtige

Stand der Dinge in China gewesen ist, der die vornehmste Ursache des Besuchs Delcasscs bildet, und insoweit hat auch die deutsche Diplomatie ein lebhaftes Interesse an dem Ver­laufe dieses Besuches. Dak Delcasse an der Newa sehr freundlich ausgenommen wird, darf nicht bezweifelt wer- oen, eine andere Frage ist es, ob der französische Staats­mann diesmal auch mehr als platonische Versicherungen er­langen wird.

Der Reichskanzler Graf Bülow ersuchte den Berliner französischen Botschafter Marquis Noailles im Namen des Kaisers Wilhelm, Loubet und der französischen Re­gierung den Dank des Kaisers für die anläßlich des Todes des Generals v. Schwarz ho ff bekundeten Teil­nahmebezeugungen zu übermitteln, von denen der Kaiser sehr gerührt gewesen sei. Es verlautet, der Reichskanzler gedachte bei diesem Anlaß dem Botschafter gegenüber aufs neue der hingebenden Thätigkeit der von Oberstleutnant Marchand geleiteten französischen Mannschaften, bei Be­wältigung des Feuers im Kaiserpalaste.

Ter englische Unterstaatssekretär Cranborne erklärte auf eine Anfrage, es sei nie die Rede davon gewesejn, einen englischen General zum Oberbefehls­haber in China zu machen.

DemNew-?)ork Herald" wird aus Peking gemeldet: Tie Gesandten von England, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Holland, Belgien und Italien, denen die Frage der Bestrafung von Provinzbeamten zur Vorberatung über­wiesen ist, haben dem diplomatischen Korps ihren Bericht erstattet. Sie verlangen, daß noch 4 Beamte hinge­richtet und noch 20 Beamte verbannt, bezw. de­gradiert werden. Die Gesandten haben diese Forderungen an die chinesischen Bevollmächtigten gelangen lassen.

Telegramm deS ßtztestever Anzeigers.

Shanghai, 23. April. (Reuter-Meldung.) Durch einen kaiserlichen Erlaß ilt eine Behörde gebildet wor­den, bestehend aus dem Prinzen Tsching, Li-Hung- Tschang, Junghi, Kunjang, Wangwenschao und Luohu- anlin, mit Liukunyi und Schangschitung als Beiräten, um die von verschiedenen Provinzialregierungen eingegangenett, Denkschriften über die Einführung von Reformen zu prüfen und aus den gemachten Vorschlägen für die Wohl­fahrt des Reiches die praktischsten und bedeutsamsten aus­zuwählen. Sobald diese Behörde berichtet hat, wird der Kaiser nach Einholung des Rates und der Zustimmung der Kaiserin-Witwe in Uebereinstimmung mit jenem Bericht Verordnungen erlassen und, wenn der Hof nach Peking zu­rückkehrt, ein Dekret an das Land veröffentlichen, durch das die angeordneten Reformmaßnahmen in Kraft gesetzt werden. Shanghaier Blätter melden hierzu noch, die neue Behörde habe den NamenGeneralamt für Staatsangelegenheiten" erhalten und trete an Stelle des Staarsrates, der abgeschafft werde. Ein kaiserlicher Erlaß fordert Jüjülin auf, den Posten als Gouverneur von Kwangsi niederzulegen, und ernennt den Schatzsekretär vyn Jünnan, Lehingsi zum Nachfolger.

Engländer «uv Buren.

T-ie knappe Form der mitgeteilten Kitck)enerschen De­pesche vom 20. ermöglicht es nicht, aufzudecken, ob eine größere Unternehmung im Gange ist. Die Depesche lautete: Eingebracht seit dem 16. April durch Blood, Beatson, Plumer, Kitchener, Benson 81 Gefangene, 20 Kapitulierende, 100000 Gewehrpatronen, 200 Pferde, zahlreiche Wagen und Rinder. Ein Berichterstatter der Times spricht in einem Telegramm vom Klipspruit (dessen Lage nicht festzustellen ist) aus Bensons Hauptquartier von den andern Kolonnen, die mit Benson kombiniert operieren. Von diesen sagt er, daß Blood mit Erfolg vorrücke, und daß Oberst Park Riet- fontein am 18. erreicht, mehrere Buren gefangen genommen oder als Flüchtlinge ausgenommen und einige Wagen, Rinder und 100 000 Patronen erbeutet habe. Leider fehlt jeder Anhalt, um Zusammenhang in diese Nachrichten zu bringen. Bekannt ist nur, daß General Kitchener über Lydenburg mit einer andern über Dullsttoom gesandten Abteilung nach Norden vorrückt, und daß Plumer von Pictersburg in südöstlicher Richtung vordringt, und den Olifantsfluß erreicht hat.

Tem Reuterschen Bureau wird aus Kapstadt vom 23. gemeldet: Tie Aufständischen im Bushmanland haben sich auf die Hügel in der Nahe von Pello zurückgezogen.

Während es einerseits heißt. De Wet habe am 18. d. M. die Eisenbahn beiWolvehvcküberschritten, sol? er sich einem anderen Gerücht zufolge in Senekal befinden. Kruitzinger soll auf die Oranje-Kol- D et> e zu marschieren.

Aus Rosmead wird telegraphiert: Die Buren er­scheinen überall in kleinen Abteilungen, an mehreren Orten haben Zusammenstöße stattgefunden. Von den Höhen bei Middelburg aus gaben die Buren Feuer- signale, auch haben sie einen heliographischen Apparat aufgestellt. Die Eisenbahn wird ost von den Buren überschritten, der häufige Verkehr gepanzerter Züge hindert sie aber daran, die Bahnlinie zu beschädigen.

Wie ein Brüsseler Blatt erfährt, hat Dr. Leyds einen Protest an die deutsche Regierung abgesandt, gegen die Li e f e r u n g von Waffen und Kanonen durch deutsche Fabriken an England. Zwei ftühere Proteste seien von der deutschen Regierung nui)t einmal beantwortet worden.

T'irgramm hr$ Oiesi-ner Anzeigers

Kapstadt, 23. April. Amtlich Die Gesamtzahl der Gefangenen, ausschließlich der noch in der Orange­kolonie und Transvaal befindlichen beträgt 17 823.

Kapstadt, 23. April. Aus dem Malaienviertel in Kapstadt sollten am Nachmittag mehrere Malaien, die mit Pestkranken in Berührung tarnen, entfernt werden. Die Bewohner des Viertels suchten dies zu hintertreiben, wo­durch das Eingreifen der Polizei nötig wurde. Die Ent­fernung jener Malaien wurde schließlich auf morgen ver­schoben.

Deutsches Reich.

Berlin, 23. April. Der Kaiser nahm heute morgen im Anhalter Bahnhof während seines Aufenthaltes auf de» Durchreise von Kiel nach Dresden den Vortrag des Reichs­kanzlers entgegen. Nachdem um 6 Uhr in der Vill« Strehlen bei Dresden eine Familientafel stattgefunden hatte, ist der Kaiser um 8 Uhr abends nach herzlicher Ver­abschiedung von der königlich sächsischen Familie nach Bonn abgereift. Dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts Frei'herrn v. Richthofen ist vom König Albert vaS Großkreuz des Albrechtordens verliehen worden.

Die Nachricht von der angeblichen Entdeckung eines anarchistischen Komplotts in Rosario (Argentinien) zum Zwecke der Ermordungdes deutschen und des russischen Kaisers ist aud\dem Monarchen nicht vor­enthalten worden. Gerade derartige Meldungen müssen, wie eine Korrespondenz mitteilt, dem Kaiser auf spezielle Anordnung auf dem schnellsten Wege mitgeteilt werden. Wie immer, legte Kaiser Wilhelm ai'ffy dieser Nachricht keinen großen Wert bei, da derartige Nachrichten feine Neuheit bilden. Auf die Kaiserin hingegen machen solche Nachrichten immer großen Eindruck, da sie um das Lebe» ihres Gemahls wie um sein Wohlergehen sehr besorgt ist. Ihr werden daher, wenn irgend möglich, angeblich auf de» Kaiser geplante Anschläge nicht bekannt gegeben. Stößt die Kaiserin aber durch Zufall bei der Zeitungslektüre auf eine solche Nachricht, slo ist sie gewöhnlich sehr aufgeregt und teilt ihrem Gemahl das Gelesene alsNeuheit" und zur Warnung sofort mit. Der Kaiser versteht es dann immer burd) heitere Bemerkungen die Sorgen seiner Gemahlin zu verscheuchen.

Kapitänleutnant Graf Platen-Hallermund, Flügeladjutant des Kaisers, ist von seiner Stellung als Militärgouverneuer der Prinzen August und Oskar von Preußen enthoben und zum dienstthuenden Flügeladju­tanten des Kaisers ernannt worden.

Friedrich, Großherzog von Baden, Ge- neraloberst der Kavallerie und General-Inspekteur der 5. Armee-Inspektion, begeht am 26. April die Feier des Tages, an dem er vor sechzig Jahren in den heimischen Militär­dienst eintrat. Was er der Armee und dem Vaterlande iu guten und bösen Tagen gewesen ist, das verzeichnen die Blätter der Geschichte. Als Vorbild ritterlicher Gesinnung und soldatischer Pflichttreue steht der Schwiegersohn Kaiser Wilhelms I. in unseren Reihen als eine der edelsten Herr­schergestalten unserer Zeit.

DieNordd. Allg. Ztg." erfährt, daß die Feier der Enthüllung des diationaldenkmals für Bis­marck in Berlin, die für den 10. Mai in Aussicht genommen war, auf einen noch näher zu bestimmenden Tag gegen Ende Mai oder Anfang Juni verschoben wurde, da der K a i s e r, der während der ersten Hälfte des Mai in Süd- und West­deutschland weilen wird, an der Feier teilzunehmen

wünscht.

Sein öOjähriges Dienstiubiläum begeht der General­oberst v. H a h n k e, vortragenoer Generaladjutant und Chef des Militärkabinetts des Kaisers, am 26. April.

Tie Weingesetzkommission des Reichstages begann die zweite Lesung. Im Lause der Debatte erklärte Staatssekretär v. Posadowsky, die verbündeten Regierungen legten auf das Zustandekommen des Gesetzes den größten Wert. Eine definitive Erklärung könne er nicht abgeben. Tie Klippen, an denen das Zustandekommen des Gesetzes scheitern könne, seien das Verbot des Verschnittes von Weiß­wein mit Rotwein, ferner die räumliche und drittens die zeitliche Begrenzung der Zuckerung. § 3 des Kommissions- beschlusses der ersten Lesung wird mit 16 gegen 4 Stimmen angenommen, ebenso § 2 nach der Kommissionsfassung.

Fortgesetzt erhält sich das üble Gerücht, daß einzelne Mitglieder der Regierung zur Deckung der zu erwarten­den beträchtlichen Mehrausgaben des nächstjährigen Etats eine Erhöhung der Tabaksteuer lebhaft befürworten, und zwar außer Miquel auch der Graf Posadowsky, der ja bekanntlich während seiner Thätigkeit als Reichsschatzsekre­tär zu den eifrigsten Befürwortern einer Erhöhung der Tabaksteuer gehörte.

Tas preußische Abgeordnetenhaus hat seine Verhandlungen wieder ausgenommen, und den Gesetz-Ent- wurs betr. Abänderung einzelner Bestimmungen des All­gemeinen Berggesetzes an eine Kommission von 14 Mit­gliedern verwiesen.

Potsdam, 23. April. Der Kronprinz reifte nach Halle, wo er die Ankunft des Kaisers von Dresden er­wartet, um dann die Reise nach Sonn fortzusetzen.

Bonn, 23. April. Zu der morgigen Anwesenheit des Kaisers wurden große P^liz einer Stärkung en aus Düsseldorf. Elberseld und Köln «ommandiert, au^r. dem wird die Feuerwehr zum Ordnungsdienst in den