der Uebelstände seien annehmbar. Mit beschränkten Fristen sei auch er im großen und ganzen nicht einverstanden. Seine Partei betrachte die Vorlage mit großem Wohlwollen, er hoffe, daß sie auch für kleinere Brennereien vorteilhaft sein werde.
Aba. Frhr. v. Wangen heim (Bd. d. Ldw.) meint, es handle sich hier um keine industrielle, sondern um eine landwirtschaftliche Frage. Auf leichtem Boden könnten nur Kartoffeln gepflanzt werden. Eine Erweiterung des Kartoffelbaues sei freudig zu begrüßen. Ties gehe aber nur dann, wenn die Möglichkeit geschaffen werde, Spiritus auch auf technischem Gebiete abzusetzen. Ein wahnsinniges Geld wird heute für Petroleum ausgegeben; für alle Freunde des Vaterlandes sei es daher Pflicht, den Brennereien eine größere Absatzmöglichkeit zu schaffen. Der Spiritusring sei nur hervorgegangen aus der Not der Zeit und bringe das genossenschaftliche Prinzip zur wahrhaft vollkommenen Ausbildung^
Abg. Fischbeck (fr. Vp.) betont, die Herren von der Rechten könnten den Alkoholismus am besten töten, wenn keiner mehr Schnaps brennen würde. Bedauerlich sei, daß der Bundesrat oie ganzen Ausführungsbestimmungen selbstständig erlassen solle. Seine Partei sei dafür, daß die ganze Brennsteuer beseitigt werde, die allein Schuld sei an der Ueberproduktion.
Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Komierowski (Pole), der für das Gesetz, und des Abg. Augst (Südfd. Volksp.), der gegen dasselbe spricht, wird die Vorlage an die Süßstoff-Kommission verwiesen.
Darauf vertaat sich das Haus auf morgen 1 Uhr. Tagesordnunig: Garantievorlage für die Bahn Tar-es- Salaam.
Aus dem Reichstage
wird uns unterm 23. April geschrieben:
Vor andauernd sehr schwach besetztem Parkett schleppen sich die Beratungen im Reichstage hin. Nicht einmal eine Vorlage von her wirtschaftlichen Bedeutung der Novelle zum B r a n n t w e i n st e u e r g e s e tz, die heute zur ersten Lesung stand, vermag Anziehungskraft auszuüben. Man sollte meinen, daß dieser Entwurf, dem man die Bezeichnung einer neuen „Liebesgabe" für die Branntweinbrenner gegeben hat, die Vertreter der landwirtschaftlichen Interessen Mann für Mann auf dem Posten finden würde. Aber der Besuch auf der rechten Seite des Hauses wav nicht viel besser, als an den vorhergehenden Tagen. Reichs- fchatzsekretär Frhr. v. Thielmann, der häufig in der Presse des „Bundes der Landwirte" nicht sehr schmeichelhaft bedacht wird, der als der „Vater der Hindernisse" gilt in Bezug auf die agrarischen Forderungen an den Zolltarif, beschämte heute seine Gegner. Er trat nicht nur mit einiger Wärme für die Vorlage ein —- soweit die gelassene und überlegene Natur des Herrn v. Thielmann überhaupt Wärme zu entwickeln gestattet —, sondern er sprach sogar von der „ohnehin schlon schwer bedrängten Landwirtschaft", was rechts beifällig vermerkt wurde. Abg. Dr. P ach nicke (frs. Ver.) meinte, die ganze Tendenz des Entwurfes gehe dahin, die Spiritusproduktion einzuschränken, mit dem Effekt einer Preissteigerung für Trinkbranntwein. Aehn- lich urteilte Abg. Wurm (Soz.). Ziemlich kräftig äußerte sich der Zentrumsredner Abg. Speck über die Form der Vorlage; mit der Tendenz des neuen Gesetzes ist jedoch das Zentrum im ganzen einverstanden. Entzückt war dagegen, begreiflicherweise nach der politischen Stellung, Abg. Ga mp (Reichsp.), der frühere Dezernent für Börsensachen im preußischen Handelsministerium, Besitzer eines Rittergutes in Westpreußen; mit Lebhaftigkeit gab er dieser Befriedigung Ausdruck. Bei solchen Gelegenheiten, wenn ein temperamentvoller Redner das Wort hat, kommt ja ein frischer Luftzug in die Debatte. Im allgemeinen aber herrscht eine so matte Stimmung, als wäre der Reichstag total überarbeitet, und als wäre der Sommer vor der Thür. Tie Parlamentsverdrossenen können den Regierungen der Bundesstaaten dankbar sein, die, wie Bayern, in Berlin erklärt haben, noch - geraume Zeit zur Prüfung des Zolltarifs zu benötigen: so bleibt der Reichstag von dieser Mühe einstweilen „verschont". Tas hindert natürlich nicht, daß Klage erhoben wird gegen die „Verschleppung" des Zolltarifs. „Thun doch so!" heißt es im „Bettelstudent".
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Gesetzlich geschützt feit 1884.
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ewinnen, erreichen zu können, ist von einem Kenner der oberschlesischen erhältniffe mit Zustimmung des Oberpräsidenten angeregt worden, für ie ersten Jahre mit diesen Theatervorstellungen eine Art von Varietee x verbinden; es ist gedacht neben dezenten Spezialitätenvorstellungen daS roße Publikum des Jndustriebezirks durch Aufführung von zwei be- rstigenden Einaktern an die theatralischen Vorstellungen zu gewöhnen. !önigshütte dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach der Sitz dieses Theaters .erden. Der Oberregiffeur der königlichen Schausviele Max Grube in ierlin, der im vyrigen Winter im Jndufiriebezirk ber der Direktion Fritsch astierte, hat durch sein sachverständiges Urteil sehr viel zu der schnellen Erledigung dieser Frage beigetragen.
Man wird dieses Borgehen der preußischen Regierung ur loben können. Wenn es ja auch nicht zu bezweifeln ist, aß die Gründung dieses Theaters in erster Linie dem Be Ireben gilt, das wasserpollakische Volk mit dem Geiste deS )eutschtumS zu erfüllen, so werden doch die breiten Massen eS Volkes durch ein Theater stets für die Kunst nicht in eringem Grade gewonnen. Die Gründung eines solchen Städtebund Theaters dürfte sich für die Städte Gießen, Marburg, Bad-Nauheim und Friedberg auch em-
Die Sache ,st bereüä so weit gediehen, daß das Projekt nur noch der Bestätigung seitens des Oberprästdenlen bedarf, nachdem seitens des Ministers das größte Entgegenkommen b. kündet worden ist. Das Projekt ist folgende«: Die Staatsregierung schließt mit dem Theaterdirektor Jacques Fritsch, früher in Gleiwitz, zur Zeit Direktor des Sommertheaters in Deffau, einen Vertrag dahingehend ab, daß die,er mit einer gutge- schulten Truppe von etwa 40 Kräften die Städte Künigshütte, Kattowitz und Beuthen (O.-S ) mit Tbeatergenüffen zu versorgen hat. Die Kosten für dieses Unternehmen trägt der Staat, Direktor Fritsch steht zu ihm als Theaterdirektor in dem Verhältnis eine« ange. stellten Beamten. Um den eigentlichen Zweck dieses Städtebund Theaters, die breiten Mafien für diese edleren Zwecke zu erziehen und zu
zurückgezogen lebender, als recht vermögend geltender, aber Iberaus sparsamer und etwas wunderlicher Junggeselle, wurde in seiner Wohnung mit einem Stich im Halse tot aufgefunden. Als Mörder ist der aus Insterburg gebürtige Tapezier Förmer ermittelt; er hat die That eingestanden. Die Uhr des Ermordeten und 800 Mk. wurden im Ofen von Förmers Wohnung vorgefunden.
• Paris, 23. April. In Montreul wurde eine Wirtin Namens Jaglin verhaftet, die nach den Denunziationen ihrer Nachbarn im Februar ihren Mann ermordet und die Leiche in ihrem Hofe oder ihrem Keller vergraben haben oll. Seit drei Tagen ist die Wirtschaft geschlossen und der ;anze Boden durchwühlt worden. Alles was man fand, war »er Aermel eines Männerhemdes mit einigen Blutspuren linter dem Hühnerhofe. Selbst wenn sich das Blut als Menschenblut Herausstellen sollte, kann dieser Fund nicht viel beweisen. ES steht fest, daß Frau Jaglin einen Liebhaber hatte und ihrem gutmütigen Manne das Leben möglichst sauer machte. Wenn er ihr ihre Untreue vorwarf, so antwortete sie, er stelle ihrer unmündigen Tochter erster Ehe nach und würde am besten thun, sich selbst umzubringen. Nach einem heftigen Zank, den ein Dienstmädchen hörte, verschwand Jaglin und wurde seit 10 Wochen nicht mehr gesehen. Kürzlich begab sich seine Frau mit ihrem Liebhaber zu einem Notar, bei dem Jaglin 5000 Franken deponiert ;atte, und suchte daS Geld zu erheben. Der Verdacht wurde »adurch verstärkt und die Verhaftung angeordnet. Frau Jaglin zeigt große Ruhe und die Möglichkeit ist noch nicht ausgeschlossen, daß ihr verschwundener Gatte doch noch am Leben sein könnte.
* Graz, 22. April. Bei der Rekrutenstellung in EibiS- wald erschien eine Bauerndirne mit dem üblichea Blumenstrauß der Rekruten und einer Vorladung m Mieder. ES stellte sich heraus, daß ihr Taufname „Aloisia" im Taufbnche irrtümlich als „Alois- eingetragen worden war.
Polttische Tagesschau.
Zehn polnische in Posen erscheinende Blätter erlaßen fob gende Erklärung:
„Die Beziehungen der polnischen Bevölkerung zu der Reichspost müßten möglichst beschränkt werden. Insbesondere sollte man gänzlich verzichten auf das Depeschieren auS besonderen Anläffen. In solchen Fällen sollte man sich gewöhnlicher Briefe oder der zu diesem Zwecke herausgegebenen „nationalen Formulare" bedienen. Ferner sollte man anstatt der teureren Briefe lediglich die billigeren Postkarten verwenden Im Falle einer Verzögerung in der Bestellung von Briefen usw. sollte man stets die Post wegen Schadenersatz verklagen. Denn so weit die Informationen der polnischen Blätter reichten, habe die Poftbehörde in zahlreichen Fällen der Klageerhebung entweder ihre Verfügungen zurückgezogen oder die gewünschte Entschädigung anstandslos gezahlt, um es zu einer gerichtlichen Entscheidung dieser Angelegenheit nicht kommen zu lasten. Wenn die Polen so vorgehen wollten, dann würden sie sich manche Unannehmlichkeit und Enttäuschung ersparen, recht viel Geld in der Tasche behalten, und der HakatiSmus würde vielleicht endlich aufhören, auf die Gleichgiltigkeit und Unbeständigkeit Der Polen in dem ihnen aufgedrungenen (?) Kampfe zu spekulieren. Die Verzögerungen in der Zustellung polnisch adressierter Sendungen sollten keinen Polen davon abschrecken, auch fernerhin — natürlich nur dort, wo es möglich sei — polnisch zu adressieren."
So haben denn Herren es klar ausgesprochen, wie sie sich zu verhalten gedenken, und werden sich darum kaum wundern können, wenn jetzt von Seiten des Reiches ihnen gegenüber Gleiches mit Gleichem vergolten werden wird.
Der oberschlesische Jndufiriebezirk erhält ein Städtebuud- Theater. Der „Schles. Ztg." wird von gut unterrichteter Seite geschrieben:
MuG
Für die pWtrif soll die Lieferung von nern guter Speisekart dem Wege der öffentli Mission vergeben wen
Die für diese Lieser tigen allgemeinen Sed (Erlaß ver Großh M m 16. Juni 1893) jptyM MngUM an den Wochentagen tagt von 3-5 W Berwaltungtbumu i
Offerten find verf entsprechender Ausse sehen und unter Beisl Probekartoffeln bis zui tag den 4. Mail! mittags 11 Uhr auf der kn Bureau chugeber
Der Zuschlag erf 9. Mai 1901.
Gießen, am 18. Ap Großh. Vermattung-.
der pspchia/ff/chen j Sr. Sannen
Vermischirr.
♦ Köln a. Rh., 21. April. Ihren 100. Geburtstag eiert heute die Rentnerin Freifrau v. Eerde geb. Ruys v. Beerenbrouck. Sie ist, wie die „K. V. Z - mitteilt, die Gemahlin des längst verstorbenen Landrates Frhrn. Friedrich v. Eerde zu Geldern und die Mutier de- ebenfalls schon verstorbenen LandrateS von Geldern, Frhrn. Georg v. Eerde. Die Jubilarin erfreut sich sowohl geistigen wie körperlichen Wohlergehens, indes wird auf ihren Wunsch da- seltene Fest im engsten Familienkreise gefeiert.
• Flensburg, 22. April. Der Reserveleutnant Haupt- zollamtS Assistent v. GlieSzinSki wurde wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Schulmädchen ver. haftet und gleich darauf der Restaurateur Bordersen. Ein dritter mit der Sache in Verbindung Stehender ist flüchtig geworden.
* Tilsit, 23. April. Der in den achtziger Jahren stehende praktische Arzt Dr. Heydenreich, ein still und
Aus Stadt und Land.
Sieben, 24. April 1901.
•• Durch die staatliche Braudverficherungsaustalt find im bgelaufenen Jahre im Großherzogtum Hessen 660,371 Mk. n Brandschäden zur Auszahlung gelangt. Die Brandschäden erteilen sich, nach Provinzen berechnet, auf die Provinz Starkenburg mit263,189Mk., Oberhessen mit213,039Mk. ud Rheinhessen mit nur 184,141 Mk. Die Summe in )berhesseu verteilt sich auf die Kreise wie folgt: Gießen 8,019 Mk., Alsfeld 52,933 Mk., Büdingen 24,067 Mk., friedberg 65,202 Mk., (Lauterbach 19,164 Mk., Schotten 33,654 Mk.
•• Die BezirkSverfammluug des Kriegervereiusbezirks Gießeu rnd am Sonntag Nachmittng von halb 3 Uhr ab in dem enz'schen Felsenkeller statt. Der BezirkSvorfitzende Bruch, äuser begrüßte die erschienenen Vertreter der Vereine und rächte ein Hoch auf den Kaiser und den Landesfürsten aus. hiernach wurde in die Tagesordnung eingetreten. Der fahreSbericht der „Haffia", den wir seinerzeit veröffentlichten, mrde besprochen. Zum Delegierten für den am 9. Juni in Limpfen stattfindenden BerbandStag wird Bezirksvorfitzender lruchhäuser ernannt.
•• Vom Fischereivereiu. In der letzten Woche ließ J)et ischereivereiu für da- Großherzogtum Hessen 4000 ein Immerige Karpfen im Rheine auSsetzen.
A Bieber, 23. April. Im Laufe dieses Jahres wird l hiesiger Gemeinde ein neues Schulhaus erbaut werden. )ie Arbeiten werden dieser Tage vergeben.
Mainz, 23. April. Die Ausgrabungen zwischen Gau- zor und Bingerthor schreiten rüstig vorwärts und bieten in »rem jetzigen Stande schon viele intereffante SehenSwürdig- :iten. So ist z. B. auch auf dem Platze vor der Lünette lairfet ein römi.sches Bad vollständig aufgedeckt. ES ildet einen Halbkreis, den die starken Fundamentmauern des Turmes, in dem das Bad untergebracht war, umgeben. An Münzen find bisher nur 12 Stück aus der vorchristlichen leit aufgefunden und den Sammlungen im Museum ein« erleibt worden.
Frankfurt a. M., 23. April. Ueber die hier abgehaltene iorstandssitzung des Deutschen Flottenvereins liegt ur ein von deffen Bureau gefertigter Bericht vor, der in chr summarischer Weise über die Einzelheiten der Verhand- rngen hinweggeht und die interessantesten Punkte, deren Besprechung in der Oeffentlichkeit mit Spannung entgegen« eschen wurde, überhaupt nicht berührt. Nur die eine Be« lerhing wird gemacht, „daß über alle wichtigen Fragen, >elche in der letzten Zeit den Deutschen Flottenverein bewegt nd teilweise erregt haben, volles Einverständnis erzielt lorben ist.- Auch wird nebenher erwähnt, daß bedeutsame ichliche Reformen in Organisation und Leitung des Vereins eschaffen bezw. vorbereitet seien, eine nähere Mitteilung „ber, worin diese Reformen bestehen, sucht man in dem Bericht vergebens. Dieser beschränkt sich weiterhin lediglich auf Einzelheiten der Wohlfahrtseinrichtungen des Vereins.
•• Kleine Mitteilungen au» tzesten und den Nachbarstaaten. DaS ReichSbankdirektorium hat das Ersuchen der Wormser Handelskammer, die Reichsbanknebenstelle daselbst in eine r teichsbaukstclle umzuwandeln, abschlägig beschieden. — Der Kriegerverein UellerShausen wurde nach Erfüllung der satzungsgemäßen Pflichten in einer Stärke von 27 Mit gliedern unter Ordnungsnummer 10 in den Landesverband »er Kriegerkameradschaft „Haffia- ausgenommen und dem Bezirk Lauterbach zugeteilt. — Auf Veranlassung des Zentral«Ausschusses zur Förderung der Volks- und Jugendspiele in Deutschland werden in diesem Sommer iivci Kurse für die Erlernung der Volks« und Jugendspiele n Frankfurt a. M. abgehalten, und zwar für Lehrer vom 17. bis 25. Mai, für Lehrerinnen vom 23. bis 31. August. Die Kurse find unentgeltlich. Anmeldungen sind an Turn- Inspektor Weidenbusch Frankfurt a. M. zu richten.
bit an Gloßh- W hm Verlierern nicht stnedene unl) und Regenschirme, C jttuienkassr gegen Bar
Hießen, den 4
Lind.
Universttäts Nachrichten.
- Die neue Massage-Anstalt der Universität Berlin. Nach einem Vortrage deS Vorstehers der an der Berliner Universität neu gegründeten Massage-Anstalt hat dieselbe fick folgende vier Ausgaben gestellt: 1. Durch AuSb.ldung in der Massage sowohl von Studierenden höherer Semester als auch von schon app obtertur Aerzten soll diese Heilmethode als T«U der allgemeinen und speziellen Hrtl- kunst zum Gemeingut der Aerzte gemacht werden 2. ES sollen wissen- chLftliche Beobachtungen auf dem Gebiete der Mafiage angestellt werden. 3. Durch praktische Ausbildung eine« durch Intelligenz, Ge- chicktichkeit und moralische Qualifikation besonder« geeigneten Warte- Personals in der Mafiage soll den Aerzten eine nicht zu unterschätzende Unterstützung geschaffen werden. 4. ES soll Kranken die Möglichkeit geboten werden, eine Massagekur von fachmännischer Hand zu erhalten, wenn sie einer solchen bedürfen.
De» Kronprinzen Studentenheim in Bonn. Heute, am 24., rndet die Immatrikulation drs deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm an der Universität in Bonn statt. Die Villa, die der Kronprinz während seiner Studienzeit bewohnen wird, liegt an der Wörther- st,aße. Sie wurde s. ZI. vom Kaiser sür 450 000 Ulf. erworben und dann in mancherlei Hinfickt au«- »nd um^ebaut, sowie mit dm notwendigen Nebenbauten, Stallungen, Remise, Kutscherwohnuna. Gewächshaus usw. und einem Sportplatz sür TmniSspiel und Schlittschuhlaos, versehen. Die Villa, als Villa König in Bonn bekannt, macht einen sehr freundlichen Eindruck, und namenllich die rach dem Rhein zu gelegene Front präsentiert sich mit ihren Garten anlagen und Terrafien in der vorteilhaftesten Weise.
Gerichlssaal.
D. Gieße«, 23. April. Straframmerfitzung Der Schloffer- geselle Gabriel Wetz von Griedel ist angeklagt und geständig, dem Jakob Heyd in Butzbach ein Hemd im Werre von 4 Mk. entwendet; er gtebt auch zu, den Diebstahl mittels Einsteigens verübt zu haben. Die Staatsanwaltschaft beantragt, gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von vier Monaten zu erkennen, auf die auch daS Urteil des Gerichts lautet. Ein Monat erlittener Untersuchungshaft wird ihm auf die erkannte Strafe aufgerechnet, da die Strafkammer mildernde Umstände als vorhanden annimmt. — Die Anklageschrift setzt dem im Jahre 1879 zu Heldenkergen geborenen Georg Kremer zur Last, in der Nacht vom 31. Dezember 1900 auf den 1. Januar 1901 dem Michael Bechtold in Heldenbergen einen Schwartemnagen und einen Topf Zwetschenhonig, in »erselben Nacht dem Joh. Hubertus Göbel dort einen Pferdeteppich, in der Nacht des ersten auf den zweiten Januar 1901 dem Georg Joseph Richt» dort 3 Flaschen Rotwein und eine Flasche angesetzten Branntwein, und endlich dem Jakob Beier in Kaichen am 7. Januar d. Js. eine @an8 entwendet, außerdem den Landwirt Jakob Barth in Burggräfenrod durch Vorspiegelung falscher Thassachen um den Betrag von 60 Pfg. geschädigt zu haben. Sämtliche Diebstähle sind nach der Anklageschrift mittels Ein- teigens in umschlossene Räume ausgeführt und qualifizieren sich deshalb als schwere nach § 243 Str.-G.-B. Der Angeklagte ist teUweise ge- tändig, behauptet aber von seiner damaligen Geliebten Louise Diehl von Sftunlel, die zur Hauptverhandlung nicht erschienen ist, verführt worden zu sein, und sucht auch noch in sonstiger Weise die chm zur Last gelegten Deliktsfälle in milderem Licht erscheinen zu laffen. Die Staatsanwaltschaft beantragt nach abgeschlossener Beweisaufnahme, gegen den Angeklagten auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 1 Jahr zu erkennen, ihm auch die Kosten des Verfahrens zur Last zu setzen. Da« Gericht spricht den Angeklagten von der Anklage des Diebstahl« des Teppichs frei, nimmt aber sonst den Thatbestand der Anklageschrift für erwiesen an und verurtettt ihn in eine Gesamtgefängnisstrafe von 8 Monaten. Der Angeklagte erkennt die sofortige Rechtskraft des Ur- tetts alsbald an. — Der Maurer Christoph Diehl in Villingen, dort 1881 geboren, war vom Schöffengericht Laubach in seiner Sitzung vom 14. März d. I. wegen Körperverletzung in eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurtettt worden, weil er den Otto Ester von Villingen mit einem Messer körperlich verletzt und an der Gesundheit geschädigt hatte. Der Angeklagte leugnet zwar den inkrimmierien Thatbestand nicht, will aber in sinnloser Trunkenheit gehandelt haben. Das Gericht kommt jedoch zur gegenteiligen Feststellung auf Grund der erfolgten Beweisaufnahme und verwirft kostenfällig das eingelegte Rechtsmittel.
Gute Krauktlldoß.
Während der Krankheit ist eine leicht verdauliche, nahrhafte Diät, welche den erkrankten Körper unterstützt, ohne die Temperamr zu erhöhen, die geeignetste. Eine von Aerzten empfohlene Speise tft dann Mondamin, mit Milch gekocht, als Brei oder warmer Pudding Der zarte Geschmack des Mondamin wirkt appetitanregend bei Kranken und Reconvalescenten. Es ist -u haben m Paketen ä 60, 30, 15 Psg. 814
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