manchen Leuten Mops oder Ziegenpeter genannt, aufgetreten. Bis jetzt hat die Krankheit, die vorzugsweise unter der ^ugend auftritt, einen günstigen Verlauf genommen.
fl. Weitersh ain, 22. Dez. Gestern ging ein Leichen- durch unser Dorf, wie es einen ähnlichen wohl noch nicht gesehen hat. Galt es doch einem ehrenwerten Veteranen von 1870/71, dem Polizeidiener Johannes Kaufmann III., das letzte Geleite zu geben- Zahlreiche Kameraden aus lallen l£rten der Umgegend waren herbeigeeilt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Pfarrer Scr ib a-Londorf sprach herzandringende Worte; Bürgermeister Sann legte im Namen der Gemeinde und des Kriegervereins je einen Kranz am Grabe des Verblichenen nieder, und der Kriegerverein Weitershain gab die Ehrensalve ab.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Tabak.
Tas 4. Bierteliahrshest zur Statistik des Deutschen Reichs, Jahrgang 1901, enthält u. a. eine Statistik über die Tabakernle und -rabakbesleuerung im deutschen Zollgebiet für das Erntejahr 1900 (1. Juli 1900 bis 30. Juni 1901) nebst einigen vergleichenden Zusammenstellungen für die letzten zehn Erntejahre. Im Anschluß daran werden vorläufige Nachweise über den Tabakanbau im Jahre 1901 veröffentlicht.
Mit Tabak bebaut und abgeerntet wurden im Erntejahre 1900 innerhalb des Zollgebiets 14751 ba (gegen 1899 14615 ha, 1898 17652, 1897 21567 ha). Die Ernte an trockenen dachreisen Tabakblättern betrug 34790 t (gegen 1899 30075 r, 1898 32559 t, 1897 45341 t). Tie angebaute Fläche war also nur 136 ha größer als 1899. dagegen übertraf die letzte Ernte die 1899er um 4715 t, d. h. der durchschnittliche Ertrag eines Hektars an trockenen dachreisen Tabakblättern ist von 20,6 dz im Jahre 1899 auf 23,6 -iz im Jahre 1900 gestiegen, und ist damit der zehnjährige Durchschnitlsertrag von 21,0 dz erheblich übertroffen.
Besser waren im allgemeinen auch die Preise, welche die Pflanzer erzielten. Als mittlerer Preis, einschließlich der Steuer, für 1 dz wurden durchschnittlich 89,1 Mk. ermittelt (gegen 1899 81,8 Mk., 1808 75,3 Alk., 1897 75,8 Mk.)
Die Tr.bakernte des Jahres 1900 ist also nach Menge und Beschaffenheit wenigstens als gute Mittelernte, in einzelnen Distrikten als gut anzusprechen. Nur in Ostpreußen war der Ertrag geringer
als 1899, weil kurz vor der Ernte die Blätter durch Lagelschlag stark beschädigt wurden. Tie feuchte Witterung des Frühjahrs und zu Beginn des Sommers förderte das Wachstum, ein wariner Spätsommer das Ausreisen der Blätter. Bei günstiger Witterung verlief auch das Trocknen iin allgerneinen gut, T ach brand und Fäule kamen kaum vor, und die Blätter hatteii emo gute Farbe. Tas Ergebnis der Fermentation wird fast allgemein sehr befriedigend genannt Tie Blätter sollen dünn und sein sein; namentlich die in der Pfalz, Württemberg und Baden geernteten Blätter sollen sich zur Zigarrensabrikcuion eignen, und zwar nicht Niir als gute Einlage und Umblatt, sondern zum Teil auch als Deckblatt. Anteil an diesem Erfolg hat wohl auch die Pfälzer Tabaksgenossen- schaft, die vornehmlich O-ualitätsbau gepflegt und versucht hat, leichten Tabak zti erzeugen, der sich vorzugsweise zur Zigarren- fabrlkation verwenden läßt. Ebenso ist der Verband der Tabak- bauocreine für das würuembergische Unterland bestrebt geivesen, durch den Anbau geeigneter Sorten, Düngung mit Martellin und höheres Köpfen der Pflanzen em besseres Produkt zu erzielen.
Tie Tabaksteuer hat im Erntejahr 1900 einen Ertrag von 12,9 Millionen Mark, der Eingangszoll vom Tabak 53,8 Millionen Mark ergeben. Nach Abzug der gezahlten Ausfuhroergütung verblieb eine Nettocinnahme von 66,4 Millionen Mark, d. u 1,17 All. auf den Kopf der Bevölkerung.
Der Verbrauch an fabrikationsreifem Rohtabak berechnet sich für den Durchschnitt der letzten fünf Jahre auf 1,62 kg auf den Kopf.
Die vorläufigen Nachweise über den Tabakanbau im Jahre 1901 zeigen, daß der Flächeninhalt der mit Tabak bepflanzten Grundstücke gegen das Vorjahr erheblich zugenominen hat.
Es sind mit Tabak bepflanzt worden 16964 ha, rm Jahre 1900 waren nur 14751 ha mit Tabak bebaut, also 2213 ha weniger. Die Gründe für diese neuerliche Ausdehnung des Anbaues sind wohl allein in den guten Preisen der 1900er Ernte zu suchett
Gerichts laut.
Tilsit, 20. Tez. Die Sensationsaffairc Medem hat in der vergangenen Nacht vor der hiesigen Strafkammer ihren Abschluß gefunden. Notar Ai e d e m wär Jahre lang hier ein sehr geachteter und sehr gesuchter Rechtsanwalt, der m der Gesellschaft eine bevorzugte Rolle spielte. Da tauchten in diesem Frühjahr allerlei Gerüchte über Unregelmäßigkeiten in seiner Geschäftsführung aus und man hörte von weitgehender Verschuldung Mederns. Plötzlich war er „verreist". Er hatte sich in eine Nervenheilanstalt bei Dresden begeben, wohin er alsbald die Aufforderung der
hiesigen Staatsanwaltschaft erhielt, sich hier freiwillig m stelle«,, wenn er nicht dort verhaftet werden wollte. Und eines Tages ine Mai stellte er sich dem hiesigen Gericht. Es wurde wegen Untep»* schlagung und Urkundenfälschung Aicklage gegen ihn erhoben. Dirn schon vor einigen Wochen angesetzte Verhandlung mußte vertagt' werden, weil ein medizinischer Sachverständiger ausgeblieben war^ Gestern nun wurde von Morgens bis in die späte Nacht verhandelt., Medem wurde zu z w e i I a h r e n G e f ä n g n i s verurteilt und, ihm für fünf Jahren die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher^ Aemtcr ahcrkcmnl. Man bewilltgte ihm mildernde Umstände, roeil( nachgewiefen wurde, daß er stark dem Alkohol zugesprochen pot' und darunter feine Dispositionell wohl zuweilen gelitten haben mochten. Der Antrag auf vorläufige Haftentlassung wurde wegen- Fluchtverdachts abgelehnt.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Tezember
Baronteter auf 0° reduziert
c
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der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
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21.
226
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E.
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1,2
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NW.
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Höchste Temperatur
am 20. bis 21.
Dez. +
1,1° c.
Niedrigste „
„ 20. „ 21.
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1,6° C.
Höchste „
, 22. „ 23.
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* Gruppe, welche in der Generalversammlung vom 14. De-
9 zcmber d. I. den die Interessen der Aktiorräre schädigen- 9 ah den Antrag des Aufsichtsrates, nur 6°/p Divideitde zu Ä verteilen, umfließ und dagegen eine Dividende von 7°/0
9 beschloß, hat in der nämlichen Generalversammlung die 9 Qi Berufung einer autzerordeutlichen Generalversammlung d durchgesetzt.
In der am 25. Jauuar 1902 stattsindenden Ge- 9 LH neralvcrsmnmlung sollen zwei weitere Mitglieder in den äm d Aufsichtsrat geivähll iveroen, die auch infolge größeren ’ W eigenen Aktienbesitzes sich besonders zur Wahrung der 9 Ä Jirteressen der Gesamtaktionäre eignen. A
Aktionäre, die bereit sind, bei der Wahl zweier d 9 neuer unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrates mit- o zuwirken, werden eingeladen, dieJanuar-Generaloersamm- g» lung persönlich zu besuchen, oder chre Adressen unter
9 Angabe des Aktienbesitzes au einen der Unterzeichneten 9
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