Siet, ein eigenes Hotel.
** Der Verbrauch an Tabak stellt sich nach den neuesten statistischen Angaben auf den Kopf der Bevölkerung in den Niederlanden auf 2,8 Klg., Schweiz 2,8, Belgien 2,5, Vereinigte Staaten 2,4, Oesterreich-Ungarn 2,4, Deutschland 1,8,1 Dänemark 1,5, Schweden 1,3, Rußland 1,0, Frankreich 0,91, Serbien, 0,87, Italien 0,7, Rumänien 0,2, Finland 0,1 Klg. In staatswirtschaftlicher Beziehung nimmt der Tabak eine hervorragende Stelle em. Da die Tabakfabrikation in einigen Ländern Regierungsmonopol ist, in anderen wieder Einfuhr und Verbrauch mit hohen Zöllen und Steuern belegt sind, so liefert der bezügliche Konsum dem Staatsschlage ansehnliche Erträgnisse. Sie erbringen beispielsweise pro Jahr nach Abzug der Regiespesen in Frankreich annähernd 187,2 Mill., in England 179,5, in den Vereinigten Staaten 172,8, in Ungarn 96, in Italien 72,9, in Rußland 38,4, in Deutschland 31,6 Mill. Mk.
** Die Plakate in den Wartesälen sollen nach den neuesten Entschießungen der preußischen Eisenbahndirektionen ganz verschwinden. Nachdem verschiedentlich sogar die Wände zur Aufhängung mit Plakaten besonders verpachtet worden sind, soll nunmehr eine Ausnahme nur gemacht werden zugunsten derjenigen, die für Wohlthätigkeüsanstalten, Unterstützungen bezüglich reisender Personen, für Frauen- und Mädchenheime
fertigen Möbel wurden erhalten.
** Kleine Mltteilnugen aus Hetzen und den Nachbarstaaten. In Ober-Schönmattenwag wurde ein 61jähriger Witwer, Maurer, verhaftet, weil er dringend verdächtig ist, ein Wald-Michelbacher geisteskrankes Mädchen vergewaltigt zu haben. — Erhängt aufgefunden wurde un Walde an der Zementfabrik in Offenbach der in der Buchdruckerei von Karl Jacobi beschäftigte, 17 Jahre alte Hilfsarbeiter Mahr aus Dudenhofen, der seit' Freitag ver-
selbst der Weg, die Wahrheit und d-as Leben ist, kann | i solch Heimatgesühl auch uns schenken. Und dann wird i der Gedanke des Abschieds zum Gedanken der. Heimkehr in j die Heimat unserer Seele, und daraus schöpfen wir Kraft 1 und Freudigkeit, auch die Bitterkeit des Todes und den I Schmerz des Scheidens zu tragen und zu überwinden; und . selbst erhobenen Hauptes durch die dunkle Pforte zu gehen, die uns zur Heimat führt.
** Städtisches Archiv. Vor Beginn der ^tadt- verordnetensitzung sprach Dr. Ebel, der seit einigen! Jahren mit der Ordnung und Verwaltung des städtischen Archivs betraut ist, in etwa einstündiger Rede gestern über die Ergebnisse seiner Thätigkeit. Nach einem Ueber- LÜck über den früheren Zustand des Archivs, über die bei den Ordnungsarbeiten angewendete Methode und über die jetzigen Bestände gab der Vortragende eine kstrze Darstellung der Verfassungsgeschichte der Stadt auf Grund städtischer Archivalien. Sodann besprach er die Finanzverwaltung Gießens im Mittelalter und erläuterte im Anschluß hieran das älteste erhaltene Zinsregister, aus dem er Angaben über die Größe der Stadt am Ausgang des 15. Jahrhunderts machte- Mit einem Blick auf die Stellung Gießens im hessischen Landtag schloß der Redner seine wissenschaftlichen Ausführungen. Auf dem Tisch des Hauses waren zahlreiche Archivalien (Rechnungsbucher, Ge- richtsprotokolle, Urkunden, Abbildungen, Siegel u. a.) zur Ansicht ausgelegt. Herr Bürgermeister Mecum sprach dem Vortragenden für seinen Vortrag und seine sellherige Thätigkeit den Dank der Versammlung aus.
** Arbeiterfürsorge im Eisenbahn-Be--!
trieb. Um zu verhüten, daß Arbeiter infolge des eingetretenen Verkehrsrückganges, oder aus anderen, von .ihnen nicht verschuldeten Ursachen entlassen werden, hat die Eisenbahndirektion in Mainz bereits Ende Oktober Ar-I beitsausgleichstellen errichtet, und zwar in Darmstadt für die rechtsrl-einischen, und .in Mainz für die linksrheinischen Dienststellen. Die Inspektionen und Dienststellen haben dafür zu sorgen, daß entbehrlich werdende tzilfsbedienstete und Arbeiter möglichst bei anderen Dienststellen an dem bisherigen Stationsorte oder bei benachbarten Dienststellen untergebracht werden. Bietet sich hier zur Weiterbeschüf- tigung keine Gelegenheit, so sind sie den Ausgleichstellen in Darmstadt bezw. Mainz bchufs Weiterverwendung bei anderen Dienststellen namhaft zu machen. Die Entlassung von .Hilfsbediensteten und Arbeitern aus Anlaß des Ver-! kehrsrückganges ist untersagt.
** Lehr-er als Einjährig-Freiwillige. Die Erfahrungen, die bisher mit der den Volksschullehrern eingeräumten Befugnis, als Einjährig-Freiwillige zu dienen, gemacht worden sind, können im allgemeinen als recht günstig bezeichnet werden. Das ergiebt sich auch aus der Thatsache, daß die große Mehrzahl der bisher in den verschiedenen Teilen des Reiches als Einjährig- Freiwillige oder als Staats-Einjährige eingetretenen Volks- schullchrer bei ihrer Entlassung zu Unteroffizieren befördert werden konnten. Als überaus zweckmäßig und nützlich hat sich audji die Einrichtung bewährt, daß in allen deutschen Garnisonen seitens der Lehrervereine Kommissionen zu dem Zwecke geblldet worden sind, den als Einjährige dienenden Volksschullehrern mit Rat und That, insbesondere auch bei Erlangung geeigneter Wohnungen, beizustehen.
** Für die Frauen und Kinder der Buren-l Kämpfer. Unter dieser Stichmarke brachten wir in Nr. 273 eine Notiz über die beim hiesigen Alldeutschen Verbände ein gegangenen weiteren Gaben. Es hat sich da insofern ein Irrtum ein geschlichen, als aus der Gemeinde Reiskirchen 44 Mark (nicht 23 Mk.) und aus der Gemeinde Burkhardsfelden 44 Mark (nicht 23 Mk.) kamen-
** Gefahren des Kellnerberufs. Das preußische statistische Amt schreibt: Besonders ungünstig sind die Ergebnisse der Untersuchung für die Kellner. Während bei den Kellnern die eigentlichen Trinkerkrankheiten weniger hervortreten als bei den Wirten selbst, treten bei ihnen als Todesursache besonders Tuberkulose! (Schwindsucht) — oft hervorgerufen durch! Unzucht — Selbst-1 mord und Typhus auf. Von je 1000 Todesfällen sind bei den Kellnern nicht weniger als 528 der Tuberkulose, 22 dem Typhus und 67 dem Selbstmord zuzuschreiben. — Ein Viertel aller Kellner etwa erliegt frühzeitig den Ueber- anstrengungen des Berufs oder den Folgen eines leichtsinnigen Lebenswandels. NamentUch an den Vergnügungsorten, wo die Kellner oft Tag und Nacht nicht aus den Kleidern kommen, und aus den heißesten in die kältesten Räume gehetzt werden, hält die Schwindsucht eine reiche Ernte. Nur etwa 5 Prozent erreichen das zu erstrebende
* Die Hochzeit eines Hundertjährigen. Der Eorriere della Sera" berichtet: In Alatri verheiratete
Delikat schmeckt
jeder Kaffee, dem eine Messerspitze Linde » Essenz zngesetzt wird, die dem Kaffee auch eine schöne Farbe giebt.
• In 41/2 Stunden von Berlin nach.München.L Die Studien-Gesellschaft für elektrische Schnellbahnen . hat bei ihren Versuchsfahrten auf der Militärbahn zwischen ; Marienfelde und Zossen jetzt Leistungen erreicht, die bereits einen vollen Erfolg dieses Unternehmens gewährleisten. Nach , Ausweis der beiden, die Schnelligkeit selbstthätig registrierenden Vorrichtungen, wurde die Geschwindigkeit des Wagens in der vergangenen Woche schon auf die außerordentliche I Höhe von 160,2 Kilometer in der Stunde gesteigert. Es ist dies jedenfalls die größte Geschwindigkeit, mit der sich jemals bisher ein lebendes Wesen von Ort zu Ort bewegt | chat. Geschwindigkeit bis zu 120 oder 130 Kilometern sind I bei einzelnen Versuchsfahrten von Dampfbahnen wohl schon erreicht worden. Was 160 Kilometer in der Stunde bedeuten, davon erhält man erst eine richtige Vorstellung, wenn man bedenkt, daß man damit in einer Minute vom Brandenburger Thor zum Knie in Charlottenburg, in 13/4 Stunden von Berlin nach Hamburg, tn 3*/J Stunden nach Frankfurt a. M., in 44/3 Stunden nach München gelangen würde. Die schwierigste Aufgabe der Technik bei solchen Geschwindigkeiten ist die Ueberwindung des Luftwiderstandes, die allein Motoren von 1100 Pferdestärken für die Dauer und 3000 Pferdestärken im Maximum erforderlich machen wird. Der bei der Geschwindigkeit von 160 Kilometer festgelegte Luftwiderstand von 134 Kilogramm lauf den Quadratmeter erfordert schon 80 Pferdekräfte für! denselben Flächenraum. Die der Schnelligkeit entsprechende Windstärke von 44,4 Meter in der Sekunde ist größer | als sie die Deutsche Seewarte in Hamburg beim stärksten Orkan jemals beobachtet har. Diese hat nur einmal, bei dem Orkan am 12. Februar 1894, eine Windbewegung von 42 Meter in der Sekunde verzeichnet. I
• Aus Helgoland wird gemeldet, daß die dortiges Station der .Gesellschaft für drahtlose Telegraphie^ ! System Prof. Braun und Siemens u. Halske" am ver- I gangenen Sonntag Abend Gelegenheit hatte, der Kommandantur ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Da man über den Verbleib der beiden Wachtschrffe „Hay" und .Ulan" nichts wußte, war das Gerücht im Umlai,f, dieselben seien I untergegangen. Die Schiffe waren bereits um Mittag von - Cuxhaven abgedampft und weder dort noch in Helgoland -I kannte man ihren Aufenthalt. Auf Anfrage von Berlin und vom Kieler Kommando konnte keine Auskunft gegeben werden. Darauf wandte sich der Kommandant an die Funkentelegraphenstation, diese rief das Feuerschiff „Elbe I" an, bas auf halbem Wege zwischen Cuxhaven und Helgoland hegt, | und erhielt sofort die Meldung zurück, daß emes der beiden! Schiffe die Scheibe verloren habe, und daß beide Fahrzeuge bereits auf dem Wege nach Cuxhaven zurück begriffen seien. Die große Bedeutung, welche die drahtlose Telegraphie für die Schiffahrt und speziell für den Küstendiensl hat, tritt mehr und mehr hervor, und gerade die Berichte von der nicht ungefährlichen Elbmündnng bestätigen dies. Dort haben die Stationen der Braun-Siemens-Gesellschaft dadurch, daß | sie seit Monaten in ununterbrochenem Betriebe gehalten werden, der Schiffahrt und den Marine- und Zivilbehörden schon viele
gute Dienste geleistet. I
* Ein moderner Abend. Der kleine Saalbausaal.
Gestern abend. Viele Besucher. Auf dem Podium Frl. Maximiliane Städtler. München. Sezessionistische Erscheinung in hart geschwungenen Linien. Blasser, interessanter Stopf. I Kurz gelocktes, schwarzes Haar. Toilette: Bischofsblaue Reform-Robe mit erschauernder Schleppe. Höchst moderner Frauenschmuck: Kette. Brosche, Ohrmünzen, ^.ie stilisierte I Tome rezitiert. Eine bei aller Sanftheit reich schattierende I Stimme. Die Zischlaute nervenberuhigend gemildert. Des-I
gleichen jeder Affekt. Tönende Seele. Zartestes Auf und Ab. Schwachgebogene Klangkurven. Programm meldet:!
Laufs, Münchhausen, Liltencron, Dehmel, Sinauer, Bodman, | Bierbaum, Renee, Holz. Drei Gruppen Hörer. Vordere verstehen. Mittlere deuten verwehte Worte. Hintere Herren in Ahnung. Ende. Stimmungmordender Beifall. Verneig- ung. Schleppe entseufzt. Nack-zitternde Erregung. Rückkehr zur Welt. (Privat: Später Haspel mit Kraut).
*DerRomanderGräfinTaaffe. Die Trauung des Kaschauer Arztes Dr. Julius Feldmann, der seii^n Namen aus Demkö magyarisiert hat, mit der österreichischen Gräsin Helene Taaffe wird am 30. d. M. in Pest stattfinden. Hiermit findet ein Roman sein Ende, dessen Beginn seinerzeit sehr viel Aufsehen erregte. Die verheiratete Gräfin verliebte sich sterblich in den schönen, herkulisch gebauten ungarischen Arzt und ließ sich von ihrem Gatten scheiden, !um den Doktor heiraten zu können. Nun wurde endlich I dieser Tage der Scheidungsprozeß der Gräfin beendet und es | steht jetzt ihrer Wiedervermählung kein Hindernis mehr im Wege. Gräfin Taaffe hat als Abfertigung für ihre ver- I mögensrechtlichen Ansprüche von ihrem früheren Gatten leine Atillion Kronen erhallen.
diesen Feldern Ausgrabungen vorzunehmen. Die Vermutung, hier sicher noch weitere Funde zu machen, scheint
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sich zu bestätigen. — ~ r
bau der Witwe F. A. Bcny 2, sowie beim Graben nach Saud im Hofe dieses Gebietes wurden neuerdings Graoer aufgedeckt, die recht sck)öne und interessante Saa-en, wie Halsringe, Perlen, Armringe, Armspangen, sowie ein gut erhaltenes Frankenschmert enthielten, sämtliche Gegenstände kamen in das Paulusmuseum. Vor etwa 14 ^agen wurde in dem genannten Gebiete abermals ein Grab aus- qedeckt. Lehrer Peter, der die Ausgrabungen leitete, sand darin eine Anzahl Bronzegegenstände, dieselben sind spatel- förmig, und zeigen schöne Ornament-Verzierungen. Ferner wurden ein sehr heller und großer Krystall und eine Perle
in dem Grabe gesunden.
Heppenheim a. 23., 20. Nov. Heute nacht brach in der Maschin enschreinerei von Ludwig Seitz, früher. Mein- berg'sche Mühle, Feuer aus. , Tas Wohnhaus mit der früheren Mühle, sowie das Maschinenhaus mit. Inhalt wurden ein Raub der Flammen. Die Magazinräume und
bestimmt sind.
oh. Rüddingshausen, 21. Nov. Der unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftete Arbeiter Adam Schleich aus Dreihausen ist aus der Haft wieder entlassen worden, da sich die Grundlosigkeit des Verdachts her aus gestellt hat. Seine Verhaftung erfolgte, wie er uns mitteilt, auf Grund einer Anzeige des Taglöhners Hahn,^ der nunmehr in Haft genommen worden ist.
Gimbsheim, 20. Nov. Im verflossenen Frühjahr wurden hier beim Roden in unmittelbarer Nähe unseres Dorfes, verschiedene Altertumsfunde gemacht. Professor Dr. Weckerling aus Worms konstatierte, daß manche dieser Gegenstände aus der Zeit der Kaisers Augustus stammten. Da nun schon früher in der Umgebung mehrere solcher Gegenstände gefunden wurden, beschloß der Altertums.vexein Worms,' im Spätherbst auf
Alviti, nach nur kurzem Witwenstande, im Alter von 100 Jahren, mit einer — 26 jährigen Dame namens Pasqua Putcini. Tic Muller des glücklichen „jungen" Ehemannes ist weit über 100 Jahre alt geworden, und fertigte im Alter von 105 Jahren mit eigenen Händen seidene Unter* bciiillcider an, die sie dem Papst Pius IX. schenkte.
* Ist die Japanerin schön? ^.as Austreten der als besonders reizvoll und anmutig geschilderten Manischen Schauspielerin Saba Yacco im Berliner Zentral- Theater macht die Frage aktuell: Ist die ^apanerrn nach europäischem Schönheitsvegrisf als schön zu bezeichnen , x^r. Str atz beschäftigt sich mit ihrer Beantwortung m fernem soeben erschienenen Werke: „Die Rasseiischonheit des Weibes." Ter vielgereiste Verfasser erklärt die Bewwnder- mna, zu der die Japanerin die Reisenden, bie ^apan besuchen, hinreißt. Keine Frau auf Erden ist |O gelehrig, ! schmiegsam und adaptionssähig wie die Japanerin. Alle neuen "Eindrücke weiß sie sofort in sich aufzunehmen und zu verwerten, allen neuen Verhältnis en weiß sie sich sofort auzupaisen, außerdem ist sie geistreich, lusttg, hat Sinn für Humor und Kunst; nur zuverlässig ist sie nicht. Bei Vetrachlling der Schönheit einer Japanerin kommt im I Heimatlande der Körper der Frau gar nicht in Betracht, nur muß er schmal jein, Arme dünn, Hände schmal und lang, Hüften schmal, Beine dünn. Im Gegensatz zu anderen, Die bedauern, daß die Japanerin noch keinen Phidias gefunden hat, spricht Dr. Stratz der Japanerin die Sck)vnheit in ! unserem Sinne ab, weil die Mougolenfalte nie in iprem I Antlitz fehlt und die Beine viel zu kurz sind. Jntere,sant list es aber, daß er sie trotz dieses Urteils dennoch als niehr denn schön bezeichnet, nämlich.als reizend. „Nirgends", l'aqt er, „findet man so viele hübsche Mädchen wie un I Lande der aufgehenpeii Sonne. Ihre angeborene Liebenswürdigkeit, ihr ewiges Lächeln um den kleinen Mund ihre Reinlichkeit und ihr Farbeiisinn machen sie unglaublich anziehend, und wenn man sich erst an die eigentümliche Grazie I ihrer Bewegungen gewöhnt hat, findet man den Ge.amtein- druck entzückend." r . o„
* Ein Weiberdorf. Weit entfernt von dem Lärm der großen Städte, so erzählt ein Londoner Blatt, liegt lin einer einsamen Ecke von South Pembrokeshire das Dörfchen Langum, das durch feine Austernzucht und fern I Weiberregiment in der ganzen Umgebung bekannt ist. I Seine Bewohner sind eine Rasse für sich, mit ihren eigenen Gesetzen, ihrer Ausschließung des Fremden und ihrer : äußersten Mißachtung der Welt jenseits ihrer Grenzen. I Als herrschender Gefährte existiert in diejem einsamen s | Dorf der Mann nicht, und hat er auch niemals existiert. ' Es ist seit undenklichen Zeiten so gewesen wie heute, l und es giebt auch keine Anzeichen, daß eines ^ages das ^männliche Element statt des weiblichen vorherrscyeii wird. ' Bis jetzt hat hier noch nie Unzufriedenheit die allgemeine ' Eintracht geftört. UcberaU bemerkt man die Oberhohheit der Frau. Aus den mit Kieseln bedeckten, festigen Ufern leiten die Frauen das Ein- und Auslaufen der Boote, „bemannen" sie oft und erwerben ihren Lebensunterhalt durch die See. Die Frau regelt den Haushalt, weist ihrem Gefährten seine häuslichen Arbeiten zu und brmgt ihn auf den Weg, den er gehen soll. Wenn man mi Gasthaus sitzt, den Klatsch im Ort hört, fragt, wem die es oder jenes Haus gehört, wer an der Bar steht und Bier trinkt, so hört man die Antwort, das ist Anne tzalmers oder Sarah Morgans oder Rebekka Pruscotts Mann. Und man muß gugeben, daß dieses System sich sthr bewalfrt- Der Ehemann in Sangum verlangt fein Mitleid, er wäre nicht einmal dankbar dafür. Wenn er abends mit 1 einer i getreuen Nachkommenschaft, die um ihn spielt, vor der Hausthür steht, während Frau und Tochter drmnen den Gewinn der Tagesarbeit berechnen, wird er durch keine innerliche Unruhe gequält. Da er aller Verantwortlichkeit für das Leben beraubt ist, ist er so ruhig wie die Auster, die seine Heimat berühmt gemacht hat. ^eme Frauen beunruhigen ihn nicht mit ärgerlichen Klagen und hysterischen Anforderungen. Die Mode steht in Langum still, aber trotzdem entbehren diese kräftigen Evastochter ui ihren kurzen, reinlichen Flanellröcken, ihren iormlosen I Biber- oder niedrigen Filzhüten, ihren groben ctruMfen, derben Holzschuhen und ihren unvermeidlichen Tragkörben, die sie an Lederriemen über den Schultern tragen, der Anmut nicht. Sie haben einen hellen -lernt, helle Augen, schöne Züge, kraftvolle Glieder, sind grotz^- gerade und haben eine stolze Haltung; die Matrone in Langum loder die Fischverkäuferin sind die beachtenswertesten Per- sönlichfeiten der ganzen Grafschaft. Mit ihren lajtigen Austern und den feuchten schimmernden Fischen, die im Tragkorb zappeln, wird sie überall gern gesehen; m I jedem Haus am Wege oder auf dem Gut kennt man ihren schnellen schweren Tritt und kauft gern etwas von ihrem Vorrat. Sie trotzt der Entfernung und dem Wetter und wenn man fie schon am frühen Morgen auf dem Wege zum Markt trifft, findet man fte bei Anbruch der Nacht noch in ihrem gut gehaltenen, hübsch bemalten Boot auf dem Cleddau rudernd. Die Frauen Langums sind zu feder Tageszeit und bei jedem Wetter unterwegs und kennen weder Ermüdung noch Furcht, sie führen das ganze ^ahr ein gesundes Leben im Freien, und Krankheit scheint bei ihnen fast unbekannt. Schon früh beginnen sie ihr arbeitsreiches Leben, und lernen ein Boot regieren, lange ehe sie die Schwierigkeiten des Lesens überwunden haben. Mit fünfzehn oder sechzehn Jahren sind sie mit Koer Einzelheit ihres Handels vertraut, und verdienen dann bad5 Brot für die Familie. Aber trotz ihres wuhs^rgen Lebens bewahren sie viele Jahre Gesundheit und ür st.
schwunden war.
Vermischtes.


