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24.5.1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 120 Zweites Blatt.

LI Jahrgang.

Freitag 24. Mai 1901

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Valttische Tagesschau.

lieber bieKais er tage" in Metz wird der ,,Rhein.-Westf. Ztg." geschrieben: Was bie Aufeinanderfolge der verschiebenen Festlichkeiten anbetrifft, so fehlte es nicht an Ueberraschungen, unb man konnte in Wirklichkeit sagen: eskam i m m e r a n b e r s, als die offiziellen Meld- ungen lauteten. Am Moniagilwrgen würbe offiziell ge- melbet:Ihre Majestäten treffen um 1 Uhr auf Schloß Urville ein." Daraufhin stanben Schulen unb Vereine, Bürgermeister und Gerneinderat in Bereitschaft. Aber es kam anbers! Es verbreitete sich bas Gerücht, in Remilly, yon wo aus bie Weiterfahrt zu Wagen erfolgen sollte, habe bie Polizei zwei Anarchisten verhaftet, und des- halb feien Kaiser unb Kaiserin weiter gefahren, bann in Tournebribe ausgestiegen unb hätten dem Manöver der 145er beigewohnt. Thatsächlich war die Kaiserin um 3 Uhr mit dem Hofzuge in Urville angenommen unb ber Kaiser hatte eine (Sinlabung seines Leibregiments zu einem Früh­stück in besten Kasino angenommen. Die Anarchisten geschichte flärtc sich dann später wieber dahin auf, daß man in Remilly zwei Taschendiebe verhaftet hatte, die unter dem massenhaft zusammengeströmten Landvolk reiche Beute zu finden gedachten.

In ganz ähnlicher Weise erging es den Metzern am Mittwoch. An den Straßenecken stano groß und breit, daß der Kaiser gegen Mittag dje Templer-Kapelle mit den aüsaegrabenen Altertümern besuchen würde, und soweit es oic Absperrung zuließ, stand alles in der Römerallee unb ben angreuzenben Straßen Kopf an Kops und harrte beS hohen Besuches. Dieser traf denn auch unter zahl- reicher Dragoner-Eskorte, aber erst gegen halb 4 Uhr ein imb fuhr dabei mitten zwischen den beiden Flügeln der Prinz Friedrich Karl-Kaserne hindurch, sodaß das nicht mit starten versehene Publikum nicht einmal das Nachsehen l>atte. Erst der Freitag gehörte den Metzern. Ter Kaiser traf, obgleich um 11 Uhr erwartet, erst gegen halb 2 Uhr von ber Besichtigung der neuen Forts zu Wagen ein und zwar nicht über Ars, sondern von Sauley.

Tic Absperrung war diesmal ganz außergewöhnlich streng. Sämtliche in Straßburg und Mülhausen entbehr­liche Schutzmannschaft und bie berittenen Gen­darmen aus ganz Lothringen waren hierher kom­mandiert. UeberaU wurde innerhalb der Stadt das Pu- vlikum auf den freien Plätzen auf 4050 Meter Ent­fernung zurückgehalten; die engen Straßen wurden ganz gefperrt und stellenweise mußten T h ü r e n u n d F e n st e r- laben geschlossen bleiben. Außerhalb ber Stadt ritten Dragoner Abteilungen vor und hinter und teilweise neben dem kaiserlichen Wagen, und es wurde im st ä r k st e n T r a d gefahren, sodaß ber Kaiser in ber Staubwolke kaum zu erkennen war. Es sollen zahlreiche Verhaft­ungen von Verbächtigen wohl meistens Taschendiebe, die die Maimesse so wie so alljährlich anlockt stattgesunden haben, so ist Gewisses darüber unbekannt, da die täglichen Polizeiberichte, die sonst immer die Zeitungen erhalten, nicht ausgegeben wurden.

In unterrichteten Kreisen nimmt man, derRhein. Westfäl. Ztg." zufolge, als sicher an, daß der Bundes­rat den Diät en an trag des Reichstags diesmal genau so a b l e h n e n wird, wie in früheren Jahren. Be­sagte Kreise schließen das aus der Thatsack)e, daß dieser Antrag wiederum dem zuständigen Ausschuß sür Ver- sasfungsfragen überwiesen wurde. Das sei regelmäßig gleichbedeutend mit der Ablehnung gewesen. Tie Tra­dition in Ehren aber sollte sie jede Ausnahme aus- schließen? Der Tradition hätte es entsprochen, wenn bei der diesmaligen Beratung des Tiätenantrags der hohe Bundesrat durch Abwesenheit geglänzt hätte. Das war nicht der Fall, und darob erblühte in gar manchen Par­lamentariers Brust das Blümlein der Säöffnung. Nun kommen dieunterrichteten Kreise" und zerstören mit rauher Hand diesen knospenden Frühling! Aber auch sie können nurannehmeu". Dieses Wort läßt sich so hoch unmög­lich schätzen. Man kennt den Reichskanzler ja noch gar nicht! Vielleicht überrascht er, den unterrichteten Kreisen zum Trotz, die Reichsboten doch mit der ersehnten Toppel- kcone. Qui vivra, verrat

In wenigen Wochen tritt der Kolonialrat, die be­gutachtende Körperschaft für koloniale Angelegenheiten, zur Frühjahrstagung in Berlin zusammen. Er wird sich mit Abschnitten des letzten wie des nächsten Etats fiir die Schutzgebiete beschäftigen. Das ist eine Neuerimg, die es ermöglicht, daß die wichtigeren Positionen dieses Jahres­haushalts bereits einer Durchprüfung unterzogen sind, ehe sie in den gesetzgebenden Körperschaften zur Beratung gestellt werden. Wer im Kolonialrat ein sachverständiges Kollegium sieht, wird diese Vorprüfung zweckmäßig finden inün'en. Bekanntlich hat das Kollegium eine Zeit hindurch uon feiten mehrerer Kolonialpolitiker gewisse Anfeindungen erfahren. Tas war im Herbst 1899, als der Kolonialrat der Verleihung umfangreiche Landkonzefsionen an die Süd- unb Nordwest-Kamerun-Gesellschast zustimmte. Auch im Reichstag kam biese Angelegenheit zur Sprache, unb ber Verdruß über so herbe Beurteilung seiner Politik von dieser Seite aus mag nicht zuletzt bem damaligen Kolonialdirektor 0 Bucht" die Freude am Amt verleidet haben. Eine Aender- mng in der Zusammensetzung des Kolonialrats erfolgte damals nicht. Wohl aber darf erinnert werden, daß die

Notwendigkeit einer Reform dieser Körpersdiaft in ber Budgetkommission des Reichstags amtlich anerkannt wurde. Nicht im Hinblick auf die Streitfrage ber Lanbkonzessionen, Öndern aus der allgemeinen Erwägung heraus, daß es das Nebeneinanderarbeiten von Reichstag und Kolonialrat fördere, wenn bei Ernennung von Mitgliedern des letzteren mehr als bisher auf bie Kolonialspezialisten bes Parla­ments zurückgegrissen würde. Da man, wie es heißt, im Interesse größerer Beweglichkeit eine Verringerung ber Mitgliederzahl des Kolonialrats überhaupt anstrebt, läßt sich die Reform erst nach Ablauf der Giltigkeitsdauer der zuletzt erteilten Mandate ins Werk setzen, also frühestens im nächsten Jahre. Es würde fiel) empfehlen, bei dieser Umbildung auch auf die Männer der kolonialen Praxis, an denen Deutschland gewiß feinen Mangel hat ehe­malige Gouverneure, bekannte Forscher, Pflanzer Be­dacht zu nehmen. Wenn zu deren Gunsten das Vorschlägs- recht der großen Gesellschaften schließlich geändert werden müßte, so würde das keinen besonderen Nachteil bedeuten.

Durch die rüstig fortschreitenden Neubauten der im Flottengesetz bewilligten Schiffe wird es jetzt möglich, m o - deriie Fahrzeuge für den Auslandsdienst ein­zustellen. Seitdem im vorigen Sommer die Mehrzahl der damals verfügbaren Kreuzer und Kanonenboote im Gelben Meere zusammengezogen wurde, entbehren wichtige deutsche Interessengebiete über See bes Schutzes durch bie Flotte. Besonders stiefmütterlich bedacht ist die a m er i ka n is ch e Station. Wohl von feinem Teile der Erde sind so oft Gesuche an ben Reichskanzler ober bas Marine­amt um Entsendung von Kriegsschiffen gerichtet worden, als voii Amerika aus, besonders seitens der in den politisch unruhigen Staaten Mittel- und Südamerikas lebenden oder interessierteii Deutschen. Als der kleine KreuzerGeier" vor einigen Jahren in ben Häfen der amerikanischen West­küste die Flagge zeigte, konnten sich die dortigen Lands­leute nicht genug thun in Bekundungen der Freude und der Dankbarkeit. Im Herbst soll die so lange vernachlässigte Flottenstation endlich angemessenen Kreuzerschutz erhalten. Dem großen KreuzerVineta" zur Zeit in den brasiliani­schen Gewässern befindlich soll sich derGeier" jetzt in Ostasien und von der Heimat aus bieNiobe" bei- gesellen. Damit wäre bem bringendsten BebürfniS abge- holsen , unb es bleibt nur zu wünschen, daß bis zum Eintreffen der Verstärkungen die Verhälttiisse in den trans­atlantischen Staaten friedlich bleiben.

Engländer nnd Bure«.

lieber die Lage der kriegsgefangenen Buren sind folgende Thatsachen erwähnenswert: Im Oranje-Frei­staat sind, wie der englische Kriegsminister Brodrick im Parlamente mitteilte, Anfang April in den Lagern 8435 Erwachsene und 11 245 Kinder Von letzteren starben allein im Februar 261, vou ersteren 141. Wenn bie Sterblichkeit so anhält, sind bort in einem Jahre fast der dritte Teil der Kinder gestorben. Die Aerzte schieben die große Sterb­lichkeit auf schlechte Verpflegung, mehr aber nod} auf den Mangel an Obdach, denn Zelte könnten jetzt, wo bort der Winter beginnt, nicht als Obdach für Frauen und Kinber gelten. Obdach! kann aber die Wohlthätigkeit in den Lagern nicht schaffen, dafür kann nur die Behörde durch Baracken-Bau ober bergl. sorgen. Das Einfachste wäre der Transport der Gefangenen in die kleinen Städte ber Kap- tolonic, statt dessen werden sie als Geiseln benützt, damit die Buren wissen, daß sie durch Wegnahme aller Proviant­züge die eigenen Frauen und Kinder zum Hungertode bringen. Ter kürzliche Transport von 500 Gefangenen in ben für Pest und Hungersri ot auf der ganzen Erde berüchtigten Bezirk Bombay ist eine ähnliche Maßregel, wie die Unterbringung von Frauen und Kindern in offenen Zeiten zu Beginn des Winters. Daß die Pest nicht allein in Kapstadt, sondern auch in Port-Elizabeth und Durban ist verbantt die Kolonie nachweislich nur den englisch­indischen Truppentransporten. Selbstverständlick) sind da­durch die Gefangenen-Lager ebenfalls schwer bedroht, zumal England alles nickstenglische Aerztepersonal soviel als mög­lich verdrängt hat.

Einem soeben verösfentiichlen amtlichen Berichte zu­folge betrug die Gesamtzahl der britischen Trup­pen in Südafrika am 1. Mai d. I. (Nichtstreiter mit­gezählt) 249 416 Offiziere und Mannschaften, die sick) fol­gendermaßen zusammensetzen: Reguläre Truppen 138 002, üolonialtruppen 58 821, 2)eomanry 2104, Volunteers 9385, Miliz 20 104. Die Gesamtzahl ber Offiziere ist mit 8468 angegeben. Tie Regulären haben 4183 Offiziere unb 133 819 Unteroffiziere unb Mannschaften Die letzteren verteilen fid) wie folgt: Kavallerie 14 000, Artillerie 11500, Infanterie unb berittene Infanterie 95 700, anbere 13 619. Die Gesamt­zahl von Offizieren unb Mannschaften, bie bis Enbe April gefallen ober an Wunben, Krankheit ober infolge von Un­fällen gefrorben sind, beträgt 14 978. Die Gesamtzahl der verwundeten Offiziere unb Mannschaften, bie Sübafrika verlassen haben, beträgt 76 582; bavon sinb 22 081 keine- Invaliden, 47 739 Jnvaliben und 4533 Kolonialsolbaten.

Ein englischer Berichterstatter will wissen, daß bie Burenkommandos, bie kürzlich Carolina besetzt hielten, kurz vor ber Räumung bes Ortes ein Telegramm von Louis Botha aus Ermelo empsingen, worin sie angewiesen wür­ben, sich zu verstecken unb zu warten, bis bie Engländer vorbei wären. Tas Telegramm besagte ferner, bie britischen

Soldaten litten fürchterlich unter der Pest und würden alle fo fdynell wie möglich nach England zurückgebracht. Die Buren hätten fämtlidfe Bahnlinien im Freistaat und ini Kaplande zerstört, und die Englärider seien daher ge­zwungen, bis an das Meer zu marschieren. Er danke Gott, daß sich .die Friedensverhandlungen mit Kitchener zer­schlagen hätten. Im Jahre 1881 sei ein roter Komet er- dyienen, der Krieg bedeutet habe, jetzt sei ein weißer er­schienen, und der bedeute Frieden, aber Frieden mit Un­abhängigkeit. Botha habe schon vor einer Woche eine ähn­liche Bekanntmachung in (Srmelo erlassen.

Der Korrespondent desMorning £eai>er" in Kap­stadt teilt folgenbe zwei amtliche Schriftstücke mit, die faum. eines Kommentars bedürfen:

Genommen von Nicolas Bassan, De Pan Farm, Ban Ottos Kvp, Distrikt Standerton. vier Ochsen und zwei Pferde. Die Ochsen werden vielleicht bezahlt und die Pferde zurückgegeben werden,-enn seine jetzt beim Koni mando befindlichen vier Sohne fid} ergeben haben: werden.

(gez.) W. Rycroft, Major.

De Pan, 10. 9. 1900."

Vom Kommandanten, Paardekop, an Feldkornet Franz Badenhorst, Ich mödste Ihnen mitteilen, daß es sehr ratsam ist, daß Sie sich unverzüglich ergeben. Wenn Sie sich setzt freiwillig ergeben, werden Sie mit Milde behandelt und wahrscheinlich nicht verschickt werden, und nach! Beendigung des Krieges werden Sie zu Ihrer Frau und zu Ihrer Farm zurückkehren dürfen. Id} warne Sie, daß, wenn Sie sich nicht ttgeben, innerhalb 14 Tagen Ihre Farm verbrannt unb Ihr Vieh wegge­nommen werden wird

(gez ) I. Vesey, Lager-Adjutant.

Paardekop, 2. 10. 1900." *

Telegramme M «ieherrer Anzeiger-.

Kapstadt, 22. Mai. Von allen Seiten gehen Nach­richten ein, die bestätigen, daß die Kommandos der Aul­st ä n d i s ch e n in der Kapkolonie und bem Oranjefreistaat ben Befehl erhielten, sich! zu konzentrieren. Die Mi- litärbehörben sinb zwar darauf vorbereitet, daß De Wet möglicherweise beabsichtige, das Kommando über die' konzentrierten Truppen zu übernehmen, sie haben aber feine Kenntnis davon, daß De Wet sich schon auf dem Boden der Kapkolonie befindet.

Port Elizabeth, 22. Mai. Hier famen hier neue Pesterfranfungen vor.____________'

Die Lage in China.

Zu den Meldungen über die Zurückziehung der Truppen aus China und über die Stärfe der dort zurück- bleibenden Kontingente wird uns von gut unterrichteter' Seite aus Berlin mitgeteilt, daß vorläufig nur die Zahl der als Gesandtschaftswachen bestimmten Mannsd)aften fest­steht, und daß über die Stärke der zur Verbindung mit dem Meer notwendigen Truppen Abmachungen getroffen worden sind. In welchem Maße aber die Zurückziehung, der übrigen Truppen, insbesondere der Deutschen, statt­finden wird, hängt nock) ganz von den Umständen alr, hauptsächlich von dem Verlaufe der Entschädigungsfrage. Jedenfalls werden die deutschen Mannschaften nur staffel- weise zurückgezogen werden, da es immer noch fraglich erscheint, ob es dem chinesischen General Liu gelingen: wird, der Boxer Herr zu werden. Eine zu frühzeitige Ent­blößung der besetzten Distrikte von den fremden Truppen würde bielleidjt den ganzen Erfolg der China-Expedition in Frage stellen, und deshalb ist hierbei Vorsicht sehr am? Platze.

Nach den neuesten Bestimmungen werden als Gesandt­schaftswachen in Peking von Deutschland, Frankreich, Eng­land, Rußland und Japan je 300 Mann verbleiben, front Italien und Oesterreich-Ungarn je 200, von Amerika 150. In Tientsin bleiben vorläufig zusammen 60Q0 Mann; Ooit diesen werden später 4000 zurückgezogen werden. In Schan- haikwan und Tsinantau werden 1500 Mann belassen. Zur Bewachung der Eisenbahn Peking-Sck)auhaikwan sind neun Posten mit je 300 Mann, immer von derselben Station, vorgesehen. Tie Posten am Pcihoflusse werden von Trupperr aller Kontingente, außer Oesterreich und Amerika, durch, kleine Abteilungen besetzt werden. Im ganzen verbleiben: 12 500 Mann in Petschili.

Generalfeldmarschall Graf Waldersee meldet am 20. au& Peking: Li-Hung-Tschang hat sich entschlossen, die Boxer an der südlichen Temarkationslinie ernstlich zul bekämpfen. Jetzt operieren seine Generale im Verein mit französischen Truppen unter Leitung des Generals Bailloud. Hauptmann Knoerzer ereilte und zer­sprengte mit der 3. und 8. Kompagnie des 3. Regiments- eine entkommene Boxerabteiluug von 400 Manu bei Mant- cheng (22 Kilometer nordwestlich von Paotingfu». Bei der 8. Kompagnie sind bis jetzt 5 Verwundete festgestellt.

In der Sitzung der Gesandten front 22. d. M. wurde, mit allen Stimmen gegen die des amerikanischen Ver­treters Rockhill eine Ermäßi gung des China aufer­legten Sd)adenersatzbetrages als nicht wünschenswert ab^ gelehnt; der einseitige amerikanische Vorschlag, den trag auf 800 Millionen Mark herabzusetzen, hat demnach, keine Aussicht auf Annahme. Tie nächste Sitzung linder morgen statt.