'beiden anderen Reitern, und dann ginge in gestreckter Karriere mit lautem Hurra aus die Boxer los. Tas tolle Anreiten versetzte die Kerle in einen solchen Schrecken, daß sie eilends Kehrt machten, und nach dem Dorfe zu ausrissen. Ten meisten gelang es auch, dort zu verschwinden; die Nachzügler aber wurden mit der Lanze niedergestochen. Tann galoppierten die Drei ins Torf, dessen Bewohner sich ihnen, wohl aus Angst vor späterer Vergeltung, freundlich gesinnt zeigten, und sie selbst zu dem Yamen führten, rn dem eine größere Anzahl Boxer Schutz gesucht hatte. Vom Pferde aus war da nichts zu machen. So saß denn Leutnant Brandt mit seinen Leuten ab, drang zu Fuß in das Gehöft ein, und feuerte durch die nur mit Papier beklebten Fenster in das Versteck. In die Enge getrieben, setzten sich die Boxer nun auch zur Wehr, schossen aber zum Glück herzlich schlecht, so daß nur der Reiter Graff leicht verwundet wurde, während der Feind, wie sich später ergab, zwölf Tote verloren hatte. Alle übrigen Boxer hatten es vorgezogen, gegenüber einem solch furchtbaren, „drei Köpfe starken" Gegner abermals Fersengeld zu geben, und waren durch die hinteren Ausgänge des Aamens entkam menAehnlicher Attaken wie die vorgezählte lieh sich noch eine ganze Reihe anführen. So die des Leutnants Düster berg, der auf dem Marsch von Pachu nach Paotingfu weit seitwärts hinausgeschickt, mit seiner drei Mann starken Patrouille auf eine große chinesische Karrenkolonne unter starker militärischer Bedeckung stieß, die vor ihm — ausriß. Erst schoß er den kommandierenden chinesischen Offizier aus dem Sattel, dann noch mehrere Mann der Bedeckung, nahm ihnen darauf zwei Karren weg und fand schließlich als deren Inhalt, unter Uniformstücken und Decken versteckt, für 50000 Mark Silberstufen, mit denen er auch glücklich zu seinem Truppenteil gelangte.
Deutsches Reich-
Berlin, 22. April. Aus Kiel wird gemeldet: Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute nachmittag in Begleitung des Prinzen und der Prinzessin Heinrich an Lord der Segel-Aacht „Iduna" eine Fahrt in See, von der sie abends 7 Uhr zurückkehrten. Die Herrschaften begaben sich alsdann an Bord des „Kaiser Wilhelm II." Der Kaiser ist alsdann nach Dresden abgereist, um König Albert von Sachsen zu dessen 73. Geburtstage persönlich zu beglückwünschen. Der Monarch wird noch an demselben Abend die Wetterreise nach Bonn fortsetzen. Die Ankunft in der rheini- fchen Musenstadt ist auf Mittwoch, vormittag 10 Uhr festgesetzt. Am Donnerstag wird der Kaiser voraussichtlich einen Ausflug in das Siebengebirge unternehmen und sich alsdann in Begleitung des Kronprinzen nach Schloß Friedrichshof zu einem Besuche bei der Kaiserin Friedrich begeben. In Eisenach wird der Kaiser am 27. d. Mts. erwartet. Im Anschluß an den Aufenthalt auf der Wartburg ist ein Besuch gräflich v. Görtz'scheu Familie auf der Hallenburg in Schlitz geplant; der gegenwärtige Chef dieses Hauses ist bekanntlich ein Jugendfreund des Monarchen. Dort finden zunächst Auerhahnjagden statt; doch dient der Aufenthalt in diesem idyllisch gelegenen Fleckchen Erde dem Kaiser zur Ruhe und Erholung. ’
— Die Kaiserin hat zum Bau einer dritten jüdischen Altersversorgungsanstalt in Berlin dem Vorstand der jüdischen Gemeinde 2000 Mk. überreichen lassen. In der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde wurde gestern der hochherzige SchenkungSakt zur Kenntnis gegeben und in den daran geknüpften Ansprachen und Reden wurde betont, wie dankbar gerade in heutiger Zeit die Huld der Kaiserin, die sie der jüdischen Gemeinde zu erkennen gegeben, aufzunehmeu sei. Auch wird mitgeteilt, daß die Spende von einem huldvollen Handschreiben begleitet gewesen sei.
— An den Architekten Bodo Ebhardt richtete der Kaiser in Sachen der Hohkönigsburg ein Schreiben, in dem es heißt: er hege die feste Zuversicht zu E's. bewährter und gewissenhafter Arbeitskraft, die dazu verhelfen werde, „'inen des deutschen Reiches würdigen Wiederaufbau der herrlichen Burg durchzuführen, der uns Zeitgenosieu des 20. Jahrhunderts zeigen wird, wie die Vorväter einst gebaut uno ihr Heim einrichteten. Möge der Bau in der getreuen Nachbildung des alten, allen Besuchern der schönen Reichslande eine Quelle steter und stolzer Freude sein und die Erinnerung stärker an die großen Geschlechter, welche dort einst die Blüte deutscher Kultur und deutscher Ritterschaft gepflegt haben."
— Der Geh. OberregierungSrat des Kultusministeriums Dr. Ren Vers ist zum Regierungspräsidenten von Arnsberg ernannt worden.
Potsdam, 22. April. Die Königin Emma der Niederlande ist heute abend hier eingetroffen.
Cronberg, 22. April. Kaiserin Friedrich unternimmt täglich Spazierfahrten zu Wagen in die nächste Umgebung und dehnt diese häufig auf 2 Stunden aus. Der Geburtstag der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen ist heute auf Schloß Friedrichshof in engstem Kreise gefeiert worden.
Ausland.
London, 22. April. Der „Birmingham Post" zufolge soll der Zar einem seiner Verwandten in Kopenhagen die Idee einer Versammlung aller europäischen Monarchen daselbst, die im Spätsommer oder Herbst stattfinden würde, mitgeteilt haben. Eine derartige Versamm lung, zu welcher der König von Spanien als Minderjähriger nicht eingeladen und der Sultan sicher nicht erscheinen würde, hätte nach Ansicht des Blattes wohl wenig mehr praktischc Bedeutung als die Haager Friedenskonferenz, doch könnte der Zar meinen, daß eine persönliche Unterredung der Monarchen über die verschiedeneu internationalen Gegenstände, an denen sie alle in verschiedenartiger Weise interessiert find, einige gute Resultate haben könnte. Bezüglich dieser Idee seien bisher nur Sondierungen erfolgt; sollten diese kein beftie. digendeS Resultat haben, so werde man nichts Offizielles über die Angelegenheit mehr hören.
Paris, 22. April. Der Unterrichtsminisier richtete ein Rundschreiben an die Rektoren der Mittelschulen, worin er tadelt, daß seit mehreren Monaten versucht wird, die Schüler >n Vereine und Verbindungen hineiuzuziehen, die offen oder verschleiert Politik treiben. Der Minister v-rfügt, daß die Schüler überhaupt keinen Vereinen mehr angchören dürfen.
Rom, 22. April. Dem „Avanti" zufolge ist in den Kassen oer römischen Stadtverwaltung ein großer Unterschleif entdeckt worden. Von den für die Volks zählung auSgeworfenen Geldern ist ein Betrag vou 80,000 Lire nicht mehr nachweisbar.
Prag, 22. April. DdS offizielle, von der Statthalterei herausgegebene Tageblatt „PrazSke Novlny" brachte in einem amtlichen Telegramm aus Wien zum Besuch: des deutschen Kronprinzen am österreichischen Kaiserhofe die merkwürdige Nachricht: „Am 14. April wird der Prinz einer heiligen Messe im evangelischen GotteShause beiwohnen."
Belgrad, 22, April. Hier sind ein Moskauer und ein Pariser Gynäkologe, sowie eine Hebamme und eine Amme aus Moskau eingetroffen. In unterrichteten diplomatischen Kreisen wird versichert, der Zar werde die Pathenschaft bei dem zu erwartenden Kisnde der Königin Draga übernehmen und einen Großfürsten als seinen Vertreter hierher senden.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 23. April 1901.
** Der Präsident des Finanzministeriums Gnauth, der, wie wir gestern meldeten, hier weilte, ist heute morgen 725 wieder abgefahren.
•* Personalnachrichten. Der Großherzog hat den Miuisterialrevisor bei dem Ministerium der Finanzen Philipp FritzgeS zu Darmstadt, unter Belassung des Titels „Ministerialrevisor", zum Sekretariatsasststenten bei dem Ministerium der Finanzen, den Geometer 1. Kl. Wilhelm Koch zu Darmstadt zum Ober-Katasteringenieur bei dem Katasteramt, den Hauptsteueramts Assistenten bei dem Hauptteueramt Darmstadt Franz Schenkelberg zum Revifions- kontrolleur bei dem Hauptsteucramt Offenbach, den Steuereinnehmer des Steueramts Viernheim Georg Ruhl zum Assistenten bei der Bezirkskasse I zu Darmstadt, den Stations- assistenten bei der Station Darmstadt der Main-Neckar- Eisenbahn Karl Bonn zum Vorsteher der Güterabfertigung Darmstadt dieser Bahn ernannt, den Steuerkommissär des Steuerkommissariats Beerfelden Karl Schneider in gleicher Diensteigenschaft in das Steuerkommissariat Seligenstadt versetzt. — Der Großherzog hat dem Brückenmeister Heinrich Kissel zu Oppenheim aus Anlaß der Feier seines )0jährigen Dienstjubiläums die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Die Kompagniebefichtiguugea nehmen morgen vormittag aus dem Trieb (Exerzierplatz am Philosophenwald) ihren Anfang und werden bis Freitag dauern. Heute morgen ;at sich Generalmajor v. P l ö tz mit dem Regiments-Kommandeur v. Dewitz nach Butzbach begeben.
•VA. Kreisausschuß. In der am Samstag abgehaltenen Sitzunjg wurde zunächst die Entscheidung verkündet jn der Beschwerdefache der Gewerkschaft Gieren e r B r a u n st e i n b e r g w e r k e, vormals Fernie, die ich gegen die Zuziehung zu den Umlagen der Gemarkung Schiffenberg mit der Begründung verwahrt hatte, daß sie nicht Grundeigentümerin sei. Dieser Beschwerde wurde tattgegeben und der Gemarkungsinhaber in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf das Gesuch des K a r l S ch m i t t II in Gießen um Genehmigung zum Schankwirtschaftsbetriebe in dem Hause Neustadt 14. Für dieses Haus hatte bereits im Jahre 1900 der Gastwirt Jörger ein Wirtschaftskonzessionsgesuch eingereicht, welches aber seitens des Kreisaus- chusses wegen mangelnden Bedürfnisses abschläglich be- chieden worden war. Einige Zeit darauf hatte auch Schmitt, in dessen Eigentum das fragliche Haus inzwischen über, gegangen n>ar, um Genehmigung zum Betriebe einer Schankwirtschaft nachgefucht, doch war auch fein Gesuch in Ueber- einstimmung mit Stadtverordnetenversammlung und Polizeiamt abgeschlagen worden, da wegen der großen Zahl der in der Neustadt und angrenzenden Bahnhofstraße bereits bestehenden Wirtschaften ein Bedürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft als vorliegend nickft anerkannt werden könne. Schmitt hatte daraufhin Antrag auf mündliche Verhandlung gestellt. Jn ihr erschienen ein Anwalt des Antragstellers sowie ein Vertreter des Großh. Polizeiamts Gießen. Seitens des Anwalts des Antragstellers wurde vorgebracht, daß sich in der Nähe eine neue Straße gebildet habe und für die dort verkehrenden Arbeiter das Bedürfnis zur Errichtung einer Wirtschaft bestehe. Der Vertreter des Polizeiamts gab zwar zu, daß die Frequenz in fraglicher Gegend sich vermehrt habe, bestritt aber die Bedürsnisfrage für eine neue Wirtschaft. Jn gleicher Weise konnte auch der Kreisausschuß nicht zu der Ueberzeugung gelangen, daß ein Bedürfnis hierzu vorliege. Demgemäß wurde das Gesuch abgelehnt und der Gesuchsteller zur Zahlung eines Aversionalbetrags von 5 Mk. verurteilt. — Hierauf wurde in die Verhandlung betr. die Beanstandung )er Bestätigung der Bürger m ei st erwähl in Ettingshaus en eingetreten. Johannes Keil XVI. von da nmr im vorigen Jahre im zweiten Wahlgange zum Bürgermeister gewählt worden. Gegen diese Wahl war zwar Reklamation eingelegt, diese aber rechtskräftig verworfen worden. Daraufhin hatten drei Einwohner den Antrag geftellt, der Wahl wegen der Persönlichkeit des Gewählten die Bestätigung zu versagen. Es wurden Thatsachen behauptet, die geeignet waren, den Joh. Keil XVI. in ungünstigem Lichte erscheinen zu lassen. Tas Kreisamt war deshalb genötigt, Erhebungen anzustellen, die zur Folge hatten, daß man wegen zweier Punkte es für geboten erachtete, die Wahl vorerst nicht zu bestätigen. Wenn auch nicht in jeder Beziehung vollkommene Klarheit geschaffen wurde, so konnte doch der Kreisausschuß, auf Grund der Bekundungen der Zeugen nicht zu einer Bestätigung der Wahl gelangen. Dementsprechend lautete die Entscheidung, daß der Wahl die Bestätigung zu versagen und die Gemeinde in die Kosten des Verfahrens ;u verurteilen fei.
** Die 42. Generalversammlung der Gewerbebank Gießen, e. G. m. «. H., die am Montagadead im „Einhorn" ftati« sand, war schwach besucht. Der Vorsitzende des AufsiÄtS- rats. Kaufmann C Loos, bemerkte bei Erstattung des JahrcS- beiichtS, daß die politischen Berhältnisie und die schwächere geschästl'che Konjunktur nicht ganz ohne E.ofluß auf die Bark gewesen, sodaß der Zufluß an Barmitteln n'cht immer im gewünschten Verhältnis zum Abgang fLnb; doch könnt-, dank der V rbinduag mit ersten Bankinstituten, dem NeldbedürfniS der Gegossen Rechnung getragen werden. Der Gesamtumsatz hat sich gegen das Vorjahr um zirka 5»/, Millionen Mark erhöht, die Geschäftsanteile der Mitglieder infolge der Erhöhung von 300 auf 500 Mk. um 150,000 Mk. verstärkt. Direkte Verluste im Geschäftsbetrieb erlitt die Bank nicht; der CourS- minberrvert an Effekten im Betrage von zirka 7000 Mk. wird zum Teil aus dem Reservefonds, zum Teil aus dem Rein» gewinn gedeckt. Wie bisher, so wurde auch im vergangenen Jahre die Geschäftsführung in wöchentlichen Sitzungen über» wacht, Kreditgesuche fanden in gemeinschaftlichen Sitzungen mit Vorstand und Aufsichtsrat Erledigung. Der Vorsitzende konstatiert weiter, daß die Verwaltung der Bank gut geleitet wurde, trotz der durch den größeren Umsatz erforderlichen Mehrarbeit. Der Reingewinn hat sich um 6000 Mk gehoben. Die Versammlung genehmigte nach kurzer Diskussion die Jahresrechnung und erteilte dem Vorstand Techarge, ebenso stimmte sie der Verteilung des Reingewinns nach dem Vorschlag dcS AufsichtSrals zu. — Die am 22. April 1900 vorn Verbandsrevisor Diehls aus Kaffel vorgenommene Re- Vision ergab nach dem von demselben erstatteten ausführlichen Bericht die einwandfreie Geschäftsführung der Bank. — Die satzungsgemäß auSscheidenden Auf fichtSratSmitglieder: Spengler- meister C. A. Faber, Kaufmann Louis Fuhr, Justiziar Dr. Gutfleisch, Kaufmann Carl Loos, Rentamtmann i.P. Carl Schmitt wurden wiedergcwählt.
(!) Verhaftung. Ein Bettler, der am Samstag in einem Hause der Ostanlage einen neuen Hut von dem Kleiderständer entwendete und an dessen Stelle einen alten schäbigen zurückließ, wurde gestern abend verhaftet. Bei der Arretierung befanden sich in seinem Besitz ein Ebenholz st ock, sowie eine Weckuhr. Beides hat der alte Fechtbruder zugestandenermaßen gestern ober vorgestern hier ober in Großen Linben ober Klein-Linden, wo er ebenfalls gebettelt hatte, mitgenommen.
(!) Krämpfe. Gestern nachmittag verfiel ein Arbeiter in der Frankfurterstraße in epileptische Krämpfe, er erholte sich jedoch bald wieder.
8- Im evangelischen Arbeiterverein hielt am Sonntag Revisor Scherf von Darmstadt einen etwa l1/, stündigen Dortcag über das „Jnvalidenv ersicherungSgesetz und eine Wirkungen". Zunächst gab der Referent einen Ueberblitf über die Entwickelung unserer sozialen Gesetzgebung und besprach dann in eingehender Weise das Gesetz elbft. Zum Schluffe ging der Redner auf die Arbeiter- Wohnungsfrage über und erwähnte hierbei auch die in vieler Beziehung als Muster dienenden Arbeiterwohnhäuser n der Landmannstraße hier. — Allgemein wurde der Wunsch ausgedrückt, daß derartige Vorträge zur Belehrung der Stier» rcherlen öftn§ gehalten werden müßten
**x. Schweizer Singvögel. Im Eafe Leib konzertierte gestern abend die Sängergesellschaft „Schweizer Singvögel". Leider war der große Saal sehr schwach besetzt. Von den dargebotenen Siebern fanden die meisten großen Beifall, sodaß oft Zugaben gemacht werden mußten. Die Gesellschaft verfügt über ganz gute Stimmen, namentlich im echt schweizerischen Jodeln leistet sie Vorzügliches. Henle abend findet wieder ein Konzert statt. Wir verweisen auf das Inserat in heutiger Nummer.
-f- Heuchelheim, 21. April. Heute bewegte sich ein großer Leichenzug durch unseren Ort. Er galt dem am 17. April in Ausübung seines Berufes in der Brauerei Dichter verunglückten Hch. Kr ö ck VI. die letzte Ehre zu erweisen. Die Beteiligung von Verwandten, Bekannten und sämtlichen Bediensteten des Dauses Bichler zeigte, in welchem Ansehen der Vcrstorbenc tanb. Herr Bichler hat die letzten Lebensstunden des Ver- lnglückten durch hervorragende Opferwilligkeit wesentlich er- eichtert. Eine Witwe und zwei unmündige Kinder haben hren Ernährer verloren.
+ Gedern, 22. April. Verfloffene Woche kam wieder auf Station Gedern ein Waggon junger Fichtenpflavzen für )ie Oberförsterei Grebenhain an, die zur Verteilung für die Oberförsterei, viele Gemeinden in hiesiger Gegend und Privaten gelangen. Die Bestellung geschieht, wie schon seit einige« Jahren, von Seiten der Oberförsterei aus, um so bedeutende Fracht zu ersparen. Viele Gemeinden bekommen alljährlich ziemlich hohe Summen als Beiträge zur Aufforstung von Seiten des Staates. Die Fichtenpflanzen kommen aus West- alen. Man sieht gegenwärtig mitunter ganze Familien auf Höhen, Oebländereien, schlechten Wiesen u. s. w. mit dem Setzen dieser Fichtenpflanzen beschäftigt. ES soll die« den »esten Ertrag geben für unsere Gegend, da die Landwirtschaft ich kaum noch rentiert. Wir werden hier in einigen Jahren wieder halbe Urwälder sehen.
§ Ilbeshausen, 22. April. Mehrere Schüler spielten gestern in der Nähe unserer Kirche. Ein lOjäbtiger Knabe latte eine sogenannte Holzpfeilfiinte. Er sprach zu seinem Kameraden: Soll ich einmal schießen? darauf drückte er los und traf den anderen so unglücklich in daS eine Ange, daß dieses schwer verletzt wurde. Durch den Arzt würbe fest- gestellt, daß das Auge verloren sei, daS Lind mußte in die Klinik nach Gießen verbracht werben.
-tz- Ranstadt, 22. April. In unmittelbarer Nähe des hiesigen Stationshauses wurde heute, nachmittag ein Rad- fahrer von einem schwer beladenen Frachtwagen Überfahren. Er erlitt schwere innere Verletzungen. Nach Aussage des Arztes wird er schwerlich mit dem Leben davon kommen. Ec ist in die Klinik nach Gießen gebracht worden.
z. F r a n f f u r t a. M., 22. April. Tie Zahl neuer Tiere, die in der letzten Woche in den Zoologischen Garten gelangten, war ganz besonders groß, und wir befchränkeTr uns hier daraus, einige Arten zu "hennen, die uns besonders auffielen. Ter neue männliche Silberlöwe, bei
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