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Si-tz-ntt i-ttheatrr.
Nr. 47 Drittes Blatt.
151. Jahrgang.
Sonntag 24. Februar 1901
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Schatten.
Wie die „Staatsb. Ztg." behauptet, hat das 1. Garde- Dragonerregiment, dessen Chef König Eduard VII. geworden ist, den Befehl erhalten, sich innerhalb acht Tagen auf eine Besichtigung vor seinem neuen Regimentsinhaber bereit au machen Tas antisemitische Organ knüpft daran einen Leitartikel voll Zornes mit der Überschrift „Also doch". Nachdem das Blatt eingehend dargelegt hatte, daß man nichts dagegen haben könne, wenn Eduard VII. nach Cronberg reise, um seine kranke Schwester zu besuchen, legt es um so entschiedener Protest dagegen ein, daß er auch die Reichshauptstadt besuche:
„Das ist ein offizieller, ein eminent politischer Akt und wird in der ganzen Welt als solcher aufgesaßt werden. Er soll es wohl auch! England steht im Kriege mit den südafrikanischen Republiken. Deutschland hat strikte Neutralität zugesagt. Der Präsident von Transvaal, der ehrfurchtsvolle Greis aus germanischem Bruderstamme ist von der Schwelle des Kaiserhofes abgewiesen, ist von Berlin ferngehalten worden. Der König von England, der durch keine Ruhmesthat, durch keinen Edelsinn ausgezeichnete Verehrer laxer welscher Lebensart, und der Typus unmännischer Trivialität, wird mit allen Ehren, mit allem Pomp höfischen Ceremoniells in die Hauptstadt des neutralen Deutschen Reiches geleitet. Welche unendliche Dehnbarkeit, welche diametrale Auslegung muß doch der Begriff der Neutralität in sich schließen? Dem einfachen Gemüt allerdings bleibt diese Auffassung der Neutralität unfaßbar. Aber nicht bloß unfaßbar bleibt diese Politik der deutschen Volksseele -7 nein, sie erscheint ihr unmöglich und unerträglich. Und laut und dringend verlangt das deutsche Volk von seiner Regierung, daß solche falsche, daß solche ungerechte Politik nicht vor aller Welt ihren richtbaren Ausdruck, ihre unabweisbare Verurteilung findet. Die verantwortlichen Ratgeber der Krone müssen die vom Volke befürchteten Begleiterscheinungen und Konsequenzen der Deutschlandfahrt des englischen Königs zu verhindern suchen — ehe es zu spät ist. Wie ein Alb liegt es auf her Brust jedes monarchisch gesinnten deutschen Mannes. Man wird irre an der deutschen Politik, an der deutschen Rechtlichkeit und Zuversichtlichkeit. Im Ausland nicht nur, nein, im besten, int treuesten Teil des deutschen Volkes, das für seinen Kaiser einsteben will mit Leib und Leben, Treue um Treue. Das oeutsche Volk giebt alles für seinen Kaiser; uni so schwerer, um so leidvoller wird ihm die Empfindung, daß zwischen dem Wollen des Kaisers und dem Fühlen des Volkes eine so tiefe Kluft aufgähnt, und sich in erschreckender Weise erweitert. Aus der quälenden Angst der Liebe, aus der schreckenden Sorge der Treue preßt sich der Ruf des deutschen Volkes hervor: Kaiser, kehr um! Kehr um von englischen Schmeichelreden, von britischen Lob- aesängen zu der heimischen Sprache deines Volkes! Am Krankenlager in Cronberg wird König Eduard die respektvolle Zurückhaltung des deutschen Volkes erfahren. Weiterem Eindringen ins deutsche Land steht aber das unbeugsame Gesetz der Neutralität entgegen, zu der sich das Deutsche Reich verpflichtet; steht das untrügliche Gefühl der Antipathie entgegen, von dem das deutsche Volk gegen den ehemaligen Prinzen von Wales erfüllt ist.
Eins ist in dieser Schilderung ganz gewiß richtig: wohl in keiner europäischen Hauptstadt sind die Sympa- thieen für Eduard VII. stets in so mäßigen Grenzen geblieben, wie gerade in Berlin. Ein bekanntes Witzblatt, das ihn schon seit langem sehr unsanft behandelt, muß immer desto mehr Exemplare nachdrucken, je schärfer es ihn angreift. Uebrigens kommt Eduard VII. nach den
neuesten Mitteilungen gar nit nach Berlin. Vielleicht wird die „Staatsbürgerzeitung" dann sagen, ihr Artikel sei ihm in das klappernde Gebein gefahren, und so reise er mit „kurz kehrt" nach England zurück. ■
Derselbe scharfe Wind, der von hier nach London bläst, kommt vom Newa strande hierher. „Ostwind" überschreiben die „Berl. Neuest. Nachr." einen Leitartikel, in dem sie den zoll kriegerisch en Artikel der russischen „Handels- und Jndustriezeitung" gegen Deutschland besprechen. Tas Organ des Zentralverbandes der Industriellen bemerkt dazu, sowohl die That- sache, daß der nominelle Leiter jenes Blattes Beamter des russischen Finanzministeriums sei, als auch der Umfang dieser telegraphischen Uebermittelung und der Mißbrauch, der dadurch pfiffigerweise mit der Gutmütigkeit der deutschen Presse getrieben werde, die sich in ihrer Gesamtheit freiwillig zum Sprachrohr russischer Anschauungen mache, lasse keinen Zweifel, daß man es mit einem Elaborat des russischen Finanzministers v. Witte zu thun habe. Um so mehr dürfe man über die Ungeniertheit erstaunt sein, mit der der russische Minister in die Deutschland bewegenden ökonomischen Fragen agitatorisch eingreife. Phrasen wie die von der Verteuerung des Getreides für die deutschen Arbeiter seien die ältesten Ladenhüter der deutschen freihändlerischen und sozialdemokratischen Presse, und es klinge wie eine Ironie, daß ein russischer Minister solcher Rüstkammer seine Argumente entnehme. Das Blatt verspottet die Wittesche Drohung mit dem „anderweiten Absatzmarkt", der nirgends zu finden sei, und sagt unter Seiienhieben auf diejenigen deutschen Blätter, die forderten, daß Deutschland unter allen Umständen „am Strick der russischen Politik zu bleiben" habe:
Das St. Petersburg Blatt verrät große Unkenntnis der deutschen Verhältnisse, wenn es mit deutlichem Hinweis auf den deutschen Reichskanzler sich den Satz „von den Staatsmännern" leistet, „die mit Versprechungen künftiger Siege bei Handelsunterhandlungen mit fremden Staaten ihre Autorität im Innern befestigen wollen". Wenn der Inspirator jenes Artikels annimmt, daß Deutschland einen neuen Handelsvertrag mit Rußland so übereilt wie 1894 nicht wieder abschließen wird, so mag er damit allerdings im Rechte fein; aber es verrät wenig diplomatisches Geschick, die Unzufriedenheit darüber auf das persönliche und politische Gebiet zu verlegen und sich dabei zu Drohungen zu versteigen. Unser Blatt ist für ein enges Freundschaftsverhältnis zu Rußland jederzeit mit voller Wärme eingetreten und huldigt der Anschauung, die diesem Eintreten zu Grunde liegt, auch heute nach wie vor. Aber die ziemlich würdelose Art, in der ein Teil der deutschen Presse unter der angeblichen Flagge Bismarckscher Tradition täglich davor warnt, Rußland nicht zu verstimmen, muß natürlich bei den russischen Staatsmännern den Glauben erwecken, daß Rußland in der deutschen Politik carte forcee sei und daß unsere Diplomatie eigentlich ihre Aufgabe erschöpft habe, NMn sie täglich den St. Petersburger Barometerstand aolese. Wir sind über die intimen Anschauungen des verewigten Reichskanzlers hinreichend genug orientiert, um daran erinnern zu können, daß der große Staatsmann, der mit so weitblickender diplomatischer Ueberlegenheit das Freundschaftsverhältnis zu ^Rußland als ein Sakrament der deutschen Politik ansah, doch derselbe ist, aus dessen Munde die mit so millionenfachem Beifall begrüßten Worte stammen: „Wir laufen niemand n a ch", und: „Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts in der Welt!"
Diese antirussische Klangfärbung ist in einem Blatt wie die „Berl. Reuest. Nachr.", das gewisse Hintertreppen vorzüglich zu benutzen versteht, immerhin nicht ganz bedeut
ungslos. Gespannt kann man sein, welches Echo die Berufung auf den Fürsten Bismarck erweckt. Ohne Berechtigung ist sie nicht, denn außer den oben angeführten Aussprüchen hat der Altreichskanzler auch gesagt, das Saldo der Dankbarkeit (gegen Rußland) sei beglichen, und außerdem hat er bekanntlich seinerzeit gerade das russische Finanzministerium durch das Verbot der Lombardierung russischer Werte bei der Reichsbank in die höchste Verlegen- gesetzt.
Weitsichtige politische Betrachtungen sind hier nicht am Platze, denn vielleicht bereiten sich große Dinge vor, die eine große Reserve erfordern. •
Universitäts-Nachrichten.
— Der Geh -Justizrat Prof. Dr. Dernburg in Berlin hat, bei ursprünglichen Absicht entgeg n, seiue Lehrtätigkeit bisher noch nicht wiedei ausgenommen. Da die Vorlesungen fast durchweg in der nächsten Woche geschloffen werden, ist nicht mehr anzunehmen, daß er in diesem Winter noch lesen wird.
— Aus BreSlau wird gewedelt: Der Konservator der schlesischen Kunstdenkmäler, Baurat Lutsch, ist als Htltsarbeiter in das Ministerium berufen und als Nachfolger des Geh.-Oberregierurgsrats Persius mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Konservators der Kunstdrnkmäler Preußens beauftragt worden. — Der Pnvatdozent Dr. Hans AcheliS zu Göttingen ist zum a.-o. Professor an der thoiogischen Fakultät der dortigen Hochschule ernannt worden. — Der a.-o. Professor der Chirurgie an der Universität in Wien, Dr. JuliuS Hochenegg, wurde zum 0. Pro- ieffor ernannt
Eisenbahn Zeitung.
Leipzig, 21. Febr. Ueber die heutige Konferenz der Vertreter PreußenS und Sachsens betr. die Frage deS Leipziger Zentralbahnhofes meldet d>e „Leipz. Ztg-": Wenn auch die Entscheidung übe* w'chtiae Punkte noch voivmäheren Erörterungen, von weiteren Vorarbeiten abhängig gemacht werden muß, so ist doch insoweit eine U-bereinstrmmung erzielt, als demnächst sowohl von der Eisenbahndirektion tn Halle als auch von der Generaldirektion der sächsischen Staatsersenbahnen Bureaux in Leipzig errichtet und auf den gewonnenen Grundlagen mit spez ellen Planungen beauftragt werden können Nach Lage der örtlichen Verhältniffe muß zunächst auf Beschaffung der Anlagen für den Güterverkehr Bedacht genommen werden.
Frachtberechn««g für Zuchtvieh. Die tarifmäßige Frachtermäßigung für Zuchtvi-H wird nach neuerer Bestimmung nur dann go- währt, wenn die Uebereinstimmung der zur Eisenbahnbeförderung oufge- gebenen Tiere mit der in der Zuchtviehbescheinigung bezeichn ten Tiere zweifellos feststeht. In dieser sind daher die besonderen Kennzeichen und Merkmale der Tiere aufzufahren. Ferner ist anzugeben, wo und bei wem "as Vieh zur Zucht dienen soll. Auf Grund unvollständiger und allgemein gehaltener Bescheinigungen wird die ermäßigte Fracht nicht berechnet.
fc. Der Verbrauch <m Feueruugrmarerial im Bereiche der Preußisch Hessischen Eisenbahngemeinschaft ist in einem durch die Verkehrs« und Betriebsverhältniffe nicht begründeten Umfange gestiegen. GS ist daher eine strengere Ueberwachung des Verbrauchs eingeführt worden.
Schisssnachrichte«
Der Postdampfer „Nederland" der „Red Star Linie," in Antwerpen, ist laut Telegramm am 20. Februar wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
fr'Fnbcd’rn,
• fioflrrfcru
Königlicher, iPrpfjbersogticf cc
Hohensteinor Seiden Weberei „Lotze“, Hohenstein-Ernstthal
Kerliner Kries.
(Plaudereien auS der Kaiserstadt.)
(Nachdruck verboten.)
Priuz Karnevals Abschied. — Kehraus in der Straßenbahn. — Verkehrs Reformen. — Untergrundbahnen. — Tinten-Rowdies
Die letzten Faschingswalzer sind verklungen; die zierlichen Lackschuhe sind ziemlich rissig geworden und bedürfen dringend der Behandlung eines erfahrenen Leder-Klinikers; die schimmernden Ritterrüstungen wie die bunten Pierrot- Kostüme, der dies Jahr so beliebte Bur sowohl als der Seppl aus Berchtesgaden mit der kurzen Lederhose und dem „Zwischenakt", wie man das bloße Kuie scherzweise getauft hat, sie alle wandern wieder in die Mottenkisten, bis sie im nächsten Jahre eine fröhliche Auferstehung feiern. Ein bischen lange hats verschiedentlich gedauert diesmal am Fastnachtsabend; das konnte man Aschermittwoch früh in den Straßenbahnen konstatieren. Zwischen Den Männern im Arbeitskittel, die zu ihren Werkstätten fuhren, saßen in manchen der Wagen die braven Narren, Die den Becher der Faschingslust bis auf die Neige geleert Latten, in bunten, meist aber trübselig zerknütteten Kostümen, und würzten mit dem letzten Aufflackern ihrer Laune Öie dröhnende Frübfahrt. Das schöne Geschlecht trug dabei die Hauptkosten wie immer, wenn's einmal „lange gedauert" hat. Während die Herren der Schöpfung fröstelnd hinter Dem hochgeklappten Paletotkragen gähnten, zuckte es den Sei solchen Gelegenheiten unverwüstlichen Berliner Mädels
noch immer in den tanzlustigen Füßen — und ich glaube, wenn der Platz zwischen den Straßenbahnbänken nicht allzu schmal gewesen wäre, sie hätten den letzten Kehraus im elektrischen Wagen getanzt. Wenigstens verlangte ein lustiger Harlekin mit der lustigsten Miene der Welt vom Schaffner, daß bei den endlich bevorstehenden Verkehrs- Reformen diese Frage nicht vergessen würde. Da nicht geheizt wäre, müsse man sich wenigstens warm tanzen können! Von den Verkehrsreformen, die allerdings bitter notwendig sind, ist leider noch immer nichts Wesentliches zu spüren. Ab und zu erfährt man, daß Versuche gemacht worden, bald mit Heiz-, bald mit neuen Brems-Vorrichtungen, Erfindungen zur Verhütung von Unglücksfällen werden geprüft und verworfen — und die Anzahl der Opfer wächst mit unheimlicher Sicherheit. Nicht einmal die so einfache Einrichtung, den „besetzten" Wagen durch ein Täfelchen schon von weitem zu kennzeichnen,- und dadurch das unnötige Auf- und Wieoer-Abspringen einzuschränken, ist bis jetzt erfolgt, und an den großen Verkehrszentren, wie dem Potsdamer Platz, dem .Kreuzungspunkt der Leipziger- und Friedrichstraße, dem Spittelmarkt, Alexander- platz zc. läßt sich von den Londoner Erfahrungen unserer leitenden Organe noch immer herzlich wenig spüren. Man darf wirklich sein Testament vorher machen, wenn man gezwungen ist, einen dieser Plätze zu Fuß zu überqueren. Der Magistrat will dem Uebel kräftig zu Leibe gehen unf) durch Schaffung eines Netzes von Untergrundbahnen den Straßenverkehr ganz wesentlich entlasten. Es sollen die großen Bahnhöfe zunächst durch solche Tunnels verbunden werden, sodaß man vom Anhalter über den Potsdamer nach
dem Lehrter und Stettiner Bahnhof gelangen kann, von dort aus weiter nach Bahnhof Friedrichstraße und den Bahnhöfen des Ostens befördert wird; außerdem soll eine direkte Linie den Norden der Hauptstadt mit dem Süden verbinden. Aber das kostet Geld und Zeit, und es wird noch manches Jahr ins Land gehen, ehe diese Projekts Wirklichkeit geworden sind. In der erstaunlichen Billigkeit, die man unseren Verkehrsgesellschaften zuletzt nachrühmen darf, haben die Omnibus-Verwaltungen, die schon seit Jahren Fünf - Pfennig - Teilstrecken eingerichtet hatten, einen neuen Schritt gethan, indem sie gan^e Strecken zu diesem Satze befahren lassen. Das ist gewiß der GipfeL der Leistungsfähigkeit.
Taß es bei dem Hochflutenden Verkehr in unseren Hauptstraßen einer gewissen Sorte von hämischen Lümmeln möglich ist, durch Monate hindurch, bald hier, bald dort, gutgekleideten Frauen und Mädchen die Kostüme mit Tinte zu begießen, ohne jemals bei diesen Bubenstreichen erwischt zu werden, ist eine Thatsache, die kaum glaublich erscheint. Oft werden ganz neue und teure Toiletten durch diese traurigen Helden — die „Tinten-Rowdies" — verdorben, und anscheinend steckt diese abscheuliche Manie an, wie seinerzeit die Sucht, den lieben Backfischen die blonden ober braunen Zöpfe abzuschneiden! Denn die Berichte über dergleichen Rohheiten kommen aus den verschiedensten Stadtteilen. Wenn einer der Missethäter endlich ^nmal gefaßt werden sollte, ich glaube, er könnte einen d j Akt von Lynch-Justiz erleben! - Wenn ! - Air find rn dieser Beziehung leider Gottes nicht anders wie die guten Nürnberger! . . .


