Ausgabe 
23.11.1901 Zweites Blatt
 
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Eine neue Anarchisten-Konserenz?

D. B- Hd. verbreitet heute folgende Nachricht: Nach, einer demLok.-Anz." aus Petersburg zugehenden Meldung Wird in dortigen politischen Kreisen versichert, daß Deutsch­land und Rußland in kurzem gemeinschaftlich die übrigen Mächte zu einer neuen Anarchisten-Konserenz ein« laden rvallten. In der Zirkularnote, über deren Fassung jetzt zwischen den beiderseitigen auswärtigen Aemtern Unter­handlungen schweben, werde den anderen Regierungen die Mahl des Ortes, wo die Konferenz tagen soll, ob Berlin oder Petersburg überlassen. Ter Plan zu der Konferenz ist angeblich während der Tanziger Zusammen- kunfr des Kaisers und des Zaren unter dem Eindruck der Nachricht von dem Attentat auf Mac Kinley gefaßt worden.

Diese Nachricht ist überraschend, weil bisher sowohl die Etlichen Stellen in Deutschland wie in Rußland dem Gedanken einer solchen Konferenz, der ja sofort nach dem Attentat auf Mac Kinley auftauchte, durchaus kühl gcgen- übergestanden haben. Die nächstbeteiligten Vereinigten Staaten lehnten ebenso wie Italien, ab, die Initiative zu ergreifen. Was soll denn auch bei einer neuen Konferenz herauskommen, da doch über die hauptsächlichen Punkte auf der letzten internationalen Konferenz insbesondere in­folge des Protestes Englands kein Einvernehmen zu er­zielen war? Irren wir nicht, so wurde damals der Be­schluß gefaßt, die Protokolle der Beratungen zu vernichten. Die Arbeit müßte also ganz von neuem begonnen werden wie kaum zu bezweifeln mit demselben negativen Erfolge. Auch hat der Kaiser in seiner Rede nach der Zusammenkunft zwar die Sicherung des Weltfriedens verkündet, mit keinem Worte aber auf eine derartige Absicht hingcdeutet.

Aus Atadt und Kaud.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

Gießen, 22. November 1901.

IjU. Die philosophische Fakultät der Landesuuiverfität hat soeben dem Präsidenten des Finanzministeriums, früheren Oberbürgermeister von Gießen, Fedor Gnauth, ehren­halber die philosophische Doktorwürde verliehen. Das Elogium lautet:

Fedoro Gnauth aerarii publici curatoram praesidi ac directori qtri nuper civis nosfer et civitatis noatrae praeaidiatn ac decus academiae noatrae Ludovicianae in defesso studio favebat eiusque rationibos summa saepe sapientia proapiciebat ac 'providsbat civium academicorum quasi pater et vere amicus quem ad honorea amplissimos provectum revocant ad suos honores Universitatis litterarum Hassiacae hio et illio semper patrono jiberarum scientiarum atque artium liberalium adiutori ac promotori in rebus publicis instituendis et administrandis vere philosopho SUMMOS in Philosophie honorea

Zu deutsch etwa:

Fedor Gnauth, dem Präsidenten des Finanzministeriums, der früher unser Mitbürger, Haupt und Zierde unserer Stadt war, der in unermüdlichem Eifer unserer Ludwigs-Universität feine Gunst zuwandte, und für das, was ihr notig war, voraus- fchauend mit der größten Weisheit sorgte, der studierenden Jugend ein Vater und wahrer Freund, den die hessische Universität nun, da er zu den höchsten Ehren emporgestiegen ist, zu ihren Ehren zurückruft, chm, der stets hier wie dort die freie Wissenschaft m seinen Schutznahm, die freien Künste unterstützte und för­derte, der sich bei der Anordnung und Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten als achter Philosoph erwies, die höchsten Ehren m der Philosophie ....

Man wird diese außerordentliche Ehrung unseres hoch- serdienten Ehrenbürgers in unserer gesamten Bürgerschaft mit besonderer Freude aufnehmen.

** Ans dem Theaterbnrean. Samstag, ge­langt als 6. volkstümliche Vorstellung bei kleinen Preisen der Blumenthal-Kadekbnrg'sche SchwankHans H u ck e b e i n" zur Aufführung. Am Sonntag, den 24. ds., wirdDie Grille" von Charlotte Birch-Pfeiffer, neuer­dings auch wieder Rcpertoirstück desFrankfurter Schau­spielhauses", gegeben.

w. Nidda, 21. Nov. Gestern abend hielt derGe­misch t e E h o r" zu Nidda einen Familienabend im Gasthaus zur Traube ab. Es wechselten Ehorgesänge mit Gesängen des mit dem Ehor verbundenen Männerquartetts und Einzelvorträgen für Gesang und Klavier. Auch ein lebeirdes Bild vaterländischen Inhalts wurde gestellt. Den Schluß bildete eine komische Zaubervorstellung des Lehrers der Gewerbeschule, Herrn Endres; das Ganze nahm einen allseitig befriedigenden Verlauf. Tie Solovorträge wurden ausgeführt von Frau Dr. Heyer und Frl. W e r n d , sowie Hr. P a a r. Die Leitung des Vereins liegt in der Hand des Herrn Pfarrers Werner, das Präsidium in der Hand des Oberamtsrichters R ö m h e l d. Letzterer begrüßte die Gäste und brachte dem Dirigenten ein Hoch. Schreinermeister Neun in g sprach seine Freude aus über die im Verein zu tage tretende Einigkeit der verschiedenen Stände.

A. Nidda, 21. Nov. Bei der heute vvrgenommenen Wahl eines Beigeordneten wurde unser seitheriger Beigeordnete Mühlenbesitzer Wilhelm Braun II. mit 78 Stimmen einstimmig wiedergewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Die Wahlbeteiligung war sehr gering, da von 400 Wahlberechtigten nur 78 von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.

S. Darmstadt, 21. Nov. Unter außerordentlich großer Teilnahme der Bevölkerung fand heute auf dem hiesigen Triedhofe die Beisetzung der bei dem Brande der Turnhalle ums Leben gekommenen Minna Lang aus Linkenhain bei Karlsruhe und Katharina Reith aus Uffhausen bei Kassel statt. Tie Mitglieder der Turngemeinde mit der Fahne an der Spitze begleiteten die Leichen von der Friedhofskapelle nach dem Grabe, wo die Gesangsabteil­ung des Vereins den Zug mit dem TrauerliedeWie sie so sanft ruh'n rc." empfing. Der cvang. Pfarrer Belte hielt am Grabe der Minna Lang eine zu Herzen gehende Grab­rede. Prof. Friedrich, der erste Sprecher der Turn­gemeinde, trat hierauf an den Grabhügel und schilderte in bewegten Worten das kaum faßbare Unglück. Noch zwei Stunden vorher seien der Turngemeinde die Räume der Turnhalle eine Stätte der Fröhlichkeit gewesen. Ueber den Verlust des Gebäudes könnte man sich aber, wenn auch mit Thränen im Auge und einem Riß im Herzen, schließlich trösten. Toch der Verlust dreier blühenden Menschenleben mache das fast unmöglich. So schwer wie der heutige, sei ihm noch kein Gang geworden. Im Namen der Turn­gemeinde sprach er den Hinterbliebenen herzliches Beileid aus und legte dann einen von der Turngemeinde geslisteten Kranz nieder. Es wurden außerdem zahlreiche Kränze, u. a. einer von dem Frankfurter Kellnerverein, an dem Grabe nwdergelegt.Aufersteh'n, ja Auserstehn" der Turner;mgmannschaft schloß diesen Teil der erhebenden Feier. Inzwischen nahte wieder der Zug der Turner mit dep verunglückten Kath. Reith. In ebenso feierlichen wie

bewegten Worten hielt hier der katholische Pfarrer Dr. Schneider eine tief zu Herzen gehende Grabrede. Auch an diesem Grabe legte Prof. Friedrich einen Kranz nieder. Mit einem weiteren Grabgesang schloß die von Tausenden besuchte Totenfeier. Am Samstag findet die Beisetzung der verunglückten Kath. Haller in ihrer Heimat in Richen im Odenwald statt. Tie Turner werden auch hier in corpore der Toten die letzte Ehre erweisen. Die Turngemeinde hat es sich auch nicht nehmen lassen, die Särge und Be- tattungskosten zu übernehmen. Großes Aufsehen erregt es, daß die hiesige Volks bank ein der Turngemeinde geliehenes Kapital trotz der Bürgschaft von 10 solventen hiesigen Bürgern nach dem Brand gekündigt hat.

Darmstadt, 21. Nov. Bei der heute von der Stadt- verordirctcnnersammlung vorgenommenen Wahl eines Bei­geordneten der Bürgermeisterei Darmstadt wurde mir 32 von 34 abgegebenen Stimmen 'Amtsrichter G l ä s s i n g -Offen­bach gewählt. G., der im Alter von etwa 37 Jahren steht, ist der Sohn des hier verstorbenen Gerichtsschreibers G. Er war früher u. a. auch unter dem ehemaligen Bürgermeister Gnauth in Gießen im Verwaltungsfach mit Erfolg thätig. . Man schätzt ihn wegen seines großen Wissens, feiner Um- icht, und. seiner populären Umgangsformen.

Darmstadt, 21. Nov. Die offiziellen Einladungen zur Feier des diesjährigen Geburtstages des Großher­zogs, die an die Staats- und Militärbehörden und an die Kommunalverwaltungen zur Beiwohnung an dem Gottesdienste usw. erlassen worden sind, weichen von den seitherigen Ein­ladungen wesentlich ab. Während seither die Einladungen dahin lauteten, daß die Vertreter der Kommunalverwaltungen zur Teilnahme an der gleichzeitig stattfindenden Geburtstags­eier des Großherzogs und der Großherzogin eingcladcn wurden, sind dieselben Vertreter in diesem Jahre zum ersten Male wieder zur alleinigen Geburtstagsfeier des Groß­herzogs cingeladen.

Bingen, 21. Nov. Der tragische Tod der Eheleute Bernhard Groß hier hat sich nunmehr vollständig aufge­klärt. Nachdem bereits durch den Sektionsbefund bei Frau Groß mit Bestimmtheit Vergiftung durch Kohlenvxydgas als Todesursache festgestellt war, hat auch die Untersuchung von Blut und Organen des Herrn Groß, die in Gegenwart des Großherzoglichen Kreisarztes Dr. Schäffer von Professor Dr. Fresenius in Wiesbaden vor genommen wurde, jeden Zweifel hinsichtlich einer anderen Todesursache beseitigt.

Worms, 21. Nov. An dem Uebergaug der Straße Rheindürkheim-Guntersblum bei Kilometer 2,6 der Nebenbahn Osthofen-Guntersblum wurde gestern das Fuhrwerk des Arztes Dr. Rolly aus Osthofen um 11.20 Uhr durch den Güterzug 495 überfahren. Wegen heftigen Sturmes hat Dr. Rolly seiner Angabe nach das Herannahen des Zuges nicht wahrgenommen, obgleich ge­nutet wurde. Kurz vor dem Uebergange versuchte Dr. Rolly ras Pferd seitwärts abzulenken. Tas Pferd wurde aber cheu und sprang über den Uebergaug. Ter Wagen wurde von der Maschine am Hinterteil erfaßt und Dr. Rolly aus dem Wagen geschleudert, wobei er eine leichte Ver­letzung erlitt. Ter Wagen ist zertrümmert. Das Pferd, die Bahnanlagen und der Zug sind unbeschädigt.

Wetzlar, 21. Nov. Am Buß- und Bettage wurde der auf so tragische Weise ums Leben gekommene Schreiner- meister Willy Haupt zu Grabe getragen. Ter große Trauerzug, an dessen Spitze zwei Vereine marschierten, deren Mitglied der Entschlafene war, gab Zeugnis von der allgemeinen Teilnahme, die mau der Familie des Tahin- geschiedenen entgegenbringt. Mit beredten, zu Herzen gehenden Worten schilderte Superintendent Schöler den Schmerz der des Ernährers beraubten Familie, und ries himmlischen Trost auf sie herab.

** Kleine Mitteilungen aus Hcffen und den Nachbarstaaten. In Obermühle bei Braunfels hat sich die Tienstmagd Kath. Räuber, die sechs Jahre lang in der Wirtschaft und Brauerei Obermühle bedienstet war, in dem großen Teich ertränkt. Als Motiv wird Geistesstörung, von anderer Sette jedoch Verzweiflung über einen sittlichen Fehltritt ange­geben. Ein 17jähriger Junge aus Dutenhofen, der in einem Geschäft zu Offenbach beschäftigt war und dort den Betrag von ungefähr 12 Mark unterschlagen hatte, hat aus Furcht vor der Strafe sich in einem Walde bei Offen- bach erhängt.

Vermischtes.

Raubmord. Aus Hagenow (Pommern) wird telegraphiert, daß in der Hagenower Haide in der letzten Nacht ein Raubmord begangen worden ist. Der Thäter- schaft sind zwei Personen verdächtig, welche flüchtig sind, und deren Kleider mit Blut befleckt sein müssen. Angaben über die ermordete Person fehlen zur Zett noch.

* K a s s e l, 21. Nov. Das Vorstandsmitglied der Treber- trockuungsgesellschaft, Direktor Bo 1 l m a n n, ist dem Ver­nehmen nach in Hannover, wohin er kürzlich verzogen ist, verhaftet worden.

* Petersburg, 21. Nov- Auf dem Baikal-See hat sich eine furchtbare Katastrophe ereignet. Das Fahrzeug Potapow, befrachtet mit 540 Fässern Salzfischen war von dem Dampfer Jakow ins Schlepptau genommen worden. Da brach ein furchtb arer Orkan aus und die Jakow wurde gezwungen, das Schlepptau zu kappen. Jin nächsten Moment schon sank die Potapow und 161 Ar­beiter sowie die aus 15 Personen bestehende Sch iffs- mannsch ast ertranken._____________________

Gerichtssaal.

Mainz, 21. Nov. Der sozialdemokratische LandlagSabgeord- nete und Redakteur Philipp Haas von hier sollte sich gestern vor­der Strafkammer wegen Beleidigung des o st a s i a t i s ch e n Korps verantivorten. Der Angeklagte hatte es vorgezogen, nicht zu erscheinen. Oberstaatsanwalt Schmidt bemerkte, daß ihm der Angeklagte persönlich mitgeteilt habe, daß er, gestützt aus seine Im­in u n i t ä t als Abgeordneter, nicht erscheinen werde. Er be­antragte die Vorführung des Angeklagten, da diese nach dem Gesetz nicht ausgeschlossen fei. Ob sie einen Eingriff in die Rechte des Abgeordneten darstelle, darüber ui entscheiden sei Sache des Landtags, dessen Genehmigung zur der Vorführung cinzuholen sei. Nach Entscheidungen des Oberlandesgerichts und des Reichs­gerichts sei das Recht zur Vorführung eines Abgeordneten aus­drücklich anerkannt; auch das h e s s i s ch e M i n r st c r i u >n d e r I u st i z^stehe mH diesem Standpunkt. (Bisher wurde noch in keinem Fall die Genehmigung des Landtags zu einer Verhastung oder Vorführung eines Abgeordneten erteilt; sie dürfte auch im vorliegenden Fall nicht erfolgen.) Tie Strafkammer lehnte den Antrag auf Vorführung ab, da sie nach § 229 Abs. 2 der Straf- Prozeßordnung nur dann gerechtfertigt sei, wenn der Angeklagte nicht genügend entschuldigt sei. Es sei aber gerichtsnotorisch, daß seil vorgestern der Zusammentritt des Landtags erfolgt sei, mithin sei die Abwesenheit des Angeklagten genügend entschuldigt.

Frankfurt a. M., 21. Nov. In der Sylvesternacht machte der Ingenieur Karl Eduard August Beck, wie er selbst angtebt-

in angetrunkenem Zustand über seinen Fremd, den Ingenieur Friy Hofmann, eine lehrenkrankende Bemerkung. Es kam zwischen Beiden zu einem Duells das am Morgen des 8. Januar unter leichten Bedingungen im etabtroalb ausgetragen wurde. Hofmann wurde am Arm leicht verletzt. Beide wurden heut» von der Stras- kammer zu je 4 Monaten Festungshast verurteilt.

"Arlieiterbnvegung.

Paris, 21. Nov. Im A u s st a n d s g e b i e t von Lens ver­lief die letzte Nacht ziemlich ruhig. In Avion verringerte sich die Zahl der Ausständigen, in DourgeS hat sic sich vermehrt.

Landwirtschaft.

Der Laateustand in Preußen betrug Mille November: Winterweizen 2,2, Winterspelz 2,3, Winterroggen 2,2, junger Klee 2,7, Luzerne 2,6. Die entsprechenden Ziffern des Vorjahres waren: 2,4, 1,9, 2,4, 3,0 unb 2,7.

Littcratur, Wissenschaft und Kunst.

Berlin, 21. Nov. Zu der Meldung desKl. Jour." über eine neueArt dcrSrahlbercitung erfährt dieNat.-Ztg.", daß sich nicht die techllische Hochschule, sondern die chemisch-technische Versuchsanstalt mit der Erfindung beschäftigt hat, und zwar weil ihr seitens des Fabrikanten Giebeler die Erfindung vorgelegt wurde zur Untersuchung. Das Gutachten dieser Anstalt beschränkt tich aus die Mitteilung des durch die Untersuchung gewonnenen Zahlen­materials. Von einer Kritik der Erfindung seitens des erwähnten Jnstitllts könne keine Rede feilt.

Anioersttüts-Uachrichten.

Berlin, 20. Nov. Ter Geh. Lcgationsrat z. T. Proseßor Acgidi ist heute gestorben. (Dr. Ludw. Karl Aegidl war am 10. April 1825 zu Tilsit geboren. Er war 1848 Privatsekretar der prcuß. Minister v. Ailerswald uiid Graf Dönhoff, redigierte später dreKonstitutionelle Zeitung" in Berlin, habilitierte sich 1853 in Göttingen, wurde 1857 a. o. Professor der Rechte in Erlangen. Nach Krästen förderte er die Gründung des Nationalverems. 1868 wurde er ord. Professor der Rechte in Bonn. Als Freikonser- valiver gehörte er dem Norddeutschen Reichstage und dem preuß. Abgcordncteiihause an. 1871 wurde er ins Auswärtige Amt be» rufen. Als er 1877 aus dieser Stellung schied, erhielt er eine Honorarprofessur an der Berliner Universität. Seine publizistische Thätigkeit ivar sehr umfanqrcid). D. Red. des Gieß. Anz.)

Wien, 20. Nov. Der Professor an der hiesigen technischen Hochschule Edler Ra ding er ist heute Nachmittag gestorben.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 24. November. 25. nach Trinitatis. Totenfest.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LukaSgemeinde.

Pfarrer Euler..

Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst.

Pfarrer Dr. Naumann.

Montag den 25. November, abends 8 Uhr im Konftrmanden- aal der Johanneskirche. Pfarrer Euler.

In der Friedhofskapelle.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Montag, den 25. November. In der Stadtkirche.

Vormittags 10 Uhr: Vereinigter Eivil- und Militärgottesdienst, zur Feier des Geburtsfestes Ihrer Königl. Hoheiten des Großher­zogs und der Großherzogin.

Donnerstag den 28. November, abends 8 Uhr, im unteren Konfirmandensaale (Kirchstraße 9): Bibelstunde.

Pfarrer Dr. Grein.

Nächstkünftiaen Sonntag, den 1. Dezember als dem 1. Advent, findet in beiden Kirchen im Vormittagsgoltesdienst Beichte und heil. Abendmahl, in der S t a d t k i r ch e für Matthäus- u n d Markusgemeinde, in der Johanneskirche für die Lucas- und Johannesgemeinde statt. 'Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Weitere Abendmahlsfeiern werden gehalten: am 2. Advent abends: in der S t a d t k i r ch e für die Matthäusge- meindc, in der Johanneskirche für die Johannesge­meinde, am 3. Advent abends : in der S t a d t k r r ch e für die Markusgemeinde, in der Johanneskirche für die L u c a s g e m e i n d e. Zu diesen Abendmahlen werden besonders die konfirmierte Jugend feder Gemeinde eingeladen.

Am 1. Advent wird an sämtlichen Gottesdiensten eine Kol­lekte zum Besten unseres Kirchensonds erhoben ivcrden

Katholische Gemeinde.

Samstag den 23. November.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hell. Beicht.

Sonntag den 24. November. Letzter Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur Herl. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;

vor rmd in derselben Austeilung der heil. Kommunion

um 8 Uhr: Die zweite heil. Meise.

um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 6 Uhr: Ehristenlehre; darauf Adacht für die Abgestorbenen.

Montag, den 25. 9!ooember.

Vormittags um 97, Uhr: Zur Feier des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großhcrzogs: Militärgottesdienst.

Neueste Melmiugen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

tt Darmstadt, 22. Nov. In der Zweiten Kammer wurde heute die Ersatzwahl des Abg. Breimer für giltig er­klärt. Ein Antrag des Abg. Ulrich u. Gen. auf Blldung kleinerer Sanitätsbezirke und Anstellung staatlich besoldeter Be­zirksärzte, insbesondere aus Reorganisation des ganzen hessischen Sanitätswesens, wird nach eingehender De­batte einstimmig angenommen, ebenso ein Antrag desf. Abg. auf Uebersührung derApotheken in den Staatsbetrieb. Zum 2. Schriftführer wird mit 20 Stimmen Abg. Brauer gewählt. Abg. Leun erhält 10 Stimmen. Auf eine Anfrage erklärt^Dr. Gnauth, die Regierung habe gethan, was in ihren Kräften steht, um den Bau der Nebenbahn zu fordern. Eine Kouzes- stouierung von Bahnlinien ohne Mitwirkung der Städte werde in Zukunft nicht mehr stattfinden.

Berlin, 22. Nov. Ter Entwurf zu einem Börsen« gesetz ist fertiggestellt nnd geht demnächst an die Einzel« regierungen. Der neue Reichspostetat weist einen Ueber« schütz von 34646234 Mk. auf, gegen das Vorjahr 3 222 083 Mk. weniger. Aus Anleihemitteln sollen 17345 000 für Fern« sprcchzwecke ausgegeben werden.

London, 22. Nov. Wie die Blatter melden, tragt fich Kaiser Wilhelm mit dem Plan, den Kronprinzen eine Welt­reise unternehmen zu laffeu, beider auch die großen b ritisch en Kolonien besucht werden sollen. König Eduard verhalte fich dazu sehr sympathisch und wolle dafür Morgen, daß dem Kron«