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23.10.1901 Erstes Blatt
 
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Nr. 249

Erftes Blatt.

151. Jahrgang.

Mittwoch 23. Oktober 1901

Erscheint täglich Ausnahme des Montags.

Die Gießener Familien- dlaiter werden dem An­zeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und denBlättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei- gelegt.

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General-Anzeiger w m««

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Amts- und Anzeigeblalt für den Kreis Gießen sss _______________________________ V __"________ _____ Kr zeigenteil: Hans Beck.

Die Bekämpfung des Duells.

Unter Führung katholischer Männer, die den Zweikampf aus religiösen Gründen verabscheuen, ist in Deutschland eine Antiduellbewegung entstanden. Die Ablehnung eines Duells oder die Unterlassung einer Herausforderung zu einem solchen wird von vielen als ein Beweis für den Mangel an Mut angesehen. Man wird nicht leugnen können, daß unter Um­ständen gerade das Gegenteil davon der Fall ist. Mancher nimmt das ganze gesellschaftliche Odium auf sich, das mit 'der Verweigerung des Zweikampfes verbunden ist, um nicht die Pflichten gegen seine Angehörigen zu verletzen. Andrer­seits hat man sich auch an den Fall des Polizeipräsidenten v. Hinkeldey zu erinnern, der in seiner hochgradigen Kurz­sichtigkeit nicht auf zwei Schritte Distanz zielen konnte, und nichtsdestoweniger sich Herrn v. Rochow, einem der besten Schützen seiner Zeit, stellen mußte.

Natürlich kann der Einzelne sich nicht immer der allge­meinen Auffassung der Dinge widersetzen. Die Beseitigung des Duells kann nur durch den Staat und die Gesellschaft geschehen. In erster Reche durch den Staat. Es ist ein eigentümlicher Zustand, wenn der Zweikampf und die Bei­hilfe zu ihm gesetzlich verboten ist und auch bestraft wird, andererseits aber von einer großen Kategorie von Staats­dienern die Annahme eines Duells direkt gefordert wird. Meint der Staat, daß er den Traditionen Rechnung tragen müsse und daher die Strafbestimmungen gegen den Zwei­kampf nicht verschärfen könne, so könnte er doch das Duell unter gewissen Umständen nicht als obligatorisch erklären. Mancher ideelle Gegner des gesellschaftlichen Duellzwanges muß sich einem Zweikampfe unterwerfen, weil er sonst gesell- fchaftlich geächtet wäre. Selbst streng katholisch gesinnte Männer sehen sich trotz des religiösen Bedenkens genötigt, entweder eine Herausforderung zum Zweikampf ergehen zu lassen oder eine solche anzunehmen

Allerdings ist in vielen Fällen das Duell eine Not­wendigkeit bei dem mangelhaften Schutz, den die Privatehre in Deutschland durch das Gesetz genießt. Die Privatklage ist kein ausreichender Schutz, und auch dieser kann durch geschickte Winkelzüge nicht nur unmöglich gemacht werden, sondern sogar zum Schaden des Beleidigten ausfallen. Der Beklagte hat das Recht, in das Privatleben eines Mitbürgers zu dringen, seine Vergangenheit unter die Lupe des Uebel- wollers zu nehmen, allerlei Verdächtigungen auszustreuen, und schließlich kommt eine geringfügige Geldstrafe heraus, die böswillige Menschen gern auf sich nehmen, in dem Bewußtsein, dem Rufe und der Existenz ihres Opfers gründlich geschadet zu haben. Will man ernstlich den Zweikampf beseitigen, so müßte zuvor für den Schutz der Ehre eines jeden Bürgers ausreichend und wirksam gesorgt werden.

In England und in der letzteren Zeit auch in Frank­reich werden unbegründete Ehrenkränkungen mit hohen Strafen und Zuerkennung von bedeutenden Entschädigungssummen geahndet.

Der Staat allein wird das Duell nicht beseitigen können ohne die Mitwirkung der Gesellschaft. Es ist eigentümlich, wie die Sache mitunter aufgefaßt wird. Jemand wird in seiner Ehre schwer gekränkt; zum Duell in diesem Fall zu

Feuilleton.

«Lortziug.

Des Opernkomponisten Albe rt Lortzing 100. Geburtstag -ist der 23. Oktober. Lortzing ist am 23. Okt. 1801 geboren und wurde, nachdem er die Bühne schon in Kinderrollen betreten, 1819 als jugendlicher Liebhaber und Tenorist in Düsseldorf engagiert, von wo er später an verschiedene andere Theater überging, bis er 1833 in Leipzig festen Fuß faßte. Hier wirkte er nicht nur als Schauspieler und Sänger, sondern auch als Dichter und Komponist zahlreicher Opern mit dem größten Erfolg bis 1844, wo er seine Thätigkeit auf der Bühne mit der des Kapellmeisters vertauschte. Zwei Jahre später ging er in gleicher Ägenschaft an das Pokorny-Tyeater zu Wien, und 1850 an das Friedrich Wilhelmstädtische Theater in Berlin, wo er zuletzt in dürftigen Umständen lebte. Lortzing ist der erste und einzige Künstler, der sich seit Dittersdorf mit Erfolg der deutschen komischen Oper ge­widmet hat, und seine Arbeiten tragen schon deshalb den Stempel echter Kunstwerke, weil hier Dichtung und Musik in jenem unmittelbaren Zusammenhang stehen, der sich durch die Einheit des Dichters und Komponisten er­gab. Dazu war Lortzings Begabung auf beiden Gebieten glänzend, und wenn sein Spumor auch der Vornehmheit entbehrte, so leistete er durch gesunde Naivität, volks­tümliche Innigkeit und richtige Erkenntnis des dramatisch Wirksamen dafür reichlichen Ersatz. Seine erfolgreichsten Opern sind:Die beiden Schützen" (1837),Zar und Zim­mermann" (1838),Der Wildschütz" (1842),Undine" (1845) und derWaffenschmied" (1846). Lortzing starb am 21. Ja­nuar 1851.

Bis vor kurzem waren wichtige Daten aus dem Leben Lortzings in Dunkel gehüllt. Mit der Chronologie seines Daseins hat es Lortzing niemals genau genommen. So entschwand ihm das Datum seiner Verehelichung völlig aus dem Gedächtnis. Er erinnerte sich nach 25 Jahren nur noch dunkel, daß er etwa im Januar 1823 zu Köln mit seinem.geliebten Röschen den Bund fürs Leben eingsgangen war. Daß dieser Tag aber der 30. Ja­

greifen, widersteht ihm jedoch aus religiösen oder ethischen Gründen. In diesem Falle hat er die ganze Schwere der gesell­schaftlichen Aechtung zu ertragen. Findet aber ein Zweikampf statt und fällt dabei der Beleidigte und Gekränkte, so ist die verletzte Ehre durch den ungerechten Zufall im Waffentanz wieder­hergestellt. Der Antiduell-Kongreß in Leipzig schlägt Schieds­gerichte vor, die jeden einzelnen Fall zu untersuchen hätten. Wir wissen nicht, in welcher Form das Schiedsgericht mit­wirken soll; aber wir denken, daß, wenn die Schuld des Einen festgestellt wird, er einfach nicht mehr als satisfaktionsfähig gelten dürfte, das Duell wäre dann überflüssig. Es ist un­begreiflich, wie jemand seineEhre" dadurch Herstellen kann, daß er den Beleidigten und in seiner Ehren Gekränkten nieder- schießt. Andererseits wird aber nicht immer das Schiedsgericht das geeignete Mittel zur Schlichtung eines Ehrenhandels sein, da doch eine Verhandlung vor dem Schiedsgericht eben­falls allerdings ein Prozeß wäre, den oft genug die­jenigen vermeiden sollen oder müssen, die eine Verletzung der Familienehre zu sühnen haben. Es ist nicht jedermanns Sache, eine empfindliche Schmach, die ihm angethan worden ist, anderen Leuten mitzuteilen.

Auf ein bedeutendes Ergebnis der Bewegung gegen das Duell braucht sich niemand irgend welche Hoffnung zu machen. Der Staat aber könnte zunächst beim Heer das Duell zu beschränken sich bemühen. Im übrigen besitzt das Zentrum Einfluß und Macht an maßgebender Stelle, der vielleicht von Freunden und Gegnern des Duells nicht genügend geschätzt wird. Die Konferenz hat die weitere Behandlung der Frage zwei gewählten Komitees überlassen. Sie selber hat etwas Greifbares und Durchschlagendes nicht erreicht. Man war sich wohl einig in der Verurteilung des Zwrikämpfes; die Meinungen über die einzuschlagenden Wege gingen aber weit auseinander. Die Vorschläge über die strengere Bestrafung der Beleidigungen sind jedenfalls be­achtenswert. Der Zwang zur Abbitte scheint aber ziemlich fragwürdig und von geringerer Bedeutung zu fein. Daß der Zweikampf als Körperverletzung oder gar als Totschlag be­straft werden solle, ist eine Forderung, die nicht so bald Beachtung und Berücksichtigung finden wird. Der Gedanke eines korporativen Zusammenschlusses der Duellgegner, wo­möglich auf internationaler Grundlage, dürfte kaum eine durch­greifende Bedeutung erlangen. Alle Gemeinschaften, die nur auf einer gewissen Negation beruhen, pflegen bald aus­einanderzufallen oder ein kraftloses Dasein zu fristen. Ob die eingesetzten Komitees den ihnen gewordenen Auftrag in wirk­samer Weise erfüllen werden, bleibt abzuwarten, und ob zur befriedigenden Lösung der Zweikanrpffrage Konferenzen wesent­lich beitragen, scheint uns auch recht fraglich. Parlamentarische Erörterungen haben bisher bekanntlich nicht den geringsten Einfluß ausgeübt.

Are Eröffnung derIrankfurterKandelsakademie.

Frankfurt a. M., 21. Okt.

Im Beisein der Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden sand heute mittag um 2 Uhr im Hoch'sch en Konser­vatorium die Eröffnungsfeier der Akademie für Sozial­und Handelswissenschaften statt. Von der Regierung waren die Minister Möller und Studt, ferner der Oberpräsident

nuar gewesen, das siel dem Meister nicht bei. Er feierte daher feine silberne Hochzeit an irgend einem Tage der fröhlichen Karnevalszeit 1848 und es war natürlich der falsche Tag. Aber auch über das Jahr seiner Geburt ist Lortzing Zeit seines Lebens in Zweifel gewesen. Er selbst glaubte, daß er am 23. Oktober 1803 geboren fei und dieses Datum ist denn auch in alle Biographien und Lexika übergegangen, so daß zuerst eine beträchtliche Meinungsverschiedenheit obwaltete, ob die Hundertjahr­feier schon in diesem Jahre zu begehen sei. Erft vor einigen Jahren hat der Sohn des Meisters, Hans Lortzing, die Eintragung im Kirchenbuch eingesehen und dabei fest- gestellt, daß das Geburtsjahr Albert Lortzings 1801 ge­wesen. Der Tauseintrag im Register der Vetrikirche zu Berlin lautet:1801, geboren den 23. Oktober, nach­mittags 5 Uhr, getauft den 29. November 1801 im Hause. Vater: Hr. Johann Gottlieb Lortzing, Lederhändler, Mutter: y g-rau Charlotte Sophie Seideln, Kind: Gustav Albert. Pathen: Madame Lortzing, Hr. Friedrich Lor­tzing, Madame Lortzing, Hr. Barbjie, Buchhändler, Ma­dame Lagarde, Hr. Ferd. Schmidt, Graveur." Dieses amt­liche Zeugnis hebt also jeden Zweifel und so wird es denn für immer bei dem 23. Oktober 1801 verbleiben. Dieses Datum wird auch auf der Gedenktafel figurieren, die am 23. Oktober an der Geburtsstätte des Tondichters in der Breitenstraße zu Berlin (jetzt Kaufhaus Rudolph Hertzog) enthüllt werden soll. Diese Gedenktafel ist die erste That des Komitees zur Errichtung eines Lortzing- Denkmals in Berlin. Für dieses Denkmal selbst ist soeben ein Aufruf erlassen worden. Ohne Zweifel wird es das deutsche Volk für eine Ehrenpflicht erachten, durch, zahl­reiche Spenden an dem Zustandekommen dieses nationalen Unternehmens mitzuwirken.

Zur Hundertjahrfeier von Lortzings Geburtstag" wid­met Prinz Emil Schönaich-Cavolath einen Prolog, der in mehreren Theatern am Gedenktage gesprochen werden soll. Der Prolog läßt neben dem vollen A^ord der Huldigung für Lortzing auch einen scharfen Ton der Anklage gegen diejenigen vernehmen, die unseren heimischen Meistern ge­genüber mit Anerkennung und Teilnahme kargen. Er beginnt:

der Provinz Hessen-Nassau, Graf Zedlitz-Trützschler, und Regierungspräsident Wentzel anwesend. Ein Chor des Sängerchors des Lehrervereins eröffnete die Feier. Dann ergriff Oberbürgermeister Adickes das Wort, und be-^ tonte, daß die neue Akademie vor allem dazu bestimmt sei, dem Handelsstande die so wichtige Hochschulbildung zu vermitteln, andererseits auch den Beamten, Richtern und Juristen die unmittelbare Berührung mit den realen Mächten im Zeitgetriebe zu verschaffen, bereit Kenntnis ihnen im Beruf zu statten komme. Um das Institut hätten sich vor allem verdient gemacht, Rentier Wilhelm Merton, ferner das Institut für Gemeinwohl, die Handelskammer und die Polytechnische Gesellschaft. Der Rektor der Hoch,- schule, Professor Mors, erklärte, daß das neue Institut dazu diene, die Gegensätze zwischen der Gelehrtenwelt und hem Kaufmannsstande ausgleichen zu helfen. Kultus­minister Studt gab feiner Freude über das gelungene Werk Ausdruck und versicherte die Anstalt des aller­höchsten Wohlwollens und Interesses. Zum Zeichen dessen habe der Kaiser dem Rentier Merton den Wilhelmsorden, dem Bankier Georg Speyer den Kronenorden 3. Kl. ver­liehen und den Direktor Dr. Voigt zum Professor eri nannt. Oberbürgermeister Dr. Adickes dankte und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Es sprachen dann noch be­glückwünschend Bankdirektor A n d r e a e, namens der Han­delskammer, Pros. Dr. Hansen, der Rektor der Universität Gießen, für die Hochschulen Gießen, Marburg und Heidelberg, der Rektor der Technischen Bo ch sch ule zu Darmstadt namens dieser. Ferner sanoten lückwünsche das Senckenbergische Institut und das Freie deutsche Hochstift. Ein Gesang schloß die Feier.

Um 5 Uhr gab die Stadt Frankfurt ihren Gästen ein Festmahl im Frankfurter Hof. Zu demselben waren er­schienen die Minister Möller und Studt, der komman­dierende General von Lindequist, Stadtkommandant Generalleutnant von Stülpnagel, als Vertreter des Auswärtiaen Amtes Kolonialoirektor Dr. Stübel, ferner Oberpräfident Graf Zedlitz, Regierungspräsident Dr. Wentzel, Eisenbahnpräsident Thome, Oberbürger­meister Adickes, die Bürgermeister von Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Offenbach, die Rektoren der Hochschulen Gießen, Marburg, Heidelberg und Darmstadt; die Mitglieder des Magistrates, zahlreiche Stadtverordnete und hervorragende Vertreter der Industrie und Handels-, Welt. Die Reihe der Trinksprüche eröffnete Minister Studt. Dieser feierliche Akt, so führte der Minister aus, sei ein höchst bedeutungsvoller Abschnitt in der Entwickel­ung der wissenschaftlichen Bestrebungen der Stadt Frank­furt; er fei ein neues Ruhmesblatt in dem Lorbeer- kränze, den sich diese Stadt durch ihre Forderung der Wissenschaft erworben habe. Alle Einrichtungen, die dazu bestimmt seien, die Wohlfahrt des Volkes zu pflegen, die soziale Lage zu bessern und dem Frieden zu dienen, fänden die wirksamste Unterstützung des Kaisers. Voll und ganz entspreche die Regierung des Kaisers allen Erwartungen, die man darauf gesetzt habe; er regiere im Sinne seines Großvaters als ein wahrer Imperator semper Augustus., Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, das begeister­ten Widerhall fand. Nunmehr ergriff Minister Moller das Wort. Er erinnerte an die Zeit vor 1866. Alle jungen Leute hätten damals die Einigung Deutschlands erhoffe und seien über die, dieser Einigung sich entgegenstellen-, den Bestrebungen zur Tagesordnung übergegangen. Wenn heute die alten Frankfurter sich fragen, ob es ein Schaden

Dein Tag, o Meister Lortzing, stieg in Pracht.

Der Nebel reißt, der einst auf Deinen Wegen, Auf der Erkenntnis Deiner Zeit gelegen, Denn echte Kunst hat Auferstehungsmacht. V Verstoben ist der Wehmut flüchtige Wolke, Der Himmel strahlt, von Frührot angefacht. Was Deiner Sehnsucht großer Sturm geboren. Klingt hell zurück zu heimatlichen Thoren, Zum deutschen Volke.

Doch die Speimat kennt

Der Sterne viel an fremdem Firmament, Wenn Genien zu uns'ren Söhnen treten, So töten wir des eig'nen Stamm's Propheten. Gedankengut, aus fremdem Feld entsprossen. Wir öffnen weit die Herzen ihm, die Thüren, Doch oft geschieht's, daß wir auf kräftigen Rossen Gedrosch'nes Stroh in uns're Tennen führen.

Das deutsche Volk mißtraut den eignen Trieben, Läßt feine Dichter darben, tief verzagen.

Und starben sie, hält es voll spätem Lieben Ein Redefest an ihrem Totenwagen.

Im Lebenskampf, im Ruß und Essenrauch Bleibt oft der Ruhm ein blutiger Dornenstrauch, Und manches Werk, das späten Zeiten teuer, Verglimmt im Alltag wie ein Hirtenfeuer. . , r ©eenen aus Lortzings Leben" ist ein stimmungsvolles Erinnerungsblatt betitelt, dasBühne und Welt" zur Hun­dertjahrfeier des Geburtstages des Komponisten veröffent­lichen. Es handelt sich um eine Reihe lose zusammenhängen­der Augenblicksbilder, die uns den Meister der deutschen Spieloper" von seiner frühesten Jugend bis zu seiner Apo­theose zeigen. Besonders interessant ist eine Szene, in welcher mit dramatischer Lebendigkeit ein Zusammentreffen zwischen Lortzing und dem genialen, aber innerlich und äußerlich verlumpten Dramatiker Grabbe geschildert wird. Wir geben daher diese Scene unverkürzt wieder; sie ist Detmold 1829" überschrieben und lautet:Was ist das ein Gewäsch über den Faust! Alles erbärmlich! Gebt mir jedes Jahr 3000 Thaler, und ich will Euch in drei Jahren einen Faust schreiben, daß Ihr die Pestilenz kriegt!" Sv hatte einn* ' der Regimentsauditeur Grabbe beim Wein