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meldet, daß gestern Abend ein Vergnügungsboot ist, wobei fünfzehn Personen ertranken.
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21.
22.
22.
Kittrratur, Wissenschaft und Kunst.
— Der Litterarhistoriker und Privatdozent an der Berliner Uni« oerfität Richard M. Meyer ist zum außerordentlichenProfeffor ernannt worden.
— Veethovenfest in Eisenach vom 5.-7. Oktober. Man schreibt un8: Da« Programm für das Beethovenfest in der altehrwürdigen Wartburgstadt gelangt soeben zur Ausgabe. Wir entnehmen daraus, daß das Soloquartctt für die Neunte Sinfonie mit folgenden hervorragenden Künstlern besetzt ist: Frau Aaltje Noordewier RedingiuS, Fräul. Maria Phllrppi, Raimund von Zur-Mühlen und Fritz Haas. Professor Karl Halir wird das Violinkonzert, Frederic Lamond daS Es-dur-Klavierkonzert vortragen. In der Matinee am 6. Oktober werden außer den drei Ouvertüren zu Leonore das Rondino für 8 Bläser, der Liederkreis „An die ferne Geliebte" (von Zur-Mühlen), die zwei Diolin-Romanzen (Halir) und ein selten gehörtes späteres Werk des Meisters das Terzett „Tremate, empj, tremate“ für Sopran, Tenor und Baß zur Aufführung gelangen. Den Chor stellt der Musikverein Eisenach, daS Orchester die bedeutend verstärkte Herzogliche Hoskapelle zu Meiningen. Leiter deS Festes ist Generalmusikdirektor Fritz Steinbach.
— Bei dem Wettbewerb um den Bau des Stadttheaters zu Bielefeld erhielt Professor Sehring in Berlin den ersten Preis.
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Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
fc. GerrtSheim, 21. Au,. Mit netto 500000 Mk wird jetzt die Konkursmasse der bankerotten Rheinischen Zuckersabrik angegeben.
— Zur Verhaftung TerlindenS wird gemeldet, daß der deutsche Konsul gegen den in Milwaukee verhafteten G. Terltnd-n einen Prozeß angestrengt und die Beschlagnahme seines Eigentums verlangt hat. Der Bundeskommissar bat den Vrr- handlungstermin bt8 zum 6. Septrmber verschoben. T. ist vermutlich dem in Deutichland wett verbreiteten Irrtum zum Opfer gesall-.n, daß die Vereinigten Staaten nur Mörder ausliefern. Ja Wtrkttchkttt wird jeder behördlich verfolgte Verbrecher ausgeliefcrt, wenn dl« r-quirierende Behörde bezw. die Regierung des Heimatlandes die nicht unerheblichen Kosten der Auslieferung und deS Transportes hinterlegt. T. hat dies offenbar auch nicht gewußt und sich in Milw-uk-e so sicher gefühlt, daß er aus der Identität seiner Persönlichkeit kein Geheimnis machte und seine Barschaft von 100OCO Mk. in aller Ge- mütsrube d> panierte.
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der Alten Mainbrücke in Frankfurt a. M. die Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes aus dem Main ge- ländet und nach dem Sachseuhäufer Friedhof transportiert. In den Taschen des unbekannten Verlebten, der etwa vier Tage im Wasser gelegen haben mag, fand sich nur ein preußischer Pfennig, sowie ein österreichischer Kreuzer vor. — Die Ehefrau eines Schlossers machte au demselben Morgen in ihrer Wohnung ihrem Leben durch Erhängen ein Ende. Die Ursache dazu ist unbekannt. — Die Eheleute Franz Baur eis I. in Viernheim feierten am Mittwoch ihr goldenes Ehejubiläum. DaS greise Jubelpaar erfreut sich noch einer ebenso seltenen geistigen wie körperlichen Frische — Im Nebengeleise zwischen Oberstadtbahnhof und Güterbahnhof in Kassel ereignete sich am Montag ein bedauernswerter Unfall. Ein etwa 30jähriger unverheirateter Rangierer aus Rothenditmold geriet beim Rangieren der Wagen zwischen die Puffer, sodaß ihm verschiedene Rippen gebrochen wurden und er schwer verletzt nach dem Landkrankenhause geschafft werden mußte. — Am Montag verunglückte ein fremder junger Radfahrer beim Bahnübergang über die Fuldaer Chaussee bei Schlüchtern. Im Begriff, beim Heraunahen eines EisenbahuzugeS vor der Schranke sein Rad anzuhalten, fuhr er damit gegen einen Prellstein, sodaß das Rad zerbrach und der Fahrer kopfüber heruuterflog. Durch den Sturz brach er das Rückgrat. Der Verunglückte lebte noch eine halbe Stunde, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Seine Leiche wurde ins Schlüchterner Spital übergeführt. Er und sein Kamerad wollten nacb Straßbura.
Meteorologische Beobachtungen
-er Station Gieße».
Höchste Temperatur em 20. bis 21. August
Niedrigste „ , 20. „ 21. „
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Vermischtes.
• Altenburg, 20. Aug. Beim Bürgermeister Germann, über dessen Zusammenstoß mit der Stettiner Polizei berichtet worden ist, hat sich ein hochgradiges Nervenleiden eingestellt, daS seine Unterbringung in der Zehlendorfer Heilanstalt nötig gemacht hat.
* Brest, 21. Aug. Eine Depesche auS Treguier
Infolge eines heftigen sind in
Sturmes, der in der hiesigen Gegend wütete, Villanueva Jiloca vierzig Häuser eingestürzt. Sechs Personen wurden getötet.
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mit Freizügigkeit über daS ganze Reich ausgestatteten Krankenkassen bi t n dem GehUfen gewisse Vorteile nach Vf» 1 und bjähriger Mitgliedschaft :c. dauernd, während bei den Ortskrankenkassen der Gehilfe solcher Vergünstigungen jedesmal beim Wechsel seines Domizils verlustig geht. Außerdem dürften die Leistungen der Ortskrankenkassen noch in Manchem hinter denen der Berbandskrankenkassen zurüdstehen. Die Gründung einer Krankenkasse seitens des kaufm. Vereins und des Detaillistin-Vereins kann Schreiber dss nicht befürworten, schon in Anbetracht dessen, daß alle Handlungsgehilfen, die die ihrem Stand drohende Gefahren erkannt haben, heute in nationalen Verbünden organisiert sind und infolgedessen auch die Mitgliedschaft in den Krankenkassen dieser Organisationen erwerben
91 I. alt. — Georg Dudenhofer aus Bieber b. Offenbach, gest. in Elgin (Jll.), 66 I. alt. — Friedrich Koch, gest. in Madison (Wisc.), 57 I. alt. — Barbara Margaretha Dietzel ruS Winterkasten, gest. in Springfield (D.), 59 I. alt.
):( Leihgestern, 21. Aug. Heute vormittag gegen 10 Uhr örach in der Hofraite des Landwirts Georg Jung V. hier Feuer aus, das in kurzer Zeit einen Stall völlig ein» äscherte. Durch sofortige, Hilfe wurde daS Feuer auf seinen Herd beschrankt. Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren ha?en mit Zündhölzern gespielt und hierbei den Brand angelegt.
(:) Bad-Nauheim, 21. Aug. Gestern wurde der hiesige Kaufmann B. wegen Unterschlagung verhaftet.
Darmstadt, 21. Aug. Die Großherzogin traf heute Dormtttag mit der Prinzessin zu Hohen lohe«Langen« bürg und der Prinzessin Victoria zu Schleswig- Holstein hier ein. Sie besichtigten dieRestauratiouSarbeiten im Neuen Palais und Residenzschloß und kehrten hieran nach Jagdschloß WolfSgarten zurück. In ihrer Begleitung befand sich Oberstallmeister Frhr. v. Riedesel.
S. Darmstadt, 20. Aug. Ein scheußliches, in unserer Nachbarschaft begangenes Sittlichkeitsverbrechen wird jetzt bekannt. Als am vergangenen Donnerstag, nachmittags gegen 5 Uhr das 19 Jahre alte Dienstmädchen der zur Er- holuug auf dem bekannten Ausflugs- und Kurorte Ludwigs- höhe sich aufhaltenden Familie des KreisbauinfpektorS L. in Alzey von dem etwa 10 Minuten entfernten Böllenfallthor mit Sindermilch nach Haufe ging» wurde sie am Fuße der Ludwigshöhe plötzlich von hinten durch einen Burschen überfallen, trotz ihrer heftigen Gegenwehr niedergeriffen unb ver- gewaltigt. Nicht genug damit, schlug hierauf der Unhold auf duS willenlos daliegende Mädchen mit dessen eigenem Sonnenschirm ein, verlangte unter Drohungen ihr Geld, sodaß sie ihr Portemonnaie hingab, daS der Räuber seines Inhalts entleerte und wegwarf, worauf er eiligst verschwand. Trotz der angestrengten Recherchen der Sicherheitsorgane konnte man den frechen Patron bisher nicht ermitteln, und jetzt soll eine Belohnung ausgeschrieben werden. Der Attentäter ist em 28—30 Jahre alter Bursche in grauem, ziemlich gutem Anzug und ähnlichem Hut; er hat ein hageres Gesicht mit großem Schnurrbart und ist mittlerer Statur.
Darmstadt, 21. Aug. In der am 19. d. M. von der Handelskammer im hiesigen Bahnhofshotel abgehaltenev, zahlreich besuchten Versammlung der Seifen- Fadustrie wurde hervorgehoben und als Thatsache all- gtenein anerkannt, daß die deutsche Seifenindustrie, welche wegen der Güte ihrer Produkte eine hervorragende Stellung aas dem Weltmärkte einnehmen könnte, schon durch die jetzt brstehenden Zölle auf die von ihr benötigten Rohprodukte unb Halbfabrikate von der Konkurrenz auf bem Weltmärkte ausgeschlossen ist. Die Versammlung sprach sich einstimmig >ühin aus, daß eine Erhöhung dieser Zölle die Seifenfabrikation so empfindlich schädigen müsse, daß die Existenz vieler Seifenfabrikanten dadurch in Frage gestellt werde. L» sei ihr daher mit allen zuläffigen Mitteln entgegenzu- rvirken und auch dahin zu ftreben; daß die ätherischen Oele, welche in der Seifenfabrikation Anwendung finden und seither zollfrei eingingen, nicht mit einem Zolle belegt werden, wie ihn der Entwurf eines Zolltarifs für das Deutsche Reich i orfieht. Bezüglich der Erhöhung der Getreide- und Schlacht- vir hzölle war man darin einig, daß sie eine Verteuerung der Lebensmittel und dementsprechende Lohnerhöhungen zur Folge haben würde, welche die Seisensabrikatiou nicht vertragen könne, weshalb auch hiergegen entschieden Stellung zu nehmen sei.
Bensheim, 21. August. Zwanzig Veteranen und Mitglieder des hiesigen Kriegervereins unternahmen am 15.. ds. MtS. einen gemeinschaftlichen Ausflug nach den großen Schlachtfeldern des glorreichen Feldzuges 1870/71. Di« Fahrt ging Über Saarbrücken nach Metz, Straßburg, Wörth und Weißenburg. Die Rückkehr erfolgte am Montagabend.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In der Nacht des 18. August wurde der Landwirt Scior von Hetzbach durch einen Stich in den Unterleib lebensgefährlich verletzt, er starb auf dem Transport nach Darmstadt. Der Mörder ist leider verheiratet und hat die feige That in der Aufregung Über die kürzlich stattgehabte und nicht nach seinem Sinn ausgefallene Bürgermeisterwahl vollbracht. — Etwa um dieselbe Zeit wurde in dem benachbarten Unter-SenSbach mit dem Messer „gearbeitet", wobei einer der Beteiligten durch einen Stich in die Brust erheblich verletzt wurde. — In Hainstadt herrscht seit nahezu drei Jahren die gräßlichste Parteiwut, die am letzten Montag ein neues Opfer forderte. Zwischen Hainstadt und Rosenbach wurde der in letzterem Orte wohnhafte M. Weber in seinem blute liegend bewußtlos aufgefunben. Sein Körper war schrecklich zugerichtet. Weber schwebt auch heute noch in Lebensgefahr. — In Untersuchungshaft kam ein Unteroffizier des Feldartillerie-Regiments Nr. 63 in Mainz, ber sich im tzferdestalle eines Verbrechens ber wibernatürlichen Unzucht hat zu schulben kommen lassen. — In Laubenheim ist ein Reblausherb von etwa 60 Schenkeln seitens ber Reblaus- lommission entdeckt worben. Der Platz ist labgesperrt unb die zustänbigen Behörben find benachrichtigt. — In Pfaff en- Itzwabenheim wurde der 20jährige Mechaniker Schüler ton einem 19 jährigen Burschen aus Hackenheim im Verlauf eine« Streites ins Herz gestochen, sodaß er sofort seinen Seist aufgab. Der Thäter ist verhaftet. — Der 24 jährige Landwirt Jean Schickert ans Spiesheim stürzte auf einer Xubtour unb blieb schwer verletzt über Nacht auf der Straße fugen. Am Morgen wurde er aufgefunden und nach seiner Löhnung verbracht, starb aber auf dem Transport dahin. - In Alzey biß bei einem Streit ein Bursche seinem Segnet die Nasenspitze durch. — In Biedenkopf brach im 21. August Großfeuer aus. 7 Scheunen wurden »geäschert. DaS Feuer greift infolge deS WaffermangelS Hut um sich. — Dieser £age stürzte beim Strohlegen der Laglöhnet Wilhelm Kautz aus NiedetFlotstadt ans dem Straft in die Scheuertenne und war sofort tobt. — ®en Spenglergeselle Joh. Gerlach, der beim Anlegen eine« Rubels am Karmeliterschulhause in WormS beschäftigt war, fi.l durch das Ablösen eines Steines Mittwoch Vormittag tone Dache und blieb sofort tot auf dem Platze. Der ver- ogllückte ist verheiratet. — Am 20. d. M. wurde oberhalb
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Arbeiterbewegung.
Nordhauser», 2). Bug. Dem Ausstand der Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen will sich eine Reche von Arbeiterinnen nicht anschließen. Vorgestern kam es nun zu starken Ausschreitungen gegen die arbeitswilligen Arbeiterinnen. Abends schon von 5 Uhr an, hatten sich Haufen von ausständigen Männern und Frauen vor der Fabrik von Salfeldt und Stein eingefunden. An Polizeimacht waren nur oter Mann unter Führung eines Wachtmeisters aufgeboten, die sich bemühten, die arbeitswilligen Mädchen vor Mißhandlungen zu schützen, der Masse von Hunderten gegenüber aber machtlos waren. Während es beim Austritt aus der Fabrik selbst noch mit Gejohle abging, kam es bald zu den empörendsten Rohheiten gegenüber einz.lnen Mädchen. Denselben wurden die Körbe weggerissen, mit denen man auf sie losschlug; an den Haaren riß man sie zum teil zu Boden. Sine Passantin, eine alte Frau mit einem Korb Wäsche, wurde gegen die Wand geschleudert. In der Bahnhofstraße wurde eine noch sehr junge Arbeiterin mit dem Gesicht gegen die Mauer geschleudert, so daß sie blutete und nur durch energisches Eingreifen vor weiteren Gewalt- thätigkeiten geschützt blieb. Auch gegen einen Polizeimann wurde ein Schlag geführt.
Familien-Uachrichten.
Geftorbenr Herr Friedrich Groh, Bauunternehmer, 55 Jahre, zu Kastel a. Rh.
Schisssnachrichten.
Der Postbinnpser ^FrteSlavd" der .Red 6t« Line" in Antwerpen ist l«ut Telegramm am 20. August wohlbehalten in Newyork angekommen.
Neueste Meldungen.
Berlin, 22. Aug. Der seit einiger Zeit beschäftigungslose Kaufmann Köhler vergiftete seine 2 bezw. 4 bezw. 6 Jahre alten Kinder unb sich selbst.
Fallersleben, 22. Aug. In Süllfelb starb bei der Hochzeit eine bem Brautpaar befreundete Witwe nach dem Genuß von Wein unter Vergiftungserscheinungen. Ihre drei Kinder und daS Brautpaar erkrankten ebenfalls.
Cleveland (Ohio), 21. Aug. Vergangene Nacht fand eine Gasexplosion im Tunnel, der unter dem See erbaut wird, welcher die Stadt mit Wasser versehen soll, statt. Fünf Pesonen ertranken.
* Kessel-Explosion auf einem Wann s s e e- Dampfer. Ein Unfall, bei Dem fünf Personen zum Teil schwere Verletzungen erlitten, ereignete sich an BorD des Dampfers „Else" auf dem Wannsee bei Berlin. Der Dampfer „Else" lag an dem Landungssteg, als das Unglück sich ereignete. Etwa ein Dutzend Menschen hatten den Dampfer bestiegen, als plötzlich mit einem tanoneuschuß- artigen Knall der vordere Deckel des Kessels barst und siedendes Wasser, heißer Dampf und ein Regen glühender Kohlen sich auf die Insassen des Bootes ergossen. Durch die Gewalt des Luftdrucks wurden alle Fahrgäste in d e n S e e g e s ch l e u d e r t. Aber es wurden alle aus dem Wasser gezogen, und nur zwei vom Personal des Dampfers unb drei Passagiere waren zum Teil sehr schwer verletzt. Am schlimmsten verbrüht wirrde der Schjifssführer Terhuhst, dem die £>aut und das Fleisch in Fetzen von den Beinen hingen. Sehr schwer verletzt wurde auch der Heizer Rudolf Groth. Von deir Passagieren war der Bauführer Derlei aus Berlin am schlimmsten davougekommen. Außer ihm wurden noch der Gärtner Foth und Herr Schönberner aus Berlin verbrüht.
Kandwirlschast.
— Saalenstand in Preußen um die Mitte August 19011 (No. 2 — gut, No. 3 — mittel (durchschnitt), No. 4 — gering.)
15. ~ ~
Winterweizen Sommerweizen Wmterroggen Sommerroggen Gerste Hafer Kartoffeln Klee Luzerne Wiesenheu
In den Bemerkungen der ^Statist. Korresp." heißt es, der ganze Osten des Königreiches, mit Ausnahme etwa des Regierungsbezirkes Gumbinnen und einzelner Teile von Schlesien, habe wenig bestiedigende Ernteergebnisse gezeitigt, die bei der einen oder anderen Frucht oft an eine Mißernte grenzen. Die Dürre habe das durch den Winter stark angegriffene Getreide an Kräftigung und Entwickelung gehindert und vielfach Schädlinge und Unkraut aufkommen lassen, sodaß die dünnen Bestände oft daS nicht hielten, was sie selbst kurz vor der Ernte noch versprachen. Ebenso habe der Nordwesten erheblich unter großer Trockenheit zu leiden gehabt. Der größte Ausfall treffe die leichteren Böden. Die schwereren hätten noch länger den notwendigen Feuchtigkeitsgehalt zu bewahren vermocht, wenn auch stellenweise der Boden knochenhart eingetrocknet gewesen sei und Riffe aufgewiesen habe, die eine Brette von 30 Centimeter zeigten. Unter diesen Umständen sei, wenn nicht bald ein durchweichender Regen eintrete, auch eine erhebliche Erschwerung der Herbstbestellung zu befürchten. An vielen Stellen habe sich einpfindlicher Wassermangel in Brunnen und offenen Gewäffern gezeigt. Verhältnismäßig am besten habe Gerste die Trockenheit vertragen und, da sie durch tadellose Ernte erheblich an Wert gewann, zum teil sogar sehr gute Erträge geliefert. Sommerweizen und Roggen wie'en noch mehr wie die Winterung daS Zeichen der Notreife auf. Besonders treffe dieS auf Hafer zu, der sich am wenigsten widerstandsfähig gegen die Dürre erwiesen habe und häufig schlechten Rispenansatz wie kurze Halme zeige. Auch habe am Hafer die Zwergcikade, die wie die Fritfliege strichweise häufig auftrat, viel Schaden angerichtet und manche Felder völlig zerstört. Die Hackfrüchte zeigten im allgemeinen keinen schlechten Stand: doch sei zu befürchten, daß bei noch längerer Dürre das Kraut der Kartoffeln welke. Die Knollen seien durchgehends klein, während das Kraut im Bestreben, möglichst viel Feuchtigkeit, die der Boden nicht gab, der Luft abzugewinnen, üppig wuchere. Der Klee habe den Winter meist sehr schlecht überstanden und werde in weiten Gegenden kaum einen zweiten Schnitt gestatten; die Wiesen zeigten eine braunrote, ausgebrannte Farbe. Die Vegetation sei abgestorben und die Grummeternte falle aus.
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Sttrtifel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
arankeuv-rsicherungSzwang für Handlungsgehilfen. Ein Kommentar zu den gestern gebrachten Ausführungen des Herrn Stadtv. Krumm dürfte wohl am Platze sein. Dieser Herr bespöttelt als Anhänger der Sozialdemokratie daS in genannter Sache zum Ausdruck kommende Standesbewußtsein. Wunder kann das allerdings nicht nehmen, wenn man die Erfolge dieser Partei in ihrem LiebeSwerben um die Handlungsgehilfen in den letzten Jahren betrachtet, denn diese Erfolge mb gleich Rull. Die HandlungsgehUfen aber wenigstens in einer Beziehung auf die Stufe des gewerblichen Arbeiters zu stellen, dazu bieten allerdings die fast durchweg unter sozialdemokratischer Leitung stehenden Ortskrankenkassen die beste Handhabe. Die Frage, wo die Handlungsgehilfen die größte Gegenleistung haben, ist schnell beantwortet: bei den freien Hilfsraffen der großen kaufmännischen Verbände. Diese,
Aug. 01.
15. Juli 01.
15. Aug. 00.
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