* Auf einer Hochtour erfror am Donnerstag, wie aus Wien gemeldet wird, am Hochkönig in den Salzburger Alpen ganz nahe beim Schotzhause am Grat des Gipfels ein unbekannter Tourist, welcher ohne geeignete Ausrüstung, in Stadtkleidung, mit Stadtschuheu und ohne Führer die lange Bergtour unternommen hatte. Ein zweiter Tourist, der auch nicht viel besser ausgerüstet war, fand ihn erschöpft beim Gletscher liegen und ging in Sturm und Nacht mit ihm weiter, formte aber ebenfalls das Schutzhaus nicht mehr erreichen. Bei Tagesgrauen bemerkte er. daß sein Gefährte erfroren war; er ging zur Hütte und holte mit den Führern den Verunglückten dorthin. Der Tote hatte keine Papiere bei sich und nur wenig Geld.
* Ein Damenfeste ssen. Die Frauenfrage macht in Lippe Detmold unleugbare Fortschritte. Am 16. August, dem Hochzeitstage des Erbgrafen Leopold zu Lippe-Biesterfeld, hatte sich abends 8 Uhr im ArminiuShotel zu Detmold die stattliche Zahl von 152 Damen eingefunden, um ein solennes Festessen zu halten. Eine Vorsitzende wurde gewählt, drei beredte und recht lange Trinksprüche wurden ausgebracht, Vorträge zum Besten gegeben, eigens zu diesem Zwecke verfaßte Festlieder gesungen und eine großartige Stimmung erzielt. Nur einer war anfangs in besorgter Stimmung, nämlich der Wirt, denn es hatten sich nur 98 Damen angemeldet, und nun mußten 152 gesättigt werden.
* Durch den bevorstehenden Abbruch des alten Berliner Schuldgefängnisses in der Köpenickerstraße, vom Volke gemeinlich nach dem früheren Besitzer des Hauses „MöferS Ruh" genannt, wird das Andenken an einen Olt wachgerufen, ron dem allerhand Schwänke rundgingen. In Mösers Ruh war ein stillvergnügtes Leben, in den einzelnen Räumen ging es kommunistisch zu, viel Speis' und Trank wurde eingeschmuggelt, jeder Empfänger theilte mit den Schicksalsgenossen. Die größte Stube im Parterre, die Gitterstäbe und Drahtgitter hatte, hieß der Polackenkrug. Die Insassen standen morgens mit Gesäßen am Fenster, während draußen sich Knaben mit Blechkannen einfanden, die einen langen, sehr dünnen Hals hatten, der wurde durch eine Masche des DrahtgilterS geschoben, und so floß Kümmel mit Pomeranz oder eine andere Gottesgabe in die Gläser und Tassen der Gefangenen. Einige von diesen hatten sich so lieb gewonnen, daß, wenn einer die Freiheit erhielt, die andern große Trauerakte voll- führten. Bus den Fenstern des oberen Stockes wurden oft, wenn die Atzung zu reichlich gewesen war, Brötchen, Eier rc. den draußen harrenden Kindern zugeworfen. Oft kam es vor, daß Jungen hinaufriefen: Sie, Herr Bedriejer, haben Sie nich ne Wurscht vor mir? Eines Tages begleitete der Anstaltsdirektor selbst einen behäbigen, feingekleideten Herrn bis in den Polackenkrug und stellte ihn vor: Herr Gerichtsdirektor S. Jeder Anwesende erhob sich respektvoll, etliche Flaschen wanderten in die Betten oder hinter den Ofen. Der Gerichtsdirektor nahm einen Stuhl. Allgemeines Schweigen. Plötzlich erhob er ein schallendes Gelächter, dann sagte er: Sie denken wohl, ich sei hier zur Revision? Nein, meine Herren, ich bin a. D. und Schuldgefangener wie Sie.
* Wien, 2a August. Der Erzherzog Franz Ferdin and von Oesterreich soll bet einer Jagd im Böhmerwald, wie der „Böhmerwaldbote" in Budweis mitteilt, durch emen Fehlschuß eine beerensuchende Frau getötet haben
* Konstantinopel, 20. August. In Haidar Pascha ist gestern eine Feuersbrunst ausgebrochen, welche eine größere Anzahl Gebäude zerstörte, darunter ein von der anatoltschen Bahngesellschaft für Zwecke des HafenbaueS gemietetes Haus. Sämtliche Bücher und Archive der Gesellschaft sind gerettet; auch sonst erleidet die anatolische Bahn keinerlei Schaden.
* St. Moritz bad, 20. Aug. Ein Tourist, der mit einem ungeprüften Führer den Julier erstiegen hat, wird seit einigen Tagen vermißt. Man vermutet, daß beide verunglückt sind und unter dem Schnee liegen.
*New-Iork, 20. Aug. Einem Telegramm aus Paducah, Kentucky, zufolge sind gestern abend während eines Unwetters, infolge Kenterns des Dampfers „City Golgonda", 17 Personen, darunter 10 Frauen, im Ohioflusse ertrunken.
billiger Berücksichtigung seiner Ausbildung und seines bisherigen Berufes zugemutet werden dürfe, ein Drittel des j ent gen zu erwerben, was körperlich und geistig gesunde Personen nut ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend zu verdienen pflegen.
o 2) H- Schleuning zu Lauterbach hatte gegen den die Jrcente Oon 50^0^111 aus 88 eindrittel Prozent herabsetzen- ven Bescheid der Tiefbauberufsgenossenschaft Berufung ein- xelegt und Zuerkennung einer öOprozentigen Rente be- ^ntragt.^ ^as Gericht wies nach Anhörung des ärztlichen Sachverständigen und des Zeugen, Maurermeisters Metzen- tort die Berufung zurück und erachtete eine Rente von ""drittel Prozent für die bei Schleuning infolge des Unfalls^bestehende Erwerbsbeschränktheit für ausreichend.
3) Tie Sektion 3 der Süddeutschen Holzberufsgenossen- fchaft hatte dem Conrad P f e f s e r I in Lauterbach die ilente von 33 eindrittel Prozent aus 20 Prozent herabgesetzt
Gericht verurteilte jedoch die Genossenschaft nach eid- ltcher Permehrung der Zeugen Karl Heinrich Vollmüller und >'0h. Krommelbein-Lauterbach zur Weiterzahlung der Rente von 33 eindrittel Prozent, da eine entsprechende Lohnzahlung nicht nachgewiesen war.
4) Karl Reuter- Himbach bezog infolge einer durch einen Alchtt hertwrgerufenen Steifheit des Endgliedes des unten Mittelfingers und verminderter Geschicklichkeit der >7and eine Rente von lO Prozent. Nachdem durch ärztliche Untersuchung die Beweglichkeit des Endgelenks wieder sest- ' "Ollt worden war, stellte die Hess.-Nass. Baiigewerksberufs- 6 . uossenschaft die Zahlung der Rente ein. Tie hiergegen ^'"gelegte Berufung wies das Gericht, nachdem sich auch öer ärztliche Sachverständige gegen das Vorliegeu einer nennenswerten Erwerbsbeschränkung ausgesprochen hatte.
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• London, 20. August. Telegrammen Londoner Zeitungen aus Victoria zufolge spielten sich beim Unter« Har ge des Passagierdampfer» „Isländer" nach dessen Zusammenstoß mit einem Eisberg auf der Höhe der LouglaSinsel am letzten Donnerstag in früher Morgenstunde entsetzliche Szenen ab. Die Passagiere — im ganzen 125 — schliefen zur Zeit. Durch eine heftige Erschütterung vur den die meisten aus den Hängematten geschleudert. Die Nacht war finster und stürmisch. Die Offiziere erkannten die Gefahr erst, als der Dampfer durch den Eisberg, auf den tr stieß, während er mit voller Dampfkraft fuhr, bereits zertrümmert worden war. Kaum waren die Rettungsboote niö Flöße Herabgelaffen, als unter den Fahrgästen eine Panik entstand. Männer trampelten Frauen und Sinder nieder, um in wilder Hast auf die Boote zu gelangen. Ein Mann schwang ein Beil und drohte, jedermann z Nöten, der es wage, das bereits überfüllte Boot zu be- bitten, auf dem er stand. Als die Boote endlich abstießen, erhob sich ein Wutgeheul unter den zurückgebliebenen Paffa- gitren. Inmitten der Schreckensszenen machte sich die Goldgier geltend. Goldgräber von Klondyke, die mit ihren Reich- flmein nach der Heimat unterwegs waren, erbrachen die feften Schränke, die Gold im Wert von 75000 Lstr. bargen, teils um sich in den Besitz ihres Eigentums zu setzen, teils iizu stehlen. Um den Besitz weniger Unzen Goldstaub blutig gekämpft. Frauen und Kinder wurden un- \ bEherzig niedergeftoßen. Inzwischen begann der Dampfer i |iu (inten. Ein gewisser Brumbauer aus Portland ließ einen
Gold im Wert von 28O0Lstr. im Stich, um das nackte 2 Mut zu retten. Ein anderer Mann sprang mit einer großen < rrch«, die mit Gold gefüllt war, ins Meer, in der Hoffnung, «li i Boot zu erreichen, kam aber nicht wieder zum Vorschein. S Libtre warfen ebenfalls beträchtliche Goldbeträge in die <5 5ü, da sie sich mit ihnen nicht zu retten vermochten. In tW Weise gingen wohl 20000 Lstr. verloren, wäh- fsünf Kisten mitGold imWert v o n 35OOOLstr., fcit verschiedenen Banken gehörten, mit dem Dampfer sanken. Niel e Reisende kamen mit den Ihren um. Der üMitän und andere sprangen in das eiskalte Meer, wo sie i» btc Dunkelheit ertranken. Viele der Geretteten starben 5-Her vor Kälte und Enschöpfung. Die Mannschaft benahm sW hsldeumütig und that das Aeußerste, um Menschenleben zN retten. Als der Dampfer sank, barsten die Kessel, Uvobur ch viele, die mit den Wellen kämpften, getötet wurden, bei runter Kapitän Foote.
. 5 toad'iC Karl Kuhl-Staufenberg hat auch schon bev Reichsverfichcrungsamt das durch Entscheidung vom Januar 1901 den seitens der Hessen-Nass. Baugewerks- ^crufsgenossenschaft gegen das Urteil des früheren SchicdS- gerrchts der Sektion 6 dieser Genossenschaft, durch welches
< "ne ZOprozentige Rente zugesprochen wurde, eiu- selegte Rekurs zurückwies, beschäftigt. Im April l. I.
-k die Genossenschaft die Rente aus 10 Prozent herab, wieder zu^t erkannte dem Kläger die ZOprozentige Rente Ä I o h. Sauer Hl.-Lumda war von der Jnvaliden- reiilcherungsanftalt zurückgewiesen worden, weil Jnvali- tnat bereits seit 1891 bestehe und er im Jahre 1892 wegen NlLit erfüllter Wartezeit durch rechtskräftigen Bescheid mit kni em Antrag auf Invalidenrente abgelehnt worden sei. Tas Bericht wies die Berufung zurück, da es den Sauer, trotz- ini! er gegen ein geringes Entgelt Feldschütz der Ge- mcinde Lumda von 1895 ab ist, für diese Zeit bereits als erwerbsunfähig erachtete.
7) H rch M a u s -Tecrenbach hatte Antrag auf Er- xotzung seiner Invalidenrente gestellt. Aus des Klägers ^'vd.bringen, es feien für seine früheren Beschäftigungen von verschiedenen Arbeitgebern keine bezw. nicht die richtige Anzahl Marken und Marken zu niedriger Lohnklasse verwendet worden, wurde die Entscheidung ausgesetzt, um vi dieser Richtung noch weitere Ermittelungen anzustellen.
Karl I o st - Schwickartshausen war wegen Er- ws-liens der Anwartschaft mit seinem Jnvalidenrenten-An- tiag zuruckgewiesen worden. Nach Ermittelungen des »edsgerichts war jedoch festgestellt, daß Kläger bereits snt mehreren Jahren erwerbsunfähig im Sinne des Jnva- ii^nversicherungsgesetzes ist und die Wartezeit z. Zt. des Eintritts der Invalidität erfüllt war. Ter Vertreter der Wagten, Amtmann Dr. Stammler, bewilligte danach die Pente vom 21. November 1899 ab.
9) In der Sache Gregor Hill- Ohmes führte Großh. Amtmann Hechler den Vorsitz. Tie Jnvalidenversicher- Uiig-s-Anstalt Großh. Hessen hatte dem Hill die Rente ent- .öCßt'ii, weil er nicht mehr erwerbsunfähig sei. Nach einem Ha luchten des behandelnden Arztes war jedoch in dem Zustand des Hill eine Veränderung nicht eingetreten. Tas Glicht verurteilte daher die Versicherungs-Anstalt zur Weiterzahlung der Rente.
kverficheM ). August 190L LLG erichts fungierter Aug- »K# mann dak ,. j T H. yolloeG
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Sport.
.,. «rünberg, 18. Aug. Bei dem heute stattgehabtm Preis- ' ® ! * 6 c n des hiesigen K r t e g e r v e r e i n s erbteiten Preise: Christian Kreuder, Hermann Kreuder, Friedrich Jöckel, Dr. med. Hritz, Karl Jungmann, Heinrich Wolf, Friedrich Schmitz, August Jöckel, Jakob Repp, WUhrlm Bock, H. K. Zimmer, Hermann Schäfer,' Heinrich Geßrtnper IV., Georg Stammler, Philipp Müller, Wilhelm RooS, Heinrich Zinßer, Heinrich Schottes, Hermann Heußioger. Die Ehrenscheibe errang Christian Wagner.
— Für einen ostfriesischen Hengst zahlte das großh. hessische Gestüt 10000 Mk. — Bet dem Frankfurter Rennen gewann ein Fleischerlehrling die Siegerin des VerlosungSrennenS. DaS Rerm- oferd kam zur Auktion und brachte dem glücklichen Gewinner nur die bescheidene Summe von 700 Mk.
hade nicht gestattet, die Katastrophe abzutvenden. Ter Aus- .,.c^tdrat Ift ,nd)t in der Sage, in genügender Weise Vor- sck)lage zu machen und Maßregeln zu empfehlen, um die unvermerdlicheu Verluste der Aktionäre zu mildern- eben sowenig kann über das voraussichtliche Ergebnis des Kon- lurses m genügender Weise Auskunft gegeben werden, weswegen in der gegen die Tirektion und den Aufsichtsrat eingeleiteten gerichtlichen Voruiilei-suchung alle Anfzeickp- uungen, Korrespondenzen und Protokolle ^dem ziiständigen rV^l, r^Ul ^'ilügung gestellt worden seien. Alle gcschäft- ^^Pofitioiicn seien ausschließlich von der .^ontiirs- 6"rosfeil. Zunächst sei hervorzuheben, daß der niiJ!» t)ie fache des Zusammenbruchs der Bank
.i sin t)er Verbindung mit der 9H, 'rebertrocknuugsgesellschaft erblicke, nadi bÄ L?°rPh^lC,Qr Verbindung sei die Lage der Bank ßeit siesund und gesichert gewesen. Ter sodann ausführlich die geschäftliche Ent- dieser G^sss^^^^k^^ocknungsgesellschaft. Tie Reserven hnfK betrugen nn Mürz 1899 ca. 16 Millionen,
bcr Ansicht, daß die Verbind T .? J e ein Risiko nicht in sich schließe.
^tEUschaft bedurfte jedoch weiterer Mittel.
Anzeichen in einer aufsteigenden 9 begriffen schien, und da die uns vorgelegten Berichte^ durchaus günstig lauteten, glaubte der Aunichts- Sr«1? ch"?oresse unserer Bant, der Gesellschaft die weiteren ^n"in ^^^bnthalten zu sollen. Ter Mrebit wurde auch auf 10 Millionen erhöht und gleichzeitig für weitere Sichersten vorgesorgt. Neben dem Kontokorrentkredit blieb ein Wechselobligo, dessen Gesamtziffer festzustellen der Aufsichtsrat heute nicht m der Lage ift Tem Gesamtobligo standen aus; erd em stille Reserven gegenüber. Im November 1899 wurde eine austerordentliche Generalversammlung in Kassel abgehalten, die Aufklärungen über die bekannten Angriffe gegen das Kasseler Unternehmen geben sollte. Es wurde ein Gutachten einer Kommission vorgelegt, die amtlich von der Handeskammer zu Kassel zur Besichtigung und Prüfung eines in Nantes errichteten Zweigetablissements entsandt worden war. Tiefes Gutachten lautete durchaus zufriedeu- stellend. Auch die Generalversammlung schloß sich biefet Auffassung an, inbem sie bie Einsetzung einer Revisionskommission ablehnte. Gegen Enbe des Jahres 1900 wurde das Projekt der Vereinigung der Tochtergesellschaften sowie die Verbindung von drei Konkurrenzfabriken mit Kassel unterbreitet. Tie Vertretung der Kasseler Trebertrockuungs- gesellschast versicherte, daß mit der Turchführung dieses Projektes der eni)gütige Abschluß ihrer Operationen erreicht sei, und daß mit der Verschmelzung der fraglichen Fabriken zu einem einzigen großen Unternehmen dieses für' eine Sicherstellung aus dem Jndustriemarkte gewährleisten werde. Es wurde nachgewieseu, daß die Betriebsergebnisse sich unaufhörlich besserten. Ein Abbruch der Verbindung zu dieser Zeit hätte die Kasseler Gesellschaft voraussichtlich gestürzt und damit die Leipziger Bank schwer geschädigt. Nach reiflicher Erwägung beschloß daher der Auffichisrat, das Kreditverhältnis fortbestehen zu lassen. Eine ernstlichere Gefährdung der Bank würde auch nach dem Dafürhalten des Aufsichtsrats nicht eintreten können, so lange das Obligo den ihm damals bekannten Betrag nicht überstiegen Hütte. Tie enorme Steigerung des Obligo fällt unseres Erachtens tu die Zeit von Oktober 1900 bis zum Schluß des ersten Semesters 1901. Eingehende Mitteilungen darüber, in welcher Weise das Obligo während der angegebenen Periode gewachsen ist, und wann diese Vermehrung des Engage- wents zur Kenntnis des Aufsichtsrats kam, vermöge der Auftichtsrat jetzt nicht zu machen. Tie Erörterung hierüber falle in das Gebiet der Thatsache, die den Gegenstand der gerichtlichen Untersuchung bilde. Ter Zeitpunkt, zu Gunsten der Aktionäre einzugreifen, sei so lange nicht gekommen, bevor nicht eine völlige Abwickelung der Geschäfte der- Trebertrocknungsgesellschaft und ihrer Zweigindusttie erfolgt sei. Auch müsse der Anmeldungstermin zum Leipziger Konkursverfahren abgelaufen fein, bevor die passive Masse eudgiltig festgestellt weiten könne. Alsdann würde es notig sein, Schritte im Interesse der Aktionäre zu unter- ^whmeii. Tie Aufgabe, in dieser Richtung thätig zu werden, bleibe benienigen Herren Vorbehalten, die in den neu zu wählenden Aufsichtsrat berufen werden. Nach längerer ruhiger Tebatte, die insbesondere die Frage be- trast daß den Gläubigern hinsichtlich ihrer Ansprüche an
Mitglieder des Aufsichtsrats keine Priorität vor den Aktionären zustehe, wurde durch Zuruf der neue Aufsichts-
rat ni folgender Zusammensetzung gewählt: Justizrat Emil Boyen-,, Hauptmann Wilhelm Cramer in Firma Polter & Co., Geheimrat Tr. W. Döhring, Apotheker Benno Kohlmann, Fabrikant Hermann Albert Listtng, sämtlich in Leipzig, Stadtrat Heinrich Meutzner in Plauen i. V., Bankier Erich rtSföx1” fetter & Co. in Leipzig, Graf Vitzthum- Eckstadt in Radebeul bei Dresden und Direktor L. Th. Wenzel in Leipzig. Tie Präsenzliste ergab 15 983 750 Mk ^tretenes Aktienkapital mit 63 935 Stimmen. Unmittelbar nach Schluß der Versammlung trat der neue Aufsichtsrat §u einer konstituierenden Versammlung zusammen und wählte zum Vorsitzenden den Stadtrat Töhring-Leipzig, zum stellvertretenden Vorsitzenden den Tirektor Wenzel-Leipzig.
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Was aus einem Offizier alles werden kau n. der „Kreuzztg." erzählt tziauptmann a. T. von -attors über die merkwürdigen Schicksale eines jungen Offiziers, der im Jahre 1869 in ein brandenburgisches Infanterie-Regiment auf Avaneement eintrat, nachdem er zuvor bie Ober-Sekunda in einer Ober-Realschule besucht hatte. In ber Sck;lacht bei Vionville würbe er burch eine Kugel, bie ihm in bie rechte Brustseite drang, und unter Zerstörung eines Rückenwirbels den Körper linksseitig toieder verließ, schwer verletzt. Nach mehrmonatiger Behandlung in der Heimat kehrte er notdürftig geheilt auf den Kriegsschauplatz zurück, brach aber bei Le Mans infolge Entkräftung zusammen, sodaß er wieder heim befördert werden mußte. Mittlerweile war er zum Leutnant ernannt, und mit dem eisernen Kveuz ausgezeichnet worden, doch- war es infolge seines Zustandes mit der Militärlausbahn für ihn für immer vorbei. Infolge Lähmungserschein- ungen an den Fahrstuhl gebunden, warf er sich energisch auf das Weiterstudium, und ohne Lehrer gelang es ihm nach kurzer Frist, das Abiturienten-Examen in Neu-Ruppin zu bestehen. Während eines Bade-Urlaubes in Teplitz Hatto er aber eine junge Dame kennen gelernt, der zu Liebe, er die Stelle eines Zuchthaus-Inspektors annahm. Tie jungen Leute heirateten und der Ehe entsprossen zwei Müder. Unterdessen war ein ehemaliger Untergebener, ein Unteroffizier, der unmittelbare Vorgesetzte des Inspektors geworden. Kleine Chikanen, die diesem Verhältnis entsprangen, bewogen den 5Mden unserer Sttzze, seinen Abschied zu nehmen, und — Theologie zu studieren, eine Idee, die er schon seinerzeit, als er verwundet auf dem Schlachtfeld lag, gefaßt hatte. Während seiner Studienzeit in Halle wurden ihm noch zwei weitere Kinder geboren Bald legte er auch hier das erforderliche Examen mit Auszeichnung ab und heute ist der Ex-Leutnant — ivob[beftan= ter Pfarrer auf einem größeren brandenburgifchen Torfe.
Kandel und KerKehr. Uolkswicksthast.
Leipzig, 20. Aug. Generalversammlung der Leipziger Bank. Im Namen des Auffichtsrats er- tattet der Vorsitzende Heinrich Dodel Bericht. Der Bericht bezeichnet die Lage des Unternehmens als überaus chwieng. Tie Verantwortlichkeit des Aufsichtsrats wird anerkannt. Tie Wahl der Verhältnisse


