Ausgabe 
23.7.1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 170

Zweites Blatt

Dienstag 33. Juli 1901

China

151. Jahrgang

der um ein- und

Immer kommen noch allerhand Nachrichten über Ausschreitungen der fremden Truppen. Glücklicher­weise sind deutsche Mannschaften dabei nicht beteiligt. Noch kürzlich meldeten wir, daß amerikanische Soldaten wegen verschiedener Beutezüge in der Umgegend von Peking streng bestraft worden sind. Jetzt werden ähnliche Uebelthaten wn Engländern, Franzosen und Japanern berichtet, wo­bei sogar ein britischer Offizier des Raubes beschuldigt wird. Mehrere Dorfvorstände haben einen britischen Offi­zier, der mit einer Soldatenabteilung in Langsang statio-

Adresse für Depeschen;

Anzeiger Eichen.

FernsprechlmschlußRr.bl.

niert war, verklagt, er habe mit seinen Truppen private Beutezüge unternommen. Die britische Legation hat eine Untersuchung angevrdnet. Am 14. griffen betrunkene fran­zösische Soldaten eine Anzahl Chinesen in Peking an, töteten drei und verwundeten mehrere. Auch Japaner sollen sich neuerdings an Räubereien in ihrem Stadtteil beteiligt haben.

Redaktion, Expedition und

Druckerei: Schulftratze 7.

Fra« Krüger f«

Ohm Krüger ist vo» einem schweren Schlage betroffen worden. Reuters Bureau meldet aus Pretoria, daß am 20. d. M. nachmittags die Gemahlin des Präsidenten Krüger im Alter von 67 Jahren nach dreitägiger Krank heit an Lungenentzündung gestorben ist. Die Sympathien der meisten Deutschen hat der greise Burenpräsident für sich und man wird ihm in dieser Zeit schwersten persönlichen Leides von allen Seiten Beweise innigen Mitgefühls ent gegenbringen. Seit dem 11. Oktober 1899, da England Paul Krügers Ultimatum verwarf und die Feindseligkeiten begannen, hat KrügerS vortreffliche Gattin wacker ausgehalten und alle die Wandlungen des Kriegsglücks selber mit bluten­dem Herzen angesehen. Zuletzt noch hat sie es erleben Müssen, daß ihre Genossinnen in den Gefangenenlagern lang­sam verschmachten, oder der Willkür roher Söldner preis- gegeben sind. Sie hat ihren treuen Eheherrn von sich scheiden sehen müssen und hat selber bisher wacker Stand gehalten all den Unbilden des grausamen Krieges. Sie hat dabei eine beispiellose Charakterstärke beseffen, diese schlichte Frau des schlichten Ohm Krüger. Droben im Lande der Dithmarschen bei DusenddüvelSwart ist vor kurzem ein Denkmal errichtet worden an der Stelle, da das Bauernvolk der Marschenlande einst gegen die Ritterschaft von Holstein und Dänemark seine Freiheit verteidigt hat, treu dem Spruche: Lieber tot, als Sklave. Die im festen Gottvertrauen und Glauben an den E'chen glücklichen Ausgang des unseligen Krieges nun dahmgegangeuen Gattin des Präsidenten von Transvaal ist gestorben als freie Bürgerin eines freien Landes und ha «ach besten Kräften das Ihre gethan, um von ihrem Volke die Schmach und das Unglück der Sklaverei abzuwenden. Vielleicht findet sich einst der Sänger jenes großen Helden- kampfes der südafrikanischen Bauern deutschen Stammes gegen ihre Unterdrücker. In seinem Liede wird er der Frau mcht vergeffen, die da mit seltenem Mute für ihr Vaterland Lebte und webte und beistand den von aller Welt verlassenen Ihren bis zu ihrer letzten Todesstunde, ein Muster an Frauen­tugend und Frauentreue in unserer schwachherzigen Zeit.

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Straßburg, 20. Juli. Der Rücktritt Putt- rarners hat mit dem Diktaturparagraphen oder einem: ^yivemwechfel nicht Geringste zu thun. Die Schwierig- keit des ftebels ,oer Abschaffung des Diktaturparagraphen Straßburg. Wie gerüchtweise verlautet^ soll Oberprasrdent von Koeller, der frühere reichslän­dische Unterstaatssekretär des Innern, zum Staatssekretär des Ministeriums für Elsaß-Lothringen auserwählt sein

Erscheint töglich mit Ausnahme des Montags.

Die Gießener Kamille». blätter werden dem An. zeigcr im Wechsel mitHeff. Landwirt" undBlätter für Hess. Volkskunde" vier, mal wöchentlich beigelegt.

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Ausland.

London, 20. Juli. Cin Telegramm aus Kalkutta be­sagt, daß der dortige Vertreter der Firma Krupp infolge ' eines Ersuchens der siamesischen. Regierung sich, nach Bangkok begeben hat, um über die Lieferung neuer Gewehre und : leichter Schnellfeuergeschütze zu verhandeln. Eine ameri­kanische Firma bewirbt sich ebenfalls um den Auftrag, der für bedeutend gehalten wird.

Maizieres, 21. Juli. (Dep. Haute Saone.) Heute mittag fand in Bronvaux die feierliche Einweihung einer Gedenktafel an dem Hause statt, worin nach dem Kampf bei Mars la-Tour der GroßherzogPetervonOlden- b u r g und der damalige Erbgrohherzog, jetziger Groß- herzog Friedrich August wohnten. Die .Gedenktafel ist ge- : stiftet worden vom Oldenburger Kriegerbunde. Anwesend waren der Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 98, Oberst Rochlitz, sowie die Kriegervereine von Maringen, Bronvaux und Maizieres. Der Vorstand des Krieger-Ver­eins Bronvaux, Bach, brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, das begeistert ausgenommen wurde, worauf die Musik die Nationalhymne spielte. Der Vorstand des Oldenburgischen Kriegerbundes, Wachtendorf, übergab die ' Gedenktafel sodann an den Bürgermeister von Bronvaux, Boulier, der sie mit einer französischen Ansprache über­nahm, worin er dankte und Schutz für sie sprach. Oberst Rochlitz, der früher Hauptmann im Oldenburgischen In­fanterie-Regiment Nr. 91 war, gedachte in einer Ansprache des Großherzogs von Oldenburg, welcher auch seinerseits die hochherzigen Bestrebungen des Kaisers pflege, nach, welchen die Zukunft des deutschen Reiches nicht nur auf dem Lande, sondern auch auf dem Wasser liege. Redner schloß mit einem dreifachen Hurrah auf den regierenden Großherzog, worauf die oldenburgische Hymne gespielt wurde. T-er Kriegerverein Maringen und der Krieger-Ver­ein Maringen-Bronvaux legte dann einen Kranz für den verstorbenen Großherzog Peter nieder. Später gab der Bürgermeister ein Frühstück.

Sern, 20. Juli. Nach dem Wortlaut eines Basler Festspiels, das u. a. historische Ereignisse aus dem 15. Jahrhundert zur Darstellung brachte, springt ein Schweizer Krieger mit der österreich ischen Fahne wenig glimpf­lich um, indem er sie mit dem Rufin den Dreck da­mit" in den Koth wirft und mit Füßen tritt. Nach der Aufführung des Festspiels beschtverte sich hierüber die österreichische Kolonie in Basel beim österreichischen Ge­sandten in Bern. Die Meldung eines Blattes, der öster­reichische Gesandte habe sich, beim Bundespräsidenten be­schwert und der deutsche Gesandte von Bülow habe zwischen der Schweiz und Oesterreich vermittelt, bestätigt sich nicht.

Wien, 20. Juli. Der auswärtige Handel Oester­reich-Ungarns stellte sich im Monat Juni wie folgt: Der Wert der Einfuhr betrug 137,7 Millionen Kronen( gegen das Vorjahr mehr 2,6 Millionen), der Wert der Ausfuhr 145,1 Millionen (weniger 17 Millionen). Das Aktivum der Handelsbilanz beträgt somit 10,4 Millionen Kronen, gegen 30 Millionen im Vorjahre. Während der Monate Januar bis einschließlich Juni bezifferte sich der Wert der Einfuhr auf 842,6 Millionen Kronen (gegen das Vorjahr weniger 14,1 Millionen), der Wert der Ausfuhr auf 894,3 Millionen (weniger 27,5 Millionen). Das Aktivum der Handelsbilanz beträgt demnach 51,7 gegen 65,1 Millionen Kronen im gleichzeitigen Zeitraum des Vorjahres.

Es heißt, daß zwischen Oesterreich und Ruma-- nien eine Militärkonvention geschlossen unirbe. Tanach stellt im Kriegsfälle Rumänien eine in acht Korps geteilte Armee von 250000 Mann auf, sobald Rußland mobilisiert, und schiebt diese auf der Linie Galatz-Jassy vor, um, die Truppen des Odessaer und Sinferopoler Militär­bezirkes im Schach zu halten und die Verbindung derselben, mit dem Kiewer Korps, welches zum Einfall nach Oester- reich-Nngarn bestimmt ist, zu verhindern. Der Rest der rumänischen Armee nimmt an der Donau Stellung gegen Bulgarien, während gegen Serbien und die Donau bei Widdin österreichisch-ungarische Truppen wirken werden. Die Nachricht sei wahr, sagt derMagyar Orszag", selbst wenn sie dementiert werden sollte. Die Konvention werde wahr- cheinlich sogar publiziert werden, sobald der König Alexan­der, sowie die Fürsten. Ferdinand und Nikita nach St. Peters-, bürg gehen, was die Ratifizierung derslavischenBal-» kanföderation bedeute.

Sofia, 20. Juli. Das hiesige Kreisgericht erhob gegen Sarafow und Stojanow die Anklage wegen Mitschuld an der Ermordung Fitowski's und gegen Kowatschan und Trobew wegen Mitschuld an der Ermordung Mi­chailen n u's. Alle vier Angeklagten waren Mitglieder des macedonischen Komites.

Konstantinopel, 21. Juli. Tas Panzerschiff Rostislaw^ mit dem Großfürsten Alexander Michajlowitsch an Bord traf gestern mittag in Bryukliman am Eingänge des Schwarzen Meeres ein, begrüßt mit 21 Kanonenschüssen. Ter Großfürst wurde empfangen vom Marineminister Fuad- Bascha und anderen Würdenträgern. Am Nachmittag wurde der Großfürst vom Sultan in Audienz empfangen.

Petersburg, 21. Juli. Heute früh legte Prinz, Adalbert von Preußen am Sarkophag des Kaisers- Alexander III. einen Lorbeerkranz nieder. Für den Nach--

Die am Freitag in Peking abgehaltene Sitzung Gesandten hat das Friedenswerk auch formell einen bedeutenden Schritt gefördert. Außer der stimmig erfolgten Festsetzung der Kriegsentschädigung des Tilgungsplanes wurden die letzten Vorschläge der chi­nesischen Bevollmächtigten bezüglich! der Empfangszeremo­nien als befriedigend angenommen. Auch über die wichtige Flußregulierung bei Shanghai ist eine Einigung erzielt worden, die den Anträgen der verschiedenen Schiffahrts­gesellschaften entspricht. Eine Meinungsverschieden­heit besteht nur noch über folgende Punkte: Erstens soll die Sicherung der von China zu leistenden Zahlungen bewirkt werden durch Verpfändung des Seezolles in Höhe von 4 Prozent und anderer Steuern, wie der Dschunken- uild Salzsteuer. Tie Erträge aus diesen Abgaben werden im allgemeinen als ausreichende Sicherung betrachtet, doch liegt von einer tz'eite der Antrag vor, daß, falls diese Er­träge sich doch .pider Erwarten als nicht ausreichend er­weisen sollten, ohne Weiteres zu einer subsidiären Er­höhung der See^lle bis zu 7 einhalb Prozent vorgegangen .werden kann. Dieser Vorschlag findet Widerspruch bei England unter Berufung auf das Interesse seines Han­dels. Hierzu wird nunmehr über einen Vermittelungs­vorschlag verhandelt, der Aussicht auf allgemeine Annahme zu haben scheint. Er geht dahin, daß, falls die verpfän­deten Zölle und Steuern sich als unzureichend erweisen, die Mächte zusammentreten sollen, um diejenigen Steuern und Zölle zu bestimmen, die zur Ergänzung des Fehl­betrags herangezogen werden sollen. Zweitens ist eine Einigung noch nicht erfolgt über das beantragte Waffen­einfuhr-Verbot nach China, doch ist anzunehmen, daß auch in dieser Frage eine Einigung ohne besondere Schwierigkeit erfolgen wird. Nicht ohne Einfluß auf den raschen Verlauf der Verhandlungen wird es fein, daß die chinesischen Be­vollmächtigten mit großem Nachdruck auf rasche Erledigung drängen, und daß ihr, bisheriges Verhalten den Eindruck gemacht hat, daß man sich in finanziellen Fragen auf ihre Ehrlichkeit und Gutgläubigkeit verlassen kann. Wie das Reuter'sche Bureau erfährt, beraten die fremden Gesandten in Peking augenblicklich darüber, wie weit der jetzt geltende Zolltarif mit Rücksicht auf die Verzinsung der Entschädig­ungssumme erhöht werden kann. Die Verhandlungen über die Anleihe schreiten vorwärts. Man hofft, daß man in wcht allzu ferner Zeit zur Regelung der Angelegenheit ge­langen wird. Was die Zölle betrifft, so wird darauf hin- gewiesen, daß diese nicht bedeutend erhöht werden können, wenn nicht gleichzeitig von China entsprechende kom­merzielle Erleichterungen gewährleistet werden, um die tnird) Erhöhung der Zölle in China den Handeltreibenden «nvachsende Lasten auszugleichen.

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Deutsches Keich.

on brlin, 21. Juli. Aus Laerdalsoeren wird vorn , 20. berichtet: Heute früh traf dieHohenzollern" mit dem Kaiser an Bord vor Laerdalsoeren im Sognefjord ein, wo sie voraussichtlich bis zum Montag vor Anker bleiben wird. Eine aus Laerdal datierte Meldung lautet per Kaiser verblieb gestern an Bord. Es war gestern wohl der heißeste Tag. Heute vormittag hielt Majestät Gottes­dienst ab. Am Nachmittag wurde der Schnelldampfer Augushe Viktoria" erwartet. Der Kurier ist am Vor­mittag abgereist. An Bord ist alles wohl.

Laut Mitteilung des Kriegsministeriums ist der TruppentransportdampferGera" mit dem Grafen Wal- dersee am 19. Juli von Aden ab gegangen. Er trifft am 25. Juli in Port Said ein, und voraussichtlich am 9. August in Hamburg. Der Kaiser und Graf Waldersee treffen zusammen am 10. August 1 Uhr mittags, auf derHohen­zollern" in Hamburg ein. Dem Empfang durch den Senat wird sich ein Frühsfiick im Rathaus, ein Festessen auf der Hohenzollern", Beleuchtung und Feuerwerk am Elbufer anschließen.

. M"<!okk""ische Sondergesandtschaft

verließ gestern Berlin.

DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Mit Recht wird die Angabe, der Reichskanzler habe dreimal mit dem Kaiser zu Gunsten der Wahl des Herrn Kauffmann zum zweiten Bürgermeister von Berlin gesprochen, als un - wahr bezeichnet. Graf Bülow hat die ganze Angelegen-, heit oder die Persönlichkeit des Genannten gegenüber dem Kaiser überhaupt niemals berührt.

Tas Gerücht, die Veröffentlichung des Zoll­tarifs sei beschlossen, ist in dieser Form n i ch t r icht i g. ^a aber durch die (Stuttgarter Veröffentlichungen die wich­tigsten Zollsätze bekannt sind, dürsten allerdings Erwäg- ungen darüber schweben, ob nun nicht eine amtliche Veröffentlichung des ganzen Zolltarifs ängezeigb ist.

Bezüglich des vom Grafen Klinckowström im Reichs­tage eingebrachten Antrages, wonach im Schlußprotokoll ä"m deutsch-russischen Handelsvertrag die für ^trei^e zugestandenen Frachtvergünstigungen bei dem Llbschluß des neuen, Handelsvertrags an die Bedingung geknüpft werden sollen, daß dieses Getreide zur Ausfuhr über See nach dem Zollauslande bestimmt sei, meldet die Nordd. Allg. Ztg.": Da die Erörterungen im Reichstage und in der Budgetkommission zu einem abschließenden Ergebnis nicht geführt haben, insbesondere die beiden entgegengesetzten Behauptungen nicht klargestellt worden sind, einerseits, daß durch die Bestimmung des jetzt giftigen Handelsvertrages eine schwere Schädigung der ostpreußi­schen Landwirtschaft und Binnenmüllerei eingetreten sei, andererseits, daß die Annahme des Antrages Klinckowström eine schwere Schädigung der Handelsinteressen von Königs­berg, Danzig und Memel herbeiführen würde, soll eine Klarstellung demnächst, ev. im kontradiktorischen Verfahren, durch eine Enquete an gestrebt werden, die auf Vor­schlag der beteiligten preußischen Ressorts vom Reichskanzler angeordnet und mit deren Leitung der Präsident des Reichseisenbahnamtes beauftragt ist. Zu dieser Enquete, in der auch alle sonstigen in Betracht kommenden Ver­hältnisse untersucht werden, sollen die Vertreter der Land- wirffchaftskammern, der Kaufmannschaft und des Müllerei­gewerbes irt den beteiligten Gegenden zugezogen und so­weit es erforderlich ist, Sachverständige gehört werden.

DjeNordd. Allg. Ztg." wendet sich gegen einen Artikel desB. T.", worin Klage geführt wird, daß die Inhaber der Lithographischen Anstalt M. Schrappe u. Co. in Papenduva, Schrappe und Tietgens, in Verfolgung ihrer Ansprüche,.wegen Schädigungen bei der Haussuchung, welche in den Geschäftsräumen von der unzuständigen brasiliani­schen Behörde wegen unbegründeten Verdachts der Her­stellung falschen Geldes vorgenommen wurde, durch den damaligen kaiserlichen Vertreter für Brasilien nicht genügenden Beistand erfahren hätten. DieNordd." er­klärt auf Grund genauer Untersuchung des Vorfalles, die auf Betreiben des damaligen Gesandten in Petropolis vor­genommen wurde, den Vorwurf als ungerechtfertigt. Es seien keinerlei Ungesetzlichkeiten brasilianischerseits vorge­nommen worden. Infolge der bei der Haussuchung nach­gewiesenen Ergebnisse der Untersuchung habe die deutsche Regierung nicht umhin gekonnt, die Vertretung eines der­artig schlecht begründeten Anspruchs abzulehnen, und die Geschädigten auf den Rechtsweg verweisen zu lassen.

Essen, 20. Juli. Heute fand hier ein Abgeordneten­tag der Vereinigung deutscher Marinevereine unter dem Vorsitz Fritsches-Kiel statt. Vertreten waren 134 Vereine mit 10000 Mitgliedern. In der Hauptversammlung wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit über die Stell­ungnahme zum deutschen Kriegerbunde verhandelt.

Gotha, 21. Juli. Die Neuregelung der Besold­ungen der akademisch gebildeten Gymnasiallehrer, wie sie der Landtag jüngst beschlossen hat, wird als Gesetz verkündet. Hiernach erhält^vom 1. Juli d. I. jeder Gym- ' uasiallehrer 2700 Mk. Anfangsgehalt und Alterszulagen i in zehn Stufen bis zum 31. Dienstjahre, sodaß das Höchst­gehalt 5500 Mk. beträgt. Der Tirektor erhält außerdem ' noch 1000 Mark Amtszulage.