Ausgabe 
23.5.1901 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 119 Erstes Watt

Donnerstag 83. Mai 19til

.Amtlicher Heil.

des Feld-

Theater, Kunst und Wissenschaft

Die Regierung werbe geäußerten Wünschen den außerordentlichen Landwirtschaft hervor.

Spefcthon und

MMdWrafK 7.

einschließlich der Großh. zur Einficht

***< g« für »en

» erlchktnendkn

M mv*. 10 Uhr

H»M«* spätesten«

Ldresie für Depesche«; Anzeiger Sieben.

Fernsprechanichluß Nr.A«.

151. Jahrgang

In der Zeit vom 28. Mai l. I». bis 10. Juni l. IS. liegen auf dem Amtszimmer Bürgermeisterei Rabertshausen folgende Akten der Beteiligten offen:

1. das topographische Güterverzeichnis

jederzeit allen in dieser Richtung entgegenkommen.

Abg. Köhler- Langsdorf hebt Wert der Feldbereinigung .für die Wenn er zu wählen hätte zwischen

2. daS Verzeichnis derjenigen Grundstücke, welche in folge der Feldbereinigung an Stelle der verpfändeten alten Grundstücke getreten find.

Einwendungen hiergegen find bei Meidung des Aus schluffeS innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist schriftlich oder zu Protokoll bei Großherzogl. Bürgermeisterei Rabcrtshauseu anzubringen.

Friedberg, den 17. Mai 1901.

Der Großh. BereinigungSkommiffär:

Spanier, KreiSamtmann.

Hessischer Landtag.

Zweite Kammer der Stände.

nn. Darmstadt, 21. Mai.

Tie Sitzung beginnt um einviertel 11 Uhr.

Am Ministertisty Staatsminister Rothe, Minist.-Rat Braun, Reg.-Rat Usinger und Minish-Rat Breidert. Nach Ueberweisung einer Anzahl von Anträgen an den t>or-< beratenden Ausschuß tritt das Haus in die Beratung eines Antrags des Abg. Weidner, die AussclMeiben der Großh. Regierung über die Landwirtschaft betr. Ter Aus­schuß beantragt den Antrag für erledigt zu erklären. Ter Antragsteller zieht seinen Antrag zurück. Ein Antrag der Abgg. Jockel und Genossen, die zweite Feldbereinig- ungs-Kom Mission in Oberhessen betr., giebt dem

Llbg. Dr. Gutfleisch Veranlassung darüber Klage zu führen, daß die Feldbereinigung in Hessen viel zu langsam vor sich gehe. Es sei unbedingt nötig, daß die Grundbuchämter ihre Arbeiten erledigen, damit auch die Wohlthaten derselben dem Lande zu gute kämen.

bereinigungsbezirks. In dem topographischen Güter. Verzeichnis ist die Wahrung der RechtSverhältniffe zur Darstellung gebracht. (Art. 25 des Feld- bereinigungsgesetzeS);

Die Abgg. Koreil und Schönberger treten für Vermehrung der Kommissäre ein.

Der Antrag wird hierauf einstimmig angenommen. Eine Vorstellung des Mainzer Angel-Klubs über den Angel­sport im Großherzogtum Hessen wird nach, einer zusagenden Erklärung des Minist.-Rats Braun für erledigt erklärt.

Auf Antrag des Abg. Dr. David soll dieser Gegenstand mit der Regierungs-Vorlage: Gesetz-Entwurf die Aufhebung des Artikel 48 des Fischereigesetzes vom 27. April 188*1 betr. das Freiangeln in Strömen, demnächst zur Beratung gelangen. Dieser Antrag findet Annahme. Die Regierungs­

tl-lich mit /Wi»«>hWi M Montag».

Seettten- WWH< Berten drm An« DßMtmSechstl mit,Hey. **** imtBlätter M M♦Ifttunbc" »»er« »Gchnttlich betylegt.

Vorlage, die staatliche Anstellung eines T ie r zu ch t - In­spektors für die Provinz Obcrhessen betr., wird dem. Ausschußantrag entsprechend abgelehnt. Zur Bcratuilg gelangt nunmehr der Gesetz-Entwurf daS Fa s e l lv e s e n in Hessen betr. In der Generaldebatte giebt

Abg. Dr. Heidenreich ein Bild von dem Faselwesew der Gemeinde, seine Entwickelung und die Stellung des zweiten Ausschusses zur Regelung eines wichtigen Zweiges der hessischen Landwirtschaft.

Ministerialrat Braun erklärt, daß eventuelle Härten im Gesetz durch die Ausführungsbcstimmungen beseitigt wer­den können. Er bittet, das Gesetz möglichst ohne redaktio­nelle Aenderungen anzunehmen.

Ter ganze Gesetz-Entwurf wird sodann nach den Aus­schußanträgen angenommen.

Die Regierungs-Vorlage betr. Regelung der Gehalts- verhältnisse der Landwirtschaftslehrer sowie die Vorstellung der zweiten Landwirtschaftslehrer um defi­nitive Anstellung wird von der Tagesordnung abgesetzt. Zur Vorstellung des Landesgewerbevereins, die g e n o s s e n- schaftliche Organisation des Handwerker- standes betr., beantragt der Ausschuß, die Großh. Re­gierung zu ersuchen, dieser Angelegenheit auch weiter alle Aufmerksamkeit zu schenken und sie nach Möglichkeit zu fördern. Die Kammer beschließt demgemäß.

Zur weiteren Beratung gelangt die Regierungs-Vorlage die Oberlandesgerichtsräte usw., Gerichts- s ch r e i b e r bei den Amtsgerichten usw. und die Besold- ungsordnung betr.

Abg. Wolff spricht sich gegen die Erhöhung der Ge­halte aus und verlangt eine Revision des gesamten Be­soldungsgesetzes. Er wünscht, daß die Höchstgehalte öcc Beamten gekürzt werden. Tie Lebenshaltungen seien nicht teurer geworden und seine Freunde würden es nicht ver­antworten können, bei diesen Beamtenkategorien Erhöh­ungen der Gehalte zu bewilligen. Durch Herabsetzung der Höchstgehalte werde eine jährliche Ersparnis von 250 000 Mark eintreten. Aus diesen Gründen stimme er gegen die Erhöhung.

Justizminister Dr. Dittmar erklärt, daß es sich bei dieser Frage um keine Durchlöcherung des Bcamtengesetzes handele, sondern einer Kategorie von Beamten, die bei den Besoldungserhöhungen vergessen wurden, soll nur ihr Recht werden.

Im Sinne der Regierungs-Vorlage sprechen nur die Abgg. Dr. Fr en ah und Dr. Tavid, und sie wird mit großer Majorität nach den Ausschußanträgen ange­nommen.

Damit wird die Sitzung um halb 2 Uhr geschlossen.

Nach einer Mitteilung des Präsidenten Haas wird die Zweite Kammer am nächsten Donnerstag mit den Mitglie­dern der Großh. Regierung einen Ausflug in den Odenwald unternehmen.

Gießen, den.21. Mai. Betr.: Die Pferdemnsterung im Jahre 1901.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeiftereie» des Kreises.

Auf ergangene Anfragen teilen wir Ihnen mit, daß öie G'öße der zur Borrnusterung zu gestellenden Pferde durch Sie oder durch von Ihnen zu beauftragende zuverlässige Leute zu meffen ist.

Die Spalten 1 bis 3 und nötigenfalls Spalte 6 des Verzeichnisses der vorhandenen Pferde sind von Ihnen und die Spalten 4 und 5 durch den MusterungS-Kommissar aus zufülle«.

OOOOOOOOOD 56211 gine alte, Me.VeuW tbenKv.rsich.-Sls.

mkn Milch »Äeö., Niedrig!»

cht noch Vertreter *

b gegen Gehalt * i

Budolt Äo**® -

Minist.-Rat Braun führt aus, daß er schon früher auf die Notwendigkeit der Anstellung weiterer Feldbereinig­ungs-Kommissäre hingewiesen habe.

GietzenerAnzeiger

" General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Eiehen

, der Erhöhung der Zölle und der Durchführung der F e l d b e r e i n i g u n g, so würde er für die letztere eintreten.

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Rtngelshaufen.

nnn ö>

sNsr

3**Se

Darmstädter Spiele 1901. Man schreibt uns: Am Donnerstag, 23. Mai, findet im Spielhause der Künst­ler-Kolonie ein Friedberg-Abend statt. Ter aus­gezeichnete Frankfurter Künstler wird Improvisationen am Klavier veranstalten, denen er Gedichte von Heine, Holzamer u. a. zu Grunde legt. Ta es seit den Tagen von Liszt und Mendelssohn zum erstenmale wieder ist, daß ein Ton­künstler zu diesem Wagnis die Kraft in sich fühlt, möchten wir ganz besonders auf dieses Ereignis Hinweisen. In der amtlichenTarmst. Ztg." lesen wir folgende merkwürdige Notiz:Das gestrige n st le r ko n ze r t im Spielhause der Künstler-Kolonie wurde durch den Aller­höchsten Besuch Seiner Königlichen Hoheit des Groß­herzogs ausgezeichnet. Fräulein Hodapp von Frankfurt am Main trug eine Reihe von Kompositionen, dar­unter solche des hohen Protektors der Kolonie, vor. Genaueren Bericht darüber zu bringen, ist uns un­möglich, da unserem gestrigen Theater-Referenten der Z u - tritt auf seine allgemeine Legitimationskarte nicht ge­statt e t- wurde. Red." Tagegen lesen wir folgendes in denN. H. Bbl.":Von hohem Interesse waren zwei kürzere Klavierstücke:Träumerei" undAbschied", kom­poniert von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog. In klaren, durchsichtigen Formen spricht der hohe Kom­ponist seine musikalischen Gedanken aus, die sich streng logisch auseinander entwickeln und dabei natürlich und einfach sind Alle Grübelei, hinter der sich fast immer Oif Impotenz des künstlerischen Schaffens verschanzt, liegt itzm fern. Er läßt der Melodie in vollem Umfange ihr Becht widerfahren, und zu dieser reiz- und stimmungsvollen Melodik gesellt sich eine fein gewählte, immer interessante Harmonik, so daß der günstige Eindruck nicht ausbleiben tonnte. ... Se. Kgl. Hoheit der Großherzog, der den Ltand-Olbrichflügel der Firma Leopold Schütter in Auftrag «ab, lauschte mit größtem Jntereffe diesem wunderbar iveichen und ausdrucksfähigen Ton, den Frl. Hodapp dem Instrument entlockte, wie der hohe Herr überhaupt sich über in allen Teilen vortrefflich gelungenen Flügel außer­ordentlich gefreut haben soll. Der Flügel, im blauen Ge­häuse (lapis lazulil mit farbenprächtigen Elfenbein-Intarsien icird vergoldeten Beschlägen, ruht auf smaragdgrünen, kunst-

sich. ein Patent auf seine Idee geben lassen. In ber Fixigkeit ist er zweifellos seinen sämtlichen Kon kur ren tetr, überlegen.

Der 31. Kongreß für I n n e r e M i s s i o n wird vom 23. bis 26. September in Eisenach abgehalten wer­den. Aus dem sehr reichhaltigen Programm teilen wir nur folgendes mit: Am 23. abends 6 Uhr Eröffnunggottes­dienst ; am 24. vormittags findet die erste Hauptversamm­lung statt, Thema:Luthers Stellung zu den sittlichen und sozialen Nöten seiner Zeit in ihrer vorbildlichen Bedeutung für die evangelische Kirche". Am Nachmittag soll ein Fest­akt stattfinden mit einer Festrede überDie Lutherbibet und das deutsche Volk". Für Mittwoch den 25. sind Spezial-» tonferenzen angesetzt (1.Die Seelsorge an den Gefangenen", 2.Neue Wege der weiblichen Diakonie", 3.Das Bürger­liche Gesetzbuch und die Innere Mission", 4.Die Aufgabe der christlichen Gemeinschaften gegenüber der Kirche und ihrer Inneren Mission"). Am 26. wird in der zweite«: Hauptversammlung das Thema:Die Knnst im Lichte detz Evangeliums behandelt: um 4 Uhr nachmittags ist Schluß­gottesdienst. Auch am 24. und 25. findet je ein Abendgottes­dienst statt. Für die genannten Themata wie für die Gottesdienste sind eine Reihe namhafter Männer aus ver­schiedenen deutschen Ländern als Redner gewonnen worden.

Teutscher Anwaltstag. Auf der Tagesordnung des diesjährigen Deutschen Anwaltstages, der am 6. und 7. September zu Tanzig stattfinden wird, stehen folgende Themata: 1) Anpassung der Vereinssatzungen an' ba£ neue Recht. 2) Ist die Suspension als ehrengerichtliche Strafe zu empsehlen? 3) Tie Ordnung des Gerichtsvollzieher­wesens im Deutschen Reich. 4) Bestrafung uneidlül)erl falscher Aussagen und Nichtbeeidigung unglaubwürdiger; Aussagen. 5) Theorie und Praxis seit dem 1. Januar 1900. 6) Gründung einer Ruhegehaltskasse und Witwen- und Waisenkasse für deutsche Rechtsanwälte mit Zwangsbeitritt unter reichsbehördlicher Aufsicht.

Tie Theosophische Gesellschaft (I. T. V.- itt Deutschland wird ihre diesjährige Konvention am Pfingst­montage zu Leipzig abhalten. Die religionsphilosophischen: Vorträge werden die Themen:Keine Religion ist höher als die Mahrheit" (Wahlspruch der Gesellschaft, und Ueber unsere Krafts behandeln.

voll geschliffenen Krystallkörpern." Dasselbe Blatt weiß noch, folgendes zu melden: Es ist strenge verboten, ohne besondere Ermächtigung hierzu, in der Ausstellung auf der Mathildenhöhe photographische Aufnahmen zu machen oder Gegenstände nachzuzeichnen.

Frankfurter Oper. In der für Pfingstsonntag an­gesetzten Aufführung von LortzingsU ndine" wird Fräu­lein Elsa Schweitzer zum erstenmale die Titelpartie singen. Vielfachen Wünschen entsprechend, kommt am Pfingstmontag BizetsCarmen" mit Fräulein Emmy De st in n zur Darstellung. Billetbestellungen zu dieser Vorstellung, die außer Abonnement stattfindet, werden an der Kasse des Opernhauses entgegengenommen. Am Freitag, den 31. ds., gelangen in neuer Ausstattung an Deko­rationen und Kostümen nach Bayreuther Muster Wagners Meistersinger" zur Aufführung. Die Besetzung ist folgende: Eva: Frl. Schweitzer: Magdalene. Frl. Weber. Die Partie desWalther von Stolzing" wird zum erslen- male Herr Alois Burgstaller singen. Die Rollen desHans Sachs",Beckmesser",Pogner",David" undKothner" liegen in den Händen der Herren Dr. Pröll, Maesler, Greef, Schramm und Buers. In den übrigen Partien derMeister" wirken die Herren Anders, Brinkmann, Hauck, Hensel, Hunger, Kruthoffer, Reitz und Zeitzechel mit. Ta das Werk in diesem Falle ohne alle Striche zur Wiedergabe gelangt, hat die Intendanz den Beginn der Aufführung aus 6 Uhr festgesetzt.

Ein Schnelldramatiker. Dem wahrhaft mo­dernen Dramatiker ist nichts zu schwer: wenn er sich auf seine Zeit versteht, teilt er alle Ereignisse, die bedeutend genug sind, seinen Geist anzuregen, allsogleich in Szenen und Akte. Wenn man dem einen oder anderen Schwank- und Lustspielautor nachsagt, daß er ein paar BändeFlie­gende Blätter" auf seinem Arbeitstische liegen habe, so darf man von demaktuellen" Dramatiker behaupten, daß ihm immer die letzte Nummer der Zeitung den Geist zu unsterb- lick-en Werken einflößt. Einer dieser Schnelldramatiker hat -s jetzt besonders eilig.Damit mich niemand bezichtige", schreibt er:daß ich mir eine fremde Idee angeeignet habe, teile ich schon jetzt mit, daß ich bereits dabei bin, ein DramaK ö n i g i n D r a g a" in vier Akten und einem VorspielTer überrumpelte König" zu schreiben." Sämtliche Dichter Europas sind also gewarnt! Wir aber meinen, der eilige Dramatiker, dessen Name verschwiegen sei, sollte

gen, liefert zu Fabrikpreisen oedner, Seltersweg.

LöerkMt Ml.M silb M

11.

isach einfdilagenben arbeiten, föne«, sowie Meichne^von

M Hadler.

vezngrprek ouruiNM Ml. 2.20, moRQtl. 76 Vfe mil vringerlohn; durch * Abholkst<Ü«n tHerteljiK Mk. 1.90, menatl. 66 W»

B« Postbezug virrteljch^. Mt. 2.00 ohne Bestell*».

R(te eut|ttflcn BenntttluM»- ßtfltn dr» In- und auüfeew ntfnntn Anzeigen für »" »«(jener Anzeiger entgewe ßetlenprcts lokal 11 auswärts SO Psg.

!IB R*?

uf Ml

KsGr

Alt 1.

4$ WmbaneS Detail- aorn

roweg 35

Wxt Kaas M). Ml aparter und solider wtuten antttanttt btfctß Men Ronturtm Kirae« 2879

v. Bechtold.

Bekanntmachung.

GroßherzoglicheS Ministerium des Innern hat dem ge» schäftSführenden Ausschuß der ^Internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen Berlin 1901" die Erlaubnis erteilt, die Lose einer in Verbindung mit der bezeichneten Ausstellung zu veranstaltenden Verlosung von AuSstellungS- und anderen Gegenständen nach Maßgabe des von dem Königlich Preußischen Ministers des Innern ge­nehmigten Spielplanes innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben.

Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis bringen, be­merken wir, daß nach dem von der zuständigen Behörde ge­nehmigten Verlosungsplan 300 000 Lose L 1 Mk. ausgegeben werden dürfen und 90 000 Mk. zum Ankauf von Gewinn- gegenständen verwendet werden müffen.

Gießen, den 21. Mai 1901.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.