Charakter besitzen und im autonome« Zolltarif nicht zum Ausdruck gelangen dürfen. Tie Kammer will für die event. erwachsenden Nachteile lieber Rekompensationen von Oesterreich fordern.
Petersburg, 20. Dez. Hier geht das Gerücht um, daß W a n n o w s k i, der im vorigen Jahre aus speziellen Wunsch des Zaren das Unterrichtsministerium übernommen hatte, seine Demission einzureichen gedenke. Es heißt, daß der Zar ab gelehnt habe, dem von Wannowski ausgearbeiteten freiheitlichen Universitäts- statut sein Placet zu erteilen.
Ne wyor k, 20. Dez. In Buenvs-Ayres demonstrierte ein großer Volkshaufen vor dem Palast des Präsidenten und rief: Lieber Krieg als diplmatische Noten! Brasilien, Peru, Bolivien und Uruguay rüsten, um ihre Neutralität aufrecht zu erhalten.
Ein schweres Eisenbahn-Unglück.
Am Freitagabend erhielten wir folgendes Telegramm, das wir alsbald durch Extrablatt in der Stadt verbreiteten:
Hameln, 20- Dez. Ter D-Zug Berlin—Köln, welchen um 1 Uhr 3 Min. hier fällig ist, mußte zwischen Neuenbeker und Altenbeken halten, weck er ein Pferd überfahren hotte. Zn kurzem Abstand fol.te 'hm fahrplanmäßig der Personenzug Paderborn—Altenbeken, der ans die Druckmaschine des Schnellzuges auffuhr. Tie Wirkung war furchtbar. Die Zahl der Getöteten beträgt 15, die Zahl der Verwundeten ist ebenfalls sehr bedeutend. Nach dem Zusammenstoß gerieten die Wagen in Brand. E nzelheiteu fehlen noch.
Im Laufe des heutigen Vormittags liefen noch mehrere Privat-Drahtnachrichten aus Dortmund, Paderborn und Hameln ein, die das Unglück doch nicht gar so schwer erscheinen lassen. Es handelt sich wohl nur um blöder 6 Tote; darüber sind die Angaben noch verschieden. Nach Paderborner Meldungen allerdings sind 6 Tote geborgen; 20 bis 30 Personen sollen schwer oder leicht verletzt sein. Unter- Len Trümmern der Maschinen soll sich eine nicht genau bekannte Anzahl Tote befinden. Bei der Katastrophe herrschte dichter Nebel. Die Ursache ist noch unbekannt. Die Eisenbahndirektion Kassel giebt bekannt: Soweit bisher festgestellt ist, sind bei dem Unfall 5 Personen getötet und 10 schwer verletzt worden. Der Betrieb wird eingleisig geführt. Die Schnellzüge von Berlin sind über Holzminden—-Scherfelde beordert worden.
Ferner wird aus Paderborn amtlich gemeldet: Fünf Reisende wurden getötet, 10 Reisende schwer und 12 Reisende, sowie 6 Zugbeamte wurden leicht verletzt. Bisher sind die Namen folgender Reisenden festgestellt: Tot: Agent'Pitkau- Berlin, der Student der Chemie Weiß-Bartenstein, Alex Zimmermann, Musikschule Köln. Verletzt: Schnittert aus Waldschlingen, Jakobsohn-Bcrlin, Lonnen-Berlm, Maß-Berlin, Meißner-Berlin, Rübenstrunk-Hagen, Hampel-Dresden, Gerhard Levisohn-Berlin und Fauerbach-Köln. Der Materialschaden an den Lokomotiven und Wagen ist bedeutend. Beide Geleise sind gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen an der Unfallstelle aufrecht erhalten. Das Geleise .Altenbeken-Paderborn wird heute Abend, das Geleise Paderborn-Altenbeken erst am Samstag Abend wieder fahrbar sein. Die Toten und Verwundeten sind in das Landes- Hospital Paderborn gebracht worden.
Neuere Meldungen sagen: Der Zusammenstoß erfolgte, als man bei Tische im Speisewagen saß. Alles Gerät wurde in demselben zertrümmert. Die Nachschubmaschine wurde in den letzten Wagen, einen solchen 3. Klasse geschoben. Die beiden Maschinen des Personenzuges schwebten mit den Kesseln aufeinander in der Luft. Mit allen zu Gebote stehenden Mitteln wurde an der Befreiuung der Verunglückten gearbeitet. Eine halbe Stunde nach erfolgter Katastrophe fing der Wagen durch die aus der Maschine fallenden brennenden Kohlen zu brennen an. Um 1.30 Uhr erst, eine Stunde nach dem Zusammenstoß, kam ein Hilfszug aus Altenbeken. Die Verwundungen sind Arm- und Beinbrüche, bei den Toten sind es starke Druck-Verletzungen. Etwa 10 bis 12 Leichen mögen noch unter den Trümmern liegen geblieben sein. Der letzte verunglückte Wagen war stark besetzt. Zumeist waren es Männer. Nur wenige Frauen mit 1 oder 2 Kindern sind in diesen Unglückswagen gesehen worden. Die Zahl der Verwundeten soll sich auf 21 belaufen. — Nach einem Telegramm aus Paderborn ist das Befinden der schwer verwundeten Personen, die stundenlang im Schnee hilflos gelegen haben, noch bedenklich. Alle sind sehr schwach.
Nach weiteren Erkundigungen war der Personenzug, der bei starkem Nebel auf den D-Zug aufgefahren ist, mit zwei Lokomotiven bespannt. Durch den Zusammenstoß wurde der letzte Wagen des Schnellzuges in den vorhergehenden, einen solchen 2. Klasse, hineingeschoben und dabei vollständig zertrümmert. Da bereits das Gas angezündet war, weil die Stolle wegen eines Tunnels mit beleuchteten Wagen passiert wird, geriet das ausströmende Gas in Brand. Hierdurch kam es, daß drei Reisende, die nicht rechtzeitig die Wagen verlasien konnten, vor den Augen der zur Rettung herbeigeeilten Personen verbrannten. Das Unglück ereignete sich bei der Bude 31 zwischen Paderborn und Altenbeken. Den Lokomotivführer des Personenzuges trifft keine Schuld. Die Zahl der Toten beträgt nach den letzten Ermittlungen Ü. Verwundet wurden 7 Personen mehr oder oder minder schwer.
Aus Unna wird uns depeschiert: Am Donnerstag, also einen Tag vorher, befand sich in demselben l).Zug der Kronprinz, der von Bonn zu den WeihnachtSferien nach Potsdam reiste. Gerade der letzte Wagen war leider sta k beseht, zumeist mit Männera. Von Augenzeugen wird ber chtet, daß der Hilfszug aus Altenbe en sehr spät ankam, und daß die Männer zum Teil ungenügend für die Rettungsarbe.ten ausgerüstet waren. Anstatt um 6 Uhr abends Lim der > -Zug erst nach Mitternacht auf dem hiesigen Potsdamer Bahnhof an. Lange vor dem Eintreffen des Zuges hatten sich die Angehörigen der Paffagiere, die mit dem Zuge erwartet wurden, in großer Anzahl auf dem Perron eingefunden. ES spielten sich begreiflicher Weise Szenen der größten Aufregung ab. MS endlich der Zug in die Halle eindampfte, stürzte sich die Ttmt auf die Paffagiere, sodaß eS den aufgestellten Beamte« unmöglich war. genaue Feststellungen zu machen.
---- >
Ans Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichenOriginal-Nachrichten ist ttnr unter genauer Quellenangabe: ,,Gieß. Auz." gestattet.)
Gießen, den 31. Dezember 1901*
- Pensionierung. Der Großherzog hat den Landgerichtssekretär Zimmermann in Darmstadt auf sein Nach- uchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste n den Ruhestand versetzt und ihm das Ritterkreuz 1. Klasse deZ Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen* _
* ' Ernennungen Der Groß Herzog hat den Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Mainz, Schäfer, zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Herbstein ernannt. — Der Großherzog hat den Kreisbauinspektor des Kreises Bingen, Baurat Lucius, zum Kreisbauinspektor des Kreises Mainz ernannt.
• • Erneuerung der Geleisbettung. Dem Vernehmen nach öll der preußische Minister der Oeffentlichen Arbeiten beabsichtigen, mit der Erneuerung der Geleisbettung auf den Bahnen der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft in den nächsten Jahren energisch vorzugehen. Von der bisherigen Verwendung von Kies soll vollständig abgesehen und daftir nur Kleinschlag aus Hartgestein, in erster Linie Basalt, zur Verwendung fomntcn. Bekanntlich giebt es in Oberhessen große Basaltlager. Es dürfte sich deshalb für diesen Industriezweig unserer Provinz damit für Jahre ein recht lohnendes Absatzgebiet eröffnen, da der Bedarf an Bettungsmaterial in den einzelnen Betriebsinspektionen ein überaus hoher ist.
* * Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Forst- wart der Forstwartei Kohden, Stier in Nidda, aus Anlaß einer Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
• * Militärdicnstnachrichten. Dietlein, Oberstlt. beim Stabe des 1. nass. Jnf.-Regts. Nr. 87, unter Versetzung zum 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, mit der Führung dieses Regiments beauftragt. Frhr. v. Lehmann, Kompagniechef im 5. westf. Inf -Regt. Nr. 53, in das 1. Großh. Jnf.-(Leibgarde-)Regiment Nr. 115 versetzt. Girschne r, Oberlt. im 5. Großh. Jnf.-Regiment Nr. 168, zur Dienstleistung beim Festungsgefängnis in Rastatt kommandiert. Brune, Leutnant im 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, zu den Reserveoffizieren des Regiments übergeführt. Stubenrauch, Major und Bataillonskommandeur im niedcrrhcin. Füs.-Regt. Nr. 39, mit der Aussicht auf An- tellung im Zivildienst und Erlaubnis zum Tragen der Uni- orm des 1. Großh. Jnf.-(Leibgarde-)Regts. Nr. 115, der Abschied mit der gesetzt. Pension bewilligt.
* * Militärisches. Hauptmann Quast der Reserve des 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168 (Osterode) wurde zu den Res.-Offizieren des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 versetzt. — Zu Leutnants der Reserve wurden befördert: die Vizefeldwebel Wehner und Curschmann (Gießen) des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Brand (Gießen) des 3. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Leib-Regts.) Nr. 117, Vö lsing und Ei se (Gießen) des Füs.-Regts. v. Gersdorff (Hess.) Nr. 80.
* * Gemäldeausstellung. Neu ausgestellt sind sechs Gemälde von W. Barthel-Gießen: Winterlandschaft, zwei Motive vom Niederrhein, „An der westphälischen Grenze", „Westphälisches Dorf" und „Mondnacht"; von Paul Müller- Kaempff aus Ahrenshoop drei Gemälde: „Herbst", „Ruhende Felder" und „Novembertag im Walde"; von F. Wucherer aus Frankfurt: „Ank Wiesenbach"; von H. Schlegel aus Darmstadt: fünf Aquarelle; von M. Schäffner aus Ischl: „Ein neuer Tag".
* * Konzert. Morgen findet in der Südanlage Promenadenmusik mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre z. Op. „Hans Sachs" von Lortzing. 2. Introduktion a. d. Op. „Traviata" von Verdi. 3. Carlotta-Walzer von Millöcker. 4. Introduktion und Chor a. d. Op. „Lohengrin" von Wagner.
• ’ „Vier Jahreszeiten." Morgen, am 22. Dezember, finden in den „Vier Jahreszeiten" zwei große Spezialitäten- Vorstellungen statt. Wir machen auch an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam. (Siehe Inserat.)
* * Eissport. Am morgigen Sonntag ist die Eisbahn den ganzen Tag geöffnet. Abends ist die Bahn bis 8 Uhr elektrisch beleuchtet. Da das Eis in recht gutem Zustande ist, wird sich gewiß kein Freund des Eislaufs morgen die Gelegenheit entgehen lasten, diesem gesunden Sport nach Herzenslust zu huldigen.
* • Besihwechsel. Wie uns mitgeteilt wird, hat Herr Jntendantursekretär a. D. Selz er das Haus Goethestraße Nr. 48 für den Preis von 28 500 Mk. und Herr Gastwirt Daniel Wiechard das Nebenhaus zu dem gleichen Preise von Herrn Architekten Huhn käuflich erworben.
* • Verhaftet. Wir brachten dieser Tage eine Notiz, wonach ein Mädchen aus Gleiberg wegen Obdachlosigkeit aufgegriffen wurde. Wie uns die Anna Feuser aus Gleiberg, die sich zur Zeit hier aufhält, mitteilt, ist sie mit diesem. Mädchen nicht identisch.
Hungen, 20. Dez. Wie die „Hung. Landp/ mitteilt, sind in der Gegend von Hungen die Sch weine preise im Sinken begriffen. So kosteten in der vorigen Woche die Schweine noch 50—51 Pfg. pro Pfund Lebendgewicht; Mitte dieser Woche sind sie auf 47 Pfg. pro Pfund Lebendgewicht gesunken und werden massenhaft zu diesem Preise an- geboten.
Laubach, 20. Dez. Die hiesigen Milchlieferanten überraschten ihre Abnehmer mit einem nicht sehr angenehmen Weihnachtsgeschenk, indem sie die Milchpreise um 25 Prozent rehöhten; für 1,5 Liter müssen jetzt 25 Pfg. gezahlt werden. — Der im Verdacht der Beteiligung an einem Raubmorde zu Ockenheim stehende kroatische Eisenbahnarbeiter wurde, da dieser Verdacht sich als grundlos erwies, von der Staatsanwaltschaft Mainz wieder freigegeben. Er ist wieder zu seiner Arbeit am Eisenbahnbau hier zurückgekehrt.
Dannstadt, 20. Dez. Die Stadtverordneten genehmigten einstimmig die Aufnahme eines AnlehenS von 6 Millionen Mark zur Ausführung einer Anzahl von Bauten, darrmter auch der Erbauung von Kteinwohmmgen, Erweiterung des Elektrizitätswerkes, des SchlachthofeS, der Gasanstalt u. f. w. Dieses Auleben soll iu 3‘A Drorent
verzinslich und vom Rechnungsjahr 1907 ab mit 1 Prozent und der Zinsersparnis zu tilgen sein. Zu Angeboten wegen Uebernahme desselben soll durch öffentliche Bekanntmachung aufgefordert werden. Daneben soll an diejenigen Bankinstitute und Bankfirmen, die bisher Jntereste an den hiesigen städtischen Anlehen bewiesen haben, besondere Einladung ergehen.
Offenbach, 20. Dez. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung gab Oberbürgermeister Brink bekannt, daß ihm vom früheren Sparkassenrechner Maier zwei Briese aus Brüstel zugegangen seien.. Aus diesen gehe hervor, daß außer 1600 Mk., die bei der Schweizer Bank in Basel deponiert seien, noch 2400 Mk. bei der Schweizerischen Volksbank ebendort von M. niedergelegt seien. Auf eine Anfrage seien diese Angaben bestätigt worden. Auch habe Maier noch angegeben, daß seine Lebensversicherungs-Police derart ausgefertigt sei, daß mit dem 50. Jahre die Auszahlung der Versicherungssumme erfolge. Für die Prämienzahlung werde er aufkommen. Hierdurch dürste der der Stadt erwachsene Verlust, den Maier in Uebereinstimmung mit den erfolgten Feststellungen auf 11375 Mk. angibt, wieder ziemlich gedeckt sein. In etwa 14 Tagen würde die Ueberführung Maiers — wie er selbst angibt — nach Darmstadt erfolgen.
Mainz, 20. Dez. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung teilte Stadto. Ring in seiner Eigenschaft als Mitglied der Steuer-Einschätzungs-Kommission mit, daß durch die allgemeine wirtschaftliche Lage auch in den städtischen Steuerverhältnissen eine solche Depression eingetreten sei, daß man für das Jahr 1902 mit einem Steuerausfall von 400 000 Mk. zu rechnen habe. Die Folge würde fein, daß die Steuer erhöht werden müsse. In Darmstadt plane man jetzt schon die Erhöhung der Vermögenssteuer von 55 auf 85 Pfennig.
Hornburg v. d. H., 20. Dez. Am Montagnachmittag wurde hier und in der Umgegend eine Erderschütterung verspürt. Mehrere zu jener Zeit auf freiem Feld befindliche Herren berichten von einem Schlag, viel stärker als ein Kanonenschuß, der aus der Gegend von Oberursel kam. Holzfäller im Hardtwald hörten ebenfalls diesen Schlag, der aber, wie sie, die selbst Jahre lang im Steinbruch gearbeitet, gleich sagten, „gar keine Ähnlichkeit mit einem Sprengschuß" hatte, auch nicht von einer Explosion herrühren konnte. Ein Berichterstatter aus Friedrichsdorf versichert, daß jener Schlag ganz anders klang, als s. Z. die Griesheimer Explosion, die er damals deutlich vernahm. Die Zeitangabe stimmt bei allen überein. Außer dem Schlag haben die Holzfäller bemerkt, „wie der Boden wankte". Das Gleiche ist auch in Homburg in der Promenade und Löwengasse sowie in Gonzenheim wahrgenommen worden, wobei die Fensterscheiben klirrten. Die Bewegung erfolgte von Süd nach Nord. (Bekanntlich sind Erdstöße bereits in der Nacht zum 14. Dezember in Koblenz, Ems und Boppard wahrgenommen worden. D. Red.)
Wetzlar, 20. Dez. Der Kaufmann Jakob Krafft hat sein Amt als Stadtverordneter niedergelegt, weil er sich von dem Stadtverordnetenkollegium und der Baukommission übergangen und übervorteilt glaubt, was er in einem Schreiben an den Stadtverordnetenvorsteher darlegte* Er hat einen Prozeß gegen die Stadt angestrengt. Bürgermeister v. Zen gen wies in der gestrigen Stadtverordneten- sitzung den gegen ihn erhobenen Vorwurf der Pflichtwidrigkeit und der öffentlichen Bezichtigung eines Amtsverbrechens (Entfernung von Urkunden aus den Akten) ganz entschieden zurück und erklärte, er werde den Fall der vorgesetzten Behörde zur Entscheidung vorlegen und auf strafgerichtlichem Wege Sühne fordern. Die Versammlung genehmigte einstimmig und ohne Debatte die Amtsniederlegung des Kauf- nianns Krafft.
* * Kleine Mitteilungen au8 Heffeu und den Nachbarstaaten. Der Ohm-Lumdathal-Sängerbund wird sem zwölftes Bundesfest voraussichtlich am 6. und 7. Juli 1902 in Nieder-Ohmen feiern. — Bei Gelegenheit des am vergangenen Montag in der Gegend von Homberg a. d. O. mit großer Heftigkeit tobenden Dezember-Gewitters schlug in Ober-Ofleiden der Blitz in das der Witwe Kräuter ge» hörige Wohnhaus ein und zündete. Die Besitzerin war gerade abwesend. Jedoch gelang es der schnell alarmierten Feuerwehr, die durch die Fenster einsteigen mußte, das Feuer im Keime zu ersticken.
Avsjllg bbs den StBll-kSBllltsreglfttt» der Atsdt Sießen.
Aufgebote.
Am 12. Dez. Heinrich Ludwig Gerlach, Zimmermann in Vetzberg mit Johanna Margarete Bäum dahier. 14. Joseph Hermann Bick, Kellner dahier mit Anna Richter Hierselbst. 19. Christian Zimmermann, Kutscher in Schiffenberg mit Christina FuchS in Langgöns. 20. Georg Hartmann, Tienslknecht dahier mit Henriette Marie Elisabethe Jacobi hierselbst.
Eheschließungen.
Am 14. Dez. Andreas Reinhardt, Heizer dahier mit Dorothea Findt hierselbst. Julius Ludwig Sack, Schreiner dahier mit Karoline Nord hierselbst. Karl Engelbert Frieling, Taglöhner dahier mit Doris Michel Broders hierselbst. 19. Johann Georg Adami, Kaufmann dahier mit Johannette Wilhelmine Luise Marie Schmoll hierselbst. Karl Hofmann, Schreiner in Lich mit Marie Katharine Wenzel hierselbst.
Geborene.
Am 1. Dez. Dem Fuhrmann Heinrich Opper eine Tochter, Marie. 9. Dem Taglöhner Heinrich Wagner v 11. eine Tochter, Marie. 11. Dem Bautechniker Anton Creter eine Tochter, Henny Karola Martha. Dem Schuhmacher Wilhelm Stract eine Tochter, Karoline Antonie Elisabeth. 13. Dem Schmied Karl Porr ein Sohn. 14. Dem Taglöhner Johannes Döring eine Tochter. Dem Kaufmann Franz Wilhelm Bette ein Sohn, Wilhelm Michael. 17. Dem Lelhaudler Johannes Erb eine Tochter. Dem Friseur Bernhard Dosch eine Tochter. 18. Dem Friseur Philipp Lehrmmrd eine Tochter, Eva Katharina Emma.
Gestorbene.
Am 15. Dez. Philippme Zinßer, 47 Jahre alt, berufslos dahier. Ernestine Johannette Marie Scheld, geb. Lckel, 81 Jahre alt, Ehefrau des Bahnmeisters i. P. Philipp Scheld dahier. 16. Peter Geruand, 61 Jahre alt, Lokomotivführer dahier. Katharine Kammerer, geb. Sauer, 75 Jahre alt, Witwe dahier.
Ansjug LUS öen Kirchenbüchern ber Stabt Eießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute. Markusgemeinde. Den 19. Dezember. Karl Hofmann, Schreiner zu Lich unb Marie Katharine Wenzel, Tochter des Taglöhners Heinrich Wenzel zu Lailterbach. £uf a§ gern ein be. Johann Georg Adami, Kaufmann zu Gießen unb Johannette Wittxelmine Luise Marie Schwall, Tochter des Dier- händlers Emil schmoll in Gießen.
G etaufte. Markusgemeinde. Den 15. Dezember. Dem Sv-ngler Ernst Hosch ein Sohn, Friedrich Emil 5>tto. aefcoren ben


