Nr. 301 Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Sonntag 2Ä. Dezember 1901
Erscheint täglich
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Die Giehener Familien, blätter iverden dem Anzeiger tm Wechsel mit oem »Hess. Landwirt* und den ^Blättern füt hessische Volkskunde'
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen WM
Politische Tagesschau
Deutsches $kidj.
Berlin, 20. Dez. Der Kaiser stattete gestern abend dem Reichskanzler Grasen Bülow einen Besuch ab.
- Der K ü n st l e r a b e n d b e i m K a i s e r erhielt einen besonderen Reiz dadurch, daß er einen gewissen familiären Charakter trug, und nicht in den offiziellen Prunkraumen, sondern in der Kaiserlichen Privatwohnung stattfand. Die Rede des Kaisers übte einen groszen Eindruck aus, wenngleich die von ihm entwickelten Ansichten auch im Kreise der anwesenden Künstler nicht durchweg Zustimmung sanden. Man erörterte an der Tafel lebhaft einzelne G^ danken der Rede pro und contra, auch spater wurden noch in Gegenwart und unter Teilnahme des Kaisers stlbst seine Kunstanschauungen tveit^ besprochen und aus- gesponnen. Der Kais e r ftp r ach sich sehr sch g r fgc^en öle h n n np hi Hier Seite betriebene sabrir - mäk?ae Erstellung von Denkmälern aus. Mit Znterett/ ^örte^der Kaiser, daß der Wettbewerb um das Hamburger "Bismarck-Denkmal bei Bildhauern und Arch,. tek en eine so außerordentliche Teilnahme gesunden habe. OTfa gmSIILI morde erzählt, daß einer der Konkurrenten Ris^ck o^ nackt (!) dargestellt habet die Figur 71/ *aufgefaßt, mit einem Löwenfell umgürtet vom Brandenburger Tbo/ Der Kaiser verließ die Gesellschaft^ nur einmal mit S?Moh GwbinettSrat v- Lucanus, um mit diesem amtliche Im™? b^svrechen, dann kehrte er nach dem Heinrichsbaii S ^und ^harL bis zum ^Schlüsse in heiterer Stimm- nnQ aUJL Reichs-Anzeiger" veröffentlicht die Verleihung , a ^^m/rzen Adler-Ordens an den Prinzen ^ri?dr?ch Sigismund von Preußen, einen Sohn E.Ptin en Friedrich Leopold.
De5 2. preußische Staats Ministerium trat unter dem Vorsitz des Grafen Bülow zu einer Sitzung zusammen.
und Naheverkehrs und die Frage einer Vereins ach unj der Gepäckabfertigung. Wie die „Fr. Ztg." erfahrt, läßt sich auf Grund der Besprechungen jetzt schon feststellen, daß bei der dermaligen finanziellen Lage aller Elfen- balsnen von solchen Tarifermäßigungen zur Zett werde abgesehen werden müssen, durch die, wenn auch nur vorübergehend, voraussichtlich ein beträchtlicher Ein« uahmeausfall bewirkt werden würde. Weitere Fragen etwc in der Rickstung einer süddeutschen Eisenbahn- g e m e i n s ch a f t standen überhaupt nicht zur Erörterung
— Ueber „R eich s t a g s faulp elz e" läßt sich die „Deutsche Tagesztg." in einem mehr als zwei Spalten langen Leitartikel in der Besprechung einer Broschüre aus. Tas agrarische Blatt hat drei Mittel, die aber alle zugleich angewandt werden müßten, bereit, um das Schwänzen im Reichstag „einigermaßen" zu bessern. Die Wähler müßten jeden Kandidaten verpflichten, regelmäßig an den Beratungen teilzunehmen. Tie Tauer der Reichstagsverhandlungen müsse auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden, und in jeder Weise müßten im Reichstag vielleicht der Samstag oder Vtontaa sitzungssrei bleiben, damit jeder Abgeordnete nach Hause reisen kann.
— Tie jüngsten Angriffe der „Tägl. Rdsch" auf Major Endell in Posen haben nicht verhindert, daß er zum Mitglied der Landwirtschaftskammer wicdergewählt worden ist, und beute gab ihm die Versammlung des Provinzial- Vereins des Bündcs der Landwirte, dessen Vorsitzender er ist, ein Vertrauensvotum, indem sie eine scharfe Erklärung gegen den „unqualifizierbaren und perfiden" Angrift der „Tägl. Rdsch." einstimmig annahm, lieber die Affaire schreibt die „Nationalztg.":
„Tie Enthüllungen über Vorkommnisse und angebliche schwere Mißbräuche bei der Landwirtschaf t s k a m m e r der Provinz Posen haben, wie wir zuverlässig erfahren, zu einem sofortigen energischen Ein greisen und erneuter Untersuchung der angegebenen Falle geführt — und zwar seitens der Civil- bchörden nicht minder, als der militärischen. Tas Ergebnis dieser Untersuchungen bleibt abzuwarten. Ueb- riaens hat eine solche Untersuchung bereits nach dem ersten, gegen die Geschäftsführung des Herrn Majors a. D. Endell erhobenen öffentlichen Angriff auf Anordnung des Oberpräsidenten von Posen sofort stattgefunden und zu energischen Maßnahmen gegen alle Beteiligten geführt. Tie mit der Leitung dieser ersten Untersuchung betraut gewesenen Personen Voten nach ihrer Persönlichkeit und ihrem Charakter Gewähr dafür, daß das vorliegende Material eindringlich und ernsthaft geprüft würde. Tie neuerdings behaupteten schwereren Fälle sind damals nicht zur Kenntnis gelangt, was sich aus den eigenartigen Verhältnissen der Landwirtschastskammer erklären läßt, konnten deshalb auch nicht Gegenstand der amtlichen Untersuchung dilden. Jedenfalls aber kann nick t bezweifelt werden, daß diese schwere und ernste Angelegenheit von Anbeginn an von allen beteiligten amtlichen Stellen mit dem erforderlichen Ernst und Nach? druck betrieben worden ist und weiter betrieben werden wird."
— Tie „Ndrdd. Allg. Ztg." meldet: IM August 1901 wurde derTeutsche Fritz Lahr aus Hobbach von einer mit . europäischen Feuerwaffen versehenen chinesischen Räuberbande überfallen und ermordet. Ter Beweggrund dürfte darin zu suchen sein, daß Lahr auf einer Ziegelei unweit Peking eine Art Schutzwache eingerichtet, dazu etwa ein halbes Tutzend Chinesen mit Gewehren versehen und für Polizeidienste einexerziert hatte. Deshalb lauerten die Stäuber der Umgebung darauf, ihn aus oem Wege zu schaffen ; am 9. August gelang es ihnen, Lahr abzufangen und zu erschießen. Auf den Antrag des deutschen Gesandten in Peking leitete die chinesische Regierung Nach- sorschungen ein, welche bald zu einer Ergreifung führten. Tie Mörder waren unter dem Namen Assekuranzräuber bekannt. Man konnte sich nämlich bei ihnen durch freiwillige Zahlungen gegen Räubereien versichern. Fünfzehn' Mitglieder der Bande, darunter zwei am Morde Lahrs unmittelbar Beteiligte wurden zum Tode verurteilt und hin- gerichtet. Tie Hinrichtungen fanden am 2. Oktober und 16. Oktober in Gegenwart eines Beamten der kaiserlichen Gesandtschaft am Thatorte statt. Chinesische Truppen waren hierbei zugegen. Viele hundert Einwohner der Nachbarorte wohnten den Strafvollstreckungen bei. Tas Verbrechen hat damit seine gerechte Sühne gefunden.
O l d e n b u r g, 20. Tez. Wie zuverlässig verlautet, hat Oldenburg im Bundesrat mit den Hansastädten, Coburg und Neuß ä. L. gegen den Zolltarif ge- ftimmt
Witt enb erg, 21. Tez. Tie Reichstags-Ersatzwahl im Wahlkreis Wittenberg-Schweinitz führt zu einer Stichwahl zwischen Leipziger (kons.) und Barth (freis. Ver.). Rohrlack (Soz.) erhielt 2111 Stimmen.
Metz, 20. Dez. In Sachen der durch bischöfliche Verfügung erfolgten V e r s e tzu n g des früheren Reichstags- abg. Pfarrers Colbus von Neunkirchen, die von einem Teil der Presse fortgesetzt als eine politische Maßnahme dargestellt wird, hat Bischof Benzler an den „Lorrain" ein Schreiben gerichtet, in welchem es heißt:
„Da die Zeitungen fortfahren, einer von mir aus rein kirchlichen Ursachen getroffenen Maßregel politische Beweggründe unterzuschieben, sehe ich mich genötigt, solchen Deutungen entschieden zu widersprechen; es liegt mir daran, zu erklären, daß sie nur aus Unkenntnis oder auf Böswilligkeit beruhen können. In jedem Falle sind sie für meine Person und für meine Verwaltung eine Beleidigung, gegen welche ich laut Verwahrung einlegen muß."
Stuttgart, 20. Tez. Ueber die Ergebnisse der süddeutschen Eisenbahnkonferenz, die bereits ihren Abschluß gefunden hat, wird strenges Stillschweigen beobachtet. Die Besprechung hat sich ausschlieAich auf ein gemeinsames Vorgehen in Betreff des Personen- und Gepäcktarifwesens bezogen. Erörtert sind worden die Fragen der Festsetzung solcher Einheitssätze im Personentarif, durch die eS ermöglicht werden würde, dieRück- s ah r k ar t en mit Preisermäßigung zu 6 c feit i» gen, ferner die Frage der Einschränkung des Schnellzugszuschlages, bann die Frage der Regelung des Vorort-,
Ausland.
London, 20. Dez. Dem „Globe" wird aus New- Bork gemeldet, daß der deutsche Botschafter in Washington, v. Holleben, gestern den Staatssekretär Hay halbosfiz^ll besucht habe und es sei bekannt geworden, daß die Be- sprechung sich auf den Streit zwischen Deu t s ch. land und Venezuela bezogen hatte. Holl eben habe angedeutet, daß Deutschland gezwungen werden könnte, eine Flottendemonstration gegen Venezuela zu unternehmen und sogar Laguayra und Caracas zu be- setzen, bis die Schuld bezahlt sei. Unter keinen Umständen aber würde Deutschland irgend einen Teil des Gebieter von Venezuela dauernd besetzen. Hay habe erklärt, daß die Vereinigten Staaten volle Neutralitäten bewahren würden.
Brüssel, 20. Dez. Marquis Ito, der bis Mon. tag hier bleibt, äußerte sich besonders begeistert übet den ihm in Berlin zu Teil gewordenen Empfang. Der Kaiser habe ihn in Gegenwart vieler Personen den „japanischen Bismarck" genannt.
— „Petit bleu" verurteilt in scharfen Ausdrücken bit gestrige Rede des Kaisers Über die Bildhauerei und insbesondere seine Aeußerungen über die von Konftantir Meunier vertretene Kunstrichtung. (Meunier, der groß« belgische Bildhauer und Maler, ist der Verherrlicher bei industriellen Arbeit. D Red.)
Paris, 20. D ez. Cassagnac schreibt in bei „Autoritee", er habe wegen eines Artikels über ein koloniales Einvernehmen mit Deutschland vor mehreren hervorragenden Persönlichkeiten Zustimmungsschreiben erhalten, in denen er zu seiner mutiger Handlungsweise beglückwünscht werde. Cassagnac erklärt, nachdem Frankreich sich an der Kieler Flottensck)au beteiligt und in China das Oberkommando Waldersees angenommen habe, gehöre kein Mut mehr dazu, einen derartigen Vor. schlag zu machen. Es würde nicht gegen die Würde Frank- reichs' verstoßen, mit Deutschland ein koloniales Einvernehmen abzuschließen, das lediglich ein Geschäft wäre, das eine vorübergehende Verbindung zu einem bestimmten Zweck zur Folge hätte. Eine Allianz mit Deutschland sei allerdings unmöglich, das wäre ein Frevel. Cassagnac zitiert sodann ein Schreiben, das ihm von einem hohen Diplomaten zugegangen sei, in dem es heißt, daß England ein koloniales Einvernehmen zwischen Rußland, Frankreich und Deutschland fürchte, und alles aufbieten werde, um dasselbe zu verhindern.
— In der Kammer kam eine Interpellation über Manöver-Unfälle zur Verhandlung. Gegenüber den Interpellanten bestreitet der Kriegsminister, daß die Soldaten infolge übergroßer Zumutungen revolutionäre Lieder sangen und gegen die Vo rg ese tz t en manifestierten. Dagegen giebt der Kriegsminister mit Bedauern zu, daß ein Soldat während des Marsches starb und daß ein Offizier äußerte, es sei besser, Menschen, als eine Distanz zu verlieren. Ter Minister fügte hinzu: Wer hätte noch nie eine Dummheit ausgesprochen? (Heiterkeit.) Die Debatte endet mit einem Vertrauensvotum für die Regierung.
— Die Armeekommission des Senates hat ihre langen Beratungen über die Einführung der zweijährigen Dienstzeit abgeschlossen. Nach den Vorschlägen der Senatskommission sollen in Zukunft alle Tauglichen ohne Ausnahme zwei Jahre dienen. Der bisherige einjährige Dienst für die Studenten sowie für junge Leute, welche die Stütze ihrer Eltern oder Geschwister bilden/ fallen vollständig weg. Zum Ersatz verpflichtet sich der Staat, die durch die Abwesenheit des Sohnes oder Bruders in Not geratenen Familien mit Geld zu unterstützen. Die Gesamtausgaben werden auf Fr. 25 Millionen jährlich berechnet. Tie Unterdrückung aller Vergünstigungen ergiebt für das zweite Dienstjahr eine Erhöhung der Präsenzziffer um etwa. 85 000 Mann. Eine weitere Erhöhung von 30 000 Mann soll dadurch erzielt werden,, daß die in den Bureaus unb; Werkstätten verwendeten sondern aus der Hilfsreserve genommen werden. Der Mehr- Soldaten nicht mehr aus der Reihe der Volltauglichen, bedarf an Unteroffizieren soll durch stärkere Heranziehung der jüngeren Offiziere zum Ausbildungsdtenst ausgeglichen werden.
— Ter einzige Kranz, den die Familie des verstorbenen Botschafters Her bette auf dem Katafalk niederzulegen gestattete, war der vom Fürsten Radolin im Auftrage des deutschen Kaisers gebrachte Kranz.
Rom, 20. Tez. Tie Turiner „Skampa" stellt fest, Deutschland sche die herzlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Italien gern und ermuntere sie. Da jetzt in Italien die Franzosen furcht auf- höre, falle auch die Beschützerrolle Englands weg.
Budapest, 21. Tez: Tie Handelskammer hat in der Frage des deutschen Zolltarifs ein Memorandum verfaßt, in dem betont wird, daß der deutsche Tarifentwurf den Abschluß eines voneilhaften Tarifvertrages kaum ermöglichen werde, weshalb Schuhvorkehrungen, cd. Retorsionen notwendi" seien, die jedoch nur einen transitorischen
Australische Schikanen gegen Deutschland.
Unter unseren gestrigen letzten Meldungen befand sich' eine Meldung des „Daily Telegraph" aus Melbourne, wo- nach der Kommandant des deutschen Llovddamp ers „Neckar" auf.Befehl. der Behörden ins Gefängnis abge ührt wurde, ' von 30 Pfund zu be-
Bösmanns Telegr. Bureau erhält dazu folgende Aufklärung: Ter Australische Staatenbund traf die Bestimm- una, daß der während der Reise zwischen den verschiedenen australischen Häfen auf hoher See verbrauchte Proviant der Dampfer verzollt werden müsse: infolgedessen wird in jedem Anlaushafen der Proviant durch Zollbeamte versiegelt Ta diese Bestimmung den internationalen Vereinbarungen widerspricht, wonach jedes Schift, das sich' auf See drei Meilen vom Lande befindet, nicht mehr den Hoheitsrechten des betreffenden Landes untersteht, so trafen alle in ,den australischen Häfen verkehrenden Tampfer- aesellschaften das Abkommen, die Siegel zu brechen und diese Angelegenheit zum gerichtlichen Austrag, eventuell vor das Privy Council in London zu bringen.
Das rigorose Vorgehen der australischen Zollbehörden zeigt, daß der junge Australische Bund sich zu „fühlen" beginnt Es sollen auch Kapitäne anderer Nationen, selbst englische, wegen Lösung der Zollsiegel am Schiffsproviant in Strafverfolgung genommen worden fein. Ist dem in der That so, dann hat ja Herr Chamberlain, der britische Kolonialminister, Gelegenheit, sich die Zollgesetzgebung des Australischen Bundes einmal näher anzusehen und die Selbstherrlichkeit der Bundesregierung einigermaßen herabzu- mindern. Das deutsche Auswärtige Amt wird voraussichtlich nicht verfehlen, dem Kolonialsekretär durch diplomatische Noten den entsprechenden Hintergrund zu schäften. Tenn aus sich selbst heraus dürfte Herr Chamberlain gerade gegenwärtig wenig Neigung haben, der australischen Kolonie, die dem Mutterlande so bereitwillig die „berühmten" Buschmänner für den Burenkrieg zur Verfügung stellte, Unge- egenheiten zu bereiten. Und er muß am Ende gewärtig ein, zu hören, daß die australischen Behörden gegen die )eutschen Schiffe nicht viel anders verfahren sind, als die englischen Behörden den Reichspostdampfern gegenüber in den ostafrikanischen Gewässern. Eine nachdrückliche Zurechtweisung darf aber dem Australischen Bund umsoweniger erspart bleiben, als seine Gesamtpolitik mehr und mehr Formen annimmt, die den internationalen Handel und Verkehr mit dem fünften Weltteil — es sei nur an die Ein- wcmderungsfrage erinnert — zu erschweren geeignet ]ino.
hl der Veyorden ins Gesänc weil er sich weigerte, eine Geldstrafe L,.. vv zahlen, die ihm wegen Siegelbruches auf erlegt worden war. Ter deutsche Konsul pvotestierte energisch bei den Behörden, die daraufhin einen Bericht an den Kolonialminister Chamberlain abgesandt haben.
Heute meldet nun Reuter aus Sidney vom 20 Dez • Zwischen den australischen Zollbehörden und den Australien anlausenden Dampfern des Norddeutschen Lloyd ist ein Streit über die Auslegung der australischen Zollgesetze ausgeb rochen. Dem Dampfer „Prinzregent Luitpold" war vorgestern, weil er auf der Fahrt von Melbourne hierher die zollamtlichen Siegel nicht beachtet hatte, die Löschung feiner Ladung verweigert worden: sie wurde ihm indeften gestern gestattet. Der Dampfer „Neckar" wurde gestern bei seiner Ankunft in Fremantle ebenfalls weil er zollamtliche Siegel erbvochen hatte, angehalten. Ter Kapitän wurde zu 25 Lstt. Strafe verurteilt und wegen Nichtzahlung derselben vorläufig verhaftet. Heute wurde der Kapitän, da die Vertretung des Nordd. Lloyd, um die Reise des Schiffes nicht zu verzögern, unter Vorbehalt 50 Lstr. für die Strafe und Kosten hinterlegte, wieder freigelassen. Tas Schiff trat die Weiterreise an.


