Ausgabe 
22.12.1901 Viertes Blatt
 
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Dem Metzgermeister Konrad MalkomesiuS eine Tochter, Emma Lrna, geboren den 14. Nov. L u k a s o e m e 5n d e. ~cun Dez. Dem Kaufmann August Bender eine Tochter, Elfe, geboren den 7. November.

Beerdigte. LukaSgemeinde. Ten 16. Dezember. Phi- nopme Zmßer, Tochter des verstorbenen Kreisarztes Dr. Theodor Zurßer, 46 Jahre alt, starb den 15. Tez. 18. Peter Gern and, Loko­motivführer, verheiratet, 61 Jahre alt, starb den 16. Dezember. 19. Katharina Kämmerer, geb. Sauer, Wiltwe des Maurers Jo- Hannes Kämmerer, 75 Jahre alt, starb den 16. Dezember. I o - h an nesgemeinde. Den 15. Dezember. Elise Henrich, geb. Kramer, Wwe. des Fabrikarbeiters Jakob Henrich, 59 Jahre alt, rc^ c Dezember. 17. Anna Maria Stollmer, Rentnerin, 86 Jahre alt, starb den 14. Dezember in Wiesbaden. 18. Erne- Itme Johannette Marie Scheid, geb. Ccfcl, Ehefrau des Bahn­meisters i. P. Philipp Scheid, 81 Jahre alt, itarb den 15. De­zember.

Anwersitüls Nachrichten.

Don den poln ischen Studenten der Berliner Hoch , chulenist Berliner Lokalblättern folgende Erklärung zugegangen:Durch die Resolutionen, die in der von den Alten Herren des V. D..St. cinbcrufenen allgemeinen 2lla- demiker-Ver,ammlung am 18. d. Mts. gefaßt wurden, sehen sich die Studenten der Berliner Hochschulen polnischer Nation zu folgender Erklärung und Antwort veranlagt: 1. Wir stellen es hiermit fest, daß die am 13. d. Mts. im Baracken-- Auditorium entstandene Kundgebung absolut kein Aus- druckunsereretwaigendeutschfeindlichenGe- fühle war noch auch sein sollte. Sie war lediglich gegen die vom dozierenden Professor beliebte Vortragsweise- ge­richtet und war ein Protest gegen dessen vielfache, uns aufs tiefste beleidigenden Ausdrücke. Wir überlassen den deut­schen Kommilitonen das Urteil darüber, ob der ganze Ton der Vorlesung, besonders aber gewisse Redewendungen, nicht geeignet waren, uns in unseren eigensten Gefühlen zu ver­letzen: wir bitten Sie, dabei zu beachten, daß wir National- gesühl und Nationalehre für uns auch in Anspruch zu nehmen haben. 2. Es ist uns rätselhaft, warum die zweite Reso­lution ihre Spitze gegen alle Ausländer richtet, während sie doch .duirch eine nur von uns Polen unternommene Kundgebung veranlaßt ist. Was die Resolution selbst an­betrifft, so gehen wir über einen derartigen Beschluß zur Tagesordnung über." Diese zweite Resolution enthielt die Bitte an den Kultusminister, Vorkehrungen gegen die Be­einträchtigungen des Studiums durch Ausländer zu treffen, soweit deren minderwertige wissenschaftliche Leistungen ober gesellschaftliche Gewohnheiten die notwendigen Voraussetz­ungen für den Zuschnitt unseres akademischen Lebens ver­missen lassen. Diese Gegenerklärung der polnischen Stu­denten ist in der Tonart gehalten, die den bei uns geduldeten Herren Polen zukommt. Ihre sachlichen Bemerkungen aber bringen wahrlich keine Rechtfertigung für ihr Betragen in der Vorlesung des Prof. Schiemann. Was den Schluß ihrer Erklärung betrifft, so wird es mehr darauf ankommen, ob auch der preußische Kultusminister über die ihm borge» tragene Bittezur Tagesordnung übergehen" wird. Wir können nur wünschen, daß die Unterrichtsministerien aller deutschen Länder der akademischen Auslündergefahr gegen­über einen genügenden Schutzwall errichten.

ÖmdjtsfflflL

D. Gießen, 21. Tez. (Strafkammer.) Der Dienst­knecht Karl Röhrig von Homberg a. d. Ohm ist beschuldigt, zu Torheim am 21. Juli vorsätzlich und mittels gefährlichen Werkzeugs eines Stalleimers den Dienstknecht Wilhelm Theiß aus Weitershain körperlich verletzt und an der Gesundheit beschädigt zu haben. Die Verletzung war der­artig, daß der Mißhandelte drei Wochen lang im Spital lag, und dauernd entstellt ist. Der Angeklagte, ein roher Mensch, leugnet, die Beweisaufnahme erbringt aber den Beweis seiner Schuld. Tie Kammer erkennt gegen ihn unter Berücksichtigung aller Umstände auf eine Gefängnisstrafe von neun Monaten und die Kosten des Verfahrens. Theodor Hötzer aus Ossenheim ist geständig, am 13. aus den 14. Oktober zu Nicber-Florstadt dem Christian Dauernheim von da aus einem Gebäude mittels Ein­bruchs verschiedene, nicht besonders wertvolle bewegliche Sachen entwendet zu haben. Das Urteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von vier Monaten unter Anrechnung eines Monats der erlittenen Untersuchungshaft. Müdernoe Um­stände werden dem Angeklagten zugebilligt. Die An­geklagten Wilhelm und Adolf Weber von Gießen waren wegen Körperverletzung durch Urteil des hiesigen Schöffen­gerichts, der erstere in eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten 14 Tagen, letzterer in eine solche von 6 Wochen verurteilt worden. Gegen das Urteil haben die Angeklagten und die Großh. Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Berufung eingelegt. Der Erfolg des eingelegten Rechts­mittels ist der, daß die Berufung des Angetlagten Wilhelm Weber verworfen, während die Strafe des Adolf Weber auf drei Wochen Gefängnis herabgesetzt wird. Die Hälfte der Kosten der Berufungsinstanz trägt die Staatskasse. Ter Buchbinder Wilhelm Sch epp in Homberg und der Zimmermann Heinrich Strauch von da waren wegen Körperverletzung durch Entscheidung des Schöffengerichts Homberg vom 22. Oktober in eine Gefängnisstrafe von je 3 Tagen verurteilt worden. Gegen das verurteilende Er­kenntnis verfolgen beide Angeklagte das Rechtsmittel der Berufung. Die des Angeklagten Strauch wird kostenfällig verworfen wegen Nichterscheinens in der Hauptverhand­lung; desgleichen die des Angeklagten Schepp, der er­schienen war, als unbegründet. Der Heinrich Stieler von Romrod steht unter der Anklage vor der Kammer, zu Romrod im Sommer bei Leitung und Ausführung eines Baues wider die allgemeinen Regeln der Baukunst dergestalt gehandelt zu haben, daß hieraus für andere Gefahr entstanden sei, sowie daß er durch dieselbe Hand­lung am 17. Juli durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung des Maurers Wilhelm Grünig zu Nieder-Breitenbach unter Außerachtlassung der Aufmerksamkeit, zu der er kraft seines Gewerbes verpflichtet war, verursacht zu haben. Nach erfolgter Beweisaufnahme erfolgt kostenlose Frei­sprechung. Der Lotteriekollekleur Louis Bruno Paul, Maler in Neu-Brandenburg, war wegen Uebertretung des Art. 234 des B- St.-G.-B. durch Erkenntnis des Schöffen­gerichts Alsfeld vom 15. Oktober in eine Geldstrafe von 20 Mark verurteilt worden. Der Verteidiger des am Er­scheinen in der Hauptverhandlung entbundenen Ange- llagten beantragt Aussetzung der Verhandlung zum Zwecke der Erhebung weiterer Beweise. Das Gericht giebt der Berufung statt und spricht den Angeklagten von Strafe und Kosten frei, und zwar wegen eingetretener Verjährung.

HanSel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Gewerkschaft Gießener Vramrpciv-Bergwerte vormals ~ 21uS der auLttordenckichLn <Seroedcnse4amn>

lung, über die wir bereits berichteten, sei noch folgendes mitgeteilt: Ta den Verwaltern der Konkursmasse Pfahl, die, weil die Kure noch auf den Namen Pfahl lauten, Stimmrecht verlangten, dieses Recht von der Versammlung verweigert worden ist, wurde bte Anfechtung deS auf der Tagesordnung stehenden Vergleichs mit dem Dorbesitzer Fernie im Falle der Annahme in Aussicht gestellt. Tie Dersaminlung genehmigte die Verglcichsvorschläge mit Fernie und dem bisherigen Direktor PaScoe. Danach übernimmt die Gewerk­schaft die von Dr. Pfahl und Genossen an Fernie geschuldete For­derung von 2,563,233, Laluta 31. Marz d. I. Dagegen nimmt Fernie Mk. 1,220,000 4 proz. Fernie-Obligationcn zu Pari an Zahl- nngSstatt, während der Rest von Mk. 1,343,233 bis Ende 1906 gegen eine 4proz. Zinsvergütung gestundet wird. Bei vorzeitiger Heimzahlung erfolgen gewisse Nachlässe. Fernie übergibt der Ge­werkschaft die ihm verpfändeten 401 Femie-Kuxe und 800 Aurora- Kure, von letzteren jedoch die von der Gruppe Dr. Pfahl in An­spruch genommenen 200 Kuxe nur nach Genehmigung dieser Gruppe. Uebcrsteigt der Versandt des Werkes in einem Jahre 100,000 t Erz, so ist bis Ende 1906 die Gewerkschaft verpflichtet, von der über­schießenden Versandtmenge je Mk. 1 pro t an Fernie zur Gutschrift in lausender Rechnung abzuliefern. Ter Vergleich mit deni früheren Direktor Pascoe geht dahin, daß die Geweckschast die auS Liegen- schaftsverkaus herrührenden Mk. 17,731 an Pascoe überläßt, wo­gegen er sich befriedigt erklärt für seinen Anspruch auf Mk. 25,000 Fernie-Obligationen gegenüber dec Gruppe Dr. Pfahl unb Genossen. Bezüglich der Frage der Zubußezahlung wurde ausgeführt, daß die Gewerkschaft bei dem Bankhaufe 3al. Oppenheim jun. u. Co. in Eoin eine Schuld von rund Alk. 300,000 habe, oic nach Ansicht des Grubenvorstandes durch unz»iläfsige Handlungen deS früheren Vor- sitzeliden Dr. Pfahl zil Unrecht auf die Gewerkschaft abgewälzt ivorben sei. Es handle sich nun darum, zunächst diese Schuld an die Firma Oppenheim zurückzuzahlen, um dadurch die hinterlcaten Pfänder frei zu bekommen und eoentued später die Rechtsbestänoig- feit der Schuld im Rechtswege atuufedyten. Die Versammlung beschloß eine Zubuße bis zu Mk. 500. Wie berichtet wurde, ist in der letzten Zeit der Versandt auf 50 bis 60 Doppelwagen täglich gebracht worden; doch liegen für das nächste Jahr gegenwärtig nur wenig Abschlüsse vor. Die Brutto-Einnahme für die zweite Jahreshälfte ist auf etwa Mk. 695,000 zu veranschlagen; die Aus­gaben betrugen vom 1. Juni bis einschl. November Mk. 308,000. Die Einrichtung einer Brikettierung der, Erze werde erwogeix.

Klein-Krotzenburg, 20. Dez. Die Stockung in der In­dustrie beginnt nunmehr die Zigarrenbranche in hiesiger Gegend ungünstig zu beeinflußen. In einer' hiesigen Fabrik wurde einer stattlichen Anzahl Zigarrenmacher gekündigt. Die Arbeiter­entlassungen finb gerade zur strengen Wrnterszeit doppelt empfindlich.

Tabak.

In Beltheim wurden zirka 200 Zentner Tabak zu 30 Mk. an einen Fabrikanten verkauft. Der Handel hat sich in Rücksicht auf die Beschaffenheit dieses Tabaks und des hohen Preises, welche beide Faktoren nur verlustbringend wirken können, nicht beteiligt. Allenthalben ist man jetzt mit Der Empfangnahme der Tabake be­schäftigt und fallen dieselben in Qualität gut aus, dagegen läßt die Beschaffenheit sehr zu wünschen übria. In alten Tabaken ist es ruhig, Rippen behaupten vorwöchige Preise.

Märkte.

Gießen, 21. Dezember. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Sutter pr. Pfund 1,151,30 Mk., Hühner­eier pr. Stück 811 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Käse pr. Stück 57 Pf., Käsematte 2 Stück 00 Psg., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfg., Tauben pr. Paar 0,700,90 Mk., Hühner pr. Stück 0,901,20 Alk., Hahnen pr. Stück 0,701,10 Mk., Enten pr. Stück 2,002,50 Alk., Gänse pr. Pfd. 5670 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6064 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6066 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,203,50 Alk., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,005,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Äepfel per Pfd. 915 Pfg., in Körben 1215 Pfg. Trauben 3550 Pfg., Tomaten per Pfd. 1820 Pfg.

Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht im Umherziehen feilgeboten werden.

Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

I. A. in L. Ihre Mitteilung von dem bevorstehenden Kon­zert sollte dem Mann ein Inserat ersetzen. Um aber unserer Ex­pedition das Geschäft zu schmälern, dazu ist die Redaktion nicht da.

Vermischtes.

In einer Tuchfabrik in Spremberg fielen zwei Arbeiter in einen Farbenkessel unb zogen sich schwere Ver­letzungen zu, welche ihren Tod herbeiführten.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Höchste Temperatur am 19. bis 20. Dez. + 1,6 C.

Niedrigste , 19. , 20. 3,2° C.

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Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Hannover, 21. Tez- Ter Mörder der vorgestern getöteten 16 jährigen Tochter eines Hofbesitzers aus Rode­wald ist in Hannover verhaftet worden. Es ist ein 21 jähriger Knecht aus Rodewald.

Hamburg, 21. Dez. Wegen dringenden Verdachts, den Raubmord an der Trödlerin Lory in Leipzig be­gangen zu haben, wurden hier der Kellner Meißner aus Bonn und seine Geliebte verhaftet.

Brüssel, 21. Dez. Zwei Delegierte des Königs Leopold sollen bei der amerikanischen Gesellschaft, die mit dem Bau der Eisenbahn Hankau Kanton be­auftragt ist, durchgesetzt haben, daß die Hälfte aller Liefer­ungen für den Bau belgischen Firmen übertragen wird. Tie Summe, welche der Industrie Belgiens hier­durch zufließt, beträgt 400500 Millionen Francs. Der König konnte das durchsetzen, da er Hauptaktionär der Eisenbahn ist.

Paris, 21. Dez. Tie Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften wählte Prof. H a r n a ck-Berlin und den Numismatiker Prof. Jmhvs-Blumner in Winter­thur zu korrespondierenden Mitgliedern.

St. Didier, 21. Tez. Gestern abend veranstalteten etwa 600 streikende Weber eine Straßenkundgebuna, und zertrümmerten die Fenster einer Fabrik. 2 Schwadronen Dragoner wurden dorthin abgeschickt.

Lyon, 21. Tez. lieber den Straßenb ahnunfall, der sich gestern abend hier zutrug, werden folgende Ein- Lelbeiteu gemeldet: Ihn t2Ö Uhr bemerkte der Bahnwärter,

daß der nach Genf fahrende Schnellzug heranbrause tit1 dem Augenblick, als zwei dicht gefüllte Wagen der Straßen, bahn die KreuzungSstellc, deren Barrieren nicht herunter» gelassen waren, passieren wollten. Der Wärter gab Halte­signale. Tie Straßenbahnwagen blieben stehen, der Schnell» zug konnte jedoch nicht mehr gebremst werden. Er fuhr, in den ersten Straßenbahnwagen hinein und schnitt ihn durch. 4 Reisende sind tot, 24 verwundet, dar-, unter viele schwer.

Berlin, 21. Dez. Die gestrige Vorlesung des Professors Schiemann verlies ohne jede Störung. Die akademischen Behörden halten Vorsorge getroffen, daß nur mit Legitima- tions-Karten versehene Studenten in den Hörsaal hineinge», lassen wurden. Prof. Schtemann nahm Veranlassung, auf die Kundgebungen der polnischen Studenten in seiner letzten Vorlesung zurückzukommen und betonte, daß Alles, roaß in dieser Beziehung zu sagen sei, schon in der Protest-Versamm-i lung am Mttwoch gesagt worden sei. Nach einer Verwah­rung . gegen, öen Versuch, sarmatische Sitten auf den deutschen, Hochschulen einzuführen, wandte sich der Dozent wieder dem Gegenstand seiner Vorlesung zu.

Bertia, 21. Dez. Zu argen Lärmszen en kam gestern abend in einer Versammlung, welche der Reporter sÄeorge einberufen hatte, um über das Thema:<5en*. ationelle Enthüllungen in der Konitzer Mord-, affaire" zu sprechen. Als der Einberufer erschien, kam eS zu lärmenden antisemitischen Kundgebungen, sodaß der Redner das Wort nicht ergreifen konnte und die über-, wachenden Beamten die Hauptruhestörer veranlaßten, den Saal zu verlassen. Als auch dann die Ruhe nicht wiederhergestell^ war, lösten die Beamten die Versammlung auf.

London, 21. Dez.Daily Expreß" meldet aus Odessa:, Ein russischer Kreuzer ist nach Kueit abgegangen. Falls England tatsächlich von Kueit Besitz ergreifen, sollte, wird Rußland Kompensationen an einens anderen Punkte des persischen Golfes verlangen. In Ruß^ land ist man der Ansicht, daß ernste Konflikte bevvrstrhen., Englische Blätter glauben dagegen nicht an ernste Folgen., Aus New-Orleans wird berichtet, daß feit Beginn desj südafrikanischen Krieges 150 000 Pferde und Maul^ esel nach Süd-Afrika verschickt rvorden finb.' Daily Mail" meldet aus Kapstadt: Tie Be^ Hörden fahren fort, Zeugen zu suchen, um bei der Ab» urteilung Kruitzingers gegen diesen auszusagen. Wie es heißt, hat sich eine ganze englische Abteilung ange^ bocen, zu Gunsten der Acen schlich keil vor den Richtern aus- zusagen.

Havre, 21. Dez. Das Meer hat an der englischen Rüfte) Schiffsteile an das Land geschwemmt, die allein^ Anschein nach einem verunglückten Dampfer gehören. Es. wurden Photographieen gefunden, welche einen Kapitän im Kreise seiner Familie darstellen. Die Marine-Behörden haben. Nachforschungen zur Feststellung der Identität der Verun-, glückten angestellt.

Amsterdam, 21. Dezember. Tas Gerücht nimmt mehr festere Jiorm an, daß die Buren unter Tewet den Engländern eine ernste Niederlage bei Klipriver bea reitet haben.

Groß-Wardein, 21. Dez. Ter Herrenreiter Ro­ver sz, hat sich mit seinem Jagdgewehr e r s ch o s s e n. Die Motive des Selbstmordes sind bisher noch nicht bekannte

Villach (Slärnten), 21. Tez. Bei der Station Ucbd ist ein Personenzug im Sch nee stecken geblieben., Tie Passagiere mußten mehrere Stunden warten, bis sie aus ihrer unangenehmen Situation befreit werden konnten.'

Budapest, 21. Tez. Zwischen dem Reichsrats-2lbg. Julius Werner und dem Nechrsanwalt, Dr. Reiner funb. wegen einer beleibigenoen Reoe des ersteren ein Pistsolen» duell statt, welches unblutig verlief.

Telephonischer Kursbericht«

Frankfurt a. ML.1 21. Dezember.

3*/8% Reioheanleihe . ö% do. . .

17»% Kon 801a * . .

3% do . » . . i1 2°/i Hessen . . .

356 Hessen . . . .

456 Oesterr. Go'drente

. 100.80 . 90.45 . 100.80 . 90.45

* 98.45

10L25

8J/o Mexikaner . . 4*/z /, Chinesen . .

Electric, bei uckert . | Nordd. Lloyd . . .

Kreditaktien . . . Disnonto-Kommandit Darmstädter Bank .

4* z 56 Oesierr. bilberreuto 99.30

456 Ungar. Goldrente . J_100.05 4°/ Italien Rente . . . 99.85 4* ,56 Portugiesen . . . 38.90 0/ Portugiesin .... 26.80

156 C. Türken .... 27.05 1ürkenlose ...... 101.80

Dresd n^r Bank . . Ber iner Handelsges. Oesterr. Staatobahn , Lombarden . , , Gotthar ibahn . . . Laura lütte . 4 . * Bochum . ... 4

Harpener

4% Uriech. Monopo 1-Anl 42.30

47,56 äussere Argentiner 70.30

Tendenz: abgeschwächt.

. 25.30 . 86.90 . 98.

* 205^50 . 180.50 . 125.70 . 128.10 . 139.50 . 141 20 . 19.10 . 164.00 . 185.50 . 171.10 . 160.40

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