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9?r. 69 Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Freitag 22. März '^01
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Ualitische Tagesschau.
Hie Zucker — hie Süß st off! Seit dem Bckannt- werden des Entwurfs zum Süßstoff-Gesetz ist der Kamp tof der ganzen Linie entbrannt. Der Zucker-Industrie geht das neue Gesetz nicht weit geftug, die Süßstoff-Jnterressen- ten erheben Beschwerde, daß man ihren Erwerb labmleaen wolle. Nein, ertönt es von der anderen Seite zurück, das braucht nicht zu geschehen, denn der Genuß künstlicher Süßstoffe bleibt immer für einen großen Kreis von Personen eine Notwendigkeit, denen aus gesundheitlichen Gründen der Zucker versagt werden muß. Aber der Süßstoff, dem Verkehr freigegeben, macht nicht nur der rübenbauenden Landwirtschaft Konkurrenz, sondern er schädigt auch das konsumierende Publikum insofern, als die Wohlfeilheit der Surrogate dieses verleitet, ihnen den Vorzug zu geben und auf das Nahrungsmittel Zucker zu verzichten. „Warum soll denn gerade gegen die Zuckersurrogate so energisch vorgegangen werden, während man in anderen Fällen doch weit duldsamer gegen die Ersatzmittel ist?" So fragen die Süßstoff-Fabrikanten. Darauf antwortet man unter Berufung auf den bekannten Chemiker Professor Liebreich: Diese Surrogate nähmen eine eigenartige Stellung ein. Es giebt kein Surrogat für Fett, das nicht selbst Fett, kein Surrogat für Salz, das nicht selbst Salz wäre usw. Die Süßstoffe hingegen hätten mit dem Zucker nichts gemein. Die Regierung hat vor allem im Auge, daß durch die Konkurrenz der bisher steuerfreien Süßstoffe nicht die Erträge der Zuckersteuer, ein sehr beträchtlicher Posten im Reichshaushalt, zurückgehen. „Die vorgeschlagene Steuer von 80 Mark, vom Kilogramm chemisch reinem Süßstoff ist viel zu hoch", sagen die Süßstoff-Fabrikanten. „Zu niedrig", erklären die Zucker-Jndusttiellen. Denn weil chemisch reines Saccharin 550 mal so stark süßt als Zucker, und die Zuckersteuer 20 Mark auf denToppelzentner beträgt, so würde die Saccharinsteuer auf 110 Mark pro Kilogramm haben normiert werden müssen. Die hauptsächlich in der agrarischen und konservattven Presse geltend gemachte Forderung, die im Reichstag beantragt werden soll, besteht darin, die Süßstoff-Vorlage dahin zu ergänzen, daß die Süßstoffe nur in den Apotheken und nur gegen ärztliches Rezept abgegeben werden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Reichstag, entsprechend einem früher gefaßten Beschluß der Budgetkommission, den Antrag annimmt; wie sich die Regierung dazu stellt, ist einstweilen nicht bekannt. Die Beschränkung des Verkaufs auf die Apotheken erscheint rigoros gegenüber den Süßstoff-Fabrikanten. Aber, so wendet man ein, die eine, vom Standpunkt der Volkshygiene nicht zu unterschätzende Gewähr wäre dadurch geboten, daß dem auf Täuschung be- vechneten Zusatz von künstlichen Süßstoffen, an Stelle des Zuckers, zu Nahrungs- und Genußmitteln wirksam ein Riegel vorgeschoben würde. „Unter dieser Möglichkeit des Mißbrauchs können wir nicht leiden durch Einengung unseres Absatzgebietes", erklären wiederum die Süßstofi- Jnteressenten. Man sieht, die Streitpunkte sind zahlreich, und es wird nicht leicht sein, dem Gesetz eine Form zu geben, die einen gerechten Ausgleich herbeiführt.
Das Scheitern der Frieden8»nterhandlu»ge» zwischen Lord Aitchener und Louis Botha wird von der deutschen Presse zwar bedauert, weil dadurch die Hoffnung schwinde, dem um seligen südafrikanischen Kriege ein Ziel gesetzt zu sehen, aber ebenso herrscht Uebereinstimmung darüber, daß es Ehrens fache für die Buren war, auf die englischerseits gestellten Bedingungen nicht einzugehen. Kitchener halte u. a. den Ausschluß der Kaprebellen von den Vorteilen der Amnestie verlangt. Die Kaprebellen, die mit den Stammes- genoffen das schwerste geteilt haben, sollten dafür nicht noch härter büßen, als sie eS durch die fürchterlichen Zustände der letzten Monate schon gethan. Der zweite Punkt war jedenfalls die innere Selbständigkeit der Transvaalrepublik. König Eduard sollte oberster Herr über, aber N'cht in Transvaal sein. Man kann in der Ablehnung der Friedensbedingungen ein ungebrochenes Selbstbe« wußtsein erblicken. Die militärlsche Lage der Buren kann nicht so schlecht stehen, wie es nach englischen Berichten scheinen müßte. Ein erhebliches Entgegenkommen den Buren gegenüber wird der britische Oberfeldherr nicht verneinen können. Im dringenden Jntereffe auch Englands liegt es, angesichts der mUitärischen Mißerfolge und des Vordringens der Pest, die möglichst baldige Beendigung des Krieges.
Auf die Berliner Börse machte das Schreiben der Friedensverhandlungen wenig Eindruck, die Börse schloß sogar fest.
Chi»a«
Ein Pekinger Telegramm an Lassans Büreau vom IS. März meldet, die Engländer hätten ihre Wachen von dem streitigen Gelände an der Pekinger Eisenbahn in Tientsin zurückgezogen, womit der analv- russische Zwischenfall erledigt sei. Ein anderes Telegramm besagt: Die englische und die russische Tiplo- matte haben den Zwischenfall wegen der Eisenbahn in Tientsin freundschaftlich beigelegt Das Mißverständnis ist auf die Doppelzüngigkeit der Chinesen zurückzuführen, die
Konzessionen auf einen und denselben Platz gewährten.
Rußland gesteht zu, daß England mit dem Bahnbau fort- fährt, vorausgesetzt, daß Rußlands Priorität für die Konzession in diesem Distrikte bestätigt und von England anerkannt wird.
Es war vorauszusehen, daß es wegen dieses verhältnismäßig geringfügigen Objekts zu keinem ernsten Zwist zwischen den beiden Mächten kommen würde, aber immerhin ist es ein paar Tage lang kunterbunt in Tientsin zugegangen. Nach einem glaubwürdigen New-Yorker Blatte waren die Truppen aller Nationen unter Waffen. Die französischen Truppen nahmen am Streit teil, trotz der Ermahnungen ihrer Offiziere. Sie durchzogen die englische Konzession mit dem Rufe: „Nieder die Engländer!" Daraus entstanden Schlägereien, von denen einige blutig ausliefen. Dre französische Soldaten griffen denenglischenHaupt- mann Bögler an, der sich mit Faust schlügen so lange verteidigte, bis ihm seine Landsleute zu Hilfe kamen. General Campell ließ darauf die englischen Truppen heraus- treten und die Franzosen vertreiben. Generalfeldmarschall Graf Waldersee wurde telegraphischher- beigerufen. Ein Staubsturm aber verhinderte die Ankunft Waldersees bis zum 19. März früh. Britische Seesoldaten sind aus Taku eingetroffen, um die indischen Wachen bei dem ftreitigen Stück zu ersetzen.
Unterdessen wird ein neuer — schon länger zurückliegender — Zwischenfall bekannt, der durch eine Gewalt- that russischer Soldaten in Niutschwang herbei- geführt wurde. Den Londoner Blättern wird aus Viktoria (Britisch Columbien) gemeldet: Nach hier brieflich eingegangenen Nachrichten geriet der Wächter des englischen Konsulats in Niutschwang außerhalb des Konsulats mit drei Kosaken in Streit. Die Kosaken bedrohten ihn mit dem Bajonett, worauf der Wächter sich hinter das Thor des Konsulats zurückzog. Ein Kosak feuerte hierauf durch das Gitter und tötete ben Wächter. Der englische Konsul hat bei den russischen Behörden Beschwerde erhoben.
Deutsches Reich.
Berlin, 20. März. Ter Kais er hörte heute vormittag die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus und des Reichskanzlers Grafen v. Bülow.
— Am 21. März begeht der Reichstag das Jubiläum seines dreißigjährigen Bestehens. Am 21. März 1871 trat der deutsche Reichstag zu seiner ersten Tagung zusammen, die bis zum 15. Juni dauerte. Am 16. Juni fand der Siegeseinzug der Truppen in Berlin statt. Seine erste Tagung hielt der Reichstag in dem damaligen Gebäude des preußischen Abgeordnetenhauses (L-eip- zigersttaße 75), in dem heute das Herrenhaus tagt. Von den Mitgliedern des ersten deutschen Reichstags, die von 1871 bis heute ununterbrochen dem Parlament angehört haben, leben nur noch vier: Graf Hompesch, Eugen Richter, Bebel, Dr. Lieber. Von den Beamten des Reichstags, die von dessen erstem Tage bis heute in feinem Dienst gestanden, leben noch in voller Thätigkeit die beiden Vorsteher des Stenographenbüreaus E. Schallopp und Dr. E. Engel; ferner der Kanzleirat Huth im Büreau des Reichstages.
— Die Kommission desReichstags nahm heute den Anttag auf Gewährung von Anwesenheitsgeldern und freie Eisenbahnfahrt in der Fassung an, daß beide während der Dauer der Session und 8 Tage vor und nach ihrem Schluß gewährt werden.
.— Heute konstituierte sich die Versammlung des Reichsgesundheitsrates. Staatssekretär v. Posa- dowsky eröffnete dieselbe mit einer Rede. Es sei ein weites Gebiet, das sich den Herren eröffne, das nicht nur darin bestehe, die deutschen Regierungen in dem Kampfe zu unterstützen gegen verheerende Volksseuchen, deren Gefahren durch die Steigerung des Verkehrs mit fremden Ländern bedenklich zunehme, sondern auch die Regierungen zu beraten auf den Gebieten der Wohnungsfrage» der Ernährung und des gewerblichen Arbeiterschutzes, der Verteidigung unserer schönen Ströme gegen nachteilige Einflüsse der schnell wachsenden Bevölkerung und fortgesetzt gesteigerten gewerblichen Thätigkeit. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Kohler erwiderte
— Ter „Reichsanzeiger" veröffentlicht das deutsch- englische Abkommen über die Feststellung der Grenze zwischen dem Nyassa und Tangangikasee vom 23. Febr. 1901.
Stuttgart, 20. März. Ter „Staatsanzeiger" teilt mit, daß Ministerpräsident und Kriegsminister Frhr. Schott v. Schotten st einerkrankt ist. Mit der Wahrnehmung seiner Geschäfte ift Justizminister Breitling bezw. Generalleutnant Schnuerler betraut worden. — Nach der „Frkf. Ztg." bedeutet der Urlaub des Ministerpräsidenten und Kriegsministers den Rücktritt des Ministers. Der Rückttitt hat keine politischen Gründe, sondern hängt mit einer Privatangelegenheit zusammen, in Bezug auf die ein auswärttges Blatt eine übrigens übertriebene Anspielung brachte, die im hiesigen sozialdemokratischen Blatt zum Abdruck gelangte. Minister v. P i s ch e k hat das ihm ange- tragene Ministerpräsidium wegen Geschäftsüberhäufung ab- gelehnt.
Ausland.
London, 20. März. Das ErgänzungS-Budget der Clvil-Berwaltuug enthält dieseSwal zwei interes
sinke Posten: Die Reise des Herzogs und der Herzogin von Cornwall und York in die Lolonieen, für welche 20 000Pfd. St. ausgesetzt find, und die Beerdigung der Königin Victoria, welche die Summe von 35500 Pso. St. erforderte. D'e letztere setzte sich zusammen wie folgt:
Wohnungen für die hohen und höchsten Gäste: Beerdi
gungskosten, Trauerzuschüffe für die Bediensteten rc. 2 000 Lstr. Aufnahme der hohen und höchsten Gäste . . . . 8 5uO „
Mute für Wagen ic ; Eisenbahn- und Schiffsaus-
gaben, Extra-Bedienstete......... 4 800 ,
Steife- und Lerpflegungskosten für die begleitenden
Truppen............... 15 000 ,
Ausschmückung der St Seorgö-Kapelle, Errichtung von
Tribünen, Reparatur des den öffentlichen Gärten zu-
gefügten Schadens........... 8 500 ,
Aufnahme der ausländischen Abgesandten .... 800 ,
Kleinere Ausgaben incl. Decan und Capitol von
Windsor, Extra-Polizei......... 500 ,
3d 500 Lstr.
Budapest, 20. März. Eine an den Thoren der Uni
versität angeschlagene Kundgebung besagt, daß die Borlesungen bis auf weiteres suspendiert sind. 111 Mitglieder des großen AuSschusies der christlichen Universitätsjugend Überreichten dem Rektor eine Denkschrift, worin sie erklären, daß sie zur Anbringung von Kruzifixen in den Hörsälen von Niemanden, weder von der Volkspartei noch von einer anderen politische» oder konfessionellen Gemeinschaft angeftiftet seien, sondern au« eigenem Antriebe und in vollem Bewußtsein der Folgen ihrer That handelten. Der Rektor ordnete gegen alle 111 Mitglieder das Disziplinarverfahren an.
Petersburg, 20. März. Biele von den am Sonntag verhafteten Studenten und Studentinnen wurde« gestern von der Polizei aus der Residenz abgeschoben. Die großen geschlossenen Polizeiwagen brachten im Laufe de« Montags bis zum späten abend Hunderte auf den Nikolai- bahnhof. DaS Institut der Wegebauingenieure wurde am Montag geschloffen. Fast 700 Studenten hielten Montag im Institut eine Versammlung ab und beschlossen, den Besuch der Vorlesungen eiuzuftellen und teilten dies de« Direktor des Instituts Gerssewanow mit, worauf dieser die Schließung des Instituts bekanntgab. Die Wegebauingenieure veranstalteten auf dieser Versammlung eine Kollekte für die verhafteten Kommilitonen, die gegen 400 Rubel ergab. Auch Direktor Geiffewanow spendete einen Geldbeitrag. Der .RegierungSbote" enthält nur die Angaben Über die Zahl der am Sonntag verwundeten Personen. DaS Blatt ver- chweigt aber, daß auch einige Studenten getötet wurden. Die Professoren der hiesigen Universität erhielte» -ine amtliche Benachrlchtigung darüber, daß zehn Univ er- sitätSstudenten am Sonntag gefallen sind. Es verlautet, daß ferner eine Studentin und zwei Studenten anderer Hochschulen infolge ihrer Verletzungen gestorben find.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, den 21. März 1901.
•* Personalnachrichteu. Der Großherzcg hat dem Eisenbahnbau- und Betrtebsinspektor bei der Äönigt. Preuß. und Großh. Hesfischen Eisenbuhndirektion Mainz, Ernst Rietsch, da» Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstorden« Philipps des Großmütigen verliehen und am 18. März ben Pfarrer Theodor Weimar, geistlicher Inspektor der Epi- leptischen-Anstalt zu Nieder-Ramstadt, auf sein Nachsuche», unter Beibehaltung feiner Stellung al« landesktrchlicher Pfarrer, von der evangelischen Pfarrstelle zu Mommenheim, Dekanat Oppenheim, entbunden. — In den Ruhestand versetzt wurde der Telegraphist in der hessisch preußischen Eisenbahn - Gemeinschaft Adam Schaich zu BiscdosSheim mit Wirkung vom 1. April l. IS. an. — Entlassen wurde am 13. März der Gesangenauffeher am ProvinzialarresthauS i» Darmstadt Johannes Riegler.
-i-L Kreisansschuß. Der einzig öffentlich verhandelte Punkt der Tagesordnung betraf das Gesuch des Gastwirt- Georg Stiehl z» Gießen, Srofdorferftraße 13, um Genehmigung zum Ausschank von Branntwein. Wiederholt hierauf gerichtete Anträge des Genannten waren seitens bet KceiSausschuffeS in Uebereinstimmung mit Stadtverordnetenversammlung und Polizeiamt abgelehnt worden, da sich in der nächsten Nähe bereits fünf Wirtschaften mit Branntwein- auSschank befinden, die den Bedürfnissen des Verkehr« vollkommen genügen. DaS letzte diesbezügliche Urteil war am 19. Januar d. I. ergangen, und Sttehl hatte daraufhin Antrag auf mündliche Verhandlung gestellt. In ihr erschiene» der Antragsteller sowie ein Vertreter deS Großh. Polizeiamt« Gießen. Wesentlich neues wurde nicht vorgebracht, sonder» nur betont, daß der größte Teil der Besucher der Wirtschaften in der Krosdorferstraße Ziegeleiarbeiter seien, die ihren Be- )atf an Branntwein in größeren Quantitäten bereite in der Stadt deckten. Der Kreisausschuß konnte ebenso wie früher nicht zu der Ueberzeugung gelangen, daß ein öffentliches Bedürfnis zum Branntweinausschank in der fraglichen Wirtschaft vorliege. Demgemäß wurde das Gesuch abgelehnt tmb Gesuchsteller zur Zahlung eines «versionalbetrags von 3 Mk.


