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Nr l8 E^Nes Blatt. Dienstag dm 22. Januar 151. Jahrgang 1901
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.
Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf.
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Erscheint lägNch mit Ausnahme des
MontagS.
Die Gießener WamilienökLtter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hesi. Landwirt" u. „Blätter für heff. Volkskunde" wLchtl. 4 mal beigelegt.
Amts- und Anzeigeblatt für ben Arris Metzen.
Rebattion, Expedition und Druckerei:
Schulftrahe Ur. 7.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klütter für hessische DolKsKunde.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Liehe«.
Fernsprecher Nr. 51.
Amtlicher Eeil.
Bekanntmachung.
Betr.: DaS Gesetz betr. die Entschädigung für an Milz brand, Rauschbrand und Schweinerotlauf gefallene Tiere.
In Bezug auf unsre Bekanntmachung vom 29. v. Mts. (Gießener Anzeiger Nr. 2 vom 3. Januar d. I.) bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß die Kommission eine Nach' Prüfung der Festsetzung der Preise, nach welchen für das Kadavergewicht gefallener oder getöteter rotlauskranker Schweine Entschädigung zu leisten ist, vorgenommen und folgende Sätze festgesetzt hat:
für die ersten 10 Kilogramm des Lebendgewichts für das Kilogramm Mk. 1.30; für das 11. bis 20. Kilogramm Mk. 1.10; für das 21. bis 40. Kilogramm Mk. —.90; für da« 41. bis 60. Kilogramm Mk. —.70; für da« 61. bis 80. Kilogramm Mk. —.60 und so fort für jedes weitere Kilogramm 60 Pfg.
Die Festsetzung gilt bis auf weiteres und im ganzen Kreise, die Festsetzung vom 29. v. Js. ist aufgehoben.
Gießen, den 19. Januar 1901.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
Gießen, 19. Januar 1901.
Betr.: Das Militär-Ersatzgeschäft in 1901; hier Gesuche um Zurückstellung.
Der Civilvorsitzende der Großh. Ersatz-Kommission Gießen an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf § 32 der Wehrordnung mache ich Sie darauf aufmerksam, daß wenn Gesuche um Zurück stellung Militärpflichtiger erhoben werden, dieselben nach dem Reglement vom 12. Mai 1868 (Regierungsblatt Nr. 28) genau zu protokollieren und die Protokolle mit den vorgeschriebenen Beilagen gleichzeitig mit den Stammrollen pro 1901 hierher einzusenden sind.
Hinsichtlich der stüher (1899 und 1900) erhobenen und als begründet befundenen Reklamationen auf Zurückstellung Militärpflichtiger, welche für 1901 erneuert werden sollen, genügt es, wenn die Verhältnisse des einzelnen Falles sich nicht geändert haben, daß Sie auf Seite 4 des Protokolls an den dazu vorgedruckten Stellen wörtlich bescheinigen: „Pro 1901 wurde die Reklamation von dem Antragsteller erneuert und wird bescheinigt, daß die Verhältnisse desselben sich inzwischen nicht geändert haben."
Ist dagegen in den Verhältnissen eine Aenderung eingetreten, so ist genau und motiviert anzugeben, worin sie besteht.
Zu diesem Zwecke wollen Sie gefälligst die betreffenden Reklamationen mittelst Bericht einfordern und mir mit möglichster Beschleunigung wieder vorlegen.
Boe ckmann.
Gießen, den 21. Januar 1901. Betr.: DaS Ersatzgeschäft pro 1901.
Der Zivil-Vorfitzende der Großh. Ersaß-Kommission Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des KreiseS.
Nach Ablauf der Anmeldefrist wollen Sie nunmehr mit Aufstellung der Stammrollen beginnen und solche mit denjenigen pro 1899 und 1900 sofort an mich einsenden.
Zugleich bringe ich die Bestimmungen meines Amts blattes vom 12. Juni v. IS. (welches unten nochmals ab- gedruckt ist) zur genauen Beachtung in Erinnerung.
B,o e ck m a n n.
Gießen, 12. Juni 1900.
Betr.: Die Führung der Stammrolle.
Der Zivil-Vorsitzende der Großh. Ersatz-Kommission Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises.
Die Bestimmungen der Wehrordnung über die Meldepflicht und die Führung der Stammrollen find bisher vielfach richt beachtet worden, und haben Störungen des Ersatzgeschäfts und Bestrafungen von Meldepflichtigen zur Folge gehabt. Ich weise daher auf dieselben nochmals mit der Empfehlung hin, die Meldepflichtigen zur rechtzeitigen An-
und Abmeldung, soviel Ihnen möglich ist, zu veranlassen, und die erforderlichen Ergänzungen der Stammrollen und Mitteilungen an mich jedesmal sofort zu machen. Nach § 25 der WO. hat jeder Militärpflichtige bei Beginn der Militärpflicht in der bekannt zu machenden Frist bei der Bürgermeisterei des Ortes, an dem er seinen dauernden Aufenthalt hat, fich zur Stammrolle anzumelden und dann während der Dauer seiner Militärpflicht bi« zur Erlangung einer definitiven Entscheidung, bei dem Wechsel seines dauernden Aufenthaltsortes binnen drei Tagen, sich bei der Bürgermeisterei des seitherigen Ortes ab- und des neuen Ortes anzumelden, und zwar unter Vorlage seines Lvsungsscheines. Die Bürgermeisterei hat von jeder solchen An- und Abmeldung sofort an mich Anzeige zu machen, damit die Listen ergänzt und berichtigt werden können. Diese Verpflichtung ist ganz besonders pünktlich in der Zeit vor dem Ersatzgeschäft zu erfüllen. Es ist unzulässig, wenn Mcldepflichtige bei ihrer Meldung ganz zurückgewiesen oder an den Zioil-Vorfitzenden verwiesen werden, wie dies mehr fach vorgekommen ist. Wenn sich ergiebt, daß ein auswärts Wohnender und deshalb auswärts Gestellungspflichtiger sich nur zum Scheine im hiesigen Bezirk anmeldet, ohne seinen dauernden Aufenthalt hier zu nehmen, so ist er zurück- zuweisen.
Auch ist auf eine vollständige Ausfüllung der Spalten der Stammrolle zu halten, und nicht zu versäumen, anzu geben, ob und welche Brüder des Pflichtigen, seit wann und in welchem Regiment dienen.
Boeckmann.
Politische Tagesschau.
Die „Südd. Reichskorr." schreibt unter München: „Die immer wieder auftauchenden Gerüchte, daß der^Avlcyi p einer süddeutschen Eisenbahn g e m e r n s ch a s l oe- absichngt sei, beruhen stets auf derselben Verwechslung.
Die Krankheit der Königin von England.
Kaiser Wilhelm hat sich am Samstag abend ganz plötzlich nach England begeben. Die Reise ist offenbar durch die Krankheit der Königin Viktor"!a veranlaßt. Der Kaiser reiste mit dem Herzog von Con- naught mittels Sonderzugs um sechs Uhr Abends vom Potsdamer Bahnhofe ab. In seiner Begleitung befinden sich die Generale v. Kessel und v. Scholl, Kapitän v. Grumme und Generalarzt v. Leuthold. Tas Diner, das im königlichen Schlosse stattfinden sollte, und zu dem etwa 90 Einladungen ergangen waren, wurde abgesagt. Um die Mittagszeit war der Kaiser bei der englischen Botschaft vorgefahren und hatte eine halbstündige Unterredung mit dem Botschafter. — Der Zustand der Königin Viktoria ist hoffnungslos und man rechnet bereits mit dem nahen Ende. Die Königin ist v o l l st ä n d i g gelähmt. Sie schläft manchmal anhaltend, während sie wieder zeitweise vollständig schlaflos daliegt. Infolge der schlechten Nachrichten ist auch der Prinz von Wales sofort mit der Prinzessin von Wales nach Osborne abgereist. Man fürchtet, datß die .Königin in einer ihrer Krisen plötzlich verstirbt. Man meldet aus London: Die offizielle Bestätigung der Erkrankung der Königin Viktoria verdrängt hier jegliches andere Interesse. Bei der unvergleichlichen patriarchalischen Verehrung, welche die greise Monarchin von allen ihren Millionen Unterthanen auf dem ganzen Erdkreis genießt, empfindet das britische Weltreich die plötzliche Mahnung an das hohe Alter seines fast für unvergänglich gehaltenen würdigen Hauptes wie eine Erschütterung seines innersten Wesens. Alle erkennen, daß die offizielle Ankündigung zu ernster Besorgnis Anlaß geben ncksse, hoffen aber das beste von strikter Ruhe der Monarchin. Die Regierung hat Befehl gegeben, Spezialzüge bereit zu halten, um die Mitglieder der königlichen Familie, die nach London kommen, abzuholen.
Die Kaiserin Friedrich soll ebenfalls beschlossen haben, trotz ihrer schlechten Gesundheit nach Osborne zu reisen. Die Prinzessin von Wales befindet sich fortwährend am Krankenbett. Am Sonntag wurden in allen Kirchen des Königreichs Gebete für Wiederherstellung der Königin abgehalten. Es bestätigt sich, daß die Königin bereits vor 14 Tagen einen leichten Schlaganfall hatte.
lieber die Abreise Kaiser Wilhelms nach England ist noch zu berichten: Der Kaiserzug nahm seine Fabrt über Magdeburg, Braunschweig nach Vlissingen, von wo die Weiterfahrt per Dampfer erfolgte. Vertraulich soll dem Kaiser berichtet worden sein, daß die höchste Gefahr vorhanden sei. Der Kaiser habe daher sofort beschlossen, an das Krankenbett seiner Großmutter zu eilen. Prinz Heinrich ist mit seiner Schwester, der Erbprinzessin von Sachsen- Meiningen, zum Besuch der Kaiserin Friedrich nach Cronberg abgereist. ,
In London erregte die Nachricht von der Reise Kaiser Wilhelms enorme Sensation und tiefe Genugthuung. Der Kreuzer ,,Minerva" ging von Portsmouth nach Vlissingen ab, um den Kaiser und den Herzog von Eonnaught direkt nach Osborne zu bringen. — Wie man aus Kiel meldet, erhielt die auf der Kaiserwerft In Dienst befindliche „Hohen- zollern" den Befehl zur Klarmachung für eventuelle Fahrt nach England, ebenso der Kreuzer „Nymphe" und das Torpedoboot „Sleipner". Die Klarmachung der „Hohenzollern" soll nicht vor dem 24. ds. erfolgen.
Telegramm deS Wietzener Anzeigers.
Heute vormittag ginge« uns folgende Depeschen zu: Darmstadt, 21. Jan. Der Groß her zog ist nach England gereist.
B e r l i n, 21. Jan. Sonntag abend lagen der Montags- Zeitung Nachrichten von dem Tode der Königin von England vor. Doch ist der hiesigen englischen Botschaft bisher nichts von einer entscheidenden Wendung bekannt. Auf der Botschaft war gestern abend ein Telegramm eingelaufen mit der Nachricht, daß die Königin bewußtlos sei und alle Augenblicke die Katastrophe eintreffen könne.
London, 21. Jan. Kaiser Wilhelm wurde gestern vom Marinekommandanten in Port Viktoria am Hafen empfangen. Um 6.20 Uhr traf der Kaiser in London ein, wurde vom Prinzen von Wales, Herzog von York und Prinzen Christian von Schleswig-Holstein begrüßt. Eine große Menschenmenge belagerte den Bahnhof. Die Spitzen der Behörden und der Stab der deutschen Botschaft waren beim Empfange vertreten. Kaiser Wilhelm fuhr in einem Wagen mit dem Prinzen von Wales, dem Herzog von York und dem Grafen Hatzfeld nach dem Buckingham-Palast. Vor dem Portal hatte eine Ehrenwache Aufstellung genommen. Der Kaiser wurde ehrfurchtsvoll begrüßt. — Nach dem gestern ausgegebenen amtlichen Bulletin war die Königin bewußtlos, und jede Hoffnung wird seit heute morgen aufgegeben. Die Königin liegt in den letzten Zügen.
London, 21. Jan. „Morning Leader" stellt fest, daß der Thronwechsel in keinem günstigeren Augenblick als zur Zeit erfolgen könne. Das liberale Blatt macht keine Anspielung aus die Rolle der Königin im Transvaalkriege, bemerkt jedoch, daß der Krieg zu einem großen Teile Schuld an dem jetzigen Zustande der Königin sei.
London, 21. Jan. In allen Schichten der Bevölkerung herrscht eine tiefe Erregung, welche die starre Sonntagsruhe ourchbricht. Ungewöhnliche Menschenmengen wogen auf den Straßen und kaufen begierig die letzte« Extrablätter. In den Klubs umstehen dichte Gruppen die Anschlagbretter mit den letzten Telegrammen und überall dreht sich die Unterhaltung in gedämpftem Tone um die greise Herrscherin. Das bewegteste Bild bietet sich vor der mit den letzten Bulletins beklebten Aushängetafel am Marlborough-House dar, vor der während des ganzen Tages eine buntgemischte Menschenmenge aus allen Klassen wogte. Nahe an tausend Personen aller Stände haben ihre Name« in die Besucherliste eingetragen, um ihre Teilnahme zu bekunden.
London, 21. Jan. „Daily Telegraph" schreibt, der Tod der Königin würde vom ganzen Volke als ein persönliches Leid empfunden werden. Mit ihr verschwinde die interessanteste Persönlichkeit der Welt und eine Frau mit klarem Blick.
London, 21. Jan. Aus allen Teilen der Welt laufen Sympathie-Telegramme ein. Fast sämtliche Herrscher lassen sich über den Zustand der Königin fortlaufenden Bericht erstatten. — Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, hat der König längere Zeit geweint, als er die letzten Nachrichten über den Zustand der Königin erhielt.
Brüssel, 21. Jan. Gestern fanden zwischen der belgischen Gesandtschaft in London und dem länglichen Palast sowie dem Ministerium des Auswärtigen ein lebhafter Depeschenwechsel statt. König Leopold gab Befehl, die Nacht Alberta zur sofortigen Abfahrt bereit zu halten. Die Abfahrt, welche gestern abend 8 Uhr stattfinden sollte, wurde noch im letzten Augenblick aufgeschoben. Tie Hosballe, dre am 3. und 6. Februar stattfinden sollten, sind ebenfalls abgesagt worden.
Paris, 21. Jan. In der hiesigen englischen Kolonie versichert man, die Liberalen wären im Irrtum, wenn sie annehmen, daß die Thronbesteigung des Prinzen von Wales einen günstigen Einfluß auf die Beendigung des südafrikanischen Krieges ausüben würde. Ter Prinz denke nicht nur die bisherigePolitikinSü da frika fortzusetzen, sondern sogar noch zu verschärfen und Chamberlain zum Kabinettschef zu ernennen. Der Prinz soll mit bedeutenden Summen in den Goldminen Südafrikas engagiert sein.
Rom, 21. Jan. Der Papst hat den Kardinal Vaughan beauftragt, dem Prinzen von Wales seine Sympathie aus^u- drücken. — Ein ununterbrochener Depeschenwechsel findet zwischen dem Quirinal und London statt. Der Minister Sonnino erklärte, Italien verliere an der Königin Viktoria eine aufrichtige Freundin.


