Ausgabe 
21.12.1901 Zweites Blatt
 
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ßifenbahngemeinschaft gehen als solche mit dein 1. April 1902 ein. Die Geschäfte der Telegraphen-Inspekrionen wer-

A«s Audi uud Kaild

Ans Johannesburg meldet Reuter vom 17. d- M.: Am 23. November waren die Burghers Werneck und Meyer, wie seiner Zeit gemeldet wurde, wegen Versuches, in den Flüchtlingslagern untergebrachte Buren zum Bruch des Neutralitätseides zu verleiten, der eine zum Tode, der andere zu lebenslänglicher Strafarbeit verurteilt. Gestern wurde nun gegen zwei andere Männer, Namens Jahn und Kock, wegen Teilnahme an dieser Verschwörung verhandelt. Sie wurden nicht des Verrats schuldig be­funden, sondern der verräterischen Verbindung mit dem Feinde durch Aushändigung einer Mitteilung an einen.

schon zu bestehen hatte. In Anerkennung seiner tüchtigen Leistungen hat denn der Volksmund dem Bähnchen auch eine charakterisierende Bezeichnung gegeben. Früher nannte man es nach dem Unternehmerdie Hahnsche Bahn", jetzt heißt es allgemeindie Hohnbahn".

* * Versetzung. Der Vorstand der hiesigen Maschinen- Inspektion, Eisenbahn-Bauinspektor Berthold, wurde, wie wir hören, zum 1. April nach Halle a. S. als Vorstand der dortigen Werkftätten-Jnspektion versetzt. Die ihm unterstellten Beamten werden den beliebten Vorgesetzten nur ungern scheiden sehen.

Für den Weihnacht«- und Neujahrsverkehr sind, wie wir bereits mitteilten, von der Eisenbahndirektion zur Be­wältigung des Verkehrs eine ganze Anzahl von Sonderzügen eingelegt worden. Meist sind es Vorottszüge, die eine kurze Zeit vor den gewöhnlichen Zügen absahren. Durch die Sonderzüge soll dem sonst herrschenden Andrang und der Ueberfüllung Einhalt gethan werden, und wir verfehlen nicht, das reisende Publikum aus diese Züge in seinem eigenen Interesse nochmals aufmerksam zu machen. Der Fahrplan ist aus den Stationen durch Plakate kenntlich gemacht.

* * Für die Buren gingen bei der hiesigen Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes noch em durch Pfarrer Seriba von Ungenannt in Alten-Buseek 1 Mk., ferner von General­direktor Ehr. Bansa hier 3 Mk., sodaß jetzt im Ganzen

weiteren Schaden anzurichten, gelöscht.

* * Die Ziehung der Lotterie der Künstler-Kolonie findet heute vormittag von 9 Uhr ab im Ernst Ludwigshause auf der Mathildenhöhe statt.

* * Die Submissionsofferten der Metzger zur Lieferung des Fleischbedarfs für unsere Garnison waren, wie wir in Nr. 296 mitteilten, zunächst von der Militär­behörde nicht genehmigt worden. Wie wir hören, hat die Garnisonverwaltung in Anbetracht der herrschenden hohen Fleischpreise das Angebot der hiesigen Metzger nun­mehr doch angenommen.

* * Die Tebegraphen-Jnspektionen und Delegrwphen-Meistereien der preußisch-hessischen

2202 Mk. 10 Pfg. für die Buren eingegangen sind.

* * Zimmerbrand. In einem Hause in der Steinstraße

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Ottginal-Nachrichtcw ist nur unter genauer'Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.)

Gießen, den 20. Dezember 1901.

** Das Regierungsblatt Nr. 74 enthält eine Bekannt­machung, den Verkehr mit übergangssteuerpflichtigen Gegen­ständen zwischen dem Großherzogtum Hessen und den an­grenzenden Vereinsstaaten betreffend.

Bahnhofsumbau. Heute mittag wurde der neue Tunnel und der neu angelegte Bahnsteig in Betrieb ge­nommen. Im Tunnel sind sechs größere Glühlampen an­gebracht, die ihn taghell erleuchten. Mit seinen in geschmack­voller Abtönung ausgelegten Wänden und Fußböden wirkt er auch auf das Auge durchaus angenehm. Nunmehr steigen die Fahrgäste der von Kassel kommenden Züge . nicht mehr auf der linken Seite der Fahrtlinie aus, sondern auf der rechten Seite. Wollen sie nach dem Ausgang oder zu den auf der-anderen Seite des Bahnhofs abgehenden Zügen, so müssen sie - von jetzt ab die Treppe hinunter und durch den Tunnell gehen. Ebenso erfolgt jetzt das Einsteigen in die nach Frankfurt a. M. gehenden Züge durch den Tiinnel. Das Ueberschreiten der Geleise ist von jetzt ab verboten.

** Theater-Verein. Tie Mitglieder werden auf die indem heutigen Anzeigenteil enthaltene Bekanntmachung hingewiesen, in welcher eine Extra-Vorstellung (außer Abonnement) der Tegernsee'r für Samstag Wend angekündigt wird. Tie Preise der Plätze sind in derselben für die Mitglieder des Theatervereins stark ermäßigt, sie betragen nur 2.23 Mk. in 2>ge und 2 Mk. (Hintere Reihen 1 Mk.) für Sperrsitz. Bedingung ist aber, daß die Bittets im Vorverkauf bis 6 Uhr abends gelöst werden. An der Abendkasse gelten für die Mitglieder des Theatervereins die gleidjen hohen Preise wie für die Nichtmitglieder. Als Stück ist das prächtige Ganghoser-Neuertsche Volksschauspiel T er P rozeßh an s 1" gewählt, in welchem die Haupt­rolle der artistische Leiter der Gesellschaft, £>err Matthias Ädoser, spielen wird. Heber die Aufführung des Stückes in Leipzig schrieb kürzlich der bekannte Dramatiker und Krittler Rudolph von Gotlschäll:Ter Prozeßhänsl steht meines Wissens nicht auf dem Repertoir der Schliersee'r, ob­wohl das Stück zu den besten seines Genres gehört, und ein eigenartiges Charakterbild den Mittelpunkt desselben bildet. Ite Prügelseene int 1. Akt war überaus lebendig und der Natur abgelauscht; mandjer Tarsteller soll ja die Studien dazu in hochkräftiger Praxis gemacht haben. Auch der Schuhplattler im letzten Akt wurde durch eine Rauferei eingeleitet. Ten lebhaftesten Beifall fanden die Zither- und Streichmelodien-Vorttäge des Tegernsee'r Virtuosen-Ter- zetts." Ueber die Aufführung in Braunschweig schreibt die dortige Kritik:Tie Darstellung desProzes-Hansl" war eine vortreffliche ES wurde dabei gefchuhplattelt, ge­jodelt, gezirhert, gerauft und gebusselt, mit der Unge­zwungenheit der freien Naturkinder der Alpenwelt. Präch- ttge Gestalten waren Matthias Aäoser als Prozeßhänsl und Beni Glas als Gemeindediener Schlaucherl, ein herrliches Naturkind Anita Zoller."

** Postalisches. Es wird darauf aufmerksam ge­macht, daß die Verzollung der zollpflichtigen Post­sendungen am 22. und 25. d. M. in der Zett von 10 bis 12 llhr vormittags bei dem Großh. Hauptsteueramt hier stattfindet.

** Kaufmännische Fachschule. Am Sonntagabend 8 Uhr findet die W e i h n a ch t s f e i e r des kaufmänn. Lehrlingsheims in der Turnhalle Steinstraße statt. Bereits seit 14 Tagen wurden hierzu Vorbereitungen getroffen, so daß die Be­sucher gewiß einen schönen, der herrschenden FesteSstimmung entsprechenden Abend verleben werden.

** 6m Kleinbahn-Idyll. Unter dieser Stichmarke brachten wir vor einigen Tagen ein amüsantes Geschichten, das sich kürzlich auf der Kleinbahnstrecke Kirch ba ch Ofleiden gngetragen hat. Wie uns nun von einem Leser unseres' Blattes mitgeteilt wird, ist dies nicht das einzige Bravour­stück, das sich das Bähnle in der Zett seines ruhmreichen Bc- stchenS schon geleistet hat; vielmehr kursieren unter den An­wohnern eine Lanze Reihe von ähnlichen Abenteuern, dic es

der elektrischen und mechanischen Signalanlagen sich er­reichen lassen wird.

ff Lich, 18. Dez. Heute mittag von 4 Uhr ab sand in der Turnhalle unter Leitung des Inspektors Müller- Frankfurt die Christbescherung für die hier in Pflege befind­lichen Zöglinge des Frankfurter Waisenhauses statt. Aus Frankfurt waren mehrere Damen und Herren vom Vorstand des Waisenhauses erschienen. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt durch die Pflegeeltern der Kinder und zahlreiche geladene Gäste. Im ersten Teil der Feier hielt Dechant Klingelhöffer eine dem kindlichen Auffassungs­vermögen entsprechende Ansprache über die Bedeutung des Festes. Dann wechselten Gedichte und Gesänge, die unter Leitung des Lehrers Roth von den Pfleglingen vorgetragen wurden, mit einander ab, worauf ein Weihnachtsfestspiel,Das Christkind im Schusterkeller", von reiferen Zöglingen zur Er­bauung und Erheiterung aller aufgeführl wurde. Im zweiten Teil wurden die sinnig ausgewählten Weihnachtsgaben ver­teilt. Zum Schluß wurden dann die reich Beschenkten mit Kaffee und Wecken bewirtet.

§ Butzbach, 19. Dez. Ter Weihnacht s m arkt bradjte auch heute recht lebhaften Verkehr in unsere Stadt. Tank der günstigen Witterung sanden jich viele Bewohner der Umgegend ein, und kauften tüchtig für den Bescher­abend ober was ihnen für den Winterbedarf noch fehlte, sodaß die auswärtigen und einheimischen Geschäftsleute vollauf zu thun hatten. Ter Schweinemarkt war nur mäßig befahren, doch entwickelte sich bei guten Preisen ein ziemlich lebhafter Handel,

m. Bad-Nauheim, 19. Dez. Sanitätsrat Dr. K. Müller hat in seinem SanatoriumEmma-Heim" die Winterkur eingeführt. Somit ist das Kinderkranken- Pensionat für erholungsbedürftige und kranke Kinder besserer Stände, Winter und Sommer geöffnet.

Infolge der mangelhaften Beleuchtung im F r a n k f u r t e r Hafen stürzte am Montag abend der Schifssführer Johann Stein aus Mülheim a. d- R., als er im Begriff war, sein im Kohlenhafen liegendes SchiffHubertus" zu betreten, von der fünf Meter hohen Quaimauer herab auf die scharfe Kante des Tennebaumes und Gangbordes seines Schiffes. Dabei erlitt er sehr schlvere Verletzungen, daß er den­selben erlag.

)( Gr o ß-F e l d a, 19. Dez. Gestern nachmittag wurde die 24 Jahre alte ledige Marie Völzing in der Wohnung ihrer Eltern erhängt aufgefunden. Was die Lebensmüde in den Tod getrieben hat, ist nicht bekannt.

-f- Freien-Steinau, 19. Dez. In große Trauer wurde die Familie des Lehrers Reitz, der lange Jahre hier als erster Lehrer thätig war und seit kurzer Zett in Holzmühl wirkt, versetzt. Sein ältester Sohn Hermann, ein junger Mann von 25 Jahren, der im verflossenen Jahre auf dem Polytechnikum in Darmstadt feine Studien beendete und daraus als Einjähriger in Berlin diente, ist am Samstag morgen im Lazareth seiner Garnison plötzlich gestorben, wie man hott, an B lutvergistung. D<sr Fall ist umso schmerzlicher, als gerade an diesem Tage seine Schwester hier Hochzeit hatte, wozu der Verstorbene kommen wollte. Die Leiche wurde mittelst Sonderwagen hierhergebracht. Die Beerdigung fand heute nachmittag statt. Es war ein Trau er­äug, wie ihn unser Ott wohl noch nicht gesehen hat. Voran ging die Schuljugend, bann folgten die Kriegervereine von Freienneman und Salz; hinter ihnen schritten die nächsten Vorletzten >es-Beglichenen -fonnc eme gxpße Anzahl^von

hannesburg gekommen war, ferner wurden sie des Bruches des Neutralftätseides für schuldig befunden. Die Urteile wegen einer verräterischen Verbindung mit dem Feinde wurden an Kitchener zur Bestätigung übersandt.

Weitere 2000'Mann Peomanry sollen laut Befehl sofort- einberufen und im Laufe des Januar und Februar nach Südafrika gesandt werden. Ein am Timnerstag erlassenes Armeebefehl verfügt die Aufstellung von sechs weiteren Milizbcttaillonen. Es fragt sich nur, ob England die erforderlichen Mannschaften wird auftreiben können.

Das Brüsseler BlattPetit bleu" berichtet aus dem Haag: An maßgebender Stelle werden alle Meldungen Über angeblich im Gange befindliche Friedens-Ver­handlung en d e m e n t i e rt. Krüger sei fest entschlossen, aus keiner anderen Basis als der der Unabhängigkeit der Duren zu verhandeln.

j-en in Zukunft auf den Direktionen von einem besonders Ku errichtenden Dezernat wahrgenommen werden, während die Geschäfte der T e l e g r a p h e n m e i ste r auf die Bahnmeister übergehen. Für letztere wird wöchent-, lich eine zweistündige Vorlesung stattfinden, so für den Bezirk Gießen in Gießen, um sie in die vom 1. April ab von ihnen zu übernehmenden Dienstobliegenheiten ge­nügend einzuführen. Wenn auch diese Maßnahme eine be­deutende Mehrarbeit für die an sich schon stark in Anspruch genommenen Bahnmeister bedeutet, fi». darf doch! auch aus der anderen Seite nicht verkannt werden, daß mit der Zu­sammenlegung dieser beiden Dienstzweige in einer Hand eine außerordentliche Vereinfachung in der Unterhaltung

zu dem Kommando gehörigen Bur, der heimlich nach Jo-! "entstand gestern abend em Zimmerbrand, wobei die Kleider " ' c ' *** e^es Dienstmädchens verbrannten. Das Feuer wurde, ohne

er unter derartigen Umständen einer weiteren türttschen Mission das Betreten Koweiter Territoriums nicht gestatten würde.Der englische Geschäftsträger in Konstantinopel hat vorige Woche bei der Pforte gegen die der nach Koweit entsandten Mission erteilten Aufträge protestiert, weil sie eine Verletzung des zwischen England und der Türkei getroffenen Ueoereinkommens wegen Erhaltung des Status quo seien. Die Pforte antwortete hierauf, daß die Mission einen rein freundschaftlichen Charakter getragen, und keinen Auftrag erhalten gäbe, Atubarek zur Reise nach Konstan- -ttropel zu veranlassen.

Wegen Enthauptung eines bulgarischen Soldaten durch türkische Truppen ordnett der Sultan strengste Untersuchung und Bestrafung der Schuldigen an. Außerdem wird die Pforte der bulgarischen Regierung jede Genugthuung geben. Man glaubt, daß damit der Zwischen­fall als erledigt betrachtet werden kann.

Vom Vnrenkriege.

Kameraden und ftüheren Kommilitonen. Himer dem Darge gingen die Angehörigen, an die sich die große übrige Trauer- genteinbe schloß. Auf dem Frredhof mürben drei Ehrensalven über dem Grabe abgegeben, woraus der Geistliche eine er­greifende Rede hielt.

* ** Aus dem Vogelsberge, 18. Tez. Bei einem Treibjagen in der Gemarkung Ilbeshausen verunglückd». vorgestern der Reviersörster Eggers aus Engelvode. Zwischen diesem und einem Forstwart wechselte ein Schmal-, tier aus einer Dickung in die andere; beide Jäger feuerten gleichzeitig auf das Tier. Ein abgepralltes Schrotkorn drang dem Reviersörster in das linke Auge. Eggers be­nutzte, ohne Frau und Kinder vorher gesehen zu haben, den nächsten Zug nach Gießen, wo ihm. in der Klinik das verletzte Auge herausgenommen wurde. Es ist noch^ nicht sicher, ob nicht aud: das andere Auge in Mitleidenschaft ge­zogen wird.

A. Darmstadt, 19. Dez. Heute nachmittag 4 Uhr schlich sich in das Haus Sandbergstraße 54 hier em jüngerer Bursche ein und sprach bei einer alleinstehenden älteren Dame vor. Er erklärte ihr unter Vorlegung eines Schriftstückes, daß er als Vertreter des Gerichtes in Mündelangelegenheiten einiges mit ihr zu verhandeln habe. Während der Unterhaltung nahm er einen Schürhaken und schlug damit auf die Dame ein, sodaß diese, aus 11 Wunden an Kopf und Körper blutend, Zusammenstürzte. Da sie aber auch um Hilfe schrie, zog es der Attentäter vor, schleunigst die Wohnung zu verlassen und nach dem nahen Wald zu entfliehen. Die Polizei stellt eifrige Nachforschungen an. In einer heute nach­mittag stattgehabten, ca. 4 Stunden dauernden Stadt- verordnetensitzung wurde nach längeren Referaten der Vertrag der Stadt Darmstadt mit der Süddeutschen Eisen­bahn-Gesellschaft auf Uebemahme der Vorortbahnen und ge­meinsamen Ausbau der Nebenbahnen nach Gernsheim, Gies- HeimPfungstadtEberstadtMühlthal und Darmstadt Kornsand sowie Uebemahme der bisher staatlichen Neben­bahnen EberstadtPfungstadt und BickenbachSeeheim mit allen gegen eine Stimme (Stadto. Schupp) angenommen.

Marburg, 19. Dez. Der Stadtverordnetenvorsteher Rechtsanwalt Dör f sler hat sein-Mandat infolge unlieb­samer Vorkommnisse bei den letzten Stadtvervrdnetenwahlen niedergelegt. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten beschäftigte man sich einzig und allein mit dieser Mandats­niederlegung. Tie Versammlung beschloß schließlich, ein Schreiben an T. zu richten, in dem man die gegen ihn gelegentlich der Stadtverordnetenwahl gemachten anonymen Angriffe in der hiesigen Presse entschieden mißbilligt. Zu­gleich wird Dörfsler dringend gebeten, sein Mandat im Interesse der Siadt Marburg weiter zu behalten. Vier Herren aus der Mitte der Versammlung werden das Ver­trauensvotum überreichien.

ti. Amoeneburg, 19- Dez. Im hiesigen Stations­gebäude versuchten kürzlich des Nachts zwei Diebe, nach­dem sie sich in dem nahe gelegenen Wirtshause gehörig Mut getrunken hatten, die Kasse zu erbrechen. Sie drückten die Scheibe eines Fensters ein, stiegen in das Innere und machten sich nun an die Arbeit, den am Fußboden festgeschraubten Geldschrank zu erbredjen. Doch leistete dieser allen ihren Anstrengungen Widerstand, so daß sie unbemdjieter Sache wieder abziehen mußten.

fc. Frankfurt a. M., 19. Dez. Bei der hiesigen Post Verwaltung liefen auf die bezügliche Aufforderung über 1100 Meldungen Arbeitsloser ein, die während der Weihnachtszeit Verwendung und Verdienst bei der Post suchen. Ueber 600 wurden bereits im Hauptbahnhof eingestellt, um bei der Beförderung der Durchgangspost­sendungen zu helfen. Früher wurden dazu Soldaten ge­nommen. Jetzt sind nur 15 Unteroffiziere zur Beaufsichtig, ung der Leute aufgestellt.

Vermischtes.

Halle, 19. Dez. Heute früh brach auf dem Grund­stück des Postamts 4 ein verheerender Brand aus, der die auf demselben Terrain befindliche Stärkefabrik von Drucklauff vollständig einäschettc.

Antwerpen, 19. Dez. Zwischen zwei deutschen Matrosen ist es in einem hiesigen Wittshause zu einer argen Schlägerei gekommen, wobei der eine derselben durch 3 Stiche in den Leib getötet wurde. Der Mörder ist verhaftet.

"Antwerpen, 19. Dez. Die junge Schaufpielerstn Gnevara, deren Kleider bei einer vorgestern stattgehabten Aufführunng Feuer fingen, wodurch sie schwere Brand­wunden erlitt, ist in der letzten Nacht ihren Wunden c vl ege n.

* Florenz, 19. Dez. Hier wurde eine Fälscher, bände entdeckt, die falsche Aktien der Stadtanleihe von Florenz im Betrage von mehreren Millionen Ltta angefertigt hat. Die meisten Mitglieder der Bande sind verhaftet.

* Algier, 19. Dez. Bei dem im Bau begriffenen Tunnel in der Nähe von Rivolis fand ein Erdrutsch statt, wobei zwei Arbeiter in eine Tiefe von 77 Meter hinab- stürzten. Die Verunglückten gaben noch Lebenszeichen von sick), und man hat sofort mit den Rettungs-Arbeiten begonnen.

New -Port, 19. Dez. In einer Fabrik in Pitts- bürg hat heute eine Gasexplosion stattgesunden. Zehn Arbeiter wurde getötet, fünf v e rletzt, davon drei tätlich.

* Eisenbahn Unfälle. Am Donnerstag entgleisten zwei Wagen eines unter der Alzeyerbrücke in Worms hin fahrenden Güterzuges. Turd) irgend einen Defekt ver- urfadjt, loste sich die eine Achse eines älteren offenen Magens, der mit Briketts beladen mar, und rollte nach der Seite. Der Wagen selbst rutschte nock) eine Strecke weiter, bis er teilweise zertrümmert wurde. Der Material­schaden ist unbedeutend. Wie dasOberschl- Tagebl." meldet, entgleisten am 19. d- M. beim Durchfahren der Weiche auf dem Bahnhof Krugschacht bei Königs- Hütte die Masdfine, der Packwagen und fünf Güterwagen des Zuges 7579. Der Grund der Entgleisung ist noch nicht festgestellt. Das Lokomotivpersonal und ein Bremser wurden anscheinend schwer, der Zugführer leicht verletzt. Der Materialschaden ist erheblich. Nach einer Depesche aus Salinas in Kalifornien hat dort ein Zusammenstoß zweier Expreßzüge der Southern-Paeifie-Eiseribahn statt- gefunden.^ Etwa 12 Personen sollen ums Leben gekom­men und 50 v erwundet worden sein. Der nach Norden fahrende Zug ist zum Teil verbrannt.

* Ein Spaziergang von Paris nach Newyork. .Am 19. d. M.- trcst^der ^eltreisende de Wmt von Batts aus