Ausgabe 
21.7.1901 Drittes Blatt
 
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zu

China.

Personen mit großer Mehrheit ab.

Aus Peking meldet das Reutersche Bureau: Die frem­den Gesandten nahmen in aller Form die Forderung an, daß China eine zu 4 Proz. verzinsliche Entschädigungs­summe von 450 Millionen Taels zu zahlen habe. Bisher hatte über diesen Punkt lediglich ein Einvernehmen bestanden.

Erörterung handelspolitischer Fragen sei nicht vorgesehen, was nicht ausschließe, daß derartige Dinge dennoch zur Be­sprechung gelangen. Auf die Frage, ob der Prinz nach Ab­solvierung seiner Sühne-Mission auch noch andere Haupt­städte besuchen werde, erklärte das Gesandtschaftsmitglied, daß der Besuch von Paris nicht ausgeschlossen, der von London wahrscheinlich sein werde.

Ueber die Mission des Sühne-Prinzen erhielt der Mit arbeiter eines Berliner Blattes bei einem Interview mit einem Mitglied der Berliner chinesischen Gesandtschaft allerlei Mitteilungen. Danach wird Prinz Tschun voraussichtlich 6 bis 8 Wochen in Berlin verweilen, umeingehend Kennt- ms zu nehmen von der europäischen Kultur, um sich durch eignen Augenschein von den Vorzügen, deren die europäische Civilisation so viele aufzuweisen hat, zu überzeugen". Das chinesische Gesandtschaftsmitglied hat mit dieser Aeußerung den Interviewer jedenfalls ein wenig ironisiert. Um benj Geist der europäischen Civilisation zu studieren, brauchte er |

Telegramm des Oieheuer Anzeigers.

Loudon, 19. Juli. Asquith hielt gestern auf einem ihm Ehren veranstalteten Festmahl eine Rede, worin er aus

schult (Lit.) 5752, Braun (Soz.) 4547 und Schaak (frf.J I 28d9 Stimmen.

Heidelberg, 19. Juli. Der Delegiertentag des Gewerkvereins der deutsch«en Zigarren- und Tabakarbeiter (Hirsch^Duncker'scher Richtung) strich den § 4, der die Unterschrift des bekannten Reverses verlangte, mit der Begründung, daß der Telegiertentag der Ueber- zeugung ist,daß das Statut auch außer dieser Bestimmung genügende Handhaben bietet, um alle dem Gewerkverun feindlichen Elemente von sich abzuhaltcn, daß aber durch Streichung der Worteinsbesondere sozialdemokratische" der Anschein, als wäre der Gewerkverein eine politische Organisation, beseitigt wird.

Straßburg i. Els., 19. Juli. DerStraßb. Post" zufolge reichte Staatssekretär v. Puttkamer sein Ab­schiedsgesuch ein.

Stuttgart, 19. Juli. Die Zweite Kammer verab­schiedete heute den Gesetzentwurf betreffend die En ts chä- digung derGemeinderatsmitglieder nach einer Modifikation durch die Erste Kammer. Dem Schlußbericht der Finanzkommission zum Entwurf des Finanzgesetzes und des Hauptfinanzetats für 1901 und 1902 folgte die Schluß­abstimmung, die dessen Annahme mit 73 gegen 5 sozial­demokratische Stimmen ergab. Hiernach wurde die Kammer vertagt.

Das hiesigeVaterland" brachte heute eine Mit­teilung von Der angeblich bevorstehenden Vermählung des Fürsten Ferdinand von Bulgarien mit der Prinzessin Euxenia von Montenegro und der darauffolgenden Erhebung Bulgariens zum König- Ir eich Nach derNeuen Freien Presse" wird besonders die Richtigkeit der letzteren Nachricht in unterrichteten diplo­matischen Kreisen bestritten.

o. Di? evangelische Bewegung schreitet fort. In Wien betrug der Reingewinn der evangelischen Kirche im ersten Quartal 174 Personen. In Brunn traten in diesem Jahre bis letzt 46 über; die Gemeinde ist seit zwei Jahren um 200 Seelen durch Uebertrittc gewachsen In Hohenelbe erfolgten wieder 32 Anmeldungen. In Rad- chitz steht der Uebertritt des ganzen Dorfes bevor. In Liebotrtz mußte die Fronleichnamsprozession ausfallen, da die Bevölkerung die Teilnahme verweigerte. Ein neuer Herd der Bewegung hat sich in Rochlitz gebildet. In Bares- ct<Hc P^edigtstation gegründet worden, die 8. im Toplrtzer Bezrrk, desgl. in Radschitz und in Mairhofen im gulertfym. Auch Wisterschau erhält eine Predigtstation, wahrend die Predigtstation Hohenelbe sich zur Filialae- meinde ausgestalten will. ' d

Gra z, 19. Juli. In der heutigen Gemein de rat s- V- u.n 9 übten die Sozialdemokraten Obstruktion. Als der Vizebürgermeister Hochenburger wegen des herrschenden Lärms sich nicht verständlich machen konnte und deshalb sein Referat wie schon einmal den Stenographen in die Feder diktieren wollte, inszenierten die Obstruktionisten mit Ratschen, Pfeifen und anderen Instrumenten eine ohrenbetäubende Katzenmusik. Da es dem Bor-

Te Wet bemüht sich fortwährend die Brücke in die Luft zu sprengen, weshalb hier immer ein Lager aufgeschlagen i)t. De Wet wurde mehrere Male zurückgewiesen, Trans­vaal ist total verwüstet, Handel und Gewerbe ruhen. Wir verwüsten alles, um den Buren kein Heim und kein Brot zu lassen."

Tie Kapstädter Blätter ergehen sich in Klagen über die Zunahme von Verbrechen und Gewaltthätig- leiten in Kapstadt und über ungenügende Polizeimaß­regeln. Tie Zahl der Verbrecher werde durch Leute zweifel­haften Charakters, die aus allen Teilen der Welt nach Kapstadt kämen, noch vermehrt.

Einer Reutermeldung aus Middelburg (Kapkolonie) zu-! zufolgebegnadigte" Kitchener 34 zum Tode verurteilte Ge­fangene zu lebenslänglicher Zwangsarbeit auf der Insel Bermuda.

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führt:Zweifellos sehe man aus Südafrika ein neues Kanada sich entwickeln. Die Aufgabe der Staatskunft sei, das Imperium so zu gestalten, daß sich verlohne, in ihm zu leben. Die liberale Politik müffe daß Imperium nicht nur als vorhandene Thatsache anerkennen, sondern auch freudig begrüßen, denn das müffe, wie er sicher glaube, das Volk überzeugen, daß die liberale Partei die nationale sei, der man getrost die Zukunft des Reiches anvertrauen könne.

Ausland.

Kopenhagen, 19. Juli. Die Neubildung eines libe­trat en Minesteriums ist in bie Wege geleitet. König Christian hat den Professor der Rechte Deuntzer I mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragt. Graf I Holstein Ledreborg übernimmt das Aeußere, der Führer I der Linken, Staatsrevisor Stabil, das Innere und der Groß­händler Hage die Finanzen.

London, 19. Juli. Unterhaus. Das Haus be­rät, über die Kredite für den diplomatischen und Konsulats­dienst. Gibson Bowles beklagt, daß die britischen Botschaf- t ter nicht genügenden Einfluß ausüben. Sofort nach dem Ausbruch des Burenkrieges habe Rußland 6000 Mann Trup­pen 45 Meilen weit von Herat gesandt. Persien sei jetzt Rußland ausgeliefert. Deutschland baue eine Bahn nach Bagdad. Die britischen Botschafter in Frankreich und Spa­nien seien nicht im stände gewesen, England die volle I Freundschaft der beiden Länder zu wahren. Cranborne erwiderte, daß trotz des Burenkrieges England in allen I Weltteilen dieselbe leitende Stellung wie früher einge- Inornrnen habe, ebenso auch bei den Verhandlungen mit China. Es sei Thatsache, daß in den kritischen Perioden die Vorschläge Englands von Europa angenommen wurden. Dies müsse das Haus überzeugen, daß En g l an ds Ste l l- u n g rm Auslande noch sehrstark und bedeutend sei. Im werteren Verlaufe der Debatte machte Louis Sinclair den Vorschlag, die Posten der englischen Gesandten in den deutschen Einzelstaaten abzuschaffen.

ImCity liberal Club" hielt Rosebery heute I nachmittag eine Rede. Seine eigene Ansicht betreffs des Krieges gehe dahin, daß das Burenheer in das Gebiet der Königin eingedrungen sei. (!) Deshalb werde er die Regierung, obgleich ihr Verfahren zu kritisieren sei, bei rhren Bestrebungen, den Krieg z.u einem schnellen, sieg- rerchen Ende zu bringen, warm und mit Begeisterung unter­stützen. Niemals habe eine Regierung so viele Fehler ge­macht, wie die gegenwärtige. Die Regierung fei schuld daran, daß die inneren Reformen nicht zur Durchführung gekommen sind.

Deutsches Ueich.

Berlin, 19. Juli. Aus Stalheim wird gemeldet: Der Kaiser ging gestern abend von Bord und traf bei ^prächtigem Wetter gegen 9.Uhr hier ein, wo die Abend­tafel tm. Freien stattfand. Das Wetter ist recht warm Alles wohl.

Kaiser Wilhelm und der König von Eng- l a n d treffen, wie uns aus Homburg gemeldet wird, dort am 12. August ein. König Eduard wird während ferner dortigen Anwesenheit' einen Kronrat abhalten, in dem der Text der in Abwesenheit des Königs zu verlesen­den Thronrede zur Schließung des englischen Parlaments festgestellt werden wird.

A. P. Cronje, Wessels und Towaal. De Wet befand sich, entgegen einer früheren Vermutung, nicht in Reitz ^n der Kapkolonie stehen sich Scheepers und French gegenüber. French, der inzwischen nach Middelburg (Kapkolonie) zu­rückgekehrt ist, hatte eine größere Zahl Abteilungen kon­zentrisch gegen Scheepers geschickt, um ihn ein zu ichließen und zu fangen. Scheepers hatte nach der Ausplünderung von Murraysburg sich südlich gewandt und befand |id) am Camdeboo-Berge, 20 Kilometer westlich von Aberdeen. Hier sollte er eingekapselt werden. Bekanntlich ist das Manöver nicht geglückt. Darüber liegt noch folgende Reutermeldung! aus Watervlei vom 15. Juli vor Die Briten ließen alle Transportwagen zurück, und erkletterten das Gebirge mit Maultieren. Tie Buren ivaren, trotzdem alles sorgfältig vorbereitet und ausgeführt war, schon beim Aufbruch, als die britische Kolonne eintraf. Oberst Scobell hatte alle gangbaren Auswege besetzen lassen, aber die Buren kletterten wie die Ziegen einen langen Abhang hinab. Oberst Scobell galoppierte mit den 9. Ulanen 6 Kilometer weit zum Gipfel der Höhe, und es gelang ihm, 20 Buren abzuschneiden. I Der Einbruch der Nacht jedoch verhinderte die Verfolgung. I Scheepers selbst war mit einem Kommando am Tage vor­her entkommen. 18 der Gefangenen sindRebellen" und I nach Graaf Reinet geschickt worden, um dort von einem I

IDerReichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Roten Adlerordens erster Klasse an den württembergischen Ministerpräsidenten Dr. v. Breitling.

Der Verein der Di e n ststel l e n vo r ste he r des L-tatwns- und Abfertigungsdienstes der preu fcifd)^ Eisenbahngemeinschaft sowie der r SFeisenbahnen Elsaß-Lothringens, dessen Sitz Berlin ist, beschloß m seiner gestrigen außerordentlichen Generalver­sammlung mit großer Stimmenmehrheit den Ankauf eines in Ostdievenow an der Ostsee gelegenen Hotelgrundstücks zur! Gründung eines Erholungsheims. Die Mittel dazu ftnd gesichert. Dies ist das erste Erholungsheim, das von mittleren Staatseisenbahnbeamten gegründet wird.

DerBörsenkur." erfährt, die norwegische Regierung habe das Feldgeschützsystem Erhardt endgiltig angenommen I und bei der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik 22 komplette Batterien samt Munition bestellt.

Auch! wir haben (in unserer Nr. 160) die Notiz des Sieg. Vo lksb latts" zur Geschäftslage desVo l k" erwähnt, nach der die Zahl der Genossen derWestdeutschen Verlagsanstalt aus 95 gesunken sein und die Genossen 36 000 Mark zugesetzt haben sollten. DasVolk" bezeichnet nun diese Angaben als unrichtig und schreibt zur Klarstellung: 1. In dem ersten Verzeichnis der Genossen standen einige Namen von solchen, die Anteilscheine nehmen wollten,! hinterher aber ihre Zusage nichst einlösten. Die Genossen- Mrft hat in diesen Fällen auf Zwang verzichtet, vielmehr die Namen einfach gestrichen. Kein wirklicher Genosse ist aus-I getreten. 2. Die Westdeutsche Verlagsanstalt erforderte im | erften Geschäftsjahre (1899) einen Zuschuß von rund 22 5001 .Zeiten (1900) einen solchen von noch nicht 75001 JJicrrr Belde Summen fielen aber nicht der Genossenschaft erst ist, die zweite wird durch die Hand, ^Miger Freunde gedeckt. Die 36 000 Mark, von denen die Blatter reden, bezeichnen gar nicht einen Zuschuß, son-, ^rn das von Genossen eingezahlte Grundkapital.

R o st o ck,19. Juli. Der Verbandstag des D e u t s ch e n ?Zl ei scher-Verbandes wählte zum ersten Vorsitzen-! den Herrn Karl Marx in Frankfurt a. M., den derzeitigen! Vorsitzenden des Bezirksvereins beider Hessen und Nassau und Obermeister der Frankfurter Fleischer-Innung.

, ,~^2Jter? urs' 19- Juli. DieOstd. Volksztg." meldet zum Gumbinner Mordprozeß, gegen den Dra-, 6?^br-^5ewachtmeister Schneider und den Gensdarme-1 eltzer sei Untersuchung eingeleitet, I w^l verdächtig sewn, versucht zu Haden, den Haupt- Skopek in seinen Aussagen über dwAn- K^en HE und Marten zu deren Gunsten zu beein- ^^udlungstermin im Prozeß wegen Er- Suguf? ftott."161^ Ü Krosigk finde keineswegs vor

M e m e l, 19. Juli. Bisher wurden gezählt: Für Mat-,

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Kriegsgericht adgeurteilt zu werden. Offiziere mit der größten Erfahrung stimmen darin überein, daß dieses Ge­biet eines der schwierigsten in ganz Südaftika ist.

Aus Pretoria wird derTimes" telegraphiert, es stehe der Beginn der dritten Phase der Winteroperationen bevor, die so geplant sei, daß sie von sehr durchgreifender! Wirkung sein solle.

Lord Kitchener meldet: In dem Gepäck des Präsidenten Steijn wurde unter anderen Briefen ein Schreiben des Staatssekretärs Reitz an den Präsidenten gefunden. Tarin teilt Reitz mit, daß die Transvaalregierung mit Botha, Viljoen und Smuts eine Zusammenkunft abgehalten habe, in der die Lage des Landes in Erwägung gezogen worden sei. Zahlreiche Bürger, so sei dargelegt worden, hätten sich ergeben, Munition und Vorräte gingen auf die Neige, die Transvaalregierung sei in der Auflösung begriffen, und! die Möglichkeit europäischer Verwicklungen liege nicht vor. I Deshalb hätte sich die Transvaalregierung entschlossen, die! Erlaubnis zu erbitten, einen Boten an den Präsidenten! Krüger zu enffenden, ihm die entsetzliche Lage des Landes! klar zu machen, und, falls ihre Bitte abgelehnt würde,! . . , , o , , w _o , a

um Waffenstillstand zu bitten, damit die Meinung beider doch noch etwas länger Zeit als 6 oder 8 Wochen! Die Preisermäßigung für Gesellsch,aftsreisen von 30 und mehr Nationen über die zukünfftge Politik und den früheren <v------ <. - - I mprfnnPH sn?ouanu «r;

und jetzigen Stand der Dinge gehört werden könne. Tas Schreiben des Staatssekretärs Reitz schließt, die Zeit zu einem endgiltigen Schritte sei gekommen. Präsident Steijns Antwort ist vom 15. Mai datiert und besagt, der Brief des Staatssekretärs sei ein schwerer Schlag ftir ihn, da Reitz erkläre, nicht znm äußersten schreiten zu wollen. Die Mu­nition sei zwar sehr knapp, ober es sei noch einige vor­handen. Was für einen Grund habe man, sich zu weigern, auch fürderhin auf Gott zu vertrauen?Ich bin fest davon I .überzeugt", sagt Präsident Steijn,daß im Laufe weniger Monate europäische Verwicklungen entstehen, die uns zu unserm Glücke verhelfen werden. Tas Verbleiben unserer Deputation in Europa beweist mir, daß unser Fall nicht hoffnungslos ist." Der Präsident schließt, er sei schon verletzt darüber, daß sein Rat nicht eingehoit worden sei, und bittet Reitz, zu warten, bis er, der Präsident, De Wet um seinen Rat gefragt habe.

Inzwischen sind zwei Monate verflossen, ohne daß die Niederlegung der Waffen durch Buren erfolgt wäre. ! Viel Hoffnung dürften also eigentlich die Engländer ausj diesen Schriftstücken nicht schöpfen. Trotzdem begrüßt die gesamte Londoner Presse dieseEnthüllungen" als das Anzeichen eines nahenden Endes des Krieges. Die mi­nisteriellen Blätter dringen durchweg auf eine thatkräftige scharfe Fortsetzung der Verfolgung und verzeichnen beifällig die Nachricht, daß Lord Kitchener auf eine Anfrage aus! Australien erklärte, weitere berittene Verstärk­ungen würden ihm sehr willkommen sein! Nuri dieDaily News" befürwortet, man möge den Buren durch die Gewährung günstiger Bedingungen die Uebergabe er­leichtern. Köstlich ist's, den alten Steijn zu sehen! Unentwegt steht er aufrecht da und stolz, in altem Gott­vertrauen und sicherer Hoffnung auf endlichen Sieg. Aus dem Verbleiben der Burendeputation in Europa schließt er, daß von Europa noch Hilfe kommen könne. Er macht den Verbündeten den Vorwurf, ohne ihn Beschlüsse gefaßt zu! haben, und bittet, mit weiteren Schritten zu warten, bis er sich mit De Wet beraten habe. Tie Zusammenkunft der Transvaaler mit Steijn und De Wet hat stattgefunden. Man scheint sich auf ihr dahin geeinigt zu haben, die Meinung des Präsidenten Krüger einzuholen und sie entscheiden zu lassen. Krügers Antwort lautete im Steijn- schen Sinne: Krieg bis zum äußersten, wenn nicht die Selbständigkeit der Republiken und die Straflosigkeit der kapburischen Mitkämpfer zugesichert werde. Steijn und De Wet hatten also gesiegt, und diese Thatsache kommt in dem | SchriftMck zum Ausdruck, das unter dem 20. Juni Lord Kitchener zugestellt wurde, und das von Schalk Burger, Steijn, Botha, $e Wet und Delarey unterzeichnet ist. Der! Vorgang zeigt deutlich, daß Steijn und De Wet die eigent­liche Seele des Kampfes sind und bleiben werden!

Eine recht thörichte Meldung bringt Reuter aus Kap- stad t. Danach verlautet dort, alle aus bet Kapkolonie stam­menden Truppen sollten in das Gebiet der Kolonie zurück- kehren, und, ausschließlich unter Führern aus dem Kolo-1 nialgebiet stehend, die eingedrungenen Buren vertreiben,! rc- Rebellion niederschlagen. Sie würden natürlich, im Einklang mit den Reichstruppen operieren, die außerhalb der Grenzen der Kolonie ständen.

lieber die furchtbare Verwüstung des Landes lwgt gegenwärtig wieder ein Zeugnis eines Nichtenglän- Iur- feföft spricht. Ein ehemaliger unga- rftcher Schiffskaprtan Namens Schubert, der im zweiten I ^i^!^^?^^^^en-Regiment Operationen gegen De Wet hat, nach Privatmeldungen aus Budapest, einen

*Klangen lassen, in dem es u. a. heißt: ruacbten den Eisenbahnweg von Kap- in zwölf Tngen/Es konnte nur toeit die Buren fortwährend

nutzer dem Militär kein Menschen ^UnfS Stej

kmith - Natal verteidigt, und die Burenin kfe ^vae treiben sucht. Die Häuser der Buren haben chir über all zerstört, die Farmen n i e b er aebr Vie-H erbeutet. Jetzt lagern wir am Baalfluß b^ d^Eis^ bahnbrücke, welche, aus Stahl erbaut, brel WgA Mlbet I

Brüssel, 19. Juli. Die Regierung brachte die mili- tärische Vorlage ein. Darnach soll die Verminderung der Dienstzeit und die Vermehrung des jährlichen Kon­tingents von dem Ergebnisse der Anwerbung von Frei­willigen abhängen. Eine Ministerkrisis ist also beseitigt.

Wien, 19. Juli. Nach einer Meldung aus Ischl ver­lautet dort, Kaiser Wilhelm werde in der ersten Hälfte des August zum Besuche des Kaisers Franz Josef nach Ischl kommen.

München, 19. Juli. Eine allerhöchste Verordnung I enthält folgende Bestimmungen: Bayerische Staatsange­lhörige, die außerhalb des Deutschen Reiches einen aka­demischen Grad erwerben oder erworben haben, be­dürfen zur Führung des damit verbundenen Titels bie~ äene^migitng des Staatsministeriums des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten. Tas Gleiche gilt für Nicht­bayern, die in Bayern ihren Wohnsitz haben oder in Bayern zu Erwerbszwecken sich aufhalten. Personen, die bisher einen akademischen Grad außerhalb des Deutschen | Reiches erworben haben, haben die erforderliche Geneh­migung binnen drei Monaten einzuholen.

In der gestrigen Sitzung des Bayerischen Eisen­bahnrats wurde der Antrag angenommen, die General­direktion zu ersuchen, die Frage der Tarifgemein­schaft mit den anderen süddeutschen Eisenbahnverwalt­ungen in Erwägung zu ziehen, und die Frage der Ein­führung einer Personentarif-Reform möglichst bald zur Lösung zu bringen. Dagegen lehnte der Eisenbahn­rat den Antrag auf Einführung einer 50prozentigen Fahr-