Ausgabe 
21.5.1901 Erstes Blatt
 
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er.

Ausgehend von den Erwägungen, daß die Gesetzgebung, spazieren. Der Einzige, der um ihr Wohl von soweit sie sich aus den Verkehr nnt Nahrungsmitteln, Ge-> haft ängstlichen Besorgnis ist, ist König Viktor.

Nach An

ficht der die Königin behandelnden Aerzte kann die Geburt erst Ende Mai oder Anfangs Juni stattfinden. Der montr negrinische Hof wird täglich über daS Befinden der Königin telegraphisch unterrichtet. In den der Königin benachbarten Gemächern find die Aerzte Morisani und der Leibarzt deS Königs, Qutrieo, untergebracht, um der königlichen Wöchnerin jeden Augenblick nahe zu sein. Eine Hebamme wird nicht hinzugezogen werden. Die Amme, eine schöne, junge, brünette Frau ouS den Albaner Bergen, wohnt bereits im Quirinal.

Frankfurt a. M., 19. Mai. Heute tagte hier die konstituierende Versammlung desBundes deutscher Nahrungsmittel-Fabrikanten und Händl,

Arbeiterbewegung.

Mainz, 18. Mai. Ein« Jmmngsversammlung der Bäcker hat zu den Forderungen der Gehilfen beschlossen, ihnen die Kost auf Wunlch außerhalb deS Hauses zu gewähren und dafür eine Bei gütong von Mk. 1,20 pro Tag zu zahlen. Den verheirateten Gehilfen solle Kost und Logis auswärts gegen Vergütung gewährt werden. Wegen

Vermischtes.

* Mülsen.St. Jacob (Kgr. Sachsen), 17. Mai. Bei einem gestern in einem hiesigen Gasthof ausgebrochenen 'brande wurden infolge der dadurch entstandenen Panik zwei Mädchen erdrückt und viele andere Personen leichter oder schwerer verletzt.

* Der gekränkte VereinArsinuS". Wir lesen in derFürst!. Reuß.-Ger. Ztg.» :Der Druckfehlerteufel ;at sich gestern in unserer Zeitung eines ganz ntederträch tigen Streiches gegen den trefflichen WindischenberuSdorfer GesangvereinArfinuS" schuldig gemacht, inoem er diesem as zu seiner Reputation so dringend notwendige r heim- lckisch unterschlug. Wir vermögen nur einen mildernden Umstand zu seinen Gunsten auzuführen: er erkannte nicht, welchen Ursprung der NameArfinuS" haben könnte. Wir unsererseits können uns nur denken, daß er von einem Kunst ausdruck der Dicht- und Tonkunst abgeleitet worden ist: ArsiS heißt nämlich die Hebung, der schwere Taktteil der Gegensatz ist Thesis, die Senkung. Der Druckfehlerteufcl aber ist ein wegen seiner haarsträubenden Scholien zum Fege­feuer verurteilter und darin erst recht hartgesottener Philo oge, der sich in seiner philologischen Akribie gegen die Ver­bindung des Namens ArfinuS mit dem musikalischen Kunst ausdruck ArfiS aufbäumte und jenen Namen mit berechneter ZoSheit in eine ehrenrührige Bezeichnung verwandelte. Wir ivd ohnmächtig gegen diesen Hallunken, bitten aber nichts­destoweniger unsererseits den durch diese Heimtücke betroffenen Gesangverein um freundliche Entschuldigung." Ohne r keine Ehr'!

* nußmitteln und Gebrauchsgegenständen bezieht, in den : letzten Jahren vielfach eine der Industrie und dem Hande - schädliche Richtung eingeschlagen hat, die, ohne durch that- . sächliche Verhältnisse veranlaßt zu sein, lediglich in demj : fälschlichen Glauben, dadurch den Ausschreitungen einer i kleinen Minderzahl begegnen zu können, für überaus zahl­reiche, ehrenfeste Firmen eine schwere Gefährdung in rno-

: ralischer wie materieller Hinsicht, zur Folge gehabt ein : Mißstand, der besonders durch die §§ 9 und 10 des neuen : Weingesetzes in Erscheinung getreten hat eine größere ' Anzahl der hervorragendsten deutschen Firmen der Jn- ' dustrie und des Handels den Beschluß gefaßt, eine Orga­nisation zu schaffen, um diese Industrie- und Handels­feindliche Richtung in der Gesetzgebung zu bekämpfen, bei gleichzeitigem entschiedenen (Eintreten für alle gebotenen Interessen der Konsumenten und bei ebenso entschiedener Bekämpfung jeder Ausschreitung seitens unreeller Produ­zenten und Händler. Diese Organisation ist nunmehr heute Vormittag unter außerordentlich starker Beteiligung der interessierten Branchen ins Leben getreten. In der Ver­sammlung wurden die Satzungen des Bundes festgestellt. Zur Durchführung der Aufgaben des neuen Bundes ist u. a. eine Zentralstelle geschaffen worden, deren Benutzung, jedem Mitgliede kostenlos freisteht. Dieselbe verfolgt im Einvernehmen mit dem Ausschüsse mit Aufmerksamkeit alle Vorgänge und Erscheinungen auf dem Gebiete der Gesetz­gebung, welche Nahrungs- und Genußmittel, sowie Ge­brauchsgegenstände iin Sinne des Gesetzes vom 14. Mai 1879 betreffen, benachrichtigt die einzelnen Mitglieder von etwa drohender Schädigung ihrer Interessen und leitet Maßnahmen ein zur Beseitigung bereits vorhandener Miß­stands Zum 1. Vorsitzenden des Bundes wurde gewählt Herr Rober^ Franck in Firma H. Franck Söhlre, Cichorien- fabrik, Ludwigsburg; zum 2. Vorsitzenden Herr I. Manger, Direktor der Van den Berg's Margarinegesellschaft zu Cleve; zum Schatzmeister Herr Carl Heim in Firma Heim und Heller, Hopfenhandlung in Nürnberg; zum Schriftführer Herr August Ertheiler in Firma E. Vollrath u. Co., Obstwein­kelterei, Nürnberg.

fc. Frankfurt a. M., 19. Mai. Ein aus Berlin zu­gereister Amerikaner, Namens Orton, wurde an den ch Warzen Blattern krank in das Städtische Kranken­haus eingeliefert.

* Kleine Mitteilungen ans Heften und den Nachbarstaaten. Eine Versammlung des Papierfabrikantenringes hat in Frankfurt unter Ausschluß der Oeffentlichkeit getagt; nach )enlFranks. Journ." haben die den Ring angehörenden Firmen ihre Produktion gegen früher um 10 Prozent ein- chränken müssen. Kommerzienrat Fabrikant Julius Wurmbach aus Frankfurt a. M. ist im Alter von 70 Jahren in Nervi gestorben. Er war längere Zeit preuß. Landlags­abgeordneter und Vorstand der Fr. Handelskammer. Kürzlich verschied nach sehr kurzem Kranksein der in weiteshen Kreisen bekannte und beliebte Arzt Dr. meß. Christian Lorenz in Lauterbach Der Heimgegangene war im benachbarten Grebenau geboren und hat ein Alter von 85 Jahren erreicht. Die Lebensrettungsmedaille am Band wurde vom Großherzog Herrn Pfarrer Vogt iu Mainz ur Errettung eines Menschenlebens verliehen. Freitag wurde in Bingen ein Mann in den vierziger Jahren mit einem Schuß in der Herzgegend im Binger Wald auf- : gefunden. Er wurde in das Hospital gebracht. Ob er an- geschossen worden ist, oder einen Selbstmordversuch gemacht hat, darüber herrscht noch! Zweifel. Eine Schußwaffe wurde bei ihm nicht gefunden. In einem Anfalle von Geistes­törung entleibte sich in Marburg der Professor der Philosophie Joseph.

gläubischer Weise sich von dieser Schwindelgesellschaftdie gute Wahrheit" sagen lassen und dafür reichlichen Lohn spenden, so ist es nicht zu verwundern, wenn dieseZu­kunftsgucker" die Angelegenheit zu stehlen, häufig benutzen. Es wäre jedoch zu wünschen, daß von maßgebender Sette etwas energischer gegen das Gesindel vorgeganaen würde.

[] Ortenberg, 19. Mai. Stadtrechner Hitß hat dieser Tage sein Amt, das er über 30 Jahre gewissenhaft versehen, niedergelegt. Der Stadtvorstand übertrug dem neubestellten Sparkasserechner Gg. Pfeiffer auch dieses Amt. Im 1. Schulsaale hier hielt gestern Kreisassistenz­arzt Tr. Langermann aus Gedern einen Vortrag über Schulhygieine für die Lehrer des Konferenzbezirks Orten­berg Der Vortragende behandelte den Bau und Einricht­ung der Schulhäuser.

Darmstadt, 19. Mai. Ein Schüler einer hiesigen Lehr anstalt hatte vor Weihnachten einem kleinen schwarzen Bitt­steller in Kamerun eine Weihnachtssendung von Büchern, Spielwaren u. dgl. m. gemacht, die bei ihrem Empfänger große Freude erregte, denn vor kurzer Zeit erhielt, wie die Darmst. Ztg." mitteilt, der Schüler von seinem neu ge­worbenen schwarzen Freunde ein schön geschriebenes Dank­schreiben, das als Kuriosum hier mitgeteilt sei:

.Viktoria, den 31. März 1901 II.

Lieber Freund I

Bitte ich hab dein lieber Dinge am 15. März erhalten. ES freut mich so sehr, weil ich die Dinge von dir bekommen hast. Ich bekomme was du mir gesendet habe. Bitte mein lieber Lehrer hat das Kasten ge- öffnet, er freut sich selbst darüber. Bitte ich will daß ich und dich gute Freund sei. Dein Wunsch habe ich auch erfüllte und hoffentlich wird die Briefmarke große Freude. Lieber Freund ich mogte gern dein Bild habe. Bitte wie alt bist du? Mein Eltern grüßt du und dein Eltern auch. Ich will Spielzeuge von dir und Taschenmeffer.

Grüße mir die welche zu mir versprochen. Freundlich grüßt ich dein Freund! Jakob Muanaa.*

Babenhausen, 17. Mai. Die Darmstädter Meffe ver­leitete den 12jährigen Sohn eines dortigen Kaufmanns zu einem recht naiven Scherz. Er erwarb sich einen Ballon, den er, versehen mit einem Zettel, auf dem dem Wieder­bringer eine Belohnung versprochen war, seinem Elemente überließ. Der an diesem Tage herrschende Nordostwind nahm den Ballon in seine Gewalt und führte ihn in die Gemarkung Babenhausen, wo er im Walde landete und von einer Bewohnerin aufgefunden wurde, Die glückliche Finderin hielt es nun für ihre heiligste Pflicht, die Ueber. reste des Ballons dem Absender persönlich zu überbringen. Die Angehörigen des jugendlichen Absenders waren selbstver. stündlich über diesen kindlichen Scherz nicht wenig überrascht, und ließen sich trotzdem zu einer Belohnung, bestehend in zwei Cigarren, bewegen, über die die Finderin dankend quittierte.

Mainz, 19. Mai. Anknüpfend an unseren letzten ckrtuel über das Duell am Christi-Himmelfahrttage haben wir heute noch dazu zu bemerken: das Befinden des Ober­leutnants Richter ist derartig, daß jegliche Lebensgefahr ausgeschlossen erscheint. Eine zweite Kugel, die Herr R. erhielt, ging in den Oberschenkel, prallte dort ab und senkte sich in das Fleisch. Diese Kugel ist auf operativem Wege entfernt worden, Wundfieber ist nicht eingetreten. Die seelische Erregung des Herrn R. vor dem Duell muß stark gewesen sein, denn der Oberleutnant brachte die ganze vorausgehende Nacht wachend zu. Mit einem älteren Kame­raden ging er während der Nacht ständig in einem Garten spazieren. Leutnant Vogt hielt sich schon mehrere Tage vor dem Duell nicht in seiner in der goldenen Roßkaserne gelegenen Wohnung auf, sondern in der eines Ober-Kame­raden. Einem Gerüchte zufolge soll Leutnant Vogt durch das Falliment eines Bankhauses einen Teil seines großen Vermögens eingebüßt haben. Leutnant Vogt ist erst im August v. I. Offizier geworden. Soldatisch hatte er die besten Fähigkeiten. Daß übrigens die Ursache zum Duell sehr ernster Natur aewesen sein muß, so meldet derMainz. Anz.", ergiebt sich daraus, daß der Ehrenrat, der darüber zu entscheiden hatte, zwei Tage und Nächte zusammen war. Viele Telegramme gingen und kamen von der obersten Behörde. Frau Oberleutnant Richter soll vorher nichts von dem Duell erfahren haben. Als sie nach Verlauf der Sache davon Kenntnis erhielt, ist sie nach Wiesbaden gereist und hält sich dort auf. Leutnant Vogt ist natürlich sofort außer Dienst gestellt worden. Der Fall des Duells wird vom hiesigen Militärgericht geurteilt werden. In einem hie­sigen Hotel kehrte kürzlich ein fremder Reisender ein. Dem Hausknecht händigte er einen Gepäckschein ein, damit er den Koffer von der Bahn abhole. Kaum hatte sich der Haus­knecht entfernt, als auch der Fremde vom Oberkellner 20 Mark verlangte, da sein Geld im Koffer verwahrt sei und er einen dringenden Kauf zu erledigen habe. Der Oberkellner gab aber nur 9 Mark, die aber auch für ihn verloren sein werden, da der Gauner, denn mit einem solchen hat man es hier zu thun, sich nicht mehr hat sehen lassen. Als der Hausknecht den angeblichen Koffer des Fremden brachte, erwies sich dieser als ein Paket, das nur Steine und Pcchierschnitzel enthielt. Dieser Gauner­streich ist übrigens in letzter Zeit mehrfach in Frankfurt auch mit Erfolg verübt worden und scheint die Spezialität eines und desselben Schwindlers zu sein.

Mainz, 19. Mai. Hier tagte vorgestern eine Ver­sammlung hessischerDachpappefabrikanten. Der Zweck des Zusammenkommens war, Stellung zu nehmen gegen einen in der neuen hessischen Bauordnung ent­haltenen Ministerialerlaß, nach dem die Baubehörden an­gewiesen werden, die benötigte Dachpappe ausschließlich bei zwei Firmen, von denen die eine in Mainz, die andere in Offenbach domiziliert, zu beziehen. Die übrigen Dachpappe- sabrttanten fühlen sich, wie derMainz. Anz." berichtet, durch diese Verfügung des Ministeriums so in ihren Jn- teresten geschädigt, daß sie beschlossen haben, event. durch emen Prozeß die Aufhebung der ministeriellen Verfügung herbeizufuhren. 1 0 u

. . Mainz, 19. Mai. ^Gegenwärtig cirkuliert in hiesiger Gegend wieder zahlreiches falsches Geld, ins- besondere fein- und Zweimarkstück, beten Gleichartigkeit darauf hindeutet, dast man es Ijier mit einer Fälscherbande zu thun hat, die gemeinschastlich die salschen Stücke an- fertigt und in den Verkehr bringt.

Gerichtssaal.

Dortmund, 18. Mal. Wie bckannt, hatten die hiesigen Sozial- demokr-ten gegen den früheren Reichstagsabgeordneten Dr. Lütgen au eine Reihe von Beschuldigungen erhoben ES handelt sich um btt Et dem Auftrage entsprechende Verwendung von Geldern, die ihm von Parteigenossen anvertraut worden waren. Die Staatsanwalt- chaft hat dem ihr zur Verfügung gestellten Material zwei Fülle ent­nommen. in dem einen handelt sich um 10 Mk., in dem anderen um 93 Mk. Dieser letztere Betrag war in Köln gelegenlltch d«S Hof« richterprozesieS an Dr. Lütgenau auSgezahlt worden. damit er durch xn Gerichtsvollzieher in Bochum mehrere Zeugen laden lasse. Für diesen Zweck ist daS Geld nicht verwandt worden, Lütgenau soll ,S unterschlagen haben. Er bestreitet daS entschieden, die Zeugen, seine früheren Gmossen, beschwören eS aber. Jnteresiant war der Stand- pu-kt deS AmtSanwaltS von Dewitz. Er beantragte nämlich die Freisprechung deS Angesrbuldigten, weil dm Zeug« nicht zu glauben wäre, i« sie Dissidenten seien und nicht an Gott glaub­ten. Der Gerichtshof war der Anficht, dieser Standpunkt der An­klagebehörde sei unhaltbar, ,S liege kein Grund vor, dm Zeugen nicht zu gleuben, auch roenn sie Dissidenten seim. Der Gerichtshof erachtete den Angeklagten nicht der Unterschlagung, fand rn deS Betrüge» schuldig und erkannte, wie bereits mitgeteilt, auf 14 Tage Gefängnis.

»und Wissenschaft.

19. Mai. (Künstler-Kolonie.) Wie mitgeteilt wird, hat die Künstler-Kolonie auf vielseitiges Ansinnen bestimmt, daß auf die Haupt-Abonnementskarten, Nebenkarten für einen Schivager, eine Schwägerin, einen Schwiegervater oder eine Schwiegermutter, die mit in der Familie leben und keine selbständige Stellung haben, zu 5 Mark ausgegeben werden.

Amsterdam, 18. Mai. Die niederländische Expe­dition zur Beobachtung der Sonnen fin st er- n i s telegraphiert aus Karangsago auf Sumatra: Tie Sonne war während der Verfinsterung teilweise durch Wolken verdeckt. Die Photographien der Corona mit ver- chiedenen Refraktoren und die Photographien der Spektra von der Corona mit den beiden Spektographen sind ge­lungen, dagegen weder die Photographien der mit der Prismacamera noch der bezüglich Polarisation, Wärme und Licht versuchten Messungen.

Als Kandidaten für dennoch zu besetzenden Posten eines Denk- malpflegerS für Bauwerke im Großherzogtum Hessen werden der pmsionterte Geh. Oberbaurat v. W e l tz i e n , der Erbauer der Lungen« Heilanstalt bei Sandbach, und der Bruder des Geh. Oberbaurats Hof­mann, der in Gießm wohlbekannte Architekt Hofmann in Herborn genannt.

Das nahe bevorstehende Familienereignis im italienischen Königshause ist der tägliche Ge irächsstoff der Römer. Bei der Freiheit, mit der man dorr m Süden Dinge diskutiert, die im Norden scheu geheim ge- -alten werden, dringen aus Hoskreisen mehr oder weniger wahre Anekdoten über daS Leben des KönigSPaareS in Er Wartung des großen Ereignisses in das Publikum. Danach war Königin Helena über alle Maßen darüber unglücklich, daß sie ihrem Gemahl in den ersten Jahren ihrer Ehe keinen Erben geschenkt hatte. Im April 1900 ließ sie sich endlich von einer Hofdame bewegen, den Senator Morisani, einen der besten italienischen Frauenärzte, zu konsultieren, der im Mai vorigen Jahres denn auch die damalige Kron- irinzessin einer leichten Operation unterzog. Sie hatte, wie Italien und die Welt bald mit Befriedigung erfahren wird, den gewünschten Erfolg. Die Königin erträgt ihren Zustand mit großer Freude. Täglich geht sie im Quirinalgarten spazieren. Der Einzige, der um ihr Wohl von einer wahr

Litterarische Neuerscheinungen.

Eingegangen in der Woche vom 11. bis 18. Mai.

Südwestdeutsche Rundschau, Halbmonatschrift für deutsche Art und Kunst, Heft 7 u. 8. Südwestd. Verlag, Frankfurt a. M., VierteljLhrl. 1.20 Mk. Einzelpreis 25 Pfg.

--Die Elsässer, Sonderheft der Südwestd. Rundschau, 25 Pfg.

--Künstler Kolonie Darmstadt, Sonderheft der Südwestd. Rund­schau, 25 Pfg.

Mode und Haus. Illustriertes Universalblatt für die Familie. Jahrg. 1901 Nr. 10. Ausgabe mit Colorit. VierteljLhrl. 1.25 Mk.

Björnson, Björnfijerne. Laboremus. Drama. Verlag Albert Langen, München. 4 Mk.

--Geographie und Liebe, Lustspiel. Ebda. 8 Mk.

Erzherzog Ernst von Oesterreich, seine heimliche Ehe und seine Kinder. Vo^^Mephisto mit vielen Abbildungen. Verlag Cäsar Schmidt, Böttger, Dr. Hugo (Arminia a. d. B. Jena). Vom alten und neuen Mittelstand. Burschenschaftl. Bücherei Bd. I. Heft 8. Karl Hev- mann's Verlag Berlin. 60 Pfg.

Storms Kursbuch fürs Reich 1901 (Sommerausgabe) Verlag von C. G. Roeder Leipzig. 60 Pfg.

Ueberall". Illustrierte Wochenschrift deS deutschen Flottenvereins. Heft 30 Pfg.

Berliner Illustrierte Zeitung". 10. Jahrg. Nr. 10. Abon. nementspreis 45 Pfg. monatl., Einzelnummer 10 Pfg. bei allen Postan. stalten. Verlag Berlin SW., Charlottenstraße 9.

Die deutschen Nordseebäder. Kurzer LeÜfaden, Hrsg, vom Verbände deutscher Nordseebäder. 3. Aufl. 1901.

Weitbrecht, Karl, Deutsche Litteraturgeschichte des 19. Jahr­hunderts. 2 Telle. Sammlung Göschen. G. I. Göschensche Verlagshdlg. Leipzig, ä Teil geb. 80 Pfg.

Die Zukunft. HrSgbr. Maximilian Harden. 9. Jahrg. Nr. 33. Verlag der Zukunft Berlin, Friedrichstr. 10. Preis vierteljährl. 5 Mk, Einzelnummer 50 Pfg.

Das Freie Wort. Franks. Halbmonatschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Hrsg, von Karl Saenger. 1. Jahrg. Nr. 4. Neuer Franks. Verlag Frankfurt a. M. VierteljLhrl. 2 Mk , Einzelnummer 40 Pfg.

Jugend. Jllustr. Wochenschrift für Kunst und Leben. Hrsg, von Georg Hitth in München. 1901. Nr. 21. 30 Pfg.

Nordseebäder Sylt. Beschreibung von Westerland und Wenningstedt. Kurzeit vom 15. Mai bis 1. Oktober. Hrsg, von der Seebade. Direktion. 1901.

Simplicissimus. Jllustr. Wochenschrift. 6. Jahrg. Nr. 8. Verlag von Albert Langen in München. Vtertckjährl. 1.80 Mk.

(Ausführliche Besprechung vorbehalten.)

Unioersttäts-Nachrichten.

Aus Heidelberg wird uns geschrieben: An der hiesigen Uni­versität erlangte Frl. Gertrud D obschall aus Paulshütte auf Grund rhrer DissertationDie Wortfügung im Patois von Bournois- vornehmlich in romanischer Philologie multa cum laude den Philosophi­en Doktorgrad. Der bisherige wisienschaflliche Hilfsarbeiter Dr. H. D o e g e ist zum Dircktorial-Assistenten bei dem Königlichen Kunstgewerbe- Museum in Berlin ernannt worden. Man berichtet aus Leipzig: An der hiesigen Universität sind in diesem Semester 20 Damen mit Ge­nehmigung des Ministeriums Hörerscheine ausgestellt worden Außerdem etzen 21 Damen, die schon in früheren Semestern den Hörerschein er­langt hätten, chr Srudium fort. Aus Paris wird gemeldet: Die Academie Fran^aise vergab ihren diesjährigen Jules Favre-Preis (be- hmmt für ein von einer Frau herrührendes literarisches Werk) an H e, lene Vacaresco, die durch ihren unglücklichen Liebesroman bekannt» gewordene frühere Hofdame der Königin von Rumänien.