Ausgabe 
21.5.1901 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zollager

1862

«KW

He nut

WfSlt!

hrtea Stahl, n Sbtni c.he ö. a. Bäde?* ** Ä00b

,6n led1' MSi,ie.

,d.er Harnorgane.

*««tanl, F«».

Wud,«ferenLtlftffege. Kurkapelle. Rennions in dem , kgl. Kurhäusern mit mehr als 2M Zimmern u, zzg Betten Speeialärzte. Auskünfte und

2908

»eralbades Brfickenan

S-G**

»rnen-AusI*

[ ERlHEILl- L008.

OB &6T\ , lor Schulhöi-

1 Siem-

läder

[t in audannt ttorjüglidien iten tu hülfen Preisen bie hMW*

1MM*

Riumwtfl <6;, 820 MM M eigenen ®ertft5tU unter A fachgemäß-u-geM.^

^Ile,r

lwön,c*|t^Adie 7 und PrelS SchlNI>

jSW

ichiedenste Grössen u. idnungen in Decimal-, Laufgewichts- oder ieicharmigem System.

v. Maschinen-Fabrikation, fr Köln fr

Unter Goldschmied 16.

, gratis und portofrei. 8

Nr. 117 Erstes Blatt.

151. Jahrgang.

Dienstag 31. Mai 1901

»lllUI »glich mit W-Anahm- H MontogS.

M, W*i«t Familien- lütlK iNrben dem Kn« ,*< hemitten, -nd©(älter WN hchl-♦lUtunbe" »irr- WGchenNich beigtk^t.

nwftiiigc Mr den WiHw Ta, erichetnenden M M« V3TD1 10 Uftr <>, c n fpäicjtcne

a**Ue, BÄetttion und

***4: SchMßraß« T.

GiehenerAnzeiger

w General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen

Bezugspreis vHrtdjtM Mk. 2.20, monatl. 76 Ma mit ©ringtrlobn; durch «fc AbholrstrÜen vtertelfichtt. 2HL 1.90, menatl. 65 Mg

Bei Postbezug vierteljthat. Mk 2.00 ohne Bestell*«.

enr ein4etani»Btnnittluiw»i peSen bef Ii>- und «u3tcew nehmen Anzeigen für »»ebener Anzeiger enlge*» Zetlenpreie letal 11 V6*. auewärtS SU P|g.

Adresse für Depefch«»( Anzeiger Stehen.

FernfprechanschlußNr.Bil.

Politische Wochenschau.

Arn Tage vor Himmelfahrt machte der hessische Landtag eine kurze Pause in seinen fleißigen Beratungen und wird -am morgenden Dienstag wieder zusammentreten, um mit erstaunlichem Eifer bis zu den Pfingsttagen noch erheb­liche Arbeit zu leisten. Der Reichstag dagegen hat ani Tage vor Himmelfahrt feine Pforten geschlossen. In Berlin hat also in diesem Jahre ungewöhnlich früh die große parlamentarische Sommerpause begonnen. Ta vor Pfingsten die Erledigung der noch rückständigen wichtigen Vorlagen nicht möglich, nach Pfingsten aber auf kein be­schlußfähiges Haus mehr zu rechnen war, so war der Re­gierung aus der Mitte oes Reichstages heraus die Ver­tagung empfohlen worden, damit nicht viel Zeit und Arbeit auf jene Vorlagen unnütz verthan werde. Der Regierung dürfte der Vorschlag um deswillen nicht ungelegen ge­kommen sein, weil sie nun mehr Zeit als sonst findet für die Vorbereitung und Wintertagung, namentlich, für den Zolltarif. Man hat getadelt, daß der Termin für den Wiederbeginn der Sitzungen so weit hinausgeschoben wurde, während man des Zolltarifes wegen doch auf einen mög­lichst frühzeitigen Beginn der Wintersession gerechnet hatte. Die Regierung muß indes wohl im Zweifel sein, ob der Zolltarif vorher reif fein könne. Anderseits steht auch nichts im Wege, den Reichstag vor dem 26. November einzuberufen, denn dieses Datum giebt nur den äußersten Termin an, bis zu dem die Einberufung hinausgeschoben werden kann.

Weitschweifige Erörterungen hatten die Debatten der württembergischen Kammer über das Eisenbahn­wesen hervorgerufen. Gewiß kann es vom nationalen Standpunkte aus nur lebhaft gewünscht werden, daß auch in bezug auf die staatlichen Verkehrsmittel die letzten Gcenzpfähle innerhalb des Reiches fallen, aber eine Verpreußung des gesamten deutschen Eisenbahnwesens wäre für die süddeutschen Staaten ganz und gar nicht empfehlens­wert. Das wissen wir hier in Hessen am besten. Und wir verstehen es gar wohl, daß der württembergische Minister des Aeußeren, Frhr. v. Soden, erklärte, es sei ausgeschlossen, daß Württemberg von der Möglichkeit, in die preußisch- hessische Eisenbahngcmeinschaft cümitreten, Gebrauch mache, weil die Einbuße an wirtschaftlicher und politischer Selb­ständigkeit durch den finanziellen Vorteil nicht ausgewogen werde. Wenn man das zur rechten Zeit bei uns vorher- gesehen hätte! Die Schwaben sind durch hessischen Schaden klug geworden.

Die chinesischen Bevollmächtigten haben die von den Mächten geforderte Kriegsentschädigung bewilligt. Wir glaubten, von vornherein allen allzu opti­mistischen Auffassungen über die Tragweite dieser Zu­stimmung entgegentreten zu müssen. Tie FragenWann soll die Summe gezahlt werden?" undWoher soll China den Betrag nehmen?" sind noch immer ungelöst, und es bedarf der angestrengtesten Arbeit der internationalen Di­plomatie, einen Ausweg zu finden. Viele Staaten werden bitter enttäuscht fein, daß sie 30 Jahre warten sollen, bis die für die China-Expedition gemachten Aufwendungen auf Heller und Pfennig zurückerstattet worden sind, und der Plan einer von China unter der Garantie der Mächte auf- -.unehmenden Anleihe, damit die Kriegsentschädigung sofort in einer Summe gezahlt werden kann, hat denn auch etwas Verletzendes an sich. Aber einzelne Regierungen sollen widerstreben, und deshalb dürfte der Plan scheitern. Ehe die Entschädigungsftage nicht erledigt ist, wird auch die völlige Abrüstung nicht ins Werk gesetzt werden. Daß eine solche von deutscher Seite für bald geplant fei, darüber hat man freilich leider nichts vernommen, und doch wäre es durchaus wünschenswert, daß unsere Regierung je eher desto lieber der Expedition in China ein Ende macht, um­somehr als jeder Tag große Kosten verursacht und die Reichskasse wahrlich nicht überfließt, obwohl Herr von Thielmann gern noch das deutsche Bier ins große Steuerfaß hineingießen möchte.

Ter alte Lord Salisbury, Englands Premier­minister, hat auf einem Bankett eine Rede gehalten, in der er den Mund recht voll nahm, und die Stärke des Riesenreiches Eduards des Lustigen, des Sohnes derFrau vom Meere", in hochtrabenden Worten zu preisen für gut befand. Großen' Eindruck hat die Rede außerhalb des Kreises der Zuhörer nicht gemacht, man ist darüber schnell zur Tagesordnung übergegangen. Größere Beachtung hat die Entrevue gefunden, die in Abbazzia stattfand zwischen dem Könige jenes Wunderlandes an den gesegneten Ge-. staden des blauen ägäischen Meeres, auf dem einst die Sonne Homers ruhte, und dem königlichen Gatten der Musengünstlingin Carmen Sylva. Mit Recht kann man den Ereignissen angesichts der Lage auf dem Balkan eine ge­wisse Bedeutung nicht versagen, und es steht zu hoften,^ daß die beiden Monarchen darüber einig geworden sind, ihrerseits alles zur Aufrechterhaltung des status quo auf der Balkanhalbinsel aufzubieten.

So erstaunliche als erfreuliche Nachrichten liegen aus Oesterreich vor. Tort scheint sich ein Gottesfrieden zwischen den Teutschen und den Czechen vorzubereiten, der ferne Wirkung auf die künftige innerpolitische Gestaltung der Lage im österreichischen Kaiserstaate nicht verfehlen wird. 3eibft das für unmöglich Gehaltene ist emgetreten, day Tschechen und Deutsche gemeinsam am grünen Tisch kon­ferieren, weit entfernt davon, sich gegenseitig die Tmten- lässer an den Kopf zu werfen, oder die Pultdeckel zu zer­

trümmern, sondern um miteinander zu paktieren, zusam mengeführt durch die Gemeinsamkeit der großen aktuellen wirtschaftlichen Interessen. Nun legt Kaiser Franz Josef symbolisch eine Art Schlußstein zum Baue des parlamen­tarischen Friedenstempels, in dem er, umgeben vom Mi­nisterpräsidenten, vom tschechischen Landsmannminister und vom Unterrichtsminister, sich zu einer Fahrt nach Böhmen anschickt. Es zeigt sich, daß nicht allein die leidenschaftslose Beharrlichkeit Tr. v. Koerber's, sondern auch die, mit der die Teutschen die Entwickelung der Dinge entgegensahen, gute Früchte gezeitigt hat. Mit einer kleinen Variante kann im Hinblick auf die geänderten Verhältnisse im öster­reichischen Reichsrate ausgerufen werden:Rechter" Hand, Linker" Hand, Alles vertauscht, Reichsrat, wie wunderlich siehst Du mir aus!" Bei der ausgezeichneten Taktik, welche die Regierung in den letzten parlamentarischen Konferenzen an den Tag gelegt hat, sind Erfolge zu verzeichnen, die den Glauben erwecken könnten, als wäre eine überirdische Macht im Spiele gewesen, die den Orkan wie mit einem Zauber­schlage zum Schweigen brachte, so daß das fast Unglaub­liche eingetreten ist, daß das Budget in erster Lesung, ohne daß auch nur ein einziger Abgeordneter Widerspruch erhoben hätte, angenommen und dem Ausschüsse zugewiesen wurde. Wenn man.bedenkt, fwas alles auf dem Spiele stand, wenn die Tschechen nicht zur Besinnung gebracht worden wären, so darf man wohl sagen, daß das österreichische Parlament eine Art Ritt über den Bodensee gemacht hat.

Aus Stadl und Kand.

Sietzeu, 20. Mai 1901.

Herr Ministerialpräfideul F. Guauth schreibt uns:

Bei brr gewohnten Lektüre deS Gießener Anzeigers finde ich die Notiz Ihres Berichterstatters über mein Fehlen bei Eröffnung der Ausstellung der Künstler-Kolonie; ich möchte nicht ver- fSumen, dieselbe richtig zu stellen. Nicht wegen der allerdings ver­sehentlich unterbliebenen Zustellung einer Einladung bin ich der ge­dachten Veranstaltung ferne gedltebrn, vielmehr lediglich wegen eines Unwohlseins, daS mich in jenen Tagen zu möglichster Schonung zwang.

» Perfoualuachrichteu. Graf v. Hertzberg, Haupt« mann a. D., zuletzt Kompagniechef im Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, ist mit seiner Pension und der Erlaubnis zum ferneren Tragen der Uni­form des genannten Regiments zur Disposition gestellt. Der Großherzog hat dem unberittenen Wachtmeister Rüffer im Großherzoglichen Gendarmerie Korps die Er­laubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von dem Kaiser verliehenen Roten Adler-Medaille erteilt und dem Taglöhner Ludwig Horst I. zu Stockstadt, Kreis Groß- Gerau, daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" verliehen. In den Ruhestand wurde versetzt am 11. Mai der Großh. HilfgerichtSschreiber bei dem Amts­gericht Mainz Jakob Schubert unter Anerkennung seiner treuen Dienste mit Wirkung vom 15. Mai 1901 an.

** Militärisches. Wie wir hören, ist Major von Blankenburg vom hiesigen 116. Jnf.-Regirnent zum Oberstleutnant befördert und in das Jnf.-Regt. Nr. 80 in Wiesbaden versetzt worden. An seine Stelle kommt Major Hoffmann von der Unteroffizier-Vorschule in Bartcnstein i. Ostpr. hierher. Die Ernennung des Oberst- leuttiants Pavel vom hiesigen Infanterie-Regiment zum Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun wird uns jetzt bestätigt. Oberstleutnant H e r r l e i n im Jnf.-Regt. Nr. 116 ist unter Enthebung von der Stellung als Bats.- Kommandeur zum Stabe des Regiments übergetreten. Major v. Schlemmer, aggreg. dem Jnf.-Regt. Nr. 116, wurde zum Bats.-Kommandeur im Regiment ernannt.

** Stiftungsfest der Adelphia. Regelmäßig in d,'er knospenden, blühenden Maienzeit findet ein schönes studentisches Fest im Cafe Ebel statt, das Stiftungsfest der studentischen Reformverbindung Adelphia. Im vorigen Jahre war die Adelphia schier 30 Jahre alt geworden, und darum hatte man, nach den großen festlichen Veranstalt­ungen des Vorjahres, für diesmal von umfangreicheren Festlichkeiten abgesehen, sondern nur am Samstag einen einfachen Kommers veranstaltet, zu dem außer den Aktiven Alte Herren, Ehrenphilister und auch sonstige geladene Gäste erschienen waren. Es war ein urgemütliches Zu­sammensein bei gutem Trunk und guten Reden. Man gedachte des Kaisers und des Großherzogs, der Professoren, der Gäste, der Alten Herren usw. ustv. Ten Toten, die einst das grün-weiß-goldene Band getragen, wurde ein stilles Glas geweiht. Am Sonntag versammelte sich die Adelphia zu einem Frühschoppen in ihrem Lokal.

** Gemeinderatswahlen. Von feiten der oberen Verwaltungsbehörde ist die Anordnung getroffen worden, daß, da in diesem Jahre die regelmäßigen Erganz- ungswahlen der Mitglieder des Gemeinderats statt­finden, mit der Offenlegung der Wählerlisten demnächst begonnen werden soll, damit bis zum 1. September d. I. überall die Gemeinderatswahlen vollzogen sind.

** Portofreiheit für Postpakete an Mili­tärpersonen. Tie Abgg. Leun und Wolf beantragten, die Zweite Kammer wolle beschließen, die Regierung zu er­suchen, die Reichsregierung zu veranlassen, daß alle Post­pakete an Militärpersonen bis zum Feldwebel abwärts portofrei befördert werden.

"Telegramm-Verkehr. Man schreibt uns: Tie Reichs-Telegraphenverwaltung hat zugelassen, daß die nach

Landorten ohne Telegrapheuanftalt hergestellten Fernsprech« anschlüsse für die Bestellung von Telegrammen nickst nur der Teilnehmer sondern auch anderer Ortsbewohner nutz­bar gemacht werden, sofern diese Zustellung der für sie; eingehenden Telegramme mittels des F-emsprechanschlusses bei der zuständigen Telegraphenanstatt schriftlich beantragen und die Teilnehmer sich mit der Benutzung ihrer Anschlüsse für Tritte einverstanden erklären. Ferner ist nad)gegeben worden, daß derartige Fernsprechanschlüsse auch für die Auflieferung von Telegrammen seitens Dritter nutzbar gemacht werden.

** Schutz den jungen Damen. Infolge mehr­facher Beschwerden hat der preußische Eisenbahnminister die Staatsbahnverwaltungen beauftragt, das Zugpersonal wiederholt anzuweisen, daß auf die Unterbringung junger Mädchen, die ohne Begleitung reisen, möglichst in Frauen­abteilen Bedacht genommen werden soll. Wenn die letzteren schon besetzt sind und weitere Frauenabteile sick) nicht ein- richten lassen, soll das Zugpersonal dafür Sorge tragen, daß die jungen Mädchen in solchen Abteilen Plätze an­gewiesen erhalten, in denen sich bereits andere weibliche Fahrgäste befinden. Etwaigen Beschwerden sollbereit­willig und ohne Verzug" entsprochen werden.

Die Weinernte in Heffen. In dem Herbste 1900 wurden im Großherzogtum Hessen 340 714 Hektoliter Wein geerntet mit einem Gesamtwerte von rund 12 504 330 Mk.

Bad-Nauheim, 19. Mai. Unterhaltungen vom 20. bis 25. Mai 1901. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7 bis 8 vormittags am Kurbrunnen. Montag, 20. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7*/8 bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theater­vorstellung:Cornelius Boß." Lustspiel in 4 Akten von Franz v. Schönthan. Dienstag, 21. Mat, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7«/8 bis 9 auf der Terrasse Kon- zert der Kurkapelle. Mittwoch, 22. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7i/a bis 9 auf der Terrasse Kon­zert der Kurkapelle. Abends Sinfonie-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: Zum erstemale:Johannisfeuer" von Hermann Sudermann. Donnerstag, 23. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7*/2 bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Opern« und Liederabend des Kgl. Hofopernsängers Alfred Ritters- Haus. Freitag, 24. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7«/2 bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kur­kapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle:Der Mann im Mond" Poffe mit Gesang in 3 Akten (5 Bildern) von Ed. Jacobson. Musik von E. Michaelis. Samstag, 25. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 71/» bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung:Charleys Tante." Schwank in 3 Akten von Brandon Thomaß. Vor- läufige Anzeige: Sonntag, 26. Mai, Konzert der Kapelle des Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau. Montag 27. Mai, Konzert des Doppel-Piston-Solisten Kuhl und der Kurkapelle.

-z- Melbach, 19. Mai. Gestern wurde hier das 50- jährige Dienstjubiläum des Lehrers Gremm ge­feiert. Obgleich der Jubilar eine offizielle Feier abge-t lehnt hatte, so hatte sich der Gemeinderat, der Schul- und Kirchenvorstand, an der Spitze Pfarrer Nies, nicht nehmen lassen, eine Ehrung des Jubilars zu veranstalten, um ihm ihre Dankbarkeit für die treu geleisteten Dienste während seiner Amtsthätigkeit in ihrer Gemeinde zu er­kennen zu geben. Neben dankenden Worten beschenkte ihn die Gemeinde mit einem schönen Sessel, der Schulvorstand mit einem herrlichen Stahlstich, Jesus den guten Hirten darstellend, der Bezirksverein Södel-Melbach, dessen Ob­mann Herr Gremm ist, mit der Statue des segnenden Christus von Thorwaldsen. Auch frühere Schüler aus Mel­bach gedachten seiner durch wertvolle Geschenke, wie auch eine Anzahl Telegramme Glückwünsche von Kollegen, Freun­den und Bezirksvereinen brachten. Ein dem Jubilar vom Großh. Oberkonsistorium zugegangenes Schreiben brachte Glück- und Segenswünsche zum Festtage und ehrenden Dank für seine Leistungen in der Kirchengemeinde. 60 bis 70 Herren aus Melbach und Umgegend, worunter etwa 20 Lehrer sich befinden, hatten sich nachmittags gegen 4 Uhr in dem Saale des Gastwirts Philippi, der für ein gutes, einfaches Mahl und einen guten Wein gesorgt hatte, ein­gefunden. Tie Stunden eilten unter mehreren Ansprachen und Toasten und fröhlicher Unterhaltung rasch dahin.

)( Hirzenhain, 19. Mai. In dem Arttkel über Vogelsberger Höhen-Klub Nr. 116, Bl. 1 ist stattKirchners- brück"Kirchnersbank" und statt des SchlussesFrisch auf!" am 1. Sonntag im Juli auf dem Hohenrodskopf

zu lesen.

() Gedern, 19. Mai. Der hier in der Untermühle dienende Knecht Thomas hatte das Glück, bei der Verlosung gelegentlich des Frühjahrs-Pferdemarktes zu Darmstadt, ein Fohlen im Werte von 300 Mark zu gewinnen. Tie Zigeunerplage nimmt hier erschreckend zu.Gestern lagerten wieder 3040 Mann unterhalb unseres Städtc^ns und machten dieses durch zudringliches Betteln un|icher. Vor einigen Tagen sollen Zigeuner einem Aeftsen Burger zwei Hühner im Hose abgefangen und geschlachtet habem Leider scheinen sie hier gedeckten Tisch haben, denn! wenn sogar Leute aus den gebildeteren standen in aber-