Ausgabe 
21.3.1901 Erstes Blatt
 
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Mächte zu erfüllen, das ist an keiner Stelle mißverstanden worden. Gerade heute erhielt ich ein Telegramm aus Petersburg, wonach der dortige Minister des Auswärtigen gegenüber unserem Botschafter seine Genugthuung mit meinen neulichen Ausführungen über China aussprach. Be­züglich Bismarcks Beziehung auf den Abg. Richter nehme ich keinen Anstand zu sagen, daß ich das von Richter auf­gestellte Programmredde legiones nostras, gieb uns unsere Millionen wieder" teile. Das ist ein ganz vorzüg­liches Programm und es freut mich doppelt, daß Richter dem Fürsten Bismarck begegnet, nachdem Richter schon neulich auf die Autorität Bismarcks sich bezog, und da ist es doch ganz erfreulich, wenn sich der Berg und Mu- hammed begegnen. Es würde mir leid thun, wenn, wie Bismarck meint, ich durch meine Aeußerung, wir hätten in Ostasien Lebensfragen, einen ruhigen Bürger erschreckt hätte. Ich habe aber von einem solchen Schnecken nicht das mindeste entdeckt. Ich habe neulich sowohl im ein­zelnen Wendungen, sowie im ganzen Thema keinen Zweifel darüber gelassen, daß wir Ostasien nicht als Dreh- und Angelpunkt betrachten, aber dort sehr berechtigte und große Handelsinteressen haben. Unser Handel in Ostasien repräsentiert einen Wert von 80 Millionen; ich glaube, daß diese Summe eher zu niedrig gegriffen ist, da hierbei nicht in Rechnung gebracht wurde, was über Belgien, Holland uni) England geht. Dann haben wir mit 100 Millionen, die in Schantung investiert sind, zu rechnen, und das ist doch wahrlich kein Pappenstiel. Wir haben also doch ein eminentes Interesse daran, daß der chinesische Handel nicht die Beute einer einzelne^ Macht oder einzelner Mächte ohne uns wird, und daß wir unseren Einfluß auf diesen Handel behalien. Ein Schriftsteller der äußersten Linken, Bernstein, sagte:Deutschland hätte ein hervorragendes Interesse daran, daß der chinesische Handel ihm nicht aus den Händen gleite." Ich darf also schließen, daß wir den Schwerpunkt unserer Politik nach tvie vor in Europa suchen; wir werden diesen Standpunkt nicht ver­rücken lassen, aber auch alle Interessen und Rechte in Ost­asien, die sehr wichtig sind, schützen; wir werden nament- un ere Ehre schützen, die dadurch angegriffen wurde, daß un er Gesandter massakriert wurde. Diese Ehre des deutschen Volkes betrachte ich allerdings als eine Lebensfrage!

Auf eine Anfrage des Abg. Pachnicke (frs. Ber.) er­widert Staatssekretär v. Richt Hofen, die Texte der Kon­ventionen und Deklarationen der Haager Konferenz lägen |ur Publikation im Gesetzblatt bereit. Nach den feststehen- oen Grundsätzen erfolgt die Publikation solcher Verträge erst dann, wenn der Geltungsbereich der internationalen Ab­kommen vollkommen unübersehbar ist. Tas ist hier noch nicht möglich, es fehlt noch die amtliche Erklärung der niederländischen Regierung, welche Mächte die Rektifika­tionsurkunden bereits niedergelegt haben. Wir hoffen, diese Erklärung noch in der gegenwärtigen Session zu erhalten. Sollte das nicht der Fall sein, werden wir die Texte der Deklarationen dem Reichstage besonders mitteilen. Wenn der Vorredner einen besseren Schatz für das private Eigen­tum auf See wünscht, weil wir seitens Englands unfreund­lich behandelt würden, stimmt das nicht mit den Thalsachen überein. Im übrigen erklärte der Reichskanzler bereits als früherer Staatssekretär, daß, wenn Anträge auf inter­nationale Regelung des Schutzes des Eigentums zur See an uns berantreten werden, wir es an unserer Mitarbeit nicht fehlen lassen werden.

Auf eine Anregung des Abg. Bee kh-Koburg (frs. Vp.) erwidert der Direktor im Auswärtigen Amt Körner, die Verantwortung der Konsulate sei eine sehr große, man könne Auskünfte von ihnen nur bis zu dem Grade erwarten, als sie selbst gut unterrichtet und Kenntnis über den be­treffenden Fall Kälten; daß dies an einem Platze wie London, den der Vorredner erwähnte, sehr schwierig ist, sei klar.

Abg. Fürst Bismarck (wild) führt aus, er sei miß­verstanden worden und habe keine Zurückweisung seitens des Reichskanzlers verdient, dem er beispringen wollte. Es sei selbstverständlich, daß unsere Ehre gerächt werde, der Reichskanzler habe aber den Ausdruck Lebensfragen nur auf die wirtschaftlichen Interessen in China bezogen.

Reichskanzler Graf Bülow erklärt, er nehme gern davon Akt, daß er den Vorredner in zwei Punkten miß­verstanden habe. Cs bleibe ihm nur übrig, deni Fürsten Bismarck zu danken für die wohlwollende und erfolgreiche Weise, in welcher er ihm bei der chinesischen Mensur sekun­dierte. (Heiterkeit.)

Abg. H au ß mann-Böblingen (D. Vp.) erklärt, die Strafe gegen China sei vollzogen, Peking sei zerschossen, die chinesischen Dörfer seien eingeäschert. Nun sei es genug! Jeder Tag, den unsere Truppen dort länger zubrächten, koste dem Reich fast eine halbe Million, und dabei habe man es schließlich mit einem zahlungsunfähigen Schuldner zu thun. Hüte man sich, China zur Verzweiflung zu treiben! Der Platz an der Sonne sei doch recht heiß. Er könntz der China-Expedition nicht zustimmen und höchstens die Kosten bewilligen für den Rücktransport der Truppen.

Abg. Münch-Ferber (natl,) berichtet namens der Budgetkommission über den Antrag, den Reichskanzler zu ersuchen, im nächsten Etat des Auswärtigen Amtes für die Vorbereitung der Errichtung von Handelskammern im Auslande 20000 Mark einzusetzen.

Staatssekretär des Auswärtigen, Freiherr von Richt- hofen: Die Regierung könne sich von der Errichtung solcher Handelskammern einen Nutzen nicht versprechen. Die Regierung sei nicht in der Lage, die Erfüllung der Reso­lution ihrerseits in Aussicht zu stellen. Er bittet, der Resolution die Zustimmung zu versagen.

Abg. Freiherr von Hehl zu Herrnsheim (natl.) befürwortet die Resolution.

Abg. Blell (frs. Vp.) und Frese (fr. Vg.) sprechen sich gegen, Abg. Förster (kons.) für die Resolution aus. ., Freiherr v. Richthofen : Es sei eine starke Ueber- sct)atzung der Handelskammern im Auslande, wenn man von ^huen eme Wirkung auf die Zollpolitik erwarte.

Die Resolution wird angenommen.

Bei KapitelKolonialverwaltung" begründet Abg. Bebel (Soz.) eine Resolution, den Reichskanzler zu er­suchen, dem Reichstage baldigst einen Gesetzentwurf vor­zulegen, wodurch un deutschen Kolonialgebiet von Haus­sklaven geborene Kinder als Freie anerkannt werden.

Abg. Gröber (Zentr.) begründet einen Antrag, wo­nach der Reichskanzler ersucht wird, einen Gesetzentwur vorznlegen, welcher bezüglich der Haussklaverei vorschreibt, daß der Herr verpflichtet ist, die Hanssklaven im Alter oder bei Krankheit zu verpflegen und auch ihre Familienmit­glieder nicht von ihnen zu trennen, daß er den Hanssklaven

gestattet, an bestimmten Tagen für sich zu arbeiten und den Ertrag ihrer Arbeit behalten usw. und daß es den Haussklaven erleichtert wird, ihre Freiheit zu erwerben.

Die Abgg. Graf Oriola (ntl.) und Dr Arendt (Rp.) ziehen in der Regelung der Frage den Verordnungsweg vor.

Kolonialdireltor Dr. Stübel weist auf die große Verschiedenheit der Hausstlavenverhältnifse in den deutschen Schutzgebieten hin. Die Grundsätze der Resolution Gröber würden im allgemeinen in der Praxis schon befolgt. Der Verordnungsweg sei aber einem Gesetz vorzuziehen.

Abg. Bebel (Soz.): Ich bin überrascht durch den Widerstand gegen meinen Antrag; ich glaubte, es wäre selbstverständlich, wenn man ehrlich und ernst die allmähliche Beseitigung der Sklaverei wünscht. Der Kolonial­direktor will das Material dem Kolonialrat vorlegen und danach würde die Regierung handeln. Das bedeutet eine Degradation des Reichstags. (Sehr richtig I bei den Soz.)

Abg. Stöcker (toi) erklärt sich für beide Resolutionen.

Kolonialdirektor Dr. Stübel: Wenn die Freigebung der Kinder eines Sklaven auch noch nicht die Aushebung der Sklaverei bedeutet, so wird sie doch von ihnen als solche empfunden und das hat die Gefahr, daß Aufstände und Unbequemlichkeiten für das Gouvernement sich daran knüpfen.

Abg. Bebel: Die Erklärung des Direktors besagt nichts weiter, als daß der Antrag Gröber in einem Sinne ausgeführt werden soll, der die Fortsetzung der Sklaverei ermöglicht. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)

Abg. Gröber: Bebel trennt das Kind vom Vater und überläßt es schutzlos sich selbst (Widerspruch bei den Soz.)

Die Resolution Gröber wird mit einem Amendement Oriola, wonach der Verordnungsweg eingeschlagen werden soll, ange­nommen, die Resolution Bebel abgelehnt.

Beim Etat des Reichsamts des Innern befürwortet Abg. Schmidt- Elberfeld (frs. Vp.) eine Resolution, wonach durch Bundesratsbeschlüfse festgesetzt werden soll, daß Kohlen und Koks nur in vorgeschriebenen Ge- wichtseinheiten im Einzeloerkehr feilgeboten werden dürfen. Im Sinne dieser Resolution sprechen Redner verschiedener Parteien, u. a.

Abg. v. Levetzow (Ions.), der für die Resolution eintritt, namentlich hinsichtlich auf den Brikethandel. Der Bundesrat hätte gar nicht auf diese Resolution warten sollen. (Sehr richtig I)

Staatssekretär Graf Posadowsly äußert sich entgegenkommend. Die Abstimmung findet erst später statt.

Abg. Stöcker nimmt seine Auseinandersetzungen mit den Sozial­demokraten aus der zweiten Lesung über den Tuckerbrief zurück. Dieser Brief war ein ganz vertrauliches Schreiben, das ein anständiger Mensch nicht in die Oeffentlichkeit bringt. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Frechheit!)

Präsident Graf Ballestrem: Wenn ich wüßte, wer das gerufen hat, würde ich ihn zur Ordnung rufen. (Abg. Kunert bekennt sich dazu.) Dann rufe ich den Abg. Kunert zur Ordnung.

Abg. Stöcker (fortfahrend): Die Geschichte mit dem Falscheid, daß ich Herrn Ewald nicht kenne, obwohl ich mehrfach mit ihm in Versamm- lnngen zusammen war, Vie von Tausenden besucht waren, ist auch wieder in den setzten Wochen gegen mich aufgewärmt worden. Wagen die Herren zu behaupten, die Tage vom 17. November 1881 oder 4. Februar 1890, die Tage der kaiserlichen Botschaften und Erlasse seien Tage, die die Ar­beiter nichts angingen, die keine Kulturthat bedeuten? (Zuruf links: Jawohl.) Sie wagen das? (Stürmische Zurufe links. Der Präsident ersucht wiederholt, Ruhe zu halten.) Jeder ehrliche Mensch wird sagen müffen, daß diese Dinge empörende Lügen sind, um das Voll zu betrügen und ihm den Patriotismus auS dem Herzen zu reißen. (Zuruf von den Soz.: Das thun Sie ja!) In derVorwärts"-Nummer steht fett gedruckt: Die Mailresse als Schmuck der Krone. Das soll unverständigen Leuten einen Ekel vor der Krone einflößen. (Zustimmung rechts.) Es gießt Leute, die schnüffeln so in dem Dreck herum wie die Hunde. (Heiterleit und Zustimmung rechts.)

Um 6 Uhr wird die weitere Beratung auf Mittwoch 11 Uhr vertagt.

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Aus Stadt und Kanö.

Gießen, den 20. März 1901.

P. Realgymnasium und Realschule. Der Jahresbericht für das abgelaufene Schuljahr liegt uns jetzt vor. Außer denSchulnachrichten" undBemerkungen aus der Geschichte der Anstalt" enthält das Heft einen ausführlichen Bericht über die neuerdings geschaffenen Einrichtungen für den physi. kalischen und chemischen Unterricht in dem Erweiterungsbau des Realgymnasiums und der Realschule" von Direktor Dr Rausch und den Lehrern der Physik und Chemie. Dem Ar

tikel find zur Ueberficht eine Anzahl Karten und Tabelle« beigefügt.

P. Der Herr Bürgermeister, t Ein phantasiereicher Mit­arbeiter erzählt uns folgendes Märlein: In einem Dorfe war ein Feuer ausgebrochen, der Besitzer des in Brand ge­ratenen Gehöftes beeilte sich nicht allzu sehr, denn er war gut versichert. Aber die Nachbarn, die nicht versichert waren, stürmten erregt zum Bürgermeister und verlangten schnell die Spritze. Der Bürgermeister erklärte den Leuten zunächst ein Aktionsprogramm wie folgt:In diesem Falle klaffen ;arte Interessengegensätze an einander. Es ist meine Pflicht in diesem Widerstreit der Interessen ausgleichend, versöhnend zu wirken. Wir müßen die Diagonale ziehen . . ." Nein! wir müssen die Spritze ziehen!" jammerten die Nach- rarn.Ruhig!" sagte der Bürgermeister unbeirrt,da ist zunächst das Interesse deS Hausbesitzers, er ist gut versichert, also liegt ihm daran, daß daö Gehöft ganz nieder­brennt; vermutlich hat der Mensch das Feuer selbst angelegt. Ihr, liebe Nachbarn, habt Euer Anwesen nicht versichert, das ist sehr leichtsinnig von Euch. Ich verstehe aber Euer Interesse an der Löschung deS Feuers, doch ich bitte zu redenken, wenn ein Stück des Dorfes abbrennt, dann gibt eS Arbeit für die Zimmerleute, Maurer und Glaser; diese Leute )aben das Interesse, daß möglichst viel vom Feuer zerstört wird."Aber die Zimmerleute, Maurer und Glaser verlieren a selbst ihre Häuser, jammerten die Nachbarn verzweifelt." DaS mag sein", versetzte der Bürgermeister,dann ist also in ihnen selbst ein Jnteressenkonflikt vorhanden. Um fo chwieriger ist eS, und um so größere Sorgfalt erheischt eS, )te richtige und gerechte Diagonale zu ziehen. Außerdem ist noch zu erwähnen, daß der Gemeindewald Holzlieferung be- ommt, wenn das Dorf brennt, und somit der Gemeindesäckel gefüllt, und Ihr alle habt Vorteil davon. Auf der anderen Seite verkenne ich nicht, daß daS Staatsinteresse ge­bietet, verbrecherische Brandstiftungen im Keime zu ersticken." Also löschen wir", flehten die Nachbarn.Ihr dürft aber nicht außer Acht laffen", fuhr der Bürgermeister fort,daß eS im Interesse der Spritze liegt, wenn sie nicht so sehr trapeziert wird, der Schlauch kann ohnehin nicht viel ver­tragen; außerdem leiden wir unter Wassermangel, da ist es unser Interesse, mit dem Wasser sparsam umzugehen". Wenn nicht bald die Spritze kommt, werden wir zu Bettlern", wimmerten die Nachbarn.Gewiß, das verkenne ich nicht", erklärte der Bürgermeister,Ihr habt das Interesse, Euren Besitz zu erhalten, und auch im Interesse der Armenverwaltung wäre Zunahme der Armut nicht erwünscht". Unser Vieh brennt", schrien die Nachbarn.Diese Mög- ichkeit", sagte der Bürgermeister,hat auch wieder zwei Seiten. Wenn daS Vieh brennt, werden die Fleischpreise in dieser Gegend teurer, die Landwirtschaft hat ein Inter­esse an hohen Fleischpreisen. Es ist unbedingt notwendig, einen Ausgleich in diesen verschiedenen Interessen zu inden, denn--In diesem Augenblick war nichts

mehr zu retten, das Dorf lag halb in Trümmer und Asche.

P. Folgende Tragikomödie erzählte man uns neulich: In einem Lokale veranstaltete unlängst eine Gesellschaft eine Kneipe. Am Ende derSchlacht" bedeckten vieleLeichen" )as Feld. Der Wirt, ein hilfsbereiter Manu, sorgte für die Heimkehr derGeladenen". Zuerst sollten die vier entfernter wohnenden Herren transportiert werden, und zu diesem Zwecke wurde ein bekannter Droschkenführer mit seinem Wagen beordert. Unter Assistenz der beiden kräftigen Kellner wurden dieKampfesmüden" in den Wagen gehoben und der Wirt instruierte nun den Kutscher:Emil" sagte er, links itzen (?) zwei und rechts sitzen zwei, der links hinten sitzt, kommt zuerst dran,.....straße Nr. 14, der hier vorn

links sitzt dann in dieselbe Straße Nr. 22, dann fährst Du um die Ecke nach der ... . straße Nr. 34, da wohnen die beiden, die rechts sitzen." Emil beschaut noch einmal die Gesichter undMachen wir", ertönte es von seinen Lippen; der Wagen fuhr los. Im Lokale saß noch eine Anzahl Heimatsberechtigter" und harrte der Rückkunft des Wagens. Nach einer Viertelstunde kam der Ersehnte schwerfällig an. Emil sprang vom Bock, ging in« Lokal und sagte dem ver- >utzt dreinschauenden Wirt:Seien Sie so gut und ortier en Sie sie mir noch einmal, die sind mir inrcheinander gefallen."

** Die Bestrebungen der Handwerker, durch Zusammenschluß zu Einkaufs-Vereinigungen, Rohstofs- genossenschaften ihre schwierige Lage zu bessern, nehmen einen immer größeren Umfang an. Bereits im November v. I. hatte sich der I. Deutsche Handwerks- und Gewerbe­kammertag in Berlin dahin ausgesprochen, daß die Hand­werkskammern mit allen Kräften die Gründung von Ge­nossenschaften im Handwerk fördern möchten. Am Don­nerstag abend 8 einhalb Uhr findet nun im Saale des Hotel Einhorn für die hiesigen Handwerker und Gewerbe­treibenden ein Vortrag statt, der sich bei der Wichtigkeit >es Themas und der großen Bedeutung des Genossen- chaftswesens für die Handwerker eines zahlreichen Be- uchs erfreuen dürfte. Die hessische Handwerkskammer wird bei diesem Vortrage vertreten sein.

-h- Eschenrod, 19. März. Die letzte Holzversteige- rung hatte am Abend noch ein blutiges Nachspiel. Zwei hiesige Bürger sprachen im Walde, da ein Wirt Speise und Trank verabfolgte, demOrdinären und Bittern" ge­hörig zu. Nach der Versteigerung gingen die beiden noch­mals in die Appel'sche Wirtschaft und zechten fröhlich weiter. Plötzlich entstand ein Wortstreit mit hiesigen Burschen, der in Thätlichkeiten ausartete. Während de« Streites flog einem 16jährigen Burschen ein Sierglaö an den Kopf, sodaß er eine tiefe bis auf den Knochen gehende Wunde direkt über dem einen Auge davontrug. Blutüberströmt und besinnungslos wurde der Verletzte in das Elternhaus verbracht. Ein Arzt wurde sofort von Scholten telephonisch gerufen. Die Sache wurde zur Anzeige gebracht.

Schiffsnachrichten.

Der PostdampferSwitzerland" derRed Star Linie", in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 17. März wohlbehalten in Philadelphia angekommen

$uri ®ei!

° ifaet morden, e*LW

1816 zu ReM gMndertuud W 8S NrMen der, 2. Ludwig stau, ged- M h*.cor seit Anfang w Ludwig LuM mögen WH 8.

stein f bei Großen ^wandert und ) vorn antragM GroßeN'Susta n Qiit 1228 Mk>

4. Marie ! und dessen Ehest M 12. Juni lk angeblich in En; in Trohe kurati beträgt zur Zett

5. Jost Dr 6. Justine

Zuseck, Kinder d stau Wbethe, über 50 Jahre n schollen. Tas vo von Men.Buseck schollenen betragt

7. Eva Elis 1819,

8. Rad W 10. Juni 1821 Philipp Nord vor mehr als 5 verschollen. Das von Sießrn kur beträgt zur Zeit

9. Katharir seiner Ehefrau zu Oppenrod, i und seitdem Ja Pslegn Joham waltete Vermög 43 Psg.

10. Want getont am 4.5i N Frankreich scholl«. Dat x kuralorisch vem Zeit ca. 100 M

11. Johan feiner Ehestau 1816 in Alten/ gewandert und Wger Wilheln Vermögen bei 2

12. Äi/on 13. eilfatot 14. Ludwig sieben, Kinder vor etwa 60 verschollen. Der Ließen kurat W zur Zeit

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