Salons für kleinere u. grössere Gesellschaften.
haben eine Borliebe für Kaffee. Nicht alle missen aber, daß ein wirklich bekömmlicher und gleichzei.tig ausgezeichnet schmeckender Kaffee sich nur mit Kathreiners Malzkaffee
Herstellen läßt. 6260
Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittmann.
GerWssaat.
Höchste Temperatur
Niedrigste „
auf Antrag des Vertreters der Ankla, während der Dauer der ganzen
am 16.—17. September + 15,4° C.
II n ii+ ^>8° 0-
meisterwahl statt, da der bisherige verdiente Bürgermeister Böcher aus Altersrücksichten eine Wiederwahl abgelehnt hat. Für die Neuwahl sind von den beiden Parteien unseres Dorfes als Kandidaten die Besitzer Renschling und Schmidt aufgestellt. Soviel sich voraussehen läßt, dürfte die Bürgermeisterwahl dasselbe Resultat wie die letzten Gemeinderatswahlen haben, d. h. zugunsten der Partei Reuschlings ausfallen. Schöner wäre es freilich gewesen, wenn in unserem Ort Einmütigkeit sowohl bei der Gemeinderatswahl geherrscht hätte, als auch bei der Bürgenneisterwahl herrschte. Die Partei, die siir Reuschlipg ist, hat auch Einigkeit stiften wollen, denn sie war seinerzeit bereit, für die Kandidatur Schmidt einzutreten, aber die Gegenpartei stellte da zunächst einen andern Kandidaten auf, den sie freilich bald selbst wieder fallen ließ, da seine Wahl wenig aussichtsvoll war.
Ermenrod, 18. Sept. Wenn alljährlich im Herbste um diese Zeit unsere Zugvögel uns verlassen, dann stellt sich fast regelmäßig eine andere Art von Zugvögeln ein, denen man am liebsten auf den Rücken schaut, es sind die Zigeuner. Als ob sie der dreitägige Landregen zusammengeschwemmt hätte, so stark waren die Banden, die sich zeigten. Während eine Bande mit sieben Wagen vorüberfuhr, suchte eine andere mit mehreren Wagen in dem benachbarten Schellnhausen Aufenthalt. Sie begehrten dort Einlaß in einer Wirtschaft „Vulkan", der ihnen aber von der allein anwesenden Wirtin verweigert wurde. Als sie nun mit Gewalt einbringen wollten, erschien gerade Gendarm Dörr von Ruppertenrod, der die Bande in ihre Schranken wies.
Mainz, 18. Sept. Die feierliche Einweihung des Neubaues der St. Marienschule fand heute Vormittag 11 Uhr durch Bischof Dr. Heinrich Brück statt. Der Eröffnung wohnten u. A. Gouverneur Baron v. Collas, Provinzialdirektor Geheimrat von (Sagern, Oberbürgermeister Dr. Gaßner, Beigeordneter Haffner, viele Stadtverordnete, das Kuratorium der Schule und viele andere bei. — Bei der Ankunft des Groß Herzogs hat sich auf dem Bahnhofplatz ein Zwischenfall zugetragen, der leicht hätte verhängnisvoll werden können. Das scheu gewordene Pferd eines Bauunternehmers kam von der Äsenbahnunterführung her und stürzte in rasender Elle in dem Moment über den Bahnhofplatz, als der Großherzog mit seiner Equipage vom Bahnhof abfuhr; aber vor dem Wagen des Fürsten stürzte das Pferd erschöpfe rusammen.
fc. Frankfurt a. M., 18. Sept. Heute ging die Messe zu Ende. Das Geschäft war schlecht. Nur die Taschendiebe reüssierten. Auf dem „Juxplatz" kamen allein über 20 Taschendiebstähle zur Kenntnis der dort ftationierten Polizeiwache. Auch andere Diebstähle und Betrügereien kamen vor.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen. ____
Vermischtes.
• Schw erte a. Ruhr, 16. Sept, lieber einen Zusammenstoß zwischen einem Offizier und Bürgern berichtet die „Schwerter Ztg.": „Die 4. Kompagnie des 16. Infanterie-Regiments biwakierte in Schwerte. Der Zudrang des Publikums war groß, und es entstanden beretts um 9 Uhr zwischen diesem und dem Militär, als um diese Zeit Befehl gegeben wurde das Lager zu räumen, Streitigkeiten. Als dann um 2 Uhr nachts der Hauptmann von mehreren Leuten von der Landstrak- aus beschimpft wurde, ging er mit gezogenem
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Brüssel, 17. Sept. Die Bergleute des Lütticher Kohle ubezirks sind wieder einmal schlimm beraten. Zu einem Zeitpunkte, wo den Zecheiwerwallungen nichts in so hohem Grade erwünscht sein kann, wie die Möglichkeit einer Beschränkung ober gar der gänzlichen Einstellung der Förderung, stellen über 5000 Arbeiter von Marihaye und benachbarten Zechen die Arbeit ein, weil die Direktionen ihnen einen Lohnabzug von 5 Prozent an= gekündigt haben. Moralisch und finanziell ist der ganze Gewinn bei diesem Ausstande auf Seiten der Zechen. Dieselben können geltend machen, daß sie trotz ihren großen Lagervorräten und trotz dem unlohnenden Absätze ihrer Förderung nicht dazu übergehen wollten, ihre Leute durch Einstellung der Förderung außer Brot zu setzen; daß eine Lohnverminderung unter den gegenwärtigen Geschäftsbedingungen unvermeidlich war; daß eine Herabsetzung von 5 Prozent eine nicht schwer sichtbare Lohnverminderung oar- ftellt; daß diese den Zechen das Weiterarbeiten ohne Arbeiterentlassung gestattet hätte; daß, kurzuni, die Zechen gleichzeitig die Interessen ihrer Arbeiter und ihrer Aktionäre hätten wahren wollen; daß dagegen die Arbeiter blindlings ihre eigenen und ihrer Brotherrn Interessen geopfert hätten. Und während in dieser Darstellung die Zechen als der einsichtigere Teil der streitenden Parteien erscheinen, verdienen sie obenorein dadurch, daß sie für einige Zeit der Förderung überhoben sind und ihre aufgehäusten Lagerräume leeren können, um fo mehr (Selb, als die Nachfrage und die Preise der Kohlen thatsächlich sich verlustbringend zu gestalten drohen. Nun behalten die Zechen das Geld, das sonst die unnütze Förderung gekostet hätte, dank der freiwilligen Arbeitsniederlegung der Bergleute, in ihren Kassen; die Arbeiter dagegen haben nur alles zu verlieren gehabt und zwar zu einem Augenblicke, wo der derbst vorzeitig und rauh ins Land tieht und die Bedürfnisse aller Art gebieterisch sich mehren. In den nächsten Tagen kann der Ausstand im Lütticher Bezirke immer noch weiter um sich greisen; aber lange können die Arbeiter denselben nicht aushalten, und dann müssen sie sich den Zechen auf Gnaoe oder Ungnade ergeben. Wer weiß, ob es bann bei 5 Prozent Lohnverminoerung bleiben wird.
** G.ustav-Adols-Fest. Die von der deutschen Gustav-Adolf-Stiftung in Köln a. Rh. für die drei ersten Tage des Oktober geplante 54. Hauptversammlung versprüht eine großartige Feier zu werden. Nach unseren direkten Informationen aus Köln gestaltet sich die Fest^- vrdnung folgendermaßen: Montag, 30, Sept., abends 8 Uhr: Versammlung zu gegenseitiger Begrüßung im Börsensaale des Gürzenich, woselbst Ansprachen von entern Kölner Pfarrer und von einigen Geistlichen aus der Diaspora gehalten werden; der Männerchor hat ferne Mitwirkung zugesagt. Dienstag, 1. Okt., vorm. 9 Uhr: Beratung des Zentralvorstandes im Hotel Disch; um 10 Uhr versammeln sich die Festgäste am Gürzenich, von wo bis 12 Uhr gruppenweise Führungen durch Köln stattsinden. Nachmittags halb 4 Uhr ist nichtöffentliche Versammlung der Abgeordneten im Gürzenich; 5 Uhr Festgottesdienst in der Trinitatiskirche, in dem Hofprediger D. Rogge-Potsdam predigen wird. Nach der Predigt findet die feierliche Uebergabe der von der Kölner ev. Gemeinde gestifteten Vasa sacra an den Gustav-Adolf-Verein statt. Abends 7 Uhr: Oeffentliche volkstümliche Versammlung der Mitglieder und Freunde des Vereins, unter Leitung des Superintendenten Terlinden aus Duisburg im großen Gürzenichfaale. 1. Teil: Begrüßung der Hauptversammlung des Gustav- Adolf-Vereins durch die Vertreter der kirchlichen und weltlichen Behörden. Erwiderung durch den Vorsitzenden des Zentralvorstandes, Geh. Kirchenrat D. Pank aus Leipzig. 2. Teil: Ansprachen von Geistlichen aus der Diaspora, gemeinsame Gesänge mit Orgelbegleitung. Am Mittwoch, 2. Okt., läuten von 8 bis halb 9 Uhr die Glocken sämtlicher evangelischer Kirchen. Vormittags 9 Uhr Festgottesdienst in der Chriskuskirche (Konsistorialrat Beck aus Bayreuth). Gleichzeitig hiermit Kindergottesdienst in der Trinitatiskirche (Pfarrer Röhrig aus Honnef). Mittags 12 bis 3 Uhr: Erste öffentliche Hauptversammlung im Ev. Vereinshaus (Rheingasse 13/15); nachmittags 5 Uhr nichtöffentliche Versammlung der Abgeordneten int Gürzenich. Abends 8 Uhr öffentliche Versammlung wie am ersten Albend, unter Leitung des Oberkonsiftorialrat D. v. Braun aus Stuttgart. Hier finden die Ueberreichungen verschiedener Festgaben statt mit folgenden Ansprachen von Diaspora- Geistlichen ; wiederum gemeinsame Gesänge mit Orgelbealeit- ung. Donnerstag, 3. Okt., vorm. 9 Uhr: Zweite öffentliche Hauptversammlung int Evang. Vereinshause; nachm. 3 Uhr: Festmahl int Zoologischen Garten; abends 8 Uhr: Geistliche Musikaufführung in der Chriskuskirche. Für Freitag, 4. Okt., vorm. 9 Uhr ist die Grundsteinlegung der ev. Kirche in Troisdorf vorgesehen. Diejenigen Fest- tettnehmer, die durch Vermittelung des Festausschusses Wohnung im Gasthaus oder Freiquartier bei Privaten wünschen, wollen sich bis zum 27. September bei Pfarrer Rebensbura-Köln, Antoniterstr. 18, anmelden. Damen haben zu allen Versammlungen, soweit nicht als geschlossene bezeichnet, Zutritt. Fest- und Tischkarten kosten je 3 Mk., Eintrittskarten zur geistlichen Musikaufführung 1 Mk. Persönliche Anmeldung bei dem Bureau int Quatermarktsaalc. deS Gürzenich, wo die Besucherliste mifliegt, erbeten. Die Festkarte berechtigt außer zur Teilnahme an den Versammlungen äu unentgeltlichem Besuche des Zoologischen Gartens und verschiedener anderen Sehenswürdigkeiten.
of. Bersrod, 18. Sept. Demnächst findet hier die Bürger-
Schisssnachrichten.
Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos.
Bremen, 17. Sept. (Per transatlantischen Telemaph.) Der Toppelschrauben-Schnellpostdampfer Kaiser Wilhelm der Große. Kapt. H. Högemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr morgens wohlbehalten in Newyorr angekommen.
Degen auf die Leute kod. Diese flüchteten; nur ein stark angetrunkener Mann namens Möllmann blieb stehen. Der Hauptmann brachte dem Möllmann zwei Stiche bei, einen in die Brust, einen in den Unterleib. Die Verletzungen scheinen jedoch nicht gefährlich gewesen zu sein, denn Möllmann konnte noch davonlaufen. Der Hauptmann alarmierte darnach die Kompagnie und gab den Befehl: „An die Gewehre!" — Es wird abzuwarten sein, wie sich die Sache aufklart.
* Heber bas scheußliche Verbrechen in Bonn (vergl. Nr. 217 d- „Gieß. Anz.") berichtet die „Rh. Wests. Ztg." weiter: Schon 1894 hatte die Kölner Polizei Nachforschung gegen die Geschwister Freimutd angestellt, es fehlte ihr aber an Beweisen. Diese hat nunmehr die Kriminalpolizei gesammelt durch Nachforschungen in Beuel, Siegburg, Deutz, Ehrenfeld, Nippes, Solingen, Remscheid und Lhttgs, wo Freiwald in den letzten zwanzig Jahren wohnte. 40 Zeugen sind bisher aufgeboten. Elf Kinder aus dem verbrecherischen Umgang mit den Schwestern sollen durch Eintreiben von Nadeln in die Schädeldecke getötet sein. Infolge der langen Zeit bis zur Aufdeckung des Verbrechens konnten strikte Beweise hierfür aber nicht er
bracht werden.
* Der Chefredakteur im Löwenkafta. In Frankfurt a. M. ist Herr Müller-Herrfurth, Chefredakteur der „Sonne", Stadtverordneter von Frankfurt, ein bekannter Lebemann und Sportsmann, mit der Löwenbändigerin Mlle. Marguerite auf Grund einer Wette int Löwen- käsig gewesen und hat dort mit der Dame eine Flasche Sekt ausgetrunken. Die Szene wird wie folgt beschrieben: Herr Müller-Herrfurth betritt festen Schrittes und hocherhobenen Kopses die Bühne. Die Löwenbändigerin reicht ihm zum Gruße die Hand, die der Herr (H)efrebafteur und Stadtverordnete chevaleresk an die Lippen führt. Darauf tritt der Held des Abends in den Käfig hinein; dort be- inden sich bereits ein weiß gedecktes Tischchen mit einer Flasche „Veuve Cliquot" sowie zwei Stühle. Fräulein Mar- jnerite öffnet die Flasche mit geübter Hand und winkt )ann Herrn Müller-Herrfurth, hineinzukommen. Tie Spannung des Publikums hat ihren Höhepunkt erreicht; kaum, daß man zu atmen wagt. Herr Müller-Herrfurth öffnet ruhig die Thür des Käfigs und tritt hinein. Er ergreift die Geöffnete Flasche und schänkt, während Mademoiselle ne Löwen wie Katzen durcheinanderjagt, beide Gläser voll. Dann tritt er mit dem schäumenden Pokal in der Hand in die Mitte des Käfigs und wendet sich mit den Worten an das Publikum: „Dieses Glas auf das Wohl der mutigen Löwenbändigerin!" Diese stoßt mit ihm an, und beide leeren ihre Pokale. Tas Publikum rast vor Begeisterung: „Hoch Müller, bravo, Müller, ein verfluchter Kerl, dieser Müller! Hurra!"--Jetzt fordert die Tarne .Herrn Müller-Herr-
fitrth zum Sitzen auf. Beide fetzen sich; Herr Müller schenkt die Gläser wieder ein, während Mademoiselle den größten Löwen heranlockt. Gravitätisch kommt er daher, die Augen neugierig auf den unberufenen Besucher gerichtet. Herr Müller-Herrfiirth beugt sich vor und streichelt das prächtige Tier. Andere Löwen kommen langsam heran und werden gleichfalls von Herrn Müller-Herrfurth streichelnd begrüßt. Jetzt steckt sich dieser eine Zigarre an und reicht das! brennende Streichholz seiner Nachbarin hinüber, die eine Zigarette in Brand setzt. Die Gläser werden wieder gefüllt, Fräulein Marguerite stößt mit Herrn Müller-Herrfurth auf das Wohl des Publikums an. Dosender Beifall von allen Seiten . . . Lärm, Hallo. . . Die Produktion ist vorüber. Herr Müller-Herrfurth verläßt mit ber Löwenbändigerin den Käfig . . . Sensationeller Abschluß Ein Lorbeerkranz siir Herrn Müller-Herrfurth und eine Palme für Mabe- moifelle Marguerite' werben auf bie Bühne gereicht- Tas Publikum verläßt befriebigt unb unter erneuten Bravorufen feine Plätze, Müller-Herrfurth mit ber Künstlerin Hand in Hand verbeugt sich wiederholt vor dem Publikum, der Vorhang fällt.
Arbeiterbewegung.
e. Gießen, 18. Sept. (Gewerbegericht.) Den Vorsitz in ber heutigen Sitzung führt in Vertretung des Beigeordneten Wolff Stadtverordneter Hau dach. Es standen nur zwei Klagesachen zur Verhandlung, in denen die Kläger wegen angeblicher unbegründeter kündigungsloser Entlassung ihre Löhne für 2 Wochen als Entschädigung von ihren Arbeitgebern fordern. In beiden Sachen kam Vergleich zu stanoe.
Berlin, 17. Sept. Das Landgericht verurtellte den Verlags- buchhändler Dewald zu 6 Monaten Gefängnis wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgesellschast, begangen durch Verbreitung von Postkarten, auf denen die Schlichtung des Konitzer Gymnasiasten Winter und der Böhmin Agnes Hruza dargestellt war. Die Beschimpfung liege darin, daß der Ritualmord als eine durch die religiösen Vorschriften der Juden vorgeschriebene Einrichtung hingestellt werde.
BreSlau, 15. Sept. Die Oeffentlichkeit des Verfahrens vor den Militärgerichten wird immer mehr Chimäre. Vor dem Kriegsgericht der 11. Division zu Breslau stand als Angeklagter am Samstag der Hauptmann im 11. Jnf.-Regiment zu Breslau, Friedrich v. Oertzen. Vor Verlesung der Anklageschrift beschloß das Gericht ' ' :ge, Kriegsgerichtsrats v. Hillner,
Verhandlung die Oeffent
lichkeit auszuschließen, wegen Besorgnis der Gesährdung der milttärdiensllichen Jntereffes. Bei der Urtcil§DerFünbtmmg wurde die Oeffentlichkeit wieder hergestellt. Der Tenor des 6-rkenntniffes lautet: .Der "Angeklagte wird wegen Mißbrauchs seiner Dienst- gewalt imb schuldhafter Berabsaumung der Tienstausticht zu vier Wochen Stubenarrest verurteilt." Welche fhafbaren Handlungen dem Hauptmann zur Last gelegt worden sind, wurde geheim gehallen, denn bei der Urteilsbegründung wurde die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung dienstlicher Jntereffen wieder au5- geschloffen. _ _
— Ein Storch darf nicht geschaffen werden. Der Guts, besitzer Wulff von der Poppenmühle in Weinheim bei Alzey hatte einen Strafbefehl von 80 Mk. erhalten, weil er einen Storch geschaffen hatte. Gegen diesen Snafbefehl erhob der Beschuldigte Einspruch mit der Behauptung, er habe im berechttgten Interesse gehandelt, da der Storch ihm einen beträchtlichen Schaden an seinem Teiche angerichtet haoe, indem derselbe für über 200 Alk. an Karpfen aus dem Teiche herausaefischt habe. Diese Angelegenheit kam nun jüngst vor das Schöffengericht zu Alzey und gab der als Sachverständiger vor dem Gericht erschienene Schriftführer des hessischen Fischereivereins die Erklärung ab, daß thatsächlich der Storch von vielen Fischereibesitzern geschossen toerbc, weil derselbe ein ganz gefährlicher Fifchräuber sei. Ter Storch sei aber durch das Vogelfchutzgesetz geschützt und dürfe daher nicht geschossen werden. Ta aber der Gutsbesitzer den entstandenen Schaden nicht Nachweisen konnte, so wurde er abgeurteilt, die Geldsttafe aber auf 5 Mk. herabgesetzt.
— Eine viel zu milde Strafe hat ein Fabrikant höchst gefährlicher Zigarretten erhalten, über den der „Schw. Mexk." aus der Stuttgarter Straffammer berichtet: Ter Pyrotechniker Fischerin Cleebronn, Oberamt Brackenheim, brachte eine Art Ziaarrctten in den Handel, welche an ihrem Hinteren Ende eine mit Erplosiv- stoff anaejüUtc Patrone enthielten und kurze Zeit nach Jnbrand- setzen plötzlich nach vorn explodierten. Diese unter dem Slawen „Pfcifenzigarrette" als „Scherzartikel" verkauste Zigarrette verursachte einem ahnungslos Rauchenden eine unbedeutende Brandwunde an den Sippen und lenkte so die Aufinerksamkeit des Gerichts aufgsich. Die Ferienkammer verurteilte den Verfertiger dieses Artikels wegen Vergehens — gegen das Nahrungsmittelgesetz zu einer Geld- fträfe vön 50 Mk. Und wenn nun einem Raucher dieser albernen „Scherzartikel" von der explodierenden Pattone eine gefährliche- Verwundung, etwa am Auge, beigebracht wird? Wenn irgendwo, hätte hier die Bestrafung wegen „groben Unfugs" stccttftnden müssen.
Handel und yerireljL Volkswirtschaft.
Märkte.
§ Gedern, 17. Sept. Der heutige Schweinemarkt war gut befahren. Der Handel ging flott. Feckel wurden das Paar mit 50 Mk., fette Schweine mit 50 Pfg. pr. Pfund Lebendgewicht und Einlegschweine mit 130 Mk. das Paar durchschnittlich verkauft.
0 Ulrichstein. 18. Sept. Unserem gestrigen und heutigen „Michaelismarktt war das Wetter günstiger als man nach den vorausgegangenen Regentagen hatte erwarten dürfen. Deni gestrigen Rindviehmarkt that der gleichzeitige Gießener Viehmarkt allerdings Abbruch. Da das Angebot auch nicht zu groß war, bewegte sich der Handel auf gesunder Basis. Ausfallend erschien, daß der Rindviehmarkt keinesfalls so überaus billige Preise aufwies, wie sie von anderen Märkten berichtet werden. Verursacht wird diese bessere Preislage durch die günstigen Grünfutterverhältnisse in unserem oberen Vogelsberg. Auf dem Schweinemarkt herrschte reges Leben im Handel. Dabei wurden Preise bezahlt, die geradezu' als ungewöhnlich hoch bezeichnet werden müssen. In der Regel stehen die Herbstpreise um 50 pCt. hinter den Frühjahrspreisen zurück; auf unserem Michaelismarkt aber bemerkte man nichts von einem solchen Unterschied - bezahlte man doch für das Paar gewöhnlicher Ferkel im Durchschnitt 45—50 Mk. bis hinauf zu 60 Mk. Läufer (Einlegeschweine) kosteten per Paar bis zu 110 und 120 Mk. Zur Zeit bezahlen die Händler für das Pfund Lebendgewicht fetter Schweine bis zu 50 Pfg.
Limburg a. d. Lahn, 18. Septbr. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro Malter.) Rother Weizen 13,95 Mk., roeifjer Weizen —Mk., Korn 10,25 Mk., Gerste 0,00 Mk., Hafer: . alter 0.00 Mk„ neuer 6,48 Mk., Erbsen —,— Mk.________________
September
Barometer auf 0° reduziert
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1
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