Ausgabe 
20.9.1901 Erstes Blatt
 
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Nr. 221

Erscheint täglich mit Ausnahme deS

Montags.

Die Lietzener Zamlliev- blStter werden dem An­zeiger im Wechsel mit demHess. Landwirt" ynb den -Blättern für Äche ^Volkskunde"

al wöchentlich bei­gelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Gchulstratze 7.

Adresse für Depeschen: «uzetger Gießen.

FrrnsprechanschlußNr.51.

Erstes Blatt.

151. Jahrgang.

Frettag 20. September 1901

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

Annahme von Anzeige« zu der für den folgenden Sag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigon-Vermitt- lungsstellen des In- und Auslandes nehmen An­zeigen entgegen.

Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg.

Rotationsdruck u. Vev» lag der Brühl'schen UniversitätS - Druckerei (Pietsch Erben).

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Amtlicher Teil.

Gießen, den 16. September 1901. Betreffend r Das Schießen der Kriegeroereine bei Begräbniffen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Verfügung vom 20. v. M. (Gießener Anzeiger Nr. 199) noch im Rückstände sind, werden an die Erledigung derselben binnen 8 Tagen erinnert.

___________________v. Bechtold.__________________

Bekanntmachung.

Betreffend: Amtstage in Hungen.

Die unterzeichnete Behörde wird

Mittwoch den 9. Oktober d.

von vormittags 91/* Uhr ab

im Rathause zu Hungen einen Amtstag abhalten und wird den KreiSeinaesesienen aus den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termin vorzubringen.

Gießen, den 17. September 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.

Gießen, 17. September 1901. Betr.: Wie oben.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der in den Amts- gerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreise- Gießen.

Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in Zwischen­räumen von 8 Tagen dreimal in Ihren Gemeinden auf orts­übliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen. __________________.v Bechtold. __________________

Gießen, den 17. September 1901. Betr.: Ten Rundgang der Feldg^'chworenen.

Das GroMerzogtiche Kreisamt Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Wir empfehlen Ihnen, die Feldgeschworenen zu ver­anlassen, nach § 20 der Instruktion vom 23. Februar 1833 (Regierungsblatt S. 105) im Laufe dieses oder des nächsten Monats die Gemarkungen zu begehen, um sich blort dem Zustande der Grenzen (Gemarkungs-, Flur- und Gewann­grenzen) sowie der Aussteinung zu unterrichten und über den Befund in ihr Tagebuch ein Protokoll aufzunehmen. Wir machen dabei darauf aufmerksam, daß zwar zu einem Steinscch wenigstens drei Feldgeschworene beisammen sein müssen, daß aber an den Rundaängen, wenn .dabei nicht zugleich Steine gesetzt werden sollen, nur zwei Feldge- fchworene teilzunehmen haben. Wegen Beseitigung der Vor­gefundenen Mängel wollen Sie das geeignete veranlassen, wobei namentlich die Aufräumung, Geraderichtung und Er­neuerung der Grenzsteine ins' Auge zu fassen ist. An den Dreiecks-, Gemarkungs-, Flur-und Gewann-Grenzsteinen darf jedoch keine Veränderung ohne Mitwirkung eines Geometers 1. Klasse Vorgcnvmmen werden. Die Wahl und Zuziehung desselben bleibt Ihnen überlassen; doch wollen Sie da,

Die Anarchisten-Kolonien in London.

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seine Tienzsteit hinaus beim Heer behalten worden war. Eines Morgens gelang es ihm, zu entkommen und er gelangte

Das Interesse der Landwirtschaft an lang­fristigen Handelsverträgen.

Zur zoll- und handelspolitischen Frage wird in der Deutschen Jndustrie-Ztg.", dem Organ des Zentralverban­des deutscher Industrieller, ausgeführt, ein wie großes Interesse auch die Landwirtschaft an langfristigen Handels­verträgen hat. Es wird dort ausgeführt:

Der Ueberschuß der Zuckerausfuhr über die Zucker­einfuhr allein betrug 1900 216 Mill. Mark. In der Pa­pierindustrie wurden für 20 Mill. Rohstoffe und Halb­zeug eingeführt, und für 31 Mill, ausgeführt. Es bleiben also schon hier 11 Mill. Ueberschuß. Da für 100 , Mill. Fabrikate ausgeführt wurden, so gingen im ganzen für 111 Mill. Mark Papierfabrikate einschließlich des Rohstoffes und der Halbfabrikate aus deutschem Rohmaterial ins Aus­land. Bei der Rauchwaren-Industrie wurden zwar für 97 Mill, mehr Rohstoffe eingeführt, aber dafür für 206 Mill. Fabrikate ausgeführt, so daß ebenfalls ein Ueber­

schuß von 119 Mill. Mark entsteht. Setzt man die Hälfte desselben auf Rechnung der Wertvermehrung der Rohstoffe- durchs die bei der Herstellung von Fertigfabrikaten auf sie verwandte Arbeit, so bleiben immer noch 60 Mill, übrig, welche aus deutschem Rohmaterial stammen. Diese drei Posten allein ergeben Ausfuhrwaren im Werte von 387 Mill. Mark, welche aus Material stammen, welches die deutsche Landwirtschaft liefert. Die Summe ist so bedeutend, daß es unnötig ist, auch noch die kleineren Posten zusammen zu zählen, welche sich auf den verschie­densten anderen Gebieten finden. In jedem Falle gehen jährlich für rund 400 Mill. Mark deutsche Jndustrieerzeua- nisse ins Ausland, für die ausschließlich die deutsche Land­wirtschaft das Rohmaterial liefert. Wie, wenn ein Still­stehen unseres Ausfuhrhandels dieser Abnahme von Roh­material ein plötzliches Ende bereitete?

ImStandard" schildert jemand die Anarchisten- Kolonien in London. Diese befanden sich vor einigen Jahren ebenso wie alle übrigen gesellschaftfeindlichen ,Geheimbünde, in der Nähe von Whitechapel. Jetzt hat sich die Anarchisten- Kolonie weiter nach Süden zu ausgedehnt. In der Gegend giebt es jetzt eine ganze Menge Anarchisten-Klubs. Die Anarchisten haben ihre eigenen Speise- und Kaffeehäuser, Tanzhallen und Spielhöllen. Drei Zeitungen findet man aufgelegt- Etwa ein Dutzend anarchistische Frauen-Klubs! giebt es. Ihre alte Druckpresse steht noch in einem nur mit einer Leiter von der Straße aus zugänglichen Stall der Hanburh Street. Sie haben jedoch eine neue, die jene Gattung von Litteratur hervorbringt, für welche in der Anarchiften-Kolonie unbeschränkte Nachfrage zu herrschen scheint. In Liverpool, Birmingham, Manchester, Leeds und tzull haben die Londoner Anarchisten Filialen gegründet. Ein Londoner Anarchist sagte dem Korrespondenten des Standard", daß es jetzt über 6000 Mitglieder gebe, die wöchentlich je 20 Pfennige zahlen. Angenommen, daß 4000 dieser Leute Familienhäupter sind, so würde man es mit einer gesellschaftfeindlichen Kolonie von über 20000 In­dividuen zu tbun haben, deren geistige Nahrung in den verderblichen Lehren der anarchischen Presse besteht und deren Glaube als das Evangelium der Gewaltthätiakeit und des Mordes bezeichnet werden kann. Sie vermehren sich stets durch neuen Zuzug aus Rußland und Südost-Europa. Darunter sino Leute, oie zu den: extremsten Flügel der Anarchisten gehören und deren Zusammenhang mit der Partei den Boden ihrer Heimat für sie zu heiß gemacht hat. Ein Lieblings-Zusammenkunftsort derOstender" Anarchisten, die fast ausschließlich jüdische Einwanderest seien, sei ein kleiner Klub in der Berners Street. Dieser! sei nicht ein Versammlungslokal, wo für die Anarchisten bÄieutungsvolle Dinge verhandelt würden, sondern nur ein zu gemütlichem Verkehr erwähltes Lokal. Die Stammgäste kämen häufig aus Südrußland, von Kiew, Odessa usw. Das Klubzimmer ist ziemlich groß, aus den zwei zu einem Zimmer vereinigten Wohnzimmern des Parterre, wie man sie in engl. Arbeiterhäusern findet, bestehend. Das Meuble­ment besteht aus langen hölzernen Tischen und Bänken. Der Erzähler, der eine Art Detektiv zu sein scheint, schildert die in dem Zimmer versammelte erzählende, rauchende und disputierende Gesellschaft und ihre Gespräche. Einer der Leute war 14 Jahre Soldat im Kaukasus, der lange über

wo es sich um Grenzsteine mehrerer Gemarkungen handelt, sich unter einander desfalls benehmen. Für die Erhaltung der Parzellengrenzsteine des Gemeindeeigentums ist auf Gemeindekosten von Ihnen Sorge zu tragen. Wo noch keine Aussteinung des Gemeindeeigentums stattgefunden hat, be­auftragen wir Sie, den Gemeinderat deshalb zu vernehmen uno dessen Beschluß zu vollziehen. Die an den Parzellen- Osteinen der Privaten vorgefundenen Mängel sind den ligten zur Beseitigung zu eröffnen.

Wo die Gemarkungsgrenze mit der Landesgrenze zu- sammenfällt, darf eine Beseitigung etwaiger Mängel nur mit unserer ausdrücklichen Zustimmung erfolgen.

In denjenigen Gemarkungen, in welchen im laufenden Jahre eine Revision der Grenzpunkte durch einen von dem Großherzoglichen Katasteramt beauftragten Geometer statt­gefunden hat oder in welchem eine solche angekündigt ist, sowie in Denjenigen, in welchen eine allgemeine Wieder­herstellung der fehlerhaften Punkte durch, einen Geometer im Gange ist, hat der Grenzgang für dieses Jahr zu unter­bleiben. Wir erwarten jedoch in solchem Fall Ihren Bericht, daß und warum dies geschehen ist

Im übrigen verweisen wir Sie auf das Gesetz vom 23. Oktober 1830 (Regierungsblatt <S 463) und die vorge­nannte Instruktion vom 23. Februar 1833 (Regierungs­blatt S. 105).

Ms spätestens 1. November d. Js. sind uns Abschriften der in die Tagebücher der Feldgeschworenen aufgenommenen Protokolle mit Bericht über Ihre desfalls getroffenen An­ordnungen von Ihnen vorzulegen. Die Mängel sind bis spätestens 1. April n. Js. zu beseitigen. Die Gebühren der Feld geschworenen bedürfen keiner kreis­amtlichen Genehmigung und sind deshalb die Ver­zeichnisse ' nicht vorzulegen.

"_______________v. Bechtold.____________________

Kekanntmachung.

In meine gestrige Bekanntmachung wegen der Licher Generalversammlung hat sich zu meinem Bedauern ein Fehler eingeschlichen. Richtig muß sie dahin lauten, daß die Ver­sammlung nicht Freitag, 20., sondern Mittwoch, 25. ds. Mts., stattfindet.

Gießen, 19. September 1901.

Der Direktor des landw. Bezirksvereins.

v. Bechtold.

Feuilleton.

Ein Chinabrief.

Aus Leserkreisen wird uns ein Brief eines China- sahrers zur Verftigung gestellt, in dem dieser die Ein­drücke schildert, die er auf der Reise und in dem Lande des Sohnes des Himmels gewonnen hat. Wir geben aus den interessanten Schilderungen des deutschen Soldaten, der beiläufig bemerkt nur Volksschulbildung besitzt, im folgenden einiges wieder:

Tientsin, den 19. Juli 1901.

Am 2. August 1900 fuhren wir mit dem Dampfer ,,Rhein" unter den begeisterten Kundgebungen der Bevölker­ung von Bremerhaven ab. Auf hoher See hatte ich Ge­legenheit, mich über die Einrichtung dieses Kolosses, auf dem wir uns nun 42 Tage häuslich niederlassen sollten, zu informieren. Es macht auf jeden, der noch nie in seinem Leben Gelegenheit hatte, größere Reisen zur See zu machen, einen äußerst eigentümlichen Eindruck. Sie können sich leicht einen Begriff über die Größe und Ein­richtung dieses Schiffes machen, wenn Sie in Bettacht ziehen, daß außer 2200 Offizieren, Unteroffizieren und Mann­schaften der ganze Proviant für die Reise, sowie Kohlen, Wasser pp. und eine erstaunliche Menge von Kriegsmaterial darauf .untergebracht war. Unsere Verpflegung war, in Anbetracht der starken Besatzung eine ziemlich gute. Wenn auch die Seekrankheit unangenehm ist, so hält sie doch keinen Vergleich aus mit den Unannehmlichkeiten der Fahrt durch dasRote Meer". Während in den dem Aequator näher gelegenen Landstrichen üppige Vegetation herrscht, ^existiert zu beiden Seiten desRoten Meeres" weder Baum noch Strauch. Die Küste zu beiden Seiten besteht lediglich aus Sand. Hier herrschte eine geradezu ungeheure Hitze. Die höchste Zahl der Wärmegrade betrug 58 Grad Celsius, worunter wir vier Tage zu leiden hatten. Daß bei einer solchen unheimlichen Hitze das Wasser warm und das Bier verdorben wird, ist selbstverständlich. Tas Baden ist keine Erquickung, sondern hat Aehnlichkeit mit einem Dampfbade. Durch das bittersalzige Seewasser bekamen wir denRoten

Hund", einen Haut-Ausschlag, der ein ungemein juckendes Gefühl am ganzen Körper hervorrust, das durch das im­merwährende Schwitzen fortwährend gesteigert wird. Nach dem Verlassen des'Roten Meeres", dessen Wellen wir leider einen Kameraden, den die Hitze als Opfer forderte, überlassen mußten, wurde die Temperatur angenehmer. Von Hongkong an bekamen wir allmählich eine Temperatur, die der zu Hause herrschenden fast gleich kam.

Am 13. September 1900 kamen wir ohne besonderen Zwischenfall auf der Rhede von Tarn an. Während bei Frieüenszeiten die Zahl der hier verkehrenden Schiffe eine verschwindend kleine ist, lagen zur Zeit unserer An­kunft über hundert der größten und modernsten Kriegs­schiffe hier. Es war ein grauenhaft schöner Anblick, als wir an diesen Kolossen vorbeifuhren, die uns zum Gruß ihre 22 Zenttmeter-Geschütze aus den Panzerungen .entgegen­streckten. Am Morgen des 14. September 1900 wurden wir durch den Flußdampfer Yung-Ping von der Taku-Rhede nach Tangku befördert, da größere Dampfer den Peiho nicht passieren können. Den ersten Eindruck, den wir auf chinesischem Boden gewannen, war ein trauriger: zer­schossene, rauchgeschwärzte Häuser bezw. Lehmhütten, in den zum Teil aus getrockneten Gräben Leichen und Tier­kadaver, überall die Greuel der Verwüstung. Als wir nach Tientsin kamen, sahen wir in der Nähe des Bahnhofs nur Ruinen. Das europäische Viertel ist in unglaublicher Weise mitgenommen worden. 9Loch schlimmer war der Anblick der Chinesenstadt, wo ganze Teile niedergebrannt waren. Wer natürlich Tientsin jetzt sehen würde, würde es aller­dings nicht mehr erkennen, da die internationale Polizei bezw. die provisorische Regierung alle Hebel in Bewegung setzte, um die zum Teil noch erhaltenen Gebäude wieder in Stand zu setzen.

Dadurch, daß sich die Deutschen die frühere Universität (ein im Viereck gebautes zweistöckiges Gebäude mit schönem Hof) gesichert haben, hatten sie bis jetzt ein gutes La­zarett, das später eine entsprechende Kaserne abgeben kann. Tie Universität liegt in unmittelbarer Nähe des Peiho. Letzterer ist hier ungefähr 20 Meter breit. Während, des Winters friert er zu, im Sommer trocknet ec zum

großen Teil aus, und während der Regenzeit ist er so wild, daß er kaum zur Schiffahrt benutzt werden kann. Sein Wasser hat die Farbe der Chokolade und ist auch so dickflüssig wie Letztere infolge des lehmigen Flußbettes. Da der Chinese allen Unrat dem Peiho übergiebt, ist es erklärlich, daß das Wasser äußerst bazillenhaltig ist. Trotz­dem ist der Chinese darauf angewiesen, weil fast gar keine Brunnen vorhanden sind, Nahrungsmittel, wie Ge­müse, Obst pp. mit Peiho-Wasser zu waschen. Deshalb muß man sich vor dem Genüsse des letzteren hüten, da man sonst fast unfehlbar der Typhus- oder Ruhrerkrankung anheimfällt. Zum Glück haben beide Krankheiten bedeutend nachgelassen.

Im Monat Februar hatte ich Gelegenheit, eine vier­zehntägige Erholungsreise nach Peking zu machen. Ter Eindruck, den ich dort gewann, wich weit von meinen bisherigen Vorstellungen ab. Peking, die Residenz des Sohnes des Himmels, eines der größten Schmutznester, das Gottes Erdboden aufzuweisen hat. Es ist ein Viereck, von einer bis zu 18 Meter hohen und fast eben so breitest Mauer umgeben. Ebenso wie Peking durch diese Mauer von der Außenwelt ist der Kaiserpalast von Peking getrennt. Der Begriff Kaiserpalast ist illusorisch, denn es ist kein Palast, sondern eine Stadt von weit mehr als 100 ein­stöckigen Gebäuden. In der Kaiserstadt selbst befindet sich, durch eine ungefähr 10 Meter hohe Mauer abgegrenzt die sogenannteVerbotene oder Heilige Stadt". Der Kontrast zwischen Peking und der Kaiserstadt läßt sich gar nicht beschreiben. Während der Kuli (Tagelöhner) im Schmutz verkommt, herrscht in der Kaiserstadt eine peinliche Sauber­keit. Peking selbst hat keine geregelte Kanalisation, ebenso schlecht ist es mit Dungabfuhr und Straßenreiniguug be­stellt. Jeder benutzt vor oder hinter seinem Hause einen Platz zur Ablagerung von Kehricht pp. Früher haben aller­dings Straßen existiert, doch sind es jetzt zum weitaus größten Teil Schmutzgräben. Da es hier zeitweise sehr wenig regnet (in der Zeit von Sktober bis Mai regnet es hier fast nie), so entwickelt sich ein Staub, von dem sich der Europäer überhaupt keinen Begriff machen kann. Daß diese Hausen von Staub und Schmutz richtige Brut-;