Er
tfüt, seien von uns unrichtig wiedergegeben worden, inK-r besondere seien Worte gemeldet worden, die der General-, Feldmarschall garnicht gesprochen habe, erklärt unser Vertreter in Hannover, der die Reden stenographisch aufge-- nornmen und uns übermittelt hat, folgendes: „Bei der Aufnahme der Reden befand ich mich in einer so geringen Entfernung vom Redner, daß, ein Verhören so gut wie ausgeschlossen ist. Das gilt namentlich für die Aufnahme der Erwiderung auf .die Ansprache des Oberpräsidenteni Grafen Stolberg-Wernigerode, und ganz besonders für die Worte, die in der erwähnten Korrespondenz als „nie gesprochen" bezeichnet werden. Ich habe nichts nach Berlin übermittelt, was ich nicht auf Grund meines Stenogramms verbürgen kann."
— Die Nachricht von der bevorstehenden Vermähl- ilng des Ab g. Richter wird von d e r „F r e i s. Z t g." bestätigt. Die „Berl. Reuest. Rachr." hoffen, daß dep Ehestand den Abg. Richter etwas milder stimmen werde. Tie „Post" meint, nun komme er doch wenigstens einmal in seinem Leben dazu. Ja zu sagen. Privatim hört die „Deutsche Ztg." die Befürchtung äußern, Frau Richter, verw. Parrisius gehe bei der Abneigung ihres Bräutigams gegen hohe Ausgabebudgets einer an Kämpfen reichen Ehe entgegen.
Straßburg, 17. Aug. Weibischof Dr. Marbach hat seine Demission eingereicht. Dieselbe wurde von der Re-, gierung angenommen.
— Dem Reichstage soll bei seinem Zusammentritt im Herbst eine Vorlage unterbreitet werden, durch die die Pensionen der Offizere nicht unwesentlich erhöht werden sollen. Der Mindestbetrag der Pension, der bisher nur des penfionsfähigen Einkommens betrug, soll künftig die Hälfte betragen. Ferner soll der Höchstbetrag der Pension, der bisher nach dem 40. Dienfijahre gewährt wurde, in Zukunft bereits nach Zurücklegung von 35 Dienstjahren ge« währt werden. ES sollen folgende PeufionSsätze gezahlt werden: Nach zehn Dienstjahren Vi oder w/ioo (U), nach 15 5S/100, nach 20 60/|fle, nach 25 «/loe- «ach 30 w/1M, nach 35 s/4 oder 75/100 des penfionsfähigen Diensteinkommens. Während z. B. ein Stabsoffizier ohne RegimentS-Kommas- deurs-Kompetenzen mit 30 Dieustjahrerf nach dem bisherige» Pensionsregulativ 15 -f- 20 — 96/«o des penfionSfähige» Diensteinkommens von 6980 Mk. — 4072 Mk. als Pension bezog, berechnet sich solche nach der neuen Vorlage auf to/1oo oder 7/10 von 6980 — 4886 Mk., somit um 814 Mk. mehr.
— Vom 1. April bis 31. Juli gelangten im Deutschen Reiche folgende EinuahmenanZöllen, gemeinschaftlichen Verbrauchssteuer», sowie anderen Einnahmen zur An- schreibung: Zölle 168 588109 (gegen daS Vorjahr mehr 6 755 509), Tabaksteuer 3 594 446 (weniger 5273), Zucker, steuer und Zuschlag 31058 230 (weniger 10 161 133), Salz» steuer 13 976 444 (weniger 143 853), Maischbottichsteuer 2 003 218 (weniger 241 641), Verbrauchsabgabe von Bräunt, wein, Zuschlag 40 873 720 (mehr 564 086), Breunsteuer minus 1309 (weniger 327 021), Brausteuer 12 014 375 (mehr 278 550)', UebergangSabgabe von Bier 1 245 645 (weniger 121233), Summa 273 352 878 Mk. (weniger 3 402 009), Stempelsteuer für a. Wertpapiere 5 018 573 (weniger 8 080 319), b. Kauf, sonstige AuschaffungSgeschäjtl 4 788 613 (weniger 198 813), c. Lose zu Privatlotterie» 2 127 656 (mehr 489 063), Staatslotterien 0 200 499 (mehr 3 996 990), d. Schisssfrachturkunden 252 856 (mehr 159 875), Spielkartenstempel 383 874 (weniger 23 888), Wechselstempel, steuer 4 449 061 Mk. (mehr 170 067).
Bert. R.-A. Burchard: Ich beantrage, den Zeugen nicht zu vereidigen. Die Angaben desselben sind
Ausland.
London, 17. Aug. Das Oberhaus nahm die drei Lesungen der Appropriationsbill, der Militärbautenbill und der Marinebautenbill an. — In der Thronrede, mit der das Parlament vertagt wurde, wird erklärt, daß dis herzlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und den übrigen Mächten unvermindert fvrtbeshinden. Sodann wird der Freude darüber Ausdruck gegeben, daß infolge allgemeiner Verständigung, der sich China angeschlossen habe, die Fragen der Entschädigung seitens Chinas undi der Garantie für ihre Bezahlung erledigt seien. Die Fortschritte der englischen Streikräfte bei der Eroberung der beiden südafrikanischen Republiken wären beständig und ununterbrochen; die militärischen Operationen hätten sich jedoch roegen der Ausdehnung des in Betracht kommenden Landstriches in die Länge gezogen. Die Besuchsreise des Herzogs und der Herzogin von Cornwall und Pork in die Kolonien habe einen bemerkenswerten Erfolg gehabt, worübeü der König sehr erfreut sei. Der begeisterte Empfang des Thronfolgers und seiner Gemahlin habe ab-ermals ine Vaterlandsliebe, Loyalität und Ergebenheit der Bevölkerungen in den überseeischen Besitzungen Englands bewiesen. Schließlich spricht die Thronrede den beiden Häusern des Parlaments Dank aus für die im laufenden Jahre ftw Heer und Flotte bewilligten Geldmittel.
— Dem „Reuterschen Bureau" wird aus Cradock cf» meldet: Oberst Gorrin g e verfolgte Kruitzinger nach dein Gefecht vom 13. August und trieb ihn am 15. Angusv mit ungefähr 100 Mann über den Oranjefluß. Mehrere kleinere' Kommandos streifen von Graaf Reinet bis zum Oranjefluß umher, doch werden sie von britischen Kolonnen beständig verfolgt.
Paris, 17. Aug. Heute nachmittag wurde die 59 Jahn- alte Frau Dannier aus Cherbourg hier verhaftet, die am Vormittag im Justizministerium mit einem R e v o l v e r, den sie verborgen hielt, erschienen war. Sie erklärte, sie wolle den Justizminister Monis töten. Die Verhaftete wird von Aerzten auf ihren Geisteszustand untere sucht werden. Frau Dannier wollte den Justizminister w Angelegenheit eines Revisionsverfahrens sprechen, p™ Dame zeigte sich sehr aufgebracht und beschwerte über die Verschleppung ihres Prozesses. (Man steht' ‘"J Lande der Sensationen hat das Beispiel von dem lächerluven Attentätlein der polnischen Gräfin sofort Schule gemaast- D. Red.) r , „
Wien, 18. Aug. Zwischen den preußische" Staatsbahnen einerseits und ö st e r r. S t a at s ° uiw Privatbahnen andererseits ist ein Konflikt ausgebrochen, weil die preußischen Staatsbahnen Saiwrerig- feiten bei der Aufstellung direkter Tarife aus Wirtschaft politischen Gründen machen. Mündliche Besprechung blieben resultatlos. Oesterreich drohte mit Retorsionsmay- regeln. _ ..
Wien, 19. Aug. Der Geburtstag des Kaisers wurde hier und in sämtlichen Prvvinzhauptshädten dura.
Deutsches Reich-
Berlin, 18. Aug. Aus Wilhelmshöhe wird gemeldet: Der Kais er und die Kaiserin unternahmen gestern nachmittag einen Ausflug nach dem Dörnberg. Heute vormittag besuchten die Majestäten den Gottesdienst in der Schloß-kapelle.
— Aus Anlaß der um dieSüdpolar-Expedition erworbenen Verdienste hat der Kaiser dem Vorstand der nautischen Abteilung im Reichs-Marineamt, Kapitän zur See Schmidt, den Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub und den Marine-Oberbauräten Kretschmer und Köhn von Jaski den Kronenorden 3. Kl., sowie dem Schi schau wer k- sührer Rebensdorf in Kiel das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
— W. T. B erklärt: Gegenüber einer Korrespondenz der „Lpz^' N. Rachr." vom 17. ds. Mts., in der behauptet wird, die R e d e n, die der General-Feldmarschafl Graf Waldersee bei seinem Empfange in Hannover gehalten
derart unglaubwürdig, daß sich unmöglich darauf ein Urteil gründen kann.
Bert. Horn stellt gleichfalls den Antrag, auf Grund der §§ 299 und 199 (3) Skopeck unvereidigt zu lassen. Sko- peck sei verdächtig der Teilnahme durch Begünstigung. Das Verhalten Skopecks im Krümperstall sei sehr auffällig. Fest- stehe, daß er sich in eigentümlicher Weise an der Thür herumgedrückt habe. In unmittelbarer Nähe der Thür muß aber auch der Thäter gewesen sein. Dieser mußte also in erster Linie auch dort Deckung suchen. In den Krümperstall, wo sich der Bursche Krosigks aufhielt, ist niemand gekommen.
Staatsanwalt Meyer bittet, Skopeck zu vereidigen. Es kann von der Vereidigung Abstand genommen werden, wenn die Aussage unbedeutend ist. Skopecks Aussage ist jedoch von enormer Bedeutung. Wenn Skopeck bei der ersten Verhandlung durch das Auftreten von Melzer und Schneider eine gewisse Befangenheit zeigte, so ist das erklärlich durch die militärischen Verhältnisse. Skopeck ist stets bei denselben Angaben geblieben. Auf die Aeußier-, ungen vor Privatleuten ist kein Gewicht zu legen, es kommt darauf an, was der Zeuge vor Gericht bekundet hat. Ich glaube also, daß kein Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen besteht. Der § 199 ist unzutreffend. Abgesehen davon, daß das Verfahren eingestellt ist, ist die Untersuchung derartig zu Gunsten Skopecks ausgefallen, daß nichts Belastendes mehr geblieben ist. Auch der Augenschein selbst hat Skopecks Aussagen bestätigt.
Das Gericht beschließt, zunächst den Dragoner B a l - nus zu vernehmen. Dieser sagt aus, daß Skopeck zu ihm geäußert habe, er habe zwei Leute an der Bandenthür mit runden Mützen gesehen. Die Leute habe er aber in der Dunkelheit nicht zu erkennen vermocht.
Das Gericht beschloß nun, Skopeck auf seine gestrigen und heutigen Aussagen zu vereidigen. Im ganzen hat sich der Gerichtshof den Darlegungen des Vertreters der Anklage anschließen müssen. Skopeck erscheint nicht ganz unglaubwürdig. Ferner handelt es sich hier auch keineswegs um eine unerhebliche Aussage. Rach An- sich, des Gerichtes ist Skopeck keineswegs verdächtig, im Gegenteil ist es ausgeschlossen, daß dieser mit der That in irgend welcher Beziehung steht. Rach eindringlicher Vermahnung wird Skopeck vereidigt.
Auf Befragen bekundet Fahnenschmied Krieg, es sei ihm unbekannt, wer der Thäter sei. Daß Skopeck und Marten einander feindlich gesinnt seien, ist dem Zeugen nicht bekannt. Vizewachtmeister Schulz traf Marten 4 Uhr 55 Min. im Stall. Marten war rot und erregt, und sagte, ie hätten sich in der Packkammer einen vergnügten Nachmittag gemacht, sie hätten dort Schnaps getrunken. Ich agte: Der Rittmeister hat sich geschossen. Marten erwiderte: Ist das möglich? und that als ob er von nichts wisse. Ich befahl ihm darauf, die Abteilung in den Stall zu führen, und lief weg. Präs.: Haben Sie erfahren, wer der Thäter war? Zeuge schweigt. Präs.: Auch, was man numfelt? Es muß heraus (eindringlich) es muß. Zeuge Schulz: Gemunkelt wurde viel. Vielfach wurde gesagt, Marten könnte es sein. Präs.: Haben Sie vielleicht auch gehört, ob Wachtmeister Buppersch Verdacht gegen jemand geäußert hat. Zeuge: Zuerst glaubte man, daß Skopeck der Thäter sei. Später blieb nur der Verdacht auf Marten zurück, nachdem man gehört hatte, zu der Leiche liefen alle Unteroffiziere, außer Marten. Kriegsgerichtsrat Rößler: Warum stellte sich Marten dem Bizewachtmeister Schulz gegenüber so, als wenn ihm der Vorfall ganz unbekannt sei? Marten: Ich war von dem Schnaps so animiert, daß ich darauf gar kein Gewicht legte. Präs.: Hatten Sie auch schon die gleiche Nachsicht von Stumbries' gehört? Marten: Jawohl. Präs, (zu Buppersch): Haben Sie am Mordabend zu dem Oberst v. Winterfeld geäußert, daß der Thäter nicht unter den Mannschaften, sondern unter den Unteroffizieren zu suchen sei? Buppersch: Jawohl. Ich sagte: die Leute sind meistens Ostpreußen, diese sind der That unfähig. Wenn der Thäter unter dem Militär zu suchen ist, dann muß er unter den Unteroffizieren gesucht werden. Präs.: Worauf begründen Sie dieses Urteil? Buppersch: Ich hielt die Leute für zu dumm, um sich einen Karabiner zu beschaffen. Ein Unteroffizier ist schlauer. Präs.: Meinten Sie nicht auch, daß ein Soldat seine Jahre abreißt, und dann weggeht? Zeuge: Jawohl. Präs.: Weshalb glaubten Sie, daß es ein Unteroffizier sei? War der Rittmeister diesen unbequem? Bup- lersch: Das nicht.
Sergeant B u n k u s hat mit Schielat im Stalle gestanden. Er glaubt, daß es 4 ein halb Uhr war, als Hickel zu ihnen in den Stall kam. Ob Hickel angeordnet hat, daß die Laternen angezündet werden sollten, kann Zeuge nicht agen. Marten trat mit gerötetem Gesicht, erregt aussehend, hinzu. Er erzählte, er habe einen guten Nachmittag in der Packkammer gehabt. Dann fragte er: Was ist denn eigentlich los? Bunkus erwiderte: Nanu, wissen Sie denn noch nicht, daß der Rittmeister sich erschossen hat? Marten antwortete: Das ist doch unmöglich Marten: Ich wußte, daß der Rittmeister sehr vorsichtig war. Ich hielt daher etwas Derartiges für unmöglich. Deshalb antwortete ich auch dem Sergeanten Bunkus: Ist denn das wirklich wahr? Hickel: Bunkus behauptet, daß ich mit ihm von 4 Uhr 40 Min. bis 4 Uhr 55 Min. im Rekrutenstall gewesen bin. Das ist nicht zutreffend. Es ergiebt sich sodann eine Reihe von Widersprüchen in den Angaben anderer Zeugen. Unteroffizier Schiela: Ich vermag die Zeit nicht anzugeben, wann ich mit Hickel in den Rekrutenstall getreten war. Es mutz nach 4 einhalb Uhr und vor 4 dreiviertel Uhr gewesen sein. Staatsanwalt Meyer: Ich möchte eine genauere Präzision des Zeitpunktes. Er giebt einen Protest zu den Akten wegen der Beschränkung seines Fragenrechts an die Zeugen und erklärt, der Gerichtshof nehme ihm die Beweismittel zur Ueberführung Hickels.
Stumbries: Wir sprachen über den Mord. Ich sagte nur, ich sei Marten begegnet, und hatte ihm mit geteilt, daß Rittm. v. Krosigk sich erschossen habe, sei mir dabei auffällig vorgekommen.
Unteroffizier G r i e g a t traf in der Stube Marten. Marten sagte: Ich werbe heute noch „Isidor" reiten. Dabei lächelte Marten. Präs.: Sagte er auch, der Hund soll Farbe bekennen? Griegat: Das habe ich nicht gehört! Zeuge ging darauf in die Handwerkerstube. Gegen 5 Uhr erfuhr er durch Skopeck, daß der Rittmeister sich erschossen habe. Präs.: Sie liefen darauf hin? Zeuge: Jawohl. Präs.: Marten ist nicht hingelaufen? Zeuge: Nein.
In der Nachmittagsfiitzung wird die Vernehmung Skopecks fortgesetzt. Präs.: Ist es wahr, was Sie gestern ausgesagt haben? Skopeck: Jawohl. Der Präsident läßt die Aussagen Skopecks von diesem nochmals wiederholen. Skopeck kommt dieser Aufforderung in ziemlich fliegender Rede nach.
»also keine Unterfuchungshandlung, sondern nur eine Orientierung des Gerichtsherrn hier vor. R.-A. Horn: Wenn Exzellenz eine Aussage machen will, über denjenigen Teil unserer Unterredung, den ich berichtigt habe, so verlange ich, daß General v. Alten auch Auskunft giebt an dieser Stelle über alle Vorgänge, die mit der Verhaftung Hickels in Zusammenhang stehen. Meine Berichtigung war persönlich. Sie richtet sich nicht gegen das Kriegsgericht, sondern gegen den Gerichtsherrn. Ich wehre mich dagegen, daß Exzellenz v. Alten sagt, daß er das, was ich angab, nicht zu mir gesprochen habe. Im übrigen gehört diese ganze Sache nichtvordas Oberkriegsgericht. Bert. Burchard: Wenn Exzellenz aussagt, daß eine andere unrichtige Entstehung der Widersprüche mit den Angaben des Verteidigers .Horn vorliegt, so würde es notwendig! sein, Horn als Zeugen zu vernehmen. Die Folge wäre eine Aussetzung der Verhandlung und die Bestellung neuer Verteidiger. Staatsanwalt Meyer: Ich bin mit diesem Vorschläge einverstanden.
Der Gerichtshof verkündet, daß auch nach seiner An sicht fein Anlaß vorliege Exzellenz v. Alten hierüber zu v er nehmen. Derselbe sei leoiglich ein geladener Zeuge. Die Beweisaufnahme habe sich nur auf die herbeigeschafften Zeugen und die Beweismittel zu erstrecken. Sollte Zeuge einen Anlaß haben, feine Aussage zu verweigern, weil er sich wegen einer ungesetzlichen Handlung btner. strafrechtlichen Verfolgung aussetzen würde, so fei ba* feine Sache. Das Gericht im Besonderen habe die Meinung, daß Exzellenz v. Alten nicht gleich wußte, ob die ^hat ein militärgerichtliches Verfahren zur Folge haben wurde, und ob der Thäter überhaupt unter den Soldaten AU suchen sei. Der Gerichtshof halte daher Exzellenz von Alten für berechtigt, die Kaserne zu betreten, um den Zl)at= ©eftanb festzustellen. Ter Gerichtshof habe demgemäß beschlossen, Exzellenz nur hierüber zu vernehmen.
General Georg von Alten als Zeuge: Ich kam am 23. Januar in die Kaserne und versuchte, die Herkunft der Patronenhülse zu ermitteln. Ich suchte deshalb nach Patronenhülstzn derselben Anfertigung. Es wurde mir mitgeteilt, daß Marten an dem Mordtage nachmittags in Der Regimentskammer gearbeitet, dort Schnaps getrunken habe und schließlich mit Hickel fortgegangen sei. Ich ließ den Letzteren rufen, und durchsuchte die Wohnung Hickels, fand aber nichts Verdächtiges. Run ließ id} mich, von Kicket, der bis dahin noch unverdächtig schien, den Weg fuhren, den er von der Regimentskammer zur Wohnung des Wachtmeisters Marten gegangen war. Hickel gab an, daß er sich 15 bis 20 Minuten in der Wohnung mit seiner Schwiegermutter unterhalten habe. Frau Marten sagte -nun, sie sei an dem betreffenden Abende leidend gewesen und hätte sich deshalb mit Hickel und ihrem Sohne nicht unterhalten können. Da Beiden ihr Zustand schon bekannt war, so hätten sie sich auch weiter nicht aufgehalten und seien weggegangen. Mir fiel nun der Wider spruch auf zwischen den Angaben Hickels und seiner Schwiegermutter. Zur Rede gestellt, meinte Hickel, er könnte auch früher weggegangen sein. Ich fragte, ob er mit seiner Schwiegermutter gesprochen habe. Hickel antwortete, wovon man sich so unterhält. Da erst stieg in mir der erste Verdacht, auf, daß Hickel an der Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk beteiligt fein könne. Ich beauftragte Den Regimentskommandeur v. Winterfeld, nachzuforfchen, ob Hickel im Stall gewesen sei. v. Winterfeld ließ den Rittmeister v. Treskoiv Nachforschungen hierüber anstellen. Treskow berichtet, daß nach seiner Ueber- zeugung Hickel unbeteiligt sei. Das war der erste Eindruck Treskows. Daher schied für mich die Schuld Hickels aus. Als ich aber später' erfuhr, daß der Alibibeweis Hickels mißlungen fei, gewann ich die Ueberzeugung, daß er mich belogen habe. Präs.: Exzellenz haben die Ermittelungen nicht in der Eigenschaft als Gerichtsherr, sondern als militärischer Vorgesetzter angestellt? v. Alten: Jawohl. Bert. Horn: Hat Hickel, als Exzellenz ihn über die Zeitdauer seines Aufenthaltes befragten, überlegt oder sofort militärisch kurz geantwortet? v. Alten: Er antwortete sofort, kurz militärisch. Hickel: Als Euer Exzellenz mich fragten, habe ich die Zeit nicht überlegt. Ich war wegen der Haussuchung zu aufgeregt ickid antwortete rasch. Was ich antwortete, ist mir jedoch entfallen. Erst später überlegte ich mir das. Präs.: Ist Ew. Exzellenz in der Wohnung Hickels etwas aufgefallen? v. Alten: Mir fiel auf, daß die Wohnung außergewöhnlich aufgeräumt war, ich sagte noch: Hickel, Ihre Frau hält gute Ordnung. Später fiel mir ein, daß doch alle Behältnisse offenstanden. Präs.: Hickel war jung verheiratet, vielleicht ist die große Ordnung darauf zurückzuführen. Hickel: Exzellenz werden meine Wohnung immer aufgeräumt finden. Meine Frau hält auf große Ordnung. — Zeuge von Alten wird hierauf vereidigt und entlassen.
Dragoner Bartuleit: Ich ging hinter Weber hinauf in die Stube. Auf dem Mrridor stand am Fenster Unteroffizier Marten. Er fragte, ob die Abteilung reite. Präs.: Haben Sie mit Stumbries über die Begegnung gesprochen? Bartuleit: Am andern Tage erzählte Stumbries, daß er Marten getroffen habe. Präs.: Weshalb sprachen Sie darüber? Bartuleit: Das weiß ich nicht. Beisitzer Major Ziermann: Ich habe den Eindruck, daß der Zeuge mit seinen Aussagen zurückhält. Ich beantrage daher die Entfernung des Marten. Der Präs, verliest einen Brief des Ho t e liers Wasch owski, der anzeigt, er habe Kenntnis von Thatsachen, die wichtig seien für die Möglichkeit, daß der Thäter nicht unter den Soldaten, sondern unter Zivilpersonen zu suchen sei. Danach befindet sich hinter der Kaserne ein Bretterzaun. Einzelne Bretter sind verschiebbar, sodaß ein Mann durchkriechen kann. Ein Barbiergehilfe will den Weg oft benutzt haben, um in die Kaserne zu kommen. Präs.: Wir haben das schon selbst festgestellt.


