* Eine amüsante Geschichte über Lord Me- ihnen erzählt ein Offizier der Imperial Yeomanry, der aus Südafrika nach England zurückgekehrt ist. Bei einem Marsche durch den Oranjefreiskaat sieht der edle Lord, der an der Spitze seiner Kolonne reitet, plötzlich ein Aufblitzen auf dem Veldt. „Ein Heliograph, der uns sprechen will", rufk er, läßt halten, die Heliograpl-etiabteilung wird herangehott und ihr befohlen, sich mit dem aus der Ferne signalisierenden Manne in Verbindung zu setzen. Stundenlanges vergebliches Bemühen der Heligraphenab- teilung. Endlich erbarmt sich ein Offizier der armen Leute und reitet mit ein paar Mann nach dem Standorte des fremden Heliographisten. Dort entdeckt er, daß, man sich vergeblich bemüht hat, sich — mit einer alten Biscuit« dose, auf welche die Sonne schien, ^u verständigen.
* Wenn man eifersüchtig ist. Zu einem tragikomischen Austritt kam es kürzlich, wie Berliner Blätter berichten, in der Pücklersftaße in Berlin. Der Frau eures ?^^ktgen Hausbesitzers war der Verdacht gekommen, ^datz rhr Gemahl sich hübschen Mieterinnen gegenüber liebenswürdiger erwies, als nötig nötig war. Sie paßte daher, wenn sich ihr Mann auf den Treppen des Hauses zu thun machte, durch das Guckloch der Entreethür scharf auf und hatte schließlich das „©tütf", ihren Mann zu erblicken, als dieser einer die Treppe heraufkommenden Dame um den Hals fiel und sie küßte. Ohne sich lange zu besinnen, nahm die entrüstete Ehegattin den bereitstehenden Wasserkübel, riß die Thür aus und goß den Inhalt des Gefäßes über die sich noch immer Küssenden aus. Jetzt erst, nachdem sich die pudelnaß gewordenen mit lauten Angstschreien aus ihrer Umarmung gelöst hatten, sah die Hauswirtin, daß, sie ihrer eigenen Mutter, welche ihr einen Ueberraschungs- besuch^'avstatten wollte, einen so kühlen Empfang bereitet hatte. Die Heiterkeit der zahlreichen Augenzeugen des Vorfalls, die sich infolge der Angstrufe auf der Treppe ein- gefunden hatten, kann mau sich leicht vorstellen.
* Die geprügelten englischen Offiziere. Fuchsjagden gehören zu den Nationalvergnügungen der Engländer, und auch im Auslande suchen sich die Briten damit zu unterhalten. Eines Tages ritt Major Rycvoft mit vier anderen Offizieren, die in Kairo stationiert waren, auf die Jagd. Sie begaben sich auf verbotenes Terrain, da der Fuchs in einem großen Park verschwand, um den ejine Mauer gezogen war. Dhne zu zögern, setzten die Jäger über die Mauer, wurden aber dort pan den arabischen Dienern des Besitzers angefallen, der sie beauftragt hatte, jeden fremden Eindringling aus dem Garten zu peitschen. Da die Offiziere sich von den Dienern nicht aufhalten! ließen, holten diese alle Angestellten zusammen und schlugen auf die Offiziere los. Die meisten entkamen mit kleinen Verletzungen, zwei jedoch, die nicht schnell genug aus dem Park kommen konnten, wurden von den Arabertt festgehalten und empfingen jeder eine Tracht Prügel. Die Offiziere waren in Zivil. Auf Betreiben von Major Ryeroft wurden die Diener mit 3—6 Monaten Gefängnis bestraft. Im übrigen aber mußten die Herren Offiziere es sich gefallen lassen, daß man in Kairo über die Angelegenheit anders denkt, wie das Gericht. Es haben sich nämlich Leute für die Diener verwandt, die behaupten, sie hätten nur ihre Pflicht gethan und den Befehl ihres Herrn genau ausgefuhrt. Die Offiziere erhielten überdies noch einen Verweis, nicht wieder ohne Erlaubnis in fremde Parks einzudringen.
Spulplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus. DtenStag den 20. August, abends halb 7 Uhr: „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg". Mittwoch den 2l.'August*): „Tell" (Oper). Donnerstag den 22.August: „Mamsell Angot". Freitag den 23. August: „Der fliegende Holländer". Samstag den 24. August: „Mamsell Angot". Sonntag den 25. August, abends halb 7 Uhr: „Die Walküre". Montag dm 26. August: „Der Bettelstudmt".
Schauspielhaus. DtmStag dm 20. August*): „Die rote Robe". Mittwoch den 21. August: „Rosenmontag". Donnerstag dm 22. August: „Heimat". Freitag dm 23. August: „Maria Magdalena". SamStag den 24. August: „ZtrkuSleute". Sonntag dm 25. August, abmdS halb 7 Uhr: „Faust", 1. Teil. Montag dm 26. August: „Hannele". Hierauf: „Frttzchm".
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* Die Lebensmüden wider Willen. Ein eigenartiges Abenteuer ist in diesen Tagen nach der „D. T. Ztg." einem Liebespärchen aus Berlin passiert. Die jungen Leute hatten in Wannsee ein Boot gemietet, und waren in der Nähe der Römerschanze ansgestiegen, nack>dem sie die Oberkleider und Wertsachen im Boot zurückgelassen hatten. Sie vergnügten sich im Walde und bemerkten mit dem größten Schrecken, daß das Boot, als sie wieder an den See zurückgekehrt, verschwundett war. Verzweifelt irrten sie stundenlang umher. Abends trafen sie ganz geknickt in dem Lokale wieder ein, wo ihr Erscheinen allgemeine Ueberrasch- ung hervorrief. Man hatte nämlich das treibende Boot aufgefangen, und daraus geschlossen, daß die Insassen aus „unglücklicher Liebe" ins Wasser gegangen seien. Die Lebensmüden kamen gerade zur rechten Zeit, um eine Meldung ihres Selbstmordes zu verhindern.
* Eine Vergnügungsreise. Am Samstag, so berichtet das „Luzerner Tagblatt", entstand beim Bahnhof in St. Gallen ein wahrer Volksauflauf. Eine Touristin verlangte von dem dort stationierten Polizeimann Schutz gegen ihren Ehemann. Dieser hatte sich in den Kopf gesetzt, von nun an allein zu reifen und seine bessere Hälfte in St. Gallen sitzen zu lassen. Er verbot ihr, ihm auf £er Straße zu folgen, und als die Frau nicht von ihm lassen wollte, versetzte er ihr sogar Schläge ins Gesicht. Ter Polizist machte der fatalen Szene dadurch ein Ende, daß er das entzweite Pärchen mit auf die Polizeiwache nahm. Hier wurden den beiden Bergnügungsreisenden in wohlgesetzter Rede die Pflichten der Ehegatten warm ans Herz gelegt und zwar mit solchem Erfolg, daß die entzweiten Leutchen friedlich miteinander abzogen und selbander die Heimreise nach dem Elsaß antraten.
Aas Stabt und Land.
Nachrichten von allgemeinem Jntereffe find uns stets willkommen und «erden angernesten honoriert.
** Parlamentarisches. Die Abgg. von Brentano, Pennrich und Genossen beantragten bei der Kammer, die Regierung möge baldigst den Ständen eine Borlage unterbreiten, in der auf Grund des Nebenbahngesetzes zum Zwecke der Er» bauung einer Bahn von Bingen nach Büdesheim ein den Bestimmungen des genannten Gesetzes entsprechender Staatszuschuß gewährt wird. — Der Abg. Diehl beantragte, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, in den nächsten Voranschlag einen entsprechenden Betrag einzustellen, um denjenigen Gemeinden, welche darum nachsuchen, die Erschließung von Grundwasser auf Kosten des Staates in sachverständiger Weise zu ermöglichen resp. durchführen zu lassen. Ferner wolle die Regierung die Kultur-Jnspektionen anweisen, daß diese durch geeignete Vorträge rc., besonders in den Landgemeinden in Rheinhessen- belehrend wirken mögen.
•• Wahl. Der „Vorwärts" teilt mit, daß der Knecht Heinrich Platt, thätig beim Landwirth Troß in Gießen, Heuchelheimerstraße, zum stellvertretenden Mitglied der landwirtschaftlichen Arbeitervertreter im ReichSverficherungsamt gewählt worden ist.
•* Rückfahrkarten. Im hiesigen Bahnhofsgebäude i l "eben dem Fahrkartenschalter eine Plakattafel angebracht worden, an der die Zeit des Ablaufs der Gültigkeit der 45tägigen Rückfahrkarten ersichtlich gemacht wird. Die Aufschrift auf den Tafeln lautet: „Die Gültigksit der am . . . . gelösten 45tägigen Rückfahrkarten erlischt am . . . ."
Bad-Nauheim, 18. Aug. Unterhaltungen. Früh» konzett der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr vormittags am Kurbrunnen. Dienstag, 20. August, nachmittags von 41/, "iS 6% und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Bet gutem Wetter LampionSbeleuchtung. Mittwoch, 21. August, nachmittags von 4«/,—6% und abends von 8—10 auf der Terasie Konzert ber Kapelle des 2. Nasi. Infanterie-RegimentS Nr. 88 aus Mainz. Abends von 8»/,—91/2 Uhr im Saale Konzert der Kurkapelle. Mozart» -sinfonie G-moll, zweite Orchestersuite aus der Musik zu „Peer Gyot" von E. (Stieg. Eintritt wie Sonntag. 8ei gutem Wetter spielt die Kurkapelle nachmittags von 4—6.Uhr
Teichhaus. Eintritt frei. Donnerstag, 22. August, nachmittags von 4»/,—6% und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Eine Stunde". Hierauf: „Zum Einsiedler". Zum Schluß: „Eine vollkommene Frau". Frei» tag, 24. August, nachmittags von 4>/,—6*/, und abends ton 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends: Operetten-Kouzert. Abends 8 Uhr Theater-Bor» stellung: Benefiz für Herrn Regisseur Emil Feige: „Ein Blick in die Zukunft". Samstag, 24. August, nachmittags iDN 41/2—6i/8 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends von 8—10 Uhr im Saale Tanz; am Schluß Blumentour. — Vorläufige Anzeige: Sonntag, 25. August (Feier des Namensfestes des Groß Herzogs): Konzert der Kapelle des Infanterie»RegimentS «aiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 aus Gießen. Elbend» Feuerwerk. SamStag, 31. August: E. v. Wolzogens VunteS Theater (Ueberbrett'l).
den Alter sich noch zu vergrößern scheint. Mit keine Aerzten steht der Papst natürlich immer in enger Berbir düng, wenn er auch durchaus kein fügsamer Patient is Telephon führt von dem Turm Leo IV. zu der päpstliche Kämmerei, der Dienerschaff und der Küche, sodaß ein schnelle Erfüllung der Wünsche des Papstes jederzeit möc lich ist.
• Heber ein Tonristenunglück im Triglavge biete wird berichtet: Der Professor an der Ober-Real schule in Preßburg, Karl Odörfer, unternahm am Sonnta früh in Begleitung von vier Touristen und einem Führe einen Ausflug auf die Cerna-Perst im Triglavgebiete. De Aufstieg erfolgte von Wocheiner-Feistritz aus um 2 Uhr früh um 5 Uhr früh war die Gesellschaft auf der Spitze ang< langt, wo sich eine prächtige Aussicht bot. Nachdem Prl feffor Odörfer einige Zeit lang auSgeruht hatte, begab e sich auf die Suche nach Edelweiß, wobei er unglücklicherwesi auSglitt und über eine etwa 300 Meter hohe FelSwan hinabstürzte. Professor Odörfer blieb mit zerschmetterte Gliedern tot liegen.
* Eine Trauung im Londoner Operativns Saal. Schon oft haben Verlobte unter den merkwürdig sten Umständen und an den sonderbarsten Orten ihre Bund fürs Leben einsegnen lassen, besonders wo es si< um „Trauungen in Güte" handelte. Sterbende hatten not vor dem letzten Atemzuge sich über den Tod hinaus einet geliebten Wesen verbunden. Soldaten, die in den Krie zogen, sind noch vor dem Abschied, der vielleicht fü ewig sein konnte, mit ihrer Erwählten vor den Altar gt treten. Aber noch niemals vorher dürften, wie jetzt i Loudon geschehen, Arzt und Patienten im Operationssac selbst, vor der Stunde, die Leben und Tod entscheide sollte, den Ehebund geschlossen haben. Wie ein Londonc Blatt erzählt, wurde dieser Tage eine junge Dame, di Verlobte des Arztes an einem dortigen Hospital von einer schweren Leiden ergriffen, das einen sofortigen operative Eingriff von großer Schwierigkeit und Gefährlichkeit no: wendig machte, sollte das Leben der Kranken gerettet toei den. Das Mädchen entschloß sich nicht nur zu der Op. ration, sondern auch dazu, daß ihr Verlobter selber bi Operation ausführe. Der Arzt, trotz ber Größe ber Vei antwortlichkeit, unb der Schwere ber Aufgabe, bie gerat ihm auf diese Weise gestellt wurde, willigte ein; abe nur unter ber Bedingung, baß seine Braut, ehe sie sic seinem Messer überantworte, und ehe sie in den bk täubenben Schlaf versänke, aus dem es vielleicht kein Ei wachen mehr gäbe, seine Gattin würde. So ward im Opc rationssaale selbst, mitten unter den grausigen Jnstrr menten der Chirurgie, die Trauung vollzogen, unb ArZ unb Patientin waren Mann und Frau. Noch einmal um armten sie einander, als gälte es den ewigen Abschiel Dann schritt ber Arzt zur Operation- .... Tas Schickse war gnädig, die Kunst des Chirurgen siegte, bie Operativ glückte; der Arzt hatte seiner Patientin, der Mann feiner jungen Weibe das Leben gerettet.
* Wo kleidet man sich am besten? Ueber dies Frage hat sich in Paris ein Streit erhoben. Die Fran zosen waren so stolz auf ihre Kunst, sich zu kleiden und freuten sich so sehr über bie Anerkennung, bie si darin sahen, daß Le Bargy, der Schauspieler-Dari by von be Comebie-Franeaise, nach Chicago gerufen würbe, ben Amc rifanem über seine Kunst — sich zu kleiden, nicht etw im Schauspiel — Vorträge zu halten. Und nun melde sich im „Figaro" eine „Yankee", ein Weltmann, der i: den besten Londoner unb Pariser Salons verkehrt, zur Wort, ber ihnen die Ueberlegenheit auch auf biefem Ge biete abstreitet! „Wir brauchen in Amerika Le Bargy nicht er wird uns nichts lehren können". Unb bann setzt e ihm auseinander: „Es gießt nur drei Länder in der Well wo die Männer sich zu kleiben verstehen, England, bi Vereinigten Staaten unb Frankreich. Alles übrige ist Nach lchmung ober Uebertreibung. Ich stelle Frankreich abe1. erst an bie dritte Stelle, benn bie Franzosen kopieren bi Englänber seit mehr als einem Jahrhundert, seitdem btt Vornehmheit eines Mannes, nicht mehr in dem Reichtun seiner Kleider, sondern in seiner persönlichen Eleganz bei der Einförmigkeit der Kleidung besteht. Durch welche seltsame Teillung des Geschmacks bei ben Geschlechtern kleiben sich in Frankreich die Frauen am besten und die Männer am schlechtesten? Was ist aus ihrer ftüheren, so „zerlumpten" und in ihrem romantischen Kostüm so originellen Boheme geworden? Sie ist verschwunden. Aber darum kleidet man sich in Ihrem Lande, in dem die Eleganz früher traditionell war, nicht besser. Glauben Sie etwa, daß wir uns noch wie der „Jonatshan" der Karri- katuren mit langem Rock mit schmalen flatternden Schößen, einen langhaarigen Hut mit Schnalle und einem hufeisen- örmigen Bart kleiden? Dieser Typus ist wie Ihre Boheme eit langem verschwunden. Wir haben ebenso gute Schneider wie England, wir schicken sogar welche zu Ihnen. Man verzeihe mir, wenn ich sage, daß man, als die Comedie- Francaise 1898 in London war, das Talent Ihrer Künstler ehr bewunderte, daß die Gentry sich aber über die Art, wie Ihre Künstler bie von ihnen bargestellten Persönlichkeiten kleibeten, lustig machte."
Vermischtes.
* Frankfurt, 18. Aug. Der Heldentenor Alexander von Bandrowsky, lange Jahre eins der bekanntesten unb vorzüglichsten Mitglieder der Frankfurter Oper, dürfte sich höchstwahrscheinlich durch einen sehr thörichten Streich iL Deutschland unmöglich gemacht haben. Unter Berufung auf seinen leidenden Zustand lehnte er es konsequent ab, neue Partien zu studieren und legte dem Repertoire dadurch Beschränkungen auf, die nur durch Gastspiele fremder Tenoristen zu beheben waren. Während der Ferien creirte der Künstler an einer ersten polnischen Opernbühne, deren Direktor sein Bruder ist, PaderewSkys „Manru" mit außerordentlichem grfolg. Bei Wiederbeginn der Frankfurter Opernvorstellungen fehlte Bandrowsky; nach einer von ihm ringegangenen Depesche lag er krank in einem polnischen Kurort. Intendant Jensen ist jedoch nicht gesonnen, sich diese Vorspiegelung falscher Thatsachen gefallen zu lassen und wird Bandrowsky beim deutschen Bühnenverein zur Anzeige bringen. Bandrowsky bezog in Frankfurt eine Gage 00n 25000 Mk. Der Künstler wurde vor einigen Jahren schon einmal kontraktbrüchig.
* Die Billegia tur bes Papstes. Ehe ber ionnner zu Ende geht, werben sich bekanntlich bie Katholiken Deutschlanbs in Osnabrück zu ihrer Generalversamm- üng zusarnrnenfinben. Lebhaften Anteil au bem Katholikentag nimmt natürlich ber Papst Leo XIII. Jetzt im Sommer fuhrt ber heilige Vater bas Dasein eines philosophischen Einsiedlers. Zurückgezogen von ben prunkvollen Räumen des vatikanischen Palastes verbringt er schon seit l Jahren während des heißen Sommers bie Stunben bes Tages in einem Gebäude innerhalb ber vatikanischenGärten, iaS ebenso seltsam wie schmucklos anzusehen ist, in bem SurmlV. Tas eigentümliche Bauwerk, Villeaiatur genannt, der fügt nur über einen einzigen Raum, ber bie runbe t'OTm bes Turmes besitzt. Die Mauern bes Gebäubes haben ober eine Stärke von 4 Metern, sobaß naturgemäß schon durch bie Fensternischen der Raum eine beträchtliche Er- t-eiterung erfährt. In einer dieser Fensternischen ist eine feine Hauskapelle eingerichtet worden, wo der Papst seine i 11 dachten verrichtet, in einer anderen ist ein Ruhebett ^geschlagen. In dieser letzteren pflegt ber heilige Vater «lieb seine Mahlzeiten einzunehmen. Während des Essens muß. aber eine Art spanische Wand vor bie Nische gestellt »erben, weil bie äußerst strenge Etiquette am päpstlichen
für ben Papst bie Geselligkeit bei Tische verbietet, häufig ladet der Papst aber trotzdem sich zu Mittag einige Aste ein; es sind dies vorzüglich seine Leibärzte Lapponi und Mazzoni, ober sein Neffe, Oberst Camillo Pecci, ber tornmanbeur ber päpstlichen Schweizergarde, mit benen "der Papst, von ihnen burch den Wandschirm getrennt, feine Unterhaltung pflegt- Die Vorliebe, die ber Papst lür seine Villegiatur hat, findet leicht eine Erklärung ba- dur ch, baß, ber Turm wegen seiner starken Mauern zu ben Misten Räumen des Vatikans gehört. Der mangelhafte Komfort in dem Gebäude geht aber Hanb in Hand "mit ber Anspruchslosigkeit des Papstes, bie mit seinem zunehmen
Störende Bautleiden Piflleln, ' Rothe usw. beeinträchttgen oft das schönste Gesicht und werden durch Anwendung von ungeeigneten scharfen Seifen noch verschlimmert. Deshalb sollten diejenigen, welche zu Hautstdrungen neigen, dem Rath erfahrener Aerzte folgen und nur die Pat. Myrrholin-Seife zum täglichen Gebrauch anwenden. Der Gehalt an Myrrholin und seine antiseptischen, hellende« und neubildenden Eigenschaften machen die Pat.^Myrrholin-Seife zu einer einzig in ihrer Art vorhandenen GesundhettSseife. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich.____________________f
„Saccharin".
Die künstlichen Süßstoffe sind seit langer Zeit Gegenstand der heftigsten Anfeindungen seitens der Agrarier und Zuckerindufiriellen, dre in diesen Produkten gefährliche Rivalen des Zuckers erblicken und unter Hinweis auf die Nährkraft des vielgepriesenen Zuckers, die den künstliche« Süßstoffen abgeht, die Unschädlichkeit und den Wert der letzteren immer wieder in Frage ziehen. Gegenüber diesen Machenschaften ist e8 notwendig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß dre vollkommene Unschädlichkeit deS Original-Süßstoffes „Saccharin" durch eine Fülle von Gutachten allererster ärzllicher Autoritäten bewiesen worden ist.
Saccharin ist nicht ein überflüssiges oder gar schädliches Surrogat, andern eine namentlich den unbemittelten Bevölkerungsklaffen geradezu unentbehrlich gewordene, sehr wohlfelle und vollkommen zuträgliche üßende Würze.
Saccharin ist der Original-Süßstoff; jeder Süßstoff ist aber nicht Saccharins
Zur Sicherung gegen alle Nachahmungen verlange man daher auS» drücklich das Original-Produkt der Saccharinfabrik von Fahlberg, List u. Co. zu Salbke^Westerhüsen o. Elbe.
*) Anfang, wenn nickt anders bemerkt, um 7 Ubr.
Jeder Familienvater
sollte darauf sehen, daß seine Frau und Töchter im Jntereffe ihrer
Gesundheit nur Mieder oder Corsets mit
Hercnles-Spiral-Federn


