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20.8.1901 Erstes Blatt
 
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15t* Jahrgang

Erstes Blatt

Dienstag 20. Angust 1901

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Gießen, den 15. August 1901.

Die Voranschläge der Landgemeinden des Kreises Gießen pro 1902/03.

Großherzogliche Kreisamt Gießen

Solche große Opfer kann nur daS Gefühl, für große Sache zu kämpfen, ermöglichen. Im Jahre 1870 man freudig int Feld gezogen, man wußte, was auf

Gravelotte

Unserer Jugend sei die Erinnerung an die großen Lage vor 31 Jahren vorgeführt. Sie thut not, denn von Hahr zu Jahr mindert sich die Aufmerksamkeit für die Er- kignisse von 1870/71. Wer hat in diesem Juni noch daran g-dacht, daß am 19. vor 31 Jahren der Krieg erklärt wurde. Der Tag der ersten Schlachten jenes furchtbaren Krieges, Seren AuSgang namentlich die Bevölkerung der ganzen West- jrenze Deutschlands von den schwersten Sorgen befreite lief er Tage hat man Heuer kaum gedacht. Um so erfreulicher ist die Aufrechterhaltung der schönen Sitte einer Feier des lages von Gravelotte, zumal in Frankreich von den Bona- M listen immer noch der 15. August als Napoleonstag mit Saug und Klang und großen Reden gefeiert wird.

Der 18. August war die Ernte blutiger Saat.

Bei Colombey-Nouilly, im Osten von Metz, am 14. August, waren 70 Offiziere und 1119 Mann gefallen, ter Gesamtoerlust betrug 222 Offiziere und 4684 Mann.

Bei Dionville-Marsla-Tour, südwestlich von Metz, am 16. August, zählte man 236 Offiziere und 4185 Aavn tobt, und der Gesamtverlust waren 711 Offiziere 11b 15079 Mann. r

5510 deutsche Männer waren schon vor dem Feinde Blieben und nun trat hinzu Gravelstte.St. Privat, ra Osten von Metz, geschlagen am 18. August: 328 Offiziere, 4909 Mann tobt; Gesamtverlust 899 Offiziere, 19260 Mann.

hdjen Aussichten für die Zukunft be3 Zimnrerhandwerks.' xieje Mttge zeigen wieder aufs neue, wie dringend not­wendig der feste Zusammenschluß der Zimmermeister ist. Der Einzelne vermag gegen diese Verhältnisse nicht auzu- kampfen. Er kann weder einen Einfluß ausüben auf die Gestaltung der Holzzölle, noch kann er einen weiteren Rück­gang der Baupreise verhindern, von einer Erhöhung der­selben gar nicht zu reden.

Bei den Verhandlungen der Interessenten über die Zoll­tarifsätze im Reichsamt des Innern in Berlin wurden die Vertreter der Holzhändler, der Sägewerke und der deut­schen Forstwirtschaft gehört, aber daran hat niemand ge- daclst, auch die das Schuitturatcrial verarbeitenden Ge­werbe, wie der Zimmerei, Bautischlerei usw. zu besragen. Man braucht sich aber darüber nicht zu verwundern, auch kann man der deutschen Regierung keinen Borwurf daraus machen. Wenn jemand einen Vorwurf verdient, so sind es die betreffenden Gewerbe selbst, die es noch nicht verstanden haben, sich zu einem einheitlichen Ganzen zusammenzuschließcn.

Nach meiner unmaßgeblichen Ansicht ist es jetzt Auf­gabe der süddeutschen Zimmermeister-Verbände, zu den Holzzöllen Stellung zu nehmen, und zwar müßte dies im Laufe des Herbstes geschahen, ehe oer neue Tarif im Bundesrat und im Reichstag zur Verhandlung gelangt. Am besten wäre es, wenn man vielleicht im September oder Oktober eine große, allgemeine Zinrmermeisterversamm- lung nach einer im Mittelpunkt Süddeutschlands gelegenen Stadt einberufen würde. Erwägenswert ist auch die Frage der Zuziehung nord- und mitteldeutscher Zimmermeistcr. Eventuell könnte die Versammlung ja in Mitteldeutsch-- land abgehalten werden. Vielleicht wäre dies auch der erste Scl;ritt zur Bildung einer ganz Deutschland umfassen­den Zimmermeister-Organisation."

Ungeheuer war die Lücke, die von diesen drei großen Schlachten gerifien war. Aber übermächtig war auch der Erfolg, denn ein ganzes französisches Heer wurde dauernd eingeschlossen, es war zu keiner ernsten That mehr fähig und es streckte endlich AuSgang Oktober in der Zahl von 170000 Mann die Waffen.

Gleichen Erfolg hatte die Kriegsgeschichte bis dahin nicht gesehen!

Und an dieser großen, opfervollen That, der Schlacht von Gravelotte, haben die Hessen unter ihrem Führer, unter dem damaligen Prinzen, unserem nachmaligen Großherzog Ludwig IV. mitgewirkt. Fürwahr ein vollwichtiger Grund, des Tages und der Männer zu gedenken.

Die Entscheidung der Schlacht hat vor allen Dingen das preußische GardekorPS mit einem schmerzlichen Verlust von 8230 Menschen, wovon 2440 tötlich getroffen waren, herbei geführt. Dazu trat es verhältnismäßig spät iu Thätigkeit, die Hessen aber gehörten zu dem 9. Korps unter Manstein, das, rm Zentrum stehend, den blutigen Tag einleitete, und von deffeu zäher Ausdauer der endliche Erfolg des Garde- korps abhing. Ein furchtbares Ringen um die Höhen von Amanweiler durch viele Sünden, wobei die 25., die hessische, Division 1675 Mann verlor, eine hohe Zahl, wenn man bedenkt, daß die Division nur 10 Bataillone zählte.

Doch wac daS Ziel beB Tag:8 erreicht, Es liegen die Huden gebettet Aus blutiger Wahlftilt Reih' «n Reih', Die sterbend Me Ehre gerettet."

Spiele stand und was man erkämpfen wollte. So standen die Hessen in der Schlachtlinie zur Linken der Garde, die sich aus allen Teilen des preußischen Landes zusammensetzte, weiter nördlich die Sachsen und zur Rechten die Söhne des meerumschlungenen Schleswig Holstein. Aber es war, trotz aller Stammesverschiedenheit, trotz früherer blutiger Gegen­sätze, eine Linie, und die Thatcn führtenzu früher nicht gekannter Einheit und Stärke-, wie Prinz Ludwig am 20. Juni 1871 in seinem Befehl an die Division sagte.

Wie hier im großen Entscheidungskampfe um Metz, haben bann die H ffen Orleans und Le Maos entscheiden helfen.

In den vorstehenden Zeilen ist viel von den Opfern des Krieges gesprochen worden. ES kann nicht schaden, wenn unserer Zeit gesagt wird, daß damals Blut und Leben und die letzte Kraft freudig eingesetzt wurde. Monate mußte man fechten und Strapazen erdulden, ohne in voller Klarheit daS Ziel vor sich zu haben, aber der Drang zur That und die Aufopferung wurden dadurch nicht vermindert. Endlich war es erreicht, und nun erblühte die Hoffnung, daß der Glanz der deutschen Kaiserkrone stets unverändert erhalten bleibe, daß er durch Hingabe und Treue auch im Frieden vermehrt werde.

Die Zahl der Mitglieder in den Kriegervereinen zeigt, daß das Häuflein derer von 1870/71 schnell zusammen­schmilzt. Die Natur fordert ihr Recht. Aber die Natur einer echten deutschen Seele fordert auch, daß die Jugend sich gelobt, der Väter wert zu fein, bereu Gesinnung nach zuleben, unb, um abermals mit den Worten Ludwigs IV. in seinem Befehl von Seeheim zu reden, wenn siebei erneuerter gefahr­voller Lage des Vaterlandes zum Kampfe aufgerufen wird, mit derselben Freudigkeit und Zuversicht den Fahnen folgt, wie dies in dem vergangenen Feldzug der Fall war." Bis­her aber haben sich die schönen Worte des herrlichen Helden von Wörth erfüllt, dessen edle Gemahlin dieser Tage aller Erdenqual entriffen wurde, jene Worte, die da lauteten:

Ich vertraue mit Ihnen, daß die Vorsehung uns vergönnen möge, unbehelligt von unseren Feinden und stark durch innere Einheit die Früchte zu ernten, welche die Saat dieser großen Zeit verheißt. Mögen die schönsten Güter des Friedens unserem Vaterlande in reicher Fülle be- schieden werden, mögen alle Quellen bürgerüchen und staatlichen Gedeihens der deutschen Nation sich erschließen."

An unseren heutigen Fürsten liegt es nun, die Erfüllung dieser schönen Hoffnungen dauernd aufrecht zu erhalten.

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GiehenerAnzeiger

T'J' General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

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Politische Wochenschau.

Der deutsche Kaiser hat nach Beendigung der Trauer- seierljchketten für die Kaiserin Friedrich auf Wilhelmshöhe Aufenthalt genommen, während der Kronprinz nach Eng­land reiste. An diese Reise des Kronprinzen geknüpfte Kombinationen, als hinge sie mit der Verlobung mit einer englischen Prinzessin zusammen, sind offiziös als irrig be­zeichnet worden. Die Reden, die Gras Waldersee bei den ihm bei seiner Rückkehr bereiteten offiziellen Empfängen in Hamburg und Hannover gehalten, sind Gegenstand leb­hafter Erörterungen in der Presse geworden, namentlich hervorgerufen durch Gerücht.- einer Kanzler-.'-landidatur des General-Feldmarschalls, die wie früher so oft, jetzt wieder auftauchten. Es ist in der That kaum anzunehmen, daß Graf Waldersee den Ehrgeiz hegt, unbedingt eine politische Rolle zu spielen. Vor allem müßte erst der Sturz des Grafen Bülow voraufgehen, ehe Graf Waldersee sich an seine Stelle drängen könnte, und dazu scheint gegenwärtig nicht der geringste Anlaß vorzuliegen. Es wurden wohl Mitteilungen über die Unzufriedenheit des Kaisers mit dem Zolltarif laut. Bei dem persönlichen Verhältnis aber, das zwischen dem Kaiser und seinem Kanzler herrscht, ist es doch zu bezweifeln, daß eine Meinungsverschiedenheit in dieser Beziehung zwischen ihnen besteht. Demnach wer­den _ sich die Politiker noch bescheiden müssen, die den Grafen Waldersee gern als den kommenden Mann dem Volke ankündigen möchten.

Im Zusammenhang mit den durch das Ableben der Kaiserin Friedrich notwendig gewordenen Aender- ungen in den Manöverdispositionen war auch hervorge­hoben, daß die Zusammenkunft unseres Kaisers mit dem Zaren, die in der Nähe von Danzig stattfinden sollte, aufgegeben sei. Demgegenüber wurde dieser Tage aus Petersburg versichert, daß in russischen diplomatischen Zkreisen davon nichts bekannt sei. Der russische wie der deutsche Kaiser hielten vielmehr an dem Wunsche einer persönlichen Begegnung und Aussprache fest. Zeit und Ort dürften erst kurz vor der Thatsache öffentlich bekannt ge­geben werden. Doch selbst bei Aufgabe der Zusammen­kunft mären bei den gegenwärtigen guten Beziehungen zwischen Berlin und Petersburg, mie sie sich eben noch in der Verleihung einer hohen russischen Auszeichnung an den Grafen Waldersee dokumentiert haben, keine weiter-' gehenden politischen Folgerungen zu knüpfen.

Auf dem Gebiete der Sozialpolitik ist die Generalversammlung einer Anzahl von Grundbesitzer-Ä^r- einen zu erwähnen, dei in Hannover tagte. Wer bisher es als eine Förderung gesunder Sozialpolitik ansah, den kleinen Leuten Hilfe zu leisten, damit sie sich ansässig machen können, der wurde in Hannover eines ganz anderen belehrt: den freiwilligen Helfern der Sozialdemokratie (Boden­reformern u. a.) hätten sich die unfreiwilligen zugesellt: die Regierungen und Stadtverwaltungen, die densozial­demokratischen Schreiern" durch Erfüllung ihrer Wünsche Vorschub leisteten: wir steckten schon zu weit im sozial­demokratischen Zukunftsstaate. Und das, weil dem Arbeiter geholfen wird, ein Häuschen zu erwerben! Tas geht freilich gegen die Erwerbsinstinkte des absolut einseitigen Bour­geois, der in dieser sozialen Hilfsthätigkeit die Ursache sieht, daß die Autorität schwinde, wie der Kaiser kürzlich ausgesprochen habe. Mit den Maßnahmen zur Wohnungs­reform und mit dem Baugenossenschaftswesen arbeite man nur an der Vernichtung der bestehenden Staats- und Gesell­schaftsordnung. Dte Bestrebungen, den Staat und die Kom­munen zum Bau von Arbeiter- und Beamtenwohnungen zu veranlassen, wurden in Grund und Boden verurteilt, denn damit schädige man den Hausbesitz und leiste dem Sozia­lismus Vorschub. Und das schönste: Schließlich drohte einer, die Hausbesitzer würden selber Sozialdemokraten, wenn man sie durch dieHumanitätsduselei" arm mache.

Erscheint täglich mit LuSnahmr deS Montags.

Die Gicßcner Familien

Glätter werden dem Sin» föer im Wechsel mitHess, bioirt" undBlätier für hcss. BolkSkunde" Vier- Mal wöchentlich beigelegl.

«»nähme von Anzeigen iu bet nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Hummer bi» Bonn. 10 Uhr. «»bestellungen spätesten« abend« vorher.

Die neuen Holzzölle.

Wir lesen in derSüdd. Zimmermanns-Ztg.":

Die in dem kürzlich veröffentlichten Entwürfe für den neuen Zolltarif vorgesehene Erhöhung der Holzzölle erfährt in den beteiligten ^kreisen verschiedene Beurteilung. Die Sägewerke sind über die vorgeschlagene Erhöhung der Zölle für Schnittmaterial befriedigt, da ihre Wünsche erfüllt wurden. Erhalten die neuen Tarife Gesetzeskraft, dann wird für die deutschen Sägewerke die bisher sehr starke aus> ländische Konkurrenz eingeschränkt werden. Die Folge davon wird sein, daß die Preise für das Schnittmaterial steigen. Die Kosten werden die das Sck)nittmaterial verarbeitenden Gewerbe zu tragen haben, also vor allem die Zimmer- meister und die Baugeschäfte. Einen Ersatz für die Mehr­ausgaben für die .Holzlieferungen werden die Zimmer- meister wohl schwerlich finden, denn die skrupellose Schleu­der-Konkurrenz dürfte dafür sorgen, daß die durch die Zölle entstehenden Mehrkosten nicht auf die Baupreise ge­schlagen werden können. Dem Zimmermeister wird somit nichts anderes übrig bleiben, als die Mehrausgaben für das Holz aus seinem bisher schon kärglichen Verdienst au decken. Auf der einen Seite also Mehrkosten für die Holz­lieferungen, auf der anderen Seite ständige Erhöhung der Löhne für die Arbeiter. EA sind dies keine sehr erfreu«

Bezugspreis oierttfiSbrL Mk. 2.20, monatl. 75 Psg. mik Bringcrlohn; durch die Abholcstcllcn Vierteljahrs. Mk. 1.90, monatl. 65 Psg.

ei Postbezug Vierteljahr!. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. «Ide Nnzciqcn-DermUUungv. .cd n dcö In. und Ausland«» :hnicn Anzeigen für den Ktctzencr Anzciaer entgegen, öeilenprctö. lokal 12 auöwärtö 20 Pfg

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au die Groffh. Bürgermeistereien des Kreises.

Mit bet Ausstellung der GemcindeVoranschläge für 1902/03 ist jetzt zu beginnen. Sie wollen besorgt fein, daß die Einsendung derselben zum vorgeschriebenen Termin 15. November bestimmt erfolgt.

Wir beziehen uns auf unser gedrucktes Ausschreiben vom 21. August 1895 unb empfehlen Ihnen, badfelbe bei Aufstellung der Voranschläge zur Hand zu nehmen. Ins besondere verweisen wir bezüglich der Aufstellung der Beilage 2 auf poe. 5 desselben.

Die beiden achttägigen OffenlegungSfristen sind genau einzuhalten. Der Beginn der zweiten Offenlegung darf mit dem Datum des KreiSblatteS, in welchem die betr. Bekannt­machung enthalten ist, nicht zusammenfallen.

_ v. Bechtold.

Gießen, den 16. August 1901. SJetr.: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Orotzh. Bürgermeistereien des KreiseS.

Wir beauftragen Sie, mit der Ausstellung der Urlisten der znm Amte eines Tchösseu oder Ge­schworenen bestellbaren Personen zu beginnen und diese Listen nach vorgängiger achttägiger Offenlegung samt den etwa erhoben werdenden Reklamationen mit Begleitbericht spätestens bis znm 15. Oktober l. g. an die zu» ständigen Amtsgerichte einzusenden.

Die Spruchlisten der Geschworenen haben, rvie bereits in unserem AuSschreibeu vom 20. April 1885 (Anzeiger Nr. 92) bemerkt wurde, in mehrfachen Fällen die Namen von Personen enthalten, welche das 30. Lebensjahr noch nicht ö»flenbet ober das 65. bereits überschritten hatten, unb sinb hierdurch in den Schwurgerichtssitzungen den Fortgang ber Lerhanblungen hemmende Weiterungen veranlaßt worden. Derartige Borkommniffe können nur durch eine genaue Beobachtung der hinsichtlich der Aufstellung der Urlisten der Schöffen und Geschworenen bestehenden Bestimmungen ötrmieben werden. Wir machen Ihnen daher die sorgfältigste Beobachtung der Vorschriften in § 1 unb 3 der Verordnung vorn 14. Mai 1879 (Reg.-Bl. S. 213) zur Pflicht. Hier­nach find die in den §§ 32, 33 und 34 des Gerichtsver- faffungSgefetzeS (f. Reichs G.-Bl. von 1877, S. 47) bezeich­neten Personen nicht in die Urlisten aufzunehmen, während bei den in § 35 daselbst Genannten der Grund, warum sie ablehnen können, in der SpalteBemerkungen" der Liste anzugeben ist. In allen Fällen, in welchen Zweifel darüber bestehen, ob eine in die Urlifte aufzunehmende Person daS 30. ober 65. Lebensjahr vollendet habe, wollen Sie sich durch eine Anfrage bei derselben, ober in sonst geeignet scheinender Weise genau über deren Alter vergewissern. Sie dürfen aber auch nicht Personen, welche Sie für ungeeignet zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen halten, bei denen ober die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, aus der Liste veglassen, z. B. weil sie arm oder zu alt find. Sie wollen vielmehr diese Personen ebenfalls in die Liste aufnehmen, Ihre Ansicht aber unterBemerkungen" ober im Begleit­berichte angeben.

DaS zur Aufstellung der Listen erforderliche Formular wird Ihnen k. H. zugesandt werden.

v. Bechtold.

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