Ausgabe 
20.7.1901 Erstes Blatt
 
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Bezeichnung der Kirchen

Nr. 168

Erstes Blatt

Samstag 20. Juli 1901

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Bezeichnung der Kirchen

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151. Jahrgang

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Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungskommission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtum Heffeu seinen dauernden Aufenthaltsort hat. Die Zulaffung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen.

Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird.

Dem Gesuche sind folgende Papiere beizusügen:

a) Geburtszeuguis;

b) Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Frei- willigea während einer einjährigen aktiven Dienst­zeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähig, keit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen, und muß

erwarten, daß auxH die wissenschaftliche Ausbeute nicht ge­ring sein wird. D. Red.)

Das lautsprechende Telephon. Das Telephon, wie wir es kennen, hat bei allen seinen Vorzügen einen Mangel, es hat nur eine schwache Stimme. Was wilL das schwachstimmige Telephon im Getöse einer Schlacht, im Brausen des Sturmes, im Lärm der Maschinenräume ausrichten? Seine Laute werden von dem Geräusch rings­um übertönt. Wir sind mit zwingender Notwendigkeit auf das Telephon angewiesen, aber auf ein Telephon, das erheblich lauter spricht, als das gewöhnliche, und diese Erwägungen haben Siemens u. Halske vor einigen Jahren zu der Konstruktion eines solchen Sprechapparates! geführt; nach langwierigen Versuchen ist es ihnen auch gelungen, das verlangte Instrument zu schaffen, das mitt­lerweile bereits auf vielen Schiffen der deutschen Marine Eingang gefunden hat, und auf der Internat. Ausstellung für Feuerschutz in zahlreichen verschiedenen Exemplaren aus­gestellt ist. Im Prinzip unterscheidet sich dieses laut­sprechende Telephon nicht von dem gewöhnliche; die gleichen physikalischen Gesetze kommen hier wie dort in Anwendung, nur daß man für das lautsprechende Telephon die Stromstärke des wellenförmigen Stromes vergrößert und den Stahlmagneten mit den Spulen erheblich verstärkt hat. Die größeren Ausschwingungen der Stahlmembran, auf denen die größere Lautwirkung beruht, haben eine 'estere Lagerung der Membran erforderlich gemacht und auch auf andere Kleinigkeiten hat man Bedacht zu nehmen gehabt. So ist erreicht worden, daß das Telephon nicht mehr flüstert, sondern mit lauter Stimme spricht, nicht gerade mit Donnerstimme, aber doch etwa mit der Läut- tärke unserer gewöhnlichen Sprache. Das genügt, denn wer ein solches Telephon ans Ohr legt, der hört seine Laute, und wenn auch nebenan eine Batterie Schnellfeuer abgiebt. Mer auch noch andere Anforderungen werden»

BerSrod Burckhardsfelden Dorf-Gill Eberstadt Gießen Großenlinden Grünberg Harbach Hausen Lang-GönS

Redaktion, Expedition und

Druckerei: Zchlllstrahe 7.

Anträge auf Bewilligung von Alterszulagen sind sofort spätestens bis Ende Juli d. IS. bei dem zuständigen Bezirksfeldwebel vorzubringen.

Gießen, den 6. Juli 1901.

Großh. Bezirks-Kommando Gießen.

Detring.

Oberstleutnant und BezirkS-Kommandeur.

Kirchenfonds der Pfarrgemrmde abzuliefern haben, Aufstellung und Vorlage des obenerwähnten Nachweises bundeu find.

v. Bechtold.

MlÄtidtt- Waschkommode.

kW

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernstrechanschlnsz-.iir.51.

Das

Großh. Ministerium des Innern

(Abteilung für Zchnlangelegenheitkn)

au die Großherzogl. Kreis Schrrlkommisfiouen.

Wir benachrichtigen Sie, daß wir daS im Verlage von Theodor Hofmann in Gera erschienene obige Realieubuch nachträglich in das Verzeichnis der in der Volksschule zur Auswahl zugelassenen Lehrbücher ausgenommen haben.

I. V.: N o d n a g e l.

de Beauclair.

Gießen, den 15. Juli 1901.

®ctr.: Den Voranschlag deS evang. ZentralkirchenfondS für 1901/02, hier die auf die Lokalkirchen- und milden StiftuugSfoudS ausgeschlagenen Umlagen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

au die ev. Kircheuvorstäude des Kreises.

Nach einer Mitteilung Großh. OberkonfiftoriumS vom 8. l. MtS. haben die untenverzeichneten Kirchenfonds für die kirchlichen und geistlichen Zwecke den beigesetzten Beitrag pro 1901/02 an den evang. ZentralkirchenfondS zu leisten.

Sie wollen dem Kirchenrechner Ausgabedecretur erteilen und ihn beauftragen, den genannten Betrag an den Rechner deS evang. ZentralkirchenfondS alsbald abzuführen.

v. Bechtold.

Amtlicher geil Bekanntmachung.

Betr.: Maul- und Klauenseuche zu Wieseck.

Nachdem in Wieseck die Maul- und Klauenseuche er­loschen ist, wird die angeordnete Sperre hiermit aufgehoben. Das Bieheinstellen tu der Gemeinde Wieseck unmittelbar vor Gießener Märkten ist noch bis auf weiteres verboten.

Gießen, den 17. Juli 1901.

Gro ßherzo glich es Kreis amt Gießen.

v. Bechtold.

Gießen, den 18. Juli 1901.

Betr.: Den Termin für die Einsendung der Kirchen- rechnuugen pro 1900/1901.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

au die evaugel. Kircheuvorstäude deS Kreises.

Der späteste Termin für die Ablieferung der Kirchen- rechuung an Sie ist auf Eude August festgesetzt.

Da dieser Termin vielfach seitens der Rechner nicht eingehalten worden ist, beauftragen wir Sie, dieselben ent­sprechend zu bedeuten, und uns die erfolgte Abgabe bis zum 1. September l. I. anzuzeigen, event. zu berichten, daß der Ablieferungstermin vom Kirchenrechner nicht eingehalten wurde. Die Rechnungen müssen Ihrerseits bis spätestens Eude September an Großh. Oberrechnuugskammer, Justifikatur II. Abteilung, eingereicht werden.

Mit der Anzeige an uns ist gleichzeitig der Nachweis über den an den evaugel. ZentralkirchenfondS abzulieseruden lleberschuß des Einkommens der Pfarrstelle einzusendeu.

Der aufzustellende Nachweis deS UeberschnffeS muß genau der Vorschrift des Amtsblattes Großh, Ober-KonfistoriumS Nr. 14 vom 17. Juni 1884 entsprechen.

Gießen, 17. Juli 1901.

DU Großh.Kreisschulkommisfion Gießen

au die Schulvorstände deS Kreises.

Von nachstehender Verfügung der obersten Schulbehörde geben wir Ihnen Kenntnis.

v. Bechtold.

Darmstadt, am 3. Juli 1901.

Detr.i Illustriertes Realieubuch. Leitfaden für Ge- schichte, Geographie, Naturgeschichte und Natur­lehre. Für Volks- und Bürgerschulen bearbeitet von Schulrat Fr. Yolack. Ausgabe für Simultan­schulen.

Gießen, den 18. Juli 1901.

Betr.: Den Termin zur Einsendung der Gemeinde- rechnungen pro 1900/01.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grostherzogs. Bürgermeistereien uud Gemarkuugsvorsteher des Kreises.

Nach den Ihnen durch unser Amtsblatt Nr. 7 vom 26. April 1881 bekannt gegebenen Bestimmungen des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz ist der späteste Termin zur Uebergabe der Gemeinderechnunqen für das abgelaufene Etatsjahr seitens der Gemeinde Einnehmer au Sie der 30. September jeden Jahres. Wir schärfen Ihnen dies wiederholt mit der ausdrücklichen Weisung ein, etwaige noch rückständige Belege aus 1900/01 sofort dem Gemeinde-Einnehmer zu überweisen, und diesen wegen der Rechnungsablieferung entsprechend zu bedeuten. Uns haben Sie bis zum 1. Oktober d. I. zu berichten, daß die Rechnung an Sie abgegeben wurde, bezw. aus welchen Gründen dies nicht geschehen ist.

Nur in ganz besonderen AuSnahmefällev werden wir den erwähnten Termin verlängern.

Die Einsendung der Rechnungen au Großh. Ober- RechnuugSkammer, Justifikatur II. Abteilung, hat im Laufe des Monats Oktober durch Sie zu geschehen, und eS ist unzulässig, diesen Termin namentlich deshalb htuauSzuschieben, um die Rechnungsabhörung durch den Gemeinderat zugleich mit der Beratung deS Voranschlag« vorzunehmev.

Sie wollen sich hiernach bemessen.

v. Bechtold.

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1901.

Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1901 stattfiudendeu rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre deSfallsigen Gesuche um Zulaffung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum !. August 1901 bei der unterzeichneten Kommission einzureichen.

Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt:

den Betrag von 600 Mark erreicht, können bei dem Bezirksfeldwebel unter Angabe ihrer Einkommensverhältniffe die Bewilligung einer Alterszulage beantragen, sobald sie das 55. Lebensjahr v ollendet haben, oder wenn sie vor diesem Zeitpunkte dauernd völlig erwerbsunfähig geworden find.

Bekanntmachung.

DaS Gesetz, betreffend Versorgung der Kriegsinvaliden und der Kriegshinterbliebenen vom 31. Mai 1901 bezieht sich nur auf diejenigen Invaliden, bei welchen KriegSinvalidität anerkannt ist.

Die Empfänger von Unterstützungen auf Grund deS Allerhöchsten Gnadenerlasses vom 22. Juli 1884 und Elw- pfänger von Veteranenbeihilfen auf Gcund des Gesitzes vom 22. Mai 1895 werden von diesem Gesetz nicht betroffen.

Die auf Grund deS neuen Gesetzes zu gewährenden PevsionSzuschüffe kommen zur Anweisung, ohne daß eS eines Antrags der Betreffenden bedarf, jedoch haben die Kriegsinvaliden sofort ihre Militär­pässe an das Bezirks-Kommando einzufenden.

Diejenigen Ganzinvaliden, deren jährliches Gesamt­einkommen

aus den Jnvalidengebührniffen und sonstigen amtlichen sowie privaten Einnahmen au barem Gelbe und aus anderweiten Einkünften, wie Naturalbezüge, Wohnung u. a. nach dem durchschnittlichen Geldwerte berechnet

Erscheint ISglich mit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener Zamilien- blätter werden dem An- zcigcr im Wechsel mitHess. Landwirt" undBlätter für Hess. Volkskunde" vier­mal wöchentlich beigelegt.

Annahme von Anzeigen lu der nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Rümmer bi» vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten» abend» vorher.

Wir machen endlich noch besonders darauf aufmerksam, daß die Zsilialgemunden, welche ihre GehaltSteile au

ttsttk, der nebenbei : niilverichlet, sucht n einemPrivalbauie»

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cn 31,r^ 5028

Gießener Anzeiger

** General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Oiant und sonstige Vorräte nach dem Hauptquartier in Franz Josefs-Land zu bringen, und nach Ausführung dieser Aufgabe nach Norwegen zurückkehren wird, und schließlich das von Gerlach>es Südpolexpedition her bekannte Schis Belgien", das zwei große Depots an der Ostküste Grön­lands niederlegen soll. Die beiden erstgenannten Fahrzeuge werden zunächst nach Archangel gehen, um die für die Expedition bestimmten 400 Hunde und 15 Ponies aufzu- nehmen und dann die Reise nach Franz Josefs-Land fort­setzen. Wenn das Hauptquartier so nördlich wie möglich aufgeMagen ist, werden Schlitten abgehen, um Depots an der nördlichsten Spitze von Franz Josefs-Land anzu­legen. Der Winter wird dann mit Vorbereitungen für die größte Schlittenexpedition, die jemals in Scene gesetzt wor­den ist, verbrachst. Im Frühjahr werden dann 30 Mann mit 300 Hunden aufbrechen. Nach und nach sollen größere oder kleinere Abteilungen nach dem Hauptquartier zurück­geschickt und die schwächeren Hunde als Nahrung für die stärkeren geschlachtet werden. Zuletzt wird Baldwin selbst mit wenigen energischen Begleitern den Versuch machen, den Nordpol zu erreichen. Dann geht die Rückreise die Ostküste Grönlands entlang, bis die oben erwähnter: Depots daselbst erreicht werden. Ein Zusammentreffen dieser so reich ausgestatteten Expedition mit der seit vorigem Som­mer unterwegs befindlichen kleinen deutschen Expedition Bauendahls ist zwar möglich aber unwahrscheinlich, da die letztere int vorigen Jahre nicht über Spitzbergen hinausgekommen ist und von dort aus den Vorstoß nach dem Nordpol angetreten haben dürfte. Zum Schlüsse mag noch bemerkt werden, daß auch etliche Gelehrte Baldwin auf seiner Reise begleiten, und daß dieser selbst ein tüch tiger Meteorologe ist und aus früheren Reisen auf dem Gebiet der Wetterkunde Hervorragendes geleistet hat. Da die Expedition über eine große Zahl vorzüglicher Instru­mente und wissenschaftlicher Apparate verfügt, so darf man

Theater, Kunst und Wissenschaft

Frankfurt «. M., 18. Juli. Am Samstag tritt das Schauspielhaus mitElavigo" seine Sommerferien an, und acht Tage spater beginnen die Opern Vorshellungen schon wieder. In beiden Häusern hat die Saison recht gut ab­geschnitten, jedoch ist das Schauspielhaus der Oper in Bezug auf Quantität und Qualität seiner Leistungen weit über. Es ist eine nunmehr feststehende Thatsache, daß die Teilung der Theatergeschäfte für das Schauspiel von großem Vorteil waren. Emil Claar war von jeher bekannt als vorzüglicher Regisseur. Die Inszenierung der Dramen Heber unsere Kraft", 2. Teil,Macht der Finsternis", Rote Robe",Hannele" hat seine Regietalente aufs neue wieder ms hellste Licht gerückt und die Urteile der kom­petenten Kritik stimmen darin überein, daß die künstlerischen, wie die allgemeinen Verhältnisse des Schauspiels in der abgelaufenen Saison einen merklichen Aufschwung nahmen. Auch die finanziellen Erfolge der verflossenen Saison sind durchaus befriedigende. Intendant Jensen hat in der Oper sein Augenmerk auf die Sanierung des Chors gerichtet und großen Wert auf die Ausstattung und Neuinszenierung größerer Opern gelegt. Glanzpunkte der Saison bilden die Premiere vonBenvenuto Cellini", die Neueinstudier­ungen vonTempler und Jüdin" undMeistersinger."

Tromsoe, 17. Juli. Gestern abend trat die Bal d- win -Expedition ihre Forschungsreise an. Sie geht zunächst nach Honningsvaag, wo der Amerikaner Long sich ihr anschließt. Danach geht sie direkt nach Franz Josephs- Land und dringt nordwestwärts soweit wie möglich! vor und kehrt über Archangelsk nach Vardoe zurück. Baldwins Expedition besteht aus 42 Mann und hat 3 Schsiffe zur Ver- sügung: das in Dundee gebaute SchiffAmerika", ferner Frithjof", das ausschließlich benutzt werden soll, um Pro-

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