daß Hickel nach seiner Freisprechung vor seine- Wied r^ festnahme unter allen Umstanden zunackstt, w-nN - ch sür ganz kurze Zeit, hätte rreigelassen w^en^mussen, >o ist. dem entgegenzuhalten, daß solcher F Freilassung ständiger Weise nirgendwo vorgeschr:eben s 6
und Wiederfestnahme können , und durM unbelttettbar zett lich sehr wohl zusammentrefsen. Man hatte ja mir, um solcher formalistischen Forderung zu 9 . 9 usmlassen nach der Freisprechung durch -m« 2 “ q “
und dann sofort aus Grund der %L, b 1 wiesen berechtigten - vorl«»^ -restnahmc durch die andere Thür wieder hinernzuführen aewesen?" So den» "A einB ^Ä^ Ä=t,e9=- ^bult ai|o ein r> y. 9 Abcht seiner Mitmenschen «uf F?eche?^Jch glaube deshalb nicht, daß den Generälen fn W Romen ein" besonders geschickter Verteidiger imnden ist An der Spitze einer gewißen Presse, die » versönlich angreift und verdächtigt, marschiert zur «eit der ,Reichsbote", der die „Tägl. Rundschau" abgelost dot Ick werde auf solche Angriffe nicht antworten, die tteit wird aufklären,' aus wessen Seite die Wahrheit gewesen if" Es ist außerdem gegründete Hoffnung vorhanden dnk diese mit Injurien reichlich gewürzten Artikel bald »eiben. Es ist für diese Invektiven charakteristisch, daß in ihnen die Behauptung wiederkehrt, die Generäle dürften auf meine öffentlichen Angriffe nicht antworten, das verböte ihnen Amt und Pflicht - während Mit Händen zu greifen ist, daß die Verfasser einen militärischen Gewährsmann, dessen Person nicht zweifelhaft ist, haben müssen. Als drittes Charakteristikum kennzeichnet diese Angriffe, die zuerst in der in Insterburg erscheinenden „Ostd. Volksztg." ans Licht traten, die Behauptung der „Tägl. Rundschau", diese Angriffe seien „vollkommen unverdächtig hinsichtlich» ihres Zeugnisses", weil die „Ostd. Volksztg." ein Organ freisinniger Richtung sei. Da der Prozeß nunmehr beim Gericht des ersten Korps schwebt und der Gerichtsherr der zweiten Division nicht mehr in Thätigkeit treten wird, werden die persönlichen beleidigenden Ausfälle gegen mich wohl mit der Zett verstummen."
Soweit Herr Horn aus Insterburg. Wie die „Pr. Lith. Ztg." meldet, setzte das Oberkriegsgericht des ersten Armeekorps zu Königsberg eine Be lo hn un g von 1000 Mark für die Ermittelung des Mörders des Rittmeisters von Krosigk aus.
Politische Tagesschau.
Einer Lügeufabrik von sogenannten Huuneubriefeu find die Behörden aus die Spur gekommen. Offiziös wird getrieben :
Gelegentlich der Ermittelungen über die Urheberschaft eines in der Presse veröffentlichten Briefes hat ein zur Unter* offizierklaffe zählender Angehöriger des Ostafiatifchen Expeditionskorps bei feiner verantwortlichen Vernehmung durch den Gerichtsoffizier ausgesagt, ein Handlungsgehilfe B. hätte ungefähr Mitte Februar ein Packet Briefe, in Couverts mit vollständigen Adressen und der Ortsangabe Peking versehen, aus Luzern an ihn gesandt und ihn im Auschreiben gebeten, die Briefe an ihre Adressen — seine Verwandten und Freunde — von Peking aus abzusenden. Er habe dein B. damals auf offener Postkarte auheimgestellt, selbst nach China zu kommen und die Briefe selbst abzusenden, und, da ihm die Angelegenheit ohne besonderen Wert erschien, von einer Meldung an seinen Vorgesetzten abgesehen. Seinem Empfinden nach wollte B. bei seinen Angehörigen den Glauben seiner persönlichen Anwesenheit in China erwecken.
Die fraglichen Briefe — fieben an der Zahl — find inzwischen an die heimatliche Behörde gelangt; au- ihnen einige Proben:
* . . . . Hier wird Tag und Nacht gemordet und gebrannt. . . . Wenn es gelingt, so werde ich desertieren.....
Euer Stiefsohn." „Werte Freunde I
.... Wollte ich von den Mordthatm erzählen, was ich gesehen, die Feder würde sich sträuben . . . .*
„Werte Verwandte!
so wüßte ich nur von Mordthaten zu schreiben.....
Sobald ich kann, werde ich über Nacht zu entrinnen fachen Werde viel Ehinageld heimbrtngm . . . ."
„Werter Freund!
.... Nächsten« wrede ich Dir über Mordthaten berichtm . . . ." „Herrn Karl
.... Habe grauenhafte Mordgruben gesehen "
Wären diese Briefe von dem betreffenden Unteroffizier, der Bitte ihres Verfassers entsprechend, mit ihren genau bezeichneten Adressen in Peking zur Post gegeben worden, so
würden fie, wohl zum größten Teil in die bekannten Hunnenbriefmappen gelangt, als echtes, unumstößilches Beweis- material veröffentlicht worden sein.
Hierbei sei erwähnt, datz sich die Fälle mehren, in denen leider auch Angehörige des Expeditionskorps überführt worden find, Lügen über Greueithaten nach der Heimat berichtet zu haben. Der amtlichen Sendung der erwähnten fieben Briefe war auch das Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung eines solchen Falles beigelegt. Der betreffende, s. Z. von vielen Zeitungen veröffentlichte Brief enthielt die Angabe, der Ver süsser und sein Kamerad hätten je einen Chinesen tot« geschossen, weil diese nicht von dem Wasser, das fie gebracht, trinten wollten. DaS sei eine große Freude gewesen. ES werde nämlich niemand geschont. Der Briefschreiber hat aber ausgesagt, er habe in dem Briefe sehr stark gelogen; weder er noch irgend ein anderer Mann seiner Batterie hätte einen Chinesen getötet. Als die Chinesen eines Tages von dem gebrachten Wasser nicht trinken wollten — wegen Argwohns der Vergiftung dazu aufgefordert — habe er sie mit dem Wasser davongejagt. DaS fei die ganze Thatfache! — Ferner ist die nochmalige amtliche Bestätigung eingetroffen, daß wohl die Mannschaften wiedecholt davor gewarnt worden sind, Unwahres nach Hause zu berichten, daß aber die Eröffnung von Privatbriefen und die Ausübung einer Kontrolle nirgends siattgefunden habe.
Aus Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist »tu? unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Arrz." gestattet.)
* Ernennungen. Der Großherzog hat den ©teuer» kommifsariatsassistenten bei dem Steuerkommissariat Worms Regierungsassessor Hermann May in gleicher Diensteigenschaft an das Stenerkommiffariat Offenbach versetzt; den HauptsteurramtSasfistenten bei dem Hauptsteueramt Gießen Regierungsassessor Gustav Pflug zum SteuerkommissariatS- assistenten bei dem Steuerkommissariat WormS und den Hauptsteueramtskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Gießen Leonhard Petry zum Hauptsteneramtsrendanten bei diesem Amte ernannt.
)( Großeulinde«, 17. Juli. Die bei dem Gießener Zweigvereinsfeste hier erhobene Kollekte betrug 78,88 Mk., die in gleichen Teilen für die Gemeinden Herbstein, Fürth und Gonsenheim von dem Kirchenvorfiand bestimmt wurde.
L. Aus dem höheren Vogelsberg, 17. Juli. Wie weitgehend das Interesse für den Krieg zwischen England und den tapferen Buren ist, mag folgendes lehren: In einem Dörfchen des höheren Vogelsberges findet im Herbste dieses Jahres Bürgermeisterwahl statt. ES sind zu diesem Zweck bereits 2 Kandidaten aufgestellt worden. Sofort haben sich auch zwei Parteien gebildet, von denen sich die eine „Engländer", die andere „Buren" nennt. Mit großer Spannung fieht man dem Ausgang des Kampfes entgegen. Beide Parteien sollen sehr erbittert auseinander sein.
Darmstadt, 17. Juli. Der Großherzog empfing den Grafen zu Erbach-Erbach in besonderer Audienz.
UmversttAs Nachrichten.
— Der bisherige a. o. Professor für Physik an der Universität Greifswald Dr. Walter König, vordem Dozent am Physikalischen Verein in Frankfurt, ist zum o. Proftffor ernannt worden. — Wie man aus Straßburg berichtet, hat sich an der dortigen Universität Dr. Emil Hanntg aus Monttgny bet Metz als Prioat- dozent für Botanik habilitiert. Er ist schon längere Zett am Botanischen Institut der genannten Hochschule als Assistent thätig. — Der Pro fessor sür darstellende Geometrie und Konstruktions-Zeichnen an der Technischen Hochschule in Wien G. A. Peschka tritt nach 49jähriger Lehrtätigkeit in den Ruhestand. — In B onn ist der altkatholische Theologteprofcssor Dr. Josipb Langen am Samstag infolge/eines Schlaganfalles gestorben. — Das russische Ministerium der Volks ausklärung beabsichtigt, den Frauen das Universitäts- Studium zu gestatten und zwar sollen solche, die ein Mädchen- Gymnasium absolviert haben, versuchsweise zum Besuch der historisch- philologischen Fakultäten zugelassen werden. Nach beendigtem Studium erhalten sie dre Lehrbereartigung für alle Klassen der Mädchen- und die unteren Klassen der Knaben-Gymnasten. — In Halle scheidet mit dem Schlutz dieses Semesters der Rechtslehrer Prof. Dr. Geck aus dem Lehrkörper der Universität; an seine Stelle ist der bisherige außerordentliche Professor, Dr. Paul Rehm e - Berlin in die juristische Fakultät der Hallenser Universität als ordentlicher Profefior versetzt worden. ______________________________
Arbeiterbewegung.
— Zum Taoakarbetter-Ausstand in Nordhausen berichtet dir „Nordh. Ztg.", daß aufs neue Einigungsverhandlungen
.wisch,» dkn Fabrikantin und AllSstSnbigm 'm Mang« si»d. AnlMch i—.a «Alt h»n ^ahrifanten auf Anfrage an den Elsten Burgermel.ter
Antritt tn di-Brrhandlung-n be,chl°s-n nutbe. SB » gigW» di- einzeln-» Fabrikant-» oa'lSufig auch m-rl-t» °u »
lum Eintritt in erneute B-chandlung-n
Schritte aber von der Stellungnahme der Fabrckanten-Veretr.tgung abhängig gemacht, die in den nächsten ^<6<n »der diese Angelegenheit beraten wird. Angestellten der Corfischen Eisenbahnm
sind Ätab« Ausst.7dlgetr.tm »
sächlich Lohnerhöhung. Nur w nige Effentahnzüge ve.kehren noch.—
Sport.
- Mainzer Regatta. DaS Ehrenpräsidium deS Wettfahr^ Komitees bei der am nächsten Sonntag ftattfindmden 16 IJia njer R-gatta haben Pcovinzialdirektor Geheimrat Frhr. v. Gagern, Exz.^ Gouverneur Baron v. EollaS und Oberbürgermeister Dr. Gatzner übernommen. „
Landwirtschaft.
- Aus dem Jahresbericht des ZuchtvereinS von 1900/M heben wir folgendes hervor: Die Aufgabe des Zuchtvereins rst speziell die Förderung der Bestrebungen auf dem Gebiete der Viehzucht. Der Verein hielt 3 Ausschußsttzungen gemeinsam mit denen des BezirksveremS ab, außerdem eine Hauptversammlung am 24. Oktober in Friedberg. In derselben wurden geschäftliche Fragen, die Wirkung des Werdeganges, die- Tuberkulinimpfung, sowie die Bedeutung des Herdbuches besprochen. Beschickt wurden die Ausstellungen in Butzbach, Bezirkstierschau am 31. Mar und Darmstadt, Landestierschau vom 14.—17. September. Auf ersterer fielen 2680 Mk. auf verschiedene Züchter deS Kreises Friedberg, auf der Landesausstellung erhielt der Zuchtverein einen 1. Preis für den Burg-
Gerichtssaat.
g. Gießen, 16. Juli. (Gewerbegericht). Der Dienstknecht- Johannes Köhler von hier klagt gegen den Fuhrunternehmer tz. Herzberger von hier auf Zahlung von 8,50 Mk. Restlohn. Da eme h - Vereinbarung bei Abschluß des Arbeitsverhältniffes mcht getrosten wurde kam schließlich Vergleich dahin zustande, daß der Beklagte dem Kläger- 6,55 Mk zahlt. — In weiteren drei Klagesachen verlangt der Unternehmer Wilhelm Such an I. zu Krofdorf von den Arbeitern Hermann Kreiling, Joh. Becker und Karl Weller von Meseck Wiederaufnahme, der Arbeit auf noch 12 Arbeitstage, widrigenfalls sie emS nach dem Er- meffen deS Gewerbegerichts festzusetzende Entschädigung zu zahlen hätten., wett sie ohne Grund und Kündigung die Arbeit verlaffen hätten, erste Beklagte Hermann Kreiling beantragt Abweisung der Klage, weit ihn der Kläger durch den Ausdruck: „In der Kolonne ist gar rem Zua , beleidigt habe. Weitere Gründe kann er nicht ^angeben. Ein Vergleich war nicht zu erzielen. Da die Parteien alsbaldige Entscheidung oh^ Zuziehung von Sachverständigen beantragten, entschied das Gericht nach dem Klageantrags und setzte die von dem Beklagten an den Klä^r zu leistende Entschädigung auf 13,20 Mk. fest, .^s Beklagterdie Arb.tt nicht innerhalb 3 Tagen aufnehme. Das Gericht ist der Ansicht, daß m der von dem Kläger gebrauchten Aeußerung „In der Kolonne ist gar kein Zuck" eine dem Arbeitgeber zuzugestehende Kritik liege, aber weder eink Beleidigung noch eine grobe Beleidigung enthalten sei, welch letzterer e st den Beklagten nach § 124 pos. 2 der Gew.-Ord. berechnt hätte, die Arbeit sofort zu verlaffen. Die vom Beklagten zu leistende Entschädigung im Falle der Richtwiederaufnahme der Arbeit ist aus ® runb be3 § 51 des Ges über die Gewerbe-Gerichte in Verbindung mit S 124 b be*. Gew.-Ord. festgesetzt worden. Mit den beiden übrigen Beklagten tarn Vergleich zustande. Dieselben verpflichteten sich, die Arbeit tofott wieder auszunehmen, andernfalls an den Kläger je 13,20 Mk. Entschädigung ju zah^n-H ep, 16. 2-U[i. Ttraftammerfitzrrng. Der Taglöhner Heinrich Jung in Gießen ist beschuldigt, Ende März d. I. oder um diese Zeit das Vermögen des Heinrich Bernhardt zu Großenlmdm um den Betrag von 12 Pfennig — den Preis für ein Glas Bier — durch Vorspiegelung falscher Thatsachen geschädigt zu haben. Da der Angeklagte- vielfach vorbestraft und rückfällig ist, wird gegen rhn trotz der Geringfügigkeit der Betrugssumme aus eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten er» kannt. — Dem Dachdecker Michael Nostadt, am 28. Dezember 1872 8U Ober-Ramstadt geboren, legt die Anklageschrift zur Last, durch zwei selbständige Handlungen am 26. August 1900 zu Harheim 1. den Landwirt Heinrich Ruppel daselbst mit der Begehung des Verbrechens der Tötung bedroht; 2. denselben vorsätzlich mittels eines Meffers körperlich verletzt und an der Gesundheit geschädigt zu haben. (§§ 223, 223a, 241 des St.-G.-B.) Der Angeklagte wird deswegen in eine Gesamtstrafe von 2 Jahren 1 Monat Gefängnis verurteilt. — Der Andreas Wagner IL von Hoch-Weisel war wegen Zuwiderhandlung gegen die SS 3 3, 14 pos. 2 des Gesetzes bete, die Besteuerung des Gewerbebetriebs un Umherziehen vom 22. Dezember 1900 vom Gericht erster Instanz in eine ,m Falle dw Uneinbringlichkeit mit 20 Tagen Haft zu verbüßende Geldstrafe von 100 Mk. verurteilt worden. Gegen das verurteilende Erkenntnis hatte er Berufung eingelegt. Das Gericht verwirft kostenfällig das eingelegte Rechtsmittel. — Der Dekorationsmaler Johannes Dölle von Erfurt, 1868 gebo^n,- zurzeit in Strafhaft im Zuchthaus Marienschloß, war vom Gericht erster Instanz wegen Beleidigung und Bedrohung von Gefängnrsbeamten und Widerstands gegen diese in eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten verurtettt worden. Gegen das verurteilende Erkenntnis hatte er das Rechtsmittel der Berufung eingelegt uvd einen umfangreichen Zeugenapparat in Bewegung gesetzt. Das Gericht verwirft jedoch nach erfolgter Beweisaufnahme die erfolgte Berufung. — Die Strafsache gegen den Heinrich Türk in Düdelsheim und 2 Gen, wegen Körperverletzung wird vertagt.
innerhalb einer ganz bestimmten, immer wiederkehrenden Reihenfolge von Farben ist, in der Rotblau oder Blaurot Trumph bedeutet, giebt sich bei Behrens umgekehrt als ein konsequentes Abkehren von jeder leuchtenden, kräftigen Farbe und Bevorzugen des zeichnerischen Momentes kund.
Im Gegensatz hierzu ist nun der bildnerische Schmuck bei Olbrich, Habich vielseitiger ausgefallen. In den eingerichteten Parterreräumen des Hauses Deiters finden wir z. B. eine Anzahl Bilder, von H. und F. Deiters (Vater und Bruder des Darmstädter Sekretärs), deren Charakter wir iu der „Ausstellung für Fläck),enkunst" vergebens suchen. Diese weich und warm getönten Landschaften, die nicht nur dekorativ wirken, sondern einen Ausschnitt der Natur schön hei t lebenswahr festzuhalten suchen, der zarte Elfenreigen, der Pvetisch und doch keineswegs süßlich gehalten ist, lassen keiner bestimmten Schule überweisen, wohl aber einem bestrmmten malerischen Können, das Licht- und Farbeneffekte in der Natur nicht einseitig studiert hat. Dr. M.
Fortsetzung folgt.
Preisausschreiben des EvangelischenBun- bvs- um eine wettere Anregung zu wissenschaftlicher Be- thatigung mit der Geschichte der römisch-katholischen Kirche der Neuzeit zu geben, hat der Zentralvorstand des Evange- lischen Bundes beschlossen, folgende Preisaufgaben auszu- fchreiben: 1. Die römisch -katholische Presse Deut,chlanLs im 19. Jahrhundert. Gewünscht wird eine Daistellung der Begründung, der Entwickelung und des gegenwärtigen Stcmdes der römisch-katholischen Tagespresse und der römisch-katholischen periodisck>en Litteratur in Deutschland. 2. Die Selig- und Heiligsprechungen der römischen Papfie un 19^ Jahrhundert. - Gewünscht wird em hischrisch-kritischer Beruht über die Vorgeschichte den Verlauf und die Begründung der einzelnen Selig- und Heiligsprechungen. 3. Heber tritt c aus der römisch-katholischen zur evangelischen Kirche in Deutschland während
des 19. Jahrhunderts. — Erwartet wird nicht eine Statistik, sondern eine Zusammenstellung und Bearbeitung der Konversionen derjenigen Persönlichkeiten, die allgemeines Interesse erregen. Die Sammlung ist gedacht als ein Gegen- tück zu Rosenthal, Konvertitenbilder aus dem 19. Jahr- )lindert. — Der Preis für die erste Aufgabe beträgt zwölfhundert Mark; Ablieferungstermin 31. Dezember 1903. — Der Preis für die zweite und die dritte Aufgabe beträgt je fünfhundert Mark; Ablieferungstermin für beide Arbeiten 31. Dezember 1902. Der Zentralvorstand behält sich ür den Fall, daß die eingereichten Arbeiten nicht allen Anforderungen genügen, vor, die Hälfte der ausgesetzten Preise zu verleihen. Die mit dem Preise gekrönten Schriften werden Eigentum des Evangelischen Bundes und von diesem veröffentlicht. Außer diesen wissenschaftlichen Preisaufgaben schreibt der Zenttalvorstand einen Preis von 150 Mark für eine „der Evangelische Bund" betitelte Broschüre aus. Diese Schrift soll über die Entstehung, die Geschichte und die Leistungen des Bundes zuverlässig orientieren und durch ihre Gesamthaltung sich dazu eignen, als Agitationsschrift verwandt zu werden; der Umfang soll 2 einhalb Druckbogen — im Format der Flugschriften des Evangelischen Bundes — nicht übersteigen. Mlieferungtermin 1. April 1902. Be- werbungsschriften, in deutscher Sprache und mit einem Motto versehen, sind bei dem Zentralvorstand des Evangelischen Bundes in Halle a S. einzureichen. Beizufügen ist ein durch das Motto der Abhandlung gekennzeichneter versiegelter Brief, der Namen, Stand und Wohnort des Verfassers, sowie die Erklärung enthält, daß der Verfasser Mitglied der evangelischen Kirche sei.
Man schreibt' uns aus Jena vom Deutschen Schriftfiellerheim: Der Vorstand gebenTt in der Umgebung Jenas nach und nach ein eigenes freundliches Villenviertel zu schaffen, worin das erste, z. Zt. in der Gebäudeanlage schon fix und fertige Grundstück im nächsten
Frühjahr eröffnet werden soll. Dieses vorläufige „Erhol-» ungsheim" wird mit dem 1. April 1902 alljährlich gegen 150 Personen auf je 4—6 Wochen freie Wohnung und Bedienung bieten, und dazu auch für billigste Verpflegung sorgen. Hierdurch wird einstweilen schon vielen abgeaibei» teten Schriftstellern und Schriftstellerinnen, Redakteuren ujro. eine vorzügliche Gelegenheit zu nicht allzu kostspieligen Erholungspausen geboten. Damit diesem ersten Grundstück alsbald auch noch ein paar andere Gebäude zu dauernde r Aufnahme invalider Dich ter und Journal ist en hinzugesellt werden können, gilt es jetzt, rüstig weiter zu arbeiten. Die bekanntlich sehr leistungsfähige Firma^J. I. ßVeber in Leipzig hat Herstellung und Verlag des zum Besten des Heims demnächst von Dr. Timon Schroeter herauszugebenden Buches „Deuffche Dichter und Denker der Gegenwart" übernommen. Dieses in vornehmster Weise auszustattende Werk, welches neben den Bildnissen unserer gegenwärtigen ersten Schriftsteller mit Faksimile-Unterschrift auch ihre Selbstbiographie und dazu eine kräftige Probe ihres Schaffens bringen wird, verspricht damit ein wahres Schatzkästlem nicht allein für jeden Litteraturfreund, sondern auch für die deutsche Familie zu werden. Es liegen für dasselbe schon sehr beachtenswerte Beiträge vor, u. a. von Ger har vt von Amyn- tor, (der dieser Tage seinen 70. Geburtstag beging. D. Red.) Karl Bleibtteu, Emil Claar, Ernst Haeckel, Paul Heyse, Wilh. Jordan, Graf K. E. zu Leiningen-Westerburg, Anna Ritter, Peter Rosegger, Robert Schmeichel, (dem Achtzigjährigen. D. Red.) usw. Um seine Herausgabe nicht zu verzögern, ergeht an alle deutschen "Dichter und Denker, denen diese Zeilen zu Gesicht kommen, die Aufforderung, sich mit ihrer Zuwendung dafür zu beeilen, und irgend ein bisher, noch ungedrucktes Sttick: Gedicht, Erzählung, Beschreibung, Lebensansicht, Heiterkett usw. nebst Selbstbiographie unfcl Photographie nach Jena einzusenden.


