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19.1.1901 Erstes Blatt
 
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11. Januar 1901.

mien Vögel!

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«insleben gilt die Regel: Wer etnng leisten kann, ist dazu verpfl chtet! Er wird den besten Lohn an der Freude de- (gelingend und an dem lebend'gen G fühl ferner Nützlichkeit haben Diejenigen Mitglieder dag gen, welche gurnich'S leisten, sind gewöhnlich die fchä fst.n Äritifer und Nörgler. Du'ch solche Elemente kann einem das Vereinsleben oft völlig verleidet werden, abgesehen von den Zwistigkeiten und Klatschereien, welch; oft d rch Ehrgeiz, Nein und E'telketr hervorgerufen werden. Nur der Gedanke, einem guten Zwecke zu dienen, hilft uns über den Undank der VereinSgenosirn hinweg. Wer also in einem Verein ist, der füge sich, trage nach Kräften zum Gelingen der Vereinszwecke bei und ärgere nicht andere durch Krittelei und Unverträglichkeit. Dann werden die Vereinsfreuden ungetrübte sein!

** Das ersteKarnevalistische Konzert" der Ncgimentskapelle, das am Donnerstagabend in Steins Saal bau stattfand, war gut besucht. Die auf dem 11 mal 11,11 gleich 122,21 Zentimeter langen Konzertzettel angekündigten sJäimmern wurden flott gespielt und setzten die meist bunt bekappte Zuhörerschaft in die richtige Fastnachtsstimmung, die sich übrigens von selbst dann einzustellen pflegt, wenn das Publikum zur Mitwirkung eingeladen ist. Das hohe Lied vom neuen Heilserum, genanntKaterlin", das

Morgens findet frisch und klar Den braven Forstverwalter, Und beim Termin den Referendar, Den Postmann auch am Schalter, u. s. w.

vom Katerlin, das nicht nur unsere Studenten immun macht, sondern auch Ehemänner, Karnickel und Kanarien­vögel, wurde ebenso freudig aufgenommen, wie dieDistanz­reiterei", die u. a. zeitgemäß parodiert ist:

So mancher Bankier reitet auf dem Depot, Er reitet auch schneidig hinein ins Halloh' Es reiten die Kunden in schrecklichem Weh Und einige Bankiers nach Plötzensee!

Der Spielplan enthielt weitere prächtige Sachen, u. a. den GießenerTürkei"-Marsch von C. K. Rausse, eine alt klassische Ouvertüre (nicht von Mozart), die erste Probe derLedder Badekapelle" von W. Wolt Er, die auf der Pariser Welt­ausstellung wegen Mangel an goldenen Medaillen nur mit einer papiernen ausgezeichneteKapelle Krach", denMusi- kanten-Kongreß", den stummen Musiker, der die wegen nicht gehaltenen Eheversprechens hochnotpeinlichen Fragen nur durch Trompetentöne beantworten konnte, und schließlich Eine kuriose, vollständig kriminelle Geschichte", in der ein würdiges Sextett um die Erlangung einer ErbschaftMnsike" macht, eilte Geschichte, die nach Ansicht des Polizeidieners Spürnase gehörigbefummelt" werden muß. Wir find über­zeugt, daß' sich zu den noch in Aussicht stehenden Konzerten die in unserer Stadt und Umgegend weilenden zahlreichen Freunde des Humors einfinden werden.

** Personal-Nachrichten. Durch Entschließung des Ministeriums der Justiz wurden beauftragt: mit Wahr­nehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters: bei dem Amtsgericht Fürth der Gerichtsassessor Schade in Lauterbach, bei dem Amtsgericht Langen der Gerichtsassessor Küchler in Zwingenberg, bei dem Amtsgerichte Alsfeld der Gerichtsassessor Gros daselbst, bei dem Amtsgericht Gießen der Gerichtsassessor Gläser in Mainz, bei dem Amtsgericht Herbstein der Gerichtsassessor Kißner in Darmstadt, bei dem Amtsgericht Ulrichstein der Gerichts- assessor Dr. Hansnlt in Gießen, bei dem Amtsgericht Alzey der Gerichtsassessor Brehm in Mainz; mit Wahr­nehmung der Dienstverrichtungen eines Staatsanwalts bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen der Gerichts­assessor Schneider in Mainz; mit Wahrnehmung der Dien st Verrichtungen eines Amtsanwalts in Darmstadt (Amtsanwalt II) der Gerichtsassessor Dr. Krug in Mainz, in Zwingenberg der Gerichtsassessor N e ur 0 t h in Darin­stadt, in Alsfeld der Gerichtsassesfor D ö l p in Gießen, in Lauterbach der Gerichtsassessor Wahl in Darmstadt, in Mainz der Gerichtsassessor Dr. Brill in Darmstadt.

* Der Kohlenverbrauch bei den Preußisch Hessischen Staats- bahnen hat, gegenüber den Vorjahren, bedeutend zugenommen. Die Bahnverwaltungen haben sich daher entschlossen, wieder zu den Prämiierungsfahrten zu greifen, bei der sich Loko motivführer und Heizer zum sparsamen Kohlenverbrauch an hielten, da ihnen dafür Prämien, sogen. Kohlengelder, zugute kamen.Wenn durch dieses Vorgehen nur nicht die Heizung der Koupees zu leiden hat-, fügen dieN. H. V." mit be rechtstem Bedenken hinzu.

Butzbach, 16. Jan. Im Laufe dieses Jahres soll hier ein neues, den Anforderungen der Jetztzeit entsprechendes Realschulgebäude erbaut werden. Das bisherige Ge bäude hat eigentlich nie für die Unterbringung der Klaffen und der Lehrmittelsammlung genügt, und von einem Anbau an dasselbe nahm man mit Recht wegen der ungünstigen Lage innerhalb enger Straßen noch in letzter Stunde Ab- stand. Zurzeit ist Die Vergebung der Arbeiten ausgeschrieben unb soll mit Beginn Der besseren Jahreszeit der Bau sofort in Angriff genommen werden. Derselbe kommt auf einen großen freien Platz außerhalb der Stadt zu stehen. Im Ganzen sind vorerst 85,000 Mk. von dem hiesigen Stadtrai für die Errichtung des Gebäudes und die innere Ausstattung desselben vorgesehen. Die freiwerdenden Räumlichkeiten in der alten Realschule werden später Der hiesigen Volks- bezw. Höheren Bürgerschule zugewiesen werden, denn die Schüler­zahl gerade ersterer Anstalt ist in Den letzten Jahren ganz besonders gestiegen, sodaß auch deren Räume heute nicht mehr ausreichend finD.

Lauterbach, 16. Jan. Im Gewerbeverein hielt Bergrat Professor Dr. Chelius, Direktor des SoolbadeS Nauheim, killen Vortrag überSalze und Soole, Salinen und Bade orte-. Er führte darin u a. aus, daß auch für Lauterbach bfc Erb0hrung von Mineralquellen wahrscheinlich lei, ba bie geologischen Verhältnisse hier fast dieselben wären n>ie in dem Nachbarorte Salzschlirf.

Frankfurt, 16. Jan. Ein allerliebstes Ge- Ichichtchen ist gestern abend auf der Kleinbahn- Y»omburg-Usingen passiert. Ter Zug, der um etwa 8 Uljr Friedrichsdorf in der Richtung nach Usingen ver­letzt, setzte sich in seine bekannte rasende Bewegung und !choß pfeilgleich auf unserem Planeten dahin. Schon glaubten die Passagiere, bald in Usingen zu sein, als der -'ouf. des Zügle ins sich plötzlich verlangsamte wie der barsch der Fliege auf dem Kleistertopfe, bis der Zug

endlich ganz stille stand. Entsetzt streckten die Passagiere die Köpfe aus den Fenstern in die stille Nacht. Was war geschehen? Das Züglein hatte sich verirrt. Er war von Friedrichsdorf aus auf das neue Geleise geraten, das eben nach Friedberg zu gelegt wird, und war munter darauf fürbaß gefahren. Nun machte es wieder Kehrt und fuhr nach Friedrichsdorf zurück, wo es mit Be­geisterung empfangen wurde. Abgelassen zum zweitenmale hielt es dann den richtigen Kurs.

Singen, 17. Jan. Der Direktor der Aktien-Brauerei Anton Maurer ist seit heute spurlos verschwunden. Er stand in Geldverbindungen mit der verkrachten Weinfirma 5+nnbel unh F auf in Sina^n.

Vermischtes.

Eine Luftballonfahrt über die Ostsee. End lich ist es gelungen, die Ostsee im Luftballon zu überfliegen, und zwar gebührt der Ruhm, dies Projekt gelöst zu haben, 2 demschen Lustschiffern, den durch feine früheren Ballon führten bekannten Luftschiffer Dr. Berson und dem Leutnant Hildebrandt von der Luftschifferabteilung. Dieselben sind am 10 Januar, an welchem Tage von verschiedenen Punkten Europas (Berlin, Paris, Wien, Petersburg, Straßburg, Przemysl in Galizien u. a. O.) eine internationale wissen schaftliche Ballonfahrt ausgegangen war, um 8 Uhr 57 Mm. morgens auf Dem Tempelhofer Felde bei Berlin ausgestiegen, und kurz nach 10 Uhr abends unweit bet Eisenbahnstation Markaryd in ber schwedischen Provinz Smaaland inmitten e ner mit hohem Schnee bedeckten Waldlichtung glücklich ge landet. Der zu ber Reise benutzte Ballon wat 1300 Kubik­meter groß und mit einet . Mischung von Leuchtgas und Wasserstoffgas gefüllt. Gleich nach dem Ausstieg schlug der Ballon eine nördliche Richtung ein, und überflog Berlin in e ner Höhe von 175 Meter, bei einer Geschwindigkeit von 40 Kilometer in der Stunde. Bei der Weiterfahrt wurde eine mittlere Höhe von 8001000 Meter innegehalten. In dieser Höhe wat die Luftströmung fast genau Süd-Nord, mährend in geringerer Höhe westliche und in größeret Höhe östliche Windrichtung vorherrschten. Bei ganz klarer Luft wurden bann bie Städte Zehdenick, Neu-Strelitz, Neu Brandenburg, Demmin und Stralsund passiert. Dann, um 1 Uhr 17 Mm. nachmittags, wurde das Festland verlaffen, und der Ballon schwebte an der Westküste der Insel Rügen entlang direkt auf die schwedische Küste zu. Während ber Fahrt über die Ostsee ließen bie beiden Luflschiffet den Ballon bis 1600 Mtr. und später bis 2000 Mtr. hoch steigen. Bei 1600 Mtr. Höhe kam die Küste von Schweden in Sicht, während gegen 3 Uhr 30 Min. die Küste Deutschlands sich im Dunst verlor. Bei beginnender Dunkelheit befand sich ba Ballon 600 Mir. direkt über Trälleborg. Dann ging die Fahrt weiter an Malmö, Lund und Landskrona vorüber, während der Ballon bis zu 3000 Mtr. Höhe emporstieg. Als dann gegen 9 Uhr Nebel eintrat, wurde der Abstieg be schloffen, und es gelang, kurz nach 10 Uhr bei dem Gehöft Soenshult bei Hoga Syltan, etwa 20 Klm. von der Eisen­bahnstation Markaryd entfernt, in tiefem Schnee in einer Waldlichtung ohne fremde Hilfe zu landen. Erst nach längerer Zeit gelang es den kühnen Luftschiffern, mitten in ber Nacht einige Arbeiter zusammenzutrommeln, mit bereu Hilfe der Ballon und bie wertvollen Instrumente geborgen wurden. Am nächsten Tage wurde ber Ballon mittelst Schlitten nach Markaryd transportiert, wo man um 5 Uhr nachmittags ein traf und wo sich die beiden Luftreisenden in einem guten Hotel von den gehabten Strapazen auSruhten. Am 12. wurde Dann bie Rückreise nach Berlin angetreten. Die von dem Ballon durchflogene Strecke ist 475 Klm. lang und in 13 Stunden 50 Min. zurückgelegt worden, was eine Durchschnittsfahrt von 35 Klm. in der Stunde ergibt. Höchst eigentümlich waren die Temperaturverhältnisse an dem betr. Tage in den verschiedenen Luftschichten. Die Wärme stieg, je höher der Ballon kam, und schließlich bis -f-80 C., während es auf dem Erd­boden bitterlich kalt war. Ei ft in den oberen Luftschichten sank die Temperatur wieder auf etliche Kältegrade. Zur Atmung in Den höheren Regionen war eine, mit einem ReduktionSventil und zwei Schläuchen mit Glasröhrenmundstück versehene 500-Liter-Sauerstofffiasche mitgeführt worden Die Aus rüftung an Instrumenten bestand aus einem selbstregistrierenden Barophon unb zwei gewöhnlichen Aneroidbarometern zur Be ttimmung des Luftdrucks, einem von Prof. Dr. Aßmann kon ftruierten AspirationSpfychivmeier zur Feststellung ber Tem peratur und des Feuchtigkeitsgehaltes der Luft unb einem iog. Schwarzkugelthermometer zur Bestimmung der Strahlungs­wärme ber Sonnenstrahlen, bie bei 2° G. bis -j- 20° C betragen hat. Von befonberem Wert für bie Wissenschaft werden die über der Ostsee gemachten Beobachtungen fein, Da über dem Wasser ganz andere Luftverhältnisse sind als über dem Lande, und es bis jetzt ja nur selten gelungen war, meteorologische Beobachtungen über einer größeren Wasser fläche zu erhalten. Diesem ersten HeberfÜegen der Ostsee werben gewiß bald weitere Luftfahrten in gleichem Sinne folgen und zur Bereicherung unserer meteorologischen Kenn.- niffe beitragen.

DasBunte Theater" in Berlin (Ernst v. Wo - zogens Ucberbrettl) hat, seiner Herkunft vom BariLtv ein gedenk, fast ausschließlich Künstler um feine Fahne versammelt, Deren Wesen die Vielseitigkeit ist. Frau Olga Wohlbrück Feld, bie bekannte SZioDcQiftin und Verfasserin anmutiger Bühnenwerke, die bereits in drei Sprachen Komödie gespielt und am Theätre national de l'Odäon Jahre hindurch eine angesehene Stellung einnahm, gehött demBumen Theater" als Schauspielerin, Diseuse und Pantornimistin an. Sie war eS, welche zuerst in Deutschland Wormsers reizende Panto mime Fila prodigue bekannt machte. Bozena Bradsky, eine in Berlin geborene Böhmin, die von der Schauspielerin auf dem Umwege über die Hofopernsängerin zum Brettl ge langte, wird auf dem Ueberbrettl Gelegenheit finden, von der Clownerie bis zur Tragik alle Möglichkeiten ihrer Begabung zu erschöpfen. Eine ähnliche Vielseitigkeit verspricht ein junger Baritonist, Robert Koppel, der als Rezitator, Schau fpieler, Sänger, Tänzer und Pantomimist sich zeigen wird Luigi Spontelli wirb Den Versuch machen', die Gestalt

des Pierrot auch bei uns in Deutschland wieder lebendig werden zu taffen. Im Gegensatz zu der konventionelle« Geberdensprache des oltitalienischen SiilS bringt Spontelli die impressionistische Auffassung der jüngeren französischen Schule zur Geltung. Ferner sind für das Unternehmen verpflichtet die Konzertsängerin Maitha Gulbranson-Sandal, welche die modernste Richtung durch Vorträge Dehmelscher und Stefan George'schcr Dichtungen in Vertonungen von Rich. Strauß und Konr. Ansorge vertreten wird; ferner al- Tenorist für ernstes wie für heiteres Genre Hermann Nagel. Der Dichter und Schauspieler Franz Reßner wird besonders in grotesken Rezitationen sich zeigen, und zwei jüngere Kräfte, Otto Fritzsche und Arthur Rotenburg (früher amDeutschen Theater") werden als Schauspieler, Sänger unb Pantornimisten sich zeigen. Als Kapellmeister ist Oskar Strauß engagiert. Die neuliche Veranstaltung in Darmstadt gelegentlich eines Maskenfestes war, wie unsere Leser wohl gemerkt haben werden, rein privater Natur und stand mit dem Unternehmen Wolzogens in keiner Beziehung.

Unwersttüts Nachrichten.

München, 16. Jan. Bet der heutigen JahreSnöffnungSt^er er Technischen Hoch schule (Polytecku ttuw) wurde ein »ll-rhöchfl« Erlaß bekannt gegeben, der der technischen Hochschule, bestehend auS einer technischen unb eiwr landwirtschastlichen Ableitung, l oS R'cht ?ibt, den TibiDr der technischen Wissenschaften" zu verleihen Den Ingenieuren, Archit.kten und sonstigen Techmkern kann auhe-dem >er TitelDr.-Jngenieur" verliehen werden. Außerdem kann der D plom-Jngeni'-ur" erteilt werden. Zum ersten Doktor wurde als Ehrendoktor Prinz Ludwig wegen seiner Verdienste um Du L-rndwülschait und die technischen Angeleaenhrlten ernannt.

Kunst und Wissenschaft.

Man schreibt aus Darmstadt unterm 16. Jan.: Otto Ernsts KomödieFlachsmann als Erzieher" wurde gesternabend zum erste» Male ausgeführt und erzielte einen starken Erfolg, den sie aber zu emem großen Teil den humoristischen Szenen zu verdanken hatte.

- Der pi euß sche Minister deS Innern, Frhr Rhtinbabeir bat am Montag irn Abgeordnetenbausr gebilligt, laß der Dbeipialwrnt on Brandenburg »Tolstois Macht der Finsternis" zur Auf- ührung fretgegeben habe. Dmndi- Grundttndenz ist eine durcha»» fülltet, sie wtderspiicht nicht den OrdnungS- und Sittenge'ehe» - Nichisdestoweniger ist die Aufführung düses selben Stückes, das |ur Berlin fretgegeben ist, in Kiel verboten woideu.

Dem Humoristen Otto Rentier wurde vom Berliner Pou- zeipräsidium das-Wiederaustieten imWintergarten" g<ftatut.

Wie aus Paris depeschiert wird, ist der Opernduch Bersaster Jules Barbier qeftotben.

Arbeiterbewegung.

ko. Frankfurt a. M., 16. Jan. D.e Arbeiter (zirka 20) in der Fabrik für Ersenkonstruklionen von Gebr. Hofmann in Ober rav stellten die Arbeit ein, weil ihrer Forderung, einen der Denunziairon oe.dächtigen M-tarbeiter zu entlassen, nicht stattgeaeben wurde.

Hmdel und Uerkehr. UolkswiriU-,.:ft.

Reichsbank. Am 1. Februar wirb an Stelle ber jetzt bestehenden Reichsbank Nebenstelle in Mülheim (Ruhr) eine Reichsbankstelle errietet Bon bieser ist bie Reichsbank-Nebenstelle in Oberhausen abhüngig Ferner wirb am 28. Jan. in Zabern (Unter-Elsaß) eine von der Reichs» bank-Hauptstelle in Straßburg t. Els. abhängige Reichsbank Rebenstelle mit Kasteneinrichtung unb beschränktem Giroverkehr er öffnet.

Krieskasten ber Rebaktion.

M. R. Der Name hat den Ton auf der ersten Silbe. ES hat Böcklin immer verdrossen, wenn man seinen Namen fälschlich mit dem Ton auf der letzten Silbe: Böcklin aussprach. AlS einmal Frida Schanz in einem Gedichte an ihn diese lange Schlußstlbe in einem Reim verwandte, da «nwortete er mit dem Vers:

Wart', Frida Schanz, jetzt komm ich mit dem Stöcklin

Und hau' Dir aus Dein Dichter-Uirterröcklin:

Zum Teufel mit Böcklin ick beiße Böcklin!"

Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gietzen.

2. Woche vom 6. bis 12. Januar 1901.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 22 560, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 10,170/00, nach Abzug der Ortsstemden 6,100/oq.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

Masern 1 1

Lungenentzündung 2 1 1

Akuter Tuberkulose 1 (1) 1 (1)

Unterleibsgeschwulst 1 (1)_______1 (1)____________________~______

Summa: 5 (2) 8 (2) 2

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

ist jetzt die Parole. Bei Nahrungs- und Genußmitteln ist das aber falsch. Gebrannte Gerste unb geröstetes Malz, bie offen aus­gewogen werben, ftnb zwar etwas billiger als ber echteKathreiner", sie verbienen aber auch gar nicht ben Namen Malzkaffee, benn nur der echte Kathreiners Kneipp- Malzkaffee hat das feine Kaffee-Aroma und macht jeden Kaffee nicht nur wohl­schmeckender, sondern auch bekömmlicher.

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